Ein bisschen wie in alten Zeiten

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Robben, Müller und Ribéry spielen wieder zusammen – und auch, aber nicht nur deshalb können sich die Bayern zu einem schwungvollen Auftritt steigern. Das Mainzer 5-3-2 in seiner Umsetzung schlug fehl, später standen sie mit einem 5-4-1 stabiler und waren nach der Pause auch in ihrem Standardsystem ein unangenehmer Gegner.

Es war ein Free-TV-Spiel mitten in der Saison – und zwar ein gutes und facettenreiches Match, das entsprechend viel Werbung für die Bundesliga und die Bundesliga-Übertragungen gemacht haben dürfte. Gleichsam zeichnete sich die Begegnung aber dadurch aus, dass es eigentlich – trotz des schnellen Gesamtrhythmus – fast nur Ballbesitzphasen der Bayern samt entsprechenden Anschluss- und – gegebenenfalls auch mehrfachen – Umschaltmomenten gab. Das Mainzer Aufbauspiel dagegen blieb auch – oder gerade – aus einer Fünferkette heraus ein Randaspekt: Lange Bälle, Fokus auf zwei körperlich unangenehme Stürmer sowie die Abpraller und einige Ausweichbewegungen von Malli waren diesbezüglich fast schon das Ende der Fahnenstange.

Die großräumigen Mannorientierungen der Bayern im Mittelfeld-Bereich hätte man noch gezielter bespielen und nicht nur auf Konter setzen können. Im Übrigen fiel den Gastgebern diese Ausrichtung auch in gewisser Weise auf die Füße: Die Bayern waren zwar mit viel Ballbesitz das dominante Team, ein nicht unwesentlicher Anteil ihrer Torchancen und auch zwei Treffer entsprangen jedoch schnellen Angriffen aus der eigenen Hälfte. Im Detail ist bei solchen Szenen natürlich zu differenzieren zwischen wirklichen Kontern, Schnellangriffen und auch Gegenkontern. Von diesen beispielsweise hatten die Münchener nach ursprünglichen Mainzer Umschaltaktionen auch einige, nicht zuletzt vor dem Ausgleich. Dazu kamen die wirklich klassischen Konter – und diese wurden von der vertikalen, teils unkontrollierten Mainzer Spielweise ein Stück weit erleichtert.

Auch wenn man für bestimmte Spielphasen sagen kann, die Hausherren hätten „viel versucht“ und „mutig mitgespielt“: Die vorhandenen Anfälligkeiten gegen Konter der Bayern entstanden in erster Linie nicht, weil die Mainzer zu viel Initiative in gestalterischer Hinsicht auf sich genommen hätten, sondern weil das gerade nicht der Fall war. Die langen Bälle aus dem Aufbau hatten eigentlich gerade auch den Zweck der Risikovermeidung in tiefen Zonen, durch die etwas zu wilde und nicht absolut kompakte Spielweise in den Zielräumen wurde sie aber teilweise zum Bumerang. Am Rande generell gesagt: Ein ruhigeres Spiel mit mehr Fokus auf Kontrolle und regelmäßiges Aufrücken durch die Zonen, das auch tiefe Zirkulations- und längere Ballbesitzphasen einschließt, ist keinesfalls immer automatisch die „riskante“ Strategie, zu der sie – gerade für „Außenseiter“ einer Partie – häufig gemacht wird.

Bayerische Offensivakzente

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Grundformationen zu Beginn

Großes Thema vor und nach dem Spiel war die „Umstellung“ von Carlo Ancelotti: Anstelle der typischen, mittlerweile gut bekannten 4-3-3-Ausrichtung spielte nun zusätzlich zu den Flügelstürmern Müller in zentraler Position – wie bisher eigentlich nur in einigen Endphasen. Das bedeutete nun eine eher 4-2-3-1-hafte Ausrichtung, wenngleich Müller sich auch einige Male für viele Ballkontakte zurückfallen ließ und etwa die Pressingorganisation gegen die Dreierreihe der Mainzer im 4-3-3 angelegt blieb. Hinsichtlich der Rollenverteilung wurde der „Raumdeuter“ aber ganz anders eingebunden als die beiden Achterposten in der bisherigen Systematik. Müller pendelte zwischen den Offensivzonen und war vor allem konstanter ein raumschaffender Mitspieler für Robben.

