FC Bayern München – FC Schalke 04 5:1

Die Bayern mit einem unverdienten 5:1. Eigentlich hätte es zweistellig enden müssen, doch nach der hervorragenden Anfangsphase nahm Bayern das Tempo aus der Partie.

Die Umstellung auf das 4-5-1 und dessen Umsetzungsprobleme

Jens Keller ließ in dieser Partie mit einem 4-5-1 spielen. Gegen die Bayern wurde dies mehrmals schon gespielt, teilweise mit großem Erfolg. In der vergangenen Saison konnten die Fürther lange mithalten, der BVB packte das 4-5-1 bereits zweimal aus und in dieser Saison spielten die Braunschweiger schon in so einer Ausrichtung. Die Leverkusener konnten in der Hinrunde sogar ein Unentschieden holen, in der Vorsaison gewannen sie sogar. Doch schon in diesen Analysen haben wir gewisse Kernprobleme des 4-5-1 angemerkt, welche insbesondere bei den Leverkusenern und ihrem Punktgewinn zum Tragen kamen. Bei Schalke waren diese Probleme noch größer, aus unterschiedlichen Gründen.

Grundformationen

Grundformationen

So spielten die Schalker beispielsweise kein 4-3-3-0 wie Leverkusen, sondern ein klares 4-5-1 mit flacher Mittelfeldfünf. Dadurch hatten die Bayern im ersten Drittel mehr Präsenz, die Doppelsechs aus Schweinsteiger und Kroos konnte um den tiefstehenden Huntelaar herum aufbauen und flexibel die defensiven Halbräume besetzen ohne in Druck zu geraten. Durch die stabile Ballzirkulation im ersten Drittel war es für die Offensivspieler einfach sich freizulaufen, die Schnittstellen hinter dem Fünferblock Schalkes oder auch offene Räume dazwischen zu finden.

Diese mangelnde Präsenz in der letzten Ebene ist eines der defensiven Grundprobleme des 4-5-1. Die Dortmunder behoben dies durch aggressives Herausrücken der Achter, hervorragende Abstände und gute leitende Läufe Lewandowskis in den gegnerischen Sechserraum. Bei Schalke war davon absolut nichts zu sehen. Huntelaar stand zu tief, die Achter rückten kaum heraus. An ein dynamisches Pressing war nicht zu denken – schlicht deswegen, weil nie jemand versuchte Dynamik ins Spiel zu bringen.

Es gab keine Pressingmechanismen, keine Bewegung innerhalb der Formation und kaum ordentliches Herausrücken. Schalke stand tief, überließ Bayern die Ballzirkulation und bekam Schnittstellenpässe in die Formation gespielt, wo die Bayern dann mit schnellen Kombinationen Angriffe versuchten oder mit vielen Ablagen Schalke zum vertikalen Verschieben zwangen. Dazu kamen immer wieder Pässe auf die Außen, um Schalke zur Seite zu bewegen, dann nach hinten zu spielen und nach offenen Räumen zu suchen. Hierfür war die Spielweise der Bayern in Offensive und Aufbauspiel hervorragend geeignet.

Bayern im variablen 4-2-3-1

Die Hausherren legten einmal mehr das 4-1-4-1/4-3-3 ad acta und formierten sich in einem 4-2-3-1, offensiv wie defensiv (dort aber teilweise eher im 4-4-1-1). Doch wie Guardiola schon zur Sommerpause ankündigte sind solche Formationen ohnehin irrelevant, wichtig sind die Abläufe – und diese stimmten. Positionell gesehen gab es nur eine einzige Konstante, nämlich das Viereck in der Mitte, wo sich Dante und Martinez als Innenverteidiger hinter der Doppelsechs Schweinsteiger und Kroos formierten.

Zwar waren sie auch beweglich, so hatte Schweinsteiger seinen üblichen Aktionsradius mit vielen Bewegungen zur Seite und späten Vertikalläufen in den Strafraumrückraum, alles in allem tauschten sie jedoch nur selten die Positionen mit anderen Akteuren. Ganz anders war es auf den anderen Positionen. Fast durchgehend tauchten die Offensivspieler und die Außenverteidiger in den unterschiedlichsten Räumen auf und besetzten diese.

