Klopps größte Krise | Teil 2: Zum Matchtrainer und zurück

Im zweiten Teil der BVB-Krisenanalyse behandeln wir den strategischen Ansatz der aktuellen Saison und wie dieser (nicht) zur Kaderplanung passte.

Teil 1: Wohlfühloase Champions League und die Bundespressingliga
Teil 2: Klopps Weg zum Matchtrainer – und zurück
Teil 3: Saisonverlauf, Chancenverwertung und sonstiges Unglück
Teil 4: Dortmunds Ballbesitzspiel – Potential und Probleme

Der BVB ist seit der Saison 2009/2010 eine Kontermannschaft. In der Hinrunde 2014/2015 hat die Bundesliga das Konzept geknackt. Fünf Jahre haben die millionenschweren Gegner gebraucht. Ein halbes Jahrzehnt, hunderte Partien. Interessant, dass Leute das für realistisch halten, oder?

In der Realität sah Dortmunds Weg bis hierhin sehr viel weniger linear aus. „Das System Klopp“ als feststehendes, abgeschlossenes Ideal gibt es nicht und gab es nie. Dortmunds Spielweise entwickelt sich stetig weiter – übrigens inklusive Ballbesitzspiel! – und darüber hinaus gab es alle paar Monate massive Einschnitte. (Die genaue Entwicklung kann man in unseren Ballnah-Magazinen #4 und #5 ausführlich nachlesen.) Klopp unterstrich das erst vergangene Woche wieder, indem er anmerkte, er sei heute ein besserer Trainer als (beim Doublesieg) 2012.

Klopps Weg zum Matchtrainer

Einer dieser Einschnitte fand in der vergangenen Rückrunde statt, Anfang April bei den Partien gegen Real Madrid und den VfL Wolfsburg. Zuerst wurde das 4-2-3-1, das in verschiedenen Variationen jahrelang standhielt und nie wirklich systematisch überspielt werden konnte, von den Königlichen 3:0 weggemodrict. Drei Tage später sahen die Borussen im wichtigen Duell um die Champions-League-Plätze gegen Wolfsburg erneut schlecht aus, hatten erst nach 35 Minuten den ersten Schussversuch und lagen zur Halbzeit verdient zurück. In diesem Moment fiel der Startschuss für die Entwicklung der nächsten Monate: Klopp stellte auf ein recht mutiges, asymmetrisches 4-1-4-1 um, seine Mannschaft kam in die Partie und drehte das Spiel. Vor der nächsten Partie machte Klopp eine wichtige Äußerung:

„Es war so schlecht, dass wir was umstellen mussten. […] Dabei hat weniger das System geholfen, als mehr, dass wir das alte System in dem Moment nicht mehr gespielt haben, weil man da einfach manchmal an schlechten Tagen zu sehr an Positionen klebt. So bisschen, dass man glaubt, man wär noch im richtigen Raum, weil man da normalerweise im richtigen Raum ist.“
http://youtu.be/44yXgOGYnu8?t=15m25s

Aufbauspiel von Dortmund

Dortmunds Aufbau im 4-1-3-2-artigen System gegen Real

Die folgenden Monate waren stark von systematischer Vielfalt geprägt. Im Rückspiel gegen Real gelang es in einer hochinteressanten Mischformation beinahe, das Hinspielergebnis doch noch zu drehen. In einem ähnlichen System schlug man Wolfsburg im Pokal halbwegs souverän 2:0. Es folgte eine asymmetrische Abwandlung dieses Systems, das zum 0:3-Sieg in München führte und eine „versteckte Raute“, die gegen Mainz das Ballbesitzspiel neu belebte. Am letzten Spieltag gab es mit einer „richtigen“ Raute auch noch einen starken 0:4-Erfolg in Berlin.

„Die Mannschaft hat Spaß daran gefunden, unterschiedliche Systeme zu spielen.“
http://youtu.be/44yXgOGYnu8?t=9m10s

Zu dieser Gesamtentwicklung kam vielleicht noch Pep Guardiolas Erfolg hinzu, der nicht nur generell viele Spiele mit geschickten Anpassungen zu Gunsten seiner Mannschaft veränderte, sondern auch beim ersten Liga-Aufeinandertreffen mit Klopp durch besonders kurioses Ingame-Coaching auffiel und Erfolg hatte. Jedenfalls nahm sich das Dortmunder Trainerteam offenbar vor, zukünftig verstärkt auf formationstaktische Flexibilität zu setzen.

Etliche Systeme in der Vorbereitung

In der Vorbereitung zur aktuellen Saison sollte diese Anpassungsfähigkeit dann verstärkt eingeübt und systematisiert werden. In den Testspielen veränderte Klopp permanent das System, meist nicht nur zwischen den Spielen sondern auch in der Halbzeitpause. Das führte zu wechselhaften Ergebnissen.

Mal eine besondere Art des 4-4-2 von Dortmund im Testspiel gegen RWE.

Mal eine besondere Art des 4-4-2 von Dortmund im Testspiel gegen RWE.

So spielte man beispielsweise gegen Rot-Weiß Essen eine Halbzeit mit sehr viel Durchschlagskraft (5:0 nach 30 Minuten) in einer Mischform aus 4-3-1-2 und 4-4-2: Immobile und Aubameyang agierten als Stürmer extrem breit. Dahinter formierte sich die Mittelfeld-Viererkette eng und Kirch stieß immer wieder nach vorne, sodass eine Raute entstand. Das führte zu einer sehr interessanten Pressingdynamik und einer spannenden Rollenverteilung.

Alarmierend ist im Nachhinein die Partie in Liverpool gewesen, wo man vom LFC in beiden Halbzeiten ziemlich zerlegt wurde (zwei Mal 2:0). In Hälfte eins spielten die Borussen dabei ein symmetrisches 4-1-4-1, in dem die beiden Achter weit und häufig mannorientiert herausschoben. Das war nicht gut abgestimmt, führte zu Unkompaktheit und die Schwarzgelben rannten meist nur hinterher. In Hälfte zwei gab es dann eine Umstellung auf die Raute und es ging so weiter. Dabei war wegen des Fitnesszustands in der Vorbereitung auch die Grundintensität problematisch. Doch die Dortmunder reagierten da schon nicht gut auf den fehlenden Zugriff, was dann im Ligaspiel gegen Bayern noch einmal zum Problem wurde.

Ein positives Highlight war dann der Sieg gegen Bayern im Super-Cup. In einer Raute, die oft ins 4-3-3-0 auffächerte, kontrollierte man das Zentrum und spielte ein deutlich leitenderes Pressing als man es von den Borussen meist sieht. Nach der Pause gab es dann noch eine erfolgreiche Umstellung in eine spektakuläre Mischformation, die alle möglichen Staffelungen brachte. Der BVB wirkte extrem vielseitig und anpassungsfähig. Eine ganz neue Stärke schien sich zu entwickeln.

Wo sind all die Formationen hin?

Viele Worte zur Systemvielfalt. Spulen wir vor auf Dezember und schauen uns an, was daraus wurde. Eine Übersicht über Dortmunds Formationen in der Bundesliga seit dem ersten Spieltag:

Also acht oder neun aus vierzehn, je nach Einordnung des Hoffenheim-Spiels. Da das 4-3-2-1 gegen Stuttgart eine sehr frühe Anpassung auf Stuttgarts 4-3-2-1 war, kann man sagen, dass Dortmund nur vier Mal geplant ein klar anderes System spielte als das übliche. Ein Mal davon gegen Bayern, zwei Mal war es ein 4-4-2, welches sich zumindest defensiv kaum vom 4-2-3-1 unterschied. Es bleibt die Partie gegen Augsburg am zweiten Spieltag, die den vielleicht souveränsten Saisonsieg markierte. Verzeihung: Den souveränsten Saisonsieg markiert hätte, wenn Augsburg trotz 3:0-Rückstand nicht wieder rangekommen wäre, als Klopp auf das 4-2-3-1 umstellte.

Auf den Punkt gebracht: Das „Systemcoaching“ der Vorbereitung ist versandet. Man hat etliche Alternativen zum 4-2-3-1 probiert, um dann doch ständig 4-2-3-1 zu spielen. Das klingt nach vergeudeter Zeit und das war es wohl auch. Ich war zwar bei den Trainings vor der Saison nicht dabei, doch die Spiele waren klare Indizien dieses Problems.

Die Leblosigkeit des Normalo-4-2-3-1

Geiles Pressingzeug von Dortmund vor einem Jahr.

Geiles Pressingzeug von Dortmund vor einem Jahr.

Das 4-2-3-1 der Hinrunde 2014 ist nicht das gleiche System wie das 4-2-3-1 der Hinrunde 2013. Letzte Saison war das Dortmunder Pressing ein Alleskönner. Der Fokus der Vorbereitung lag auf der Perfektionierung des Systems. Mit neuen optionsorientierten und lockenden Elementen erreichten die Borussen dann eine zuvor ungekannte Anpassungsfähigkeit, die zusammen mit der hervorragenden Rollenverteilung ein Pressing erschuf, das bei extremer Intensität immer wieder neue, fast perfekte Staffelungen generierte und das ganze Feld abdeckte. Mit überragend gut organisierten Pressingfallen entwickelten sie dabei außerdem sehr zwingenden Druck.

Dieses System fiel dann aber zusammen, als Verletzungen nicht kompensiert wurden, und so wurden die zuvor kaschierbaren Defizite im Ballbesitzspiel schwerwiegend. In der aktuellen Saison wurden letztere Defizite nicht behoben, gleichzeitig fehlt aber der Perfektionismus im Pressing. Die Borussen sind besonders in den Ligaspielen nicht mehr so zwingend wie vergangene Saison. Die Pressingfallen, die auch Mats Hummels bei unserem Interview im August ansprach, sind kaum zu erahnen. Das liegt auch daran, dass sich die Gegner weniger darauf einlassen, aber ebenso an der fehlenden Lebendigkeit des Pressings. Die Dortmunder bewegen sich unreflektierter und nicht mehr so anpassungsfähig, sondern spulen ihre Laufwege mechanischer ab. So rennen sie Gegnern oft nur hinterher, anstatt sie wirklich zu dominieren und in kritische Situationen zu zwingen. Das risikolose Gebolze wird auf diese Weise regelrecht herausgefordert.

Man muss dazu sagen: Die Borussen haben sich über die Jahre gruppentaktische Fähigkeiten und eine mannschaftliche Bewusstheit im Spiel gegen den Ball erarbeitet, die nicht einfach völlig verschwindet. Das Fundament ist da und viele Fragmente sind immer noch stark. Das Gegenpressing hat beispielsweise kein Stück nachgelassen, ebenso wenig die Laufstatistiken. Es geht um die letzte zwingende Intensität in der Abstimmung, um das spezielle Element, um den kollektiven Perfektionismus und die Konstanz dieser Aspekte. In Extremsituationen ist Dortmund tendentiell in der Lage das abzurufen, doch auf Dauer und im Liga-Alltag fehlt dafür die „Eingeschliffenheit“.

Übrigens: Das sind ähnliche Probleme wie sie den BVB durch die Saison (und vor allem Hinrunde) vor zwei Jahren begleiteten, als man ebenfalls in der Vorbereitung keinen so gesteigerten Wert auf die Pressingmechanismen legte, sondern das System der Vorsaison quasi mitnahm. Zur Erinnerung: phasenweise große Probleme in der Liga, aber tolle Champions-League-Saison. Ich meine, ein Muster zu erkennen.

Abstumpfung durch taktische Monotonie?

4-2-3-1 vs 3-4-2-1

Grundsätzliche Raumaufteilung im 4-2-3-1 und als Vergleich im 3-4-2-1.

Zuletzt ist es vielleicht auch ein Faktor, dass das 4-2-3-1 in seiner grundsätzlichen Raumaufteilung ohnehin sehr „normal“ ist. Man kann die Positionen zwar mit sehr unterschiedlichen Rollen kombinieren, aber dennoch zeichnet sich das 4-2-3-1 im Kern dadurch aus, dass die Zonen erst einmal sehr gleichmäßig besetzt sind, vor allem wenn zwei 4-2-3-1-Formationen aufeinandertreffen. So wie das in der Grafik dargestellt ist, ist das sehr abstrahiert und verallgemeinert, aber in Bezug auf spontane Bewegungen, Unwucht mit dem gegnerischen System und Synergien innerhalb der Zonen halte ich das schon für einen Faktor. Zumindest dann, wenn das Ausbrechen aus der Formation unpassend oder nicht ausreichend systematisiert ist. Und das ist es eben nicht; weder mit, noch gegen den Ball.

Diese Leblosigkeit führt in Verbindung mit der gegnerischen Ambitionslosigkeit zu sehr monotonen, unkreativen Spielen mit wenig Veränderung, wenig geistigem Anspruch und vielen festgefahren Situationen. Gleichzeitig laufen diese schnöden Spiele aufgrund der ligatypischen Diszipliniertheit in hoher Intensität ab. Ich denke, dass diese Mischung nicht nur ermüdend im Sinne von anstrengend ist, sondern auch eine gewisse „einschläfernde“ Wirkung entwickelt; ein taktikpsycholgischer Fließband-Effekt, der Nachlässigkeit fördern kann. Wenn man als kriselndes Topteam eigentlich Kontrolle (bzw. Dominanz) erreichen will, kommt dann noch eine Ungeduld und Unzufriedenheit dazu. Diese Mischung klingt für mich so, als könnte sie zu individuellen Aussetzern führen und generell zu inkonsequentem, unsauberem Klärungsverhalten beitragen. Vielleicht ist es also kein Zufall, dass die Borussen reihenweise Patzertore kassieren. Nur eine Theorie.

Endphasen-Umstellungen ohne Fundament

Das führt uns nun zurück zum Eingangsthema der Systemvielfalt. Diese ist ja nicht nur als Gegneranpassung zu gebrauchen, sondern auch in Form von Anpassungen an die Spielsituation. In dieser Hinsicht ist Klopp zu Saisonbeginn förmlich eskaliert. Frühzeitige Systemwechsel, die früher eine absolute Ausnahmeerscheinung waren, wurden zum Standard. Gegen Leverkusen stellte er in der Pause beispielsweise auf eine merkwürdige verschobene Raute mit Flügelstürmer um. Umstellungen auf eine Raute gab es häufig.

Köln-BVB Endphase

Endphase gegen Köln: Scheiß auf Fußball, lieber 4-4-2.

Diese Änderungen griffen jedoch kaum. Häufig versandeten sie mit marginalem Effekt, manchmal scheiterten sie rigoros wie beispielsweise gegen Bayern, Augsburg oder Köln. Das liegt an der Art der Umstellungen. Klopp ändert selten die strategische Herangehensweise oder den grundsätzlichen Rhythmus der Mannschaft, sondern versucht mit veränderten Rollenverteilungen und gruppentaktischen Aspekten oder angepassten Aufbaustrukturen einzugreifen. Dieser Ansatz ist nicht falsch. Allerdings wirkt er im taktischen Detail, was drei Probleme mit sich bringt:

  1. Solche Anpassungen sind schwieriger. Die Folgewirkungen sind schwerer zu kalkulieren und die Reaktion des Gegners kann einiges zunichtemachen.
  2. Diese Detailveränderungen benötigen ein stabiles Fundament, um zuverlässig und berechenbar zu wirken. Wenn eine Mannschaft im Chaos steckt, bekommt man dieses schwerlich behoben, indem man einzelne Elemente des Chaos verändert.
  3. Bei Rückständen und in Endphasen multiplizieren sich die ersten beiden Faktoren. (Guardiola macht seine Detailanpassungen ja häufig schon während der ersten Halbzeit beim Stand von 0:0.)

Da den Borussen eben viele spielerischen Elemente zur Kontrolle und Organisation des Spiels zur Zeit fehlen – genaueres im vierten Teil der Analyse – fallen die taktischen Anpassungen auf einen wenig nahrhaften Boden. Die Mentalität und das Anspruchsdenken der Dortmunder sorgen außerdem dafür, dass der dritte Punkt besonders arg zur Geltung kommt. In Endphasen greifen die Dortmunder diese Saison häufig zu einer viel zu plumpen Brechstange und verpassen es daher komplett, etwaige taktische Vorteile profitabel auszuspielen. Das macht zum einen die Idee der Systemvielfalt ein weiteres Mal zunichte. Außerdem führt es dazu, dass der BVB über die 90 Minuten einfach nicht die Überlegenheit entwickelt, die möglich wäre, weil immer wieder Spielzeit durch diese panische Hektik verschenkt wird.

Anpassungsfähige Synergien statt perfektionistischer Eingespieltheit

Kein Pressing, kein Ballbesitzspiel und schlechte Umstellungen – das klingt jetzt so aufgereiht wohl deutlich dramatischer als es ist. Teilweise sind diese Probleme vermutlich bewusst vom Trainerteam in Kauf genommen wurden, da die Herangehensweise der Saison eine andere sein sollte als bisher. Das Fundament der Mannschaft sollte weniger der mühsame, permanente Perfektionismus sein und mehr die Synergie zwischen den Spielern und die kollektive Anpassungsfähigkeit, weil sich diese Faktoren in der vergangenen Rückrunde eben als durchaus wirkungsvoll erwiesen hatten.

Dementsprechend wurde auch der Kader mit zwei neuen Stürmern in der Breite verstärkt, anstatt die eine Spitzenlösung zu verpflichten. Als Nebeneffekt sollte diese veränderte Strategie wohl auch haben, dass man weniger abhängig von der Eingespieltheit ist. So wäre man robuster gegen Verletzungen und besser in der Lage, auch personell zu rotieren.

Dass dieser Plan nicht aufging, liegt wiederum an einer Reihe von Gründen. Die strukturellen Voraussetzungen waren in der Rückrunde andere, weil die Monate zuvor eben die Schwerpunktsetzung in diese Richtung ging und die taktische Rotation dann eher spontan darauf aufgebaut wurde. Zudem hatte die Kaderplanung Schwächen, die von den Verletzungen sagenhaft zielgerichtet bombardiert wurde – nicht wegen der Anzahl der Verletzungen, sondern durch das konkret betroffene Personal.

Der Tempel ohne Säulen

Die Verletzungen trafen nämlich zu einem absurden Anteil die strategisch starken Akteure. Die Spieler, die ein System tragen, auf die das System fokussiert wird. Hummels, der einzig wirklich antreibende Abwehrmann, spielte kaum. Gündogan brauchte lange um fit zu werden. Sahin, der potentielle Ersatzmann, fehlte durchgängig. Auch Oliver Kirch, dessen Bedeutung für die Rückrundenerfolge wohl von vielen unterschätzt wird, verletzte sich für Monate. Reus und Mkhitaryan, die beiden Fokusspieler im Angriffsdrittel, fehlten phasenweise beide.

Die Spieler, die verfügbar waren, sind eigentlich durch die Bank von ergänzender Natur. Schauen wir auf die Offensive: Immobile muss sich extrem auf das Abschlussspiel fokussieren und sehr passiv agieren, um seine technischen Schwächen zu kaschieren; ein Stürmer, der gefüttert werden muss. Bei Aubameyang ist das ähnlich, er ist ein hochspezialisierter „Role-Player“ für ganz klar definierte Aufgaben und Situationen. Er konnte in den letzten Monaten zwar auch ein paar gestaltende Aufgaben übernehmen, doch kann diese nicht ideal ausfüllen. Dass er das überhaupt tun musste, ist schon ein Hinweis auf die Probleme. Ramos ist nicht ganz so abhängig von seinen Mitspielern, doch ist optimalerweise auch eher der Spieler 6, 7, 8 im System und kann die Offensive nicht wirklich tragen (wie Lewandowski vor allem zum Ende der vergangenen Saison). Wie gewinnbringend Großkreutz sein kann, ist mittlerweile bekannt, doch auch er glänzt als zuarbeitender Unterstützer, nicht als Gestalter. Kagawa bildet eine Ausnahme, hatte aber mit konditionellen Problemen zu kämpfen und sucht immer noch seine persönliche taktische Balance.

In der Abwehr sieht es ähnlich einseitig aus. Durm ist weder besonders spielstark (gerade im Aufbauspiel), noch außergewöhnlich entscheidungsstark im Pressing. Er ist ein zuverlässiger, taktisch sauberer Topathlet, der eine sehr klar definierte Position in Dortmunds Systemen besetzt und seine Aufgaben erfüllt. Piszczek gibt einer funktionierenden Mannschaft Durchschlagskraft, doch hat immer Probleme, wenn er zu früh eingebunden wird. Subotic und Sokratis sind normalerweise strategisch sauber und funktionieren daher gut neben Hummels, sie sind aber nicht gestaltend veranlagt. Ginter ist ein guter Techniker für einen Verteidiger, doch hat große strategische Defizite. Hier hätte man den Kader wohl robuster gestalten können, wenn man Marian Sarr oder Koray Günter vergangene Saison konsequent das Vertrauen geschenkt hätte.

Das größte Problem ergab sich jedoch im defensiven Mittelfeld. Bender ist ein Zuarbeiter vor dem Herrn und ist am stärksten, wenn er sich bei Ballbesitz „versteckt“. Bei Kehl ist die Sache schwieriger, aber auch nicht gegenteilig. Er glänzt als Balancespieler, doch wurde diese Saison oft in eine Art Spielmacher-Rolle gezwungen. Ähnliches gilt für Jojic in der offensiveren Ebene. Er sollte das Spiel einige Male neben Bender gestalten und konnte sich nicht wie in der Rückrunde (neben Sahin, Kirch oder Mkhitaryan) auf ergänzende Aufgaben wie sein gutes Bewegungsspiel konzentrieren. Dortmund hatte daher in den meisten Spielen keine stabile Verbindung zwischen Abwehr und Offensive.

Strategische Aspekte der Kaderplanung

Eventuell hätte man sich auf dieser entscheidenden Position noch etwas breiter aufstellen sollen. Ein altgedienter Routinier (wie früher Antonio da Silva) oder ein junger Techniker (Leitner?), den man gut mit Kehl kombinieren kann, wären hier möglicherweise entscheidende Kaderergänzungen gewesen. Dafür hätte auch die Sechserposition der zweiten Mannschaft genutzt werden können, die stattdessen von einem mäßig begabten Abräumer wie David Solga gefüllt wird.

Doch bei diesen Gedankenspielen muss man natürlich stark relativieren: Dass gleich drei entscheidende Spieler für diese Position fast die ganze Hinrunde lang ausfallen, ist großes Pech. Dieses Pech führte dann auch (mit) zu der eingangs angesprochenen Inkonsequenz in der Umsetzung der Systemvielfalt. Das sollte man bei der Bewertung dieser ganzen Vorgänge berücksichtigen.

Unter dem Strich ist es dennoch so, dass der Kader der Borussia augenscheinlich mit sehr vielen Ergänzungsspielern gefüllt ist. Das funktionierte gut, als sich die Dortmunder noch extrem über die kollektive Perfektion definierten und individuelle Defizite durch die systematische Klarheit, extrem intensive Zusammenarbeit und mannschaftliche Stabilität aufgefangen werden konnten. Doch auch da übernahmen stets bestimmte Fokusspieler entscheidende strategische Rollen, auf die das restliche Spiel zugeschnitten und eingespielt war. Wenn man sich nun breiter, flexibler und reaktionsfähiger aufstellen will, braucht es mehr Spieler, an denen sich das System hochziehen kann, die mit ihren mannschaftstaktischen Fähigkeiten in allen Spielphasen überzeugen und dadurch auch in einem uneingespielten System spontan ein stabiles Gerüst erschaffen können. Die Idee hinter der neuen Saison passte also nicht optimal zum Kader.

Meiner Meinung muss der BVB sein Beuteschema etwas anpassen, wenn er sich weiterhin konstant in der europäischen Spitzengruppe halten will. Klopp braucht nicht nur athletische und intelligente Laufmaschinen mit der richtigen Mentalität, sondern wird mit den steigenden Herausforderungen der Bundesliga zunehmend auf technisch und strategisch herausragende Verantwortungsträger angewiesen sein. Komplette Spieler, wenn man so will. Solche Spieler erlauben dann eben auch kompletteren Fußball und eine komplettere Trainerarbeit. Kommt genauer in Teil vier. Für heute reicht das erst mal.

Der Tortilla-Bäcker 15. März 2015 um 12:41

Wollt ihr die Serie eigentlich noch zu Ende bringen? Ist ja vielleicht nicht mehr alles ganz tagesaktuell, aber den ursprünglich anvisierten vierten Teil zum Ballbesitzspiel des BVB könnte man doch immer noch gut bringen. Die hier erst kürzlich angeklungenen, immer noch bestehenden Probleme mit passiven 442s sind doch sicher auch ’ne Betrachtung wert, oder? Würd‘ mich über ’nen abschließenden Artikel zu der Frage, inwiefern die Krise und die sie erzeugenden Probleme überwunden sind, sehr sehr freuen.

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FAB 16. März 2015 um 10:31

Aus meiner Sicht ist die Krise noch nicht überwunden. Zwar hat das BVB Spiel durch Sahin und Auba als Mittelstürmer etwas mehr Struktur bekommen, sodass die individuelle Qualität in einigen Spielen zu Geltung kommt.
Aber die Probleme aufgrund falscher Kaderplanung und falsche Spielereinschätzung zeigen sich ja gerade wieder. Der BVB ist derzeit trotz seines Potentials bzw. seiner finanziellen Mittel nur Bundesligamittelmaß und das ist immer noch eine Analyse wert.
Zu den Themen: Chancenverwertung/Unglück könnte dahin gehend interessant sein, mit welcher Flexibilität bzw. Statik Torchancen herausspielt werden, wenn der Gegner tief steht und es einfach keine Gegenpressinggelegenheiten gibt. Spieler wie Kagawa (fehlende Flexibilität) und Miki (seltsame Automatismen) sind einfach weniger geeignet solche Gegner (HSV, Köln) zu knacken wie Kampl oder Kuba …
Auch die Rolle der Außenverteidiger könnte in diesem Sinne interessant sein bzw. hinterfragt werden.

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Koom 16. März 2015 um 11:22

Die Kaderzusammenstellung ist „skilltechnisch“ IMO ok, da würde ich keine großen Vorwürfe verteilen. Was fehlt, ist zumindest mindestens ein Spieler, vor allem im vorderen Bereich, der physisch wie psychisch robust ist und seine Leistung immer abrufen kann. Reus ist generell noch zu fragil (die Pferdekuss-Geschichte aus dem Pokal ist da ein Beleg für), Kagawa ist nach seiner ManU-Zeit noch nicht stabil, Aubameyang ist generell etwas zu simpel gestrickt, Mhkytarian zu sensibel – Gündogan und Kuba würde ich grundsätzlich als solche Spieler bezeichnen, beide waren aber sehr lange verletzt.

IMO also ein Problem, dass sich mit der Zeit beheben kann (mehr Vertrauen in den Körper), aber auch, wo man vielleicht beim nächsten Mal mehr darauf achten sollte. Ich persönlich hatte den Eindruck, dass dem BVB nach der Erfolgsserie etwas wieder zu sehr die Angst ins Gehirn gekrochen ist, dass es wieder umschwenken könnte. Man spielt gerade wieder so, als ob man was zu verlieren hätte und das ist für Klopps Spielweise pures Gift.