In typischer, seit Jahren erprobter Manier zeigten die beiden verschiedene Rochaden. Die ausweichenden Bewegungen Müllers zur Übernahme breiter Positionen am Flügel wurden häufig genutzt, um dem Niederländer auch längere Phasen in zentralen Bereichen und in Nähe zu Ribéry zu ermöglichen. Insgesamt schufen sich die Bayern viele kleine Pärchen- und Dreiecksbildungen für Interaktionen und damit Kombinationsmöglichkeiten. Das war dann eine ihrer größten Stärken. Links schaltete sich zudem Thiago als Unterstützung für Ribéry und Alaba ein, konnte damit so etwas wie ein Pendant bei den Pärchenbildungen geben. So spielten die Gäste einige ansehnliche Ballstafetten durch das letzte Drittel entlang.

Mainzer 5-3-2 mit Problemen

Dass die Bayern vor dem Pausenpfiff so schwungvolle und spielfreudige Momente an den Tag legten, resultierte nicht nur aus den eigenen Veränderungen. Auch die Mainzer waren daran beteiligt: Gerade in der ersten halben Stunde fand der Gastgeber wenig Zugriff. Zunächst wirkte ihre 5-3-2-Formation kaum abgestimmt und eintrainiert, so dass schon die Grundkompaktheit und dann vor allem auch die Intensität nicht allzu hoch waren. Das begann in der ersten Linie mit den beiden Stürmern. Auf Seiten der Bayern positionierte sich Lahm häufig genau zwischen diesen, in einem Dreieck mit seinen Innenverteidigern, um sich aus jenem Raum den Ball abzuholen.

Während die Mainzer Angreifer sich jedoch kaum dagegen zusammenzogen und nur minimal leitend zu agieren versuchten, zeigte sich das Nachrücken aus dem Mittelfeld ebenfalls nicht so druckvoll und eher individuell. Potentiell hätten die Mainzer den Münchener Kapitän zahlenmäßig isolieren können, schufen aber keinen organisierten, im Verbund der mannschaftlichen Linien ablaufenden Pressingübergang. So konnte sich Lahm oft aufdrehen, kurz nach vorne andribbeln und die Bälle wieder verlagernd verteilen. Damit verschenkten die Mainzer die kompakte Grundstaffelung des 5-3-2 und hatten im Zentrum aus der Numerik kaum Ballgewinne – solange Lahm nicht individuell kleinere Balancefehler bei der Entscheidungsfindung etwa des Abspielmoments machte. In den seltenen Ausnahmen deutete sich aber das gefährliche Potential an.

Gezielte Rückverlagerungen in der Zirkulation

Bei den Bayern hörte das Herausgehen der zentralen Mittelfeldspieler im Übrigen mit der veränderten Grundordnung nicht auf. Auch von den Sechserpositionen konnte das praktiziert werden. Gerade Thiago auf links machte davon Gebrauch und ging in die offenen Räume neben der 5-3-2-Formation, um Passoptionen in den Block zu suchen. Zwischenzeitlich bewegte sich Kimmich rechts weiter in die Mitte, so dass es fast wirkte, als sei die Dreiecksstruktur des Mittelfelds – mit Lahm als zentralem Sechser – wieder hergestellt. Wenn nötig, konnten die Gäste so zwischenzeitlich ihre Präsenz im Mittelfeld stärken, die bisher ein sehr wichtiges Element dieser Saison und nun etwas weniger war.