In einer Situation fanden sich beispielsweise der Linksaußen Thiago Alcantara und der Rechtsaußen Arjen Robben im rechten Halbraum wieder, während Mandzukic nach einer Verlagerung dynamisch den linken Halbraum besetzte. Rafinha und Alaba gaben hier die Breite, Götze die Tiefe. In anderen Situationen schob einer der beiden Flügelstürmer in den Sechserraum oder Alaba beziehungsweise Rafinha kippten weit nach innen und bauten aus dem Halbraum das Spiel auf, während der Flügelstürmer vor ihnen sich sehr hoch und sehr breit positionierte.

Diese Flexibilität auf den Flügeln sowie das balancierende Element der beiden zentralen Offensivspieler sorgten für eine extreme Fluidität. Überall tauchten plötzlich Spieler auf fremden Positionen auf, überluden einzelne Zonen und kümmerten sich um das Auflösen von Engsituationen, wodurch Schalke es fast nie schaffte einen Bayernspieler zu isolieren und ordentlich ins Pressing zu kommen.

Die freie Positionswahl ermöglicht es auch das gegnerische Übergeben, insbesondere mit den vielen Spielern in einer Linie im Mittelfeld, schwierig zu machen, da eine mannorientierte Verfolgung nicht möglich ist, das Übergeben von Räumen aber zu Unterzahl führt. Das heißt schlicht, dass bei Überladung der Münchner in einem bestimmten Raum die Schalker selbst trotz ihrer vielen Defensivspieler keinen Zugriff erhielten, weil sie passiv in ihrem 4-5-1 blieben. Mit mehr Herausrücken einzelner Akteure und dem Verschieben der umliegenden Spieler in das entstehende Loch hätte man mehr Druck aufbauen können.

Weil dies nicht geschah, konnte Bayern relativ problemlos den Ball auch in engen Räumen – zumindest kurzzeitig – zirkulieren lassen. Dass sie da keine Probleme hatten, liegt in der Natur der Sache und ihrer individuellen Qualität. Einen wirklichen Kritikpunkt an die Schalker in puncto individueller Bewertung kann man darum nicht machen. Gegen schnelle Direktkombinationen zu verteidigen ist eben nahezu unmöglich, weswegen die Vorwürfe „sie nahmen die Zweikämpfe nicht an!“ etwas skurril ist – sie kamen schlichtweg aus taktischen Gründen nicht in die Zweikämpfe. Dies besserte sich aber nach Kellers Anpassung.

Schalke erhält mehr Zugriff im 4-4-1-1

In der 29. Minute wechselte Keller den etwas überforderten Leon Goretzka aus und brachte für ihn Christian Fuchs. Damit ging auch eine positionelle Umstellung einher. Draxler ging von links auf die Position des Zehners / hängenden Stürmers, Fuchs übernahm den linken Flügel und das 4-5-1 wurde auf ein 4-4-1-1 umgestellt. Dadurch hatten sie zentral mehr Zugriff, mehr Spielraum im Bewegungsspiel und es entstand schon rein taktikpsychologisch gesehen etwas mehr Dynamik im Verschieben.

Nach Balleroberungen hatten sie außerdem eine Anspielstation mehr vorne, was ein zweites großes Grundproblem des 4-5-1 darstellt. Allerdings muss hier auch relativiert werden: Schalke war zwar nun stärker und konnte besser mithalten, doch wie viel lag an der Umstellung Kellers und wie viel ist auf die gemächlichere Spielweise der Bayern zurückzuführen? Diese nahmen das Tempo und die Intensität offensiv wie defensiv heraus und ließen dadurch Schalke mehr ins Spiel kommen.

Natürlich gab es auch unter diesen Umständen die eine oder andere Umstellung Guardiolas (z.B. die Einwechslungen oder Thiagos veränderte Position), aber diese war ebenso wie Schalkes 4-4-1-1-Umstellung letztlich für das Spielgeschehen und –ergebnis mehr oder weniger irrelevant. Hätte Schalke früher umgestellt, dann wäre zumindest etwas Aussagekraft gegeben; so ist es nur noch eine Randnotiz.