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Schorsch 16. März 2015 um 17:05

Die Probleme gegen Teams, die im passiven 4-4-2 spielen, mit 2 tiefstehenden Viererketten, die dicht beieinander stehen (vielleicht max. 10m) und dabei konsequent verschieben, hat der BVB schon seit längerem. War schon in der Saison 12/13 ansatzweise zu beobachten, schon etwas stärker in der Spielzeit 13/14 und nun in dieser Saison in der Hinserie durch die besonderen Umstände verstärkt richtig heftig. Und die beiden letzten Spiele haben gezeigt, dass sich daran in der Rückserie bislang nichts geändert hat. Weil der BVB seine defensive Stabilität insofern verbessert hat, dass es nicht mehr zu diesen slapstickartigen Aussetzern und Fehlern kommt, bekommt er gegen solche Teams in der Rückserie auch kein Gegentor (obwohl es gegen Köln schon hätte passieren können). Man verliert dann halt nicht mehr knapp mit 0:1 oder 1:2, sondern man spielt nun Unentschieden, bezeichnenderweise 0:0. Der BVB hat das Glück, dass man in den verbleibenden Spielen der Saison nicht mehr auf allzuviel Teams treffen wird, die so spielen werden. Hannover rutscht wieder in der Tabelle nach unten und Korkut steht auf der Abschussliste von Kind. Da wird er sich nicht erlauben, zuhause so zu agieren wie es Stöger mit seinen Kölnern macht. Was wiederum dem BVB zugute kommen wird. Das Gegenpressing wird wieder greifen können. Was mMn nichts an der Notwendigkeit ändert, dass Ballzirkulationsspiel anzugehen. Was wohl aber erst zur neuen Saison geschehen wird; hoffe ich jedenfalls.

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FAB 17. März 2015 um 12:49

Doch ich denke Hannover wird genau das tun, nämlich ein klassisches, stabiles, defensives 442 gegen den BVB stellen. Zwar gab es bei Hannover nach der Winterpause einige offensive Ansätze, die haben aber nicht funktioniert und gegen den BVB kann sich Hannover ein gemauertes 0:0 noch leisten …
Aus meiner Sicht wird das Hannover Spiel wieder ein wichtiges, weil wegweisendes Spiel kurz vor den beiden Spielen gegen Bayern und Gladbach. Wird es gewonnen, kann man vielleicht doch noch Richtung Euroleague schielen, wenn nicht, dann halt irgendein MIttelfeldplatz.

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Schorsch 17. März 2015 um 14:34

Wäre die logische Konsequenz, klar. Gibt ja auch immer die Möglichkeit, so ein Spiel mit 1:0 durch ein Freistoßtor o.ä. zu gewinnen. So wie das Hinspiel. Was mich zu meiner diesbezüglichen Skepsis veranlasst ist halt die spezifische Situation bei 96. Der Leistungs- und Ergebnistrend in der Rückrunde ist eindeutig negativ. Die Clubführung liegt mit einem bestimmten Teil des Anhangs im Clinch; diese Fans boykottieren den Stadionbesuch; die Clubführung beklagt fehlende Stimmung und fehlende Unterstützung des Teams. Korkut ist als Trainer mehr als angezählt; Kind ist da emotionslos. Für einen Spieltag hat Korkut noch eine ‚Arbeitsplatzgarantie‘ bekommen. Was für mich heißt, ein ‚gemauertes 0:0‘ wird nicht für Korkut reichen. Das sind genau die Situationen, wo Logik bei der Wahl der Taktik oftmals außen vor bleibt. Allerdings wird Korkut auch nicht in Panik verfallen, dafür scheint er mir nicht der Typ zu sein. Was wiederum auf eine Art ‚Kompromisstaktik‘ hinauslaufen wird. Also schon ein 4-4-2, durchaus mit Betonung auf defensiver Stabilität und Kompaktheit. Aber nicht passiv. Sondern man wird sehr viel aggressiver und öfter versuchen Bälle zu erobern, als es z.B der HSV oder Köln gemacht haben. Um dann schnell umzuschalten und Konter zu setzen. Aber warten wir es ab…

Dass das Spiel richtungsweisend wird, sehe ich auch so. Sollte der BVB gewinnen, dann wäre auch mit 2 Unentschieden gegen Bayern und Gladbach der Zug Richtung EL noch nicht endgültig abgefahren. Was aber noch schwer genug würde. Denn für alle anderen Gegner wird es ja auch um etwas gehen. Sei es gegen den Abstieg, CL- oder EL-Quali. Ein Mittelfeldplatz scheint mir da wahrscheinlicher.

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Schorsch 10. Februar 2015 um 00:15

Schon seit einiger Zeit heißt es im Umfeld des BVB, ab der neuen Saison solle der ’neue BVB‘ aufgebaut werden. Explizit ist vom ‚Neuaufbau‘ und nicht vom ‚Umbau‘ die Rede. Wegen der sich immer weiter verschärfenden Krise in dieser Saison ist dies in den Medien bislang kaum thematisiert worden.

Logisch ist eine solcher Neuaufbau oder Umbau oder wie auch immer man es nennen mag schon. Allein weil doch einige wichtige Spieler den Club verlassen werden oder wollen oder der Club sich von einigen Spielern trennen will oder muss.

Interessant dabei, dass man offensichtlich diesen Neuaufbau als Argument in den Vertragsverhandlungen mit Reus verwendet. Gar nicht einmal ausgeschlossen, dass Reus doch beim BVB verlängert. Obwohl Real die nicht nur finanziell attraktivere Alternative wäre. Diese Führerscheingeschichte mag vielleicht doch ein Umdenken bei Reus ausgelöst haben.

Ob nun mit oder ohne Reus – wie soll der ’neue‘ BVB aussehen? Dass sich auf Spielerebene einiges ändern wird ist klar. Aber welche Spieler gehen tatsächlich und welche werden kommen? Vor allem: Welche Spielertypen werden kommen? Talente oder ‚gestandene‘ Spieler mit internationaler Erfahrung? Auf welchen Stärken wird der Fokus liegen? Hierzu ein Zitat aus dem Fazit von MR:

„Meiner Meinung muss der BVB sein Beuteschema etwas anpassen, wenn er sich weiterhin konstant in der europäischen Spitzengruppe halten will. Klopp braucht nicht nur athletische und intelligente Laufmaschinen mit der richtigen Mentalität, sondern wird mit den steigenden Herausforderungen der Bundesliga zunehmend auf technisch und strategisch herausragende Verantwortungsträger angewiesen sein. Komplette Spieler, wenn man so will.“

Also ballsichere, pass-und kombinationsstarke, technisch und taktisch versierte Spieler, die obendrein auch noch etwas von ‚athletischen und intelligenten Laufmaschinen‘ haben? Möglichst polyvalent? Und das in genügend großer Anzahl, um nicht auf qualitativ niedriger einzustufende Ergänzungsspieler angewiesen zu sein? Wäre schon etwas ambitioniert…

Und gleich das nächste Zitat, das zwei weitere entscheidende Punkte anspricht:

„Solche Spieler erlauben dann eben auch kompletteren Fußball und eine komplettere Trainerarbeit.“

Das Ballbesitzspiel des BVB ist friendly speaking optimierungsbedürftig. Soll also dieses Element stärker in den Fokus rücken? Logisch wäre es schon.

Und wer soll diese ‚komplettere Trainerarbeit‘ leisten? Weiterhin Klopp und sein Trainerteam? Oder doch ein neuer Trainer? Tuchel vielleicht? Wenn man einen solchen personellen, konzeptionellen und vielleicht auch strukturellen Umbau oder Neuaufbau plant, ist dann der bisherige Trainer der richtige Mann dafür? Einiges spricht dafür, einiges dagegen. Wer weiß, vielleicht gibt es ja schon länger konkrete diesbezügliche Planungen.

Ich glaube. die neue Saison wird spannender als es die aktuelle ist. Den Klassenerhalt vorausgesetzt. Wobei ich davon ausgehe, dass der BVB nicht absteigt.

Antworten

blub 10. Februar 2015 um 00:52

„Also ballsichere, pass-und kombinationsstarke, technisch und taktisch versierte Spieler, die obendrein auch noch etwas von ‘athletischen und intelligenten Laufmaschinen’ haben“

Außer den zwei Stürmern dieses Jahr trifft das auf jeden relevanten offensivspieler zu den sie in den letzten 2 Jahren verpflichtet haben.
bzw, wenn du den Satz oben bei google eingibst kommen die Bilder von Kampl und Mikhi direkt als Pop-Up.

Antworten

Schorsch 10. Februar 2015 um 14:04

Das hieße ja, der BVB hätte mit seinen Spielerverpflichtungen vieles richtig gemacht. Da setze ich einmal ein Fragezeichen hinter.

Gut, Kampl ist wohl so ein ‚kompletter‘ Fußballer, wie es RM nennt. Bei Mkhtaryan bin ich mir da nicht so sicher. Er ist für mich eher ein Spieler, der seine Stärken aus seiner Dynamik heraus gewinnt. Das Bespielen enger Räume sehe ich nicht unbedingt als seine Stärke. Das ist aber für den BVB gegen viele Teams von besonderer Wichtigkeit und ein entscheidender Mangel im Kader. Ich persönlich glaube auch, dass Mkhatryan zur neuen Saison den BVB verlassen wird.

Man sollte die Änderung des ‚Beuteschemas‘ mMn auch nicht auch die Offensivspieler begrenzen, ob nun relevant oder nicht. ‚Komplette‘ Fußballer werden auf jeder Position benötigt. Man denke nur an einen Philipp Lahm, der bei Bayern auf den AV-Positionen und im DMF konstant Leistungen auf höchstem Niveau abgeliefert hat und für mich so etwas wie die Inkarnation eines ‚kompletten‘ Fußballers ist.

Wenn man sich die Neuverpflichtungen (inkl. der Rückkehrer) des BVB seit 2013 anschaut, dann habe ich allerdings meine Zweifel, ob man da nicht zu wenig auf diese ‚Komplettheit‘ geachtet hat, vorsichtig formuliert.

Ramos und Immobile scheiden diesbezüglich klar aus, was Du indirekt ja auch sagst. Kagawa? Möglich. Sahin? Den Beweis ist er mMn bislang schuldig geblieben. Jojic? Sieht nach einem klassischen Missverständnis aus. Aubameyang? Wohl doch eher einer aus dem bisherigen ‚Beuteschema‘. Ginter? Was ich von ihm im Juniorenbereich gesehen habe, ging schon durchaus in diese Richtung. Muss sich allerdings erst zeigen. Sokratis? Eher weniger. Sicher kein Hummels-Typ. Muss er aber auch nicht sein. Hofmann? Geht mMn durchaus in die benötigte Richtung. Hatte aber keine richtige Chance bekommen. Durm? Nein.

Diese Spieler haben sämtlich ihre z.T. überragenden Qualitäten und können diese auch durchaus adäquat beim BVB einbringen, gar keine Frage. Es ist aber die Frage ob es reicht, zuviele ‚unkomplette‘ Fußballer im Kader zu haben.

Von diesen Spielern sehe ich wie gesagt Mkhtaryan, aber auch Aubameyang durchaus nächste Saison nicht mehr beim BVB; Jojic ebenfalls nicht. Immobile und/oder Ramos auch nicht. Und den einen oder anderen aus dem ‚Altkader‘ wird es wohl auch woanders hinziehen bzw. man wird sich von ihm trennen. Dann werden wir sehen, wohin die Entwicklung des BVB gehen wird.

Antworten

blub 10. Februar 2015 um 15:30

Du findest also der BVB hat bei den Verpflichtungen alles falsch gemacht, weil du denkst er hat alles falsch gemacht? Nciht unbedingt.

Der Lahm-Vergleich ist btw unangebracht. du findest keine 3 kompletteren Fußball auf der Welt die aktiv sind oder waren wie Lahm. Uuuuunfassbar, immernoch der unterschätzteste Fußballer Deutschlands.
Komplette Außenverteidiger wachsen nicht auf Bäumen, würde btw Emre Can kaufen wenn das möglich wäre -.- frag mal RM wie sauer der ist das er nicht bei bayern spielt.
Die Aussagen warum diverse Spieler den BVB verlasen wollten/sollten sind höchst misteriös und ergeben keinerlei sinn.

Jojic ist ein Balance gebender Roleplayer auf 6 oder 8. Der macht das gut was er gut macht, aber nicht mehr. Weis nicht genau warum er nicht spielt, aber ehrlich geagt löst er die momentanen probleme auch nicht.
Sahin, naja, man hätte besser Baier eingekauft, aber hey für den Preis voll ok.
Mkhitaryan ist vielleicht GEILER in dynamik, heist aber nicht das er sonst ungeil wäre.
Kagawa, naja das der Typ geil spielen kann wissen wir ja alle versteh nicht warum man den nicht kaufen sollte.
Kein Plan was du mit auba für ein problem hast. ehrlich nicht.
Alle Diese Spieler können nicht alels, aber sie können ne Menge sachen richtig gut (offensiv und defensiv) und das richtig abzustimmen ist Aufgabe des Trainerteams.

Ich kann insgesamt nachvollziehen das du gerne nur komplette Fußballer einkaufen willst(würde ejder gerne), aber dafür gibts nunmal kein Budget. (Modric, Di Maria, Lahm… das ist die klasse über die wir hier reden!)

Vielleicht verwechselst du auch Dinge: Ein gut strukturiertes Ballbesitzspiel muss nicht aussehen wie Guardiola und man brauch nicht 11 allumfasend geile Spieler. Das Problem sind derzeit nicht bei den Spieler an sich.

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Koom 10. Februar 2015 um 16:11

Schließe mich blub da an.

Die Transferpolitik ist insgesamt sehr in Ordnung beim BVB. In den letzten 2,5 Jahren (von denen 2 Jahre immer noch „gut“ waren mit Platz 2) hat man viel Verletzungs- und Abgangpech gehabt und sich auch ein bisserl zu sehr darin gefangen und nicht die richtigen Lösungsansätze gefunden, um sich stabiler aufzustellen.
Um konkreter zu werden: Man gab mehrere Jahre hintereinander einen oder mehrere extrem starke Leistungsträger ab: Sahin, Kagawa, Götze, Lewandowski. Das sind wichtige Fixpunkte, die simpler strukturierten Spielern viel Halt geben können. Und die dann eben fehlten – dazu noch Verletzungen von anderen Fixpunkten wie Gündogan, Hummels, Kehl, Kuba etc.

Trotzdem – oder gerade auch dann – kann ein Trainer das aber auffangen. Klopp traf dabei vermutlich auch einfach falsche Entscheidungen bzw. wurde von der Realität oder neuen Entwicklungen gestört. Und nun kommt noch ein Kopf voll Abstieg dazu. Allerdings: So richtig scheiße war in dieser Saison auch nur das Augsburg-Rückspiel. Da lief dann wirklich einfach nichts mehr, das war pure Hilflosigkeit. Vielleicht war das auch der notwendige Hallo-Wach-Moment – für die Mannschaft und Klopp.

Reus scheint man nun gebunden zu haben, das ist ein wichtiges Zeichen. Man sollte schauen, dass man die Mannschaft beisammen hält und sie nur intelligent, aber mit Macht, verstärkt. Ein Mkhytarian ist ein Wahnsinnsspieler. Der hat keine breite Brust und braucht eine Mannschaft, die in sich ruht. Wenn das gegeben ist, ist er fantastisch. Kommt also auch wieder. Deswegen auch mein Punkt, lieber 1-2 Spieler zu holen, die echte Platzhirsche sind (in der modernen Version). Die die Ausstrahlung und die Fähigkeiten haben, ein Team besser zu machen. Toure wäre da das Paradebeispiel für mich.

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Schorsch 10. Februar 2015 um 18:36

Ich glaube, hier liegt ein Missverständnis vor. Vielleicht liest Du einfach meinen post daraufhin noch einmal durch.

Ich habe mitnichten gesagt, der BVB habe alles falsch gemacht mit seinen Verpflichtungen. Explizit weise ich darauf hin, dass sie ihre Qualitäten besitzen und diese auch adäquat einbringen beim BVB. Dass aktuell und perspektivisch beim BVB auch andere Qualitäten gefragt sind und diese Spieler vielleicht eben nicht über diese Qualitäten im ausreichenden Maße verfügen, ist eine andere Sache.

Dass ich Lahm anführe hat lediglich den Grund, dass man im Prinzip auf allen Positionen möglichst gute bis komplette Fußballer braucht und nicht nur im Offensivbereich. Dass man einen Lahm nicht aus dem Hut zaubern kann ist mir schon klar und habe ich auch nicht gesagt. Aber dem BVB würde z.B. auf den AV-Positionen bessere Fußballer guttun. Piszczek tut sich nach seiner langen Verletzungsabstinenz nach wie vor schwer und Schmelzer ist mir persönlich einfach zu limitiert. Bei allen Qualitäten dieser zwei, es geht ja um Weiterentwicklung des BVB.

Es geht um folgendes, um es noch einmal zu verdeutlichen:
RM sprach davon, dass sich die BVB-Spielweise in eine bestimmte andere Richtung entwickeln müsse. Weil er gegen in einer bestimmten Art und Weise spielende Teams große Schwierigkeiten offenbart hat. Siehe Hinserie. Dazu benötige es allerdings auch anderer Spielertypen, er nennt sie komplette Fußballer. Damit gehe ich konform. RM meint darüberhinaus, dass der BVB daher bei Neuverpflichtungen ein anderes ‚Beuteschema‘ als bisher anwenden sollte. Auch damit gehe ich konform.

Du führst nun 2 Spieler an, die Du als entsprechende Spielertypen ansiehst und die innerhalb der letzten 2 Jahre verpflichtet wurden. Daraufhin führe ich die Spielerverpflichtungen des BVB in dieser Zeitspanne an und gebe zu ihnen meine Einschätzung. Nicht auf ihre Güte für den BVB-Kader generell hin, sondern ob sie als ‚komplette Fußballer‘ im Sinne dessen, was RM ausgeführt hat anzusehen sind. Nicht mehr und nicht weniger. Dass wir da vielleicht im Einzelfall diesbezüglich unterschiedliche Meinungen haben ist ja völlig in Ordnung.

Um das Mysterium aufzulösen, warum ich glaube, dass einige dieser Spieler den BVB verlassen werden: Der BVB wird aller Wahrscheinlichkeit nach nächste Saison nicht international spielen. Deshalb mache ich hinsichtlich des Verbleibs von Aubameyang und Mkhtaryan ein Fragezeichen.

Wie Du darauf kommst, ich hätte mit Aubameyang ein Problem, weiß ich nicht. Der hat seine Stärken, keine Frage, man hat sie gegen den SCF eben wieder gesehen. Allerdings ist er kein Spieler für mich, der auf engstem Raum gegen tiefstehende Teams seine Stärken hat. Und genau von solchen Spielern hätte der BVB in der Hinrunde mMn schon zwei oder drei mehr gebrauchen könnnen.

Zu Kagawa meinte ich es sei durchaus möglich, dass er solch ein ‚kompletter‘ Spieler sei. Ich habe nicht gesagt, man hätte ihn nicht kaufen sollen. Im Gegenteil, ich halte seine (Wieder-)Verpflichtung mittel- und langfristig für absolut richtig.

Was Mkhtaryan anbelangt, so bin ich auch der Meinung, dass er ein Spieler mit herausragenden Fähigkeiten ist. Allerdings hätte ich seinerzeit eine Verpflichtung Eriksens bevorzugt und ich weiß bis heute nicht so recht, warum es nicht dazu gekommen ist. Im typischen BVB-Spiel hat Mkhtaryan absolut seine ‚Berechtigung‘, keine Frage. Ich habe lediglich meine Zweifel, ob er der Richtige für das Spiel auf engem und engstem Raum ist. Es hat im übrigen ja auch eine ganze Zeit gedauert, bis Klopp für ihn die richtige (ist sie das?) Position gefunden hat. Auf der 10-Position war man nicht so recht zufrieden mit ihm, als 8er auch nicht. Nun also im rechten offensiven MF.

Zu Jojic habe ich allerdings eine klar andere Meinung als Du. Gut, er mag Balancespieler sein und damit seine Aufgabe haben. Ich habe in den Spielen, in denen ich ihn gesehen haben, jedenfalls keinen sonderlich positiven Eindruck gewonnen. Auch als Ergänzungsspieler sehe ich ihn kritisch.

Von dere Verpflichtung von Spielern der Klasse Lahm oder Di Maria habe ich sicherlich nicht geredet. Aber zwei oder drei Fußballer mit einem etwas anderen Anforderungsprofil hätten der Mannschaft sicherlich gutgetan, ist jedenfalls meine Meinung. Diese hat sich ziemlich verfestigt in den Spielen, die in der Hinserie vom BVB gesehen habe. Und das waren sehr viele, ich glaube fast alle.

Du solltest mir schon zutrauen, dass ich Ballbesitzspiel nicht mit dem Guardiolas generell gleichsetzen würde. Dass der BVB allerdings mit seinem Ballbesitzspiel Probleme hat gegen in bestimmter Art und Weise spielende Teams – diese Meinung habe ich nicht exklusiv. Ist immerhin auch ein nicht unwesentlicher Aspekt des Artikels von MR.

Und damit wären wir beim Trainerteam. Da sehe ich schon einige Fehler ind der Hinserie. Und ich sehe es auch als Fehler an, sich nicht einer spielerischen Weiterentwicklung (Stichwort Ballbesitzspiel) geöffnet zu haben.

Womit wir bei der Rückrunde und der neuen Saison wären. In der Rückserie können Klopp und sein Team alle Kritiker in die Schranken weisen. Ich persönlich gehe wie gesagt davon aus, dass der BVB die Klasse hält. Was mich dabei interessiert ist, wie der BVB nun gegen Teams agieren wird, die wie in der Hinrunde tief stehen werden. Wenn denn HSV, Köln, Hannover, etc. es genauso tun werden wie in der Hinrunde. Wenn man sich in solchen Spielen kreativer und geduldiger zeigt ist ja alles in Ordnung.

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flowrider 10. Februar 2015 um 11:14

Ich könnte mir vorstellen, dass Reus Vertrag verlängert wird um einen angmessenen Preis (Marktwert) im Falle eines Abgangs zu erhalten. Ich glaube Ramos und Immobile wird man keine Steine in den Weg legen.

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Schorsch 10. Februar 2015 um 13:28

Nicht auszuschließen. Zumal Barcelona wohl nach wie vor großes Interesse haben soll. Reus bliebe dann noch ein Jahr und würde dann zu einer (vielleicht schon vereinbarten?) höheren Summe X zu den Katalanen wechseln. Was am Umbau / Neuaufbau des BVB allerdings nichts ändern würde; im Gegenteil.

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Koom 10. Februar 2015 um 11:45

Am ehesten sollte man vermutlich lieber 1-2 richtig starke Spieler holen, also tatsächlich eher eine Erweiterung anstatt ein Umbau. Dabei sich durchaus von den Bayern inspirieren lassen. Konkret sollte da ein MS und vor allem ein DM her. Kehl geht und alle anderen Kandidaten waren dort in den letzten Jahren recht oft verletzt.

So ein Pfund wie Yaya Toure von ManCity wäre was. Im Sturm würde ich nach wie vor über einen wie Dzeko nachdenken, die Stelle im Mittelfeld wäre aber wichtiger (vor allem, wenn man Reus hält und Aubameyang weiter gut einbindet).

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Schorsch 10. Februar 2015 um 16:18

Ich persönlich glaube eher nicht, dass es ausreichen würde ein oder zwei weit überdurchschnittliche Spieler zu verpflichten. Es sind ja gerade die Ergänzungsspieler, die beim BVB eher durchschnittliche Fußballer sind. Darauf weist RM in seinem Artikel auch hin. MMn wäre es für den BVB sinnvoll, im Bereich der Ergänzungsspieler auf junge Talente mit den erforderlichen Anlagen zu setzen. Weil man den Kader sonst kaum finanzieren könnte, würde man es mit ‚gestandenen‘ Spielern mit dem erforderlichen Anforderungsprofil versuchen.

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em es 12. Februar 2015 um 08:33

Mit dudzjak links hinten hat man zum beispiel den eindrücken aus dem trainingslager nach zu urteilen einen tecnisch beschlageneren spieler im kombinationsspiel stärkeren als alle sonstigen außenverteidigermöglichkeiten
Wie es sonsg jm seine qualitäten steht weiß ich nocht
Auch passlack hat nen sehr guten eindruck gemacht burnic auch
Klopp hat es auch schon angedeuted dass aus der jugend brauchbare spieler nachkommen werden

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Koom 12. Februar 2015 um 10:18

Das mit „jungen Talenten“ ist einfach gesagt, aber schwer umgesetzt.

Aber einen Denkfehler habe ich auch gemacht in meinem Vorschlag: Es würde dem BVB gut tun, wenn sie in ihrem System auch einen anderen Fokus reinbekommen würden. Ein spielstarker LV/RV, der nicht nur Laufmaschine und Flankenapparat ist, würde der Zentrumslastigkeit des BVB sehr gut tun. Tendenziell wäre es immer noch gut, wenn man Großkreutz darauf final umlernen würde, weil er als Lahm-Light viele dieser Qualitäten mitbringen würde.

Alternativ bietet sich bei dieser hochklassigen IV-Armada (Hummels, Subotic, Sokratis, Ginter + Marian Sarr) auch eine Dreierkette an.

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Schorsch 12. Februar 2015 um 14:13

Sicherlich ist das einfacher gesagt als umgesetzt. Aber um den gesamten Kader mit erstklassigen Fußballern zu bestücken gibt es eben keine einfachen Wege. Clubs wie Real, Chelsea oder seit noch nicht allzu langer Zeit auch Bayern haben die finanziellen Möglichkeiten, Spieler mit entsprechend hoher Qualität für den gesamten Kader zu erwerben. Wobei ja z.T. der ‚Nachschub‘ aus dem Nachwuchsbereich auch in den Kader mit einfließt, insbesondere bei Barcelona, aber auch anderen Clubs. Nicht umsonst sind die Talente beim Wechsel von der B- in die A-Jugend heiß begehrt. Oder wenn sie auf dem Sprung vom Juniorenbereich in den Profibereich stehen. Am besten ist ein guter Mix. Aber auch das ist leichter gesagt als getan. Kaderplanung ist mit vielen Unwägbarkeiten versehen. Wer diese vor allem im mittel- und langristigen Bereich am besten hinbekommt, der hat eben auch die besten Möglichkeiten. Bayern hat nicht von ungefähr mit Kurt und Kimmich 2 vielversprechende Talente geholt. Die eben auch ihren Preis haben.

Nur ist dieser Mix für den BVB nicht in der gleichen Weise zu stemmen wie für die größeren Clubs, da fehlt es u.a. an finanziellen Mitteln. Die Konsequenz sollte dann aber mMn nicht heißen, weiterhin auf Mittelmaß und Durchschnittsspieler im Bereich der Ergänzunngsspieler zu setzen. Dann eher einige wenige überdurchschnittliche Spieler und mehr junge Talente. Wenn man so will eine Verschiebung des Schwerpunktes beim ‚Mix‘. Da ist natürlich der Nachwuchsbereich, das Scouting, die Kaderplanung und die Koordination im besonderen Maße gefordert. Wobei ich glaube, das dies dem BVB ohnehin guttun würde.

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Koom 12. Februar 2015 um 15:29

Ok, mal kurz- und mittelfristig:
Der BVB-Kader ist im Schnitt relativ jung und auch talentiert. Darüber sollte jetzt nicht das momentane Ergebnis täuschen, viele Spieler der Stammelf wären bei den meisten Topklubs begehrt. Tatsächliche Schwachpunkte wäre eigentlich wirklich nur die LV-Position. Schmelzer ist ein guter Mannschaftsarbeiter, aber ich denke, dem BVB würde hier ein weiterer Impulsgeber gut tun. Quasi ein LV-Gündogan. Durm ist auch nicht schlecht, aber etwas zu eindimensional in seiner Spielweise. DM wäre nach Kehls Abgang und der generell hohen Verletztenrate des BVB hier ebenfalls eine Position, wo man einen starken Spieler verpflichten könnte. MS wäre auch interessant, aber eigentlich ist man hier mit Aubamyeang, Reus und notfalls Immobile recht gut aufgestellt – letzterer kann sich noch entwickeln.