Auch an einer anderen Stelle nahm Kimmich eine besondere Position ein: Seine Einbindung ins Aufbauspiel wirkte – auch von der Außenverteidigerposition – sinnbildlich für ein gutes strategisches Bewusstsein in den Passwahlentscheidungen. Bei Pässen zum Flügel in der ersten Reihe brachen die Münchener einige Male abrupt – und anscheinend gezielt – wieder ab, um sofort auf die andere Seite weiter zu zirkulieren. So sollte die Verschiebebewegung der Mainzer Dreierlinie im Mittelfeld lahm gelegt werden: Ging der Ball auf Kimmich, schob jene Reihe entsprechend nach außen hinüber und meistens rückte Malli als ballnaher Achter heraus.

Mehrmals reagierte Kimmich dann umgehend mit Rückpässen nach hinten – aber eben nicht auf die nahen Lahm oder Javi Martínez, sondern bewusst diagonal zu Hummels geschlagen. Dieser konnte dann weiterspielen, häufig auf den sich seitlich hinter dem aufrückenden Alaba freilaufenden Thiago. In solchen Konstellationen waren die Rückwege für Fabian Frei besonders weit, die Mainzer Zugriffsmöglichkeiten bauten sich verzögert auf. Bis dahin hatten die Bayern sich häufig schon entsprechende Strukturen zurechtgelegt. Gruppentaktisch zeigten sie einen guten Auftritt und konnten die in dieser Hinsicht nicht so starken Mainzer einige Male lokal ausspielen, nicht nur in von Verlagerungen vorbereiteten Szenen.

Halbraumsicherung und Herausrücken zu lasch ausgeführt

Die hohe Position von Alaba erschwerte dem Mainzer Flügelverteidiger ballnah das Herausrücken. Da auch die Mittelfeldakteure untereinander in der Horizontalen nicht die allerletzte Kompaktheit an den Tag legten und die Linien zu wenig zusammenarbeiteten, boten sich für die Münchener Passwege in die Schnittstellen. So ließ sich beispielsweise der in den Halbraum rückende Ribéry bedienen. Mit entweder Robben oder Müller und zusätzlich potentiell Lewandowski gab es im Regelfall auch genügend Optionen, um die Szenen aus dem Zwischenlinienraum weiterzuführen. An dieser Stelle hatten die Mainzer Probleme mit Herausrückbewegungen aus ihrer Fünferkette. Einen der wichtigsten strukturellen Vorteile einer solchen Anlage konnten sie nicht entscheidend einbringen.

Die Herausrück-Mechanismen wurden zu lasch und unkollektiv umgesetzt. Häufig bewegten sich die Verteidiger als Individualisten nach vorne, so dass die Kollegen nur bedingt im Kettenspiel reagierten. Entsprechend funktionierten die Bewegungen zu stark mannorientiert, zu wenig mit zonalem Bezug, so dass es beispielsweise gegen Einrückbewegungen der Bayern-Flügel zögerlich angewandt wurde. Auch gegen die schon mehrfach angesprochene Interaktion zwischen Robben und Müller wurde dies deutlich. Dribbelte beispielsweise der Niederländer von außen an, gelangten die beiden zunächst vergleichsweise häufig hinter die Mittelfeldlinie.

Mit weiteren Doppelpässen ließen sich dann auch die Halb- und Zentralverteidiger zu leicht herauslocken und öffneten horizontale Lücken in der letzten Linie. Nun war es zwar nicht so, dass die Gäste mit fast jedem Angriff den Mainzer Defensivblock komplett aufgesprengt und sich reihenweise Hochkaräter erspielt hätten. Zumindest die Grundabläufe wurden ordentlich und recht diszipliniert umgesetzt. Aber wirklich gut war der Auftritt der 05er in dieser Hinsicht zunächst nicht und so ergaben sich gegen den spielfreudigen Rekordmeister doch recht regelmäßig Szenen, in denen Mainz zumindest kurzzeitig hinterherlaufen musste und – mal mehr, mal weniger große – Gefahr heraufbeschworen wurde. Zugutehalten ist den Gastgebern, dass sie womöglich mit einer anderen Bayern-Struktur gerechnet hatten – und später auch nicht verharrten, sondern per Umstellung anpassen würden.