Langfristig:
Natürlich müssen sie mal wieder richtig frisches Blut in den Kader bekommen. Die Altersstruktur ist demnächst etwas zu homogen, idR tut es einem Team gut, wenn sie aus verschiedenen Altersklassen und Charakteren besteht. Deswegen wäre jetzt die Verpflichtung eines dominanten Spielers wichtig, der auch gerne schon 28-29 sein darf. Dazu dann 2-3 Spieler unter 20, die etablierten Kräften (Hummels, Pisczek, Kagawa) Druck machen.

Schorsch 12. Februar 2015 um 18:01

@Koom:
Ich hatte ja schon einige Male meine Vermutung geäußert, dass es beim BVB zur neuen Saison zu einem größeren personellen Schnitt kommen wird. Ich rechne mit 5,6 Spielern, die den Club verlassen werden. Sei es aus eigenem Antrieb oder weil der Club dies forciert. Dann gibt es noch Spieler, die ausgeliehen sind bzw. bei denen es eine Rückkaufoption existiert. Momentan kann ich mir nicht vorstellen, dass man Bittencourt oder Leitner zurückholen wird. Vielleicht Günter? Apropos. Ich weiß ich wiederhole mich da, aber warum Günter und auch Sarr keine Chance erhalten haben bzw. warum man Sarr nach einem Patzer bereits wieder ins dritte Glied gesteckt hat, bleibt mir rätselhaft.

Wegen der von mir vermuteteten Abgänge sehe ich den Bedarf an neuen Spielern logischerweise auch höher als Du. Was die LV-Position angeht, gehe ich konform mit Dir. Auch auf der rechten Seite ist Bedarf; Piszczek wird nicht jünger. Der Gedanke, Großkreutz hier dauerhaft zu positionieren, gefällt mir. Seine Halbserie letzte Saison auf dieser Seite war schon beeindruckend. Andererseits braucht man einen allrounder im Team. Durm kann ja auch rechts spielen. Auch im DMF/ZMF sehe ich wie Du Bedarf. Wenn man tatsächlich an Tielemans und Praet Interesse hat und sie verpflichten könnte/würde, dann wären das mMn genau die richtigen Spielertypen (Stichwort ‚komplette Fußballer‘), die dem BVB guttun würden in der Modifizierung der Spielweise. Und dann am besten noch gleich Mitrovic mitverpflcihten, dann hätte man auch auf der MS-Position eine Alternative mit Potential. Allerdings dürfte der RSC da schon ein wenig dagegen haben… 😉 Außerdem dürfte der BVB schlechte Karten haben, weil er sich höchstwahrscheinlich nicht für einen internationalen Wettbewerb qualifiziert.

Immobile habe ich übrigens auch noch nicht abgeschrieben. Allerdings wird viel davon abhängen, wie die Spielausrichtung künftig aussehen wird.

CE 12. Februar 2015 um 18:50

Weil hier sehr viele Namen (zurecht) durch den Ring geworfen werden, vielleicht zu manchen eine kurze Einschätzung/Einordnung: Die RK-Optionen für Bittencourt und Günter werden wohl nicht gezogen. Bei Leitner stellt sich nicht die Frage, ob man ihn zurückholt. Am 1.7. steht er wieder auf der Matte, sofern nicht vorher ein Transfer mit einem anderen Klub vereinbart wurde. Hofmann wird auf alle Fälle wieder zum BVB zurückkehren und ist wohl fest eingeplant. Duckschs Chancen nach dem Ende des Leihgeschäfts mit Paderborn sind unklar.

Die Degradierung Sarrs war damals sicherlich etwas unangebracht. Seitdem hat er aber immer und immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Er kehrte erst dieser Tage wieder auf den Trainingsplatz zurück. Stankovic hat ihn im Moment vielleicht sogar schon in der internen IV-Hierarchie überholt. Ansonsten haben aus der zweiten Mannschaft/U19 die genannten Burnic, Passlack und dahinter noch Stenzel sowie Sauerland das größte Potenzial in meinen Augen. Junior Flores hat die einsatzlose Zeit sehr geschadet. Pulisic ist ein Monster-Kicker. Bei Larsen muss man abwarten, aber interessanter Spielertyp für seine Position.

Ansonsten schwirren zu Neuverpflichtungen für die erste Mannschaft die üblichen Gerüchte umher. Gerade auf der Sechserposition, wo man ja zumindest einen Spieler verlieren wird, gibt es die bereits bekannten Namen: Geis, Tielemans, Soriano. Bei den möglichen Abgängen ist die Lage quasi noch unklarer. Aber Jojic, Ramos und Großkreutz haben angeblich die „besten Chancen“, was zumindest im Fall des Serben nicht überraschen würde.

Schorsch 12. Februar 2015 um 22:32

@CE:

Mit den verletzungsbedingten Problemen Sarrs hast Du natürlich Recht.

Duksch hatte ich wie Hofmann bei den verliehenen Spielern nicht erwähnt. Hofmann halte ich mit seinen Fähigkeiten für passend. Hoffentlich kommt er nach seiner Verletzung bald wieder in Form. Die Mainzer können ihn gut gebrauchen. Was Leitner anbelangt, so sieht man ihn in Dortmund wohl nach wie vor als Option für die Zukunft. In den matches mit ihm, die ich gesehen habe, hat er mich immer etwas ratlos hinterlassen. Zu Duksch habe ich auch keine rechte Meinung.

Von den Nachwuchsspielern sehe ich Dudziak mit den größten Chancen auf einen Platz in der Startelf nächste Saison, nicht nur wenn Schmelzer den Club verlassen sollte. Zumindestens aber als Rotationsspieler. Einen Profivertrag hat er ja bereits. Buric und Passlack sehe ich auch zukünftig mit großen Chancen, in den Profikader zu gelangen. Klopp scheint ja generell große Stücke auf einige der Nachwuchsspieler zu halten. Kann mich da nur wiederholen, eine Verstärkung aus dem eigenen Nachwuchsbereich kann dem BVB nur guttun.

Zu den möglichen Abgängen:
Jojic, Ramos und auch Großkreutz sehe ich auch als wahrscheinlich an. Wenn sich ein lukratives Angebot für Immobile ergeben sollte und man einen vielversprechenden MS verpflichten könnte, dann wird man wohl auch ihn verkaufen. Nach wie vor sehe ich aber auch Mkhtaryan, Schmelzer und Weidenfeller als Kandidaten für eine Trennung an. Langerak sehe ich nicht als Nr. 1. Wenn man sich mit Gündogan im Laufe der Rückrunde nicht auf eine Vertragsverlängerung einigt, wird er wohl auch verkauft. Und Hummels ist für mich auch ein Wackelkandidat. Da ist noch längst nicht alles gebacken.

Zu den möglichen Neuverpflichtungen:
Zu den usual suspects darf man auch Max Kruse und Marc-André ter Stegen rechnen.

CE 12. Februar 2015 um 22:39

Der Aufstieg von Dudziak ist ja schon beschlossene Sache, Profivertrag ist auch durch, Bandowski verliehen, Güll noch nicht so weit. Stammplatz wird allerdings für Dudziak in naher Zukunft ein sehr schweres Unterfangen. An MAtS glaube ich nicht beziehungsweise wird er doch gerade bei Barca aufgebaut.

Dingens 12. Februar 2015 um 23:33

Weiß eigentlich jemand wie es um Maruoka steht? Der wurde doch bis vor einem Jahr noch als großes ZM Talent gehandelt.Er scheint aber ein bisschen in der Versenkung verschwunden zu sein.

CE 13. Februar 2015 um 00:34

Pendelt zwischen U19 und U23. Zum Saisonende muss der BVB die Kaufoption ziehen. Der kann sich zu einer interessanten Option im ZM entwickeln, ist aber alles noch etwas ungewiss bei ihm.

Tomás 13. Februar 2015 um 00:41

Ich bin etwas verwundert, dass ihr beide Großkreutz als möglichen Abgang seht. Wie kommt ihr zu dieser Einschätzung? Gibt es entsprechende Spekulationen?

Es mag natürlich sein, dass ich irgendeine aktuelle (Transfer-)Entwicklung verpasst habe, aber falls das nicht der Fall ist, würde ich seinen Abgang doch sehr verwunderlich finden. Auf Spieler-Seite scheint ein Wechselwunsch doch praktisch ausgeschlossen oder sehe ich das falsch? Und als Verein, insbesondere als Verein wie der BVB, kann man so einen Spieler doch nicht gehen lassen. Großkreutz ist in meinen Augen ein spiel-intelligenter Allrounder von internationalem Format, der immer alles gibt. Dazu die Identifikation mit der Stadt und dem Verein. Ich würde es für einen riesigen Fehler halten, bei einem solchen Gesamtpaket auch nur darüber nachzudenken, ihn abzugeben.

Das alles gilt umso mehr, wenn gleichzeitig über einen potentiellen Piszczek-Nachfolger nachgedacht wird. Wie hier schon mehrfach erwähnt, ist Großkreutz für diese Rolle geradezu prädestiniert – und hat das letzte Saison bereits eindrucksvoll bewiesen.

CE 13. Februar 2015 um 09:43

Es gibt diverse Spekulationen um einen Großkreutz-Abgang oder zumindest darüber, dass man von Seiten der sportlichen Leitung darüber nachdenkt. Es gibt doch immer wieder mal Probleme in der Kabine etc. und mit seiner sportlichen Entwicklung kann man auch keineswegs zufrieden sein. Ich könnte diese Gedankengänge sehr gut nachvollziehen.

Nach dem Leverkusen-Spiel hatte Klopp schon einmal erwähnt, dass man eigentlich Großkreutz nicht mehr als Außenverteidiger sehen möchte. Er konterkarierte die Aussage dann ein wenig, da Großkreutz als RV bei der nächsten Partie eingesetzt wurde.

Schorsch 13. Februar 2015 um 10:22

@CE:
An MAtS glaube ich auch nicht, obwohl er mMn für den BVB schon ganz andere Optionen hinsichtlich des Spiels geben würde. Ich wollte nur sagen, dass er zu denjenigen gehört, die nun wieder kolportiert werden. Was ein Interesse des BVB aber nicht ausschließt. Was Dudziak anbelangt kann ich mir gut vorstellen, dass er im Laufe der nächsten Saison sukzessive eingebaut wird.

@Tamás:
Ich war von Großkreutz als RAV regelrecht begeistert in der Hinserie der Vorsaison. Die wenigen Auftritte in der NM von ihm auf dieser Position waren mMn allerdings sehr bescheiden. Wobei man allerdings berücksichtigen muss, dass die Umstellung für BVB-Spieler (insbesondere wenn sie fußballerisch etwas limitiert sind) auf die NM schon schwierig zu sein scheint. Eigentlich ist Großkreutz Gold wert für den BVB, als allrounder und als Identifikationsfigur für viele Anhänger. Aber wenn die disziplinarischen Probleme zunehmen, der Teamgeist negativ beeinflusst wird und die Leistungskurve nach unten zeigt, dann müssen sowohl Trainer, als auch Clubführung eine Güterabwägung vornehmen und im Zweifelsfall auch eine Trennung in Erwägung ziehen.

HK 13. Februar 2015 um 11:24

Zum Thema Großkreutz: Er ist das beste Beispiel für die „Gemütlichkeitsfalle“ in der der BVB zumindest zum Teil steckt.
Es ist alles so eingeschwungen, viele Spieler haben große Verdienste, sind sehr beliebt. Die jeweiligen Fans fragen sich wie um alles in der Welt man denn solche Leute wie Kevin, Roman oder Marcel gehen lassen kann.
Das ist schön und recht, aber das können im Leistungssport keine ausschlaggebenden Argumente sein. Hier stellt sich die Frage was können die Spieler dem Verein, der Mannschaft, dem Trainer aktuell geben.

Ich kann mich erinnern wie sich Lattek nach erfolgreichen vier Jahren 1987 freiwillig bei Bayern verabschiedete. Sein Argument damals: Im Interesse der Mannschaft, des Erfolges würde sich nun eine notwendig zu vollziehende Zäsur abzeichnen. Er selber wäre aber nicht in der Lage das Spielern mit denen er so große Erfolge hatte und denen er emotional so verbunden war anzutun. Seine Konsequenz: Sein Abgang.

Genau vor der Frage steht Klopp heute. Entweder er schafft den Umbruch mit den damit verbundenen Härten, oder er wird früher oder später umgebrochen.

Koom 13. Februar 2015 um 13:21

Dürfte auch einer der Gründe sein, warum es nur sehr wenige Trainer mehr als 6 Jahre beim gleichen Verein aushalten, freiwillig oder unfreiwillig. Ferguson hat das durch eben sehr rigoroses und meist unerwartetes Austauschen von Schlüsselspielern geschafft, Wenger… hm… ist eine Frage für sich. Guy Roux ebenso, vor allem im Niveau dann doch etwas simpler, vergleichbar mit Schaaf.

Irgendwann kennt man jeden Spruch, jede Reaktion des Trainers, ist darauf vorbereitet und einem unweigerlich ein Stück weit egal. Man zerreißt sich nicht mehr total, sondern wechselt auf eine Art von Dienst nach Vorschrift, wo man einem nichts direkt vorwerfen kann, aber man macht eben auch nicht mehr das gewisse Etwas, das man in einem Spiel braucht.

Schorsch 13. Februar 2015 um 14:12

Lattek war 87 klug genug, das Heft des Handelns in der eigenen Hand zu halten. Weil er gelernt hatte aus schlechter Erfahrung. In der Saison 74/75 hat ihm Neudecker nämlich gezeigt, wo Bartl den Most holt. Weil Bayern in der Liga nach einer hervorragenden Vorsaison inkl. WM abgestürzt war. Und einen Job zu verlieren ohne einen neuen zu haben ist grundsätzlich eine ungute Situation. Da war er froh, dass letztlich RW Essen ihn haben wollte. Die hat er aber dann schnöde im Stich gelassen, weil plötzlich Weisweiler Gladbach verließ und man ihn dort verpflichten wollte. Und RWE stand ohne Trainer da…

Die Frage, in welchem Rhythmus ein Trainerwechsel stattfinden sollte, ist (so glaube ich) nicht so einfach zu beantworten. Viel hängt auch von den Zyklen ab, in denen sich eine Mannschaft auf einen Höhepunkt hin bewegt. Und wie dann die Zäsuren bei den Spielern gemacht werden. Gleitende Übergänge sind sicherlich ideal, aber nicht immer zu bewerkstelligen. Zäsuren müssen sein, auch wenn sie im Umfeld oft nicht verstanden werden. Oft wird dann von ‚Verdiensten‘ etc. geredet. Aber diese sind für die Weiterentwicklung einer Mannschaft nicht entscheidend. Wenn man einen Zyklus mit z.B. 4 Jahren veranschlagt, dann sind zwei solcher Perioden von einem Trainer zu bewerkstelligen bei konsequenter Erneuerung des Kaders. Mehr wird problematisch; in Ausnahmefällen mag es gelingen.

HK 10. Februar 2015 um 13:04

Ja, die neue Saison dürfte für Dortmund spannend werden. Könnte eine Schlüsselsaison für die weitere Entwicklung sein. Da Dortmund auch ohne EC vermutlich ziemlich flüssig sein wird, sollte man eher eine große Lösung anstreben.
Oder natürlich den Trainer auswechseln. Ich denke eines von beiden muss zumindest passieren. Der alte Trainer mit den alten Spielern? Ich glaube nicht, dass das den nötigen Push für einen Neubeginn bringt.

Hier wird sich für Klopp die Frage stellen, ob er es fertigbringt sich von seinen alten Helden zu trennen. Wenn nein könnte das in so eine Art langsames und leises Sterben einer Mannschaft übergleiten.

Bei allen „populären“ Positionen wie Stürmer und Mittelfeld sollte man übrigens auch die AV nicht vergessen. Seit Piszcek’s langer Verletzung ist da auf beiden Seiten nur noch absolutes Mittelmaß. Der schon gehandelte Baba aus Augsburg könnte da evtl. gut passen. Der gefiel mir schon in Fürth.

Ach, und noch was ketzerisches. Bei einem guten Angebot wäre für mich ein Hummelsverkauf auch kein Tabu.

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Schorsch 10. Februar 2015 um 20:22

So ‚ketzerisch‘ sehe ich einen eventuellen Verkauf von Hummels nicht. Wenn das Angebot für Club und Spieler stimmt, dann gilt never say never. Wobei Hummels mit Gündogan und Reus schon ein starkes Grundgerüst eines zukünftigen BVB wären. Vielleicht wird man sich ja auch mit Gündogan bzgl. eines Verbleibs einig. Unter normalen Umständen wäre er bereits fort, aber seine Verletzung hat vielleicht ein paar Fragen mehr bei interessierten anderen Clubs aufgeworfen.

Volle Zustimmung bzgl. der AV-Positionen.

Ich persönlich glaube an eine großen personellen Schnitt in der kommenden Saison und auch, dass man dabei keine Rücksicht auf vergangenen Ruhm nehmen wird. Einige Spieler werden auch fort wollen, weil man aller Voraussicht nach nicht international spielen wird.

Ob Klopp diesen Neuanfang oder Umbau gestalten wird oder ein anderer, ist die Schlüsselfrage schlechthin. Logisch wäre es nicht, wenn er es täte. Da gebe ich Dir Recht. Und so ein Name wie Tuchel hätte durchaus etwas. Andererseits hat Klopp einen Vertrag bis 2018 und das deutet mMn darauf hin, dass die Clubführung einen solchen Umbau durchaus schon seit längerem eingeplant haben. Mit Klopp.

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blub 11. Februar 2015 um 00:13

Geile AVs sind aber a) selten und b) teuer.
einen jungen Dede würde man jederzeit verpflichten, aber sojemand kostet heute locker 20 mio bevor da überhaut ein ausreichend gutes upgrade zu Pisczek vorhanden ist. Der altert aber auch grade und man braucht perspektivisch einen ersatz, man da evtl. ein wenig gambeln und ein paar junge antesten.

Schmelzer ist btw nicht mittelmaß, wird maßlos unterschätzt, aber man ist derzeit leider nicht in der Lage seine stärken einzusetzen.

Hummels könnte man schon verkaufen, für >50 Mio oder so. Kauft man halt rechtzeitig Günter zurück. (MR jubelt)

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flowrider 11. Februar 2015 um 01:46

Dudziak scheint man ja an den Profikader heranführen zu wollen. Könnte sicherlich auch als rechter AV eingesetzt werden

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Schorsch 11. Februar 2015 um 20:02

Überdurchschnittliche AV sind in der Tat Mangelware, national wie international. Und die herausragenden Spieler auf dieser Position sind dementsprechend teuer, das ist richtig. Eine -zugegebenermapßen perspektivische- Möglichkeit für die Clubs ist die Ausbildung geeigneter Spieler im eigenen Nachwuchsbereich. Der DFB will ja diese Position im Juniorenbereich auch gezielt fördern.

Eine andere Möglichkeit ist das Umfunktionieren von Spielern von anderen Positionen auf die eines AV. Gerade der BVB hat damit ja recht positive Erfahrungen gemacht. Bei Durm war es ja so und bei Piszczek ebenfalls; im Prinzip kann man Großkreutz ebenfalls hinzurechnen.

Bezüglich Schmelzer gehen die Meinungen auseinander. Ich kenne die Einschätzung von sv.de, die ich nur bedingt teile. Ein Spieler, der offensichtlich nur in einer bestimmten Spielweise in einer bestimmten Mannschaft für bestimmte spielerische und taktische Aspekte sehr gut geeignet ist – das ist mir persönlich etwas zu wenig. Gut möglich, dass Schmelzer (auch von mir) generell unterschätzt wird. Ob dies aber ‚maßlos‘ geschieht, glaube ich allerdings weniger. Wobei ich dies nicht unbedingt hinsichtlich seiner Rolle in der Kloppsdche Spielweise tue. Wahrscheinlich geht es mir da wie dem Bundestrainer. 😉

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Shinji#7 12. Februar 2015 um 08:09

Erde an MR, Erde an MR – wann kommt der 3. geschweige denn der 4. Teil. Die bisherigen zwei Teile waren wirklich interessant. Aber das ist jetzt schon 2 Monate (gefühlte Jahre) her!!

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Flo 10. Februar 2015 um 14:31

Klopp hat immerhin Dedê abgesägt, weil er nem aufstrebenden Nachwuchsspieler die Chance geben wollte. Die Frage ist natürlich, ob er mit selbst geformten Spielern ebenso umgeht.

Wenn Klopp bei seinem Vollgasfußball bleiben will, halte ich auch die oft geforderten jungen Talente anstatt großer Stars für sinnvoll. Bei einer dominanteren Spielweise wäre es natürlich besser, auf die Erfahrung und Präsenz eines Yaya Touré oder ähnlichen Spielern bauen zu können. Aber vielleicht wollen sie auch einfach das Image des „aufstrebenden, hart arbeiten müssenden“ Vereins aufrechterhalten.

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Schorsch 10. Februar 2015 um 20:03

Klopp hat sich von einer ganzen Reihe von Spielern getrennt in seinen ersten 2 Jahren beim BVB, weil sie nicht zu seinen Vorstellungen von dem Fußball gepasst haben, den er spielen lassen wollte. Ein ganz normaler Prozess. Alex Frei und Mladen Petric fallen mir da spontan ein, gab aber auch noch andere. Bei Dedê war es so, dass sein Vertrag auslief und nicht verlängert wurde. Auch angesichts seines damaligen Alters eine verständliche Maßnahme; ein guter Zeitpunkt für einen Schnitt. Einen würdigen Abschied hat Dedê überdies bekommen.

Wie Klopp mit eigenen ‚Ziehsöhnen‘ umgeht in ‚Trennungsfällen‘ weiß ich nicht. Wobei ich nicht den Eindruck habe, dass man beim BVB in den letzten Jahren unfair umgeht mit Spielern. Da beim BVB nach eigenem Bekunden Personalentscheidungen der dreifachen Zustimmung bedürfen (Klopp, Zorc, Watzke), wird es wohl keine großen ‚Sonderziehungsrechte‘ geben. Dass Spieler wie Reus, Hummels oder Gündogan einen anderen Stellenwert haben und dies auch bei Vertragsverhandlungen zum Ausdruck kommt ist dabei ja kein Widerspruch.

Was das Image angeht weiß ich nicht, ob das eine entscheidende Rolle bzgl. des gespielten Fußballs spielt.
Hinsichtlich des in Zukunft gezeigten Fußballs könnte es folgendermaßen sein, um einmal aus aktuellem Anlass ein Vergleich aus dem Skirennsport zu bemühen:
Weniger Abfahrt, dafür mehr Super-G und Riesenslalom; dosiert Slalom.

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Flo 11. Februar 2015 um 08:51

Ich als Fan bin bzgl. dieser Ausrichtung noch komplett unentschlossen. Ich finde, sich weiterhin auf die Abfahrt zu spezialisieren, auch cool. Aber es muss natürlich ein bisschen besser funktionieren als diese Saison.

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Schorsch 29. Januar 2015 um 21:31

Peter Krawietz (Co-Trainer des BVB) hat in einem Gespräch mit ’spox‘ vor allem fehlende Trainingsmöglichkeiten als Grund für den Absturz in der Hinserie benannt. Der 3-Tagesspielrhythmus habe jegliche praktische Einflussnahme so gut wie unmöglich gemacht, da die Zeit für Regeneration benötigt worden sei. Stattdessen habe man die Mannschaft, Mannschaftsteile und einzelne Spieler im Prinzip nur theoretisch in notwendige Änderungen einweisen können. Dadurch habe man nicht die notwendige Konstanz bekommen, während die Gegner sich in Ruhe eine Woche lang hätten vorbereiten können. Es habe dem BVB einfach die Zeit für die sich aus der Fehleranalyse ergebenden notwendigen Trainingseinheiten gefehlt.

Zu den unterschiedlichen Systemen, die gespielt wurden, meinte er, dass dies zum einen den jeweils zur Verfügung stehenden eigenen Spielern und zum anderen der jeweiligen Spielweise des Gegners geschuldet war. Dabei sei von vorneherein die grundsätzliche Spielidee unverändert geblieben. Man müsse den Gegnern die Einstellung auf den BVB durch Systeme jenseits des 4-2-3-1 erschweren. (Wenn man so will Variabilität und Variantenvielfalt durch Systemwechsel, nicht durch andere Spielweisen.)

Man sei auch nicht ‚entschlüsselt‘, da ja die Gegner seit langer Zeit wüssten, wie die Abläufe im BVB-Spiel seien. Es sei nur nicht gelungen, die eigentlichen Stärken des BVB intensiv genug einzusetzen. Interessant dabei dieser Satz: „Denn je intensiver wir sie (die Stärken) einsetzen, desto mehr stellen wir den Gegner vor Aufgaben, die er nicht lösen kann – obwohl er sozusagen weiß, was passiert.“ Das beinhalte auch taktische Maßnahmen gegen destruktiv agierende / tief stehende Gegner. Gerade gegen diese seien „Gegenpressing-Maßnahmen absolut spielentscheidend“. Daran u.a. würde man aktuell arbeiten.

Auf die Frage, ob man zukünftig eher auf ein ‚dominantes Ballbesitzspiel‘ setze, antwortete Krawietz dass ‚Ballsicherheit‘ ein wichtiger Aspekt sei, der auch zum ‚Maßnahmenkatalog‘ des BVB gehöre. Allerdings sei die Qualität des Ballbesitzspiels entscheidend. Man müsse auch tief stehende Gegner, die keine Räume für das schnelle Umschaltspiel ließen, überraschen. Z.B durch Spielverlagerungen und Tempovariationen.

Zum Thema Chancenverwertung meinte Krawietz, das man dieses Thema nur durch Erhöhung der kreierten Chancen im Spiel lösen könne. Man müsse dann eben doppelt so viele Situationen herausarbeiten, aus denen Chancen entstehen können.

Die Psyche habe ebenfalls eine Rolle gespielt bei der Verschärfung der Situation, da die Mannschaft mit zunehmender Erfolglosigkeit immer mehr den Glauben an die eigenen Stärken verloren habe. Die Winterpause biete auch da die Möglichkeit, intensiv daran zu arbeiten. Überdies habe man in der Winterpause bislang schon mehr Trainingseinheiten absolviert als in den letzten 3 Monaten in 2014 zusammen.

Kampl habe man schon länger im Auge gehabt und nun sei die Chance dagewesen ihn in einem bestimmten finanziellen Rahmen zu verpflichten. Auch weil er schnell helfen könne und einige Spieler noch fehlten bzw. noch nicht richtig fit seien. Das Gegenpressingspiel habe er verinnerlicht, aber eben auch die Ballsicherheit.

Hört sich mMn so in etwa an wie ‚Nicht viel anders – nur intensiver und besser‘. Was im Prinzip auch logisch ist, da in der kurzen Winterpause auch nicht viel mehr darstellbar ist. Auf die Vorbereitungsphase und die ‚ursprüngliche Spielidee‘ geht das Gespräch leider nicht explizit ein.

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UnterTage 28. Januar 2015 um 14:30

Hey SV Team, wann kann man ungefähr mit Teil 3 der Serie rechnen?
Ich halte es einfach nicht mehr aus ^^

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Stephan 25. Januar 2015 um 16:06

Im Moment wird ja der Name Mandzukic in Verbindung mit dem BVB genannt. Klopp wollte ihn laut Spiegel im Sommer nicht.
Was denkt ihr? Hätte Mandzukic in Klopps System funktionieren können. Hätte er ähnliche Probleme bekommen wie Immobile und Ramos, weil er auch nicht so spielstark ist wie Lewa?
Ich hatte mich auch gefragt damals, wieso man bei einem Stürmer, der international schon abgeliefert hatte, zugegriffen hat und stattdessen einen unerfahrenen Immobile für nahezu die gleiche Summe geholt hat.
Was denkt ihr?

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Stephan 25. Januar 2015 um 16:08

*nicht meine ich

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HK 26. Januar 2015 um 09:46

Angeblich waren es ja Klopps Zweifel an Mandzukics Charakter bzw. Integrität, die ihn von einem Transfer absehen ließen.
Nach seinen Abgängen in Wolfsburg und Bayern ist das zumindest nachvollziehbar.
Ich denke Klopp hat einen Spieler wie Mandzukic ggf. als Gefahr für das heile Dortmunder Wolkenkuckucksheim erachtet.
Um mal eine These in die Welt zu setzen. Klopp hat, wie alle absoluten Fürsten, ein Problem mit starken, unabhängigen und vielleicht auch mal widerspenstigen Charakteren entwickelt.
Wenn ich mir die Neuzugänge der letzten Jahre mal anschaue scheinen mir die (fußballerische Fragen mal ausgenommen) alle den gleichen blassen, angepassten Charakter zu haben. Steckt ggf. ein System dahinter (hier das der Herrschaftsicherung?)?
Dazu passen könnte auch, das der damalige Fitnesstrainer auf dem Gipfel des Erfolges (ungewöhnlich?) ging/zu gehen hatte. Ist die Begründung „fachliche Differenzen“ hier vielleicht auch nur die Chiffre für einen zu unabhängigen Geist?

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blub 26. Januar 2015 um 12:18

Das ist knapp vor ner unhaltbarern These.
Mats Hummels ist jetzt nicht das was ich als angepasste Charakter bezechnen würde und der hat sich mit Klopp mehr als ausreichend gezofft aufm Trainingsplatz.
Und die anderen sind eher auch keine Glattgebügelten kleinkinder. Vielleicht schon im Verhältnis zu den 80er-Jahre Kettenrauchern, aber nicht im vergleich zum heutigen Durchschnittsprofi.

Ich denke der hält Mandzukic einfach für ein, Pardon, Arschloch/Egomanen und das man sich das nicht antun wollte verstehe ich. Zumindest in der Situation im Sommer.

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Gh 26. Januar 2015 um 14:47

Vielleicht einfach keine Lust gehabt, Geld an die Bayern zu überweisen? P.s. wer in der Branche wen für ein A. hält ist so ziemlich uninteressant, wahrscheinlich so wie in der Wirklichkeit: jeder alle ausser sich.

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Peda 26. Januar 2015 um 15:07

„Dazu passen könnte auch, das der damalige Fitnesstrainer auf dem Gipfel des Erfolges (ungewöhnlich?) ging/zu gehen hatte.“

Wie verhalten sich denn der Wechsel des Fitnesstrainers und die Länge der Verletztenliste zeitlich zueinander?

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HK 26. Januar 2015 um 15:32

Die Korrelation ist ziemlich eindeutig (sprich Abgang Bartlett = mehr verletzte Spieler). Ob das auch kausal ist?? Tja, würde mich auch interessieren.
Seit Anfang der Saison hat Bartlett Leverkusen übernommen. Die stehen zum Ende der Hinrunde auf Platz drei einer Ausfalltagestatistik (Platz 1 = die wenigsten Ausfalltage). Der Anschein spricht mal dafür, dass er keinen schlechten Job macht.

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blub 26. Januar 2015 um 17:43

Das stimmt, die korrelation ist ziehmlich eindeutig, aber seit dem war Dortmund auch jedes mal lange in der Champions League und vorher nicht.
Das ist vielleicht nicht der einzige Faktor. Das haben die aber sicher schon selbst festgestellt.

Schorsch 26. Januar 2015 um 19:51

Als Oliver Bartlett noch beim BVB war, spielte man auch international (EL und CL). Allerdings lediglich jeweils eine Halbserie. Außerdem schied man in der ersten Meisterschaftssaison unter Klopp bereits in der ersten DFB-Pokal – Hauptrunde aus diesem Wettbewerb aus. In den entsprechenden BL-Rückrunden war man dann eben nur einfach bzw. zweifach statt dreifach belastet. Überdies dürfte die Anzahl der Nationalspieler seinerzeit noch nicht so hoch gewesen sein wie heute bzw. deren Einsatzzeiten in den jeweiligen Nationalmannschaften. Das sind schon erhebliche Mehrbelastungen, vor allem wenn man im Club den Kader nicht für eine Rotation ohne Qualitätsverlust ausgerichtet hat und viele Spieler in allen Wettbewerben durchspielen müssen. Belastung und Regeneration müssen im ausgewogenen Verhältnis stehen, sonst kommt es zur Überlastung und somit zu erhöhter Verletzungsgefahr insbesondere was muskuläre Läsionen (inkl. Sehnen- und Bänderschädigungen) anbelangt.

Eine präventive Arbeit ist sicherlich ebenso eine wichtige Maßnahme um Verletzungen zu minimieren wie eine vorausschauende Kaderplanung und eine individuelle Trainingssteuerung. Oliver Bartlett hat sicherlich sehr gute Arbeit beim BVB geleistet, aber wie oben erwähnt waren die Belastungen der einzelnen Spieler auch noch nicht so hoch wie in den Spielzeiten danach. Dennoch muss man die Qualität der aktuellen präventiven Arbeit beim BVB hinterfragen, aber in diesem Zusammenhang auch die individuelle Trainingssteuerung. Man muss kein Fachmann sein um zu erkennen, dass z.B. ein Hummels (WM-Vorbereitung; WM / 6 Spiele / während der WM verletzt / nach der WM angeschlagen / zu kurze Erholungsphase) viel zu früh wieder ins Training und dann auch in den Spielbetrieb eingestiegen ist. Für den Schalker Höwedes dürfte übrigens Ähnliches gelten. Die Frage drängt sich mir auf, ob Klopp und sein Stab entweder keine wirklich adäquate individuelle Trainingssteuerung in erforderlicher Qualität leisten oder bei dieser bewusst Abstriche machen aus ‚Personalnot‘.

Muskuläre Dysbalancen sind ebenfalls sehr häufig Ursache für muskuläre Verletzungen. Bei Fußballern kommen sie oft vor. Da muss sehr konkret gegengearbeitet werden (auch eine Form der präventiven Arbeit), denn sonst werden sich bei einem Spieler irgendwann diegleichen Verletzungen häufen. Das gleiche gilt für den Lebenswandel der Spieler. Ausreichend Schlaf und adäquate Ernährung sind wichtige Prämissen für einen einwandfrei funktionierenden Muskelstoffwechsel, der wiederum Voraussetzung für die Elastizität der Muskulatur ist. Weniger elastische Muskeln sind prädestiniert für Schädigungen.

Winterschmied 27. Januar 2015 um 07:59

Ich glaube, dass neben spielerischen Aspekten ganz besonders die persönliche Integrität bzw. der Charakter von Mandzukic eine ausschlaggebende Rolle für Klopp gespielt hat. Ich meine mich an ein Interview zu erinnern, in dem er einmal gesagt hat, er würde drauf achten, keine Arschlöcher zu verpflichten. Ob Mandzukic per se in diese Beschreibung reinfällt, sei erst einmal dahingestellt.

Man sollte allerdings bedenken, dass es sich bei Mandzukic um einen kroatischen Spieler handelt, der bei Länderspielen durch Nationalpatriotische Gesten aufgefallen ist (und dafür glaub ich auch mal für 3, 4 Spiele gesperrt wurde – wegen eines verbotenen nationalistischen Grußes, wenn ich mich nicht täusche) und der BVB mit Milos Jojic und Neven Subotic zwei Serben im Kader hat, von denen einer (Subotic) sogar Kriegsflüchtling ist. Wenn ich mich täusche, bitte richtig stellen, weil ich hier nicht Auslöser einer politischen Diskussion sein möchte.

Ich denke nur, dass ist ebenfalls ein Faktor, der neben den spielerischen Aspekten sicherlich nicht ganz unwichtig war (Stichwort Mannschaftsgefüge, das beim BVB ja nicht ganz unwichtig ist).

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Schorsch 27. Januar 2015 um 17:58

Beim BVB haben mit Subotic und Perisic bereits je ein serbischer und ein kroatischer Nationalspieler in einem Team gespielt. Ich glaube kaum, dass der Wechsel von Perisic zu Wolfsburg mit dem Verhältnis Serbien zu Kroatien (oder umgekehrt) zu tun hatte.

Von einer diesbezüglich begründeten Sperre von Mandzukic ist mir jetzt nichts bekannt, aber ich kann mich auch täuschen. Josip Simunic wurde nach der WM-Qualifikation Kroatiens von der FIFA für 10 Länderspiele gesperrt, weil er im Stadion gemeninsam mit Zuschauern einen früheren Ustascha-Gruß skandiert hatte. Mandzukic hatte als Torjubel nach einem von ihm in einem BL-Spiel erzielten Tor sich vor der Zuschauerkurve aufgebaut und militärisch gegrüßt (angewinkelter Arm / Hand an die seitliche Stirn) und dann den Arm langsam nach oben zur Seite gestreckt. Dies wurde als Geste der Freude über den Freispruch in zweiter Instanz für zwei ehemalige kroatische Generäle im Kriegsverbrecherprozess gegen sie gewertet. Mandzukic hatte das bestritten, auf seiner Homepage allerdings interpretationsfähige Äußerungen hierzu gemacht. Shaqiri (stammt aus dem Kosovo) hat in besagtem Spiel glaube ich ähnlich ‚gejubelt‘. Der DFB war wohl ’not amused‘ und hat sich entsprechend geäußert; die Staatsanwaltschaft hat wohl geprüft, ob sie Ermittlungen aufnehmen sollte; Bayern hat das ganze wohl ‚heruntergekocht‘. Ist glaube ich im Sande verlaufen.

Ich will da jetzt auch kein Fass aufmachen. Dennoch kann man auch das Engagement von Buvac als Trainer der serbischen Teilrepublik Bosnien-Herzegowinas kritisch sehen. Immerhin ist diese serbisch-nationalöistisch regiert und man wünscht sich zu Serbien zu gehören. Aber ob so etwas tatsächlich die tägliche Arbeit von BL-Profis beeinflusst?

Ob Mandzukic ein A. ist, können wohl nur ehemalige und aktuelle Trainer und Mitspieler beurteilen. Wobei es in einem Kader schon wichtig ist, keine Stinkstiefel zu haben.

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NanLei 28. Januar 2015 um 11:36

Wenn die Kroaten und Serben immer noch so wie Anfang der 90er verfeindet wären dann wäre jedes EM oder WM Quali noch tödlicher. Die Stimmung wird primär nicht von Fußballern gemacht sondern von Fans und andere. Es gab politische wie Vlaovic und unpolitische Prosiniecki. Prosiniecki würde für Serbien Bosnien Slovenien oder Österreich spielen. Dobrze Er war der einzige kroatische Spieler im Roter Stern Landesmeister Team. Pancev war Mazedone, Belodedic hat rumänische Vorfahren. Als Profis spielen Japaner Südkoreaner Nordkoreaner theoretisch auch in Mainz oder Bochum zusammen. Wenn jemand lesen will, wie die Profis, Spieler nachtrauern gibt es eine Sonderseite auf Balkanforum auf Deutsch Dobrze. dort wird Nachgetrauert wie viele Titel im Team nach 90 noch geholt werden können insbesondere 98. Kroatien war alleine schon dritter, ohne Stankovic und Milosevic Savo, wen mit Serbien neben Suker wer weiß. sie haben Deutschland 3 zu 0 abgeschossen. Dort steht auch drin wie viele Medaillen und WM titel in Basketball Handball Wasserball nachgeholt werden können. Über das Thema SErb Kro kann man sich die Fußball doku Ivica Osim und das letzte Team auf Youtube anschauen. sehr traurig aber wahr. Salihamicic Hasan hat auch mit Barbarez ein Kommentar dazu. Aber die jüngeren wie Dzeko und Krasic sind schon eine andere Generation. Dazu zählen Perisic und Subotic. Die alten spielen schon gar nicht mehr, die jenigen live mit Krieg, sie haben ihre Karriere beendet. Aber bei den Fans ist es anders. Serbien freut sich wenn Kroatien verliert ausscheidet und umgekehrt. Em 2000 schon ganz deutlich Serbien schied 1 zu 6 gegen Holland aus und Kroaten freuten sich. Schadenfreude war die beste Freude. Die Spieler waren meist zusammen in Fußballzentren ausgebildet sei es Split Zagreb Belgrad Sarajevo Maribor Ljubjana Laibach Skopje Podgorica usw usw. Perisic ist zum Vfl gegangen einfach so nicht um Subotics wegen. Eigentlich Dobrze

Winterschmied 29. Januar 2015 um 11:20

Ich hatte beim Schreiben des Postings tatsächlich die Strafe von Simunic im Hinterkopf und selbige mit, dem von dir beschriebenen, Torjubel Mandzukics durcheinander geworfen. Danke für’s richtig stellen!

Liebe Grüße

NanLei 29. Januar 2015 um 11:28

andererseits Simunic ist nicht nur in Australien geboren sondern speaks Australian English. Eigentlich war es Dumm, richtig dumm was er gemacht hat 2014. Das war wie Albanien im Quali gegen Serbien. Sei es drumm. Simunic hätte für Australien spielen müssen, er wurde sogar als Australier mit der roten Karte bestraft. 2006 Nach der Sperre weiß er selber dass er sich anstecken lassen hat. Altintops haben für die Schweiz besser reagiert. Emotionen gut aber bitte keine Unsinnige,

Schorsch 25. Januar 2015 um 23:20

Die Transfersumme ist das eine, das Gehalt das andere. Entscheidender für einen Club sind die Gehaltssummen, weil die Dauerfixkosten sind. Man kann davon ausgehen, dass sich Mandzukic in einer recht hohen Gehaltsklasse bewegt, durch Alter/Erfolge/Status höher angesiedelt als Immobile. Das mag ein Grund gewesen sein. Vielleicht wollte auch Mandzukic nicht zum BVB wechseln, wer weiß.

Kann aber auch gut sein, dass Klopp Mandzukic aus anderen Gründen nicht wollte. Lewandowski und Mandzukic weisen in ihrem Spielstil, von ihren Stärken/Schwächen her gesehen sicherlich eher Unterschiede als Deckungsgleichheiten auf. Aber sie haben auch manche große Ähnlichkeit und haben beide in ein Einstürmersystem ihre besten Spiele gezeigt und die größten Erfolge gehabt. Immobile wiederum hat in der Seria B in einem 4-3-3 die meisten Tore geschossen und in der Seria A in einem Zweistürmersystem. Das ist für mich ein Indiz, dass Klopp bewusst keinen irgendwie annähernd ähnlichen Lewandowski-Ersatz wollte, sondern klar vorhatte, auf ein 4-4-2 umzustellen. Was ja auch zunächst angesagt war, dann aber flugs wieder umgestellt wurde. Warum auch immer. Jetzt spielt Immobile in einem System, wofür er nicht die besten Voraussetzungen mitbringt (freundlich gesprochen). wobei Mandzukic ja auch erfolgreich in einem Zweistürmersystem spielen kann, wie er ja durchaus beweist.

Ein wenig gewundert habe ich mich, dass Klopp/BVB sich nicht so sehr an Aleksandar Mitrovic interessiert gezeigt haben. Gut, dessen Entwicklungskurve gleicht momentan eher einer Geraden, aber als Juniorenspieler war er ein absoluter Topmann und er hat mMn auch das Potential, um ganz groß herauszukommen. Vielleicht steht ihm auch seine mangelnde (Selbst-)Disziplin im Wege. Aber er wäre einer, den Klopp mMn eher hätte formen können als Immobile und der das Einstürmersystem kennt.

Aber man sollte es mMn auch nicht allzu sehr an dem oder den Stürmer/n des BVB festmachen, dass sie derart in der Krise stecken. Vor 2, 3 Jahren wollte man sich noch in Richtung Barcelona (Ballzirkulation) entwickeln, dann erwirbt man als Ersatz für Kagawa und Götze Spieler wie Reus und Mkhtaryan, die als vertikale und dynamische Spieler Raum für ihr Spiel benötigen. Die Verpflichtungen von Aubameyang und Immobile gehen auch mehr in Richtung direktes Spiel. Also weg von dem, wo man ansatzweise in der Saison 2011/12 schon einmal war. Nun stehen gerade die Teams, die eh nicht den Anspruch haben selbst das Spiel zu gestalten, deutlich tiefer und kompakter und lenken (wie die Artikelserie schön aufzeigt) das Gegenpressing des BVB in weniger gefährliche Zonen ab. Und gegen diese Teams zeigt sich der BVB mehr als ratlos. Man sieht kein Diagonalspiel wie noch in der letzten Meistersaison und für die engen Räume in der gefährlichen Zone hat man schlichtweg nicht mehr die Spielertypen. Kagawa sollte eigentlich so jemand sein, Gündogan ebenfalls. Der eine ist allerdings weit von seiner früheren Form entfernt und muss wohl auch feststellen, dass es mit schneller Drehung und gezieltem vertikalem Pass auch nicht mehr getan ist. Und dem anderem fehlt die Geschwindigkeit in seinen Aktionen und außerdem wird er im relativ kreativlosen zentralen/ defensiven Mittelfeld für den Spielaufbau benötigt (eine weitere Schwäche des BVB momentan, mMn auch das Ergebnis einer verkehrten Personalpolitik).

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CE 26. Januar 2015 um 22:39

Ganz salopp formuliert, man sollte sich einfach einen Zusammenschnitt von Mandžukić‘ bisherigen Auftritten bei Atleti anschauen. Dann bekommt man schon einen guten Eindruck, dass er nicht diese großartige Verbesserung im Vergleich zu den aktuellen Stürmern gewesen wäre. In der Öffentlichkeit stehen diese beiden natürlich im Moment schlecht dar und manch einer wird den Kopf schütteln, dass der BVB auf Mandžukić verzichtete, der doch bei Simeone so erfolgreich ist. Aber abgesehen von Kopfballtreffern – dazu bräuchte der BVB jedoch Juanfran, Gabi und Co. als Flankengeber – und guten Kopfballverlängerungen ist er nun auch wahrlich keine Offenbarung. Mandžukić schwimmt gut bei den Rojiblancos mit. So formulierte es vorhin einanderer SV-Autor. Er profitiert vom formstarken Griezmann und den teilweise vorhandenen Angriffsstrukturen, die es vor allem in der Hinrunde gab. Torres & Griezmann ist jedoch die spielstärkere Kombination. Um es kurz zu machen, ich bezweifle, dass Mandžukić eine signifikante Veränderung des Dortmunder Spiels in der momentanen Form herbeigeführt hätte. Womöglich hätte er jedoch ein paar Standardsituationen verwerten können…

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Em Es 23. Januar 2015 um 11:20

Immbolie hatte wieder ganz schwache Testspiele. Schon erschreckend wie kombinationsschawch er ist. Sowohl bei der Ballbehandlung als auch im Eingehen auf Pässe im Freilaufen und in der Reaktion auf die Laufwege anderer SPieler unterlaufen ihm riesige Fehler.

Was ich noch beoibachtet habe ist dass Kampl wie auch reus sich häufig weit zurückfallen haben lassen um in einer tieferen Position bessere Ballzirkulation zu haben dadurch aber häufig ein Loch im Zehnerbereich entsatand . Die Durchschlagskraft war vielleicht auch deswegen bisher noch mangelhaft.
Das ganze Offensivspiel wirkt noch unausgereift.
Gerade wenn zum Beispiel Kampl und Reus oder die beiden sechser gündogan oder sahin sich zurückfallen lassen ergibt sich da häufig auch im Zusammensüpiel mit den Innenverteidigern keine sinnvolle Positionierung.
Das einzig erkennbare und einstudierte aber sehr vorhersehbare taktische mittel im aufbau ist das ABkippen Gündogans nach links hinten und die angepasste bewegung hummels in eher zentrale und des rechten Innenverteidigers auf eine weiter äußere Position.

Passlack hat gerade im ersten spiel einen sehr positiven EIndruck hinterlassen. Sehr spritzig körperlich robust.
Genauso Dudzjak der mit großer Ballsicherheit bestach. In Teilen wirkte es in Bedrängnis ein wenig übermütig wenn er in tiefer position versucht hat sich mit einem dribbling zu lösen. Da hätte er die Situation eins zweimal besser klären können.
Aber er hat tolle Fähigkeiten am Ball und im Kombinationsspiel.
Ihn würde ich anstelle von SChmelzer gerne mal sehen.
Burnic war auch sehr dynamisch und mutig.

Klopp hat aber ja schon betont dass man den Jungen keinen Gefallen tut sie bei derzeitiger Tabellenlage hineinzuwerfen.

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Schorsch 15. Januar 2015 um 17:42

Na, da habe ich mich wohl doch getäuscht. Klopp sagt, außer Kampl wird es keinen Neuzugang in der Winterpause geben. Mit 2 weiteren hätte ich schon gerechnet. Na ja, vielleicht hat man die Wunschspieler auch nicht bekommen jetzt oder keinen Abnehmer für ‚Streichkandidaten‘. Wer weiß. Wahrscheinlich ist man beim BVB wirklich davon überzeugt, mit den vorhandenen Spielern den Klassenerhalt oder vielleicht sogar etwas mehr zu erreichen. Warten wir es ab. Ein kleines Risiko scheint es mir schon zu sein, aber da täusche ich mich möglicherweise.

So ganz schlau werde ich aus Klopp nicht. Was er da nun dem ‚kicker‘ so erzählt … Entweder handelt er nach der Devise ‚Gebt dem kicker, was des kickers ist, und der sv.de, was der sv.de ist‘ oder so ähnlich. Oder er will die tiefer liegenden Ursachen des Absturzes nicht benennen. Dass er sie wirklich nicht diagnostiziert haben soll, mag ich eigentlich nicht glauben.

Wirklich nur Verletzungspech, unglückliche Vorbereitungsphase, fehlende Fitness bei einigen Spielern? Maximal selbstkritisch sei man, aber viele Fehler habe man nicht gemacht. Jetzt im Ernst, Kloppo? Gut, konform gehe ich mit der Aussage, dass der Absturz eigentlich nur so bis Rang 10 aus den Problemen hätte resultieren können. Andererseits sind zwischen Rang 17 und 10 auch nicht so viele Punkte Unterschied. Das sind die fehlenden Punkte aus den aufgrund grober Abwehrschnitzer verlorenen Spiele. Aber kein Wort zur grundlegenden Problematik. Alle Probleme der Hinrunde seien erkannt. Hm… Hörte sich irgendwie nicht danach an… Wahrscheinlich doch ‚Gebt dem kicker…‘ 😉

Auf jeden Fall sieht Kloppo den Klassenerhalt als erfolgreichen Abschluss der Saison. Das klingt realistisch. Immerhin.

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Stefan 12. Januar 2015 um 10:51

Wo bleibt Teil 3?

Antworten

Barcaberlin 19. Januar 2015 um 17:18

Würde mich auch interessieren. Über einen Monat Abstand zwischen 2. und 3. Teil ist nun schon außergewöhnlich lange für eine Analyse die die Hinrunde aufarbeiten soll und ich gehofft hatte dass sie mir die Winterpause ein wenig verkürzt.

Antworten

blub 19. Januar 2015 um 19:22

„ist nun schon außergewöhnlich lange“
Ihr kennt MR einfach nicht gut genug….

Antworten

HK 20. Januar 2015 um 10:02

Ich denke die Analyse hat sich weitestgehend erledigt. Klopp und Watzke haben ja deutlich gemacht, dass bei Dortmund im Grunde fehlerfrei gearbeitet wird, also alles nur eine Verkettung unglücklicher Umstände ist.
Und was gibt es bei soviel Pech denn noch zu analysieren (und dann kommt auch noch kein Glück dazu??) ??

Antworten

S. Epp 21. Januar 2015 um 00:41

Hehe 🙂 Hab gar nicht gewußt, dass Watzke und Klopp doch innerlich Östereicher sind. Lieber HK, schick den Kommentar gleich als Analyse an der ORF: Damit wirst mindestens Sportchef, wenn nicht mehr…

Antworten

Shinji#7 21. Januar 2015 um 07:55

Ja genau, wo bleibt Teil 3? Wird sehnlichst erwartet…
Am Samstag in einer Woche geht’s ja bereits wieder los!!

Barcaberlin 29. Januar 2015 um 10:03

Heißt? MR bringt seine angekündigten Mehrteiler generell nicht zu Ende oder das er im Durchschnitt zwei Monate zwischen verschiedenen Artikeln braucht oder was meinst du?

Antworten

FAB 22. Dezember 2014 um 23:08

Wie spielt der BVB mit Kampl? Macht es Sinn auf ein 442 umzustellen?
Lengerak-Pisczek,Subotic,Hummels,Schmelzer-Sahin,Gündogan-Reus,Kampl-Immobile,Aubameyang
Verpflichtet der BV doch noch einen MIttelstürmer?
Könnte der BVB auf Dreierkette umstellen?

Antworten

Schorsch 23. Dezember 2014 um 00:42

4-4-2 war zu Saisonbeginn das bevorzugte System, was dann mit der Kagawa-Rückkehr wieder in der Versenkung verschwand. MR geht ja auch darauf ein. Prinzipiell hielte ich eine Rückkehr zu diesem System, dass ja einige Varianten zulässt (z.B. die Raute) für überlegenswert. Würde dem BVB vielleicht die diesbezügliche Variationsmöglichkeit geben, die er benötigt.

Ein neuer Mittelstürmer ist denkbar, aber nur wenn entweder Ramos oder Immobile abgegeben werden. Ich persönlich bin da etwas skeptisch, man sollte eher auf die beiden Neuverpflichtungen setzen mMn.. Nach einer Halbserie hielte ich eine Trennung von einem der beiden für verfrüht.

Das Spiel mit einer Dreierkette ist für mich seit langem eine Option, aber man braucht die Spieler dafür und man benötigt eine intensive längere Vorbereitung und Einspielphase. Bayern z.B. hat die Spieler und konnte dies daher z.B. im Pokalfinale anwenden; der BVB könnte dies mMn nicht so einfach. Die Statik des Spiels ändert sich erheblich und Klopp ist einmal gegen S04 damit auf die Nase gefallen und hat noch in der 1. HZ wieder auf eine Viererkette umgestellt. Vielleicht zur neuen Saison.

Antworten

Nick 23. Dezember 2014 um 11:27

Diese Systemumstellung halte ich jetzt durchaus für eine realistische Option. Vor allem die vorgeschlagene Aufstellung der Offensive hat Charme. Allerdings würde ich dann eher Bender als Sahin im zentralen Mittelfeld sehen – auf diesen stabilisierenden Faktor können wir nicht so schnell verzichten. Dafür würde ich auf der linken Seite den offensiv stärkeren Durm Schmelzer vorziehen – so könnte zusammen mit Kampl mit einem Schlag diese Seite endlich wieder Gefahr für den Gegner bringen. Und in der IV: unbedingt Sokratis anstelle von Subotic. Vom Spielertyp her passt eher definitiv besser zum Abstiegskampf, im Aufbau ist er nicht schwächer als Subotic.