Nachschiebemomente und Mainzer Konterszenen

Gelangten die Münchener also relativ schnell erst einmal in die Halbräume, kam der FSV gegen diese vielversprechenden Ausgangslagen nicht mehr wirklich an. Schafften sie es aber im ersten Moment, die Münchener etwas länger auf dem Flügel zu halten, ergaben sich bessere Zugriffschancen. Die Rheinhessen hatten einige nachträgliche Nachschiebesituationen nach außen, die sehr konsequent umgesetzt wurden. Hier lag eine ihrer wichtigsten Stärken Neben Fabian Frei rückte etwa gegen die linke Bayernseite mal Ramalho weiter mit herüber oder Onisiwo fiel nach hinten zurück und machte Druck. Häufig wurden dann die Anschlusszonen im Halbraum offener gelassen und nur mit Deckungsschatten belegt.

Das erwies sich als effektiv, da die Verbindungen zwischen den Seiten bei den Bayern – etwa aufgrund herauskippender Bewegungen – nicht so konstant waren. Häufig wurden sie in der Dynamik der Kombinationen erst hergestellt. Gelegentlich kamen die Mainzer also zu tiefen, präsenten Flügelballeroberungen, gerade rechts hinten. Zwischen Lahm und Thiago gab es gelegentlich Lücken zum Konter, die die Bayern nun nicht mehr so sehr über Präsenz verteidigen konnten wie zuletzt – und sich daran vielleicht kurz gewöhnen mussten. Die Entstehung des 1:0 resultierte aus einer ähnlichen Szene. Zu weiteren Konterchancen kamen die 05er nach den seltenen Ballgewinnen im Sechserraum. Generell strahlten sie mit ihren wühlenden Stürmern auch aus vergleichsweise unsauberen Umschaltaktionen Gefahr aus.

Umstellungen bei den Gastgebern

In einer kurzen Phase um die 10. bis 15. Minute schien es, als würde Brosinksi häufiger nach vorne in die nächste Linie schieben und quasi ein enges 4-4-2 herstellen. Möglicherweise war das eine bewusste Maßnahme, um Malli mehr und frühere Möglichkeiten zum Herausrücken hinter die Stürmer zu geben und damit deren Zugriff zu erhöhen, andererseits sprach Martin Schmidt nach dem Spiel davon, sein Team sei zu wenig in der Formation geblieben und habe sich beim Herausrücken von seinen Anweisungen nicht bremsen lassen. In jedem Fall wirkte sich jene Phase nicht unbedingt positiv aus, da die Stürmer und Malli weiter nicht zusammenfanden.

So konnten die Bayern sich aus dem Sechserraum in den meisten Fällen noch lösen, während die Mainzer gerade zur linken Seite der Münchener weniger Breitenstaffelung hatten. Rechts konnte nun Kimmich einfacher und präsenter zugestellt werden, doch wurde er – wie die gesamte Zone dort – von den Gästen dann für die Zwischenzeit häufiger ausgespart. Wirksamer wurde eine andere Umstellung der Mainzer, etwa ab Mitte der ersten Halbzeit einsetzend: Onisiwo zog sich aus dem Sturmzentrum immer häufiger nach rechts zurück, bis die 05er irgendwann endgültig im 5-4-1 angekommen waren. Mit dieser Anordnung fuhren die Gastgeber besser.

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Die Mainzer im 5-4-1

Durch die tiefere Position Onisiwos hatten sie mehr Präsenz im Raum um Ribéry und Thiago, so dass dieser besser abgesichert werden konnte. Generell gab es mehr Möglichkeiten im Verschieben, wo man mit vier Leuten in der Breite schneller und einfacher Zugriff hatte. Dass vorne nun Córdoba sehr isoliert war, fiel nicht so sehr ins Gewicht, da die Bayern ohnehin klar die Spielkontrolle besaßen und zudem die leitende Zentrumsverdichtung über dem Sechserraum, welche das 5-3-2 hätte leisten können, auch zuvor nicht so richtig gelungen war. Die Bayern versuchten dagegen nun Müllers Positionierungen halbrechts in der Schnittstelle zwischen Sechser und dem etwas höheren Außenspieler zu fokussieren.