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Schorsch 22. Dezember 2014 um 18:36

So falsch lag ich mit meiner Interpretation der Kloppschen Aussagen also nicht bzgl. Transfers in der Winterpause. Ji zurück nach Augsburg, Kampl zum BVB. Ist Kampl so ein ‚kompletter‘ Spieler, wie ihn MR (mN nach zurecht) als notwendig erachtet? Watzke betont, er beherrsche das Pressing-/Gegenpressingspiel und passe daher zum BVB. Das mag so sein. Bringt er aber die notwendige andere Qualität in den Kader, die technische, die spielerische, die taktische, die ballsichere, die kreative? Zumindest wird er die gesamte ‚Wintervorbereitung‘ mitmachen. Dann werden wir sehen. Bin mir sicher, das war nicht der letzte Zu-/Abgang.

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Jan 22. Dezember 2014 um 22:00

Schau mal auf Renes Seite abseit.at! Da gibt es ein schönes Portait zu ihm :)! Also wenn er das, was er da wohl gezeigt hat in die Bundesliga übertragen kann! Das wäre geil!

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Schorsch 23. Dezember 2014 um 00:25

Vielen Dank für den Tipp! Jetzt befasse ich mich schon so lange mit Fußball und lerne erst jetzt, dass man einen Pass auch ‚empathisch‘ spielen kann… 😉

Flachs beiseite, das zweiteilige analytische Portrait ist wirklich bemerkenswert. Ich selbst habe Kampl lediglich 2x spielen sehen, d.h. am TV, und es waren internationale Spiele. In der österreichischen Liga habe ich ihn nie beobachtet. Ein Zitat aus dem Portrait:

„Oft kann man Mannschaften, die sich sehr auf das schnelle Kombinations- und Umschaltspiel fokussieren, mit einer sehr kompakten oder auch einer passiven Defensivspielweise Probleme bereiten. Ihre Kombinationen finden dann in zu engem Raum unter hohem Gegnerdruck statt, wodurch schon minimale Fehlbewegungen und etwas ungenaue Pässe gefährlich werden können. Zumindest in der österreichischen Liga schaffen die Bullen es zumeist dennoch ihre Spielweise durchzuziehen und sich einfach durchzukombinieren. Ein Grund dafür ist natürlich auch unser Analyseobjekt Kevin Kampl.“

Der Artikel ist ein Jahr alt; vielleicht hätten Klopp/Buvac ihn lesen sollen? Genau eines der Hauptprobleme des BVB der Hinserie 14/15 geschildert. obwohl dieses Problem sich im Prinzip seit der Saison 13/14 abgezeichnet hat; eine schleichende Entwicklung, die nun eskaliert ist.

Nächstes Zitat:

„Im letzten Teil haben wir die Stärke von Kampls Kombinationen und seine Unermüdlichkeit erwähnt. Fast nie bleibt Kampl stehen, bietet sich unaufhörlich an und versucht seine Mitspieler in nahezu jeder Situation zu unterstützen. Im Verbund mit seiner Technik und Dynamik ist das eine gewaltige Kombination. Er ist sehr schwer zu pressen, kombiniert sich nicht nur durch enge Räume, sondern kann sich auch darin positionieren und als Nadelspieler fungieren. Erhält er schwierige Zuspiele, ist er im Stande sie zu verarbeiten und kann auch unter Druck Dribblings gewinnen. Meistens leitet er sich nach Ballannahmen den Ball in einen freien Raum und reagiert dann auf gegnerische Bewegungen. Wird er nicht verfolgt, dann läuft er weiter, dreht sich und zieht in offene Räume oder spielt vertikale oder diagonale Pässe zum Raumgewinn. Wird er verfolgt, sucht er den schnellen Pass und startet dann entweder in das von ihm und dem Gegenspieler entstandene oder von einem Mitspieler entstandene Loch.“

Man könnte noch vieles mehr zitieren, z.B zu seinen Passqualitäten etc. Wirklich beeindruckend. Genau der Spielertyp, den der BVB nun braucht, eigentlich schon zu Saisonbeginn gebraucht hätte. Man wollte ihn ja wohl auch schon früher verpflichten. Die Frage bleibt, ob er diese Rolle, die er für RB Salzburg in der österreichischen Liga bislang gespielt hat, auch für den BVB in der deutschen Bundesliga spielen kann. Da gibt es schon Qualitätsunterschiede und beim BVB funktioniert das Team, funktionieren seine Mitspieler eben nicht so wie das in Salzburg der Fall ist.

Warten wir ab, aber prinzipiell bin ich optimistisch. Wie gesagt, da kommen zwei, drei weitere Zu-/Abgänge, da bin ich mir sicher.

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FAB 23. Dezember 2014 um 22:52

Kampl ist seit Reus der erste Transfer von dem ich im Vorfeld so richtig überzeugt bin und auf den ich mich jetzt schon freue …

Antworten

Zimstar 22. Dezember 2014 um 16:33

Sehr guter Text. Entspricht genau meiner Meinung. Vor allem der letzte Abschnitt. Unsere Spieler sind mit viel Grün vor sich kaum zu bremsen. Ohne Platz und gegen tiefstehende Gegner sind unsere OffensivSpieler Momentan oft wie Fische ohne Wasser(Wenn Reus Fehlt, Miki außer Form ist, Gündogan noch unkonstant,…). Unsere Transferpoltik sollte sich dahingehend ändern, dass man auf hochtalentierte Spieler setzt, die wenigstens das Potenzial besitzen mal komplett zu werden. Da hat man sich oft eher für die Spätzünder aus fremden Ligen entschieden, die nur in partiellen BEreichen überragend sind.

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FAB 21. Dezember 2014 um 23:31

Werder-BVB: Das ganze Drama von Immobilie kann man in der Szene vor dem 0:2 gut beobachten. Eigentlich eine gute Situation, weil Werder einigermaßen aufgerückt ist, aber Immobilie und Kagawa stehen sich auf den Füßen, Immobilie schenkt dann den Ball ab …

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Kosmopolit 21. Dezember 2014 um 22:06

Ich sehe das, bzw. eher die Probleme des BVBs nicht vorrangig im System.
Spielverlagerung.de ist top, aber dieser Artikel schiesst ueber das Ziel hinaus, ob Dortmund im 4-4-2, 4-2-3-1 oder 4-3-3 agiert, ist letztlich nicht entscheidend, alleine weil die Auslegung der einzelnen System varriert und die Grenzen fliessend sind.

Die Hauptprobleme des BVBs sehe ich in folgenden Punkten:
1. Die Verletzungen und Formkrisen zahlreicher Schluesselspieler;
zu nennen sind Hummels, der spielstaerkste IV;
Reus & Mikitharian, die beiden spielstaerksten MF- Spieler
Pistzek, einer der besten RAV der Liga,
Shahin, Kagawa, Guendogan im ZMF, wobei man beachten sollte das Guendogan auch die letzte Saison kaum gespielt hat;
Kuba auf Aussen;
und die Formkrise von Weidenfeller, die hat minderstens 4, eher 6 Punkte gekostet
Insgesamt eine unglaubliche Verletztenmisere, analog zum FCB, mit dem Unterschied das Dortmund einfach nicht die Kadertiefe hat.

2. Der Lewandowski Abgang und die Kaderzusammenstellung
Lewa war als Ballmagnet und mit seiner Spielstaerke extrem wichtig fuer Klopps Offensivsystem. Das Pressing erzeugt viele herrenlose Baelle, Dortmunds Aufbau und Konterspiel bringt viele lange Baelle bzw. mit Risiko nach vorne gespielte Baelle. Ein technisch versierter Stuermer wie Lewa kann solche Baelle verarbeiten, abschirmen und behaupten, ablegen und nachrueckende Mitspieler einsetzen.
Dieser Spielertyp fehlt komplett im BVB Kader.
Die Schwachstelle des BVBs sind die AV Positionen, einzig Pistcek ist ein top AV, Schmelzer, Grosskreutz, Durm sind nicht herrausragend.
Auch im Sturm mangelt es, Ramos fehlt die Qualitaet, Immobile ist aenlich wie Huntelaar ein Strafraumspezialist.
Aubameyang spielt eigentlich eine starke Hinrunde und war Dortmunds einziger Lichtblick, allerdings lebt er zu eindimensional von seiner Geschwindigkeit.
Im Grunde passen die geholten SPieler und Klopps Spielidee nur bedingt zusammen

3. Anti-Lauf und Aufloesungserscheinungen
Im Prinzip hat der BVB zahlreiche Punkte in Spielen gelassen, wo er besser war, feldueberlegen aber die Chancen nicht nutzen konnte, sich durch eigenen Fehler in Probleme gebracht hat, oder schlicht und einfach durch Schiedsrichterentscheidungen benachteiligt wurde. Falls in Paderborn das regulaere Tor zaehlt, sind es sichere 3 Punkte, dazu kamen weitere Entscheidungen die Punkte gekostet haben.
Zusammen mit der eh schon herrschenden Unsicherheit ist ein absoluter Antilauf entstanden, der eindeutig die Leistungsfaehigkeit der Spieler schwaecht. Auch scheint es im Mannschaftsgefuege nicht zu stimmen, so waren jedenfalls einige Aussagen in den Medien nicht optimal.
Bei einem normalen Verlauf haette der BVB minderstens 6 Punkte mehr auf dem Konto.

4. Lernende Gegner, angepasste Spielweise
Ich denke das die Liga schlauer geworden ist. Teams haben ein Mittel gegen Klopps SPielidee gefunden und es geschafft, die Fehler und Schwaechen des BVBs gnadenlos auszunutzen.
Nahezu jeder weiss, das der BVB extrem auf den Ball presst- die Teams machen daher das Spiel breiter, sind eher bereit den Ball zu schlagen und stehen von Haus aus tiefer gestaffelt, um in ballnaehe keine Ueberzahl des BVBs entstehen zu lassen.

5. Individuelle Fehler und unkonstante Leitsungen
Der BVB hat sich durch zahlreiche einfache Gegentore oft selbst in prekaere Situationen gebracht. Einige Fehler sind durch mangelnde Fitness, schlechte Form und die Unsicherheit zu erklaeren, aber in dieser Anzahl nicht alle.
Der BVB muss diese abstellen, das ist wohl der schwerste Punkt.
Dazu kommt etwas seltsames: Waehrend andere Teams im Abstiegskampf konstant schlechte Leistung abrufen, agiert der BVB oft wie Dr. Jekyll & Mr. Hyde.
Gute Leistungen wie in der CL oder in der ersten Halbzeit gegen Paderborn folgen bodenlos schlechte Leistungen und totale Einbrueche.
Es ist nicht so das der BVB durchgehend schlecht gespielt hat, vielmehr hat die Manschaft durchaus gezeigt das sie zu grossen Leistungen faehig ist. Aber 45 gute Minuten in der Bundesliga sichern halt nur selten die vollen 3 Punkte.

Ich glaube das der BVB in der Rueckrunde sehr stark sein wird. Die Verletzungsprobleme werden besser, die Vorbereitung wird Konditionelle und Formprobleme beheben, die Neuzugaenge besser integriert sein.
Eventuell kann man noch auf 2,3 Positionen im Kader nachbessern.
Dazu wird eine andere Mentale Verfassung der Spieler kommen, und auch die Schiedsrichterentscheidungen werden nicht nochmal so gegen den BVB laufen.

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nougat 22. Dezember 2014 um 10:18

Sehr gute Analyse, der ich vorbehaltlos zustimmen kann. Vllt kann man noch anfügen, dass sich mittlerweile bei dem einen oder anderen eine gewisse Sattheit, ob der erfolge der Vergangenheit in der Liga, eingestellt haben. Man hat bereits Meisterschaften plus Pokale abgeräumt, den Erzrivalen FC Bayern mehrfach geschlagen und einzig der Championsleague Titel wäre im Prinzip noch ein lohnendes Ziel. Aber dieser Titel ging ja bekanntlich unglücklich verloren an die Bayern…

Auch die WM konnte nicht annähernd zufrieden stellen wie es der Öffentlichkeit vorgespielt wurde, dann einzig Hummels kann sich vorbehaltlos als Weltmeister fühlen. Die anderen Teilnehmer vom BVB wurden mehr oder weniger aus Alibi-Gründen von Löw mitgenommen und durften einen hauptsächlich von Bayernspielern dominierten Kader zujubeln, zumal sich dieser Effekt des zu-kurz-gekommen-seins mental sich erst sehr verzögert bemerkbar machen dürfte.

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FAB 22. Dezember 2014 um 11:01

Grundsätzlich glaube ich auch dass es relativ egal ist, ob im 433, 4231 oder was auch immer gespielt wird. Dennoch muss man als zusätzlichen Punkt anmerken, dass sich der BVB taktisch, spielerisch nicht mehr weiterentwickelt hat. Nachdem es in der Saison 12/13 eine starke Orientierung zum Ballbesitzspiel gab, konnte das bereits in 13/14 nicht mehr weiterverfolgt werden (klar haben auch damals schon die Verletzungen mit hinein gespielt). Viele Probleme die jetzt über den BVB hereinbrechen, hat man schon letzte Saison gesehen, letztlich wurde die Mannschaft aber von starken Einzelleistungen von Lewandowski, Reus, auch Sahin sollte man nicht vergessen, gerettet. Das System das jetzt gespielt werden soll, ist für mich immer noch unklar. Zwar hat MR sehr gut angedeutet, dass eine erhöhte Flexibilität erreicht werden sollte, dass ging aber gründlich in die Hose. Für mich immer noch faszinierend, wie Klopp auf eine Raute setzt mit Kehl als alleinigen Sechser, das geht aus meiner Sicht komplett an den Stärken des BVB bzw. des Kaders vorbei.
Die anderen Punkte sehe ich aber genauso, der Lewandowski Abgang war letztlich der Genickbruch, aber auch sonst ist die Kaderzusammensetzung nicht optimal. Der BVB war immer nur darauf bedacht, die Spieler die abgegeben wurden zu ersetzen, aber es wurde nicht darauf geachtet, wie die Mannschaft dann als Gesamtgefüge dasteht und ob vielleicht sogar andere Positionen hätten besetzt werden sollen. Auch die Integration der jungen Nachwuchsspielern findet praktisch nicht mehr statt. Ich kann es immer noch nicht fassen, dass Ende letzten Jahres Manuel Friedrich eingebaut wurde anstatt auf zwei jungen Talente zu setzen. War damals schon Angst die treibende Kraft in den Überlegungen?
Der Mythos Wintervorbereitung! Der BVB steht auf einen Abstiegsplatz. Nach der Vorbereitung wird der BVB immer noch auf einen Abstiegsplatz stehen. Das wird jetzt alles erst einmal realisiert. Der eine oder andere überlegt sich vielleicht, ob er den Verein verlassen könnte. Es wird vielleicht Schuldzuweisung geben. Einige Spieler meinen jetzt irgendwie besonders hervortreten zu müssen, andere wollen sich dagegen nicht herumkommandieren lassen, …. Die Gefahr ist groß, dass die Mannschaft zumindest teilweise daran zerbricht!. Das wird eine schwere Zeit und mit Sicherheit wird es nicht gelingen, dass zur Rückrunde eine eingeschworenen Truppe mit einem tollen eingespielten System auf den Platz steht! Realistisch betrachtet wird sich der BVB bis zum Schluss im Abstiegskampf befinden. Der BVB muss erst noch lernen wie es geht, Spiele zu spielen und zu gewinnen ohne Selbstvertrauen, ohne eingespielt zu sein, ohne das irgendetwas von alleine funktioniert …

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nougat 22. Dezember 2014 um 11:56

Das eigentlich Kuriose ist doch, dass die Situation des BVB medial betrachtet, viel spannender und interessanter ist, als zB der Gewinn des Dauerabonnenten auf den Titel FC Bayern. Es wäre die SENSATION, wenn es Dortmund gelänge, tatsächlich die Liga zu halten und sogar noch in Tabellenregionen vorzustoßen, die für das internationale Geschäft qualifizierten. Dann hätten sie seltsamerweise den Bayern den Rang abgelaufen (und müssten sich aber dennoch unangenehme Fragen gefallen lassen). Dann und nur DANN… ! Zunächst allerdings müsste erst einmal der Negativtrend gebrochen werden, was sicherlich an sich schon eine Herkulesaufgabe darstellt. Schließlich ist nichts mehr wie es war, und die Situation ist doch auch unfassbar und absolut grotesk für sämtliche Spieler des Kaders. Es muss sich wie ein schlechter Scherz anfühlen und dennoch ist es aber Realität – was denn auch sonst ?! Klopp muss sich jetzt als ein Meisterpsychologe beweisen und eine Aufbaukunst leisten, die vergleichbar ist mit der Entwicklung seines Spielkonzepts am Beginn seiner Beschäftigung beim BVB. Er hat jetzt teure Spieler, die an sich zweifeln und wieder aufgebaut werden müssen und denen er aber auch eine tragfähige Perspektive bieten muss, ohne dass sie sich mit Abwanderungsgedanken allzu sehr den Kopf vollstopfen. Das wird das beherrschende Thema des BVBs in der Rückrunde sein: Kann Klopp den Kader zusammenhalten und bleibt seine Autorität erhalten mit einem veränderten Spielkonzept ?

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DAF 22. Dezember 2014 um 16:32

„Es wäre die SENSATION, wenn es Dortmund gelänge, tatsächlich die Liga zu halten und sogar noch in Tabellenregionen vorzustoßen, die für das internationale Geschäft qualifizierten. Dann hätten sie seltsamerweise den Bayern den Rang abgelaufen (und müssten sich aber dennoch unangenehme Fragen gefallen lassen).“

Mal abgesehen davon, dass es ein seltsamer Drang ist, bei jedem Thema den FC Bayern erwähnen zu müssen (interessanterweise ein Phänomen, das sehr oft bei Leuten auftritt, die sich gleichzeitig über die mediale Präsenz der Bayern beschweren): Inwiefern wäre es eine Sensation, mit der mit Abstand teuersten, besten und renommiertesten Mannschaft hinter dem FC Bayern die Klasse zu halten? Der Klassenerhalt muss für den BVB ebenso selbstverständlich sein wie bei Bayern die Qualifikation für die CL. Wenn Dortmund die CL verpasst, dann müssen sie sich selbstverständlich kritische Fragen gefallen lassen, weil das mit dieser Mannschaft einfach das Mindestziel sein muss.

Und inwiefern Dortmund mit dem Erreichen der internationalen Plätze Bayern den Rang ablaufen würde, solltest du auch nochmal erklären. Ich gehe nämlich davon aus dass Bayern das internationale Geschäft ebenfalls erreichen wird;)

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HW 23. Dezember 2014 um 11:54

Das sind die einzelnen Faktoren. Ich Frage mich aber, ob solche Faktoren überhaupt zu vermeiden sind. Irgendwer wird immer wechseln, Verletzungssorgen wird man auch alle paar Jahre mal haben. Die individuellen Fehler sind zu Beginn, vielleicht der Ausdruck der zeitweisen schlechten Form einzelner Spieler, aber mit der Zeit sind solche Fehler eher der Ausdruck der verunsicherten Mannschaft.

Grundsätzlich könnte das Problem ein anderes sein. Hätte Klopp und sein Team, nach sechs Jahren nicht einen spielerischen Umbruch einleiten müssen? Nicht weil das bisherige Spiel nicht mehr funktioniert, sondern weil ein Mannschaft nach ein paar Jahren einfach neu erfunden werden muss.
Ich meine damit nicht eine totale strategische Neuausrichtung ins Gegenteil, sondern eher eine Neuentwicklung der bisherigen Idee. Viele Team kommen nie zu diesem Punkt, weil die Trainer wechseln und damit eine Neuausrichtung oder Anpassung automatisch erfolgt. Aber wenn man so langjährig bei einem Verein ist, dann ist es schwer ein Vorgehen kontinuierlich aufrecht zu halten und ständig weiter zu entwickeln. Ab und an muss man zumindest vordergründig den großen Schnitt wagen. Wenn Dortmunds Entwicklung mit Klopp bisher eine Reihe von Minor-Releases war (von einer Beta oder einem Test im ersten Jahr zur Version 1.0, 1.1 usw.), dann ist vielleicht einfach ein Major-Release fällig (Klopps Pressung 2.0).
Klopp muss sich vielleicht einfach mal fragen, was er tun würde, wenn er jetzt neu zum BVB kommen würde.

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System 21. Dezember 2014 um 15:41

den letzten Abschnitt für sich genommen zu lesen, ist höchst interessant. Die Schlussfolgerung hätten sicher so einige Stammtisch-BVB-Urgesteine schon vor einem Jahr aufstellen können und einige haben es bestimmt ausgesprochen. Dortmund fehlen Spielgestalter, die flexibel auf gegnerische Spielsysteme reagieren können. Eigentlich sehr einfach gedacht aber so ist es. Das habe ich damals schon bei der Frage nach Eriksen als Neuzugang gesagt. Damals hatte man bereits die Limitiertheit des BVB-Spiels sehen und absehen können. Eine taktische Maxime wie das Umschalt-Spiel reicht nicht aus um dauerhaft erfolgreich zu sein, da natürlich nicht jeder Gegner in die Karten spielt und die meisten da verständlicherweise auch nicht rein spielen wollen und darauf hin ihre Taktik bewusst steuern. Diese Verschossenheit ins Umschaltspiel ist die alles überragende Ursache für Dortmunds Probleme. Da lass ich mich nicht von abbringen.

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Antizipalinho 21. Dezember 2014 um 15:56

Entsprechen Gündogan und Sahin nicht diesem Spielertyp? Was ist mit Kagawa, Reus und Micki? Und in der Defensive Hummels?

Ich würde annehmen, dass Dortmund personell in dem Bereich besser besetzt ist als die meisten Bundesligamannschaften. Deshalb kann ich schwer glauben, dass das „die alles überragende Ursache für Dortmunds Probleme“ ist. Personelle Probleme als Grund für den Abstiegskampf – der Kader ist eigentlich zu gut dafür.

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Schorsch 21. Dezember 2014 um 17:35

Es reicht mMn nicht solche Spielertypen zu haben. Man muss auch entsprechend spielen.

Aber wenn man den bisherigen, typischen Klopp-BVB-Stil konsequent spielen würde, wäre schon viel gewonnen. Dann würden wir von Stagnation, von fehlender Weiterentwicklung, wahrscheinlich Rückentwicklung sprechen. Dann würden wir nicht über 10 Niederlagen diskutieren. Vielleicht nur über 5 oder 6. Dafür über mehr Unentschieden. Jede Menge Konjunktive, klar. Die Unfähigkeit. sich gegen tiefstehende Teams durchzusetzen, welche keine Räume für das BVB-Spiel anbieten, bliebe. Aber diese dummen Gegentore würden vermieden. Und dass diese Gegentore so fallen, hat mMn eine Menge damit zu tun, dass das eigentliche BVB-Spiel nicht mehr richtig funktioniert. Bei eigenem Ballverlust funktioniert weder das Gegenpressing noch das schnelle defensive Umschaltspiel. Und das hat mMn nur wenig mit dem einen oder anderen neuen Spieler zu tun oder mit individuellem oder gruppentaktischem Fehlverhalten. Sondern hier stimmt es in der Mannschaft nicht. Hört sich jetzt sehr nach old-school-Stammtisch an, aber ich würde diesen Aspekt nicht unterschätzen. Der Kloppsche Kollektivfußball funktioniert nur, wenn jeder einzelne Spieler sich als Teil des gesamtem Mannschaft begreift und entsprechend bei jedem verlorenen Ball sofort die harten und wehtuenden Wege geht. Und genau das vermisse ich seit einiger Zeit beim BVB. Und das kann mMn nur damit zusammenhängen, dass nicht alle Spieler immer ‚für den anderen rennen‘, um es einmal sehr platt auszudrücken. Ich habe den Eindruck, als gäbe es in der Mannschaft Friktionen.

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HW 21. Dezember 2014 um 17:38

Und der BVB ist sicher nicht das einzige Team, dass sich über das Umschaltspiel definiert. Die stehen ja nicht alle da unten weil sie so ausrechenbar sind.

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Schorsch 20. Dezember 2014 um 17:54

@HW: Mit Werder hattest Du den richtigen Riecher. Diesmal hatten die Bremer die Karten richtig gemischt… Will sagen: Das frühe Tor hat Werder in die Karten gespielt 😉 Sie konnten tatsächlich defensiv kompakt stehen und der BVB hat ihnen die Konterchancen quasi auf dem Silbertablett serviert. Zwar entsprechend meiner Befüchtung, aber entgegen meiner Hoffnung auch im letzten Spiel der Hinrunde der BVB mit gravierenden individuellen Fehlern in der Abwehr und Hilfosigkeit gegen einen defensiv agierenden Gegner. Passt doch ins Bild der Hinserie. Gegen einen offensiver eingestellten Gegner aus der oberen Tabellenhälfte bekommt man die Räume für sein typisches Spiel und nutzt diese auch (WOB), gegen einen defensiv (und auf Konter ausgerichteten) ausgerichteten Gegner aus der unteren Tabelenhälfte (Werder), der diese Räume eben nicht gewährt, spielt man hilflos, ohne Ideen, ohne jegliche Kreativität. Das einzige Tor resultiert dann auch noch aus einem Standard, das passt. Beide Spiele fließen sicherlich noch in die weiteren Analysen MRs ein, hoffe ich jedenfalls.

Von 6 möglichen Punkten aus den letzten beiden Spielen hat man nun lediglich einen geholt, dabei gegen einen Abstiegskonkurrenten verloren. Da hat Watzke mehr erwartet. Als es noch 4 Spiele bis zur Winterpause waren meinte ich hier, wenn Klopp keinen Punkt mehr holt bis zum Ende der Hinserie, muss er sich keine Gedanken mehr darüber machen, an welchen Stellschrauben er in der Winterpause drehen muss… Jetzt sind es doch 4 Punkte geworden, dennoch zu wenig. Ich hoffe trotzdem weiterhin, dass der BVB mit Klopp weitermacht. 50 € für das Phrasenschwein: Die Hoffnung stirbt zuletzt… 😉

Immerhin, für Werder freut es mich. Der Sieg geht absolut in Ordnung und für die jungen Burschen freut es mich ganz besonders.

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HW 21. Dezember 2014 um 08:48

Die frühe Führung spielte Werder allerdings in die Karten. Nach zuvor 12 Gegentoren in 3 Spielen musste Werder etwas andern und da es Dortmund gegen tiefe Gegner immer schwer fällt, war das der logische Weg. Aber ohne das frühe Tor kann sich dieses Spiel gant anders entwickeln.
Das ist auch etwas die Kunst im Abstiegskampf, die Gunst der Stunde nutzen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt… Aber sie stirbt?

Dortmund verliert einfach viel zu oft. Es fehlt das Gleichgewicht in der Mannschaft, daher ist sie auch so anfällig. Jeder Gegner kann sie in irgend eine Richtung schubsen.

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Schorsch 21. Dezember 2014 um 12:14

Nein, die Hoffnung stirbt nicht. Zumindest nicht was den KLassenerhalt angeht. Dafür sind die Teams der unteren Tabellenhälfte zu eng beieinander und die Chance, zumindest das Defensivverhalten des gesamten Teams zu verbessern zu groß. Da muss man sich nun klar auf die Arbeit gegen den Ball und die Laufwege fokussieren mMn.. Alles andere was dringend geändert / verbessert werden muss wie z.B. das Ballbesitzspiel muss erst einmal zurückstehen. Wenn man sich keine Konter mehr fängt (frühe zumal) wie gegen die Eintracht oder Werder, dann ist schon viel gewonnen. Alles andere kommt mit zunehmender Sicherheit oder ist eine mittel- und langfristige Aufgabe, die mit der Vorbereitung auf die neue Saison in Angriff genommen werden kann bzw. muss.

Im Spiel gegen Werder hatte der BVB ziemlich genau das umgekehrte Ballbesitzverhältnis zum Gegner als im (Heim-)Spiel gegen WOB. Im Spiel gegen die Wölfe hat der BVB wieder eher überzeugen können und nur wegen eigener Dummheit nicht gewonnen. Im Spiel gegen Werder konnte man zum xten Mal nichts mit dem eigenen Ballbesitz anfangen und hat völlig zurecht verloren. Es ist schon klar, dass es auch an der jeweiligen Spielweise der Gegner liegt, ob dem BVB sein typisches Spiel ‚erlaubt‘ wird. Pressing, Gegenpressing, Balleroberungen, schnelles Umschalten (defensiv wie offensiv) klappt eigentlich nach wie vor recht gut. Wenn der Gegner halt selbst offensiv ausgerichtet ist, dann gibt es auch die Räume für die Dortmunder Tempodribbler, die mit ihrer Geschwindigkeit aus der Tiefe kommend den Gegner überrollen. Gegen Werder, Hertha, HSV, etc. habe ich jedenfalls keine ‚Spielidee‘ des Ballbesitzfußballs des BVB erkennen können (übertrieben ausgedrückt). Wäre ja schon einiges gewonnen, wenn man eine Idee hätte, die aus bestimten Gründen nicht funktioniert, weil sie vielleicht nur falsch ausgeführt wird. Dann könnte man gezielt daran arbeiten. Es sei denn, die Grundidee ist falsch… Oder man hat eben gar keine richtige… Oder man hat nicht die passenden Spieler… Da bin ich sehr gespannt auf Teil 4 der Analyse von MR… 🙂

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HW 21. Dezember 2014 um 14:36

Die letzten beiden Spiele sind psychologisch natürlich totaler Mist für Dortmund. Erst mit einem guten Spiel und viel Aufwand nur das Unentschieden. Gegen Wolfsburg war es eine gefühlte Niederlage und kein gefühlter Sieg wie man das bei einem Unentschieden auch erleben kann. Gegen Bremen dann diese deutliche Schlappe, bei der ein eigentlich selbst sehr schwacher und instabiler Gegner recht deutlich den Dortmundern ihre Machtlosigkeit aufzeigt. Die gehen jetzt in die Winterpause mit dem Gefühl: egal was probiert wurde, es funktionierte fast nichts. Selbst gegen die schwächsten Gegner verliert man. Und wenn man gewinnt, dann muss der Gegner schon mithelfen.

Die Köpfe müssen jetzt frei werden (auch bei anderen Clubs). Die Winterpause ist da wirklich eine Chance, aber kein Selbstläufer. Und bei Trainingsbeginn muss dann wieder eine positive Frische da sein.

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PH 20. Dezember 2014 um 13:09

Hallo Martin.

Wird das 2:2 zwischen Dortmund und Wolfsburg noch von Dir analysiert? Als Wolfsburg-Fan interessiert mich Deine Meinung als Dortmund-Fan sehr.

Wie bewertest Du die Leistung des BVB gegen den VfL und wo siehst Du ggf. die Gründe für das Unentschieden. Hast Du eventuell individualtaktische Probleme bei der Wolfsburger Doppel-Sechs und eine fehlende vertikale Verbindung zu KDB ausmachen können? Oder hat Dein BVB hier einfach sehr gut gearbeitet und KDB dazu gezwungen, sich die Bälle von hinten abzuholen? Wie hat der BVB es geschafft, dass Gustavo meist die Bälle mit dem Blick zum eigenen Tor annehmen musste und so stets wieder zu einem der beiden Innenverteidiger passen musste.
Wie bewertest Du die verletzungsbedingte Auswechslung Vieirinhas und die danach von Caligiuri weniger breitengebende Rolle als Außenstürmer. War das Glück für Deinen BVB?
Und wie schätzt Du die Leistung von Bas Dost in diesem Spiel im vergleich zu Olic ein?

Würde mich sehr freuen, wenn Du das Spiel ggf. in Deiner nächsten BVB-Analyse mit einbeziehen würdest? War der BVB wirklich stark verbessert? Oder lag es an fahrigen Wolfsburgern? Oder war es eine Mischung aus beidem?

Beste Grüße,
PH

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flo 18. Dezember 2014 um 10:50

Mal wirklich dumm gefragt, weil ich es nicht weiß und den Gedanken seit dem 2. Teil des Artikels mit mir herumtrage.
Wäre denn Kiesling „der beschriebene MS“ (unabhängig ob der BvB den i Winter bekommen kann) oder ist Kiesling im Gegenpressingstil vom BvB nicht zu gebrauchen? Die Frage schließt so ein bisschen an die Kiesling/Löw Diskussion von anno dazumal an und hat den fiesen Hintergedanken die Wertschätzung von Kiesling im Schmidt`schen Leverkusen anzuschneiden.

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Schorsch 17. Dezember 2014 um 23:37

@HW: Die Konsequenz kann ja nur sein, dass der BVB so zügig wie möglich (also beginnend mit der neuen Saison) seinen Kader mit deutlich mehr Offiziersdienstgraden bestückt und die Zahl der Unteroffiziers- und Mannschaftsdientgrade deutlich reduziert, um in Deinem Bild zu bleiben. 😉 Dann kann der Hauptmann eben durch einen Oberleutnant ersetzt werden und der durch einen Leutnant. Oder, um von diesem Bild wegzukommen und es mit MR zusagen, es müssen ‚komplette‘ Spieler verpflichtet werden für kompletteren Fußball.

Nochmals zu eventuellen Neuverpflichtungen in der Winterpause: Das sollten selbstverständlich schon ‚komplette‘ Spieler sein. Aber wie du richtig sagst, die Podolskis dieser Welt sind es nicht und sollten auch icht geholt werden mMn (ist nicht despektierlich gemeint). Entsprechende Kaliber wird man aber schwerlich bekommen, da sie mit ihren Clubs zumeist noch international spielen. Bleiben also nur Spieler von Clubs, die aus der CL/EL ausgeschieden sind oder Spieler aus mittleren oder kleineren europäischen Ligen, oder Spieler aus Südamerika oder Asien. Schwer, risikoreich. Oder ein längere Zeit verletzter Spieler, der aktuell nicht mehr in die Startformation kommt, aber Klasse besitzt. Auch risikoreich, aber warum nicht?

PS Auf die Analyse des Spiels gegen WOB bin ich sehr gespannt. Insbesondere wie Immobiles Spiel gewertet wird.

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HW 18. Dezember 2014 um 09:20

Abwarten, was passieren wird.

Gegen Wolfsburg wurde wieder bewiesen, dass die Offensive alleine nicht der Heilsbringer ist. Hinten darf man sich auch keine Böcke leisten. Ich bin mir beim Freistoßtor nicht sicher. Das ist eine ekelige Position und vielleicht einfach nur schnell und gut ausgeführt. Der Kopfball von Naldo dagegen; wie kann der so frei sein?

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EvS 18. Dezember 2014 um 09:31

ja beim eckball hab ich mich auch gefragt. wenn ich das richtig in erinnerung hab, decken hummels bender und kehl im raum neben naldo 2 wolfsburger und tja naldo ist dann halt frei.

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Schorsch 18. Dezember 2014 um 23:07

Gibt es eigentlich bei spielverlagerung.de eine Analyse zum Verteidigungsverhalten bei Eckstößen? Mag vielleicht zu profan oder eventuell zu banal sein, aber entscheidend ist es oft genug. Wie man gestern abend wieder einmal sehen konnte. Hat ja im weitesten Sinne auch mit Taktik zu tun, oder? 😉 Warum Naldo 6 oder 7m völlig frei vor dem BVB-Tor stehen (!) konnte, kann wohl nur Klopp beantworten. Als ob Naldo nie bei eigenen Eckbällen im Strafraum des Gegners auftauchen würde… Er hat sich ja auch kaum zum Ball bewegt. Der kurze Pfosten war auch nicht besetzt, wenn ich es richtig gesehen habe (kann mich auch täuschen). Wobei die Frage ist, ob man bei so einem wuchtigen Kopfball da noch viel ausrichten kann.

Der Freistoß war clever ausgeführt. Erst ein Loch in die Mauer gerissen, dann den Ball sofort flach durch die Lücke geschlenzt. Allerdings 3 dumme Fehler der Dortmunder. Zuerst foult Kehl völlig unnötig in der gefährliche Freistoßzone, dann gibt ein BVB-Spieler die Lücke frei und schließlich kann Langerak den mMn haltbaren Ball nur ins eigene Tor abklatschen. So bringt man sich um Siege.

Insgesamt geht das Remis mMn aber in Ordnung. Wolfsburg hatte ebenfalls gute Chancen. Große Prognosen für den BVB lassen sich aus diesem Spiel allerdings nicht ableiten. Schon nach den Spielen gegen Gladbach und Hoffenheim hat man auf eine Wende gehofft. Und wurde prompt im jeweils nächsten Spiel enttäuscht. Wolfsburgs Spielweise kam (nicht ganz überraschend) dem BVB entgegen. Dennoch, dass Umschaltspiel funktionierte mMn besser als z.B. gegen Hoffenheim. Auf jeden Fall kann der BVB mit dem Remis leben; immerhin ein Punkt gegen den Tabellenzweiten. Die Nagelprobe wäre jetzt ein Spiel gegen ein Team, dass so spielt wie Hannover, Köln, der HSV etc. es getan haben. Aber es geht gegen Werder. Die werden wohl kaum so agieren, wie sie es gegen den HSV gezeigt haben. Sondern offensiv. Was zuletzt immer gerne in die Hose ging. Dazu ist man ohne Prödl in der Abwehr zu oft völlig unorganisiert. Caldirola fäält auch noch aus und wahrscheinlich auch Junuzovic. Könnte also ein Weihnachtsfest mit etwas Hoffnung für den BVB werden und voller Tristesse für Werder.

Noch zu Immobile: Hat mir gut gefallen, nicht nur wegen seines Tores und des assists. Seine Laufwege schienen mir weniger ’nutzlos‘ als sonst und deutlich abgestimmter.

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Schorsch 18. Dezember 2014 um 23:50

Danke!

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Tomás 19. Dezember 2014 um 00:14

Im Zusammenhang mit Immobiles gestriger Leistung ist es auch interessant, wie Klopp sich heute auf der Pressekonferenz geäußert hat. Sinngemäß sagte er, dass Immobile aufgrund der unterschiedlichen Spielarten in der Serie A und der Bundesliga seine Laufwege anpassen müsse. Weil sich italienische Mannschaften in der Verteidigung häufig tief fallen lassen, seien dort fallende Bewegungen in das weniger eng gestaffelte Mittelfeld ein probates Mittel, um am Spiel teilzunehmen und sich Sicherheit zu holen. In der Bundesliga dagegen bestehe bei solchen Bewegungen immer die Gefahr, „Pressingopfer“ zu werden. Außerdem brauche der BVB diese Bewegungen nicht, weil genügend Spieler die entsprechenden Räume besetzten. Vielmehr brauche man einen Zielspieler, Ausweichbewegungen auf den Flügel und Bewegung in der letzten Linie. Da es bei diesem Anpassungsprozess auch darum ginge, eingeschliffene Gewohnheiten zu verändern, brauche er einfach Zeit.

Insgesamt war das mMn ein wirklich interessanter taktischer Einblick, den Klopp da gegeben hat. Das gilt insbesondere, weil er sonst auf Pressekonferenzen (zu Recht) nicht unbedingt dazu neigt, eingehender auf taktische Zusammenhänge einzugehen. Nach seinen Ausführungen und Ciros Spiel gestern ist es das erste Mal, dass ich optimistisch auf Immobile blicke. Zuvor habe ich doch arg mit ihm gefremdelt, obwohl ich z.B. ein Gomez-Fan bin (an den mich Immobile zumindest in Teilen erinnert).

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Schorsch 19. Dezember 2014 um 13:58

Klingt schlüssig und bestätigt im Prinzip entsprechende Erklärungsansätze, die bereits öfters diskutiert wurden. Klopp und Co. haben sich nach eigenem Bekunden so intensiv wie bei kaum einer anderen Neuverpflichtung im Vorfeld mit Immobile befasst. Sie müssen schon sehr überzeugt gewesen sein, ihn entsprechend ‚umerziehen‘ zu können. Das ist logischerweise ein längerer Prozess. Aber er wird erfolgreich sein, da habe ich eigentlich nie Zweifel gehegt. Die Frage ist nur, wann dieser Umerziehungsprozess abgeschlossen sein wird. Da bleibe ich Optimist und setze auf eine entsprechende Entwicklung in der Rückserie. Meine Zweifel habe ich eher bei Ramos, den Transfer habe ich nicht ganz nachvollziehen können. Aber da mag ich mich auch täuschen.

Zu Gomez: Der hat diese Saison wirklich die Verletzungsseuche. Ich hoffe, er kommt bald wieder in Tritt. Ich hätte ihn mir auch beim BVB vorstellen können, aber auch er hätte seine Umstellungsprobleme gehabt. Aber wer hätte die nicht gehabt? ‚Mein‘ Favorit wäre übrigens Aleksandar Mitrovic gewesen. Gegen den kann man noch viel mehr einwenden, nicht nur Zweifel hinsichtlich Disziplinfragen. Hat keine gute Entwicklung genommen, ist aber noch jung genug, um die richtige Kurve zu nehmen. Habe ihn als Juniorenspieler gesehen und war begeistert. Er braucht offensichtlich ein ’starke Hand’…

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HW 19. Dezember 2014 um 09:36

Die Verteidigung von Eckbällen ist ein beliebtes Diskussionsthema.

Zunächst muss man wohl annehmen, dass kein Team einen Gegenspieler absichtlich frei lässt. Egal ob Mann- oder Raumdeckung praktiziert wird. Sobald der Ball im Strafraum ankommt sollte dort ein Verteidiger sein.
Naldo war sicher nicht mit Absicht so frei, da sind Fehler passiert.

Zur Besetzung der Pfosten gibt es auch verschiedene Ansichten. Und es gibt gute Argumente für und gegen jede Ansicht. Ich schätze es muss im Training erarbeitet werden, welches System dem Team am besten steht.
Ich bin kein großer Freund davon beide Pfosten zu besetzen. 1) Man bindet bis zu zwei Spieler statisch, die im Strafraum verteidigen könnten und damit den Gegner am Abschluss hindern. 2) Jeder Verteidiger auf der Torlinie benötigt Zeit um schnell herauszurücken und eine zweite Hereingabe durch eine höhere Abseitslinie zu verteidigen. 3) Ich habe keine Statistik zu diesem Punkt, aber mir scheint das Bewachen des Pfostens oft ineffektiv. Natürlich köpft auch mal ein Verteidiger den Ball raus, aber oft genug ist der Ball unerreichbar oder der Verteidiger zu statisch. (Gegen Frankfurt fiel sogar ein Tor, weil ein Spieler am Pfosten den Ball ablenkt.)
Wie gesagt, ich bin kein Freund der Praxis Spieler auf die Linie zu stellen (die den Pfosten festhalten). Diese oft kleinen Spieler können besser einen Raum decken und Abpraller klären, oder eine Kontergefahr ausstrahlen (also Gegenspieler außerhalb des Strafraums binden und bewachen).
Allerdings kann man diese sehr statische Rolle am Pfosten auch etwas modernisieren indem man diese Spieler den Raum vor dem Pfosten im Fünfmeterraum aktiv verteidigen und bei akuter Gefahr auch auf die Torlinie zurückfallen lässt. Der Vorteil wäre, dass sich die Spieler nicht als passive Torverkleinerer verstehen würden, sondern in Bewegung bleiben. Eigentlich eine klare Raumdeckungsstrategie, nur wird der Raum ein paar Meter nach vorne vergrößert.

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Schorsch 19. Dezember 2014 um 23:00

Ist schon klar, dass da etwas schiefgelaufen sein muss und die BVB-Spieler Naldo nicht haben bewusst frei vor dem Tor haben stehen lassen… 😉

Üblicherweise ist ein Spieler (entweder ein IV, füher der Libero, oder der Torwart) dafür verantwortlich, bei Eckstößen zu checken, ob die Zuordnungen stimmen; ganz gleich ob raum- oder mannorientiert gedeckt wird. Besteht Korrekturbedarf, weist er diesen entsprechend an. Ich weiß nicht, wer beim BVB dafür zuständig ist. Möglicherweise wirkt sich hier der Torwartwechsel zu Langerak aus.

Apropos Keeper. Der spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle dabei, ob die Pfosten (beide oder nur einer) besetzt werden oder nicht. Es gibt eher agierende Keeper bei Eckbällen, die bevorzugt versuchen, hohe Eckballflanken abzufangen oder wegzufausten. Und es gibt diejenigen, die sich eher bevorzugt reaktiv verhalten. Neuer z.B. mag die Besetzung der Pfosten glaube ich nicht so gerne. Ein Trainer, der auf seinen Keeper setzt, wird sich dessen diesbezüglichen Vorlieben nicht verschließen.

Aber ganz gleich, ob ich bei Eckbällen als Keeper und/oder Mannschaft eher auf Sicherung aus bin oder auf die Chance eines Konters spekuliere, ob ich Mann- oder Raumdeckung anwende oder die Pfosten besetze oder nicht – es muss konsequent trainiert und im Spiel angewandt werden. Sonst ergeht es einem Team so wie dem VfB Stuttgart in dieser Hinserie unter Veh. Der stellte nach einem verlorenem Spiel, in dem auch Fehler bei einem gegnerischen Eckball eine Rolle spielten, in etwa folgendes fest: Bisher haben wir bei Eckstößen des Gegners manngedeckt und es hat nicht funktioniert. Jetzt haben wir auf Raumdeckung umgestellt und es funktioniert auch nicht… (kann auch umgekehrt gewesen sein) 😉

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HW 19. Dezember 2014 um 09:43

Der Freistoß war in der Position natürlich ein echtes Problem.

Werder ist mit den vielen Gegentoren auch unzufrieden. Vielleicht werden sie gerade weil sie selber viel kassieren und weil der BVB gerne kontert selber defensiv spielen.
Mir graust es schon vor dem 34. Spieltag, sollten beide, Dortmund und Werder, noch im Abstiegskampf stecken.

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Schorsch 19. Dezember 2014 um 20:48

Erstaunlich, dass so ein überflüssiges Foul in dieser Zone ausgerechnet einem so erfahrenen Spieler wie Kehl unterläuft. Direkte Freistöße in dieser Zone sind eine ‚Waffe‘, das ist nicht erst seit heute so. Zumal Wolfsburg ja nicht nur einen Freistoßschützen hat, sondern diesbezüglich auch variieren kann.

Werder hat nach wie vor ein Defensivproblem und meine Hoffnung, dass dies bald gelöst wird, ist sehr gering. Dieses Problem hängt mMn auch (aber bei weitem nicht nur) mit dem Fehlen von Prödl zusammen. Dass man gegen den BVB defensiv spielen wird mag ich nicht glauben. Gegen den HSV hat man es getan und dann sind doch am Ende noch 2 Gegentore gefallen. Selbst wenn man sich taktisch diszipliniert verhält, wird durch einen individuellen Fehler alles zunichte gemacht. Das Spiel morgen wird kein ‚Entscheidungsspiel‘, aber schon die Richtung weisen. Ein Remis wird keinem der beiden Teams viel nutzen. Ich werde das Gefühl nicht los, dass Werder dem BVB in die Karten spielen wird. Ob es am 34. Spieltag zum ’showdown‘ im Weser-Stadion kommt? Ich glaube es eher nicht. Man kann nichts ausschließen, und wo der BVB am Ende landen wird kann niemand vorhersagen. Aber eine Mischung aus Gefühl und Verstand sagt mir, dass der BVB in der Rückrunde ausreichend punkten wird, sodass man mit dem Abstieg nichts zu tun haben wird. Nicht sehr analytisch, klar. Aber mein Vertrauen in Klopps (und Buvacs) Fähigkeiten, in die weitere Entwicklung einzelner Spieler wie Immobile und in den Formanstieg bei Spielern wie Kagawa oder Gündogan ist groß genug, dass ich an ein Wiederfinden der gewohnten Abläufe glaube. Bei Werder bin ich mir nicht sicher, ob es am Ende langen wird. Da wird vieles von der Formkurve anderer Teams abhängen.

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HW 20. Dezember 2014 um 10:37

Gerade weil Werder typischerweise Dortmund in die Karten spielt kann ich mir vorstellen, dass Werder versucht etwas anders zu machen. Sicher besteht immer die Möglichkeit eines Einbruchs bei Werder.
Ich schätze auch, dass der BVB am Ende besser da stehen wird als Werder. Aber ganz sicher kann man sich nicht sein.

FZ 20. Dezember 2014 um 11:38

Die Donezk-Spieler sind wohl alle zu haben: Luiz Adriano, Bernard, Taison, Douglas Costa, Fred… Nur leider dann nicht mehr für die CL spielberechtigt. Denke leider ebenso, dass sie wohl zu teuer sind.

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Schorsch 20. Dezember 2014 um 13:00

Kann man den Spielern nicht verdenken, dass sie die Ukraine verlassen wollen. Vielleicht könnte ja der eine oder andere dieser Spieler tatsächlich für den BVB interessant sein. Bernard ist z.B ein Spieler, der mMn bei allen Defiziten hinsichtlich der BVB-Spielweise doch das eine oder andere mitbringt was der BVB brauchen könnte. Zumal er auf verschiedenen Offensivpositionen einsetzbar ist. Eigentlich müssten in so einer Situation die Transfersummen eher niedriger sein. Was die CL-Spielberechtigung anbelangt, so ist das mMn sehr nachrangig. Die Bundesliga ist das was für den BVB entscheidend ist in dieser Saison. Aktuell ist man Abstiegskandidat. Es geht um Klassenerhalt, im besten Fall um eine Plazierung im Bereich von Rang 6 bis 4. Da muss aber schon einiges sehr gut laufen in der Rückrunde.

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HW 20. Dezember 2014 um 13:17

Ich weiß nicht in welcher Not Donezk steckt, dass sie in diesem Winter verkaufen müssen. Die Transfergelder hängen dann sicher von der Anzahl der Angebote ab. Ansonsten würde ich bei einem Transfer von diesem Club eher die mittel- bis langfristig Perspektive der Spieler im Blick haben.

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Monogol 17. Dezember 2014 um 18:58

Da denk ich noch, nanu, das Borussia-Magazin hat jetzt einen Taktik-Teil (Viertelseite, halbe Seite mit Abbildung) zum Thema Dreiecksspiel … und liest sich auch noch ganz fachkundig, obwohl man sonst in etwa so prickelnd wie die PR-Blätter von Spar- und Krankenkasse schreibt … da steht am Ende der Name des Autors: MR

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Flo 17. Dezember 2014 um 09:33

Und Klopps Aussage zur Taktik auf der PK deutet wieder auf Gebolze á la Hoffenheim hin, da die Ball“zirkulation“ wieder in gefährlicheren Räumen als an der Mittellinie stattfinden soll. Ob die Truppe momentan mit gepflegtem Kurzpassspiel bis zur gegnerischen Strafraumgrenze kommt, weiß ich nicht. Also wohl wieder hoch, weit und Gegenpressing. Von mir aus gerne!

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Schorsch 17. Dezember 2014 um 13:12

Kann man auch aus den generellen Äußerungen herauslesen. Klopp: „Wir sind uns der Wichtigkeit der letzten Fußball-Woche des Jahres 2014 bewusst. Sie muss ein Geschenk für den Verein und die Fans werden.“ Watzke: „Natürlich freuen wir uns alle auf die Winterpause. Aber bis dahin haben wir noch 2 Spiele. Und da sollten idealerweise Punkte her.“ Kloppsche Prosa fällt mir immer schwer zu interpretieren, Watzkes Aussagen sind da schon klarer. Punkte her, egal wie. Alles andere wäre auch illusorisch. Riecht in der Tat nach dem ‚Gebolze‘ wie im Spiel gegen Hoffenheim. Was ich ebenfalls sehr begrüßen würde, da in dieser Situation das einzig erfolgversprechende Mittel. Klar, die Schweden sind keine Holländer. Ergo die Wolsburger keine Hoffenheimer und Hecking nicht Gisdol. Und Hecking wird sich durchaus auf diese Spielweise des BVB einrichten. Aber wie gesagt, Klopp hat im Prinzip keine Alternative.

Apropos Wolfsburg. Wenn ich de Bruyne spielen sehe frage ich mich immer, warum der nicht beim BVB ist. Der begeistert mich seit seiner Zeit bei Werder.

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Flo 17. Dezember 2014 um 13:33

Vielleicht können die hiesigen Experten ja einen Einblick geben: wie könnte Hecking seine Mannschaft auf so eine Gegenpressing-Orgie einstellen? Lange Bälle aus der Abwehr heraus sind ja schwer zu verhindern und den Kampf um die zweiten Bälle kann man meiner Meinung nach schwierig vorhersehen (im Sinne von: wo landen die zweiten Bälle, wer gewinnt das Kopfballduell usw.). Man sollte natürlich aufpassen, dass keine Lücken klaffen, aber ich wäre auf die Einschätzungen der anderen gespannt.

zu de Bruyne: Mourinho wollte ihn nicht abgeben, als er sich mit dem BVB geeinigt hatte. Ein halbes Jahr später wurde er bei Chelsea doch nicht mehr gebraucht und an Wolfsburg verkauft.

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Schorsch 17. Dezember 2014 um 17:23

Warum sollte Hecking nicht so agieren, wie es andere Teams in Dortmund ebenfalls getan haben, auch wenn eine ‚Gegenpressing-Orgie‘ (um Deinen Ausdruck zu benutzen?) zu erwarten wäre? Wenn das Gegenpressing in ungefährliche Zonen abgeleitet werden kann (siehe 1. Teil der Analyse von MR), die Abwehrreihe tiefer steht und das Mittelfeld so kompakt steht, dass keine Räume für lange Bälle entstehen, dürfte man dem gelassen entgegensehen. Darauf, dass die Wolfsburger dabei gefährliche Konter spielen werden, sollte sich Klopp vorbereiten.

Dass Mourinho den Bruyne nicht freigegeben hat, war mir bekannt. Ich meinte, warum man sich nicht um ihn weiter bemüht hat. Er hätte ja auch in der Winterpause zum BVB wechseln können.

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Xergos 17. Dezember 2014 um 23:56

Zu letzterem: zu dem Zeitpunkt hatte man Miki halt schon geholt und damit nominell wenig Raum im Kader, gerade bei nem Spieler, der ja vor allem um zu spielen von Chelsea wegwollte. Da hätte man im Sommer noch gute Argumente gehabt, weil de factor keine Konkurrenz auf der Position, im Winter nicht mehr

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Schorsch 19. Dezember 2014 um 23:43

Ist mir schon klar. Nur ist de Bruyne ein Spieler, der sowohl auf Außen, als auch auf der 10er-Positiion eingesetzt wird und auf beiden Positionen überzeugt, wie er in Wolfsburg unter Beweis stellt. Wenn man der Analyse MRs folgt (und ich denke, dass man dies in weiten Teilen kann), dann hapert es beim BVB auch daran, dass (vereinfacht gesagt) der Kader nicht genügend erstklassige ‚passende‘ Spieler aufweist. Was z.B. bei den Bayern gänzlich anders ist (was man auch nicht unbedingt vergleichen kann, ich weiß) . 2 teure Spieler zu verpflichten, die ähnliche Positionen spielen, hätte schon Sinn gemacht mMn, unabhängig von der Verletzungsmisere, die man nicht vorhersehen konnte. Auf ihre Einsatzzeiten wären beide gekommen.