Das funktionierte grundsätzlich auch gut und brachte noch einige Ansätze, allerdings musste gegen die Überzahl der Mainzer Rückzugsbewegung aus dem Halbraum dann jeweils nach außen weiter gespielt werden. Zunächst einmal bestand darin kein Problem, da die Münchener sich so den Flügel etwas öffnen konnten und leichter zum Aufrücken kamen. Jedoch verfolgten sie mit der Zeit etwas zu festgelegt immer wieder jene Struktur und ließen sich dann in diesen klaren Routen teils „standardisiert“ nach außen treiben. Unbewusst entstand daraus häufiger ein Fokus auf individuelle Dribblings – speziell für Robben – und nachlassende Aktivität beim Besetzen und Bespielen der zentraleren Zonen.

Nachlassen der Bayern nicht bestraft

In der Phase Mitte des ersten Durchgangs, in der ihre Offensive am besten funktioniert hatte, waren die Bayern häufig schnell in die vorderen Zonen, zur Dynamikaufnahme und ins Zusammenspiel gekommen. Teilweise schien sich das im weiteren Verlauf dann insofern etwas zu verselbständigen, dass sie zu aufgedreht in Richtung Durchbrüche tendierten und mitunter Tempowechsel vernachlässigten statt auch nochmal eine bessere Situation abzuwarten. Auch im Zusammenspiel zwischen Robben und Müller wirkten die diagonalen Rochaden nun einige Male erzwungen, speziell Letztgenannter wurde in der letzten Linie etwas zu ballfordernd und die Ansätze abgehackter.

Das Nachlassen der Gäste setzte sich im zweiten Durchgang fort, zumal die Mainzer sich nun in ihrem 5-4-1 weitgehend eingerichtet hatten und bei Kleinigkeiten mehr Abstimmung fanden. In diesem gesamten Kontext entstanden bei den zwar weiter klar dominierenden Münchenern nun unpassende Rhythmusprobleme. Sie ließen sich von der unangenehm Mainzer Spielweise – und deren phasenweise etwas höher stehenden Abwehrlinie – nun zu häufig zu frühen und teilweise überambitionierten Vorwärtspässen verleiten, mit denen sie direkt die Offensivspieler zu bedienen versuchten. Bis zu einem gewissen Grad beförderten kleinere Mainzer Unsauberkeiten diese Desbalancen in der Entscheidungsfindung sogar.

Insgesamt wurde die Begegnung nach dem Seitenwechsel zunehmend zerrissener, so dass das Team von Martin Schmidt sich auch etwas mehr Präsenz und einige Offensivszenen erkämpfen konnte. Dafür stellte der Schweizer Coach durch eine abermalige Umstellung nach etwas mehr als einer Stunde weiteres Personal ab: Öztunali kam für Hack ins Spiel – als zusätzliche Angriffskraft auf den rechten Flügel – und so kehrten die Mainzer wieder in ihre 4-2-3-1/4-4-2-Standardformation zurück. Später kam auch noch de Blasis als weiterer Offensiv-Joker und Malli pendelte zwischen Zehnerposition und der Unterstützung des Sechsers vor der Abwehr.

Die restlichen Entwicklungen ließen sich eigentlich weitgehend unter einem zuletzt nicht untypischen Muster subsumieren: Die Bayern zogen sich zurück, wurden nachlässiger und mussten mehr verteidigen, während die Mainzer ihren unruhig und vertikal wogenden Stil pflegten. Insgesamt zeigten sie zwar viel Engagement, arbeiteten aber vor allem mit Angriffen über klare Flügelmuster und – dabei vergleichsweise sehr gefährlichen – Dribblings sowie weiteren Einzelaktionen. Wirklich nachhaltig drängte sich ein Ausgleich aber nicht auf und für die allerletzten Minuten hatten die Gäste – nun durch die Einwechslung Renato Sanches´ zurück im defensiv präsenteren 4-3-3 – die Begegnung wieder besser im Griff.