Ich hätte de Bruyne halt gerne beim BVB gesehen. Aber was soll’s. Hätte, wenn und aber – alles nur Gelaber. Und wenn’s das eigene ist… 😉


Schorsch 16. Dezember 2014 um 22:16

Wenn ich Klopp vorhin richtig verstanden habe, dann wird der BVB in der Wintertransferperiode aktiv werden. Man will neue, aber keine zusätzlichen Spieler verpflichten. Man will ‚andere‘ Spieler. D.h. zum einen, es werden soviele Spieler geholt wie abgegeben. Zum anderen heißt dies, die neuen Spieler sollen über andere Qualitäten verfügen.

Die Frage ist nun, sollen die neuen Spieler zur neuen Idee passen oder soll die neue Idee durch die alte ersetzt werden und die neuen Spieler dazu passen?

Normalerweise bin ich hinsichtlich solcher Wintertransferes eher skeptisch. Allerdings ist die Situation beim BVB so vertrackt, dass den BVB-Verantwortlichen wohl keine andere Wahl bleibt.

Auf jeden Fall gibt sich Klopp keinerlei Illusionen bezüglich der Winterpause hin (was mich persönlich wieder etwas optimistisch stimmt): „Zehn, zwölf Tage Pause werden unsere Probleme nicht automatisch lösen. Es wird sich nicht alles von allein regeln lassen durch die Winterpause.“

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Koom 17. Dezember 2014 um 10:05

Mal unabhängig davon, wen sie holen, ist es zumindest gut, dass sie nicht alleine auf die Winterpause setzen. Die wird zwar wirklich vielen Spielern gut tun, aber allein darauf zu hoffen wäre zu riskant.

Bin auch mal gespannt, welche Elemente Klopp dazuholen will. Sicherlich wäre ein 100%-Knipser eine tolle Verstärkung, aber woher nehmen? Der immer wieder kolportierte Dzeko wäre sicherlich einer, der stark in diese Richtung geht, aber nach Agueros Verletzung wird City den wohl nicht hergeben wollen. Ansonsten würde ich mal auf einen zentralen Mittelfeldspieler und eventuell einen spielstarken Aussenbahnspieler tippen. Vielleicht auch ein weiterer Aussenverteidiger als Alternative.

Vielleicht macht Klopp die Radikallösung und holt sich Daniel Baier. 😉

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CE 17. Dezember 2014 um 10:13

Im Gespräch sind neben Kampl beispielsweise Paulo Dybala oder Andrej Kramarić. Die Frage, die sich natürlich stellt, ist, wer geht dafür im Winter. Abgesehen von Ji und Jojić fallen einem da keine Kandidaten ein.

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Koom 17. Dezember 2014 um 10:42

Da es dauernd rumgerüchtet wird: Vielleicht wirklich Immobile, der für die Dortmunder Spielweise/Situation vielleicht nicht ideal ist. Ein spielstarker MS (den Ramos zumindest ein wenig geben kann) wäre für den BVB wohl wichtiger als ein theoretisch guter Knipser. Konkret würde mir aber auch keine der Hauptkader-Spieler als Abgang einfallen.

Auf einen DM sollten sie IMO aber auch noch schauen. Kehl wird ja aufhören, Gündogan, Sahin, Kirch müssen alle von teils langen Verletzungen zurückkehren, Bender fängt sich auch dauernd kurzzeitige Verletzungen ein. Meiner Meinung nach DIE andere Schwachstelle der Mannschaft.

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CE 17. Dezember 2014 um 10:47

Ich würde sogar eher auf Ramos tippen, wobei man einen Spieler nach einem halben Jahr nicht gleich abschreiben sollte. Aber Ramos ist im Moment auch nur ein theoretisch „spielstarker MS“, eigentlich jedoch sogar die größere Enttäuschung in meinen Augen. Diesen Transfers konnte ich allerdings sowieso noch nie wirklich verstehen.

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HW 17. Dezember 2014 um 11:19

Thomas Schaaf war bei Spox im Interview und hat unter anderem über die aktuelle Art der Transferbeurteilung gesprochen. Er meinte, dass a) früher die Kader weniger drastisch verändert wurden weil man wusste, dass viele Spieler schwerer zu integrieren sind als ein oder zwei Spieler (wenige Transfers lagen vielleicht auch am Geld). B) Neuzugänge wurden am Ende der Saison, nicht nach ein paar Monaten bewertet.

Koom, wie ist das gemeint. Einerseits soll ein 100%-Knipser kommen, dann wieder Immobile abgegeben werden, weil ein spielstarker Stürmer besser wäre als ein Knipser?
Nun, wenn einer regelmäßig trifft, ist er oft auch wertvoll. Egal wie man die Rolle ausfüllt. Ob ein Spieler schnell funktioniert kann man nicht garantieren und hängt oft von der funktionierenden Mannschaft ab.

Natürlich kann neues Personal helfen. Vor allem, wenn es besser zur Spielidee passt als die vorhandenen Spieler. Aber, man muss dann auch darauf hinweisen welche Personen den aktuellen Kader zusammengestellt haben. Und man darf nicht vergessen, dass neue Spieler auch wieder eine Eingewöhnungszeit benötigen. Zum einen, weil beim BVB nicht jeder Transfer sofort zündet (warum also den Kader zu schnell aufgeben, falls er noch zur Spielidee passt?) und weil man bei einer neuen Spielidee eh alle/viele Abläufe im Team neu einstudieren muss (und das mit dem ganzen Team), was natürlich auch nicht auf Anhieb zünden muss.

Die Untersuchung/Analyse muss beim BVB besonders gründlich erfolgen um die richtigen Diagnose zu stellen und die richtigen Behandlungen/Ideen zu entwickeln. Ansonsten ist jeder Transfer ein Schuss ins Blaue und vielleicht eher ein Störfaktor als eine Hilfe. Die Einarbeitung bindet auch Ressourcen und wird bis zum Saisonende vielleicht keine Wirkung entfalten.

Koom 17. Dezember 2014 um 12:40

@HW:
Ich denke, ein spielstarker Stürmer (der auch trifft *g*) wäre ideal. Wächst aber nicht auf Bäumen. Immobile ist eigentlich ein guter Knipser, allerdings in einem anderen Biotop. Mit Genua/Turin dürfte er eher Konterstürmer gewesen sein, hat also mehr Räume. Mit Dortmund trifft er fast ausschließlich auf stehende Abwehrreihen. Deswegen habe ich Dzeko genannt, der dürfte das mit ManCity ja auch gewohnt sein und trifft trotzdem ganz gut. Aber wie gesagt: Dürfte nicht machbar sein.

Hoffe, es ist verständlicher geworden.

HW 17. Dezember 2014 um 22:51

Hab heute gesehen, dass Dortmund bisher am öftesten im Abseits stand. Demnach müssen die Pippo Inzaghi holen, der wurde ja im Abseits geboren.

Aber Immobile hat heute getroffen und eine Vorlage gegeben. Vielleicht platzt der Knoten langsam.

FAB 22. Dezember 2014 um 11:17

Zu den Spielertransfers in der Winterpause:
Dzeko,Volland,Rudy für Immobile,Kagawa,Jojic wäre ein perfekter Deal!

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Schorsch 17. Dezember 2014 um 13:46

Was Daniel Baier anbelangt, so kann Hummels vielleicht ein gutes Wort für ihn bei Klopp einlegen. Der gute Mats ist ja offensichtlich ’spielverlagerung.de-affin‘ und weiß also um den Wert dieses oft verkannten Genies… 😉

Ich sehe gar nicht einmal so sehr den Bedarf im Bereich ‚Sturm‘. Da sicher auch, aber eher im zentralen MF. Aktuell und perspektivisch. Junior Malanda wäre mein persönlcher Favorit. Ich weiß, dass er nach seiner schweren Verletzung noch nicht wieder im Tritt ist. Aber wie dieser Bursche zu Wolfsburg kam und sofort (!) die Qualität des Spiels gehoben und zum Erfolg beigetragen hat war schon phänomenal. Wäre sicher ein Risikotransfer und WOB würde ihn wahrscheinlich auch nicht gehen lassen und vielleicht ist er auch gar nicht der Spielertyp, den der BVB braucht. Eine echte Verstärkung wäre er allemale mMn.

Ansonsten kann ich mir auch vorstellen, dass ein Offensivaußen geholt wird, der auch zentraloffensiv spielen kann sowie evtl. ein Außenverteidiger.

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Schorsch 17. Dezember 2014 um 14:16

@HW: Die Punkte, die Du nennst sind genau diejenigen, die mich gegenüber Transfers in der Winterpause eher skeptisch machen. Allerdings ist der Unterschied zwischen der Zielsetzung des BVB vor der Saison und der Realität nach dem 15. Spieltag derart groß, dass man auch eine solche Maßnahme ins Auge fassen muss. Klopp sagt selbst, alles müsse und käme auf den Prüfstand. Und das wird bestimmt kein normaler Soll/Ist – Abgleich, der nun beim BVB ansteht. „Die Idee hinter der neuen Saison passte also nicht optimal zum Kader.“ benennt MR als ein Fazit seiner Analyse. Es würde mich wundern, wenn Klopp/Buvac, Zorc und Watzke nicht zu einem ähnlichen Schluss kämen, wenn sie nun alles auf den Prüfstand stellen. Und da kann man es drehen und wenden wie man will, man steckt in der Zwickmühle. Bleibt man bei der Spielidee, dann passt weiterhin der Kader nicht so recht. Kehrt mnan zur früheren Spielidee zurück, dann passt er allerdings auch nicht. Bliebe die Möglichkeit, eine gänzlich neue Spielidee zu entwickeln, die dem vorhandenen Kader gerecht wird. Ob das allerdings so einfach möglich ist und nicht noch mehr Zeit Ressourcen bindet ist schon eine Frage, die man sich stellen muss. Da mag es durchaus sinnvoller sein, dies Zeit und diese Resssourcen auf die Integration von z.B. 2 oder 3 neuen Spielern zu verwenden. Dass diese möglichst schnell einschlagen müssen, ist schon klar. Dies ist und bleibt ein Risiko. Aber das Risiko was man einginge, wenn man keine anderen Spieler verpflichtete, wäre mMn höher.

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HW 17. Dezember 2014 um 16:17

Ich gebe dir recht. Die Situation ist ja schon verfahren, und es gibt keine Patentrezepte die Erfolg garantieren.

Wenn man einen neuen Spieler holt, Zeit in ihn investiert und dieser Spieler dann besonders gut funktioniert, heißt das ja noch nicht, dass es nur an dem Spieler lag. Vielleicht lag es einfach an der intensiven Betreuung oder an einer neuen Idee. Aber das kann man vorher nicht mit Sicherheit sagen. Daher sind Transfers nicht auszuschließen.

Ich versuche das mal mit Projektgeschäft in der freien Wirtschaft zu vergleichen. Man ist also mitten in einem Projekt und es läuft nicht, man ist hinterm Zeitplan und ein paar Meilensteine hat man vielleicht ganz abgeschrieben. Die Gründe betrachten wir mal nicht.
Eine typische Reaktion ist das verantwortliche Personal zu tauschen (Trainerwechsel, diese Saison in der Liga schon erlebt). Eine andere Reaktion ist die Man-Power zu erhöhen um den Rückstand aufzuholen oder eine mangelnde Kompetenz nachzurüsten. Spielertransfers gehen im Fußball nur in den uns bekannten Fenstern oder zu besonderen Bedingungen, das macht die Sache ganz interessant, aber grenzt den Handlungszeitraum ein.
Leider ist es so, dass zusätzliches, bzw. neues Personal eingearbeitet werden muss. Bei besonders vielen Baustellen würde man meinen viel Man-Power hilft. Aber viel Man-Power bedingt viel Einarbeitung, egal ob man Fußvolk (Spieler) oder Zuarbeiter (Funktionsteam) dazu holt. Dieser Overhead durch die Einarbeitung bremst die eigentliche Weiterentwicklung durch die Bindung von Ressourcen. Mehr Ressourcen (Spieler) können also zu weniger Ressourcen (effektive Arbeitszeit) führen, weil man nur mit Koordination und Einarbeitung beschäftigt ist.
Gerade zum Ende eines Projektes kann es also ein Nachteil sein die Man-Power zu erhöhen (außer man findet Personal, dass schon im Projekt drin ist).
Ich schließe daraus: Wenn man etwas macht, dann muss dieser Lösungsversuch sehr überzeugend sein. Man kann nicht einfach irgendeinen Spieler holen, sondern braucht jemanden, der sich schnell zurecht findet. Es geht weniger darum ob der Spieler sich langfristig zu einem Superstar entwickeln kann, sondern ob er sofort das Grundniveau verbessert.

Vielleicht fällt es bei einem Stürmer immer leichter ihn ins kalte Wasser zu schmeißen. Vielleicht verbrennt man auch nur Geld. Wichtig ist, dass der BVB genau analysiert in welchen Bereichen ein neuer Spieler sinn macht und ob es überhaupt einen gestandenen Profi gibt der helfen kann.

Die Magath Taktik, möglichst viele Spieler zu verpflichten, sollte eigentlich komplett ausscheiden. Außer man setzt darauf, dass in einem möglichst großen Heuhaufen schon irgendwo die Stecknadel zu finden sein muss (Überwachungsprinzip der NSA).

Ganz wenige, sehr gezielte Neueinkäufe können helfen. Vielleicht ist der passende Spieler auch schon im Verein (Jugend, zweite Mannschaft).

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Schorsch 17. Dezember 2014 um 18:03

Das ‚Prinzip Magath‘ ist obsolet, da bin ich bei Dir. Panikreaktionen wie von Dir aus einem anderen Bereich geschildert gilt es unter allen Umständen zu vermeiden. Selbstverständlich können es nur gezielte, passgenaue Neuverpflichtungen sein. Allerdings sollte nicht nur klar sein, in welchen Mannschaftsteilen tatsächlicher Bedarf besteht, sondern eben auch zu welcher grundsätzlichen Spielidee und zu welchen Varianten ein neuer Spieler nicht nur passen, sondern qualitativ sogar eine Verbesserung bringen soll.

Klopp hat gesagt, er selbst habe Immobile über 70x selbst beobachtet und analysiert (‚Vor-Ort-Beobachtung‘ und Videoanalysen). Hinzu kommen die x Beobachtungen und Analysen der Scouts etc. Man darf also davon ausgehen, dass sich die Verantwortlichen schon mit sehr viel Überlegung und Akribie an die Verpflichtung eines Neuzugangs gehen. Was nicht zwangsläufig bedeuten muss, dass der neue Spieler dann auch tatsächlich einschlägt. Sofort, nach einer kürzeren oder längeren Integrationsphase, oder überhaupt nicht. Mitunter bekommt man auch nicht den Wunschspieler, der aller Voraussicht nach am besten passen würde. Dann muss man den zweitbesten Kandidaten nehmen, der vielleicht etwas weniger gut passt. Je mehr zweit- oder drittbeste Kandidaten ich verpflichte, umso größer das Risiko, dass die Rädchen am Ende nicht so ineinandergreifen, wie es notwendig wäre. Und das könnte beim BVB passiert sein, und wenn ich MR richtig verstanden habe, schließt er das auch nicht aus. Zumindest wenn man die Relation zur Spielidee herstellt, die ja auch schlicht nicht die richtige gewesen sein kann.

Nochmals zu Immobile: Seine Qualitäten hat er bei Torino unter Beweis gestellt und er ist auch in die Nationalmannschaft berufen worden. Die Frage ist mMn nur, wer sich mehr anpassen muss. Die Spielidee an den Spieler oder der Spieler an die Spielidee. Da steht der Trainer in der Verantwortung.

Zu den Nachwuchsspielern beim BVB: Duksch hat man verliehen, und ob er der geeignete Stürmertyp ist weiß ich nicht. Hofmann ist ebenfalls verliehen, er wäre mMn momentan eine wirkliche Alternative (verletzungsfrei natürlich). Leitner, Bittencourt – für mich keine Spieler, die nun weiterhelfen würden. Aus der U-23 sehe ich niemanden. der aktuell eine echte Verstärkung wäre. Außerdem scheint Klopp dem Nachwuchs nicht (mehr?) so recht zu trauen.

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HW 17. Dezember 2014 um 20:11

Ich habe ja auch schon mal bezweifelt, dass die Spieler alle optimal in das geplante Spielsystem passen. Wobei man sicher zwischen dem ganzen Kader und dem zwischenzeitlich durch Verletzte reduzierten Kader unterscheiden muss. Man könnte auch sagen, es fallen zu viele Offiziere aus und die Unteroffiziere und Mannschaftsränge können das nicht auffangen.

Ich weiß nicht ob Klopp aufgrund dieser Hinrunde ganz neue Ideen hat. So was könnte sich massiv auf den Kader auswirken. Oder wird er nur Kleinigkeiten korrigieren, weil Erwartungen bisher nicht erfüllt wurden?

Egal was passiert, im Wintertransferfenster muss erstmal der richtige Spieler gefunden werden. Selbst, wenn man theoretisch einen Spieler von einem groß europäischen Club losreißen könnte, im Winter ist das unwahrscheinlich. Ich saga mal so (unabhängig davon ob der Spieler irgendwie hilft), ein Spieler wie Podolski (Bank bei Arsenal) vielleicht, Dzeko (nicht Stamm aber mit regelmäßigen Einsätzen bei City) eher nicht.

EvS 18. Dezember 2014 um 08:19

für mich klang es eher so dass keine neuen spieler kommen aber man was anderes macht. in verbindung mit der pk nach dem wolfsburg-spiel sieht es für mich eher nach abschied klopp aus.
zitat: „letztes heimspiel“, „bei fans bedanken“, „die mannschaft steht hinter mir – also nicht im übertragenen sinn, sondern wörtlich“

aber man wird sehen was passiert.

HW 18. Dezember 2014 um 09:08

Habe die PK nicht gesehen. Ging es vielleicht nicht einfach um die Winterpause und das Jahr 2014?

Schon interessant, dass die Farewell Phrasen auf wirklich jede Art des Abschieds angewendet werden können (Winterpause, Trainerwechsel, Stadionumzug).

EvS 18. Dezember 2014 um 09:23

ja, das ist ja das schöne an allgemeinsätzen. allerdings wundert es mich ein wenig dass die medien so gar nicht darauf anspringen.
aber was mich als aussage wirklich überrascht hat war die aussage mit der mannschaft. war eigentlich überflüssig das so rauszustellen. aber wir sind hier ja nicht beim doppelpass, deswegen hör ich jetzt mal mit der kaffeesatzleserei auf 😉

was ich aber bei klopp überhaupt nicht verstehe ist dieses unbedingte festhalten an bender. klar er ist ein super pressingspieler, aber zum neuen spiel passt er ja nun mal gar nicht und ist eher kontraproduktiv. spätestens seit gündogan wieder da ist könnte ich mir ein mittelfeld mit kehl, gündogan und jojic recht gut vorstellen.

kaum 18. Dezember 2014 um 09:35

@EvS: also hier mal die Passage zitiert aus der FAZ:
Es schien Klopp ein Bedürfnis zu sein, für einen Augenblick in die Zukunft zu schauen und sich vorzustellen, wie es wohl sein wird, wenn er eines Tages oder eines Jahres nicht mehr Trainer des BVB sein wird. „Es mag der Zeitpunkt kommen in meinem Leben, wo ich nicht mehr Trainer dieser Mannschaft bin. Was ich aber jetzt schon weiß, was ich dann vermissen werde, ist, dass ich nichts mehr vermissen werde als diese Atmosphäre“, sagte er. „Was die Zuschauer hier zaubern, ist phantastisch. Es gibt viele atmosphärische Stadien auf der Welt, aber wenige Stadien, die auf Platz sechzehn so abgehen.“
http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/bundesliga/2-2-gegen-wolfsburg-klopps-liebeserklaerung-an-bvb-fans-13328664.html

Ich kann da keine Rücktrittsgedanken herauslesen.

HW 18. Dezember 2014 um 11:43

@EvS Wenn jemand hinter dir steht, dann kann das auch eine gute Position sein um dir den letzten Stoß zu verpassen. Ich finde diese Redewendung immer ungewollt doppeldeutig.

Fred Erik Gustaf 17. Dezember 2014 um 16:59

Mir stellt sich dann natürlich auch die Frage: Ging man zunächst davon aus, dass diese Spieler in das neue System passen? Vor allem „Königstransfer“ Immobile schien doch zunächst so, als wolle man sich noch mehr aufs Konter- und Pressingspiel fokussieren. Meint ihr Klopp/Zorc/Watzke arbeiten, gerade aufgrund des Erfolgs(druck) nicht mehr so zielstrebig miteinander, und es werden Entscheidungen getroffen, die der Einzelne als Erfolg verbuchen möchte? Ein Beispiel wäre der Ginter-Transfer: sowohl die Borussia als auch der FC Bayern waren an ihm interessiert, der FCB hätte ihn aber „nur“ ablösefrei nächstes Jahr verpflichtet. Also schlug der BVB schnell zu, um zum einen einen Weltmeister zu verpflichten, zum anderen die Bayern auszustechen. Ich vermute, dass in diesem Fall Zorc auf den Wechsel drängte, notwendig war er nicht. Ist ein solches Szenario bei vielen Verpflichtungen/Spielern denkbar? Falls in der Winterpause tatsächlich ein radikaler Schnitt erfolgt, dann müsste sich doch auch jemand eingestehen, vor der Saison (grobe) Fehler gemacht zu haben.

Jedenfalls erklärt dieser Artikel sehr genau, welche Probleme die Borussia hat und ich stimme diesen auch größtenteils zu. Auffällig an Klopps Trainerfähigkeiten sind tatsächlich die nur kleinen taktischen Veränderungen. Auf ein Wechsel der Ausrichtung wird verzichtet, so dass der Laie mitunter das Gefühl hat, der BVB spielt 60 Minuten ohne taktische Mittel quasi hilflos (Niederlage bei Arsenal). Ich bin gespannt, was man sich nun überlegt. Aufgrund des häufig angesprochenen fehlenden Mutes zur Veränderung bei den Borussen (auch was etwa die Verpflichtung eines großen Namens: Dzeko wäre zu haben gewesen), darf man eher skeptisch sein.

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Xergos 16. Dezember 2014 um 18:53

Am Ende kann man also sagen: mit dem aktuellen Kader kann es nicht weitergehen, weil man nur noch „Ergänzungsspieler“ hat, den richtigen Umbruch hat man einfach verpasst. Was ist jetzt die Lösung? Alles verkaufen wo man noch Geld für bekommt und hoffen, dass man wieder ähnliche Knaller auf dem Transfermarkt landet wie zwischen 07 und 2010? Das wäre dann ja ein kompletter Neuanfang, nur mit etwas besseren wirtschaftlichen Voraussetzungen

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flo 16. Dezember 2014 um 12:20

Herzlichen Dank!
Anmerken würde ich gerne noch, dass man faierhalber Klopps Ausrichtungen zu Beginn der Saison im Zusammenhang zu einem 5 bis 10 Jahresplan bewerten sollte. Die fast legendären „understatements“ der Meistersaisons glaubt schon lange niemand mehr und realistisch wird der BvB mit wachsendem Erfolg immer weniger um die Ballbesitzrolle herum kommen. Daher zeigt es aus meiner Sicht einen Weitblick zu Beginn der Saison diesen im Artikel beschriebenen Fokus zu legen. Vereinfacht ausgedrückt, wenn Bayern das Gegenpressing kopieren musste bis hin zur Spitzenmanschaft, muss dann nicht Dortmund das Ballbesitzspiel und die systematische Flexibilität besser lernen, wenn es auf lange Frist oben mithalten will? Wenn man das nun noch mit einer begrenzten Vorbereitungszeit zusammenpackt und die Verletzungen noch nicht „einpreist“ erwarte ich doch eigentlich von Klopp das er den Fokus so legt oder sehe ich das falsch?

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aleader 15. Dezember 2014 um 23:58

Schlussendlich ist die Frage: sind die Verantwortlichen lernfähig? Schafft Dortmund diese Saison den Klassenerhalt? Ich würde beide Fragen verneinen. Die großen Dortmunder Zeiten sind vorbei, nach dem Abstieg rechne ich da auch nicht mit einer zeitigen Wiederkehr

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fussballdiaspora 16. Dezember 2014 um 08:02

Paul, bist du es? Leberwerte wieder okay?

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M1Schmitt 15. Dezember 2014 um 15:51

Interessant ist auch die wahre Tabelle. Diese weist dortmund dem 12. platz zu, mit 8 punkten abstand auf den drittplatzierten Gladbach

http://www.wahretabelle.de/

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Franz 16. Dezember 2014 um 13:48

Emm…nein. Da steht 15.

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m1schmitt 17. Dezember 2014 um 10:51

da wurde nachdem ichs gepostet habe der letzte spieltag noch mit reingenommen
deswegen hat sich die platzierung verändert

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HK 15. Dezember 2014 um 12:28

Die Dortmund-Serie ist klasse! Da wartet man doch gerne den einen oder anderen Tag länger. Obwohl, eigentlich würde ich die Fortsetzung doch lieber gleich lesen.

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felixander 15. Dezember 2014 um 10:01

Witzig, dass beim Doppelpass als Problem für die Krise zu viele „fertige“ Spieler und damit ein Mangel an Hunger und Leistungsbereitschaft ausgemacht wurde. Eine schöne Antithese zu MR. Außerdem ergibt sich dadurch eine fehlende Hackordnung (WTF?!) und die ist bekanntermaßen das A und O (O-Ton Paul Breitner), wenn man zu den big boys gehören will.
Es tut echt manchmal weh, dass immer noch so viel Nonsens in der Öffentlichkeit verbreitet werden darf.

Seh ich es richtig, dass es kein Zufall ist, dass Miki eine langwierige Muskelverletzung erlitten hat? RM hat sowas mal beim BVB angedeutet. Und wie ist so eine schwache Verteidigung wie beim Tor der Hertha zu erklären? Hummels setzt seine Grätsche ungefähr 3m neben Schieber an.

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CE 15. Dezember 2014 um 10:12

Ich möchte nicht die dort vorgetragenen Thesen verteidigen. Aber man muss zwischen kompletten und fertigen Spielern unterscheiden. Das Beuteschema sollte sich auf Akteure richten, die nicht nur einzelne herausragende Fähigkeiten haben, dafür an anderer Stelle größere Mängel zeigen, was man beim BVB vor allem auf die erwähnten „Laufmaschinen“ ummünzen kann. Komplette Spieler können auch 20-Jährige sein. Mit fertigen Spielern meinte man wohl Ramos, Mkhitaryan und Co., wobei das nicht vorhandene Entwicklungspotenzial, was damit angedeutet werden sollte, in der Realität nicht zutrifft.

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Koom 15. Dezember 2014 um 10:12

Gladbachs Eberl hats wohl passend beantwortet: Die Bayern taten gut daran, auf Rummenigge und vor allem Hoeneß zu setzen, anstatt auf Breitner. Ich denke, damit ist dabei auch genug gesagt. 😉

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MR 15. Dezember 2014 um 10:16

Also Breitner hat schon einen echt speziellen und abgefahrenen Humor.

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RM 15. Dezember 2014 um 10:38

Seh ich es richtig, dass es kein Zufall ist, dass Miki eine langwierige Muskelverletzung erlitten hat? RM hat sowas mal beim BVB angedeutet.
Ja, das habe ich. Basiert auf den Arbeiten und Studien von Ekstrand und Verheijen, der in einem Interview mit 11Freunde ebenfalls davon sprach:

Ich weiß nicht, wer etwa für diese Arbeit bei Borussia Dortmund zuständig ist, aber dort gibt es eine Menge Probleme. Die Liste der verletzten Spieler ist lang, was für mich eine große Überraschung ist. Vor zwei Spielzeiten hatte die Mannschaft fast keine Ausfälle, obwohl sie in der Champions League bis ins Finale kam und fast alle Spiele mit fast derselben Besetzung absolvierte. Ich weiß, dass der Klub danach seinen Fitnesstrainer auswechselte, Oliver Bartlett ist zum RB Salzburg gegangen und in diesem Sommer mit Trainer Roger Schmidt zu Bayer Leverkusen. Um genau zu analysieren, was in Dortmund schief läuft, müsste man vor Ort sein. Aber man kann sicher sagen, dass etwas schief gelaufen ist. Die Frage ist nur, ob Jürgen Klopp und Borussia Dortmund das Problem lösen wollen. Wenn sie externen Faktoren die Schuld geben, wird das nicht passieren. Wenn sie sich selbst die Schuld geben, dann haben sie die Chance dazu.

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felixander 15. Dezember 2014 um 11:00

Und dieses Problem lässt sich nicht kurzfristig beheben bzw. glaubt ihr, dass sie es noch gar nicht erkannt haben? Arsenal wird in dem Zusammenhang ja auch oft angesprochen und auch da ist beispielsweise Ramsey schon wieder verletzt. Das untermauert in meinen Augen deine und Verheijens Aussagen.

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HW 16. Dezember 2014 um 12:31

Auch bei Arsenal gab es einen „deutschen(?) Neuzugang“ im Trainerteam. Ich weiß nicht, ob es ein Physik oder ein Fitnesstrainer ist. Sorgt jedenfalls auch ein wenig für Diskussionen.

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HW 16. Dezember 2014 um 12:32

Korrektur: Physio, nicht Physik.

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NanLei 29. Januar 2015 um 11:34

Verletzung ist leider Medizinisch gesehen schwer zu erklären. Manche sagen Trainingshärte Alter Ernährung Lebenswandel Pech usw. vor zwei Jahren waren die jungen Dortmunder jung und schnell. heute paar Jahre älter mit dickere Krankenakte ist es nicht mehr wie damals. Reus wird immer wieder umgehauen. So sammelt sich es. Meistgefoulte Spieler haben es sehr schwer im Alter. Das System ist Laufintensiv. Ermüdung verstärkt durch dreifach Belastung. Beten und Hoffen

HW 16. Dezember 2014 um 12:28

Schon als der BVB ins Champions League Finale kam, lief z. B. Piszczek auf dem Zahnfleisch. Zur damaligen Zeit hatte der BVB vielleicht mit anderen Verletzungen zu kämpfen als heute. (Man muss da sicher die Muskelverletzungen und besonders betrachten.)

Wenn es diesen Wechsel bei den Fitnesstrainer gab, dann wäre interessant warum und wie sich dieser Schnitt genau ausgewirkt hat. Ist es tatsächlich ein Problem bei der Fitness oder Vorbeugung oder bei der Behandlung von Blessuren?

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FZ 17. Dezember 2014 um 17:47

Man sollte allerdings hinzufügen: Bartlett war ein Anhänger der Methoden von Verheijen. Kein Wunder also, dass dieser ihn verteidigt. Trotzdem sind die vielen Muskelverletzungen beim BVB offensichtlich. Bartlett allerdings verließ die Dortmunder schon nach der Saison 2009/2010. Erst danach wurde man so richtig erfolgreich.

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Isco 15. Dezember 2014 um 11:33

Was? Doppelpass ist kein Satireformat, das der restlichen Fußballballberichterstattung im Fernsehen einen Spiegel vorhalten will? Paul Breitner meint seine Aussagen wirklich ernst? Nein, das darf nicht sein, das kann nicht sein. Ich glaube ihr habt nur die Ironie dort übersehen.. 🙂

Bei Henrikh muss man auch bedenken, dass er aus Mangel an wirklichen Alternativen (was strategisch gute Spieler angeht; siehe oben) in letzter Zeit gefühlt jedes einzelne Spiel 90 Minuten lang durchgespielt hat; seine Verletzung ist sicherlich irgendwo auch eine Folgewirkung der Verletzungen seiner Kollegen.

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rodeoclown 15. Dezember 2014 um 00:16

Beim Lesen dieses Artikels könnte ich immer noch heulen wenn ich daran denke, dass Éver Banega anfang der Saison für 2,5 Mio. gewechselt ist. Im Dortmunder Gegenpressing mit einem Sven Bender neben sich… klingt das eigentlich nur für mich wie das perfekte Biotop für diesen Fußballer?

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Schorsch 14. Dezember 2014 um 11:50

Gegen Hoffenheim hat Klopp die richtige Konsequenz aus der Tabellensituation (Rang 18 nach 13 Spieltagen), den vielfältigen und vielschichtigen und in ihrem Zusammenwirken komplexen Ursachen der Krise gezogen. Sein Team war von der Ausrichtung, der Spielweise und der Aufstellung her defensiver ausgerichtet als sonst. Im Zweifelsfall gingen die Spieler kein Risiko ein und haben den Ball schlicht nach vorne gepöhlt. Nichts für Freunde des taktisch und spielerisch anspruchsvollen Fußballs, aber genau richtig. Im Laufe des Spiels gewann das Team aus der defensiven Stabilität immer mehr an spielerischer Sicherheit und konnte 3 Punkte einfahren. Sicher spielen die Herthaner gänzlich anders als die Hoffenheimer, darum muss man sich nicht streiten. Aber man muss deshalb in dieser ganz besonderen Situation nicht unbedingt anders gegen sie spielen. Unsinnige Behauptung? Nein, nur eine pragmatische Ansicht. In den wenigen Spielen bis zur Winterpause mit den wenigen Trainingseinheiten wird keinerlei Rückkehr zur Leichtigkeit des Seins gelingen. Jetzt gilt es zu Punkten und nichts anderes. Das hört sich jetzt sehr nach Neururer, Funkel oder ‚Fußballstammtisch‘ an. Mag sein. Deshalb ist es aber nicht unbedingt falsch. Erst die Winterpause wird Klopp die notwendige Zeit geben, um wirklich eine kausale Problemlösung anzugehen (soweit möglich jedenfalls). Bis dahin zählt schlicht und einfach nur der einzelne Punkt, den man holen kann. Nichts für Feingeister, aber wichtig um nicht abzusteigen. Klopp fehlt der Mut (ja, Mut) , in Berlin ‚0:0 – orientiert‘ aufzutreten. Bis zum Ende der Hinserie muss man noch gegen Wolfsburg und Werder spielen. Da bleibt vielleicht die Hoffnung, dass diese Teams eben nicht mit einer defensiven Grundorientierung agieren und es dem BVB dadurch etwas leichter machen werden. Diese Hoffnung war in dieser Saison allerdings allzuoft trügerisch.

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FAB 14. Dezember 2014 um 01:02

Extrem guter Artikel der die BVB Krise auf den Punkt bringt. Mir gefällt insbesondere die Betonung auf den „kulturellen“ Aspekt. Mit Kultur meine ich erstens die Situation im Team, sehr gut beschrieben die festgefahrene Struktur in der Mannschaft mit der Fragestellung was nach der rein mannschaftsorientierten Perfektionierung des Pressingsystems kommt. Zweitens die „Kultur“ die aus dem Sportmanagement in die Mannschaft getragen wird, was sich auf die Kaderplanung / Personalpolitik auswirkt. Im Artikel ist schon angeklungen, dass die Ansätze widersprüchlich waren. Klopp hat (wohl etwas angelehnt an Guardiolas FC Bayern) nach Flexibilität gesucht um den erhöhten Ansprüchen in der Bundesliga zu genügen. Aber hierfür wäre wohl auch ein Umbruch in der Personalpolitik nötig gewesen. Der BVB hat sehr rational halb fertige Stars geholt, die ins Gehaltsgefüge passen. Hier wäre aber wohl etwas mehr Mut hilfreich gewesen (auch trotz der negativen Erfahrungen wie Ende 90 Salou, Ikpeba, Bobic usw – alle gefloppt). Wie ist der FC Bayern mit der zweijährigen Dominanz vom BVB umgegangen? Es wurde das Pressingsystem (etwas modifiziert) kopiert und man hat in der Spitze das Gehaltsgefüge drastisch erhöht. Dass dann z.B. ein Toni Kroos geopfert wurde, hat man im Kauf genommen. Die Frage ist, ob man nicht doch besser gefahren wäre, als Lewandowski Ersatz einen Spieler wie Edin Dzeko zu holen, auch mit dem Risiko der Gehaltsunterschiede …

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nougat 13. Dezember 2014 um 23:23

es interessiert nicht, was wahr – es interessiert was ist ! will sagen, die mannschaft hat den gong nicht gehört und scheint komplett auseinanderzufallen. immobile ist ein fehlkauf. ramos ist ein fehlkauf. kagawa ist ein fehlkauf. sahin ist ein fehlkauf. ich mag es kaum glauben, aber bei allem, was ich derzeit vom bvb sehe, kann ich nicht daran glauben, dass sie SO die liga halten werden. noch viel schlimmer: klopp scheinen die ideen auszugehen oder aber er weiß nicht mehr weiter aufgrund der vielzahl an problemen. es scheint so, dass der bvb geknackt ist und dass sie nichts im köcher haben. klopp will retro, aber retro is schnee von gestern. die jungs können nicht mehr in ein neues gleis reinspringen und müssen sich mit neuen spielern, neuen spielabläufen vertraut machen, aber das dauert viel, viel zu lange. momentan sehe ich ganz harte zeiten auf den bvb zukommen. und sie spielen wirklich gegen den abstieg, was ich bisher überhaupt nicht wahrhaben wollte.

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blub 13. Dezember 2014 um 23:43

Gegen Herthas Mannorientierungen das konstruktive spiel zu suchen halte ich für potentiell gefährlich. da kann ich den fokus auf zweite Bälle durchaus nachvollziehen.
selbst wenn dann beide seiten „schlechten“ fußball spielen sollte der BVB immernoch die mehrheit gewinnen. Die qualität ist ja da. NCIht die feine art, aber das ist im moment auch nicht gefragt.
Zwischen intelligentem Bolzen und dem was da teilweise zu sehen war ist aber doch ein unterschied.

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M1Schmitt 13. Dezember 2014 um 22:30

was kloppo heute in der zweiten halbzeit hat spielen lassen habe ich so vom bvb auch noch nicht gesehen.Die beiden außenverteidiger schoben bei ballbesitz auf die halbpositionen im mittelfeld.
Sollte die Möglichkeit zweite Bälle zu gewinnen verbessern, da man fast ausschließlich mit hohen bällen operierte. Für mich auch in gewisser Weise schon enttäuschend anzusehen, dass der bvb mittlerweile auf solch rustikale konservative Mittel in Ballbesitz zu setzen.
Musste auch an den Artikel denken in dem Bezug auf die eingefahrenen Strukturen genommen wird und habe mich gefragt ob das nicht auch die im Artikel beschriebene Beobachtung evident macht. Um die mannschaft aus der lethargie zu nehmen und sie neu denken zu lassen hat man das verändert.
Dynamik hat es fast keine gebracht.

Klopp versucht halt irgendwie mit den mitteln die er jetzt hat umzugehen aber ich finde es sehr dürftig.
Dass Sahin lange ausfällt, Gündogan Zeit brauchen wird bis zur Normalform, Hummels mit den Folgewirkungen der Wm zu kämpfen hat auch sehr lange gefehlt hat, Kirch weiß ich nicht ob er zu Beginn der Saison bereits ausgefallen war und Lewandowski auch fehlt um wie im artikel beschrieben Eckpfeiler im Mannschaftsgerüst zu bilden wusste man vor Beginn der Saison.

Schade, dass Klopp sich da ein wenig die Sicht hat vernebeln lassen. Ihn schätze ich eigentlich als realistischsten Betrachter im Triumvirat Zorc, Klopp, Watzke.

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Karl Moor 13. Dezember 2014 um 15:03

Am Ende des Artikels werden komplettere Spieler und technische Verantwortungsträger gefordert. Meint ihr, dass Bittencourt in dieser Hinsicht in der Zukunft noch eine Rolle spielen könnte (sollte)?

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mk 13. Dezember 2014 um 21:31

Nein.
Und wo wir gerade dabei sind: Lars Stindl ist auch kein kompletter Spieler. Es lohnt sich also nicht, da anzufragen. Ach was, es lohnt sich nichtmal, ihn überhaupt intensiver zu beobachten. Es gibt da nichts zu sehen. Absolut nichts. Gib das mal bitte an die Verantwortlichen weiter, wenn du ihnen deine mega nice Krisenanalyse übergibst, MR.
😉

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Koom 13. Dezember 2014 um 10:59

Sehr guter, sehr aufschlussreicher Artikel. Freue mich schon auf die weiteren Teile. Gerade in solchen Situationen lernt man sehr viel über Fußball und seine Zusammenhänge.

Das ist übrigens sowieso einer der Vorteile bei Klopp: Er durfte schon in Mainz lange schlechte Phasen durcharbeiten, sogar mal absteigen. Auch in Dortmund zweifelt man nicht an ihm. Dadurch wird er selbst mit jungen Jahren schon ein extrem erfahrener Trainer.

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M 13. Dezember 2014 um 00:55

Kurze persönliche Meinung zu deinem Artikel MR: Lese schon seit einigen Jahren eure Artikel und mir gefallen sie immer besser! Insbesondere finde ich das das der Artikel, ich sag mal, mehr „frei Schnauze“ geschrieben ist. Somit weg vom eher wissenschaftlichen Schreibstil, welcher bei der Komplexität des Inhalts ja naheliegt jedoch auf mich immer mechanisch wirkt. Sieht einfacher aus, schätze ich jedoch als wesentlich schwerer in der Umsetzung ein.
Vielen Dank für die tolle Arbeit!

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Schorsch 13. Dezember 2014 um 00:37

Ein sehr interessanter Artikel, Kompliment. Besonders stark (weil nachvollziehbar) dort, wo es konkret wird. An einigen Stellen etwas sehr spekulativ und theoretisch für meinen Geschmack (z.B. Erklärungsversuch für die „Patzertore“), was allerdings den Gesamteindruck nicht allzu sehr stört.

Dass man beim BVB vielleicht zu sehr auf Ergänzungsspieler gesetzt hat, die auf ihren Positonen (wenn sie als ‚erste Wahl‘ einspringen müssen) doch nicht über die notwendige Qualität verfügen, ist evident. Ich finde es schon enttäuschend, dass man dem Nachwuchs keine Chance eingeräumt hat (Sarr, Günter; auch Hofmann kann man dazu zählen).

‚Komplettere Spieler – kompletterer Fußball – komplettere Trainerarbeit‘ Sehr gut auf den Punkt gebracht. Eine eher indirekte, dennoch zutreffende Kritik an Klopp und wohl auch Zorc. „Die Idee hinter der neuen Saison passte also nicht optimal zum Kader.“ Auch hier eher subtil, aber nichtsdestoweniger passend formuliert. Man hätte es allerdings auch drastischer ausdrücken können.

Noch zur 6er-Position: Leitner wäre mMn keine Alternative gewesen. Man kann den VfB schwerlich mit dem BVB vergleichen, aber überzeugt hat er mich dort bislang nicht. Was Kirch anbelangt, sollte man seine Fähigkeiten und seine Bedeutung für das BVB-Spiel ruhig noch klarer herausstellen. Das hat die letzte Rückrunde in der Tat gezeigt. Wirklich bedauerlich, dass der BVB nicht auf ihn zurückgreifen konnte. Mit Gündogan, Sahin, Kehl, Bender und Kirch bin ich für die Rückrunde optimistisch. Was Jojic anbelangt, so sehe ich nicht, wie er dem Team qualitätsmäßig weiterhelfen soll.

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Der Tortilla-Bäcker 12. Dezember 2014 um 22:23

„Auf den Punkt gebracht: Das „Systemcoaching“ der Vorbereitung ist versandet. Man hat etliche Alternativen zum 4-2-3-1 probiert, um dann doch ständig 4-2-3-1 zu spielen. Das klingt nach vergeudeter Zeit und das war es wohl auch.“

Kann man sagen, warum denn dann doch wieder hauptsächlich im 4-2-3-1 gespielt wurde?
Die eigentlichen Vorteile (Eingespieltheit, Perfektion usw., wie im Artikel beschrieben) liefert das diese Saison ja nicht.

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MR 12. Dezember 2014 um 23:01

Wird im dritten Teil näher drauf eigegangen. War mE eine Mischung aus Personalnot, Personalmöglichkeiten (Kagawa) und der Suche nach der alten Stabilität.

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Dr. Acula 12. Dezember 2014 um 22:23

Super geschrieben, großes Kompliment!

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flowrider 12. Dezember 2014 um 18:53

Wie seht ihr eigentlich das spielerische Entwicklungspotenzial von Immobile ? Wird er in Zukunft mehr am Spiel teilnehmen oder bleibt er ein sehr abschlussstarker, technisch durchschnittlich begabter Stürmer. Klopp hat übrigens in der PK nach Anderlecht gesagt, dass er sich manchmal zu tief fallen lässt (war also nicht geplant).
Außerdem wird ja immer wieder Schmelzer Offensivschwäche, insbesondere ineffektive Flanken betont. Paradoxerweise tritt er ziemlich viele Freistöße von der Seite, wenn Reus nicht dabei ist. Ich kann mich sogar an einige daraus resultierende Tore erinnern. Oder hat das mannschaftstaktische Ursachen das der Außenverteidiger, Freistöße von der Seite schießt?

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Euler 12. Dezember 2014 um 21:09

Schmelzer war auch öfters der einzige Linksfuß in der Manschaft. Zudem sind seine Flanken bei ruhenden Bällen deutlich besser als aus dem Spiel heraus.

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bude 12. Dezember 2014 um 18:29

DAnke, zucker!
Ja, es war viel Pech mit den Verletzten und die Dichte ist halt nich bajuwarisch…
Warum der kader so und nicht anders aufgebaut wurde, da können wir alle nur spekulieren.
Der Trainer hat mich gepackt, die vergangenen ChampionsLeague abende der letzten Jahre auch mit dem fantastischen Druck dieser Mannschaft.
Nun wünsche ich dem BVB ein gutes Händchen neue LV und RV zu „finden“, Günni wenn nötig auszutauschen, einen neuen 6er mit mehr Qualitäten nach vorn ausfindig zu machen, Kagawa einzubinden (mit Sojasauce dopen), Reus zu halten oder jemanden zu finden, der (noch) nicht so ausgewachsen ist. Immobilie Selbstvertrauen zu geben und Mikhi endlich treffen sehen!!!!!

Die können immer eher oben mitspielen, ich hoffe es so als Anti Blau-Weisser!

Bin gespannt auf den Teil 4 und Vorschläge eurerseits!

Danke, Ihr helft mir zum Mann-Sein mit Niveau 😉

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Jaco 12. Dezember 2014 um 18:22

Zucker!!!!!
Ich geniesse es wirklich diese Berichte zu lesen und nicht nur, um meinem Arzt-Alltag etwas „Männlichkeit“ auf höherem Niveau hinzuzufügen…
Auch ein Fan-Tum diese Vereines kann ich nicht verhehlen – Klopp als Typ mit Fehlern tut sein übriges dazu. Den Rausch geiler ChampionsLeague Abende mit wirklich krassem Druck genoss ich sehr.
Wir können alle zu wenig hinter die Kulissen schauen, warum nicht stattdessen dieser oder jener geholt wurde, was die Pläne waren usw.

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Marcus Dörfer 12. Dezember 2014 um 18:13

Fällt es Pep, durch sein Positionsspiel, leichter Umzustellen. Da sich seine Spieler in Zonen bewegen und er dadurch einfach nur die Spieler anderen Zonen bzw. den Zonen andere Aufgaben zuteilt?

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blub 12. Dezember 2014 um 22:47

Jein, nicht prinzipiell. Ein positionsspiel umzustellen hat ja häufig zu folge, das sich die fokussierten zonen ändern. Pep sucht immer die Lücke beim Gegner und fokussiert dann das Spiel durch diese. Das ist nicht immer ein ort, manchmal auch ein ablauf oder eine gewisse verschiebedynamik. Das on th flight anzupasen ist nicht so einfach(hands down: die meisten trainer erkennen das problem garnicht) und ganz gewiss nicht trivial, aber pep hat auch ein paar echte künstler am werk, die den ball auche rfolgsstabil duch nadelöhre fädeln.
Außerdem zirkuliert bayern eh schon recht stabil. solange man das gegenpressing nicht aus den augen verliert kann mans ich ein wenig zeit nehmen und in den neuen groove reinkommen.
Dortmund hat meist schon strukturelle probleme mit der stabilen Zirklation und sucht auch früh den dynamsichen Durchbruch. Da müssen die umstellungen schneller „sitzen“ sonst wirds leicht instabil. wenn man das eh schon ist verstärken sichd ie probleme(hat MR oben angesprochen)
Gegenpressing geht im angriffsdrittel deutlich besser (hat MR in einem früheren Artikel erklärt) und selbst wenn Bayern nicht den durchbruch bekommt zirkulieren sie bereits so hoch das das Gegenpressing äußerst stabil funktioniert. Vor machen problemen des BVB steht pep also garnicht.

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Marcus Dörfer 13. Dezember 2014 um 16:18

Über das Positionsspiel als Grundlage für das Gegenpressing der Bayern gab es ja vor ein paar Tagen ein sehr aufschlussreichen Artikel. Ich hätte eben gedacht das ich die Prioritäten der Zonen mit und gegen den Ball einfacher ändern kann, wie ein sysrem zu ändern. pep sagte ein mal,“es gibt für ein Fussballspieler nix einfacheres als im Raum Zuspielen und nur für diesen verantwortlich zu sein“ . Aus dieser ausage würde ich diesen Schluss ziehen, da er sich nicht in einen Zusammenhang zu Defensiv oder offensiv Aktionen nennt!

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datschge 13. Dezember 2014 um 23:34

Aber der BVB sucht diese Saison doch gerade nicht nach stabiler Zirkulation, sondern schmeißt sie wo immer möglich hochkant raus. Deswegen werden ja konsequent Bender und Kehl auf den 6ern gebracht. Gündogan und Kagawa spielen nie zusammen. Kagawas bereits früh herausragende Bedeutung für die Stabilität zwischen Abwehr und Angriff wurde nie gewürdigt (leider auch in diesem Artikel nicht) und stattdessen regelmäßig durch „direktere“ Auswechselungen torpediert. Dass Kagawa bei Fehlen von Kirch und Gündogan als einziger strategisch denkender Balancespieler laufend verbrannt wurde, wird nun mit einem Banksitz für ihn quittiert. Die Möglichkeit, die Zirkulation tiefer zu stabilisieren, wurde für eine kurze Zeit in einem bereits verlorenem Spiel mit Maruoka angedeutet. Auch dieser spielt selbstredend seitdem keine Rolle mehr. Denn der BVB dieser Saison scheut die stabile Zirkulation wie der Teufel das Weihwasser.

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FAB 15. Dezember 2014 um 17:10

Aus meiner Sicht ist Kagawa eben kein strategisch denkender Spieler. Er ist ein Spieler der generell nur reagiert und nur dann funktioniert, wenn das Spiel auf ihn zugeschnitten ist. Die einzigen Strategiespieler sind Hummels, Sahin und Gündogan. Aus meiner Sicht ist das gerade das Defizit vom BVB. Lewandowski war übrigens strategisch ausgerichtet, wobei seine Strategie darin bestand sich fallen zulassen, auf die Seite auszuweichen, den Ball zu halten usw. d.h. ein Fixpunkt zu sein, an dem sich die anderen orientieren können. Einen solchen Spieler (sozusagen auf der 10er Position bzw. im Sturmzentrum) hat der BVB einfach nicht. Selbst Reus ist das übrigens nicht, auch wenn er im Gesamtbild sicherlich nahe an Weltklasse ist, aber er ist nicht strategisch ausgerichtet … Vom Typus ist das am ehesten Ramos, auch wenn er fussballerische Defizite hat …

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datschge 15. Dezember 2014 um 18:40

Da kann ich leider überhaupt nicht zustimmen. Kagawa spielt nunmehr die dritte Saison in einem Team, welches in keiner Weise auf ihn zugeschnitten ist. Statt ballstarke Kombinationsspieler in seiner Nähe ist das Spiel um Ihn herum immer mehr auf Kopflosigkeit getrimmt worden. Die resultierende Tendenz zur mangelnden Staffellungen mit resultierenden Entblößung gefährlicher Räume sowie fehlender Verbindungen zwischen Abwehr und Angriff hat genau Kagawa mit seinen intelligenten Raumbesetzungen aufgefangen. Als Resultat davon hat er dann aber natürlich oft vorne gefehlt. Gegen noch extremer offensiv ausgerichtete Spieler ist er dann oft ausgewechselt worden, und der BVB hast sich in schöner Regelmäßigkeit danach durch entsprechende klaffenden Räume noch hochkarätige Gegentorchancen, oft direkt Gegentore, erarbeitet.

Außer Kagawa hat BVB nur zwei weitere Spieler, die intuitiv derartige strategisch wertvollen Räume besetzen: Ein Gündogan in guter Form, und Kirch. Alle drei Zusammen wäre für mich das Traummittelfeld des BVBs, aber momentan wird ja selbst das Zusammenspielen von Kagawa und Gündogan vermieden.

Sahin ist nie und nimmer strategisch denkend in seinem Positionsspiel. Seine penetrant schlecht getimeten, unnötigen und für die jeweiligen Spielsituationen kontraproduktiven Abkippbewegungen in der letzten Rückrunde haben ihn von Haus aus ohne größeres Umlernen dafür disqualifiziert.

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AlexF 12. Dezember 2014 um 18:07

„Hier hätte man den Kader wohl robuster gestalten können, wenn man Marian Sarr oder Koray Günter vergangene Saison konsequent das Vertrauen geschenkt hätte.“

Es war so klar, dass die Anmerkung kommt. 😀 Ich stimme vollkommen zu, sehe (bisher) nicht die Vorteile des Gintertransfer gegenüber Sarr oder Günter. Da wurde mMn auch Fehler in der Kaderplanung gemacht. Kann die Überlegungen dahinter nicht erkennen.

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sappydharma 14. Dezember 2014 um 11:36

Sarr war nach ein paar Fehlern im Herbst 2013 erstaunlich schnell weg vom Fenster, fuer einen Klopp ungewoehnlich der Spielern wie Hummels und Subotic sehr jung die Stange gehalten hat.

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stefan 12. Dezember 2014 um 17:42

😉

trotzdem vielen dank für diesen artikel!!

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MR 12. Dezember 2014 um 17:20

Wie angekündigt am Freitag.

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SCP-Poker 12. Dezember 2014 um 17:44

Zucker!!!!?

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SCP-Poker 12. Dezember 2014 um 17:45

Das ? Sollte noch ein ! Werden. 😀

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Rekordmeister 12. Dezember 2014 um 21:17

Vielen Dank für den pünktlichen Artikel. Sehr interessante Aspekte und sehr ergiebig.
„Fünf Jahre haben die millionenschweren Gegner gebraucht. Ein halbes Jahrzehnt, hunderte Partien. Interessant, dass Leute das für realistisch halten, oder?“
Das kann man nur unterstreichen. Für den Rest brauche ich länger.

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blub 12. Dezember 2014 um 22:30

Das warten hat sich definitiv gelohnt.

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