Ernie Berenbroek 5. Dezember 2016 um 18:52

Bedauerlich daß Ancelotti erst jetzt einsieht, daß Müller als Zehner mehr Wirkung zeigt statt als Rechtsaußen. Ich bin gespannt ob er gegen Atletico Madrid wieder so spielt, oder zurückgeift auf 4-1-2-3 mit einem Sechser statt Zehner.

Mit diesem 4-1-2-3 hatte Guardiola einst Erfolge beim FC Barcelona, hatte er doch Messi im Angriff. Diese Taktik war deutlich inspiriert durch die goldenen Jahren in meinem Heimatsland, den Niederlanden. Ajax Amsterdam spielte in den 70ern schon ähnlich, allerdings mit einem gewissen Johan Cruyff.

Ancelotti hatte bei Real Madrid auch Erfolge mit 4-1-2-3. Mit Cristiano Ronaldo hatte er ebenso einen Ausnahmespieler im Angriff. Ein statischer Mittelstürmer wie Lewandowski bracht ein Zehner kurz hinter sich. Ähnlich wie Bayern unter Van Gaal und Heynckes spielte im 4-2-3-1.

Siehe Grafiken dazu auf der Webseite:
voetbalfinales.webklik.nl/page/championsleague

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LM1895 5. Dezember 2016 um 14:29

Kann mir hier irgendjemand erklären, warum Ramalho nicht früh ausgewechselt würde? Ich habe ihn sowohl mit als auch ohne Ball als ganz große Schwachstelle im eh schon etwas wackeligen Mainzer Gebilde empfunden. Grade sein Timing im rausrücken fand ich grausam, entweder knapp zu spät oder viel zu früh, da gab es oft ganz böse Lücken, vor allem im 5-3-2, das ja eh schon Schwierigkeiten mit nem kohärenten verschieben hatte…

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Herribert 5. Dezember 2016 um 00:09

Verstehe ich das richtig, dass Kimmich quasi 3 Rollen ausfüllte – RV, rechter 8er, RM/RA?
Echt interessant, wie wichtig der Junge in kurzer Zeit wurde.

Anderes Thema: Sanches kommt herein und das ganze fällt ins 4-3-3 zurück. Warum kann er nicht Müllers „Rolle“ übernehmen. Also im Grunde so eine Art 10er spielen, nur statt Raum zu deuteln, eben mit dem Ball in den Raum hineinbrechen. Auch Costa scheint mir hierfür ein Kandidat. Dampfwalze durch die Mitte und ab in die Gefahrenzone. Könnte er (sie) das?

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Patrick 5. Dezember 2016 um 08:17

Also Costa kann das definitiv, denn er hat es unter Guardiola schon gespielt. Erinnere mich da an das Pokalspiel in Wolfsburg, als Pep erstmals mit Costa zentral agiert hat mit Thiago und Alonso dahinter. Da haben sie losgelegt wie die Feuerwehr. Da hat Müller dann den RA gegeben, sogar ziemlich diszipliniert und hat dadurch unter anderem das 2(?):0 erzielt, als er schlicht und ergreifend am langen Pfosten auf seiner Position gelauert hat, während die Wolfsburger mit dem quirligen Costa im Zentrum überhaupt nicht klar kamen,

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SMR 5. Dezember 2016 um 17:04

Jo, es war das 2:0 von Müller. Coman war links durch und fand Costa mittig, der Schuss wurde abgeblockt. Der zweite Ball kam glaube ich von Alaba auf den langen Pfosten auf Müller, der verwandelte. Das 3:0 fiel aber auch ähnlich, über links eingeleitet, Flanke von Alaba und Müller verwertet volley ins kurze Eck. Und Costa traf sogar aus zentraler Position mit einem tollen Weitschuss zum 1:0. Eine Wahnsinnshalbzeit. Leider war das letzte Saison… 🙁

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