Fazit

Dieses Spiel kann als Paradebeispiel für eine fehlerhafte strategische und mannschaftstaktische Ausrichtung sowie gruppentaktische Abläufe dienen, unter welcher die Spieler litten, ohne dass sie individuell wirklich Schuld an dieser (wenn auch hohen) Niederlage waren – einzelne Akteure wie Neustädter (tolles Belauern und Bedrängen von Passwegen) und Kolasinac zeigten sogar eine gute Partie. Hätte Schalke anders gepresst und attackiert, den Gegner in deren Aufbauspiel besser geleitet und sich situationsspezifisch besser verhalten, dann  … hätten sie wohl trotzdem verloren. Allerdings auf eine andere Art und Weise.

So haben die Münchner aber das Spiel klar gewonnen, obwohl sie ab Minute 30 im Schongang agierten. In der Anfangsphase zeigten sie aber über weite Strecken und viele Positionen das, was man als „totalen Fußball“ bezeichnet – eine der besten Saisonvorstellungen. Jedoch haben die Bayern die Defensivstandards vereinzelt nicht ordentlich verteidigt, was noch ein großes Problem werden könnte. Das wird wohl Matthias Sammer nach diesem Spiel intern sagen.

blah 6. März 2014 um 08:09

Guten Morgen!
Mal ne Frage an die Taktik Experten. Habe gestern Deutschland gegen Chile gesehen und war vom Spiel der Chilenen beeindruckt. Das Spiel der Deutschen ist ja aufgrund der Bayern Spieler sehr von den Bayern geprägt. Die Chilenen haben gestern mit einem 3-5-2 und quasi Manndeckung den Deutschen den Zahn gezogen. Inwiefern würde sowas auch gegen den FCB funktionieren.

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Koom 6. März 2014 um 09:29

Ich glaube, dass lässt sich nicht vergleichen.

Das gestern war ein Freundschaftsspiel, mitten in der heißen Phase der Saison. „Traditionell“ gurkt da die N11 ein schauriges Spiel zusammen und kriegt auch gern mal ne Niederlage. Zudem wurde gestern auch das ein oder andere experimentiert, obwohl man nur 2mal trainiert hat. Gerade in so einem Fall ist dann eine 08/15-Taktik mit Manndeckungen ziemliches Gift, weil man damit die großen Schwächen aufdeckt.

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sharpe 6. März 2014 um 13:26

Für eine N11 ist Chile schon beeindruckend weit, was Taktik betrifft. Gestern spielte auf alle Fälle eine Elf mit einem genauen Plan gg eine mit einer Aufstellung und gewissen Vorgaben. Dann kommen bei den Deutschen auch die individuellen Schwächen von Kroos, Özil und Götze in der Defensive viel besser zum Vorschein. Bei Bayern kann Pep diese Schwächen durch geschicktes Teamverhalten im Pressing bzw Gegenpressing verbergen. Da hat dann eben fast immer Bayern den Ball und diese Spieler können ihre Stärken ausspielen. Aber die Chilenen haben es gut verstanden, das Spielfeld groß zu machen und viele 1 gg 1 Situationen zu schaffen und da schaut ein Kroos einfach schlecht aus, weil er in Punkto Schnelligkeit und Zweikampfverhalten nicht mithalten kann.

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Willibert 5. März 2014 um 14:29

Ich meine, Schalke haftet immer noch dieses Stevens´sche „die O muß stehen“ an. Sobald die das 0:1 kriegen, gehen die Schultern sofort runter. Dabei waren doch gegen die Bayern noch 87 Min. zu spielen. Aber sie haben keinen Plan B, wenn sie in Rückstand geraten. Daran sollte die Psychologin mal arbeiten. Aber besser wäre m.E. ein Psychologe, denn sorry ihr Damen, eine Frau kann sich bei aller Qualifikation doch wohl nicht in einen Mann hinein denken.

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Willibert 4. März 2014 um 18:43

Meiner Meinung nach gibt´s für die deftige Niederlage mehrere Gründe: 1. Papadopoulos nach so einer langen Pause ausgerechnet in diesem Spiel zu bringen, grenzt für mich schon an Harakiri. 2. Höwedes war wahrscheinlich auch nicht richtig fit. Ein fitter Hoogland tut´s hier vielleicht besser. 3. bei Draxler bin ich mir auch nicht sicher, ob der fit war. Er sollte wahrscheinlich präsentiert werden (wegen evtl. Kauf der Bayern im Sommer). 4. Was hat Keller wohl der Mannschaft mitgegeben vor dem Spiel ? Angreifen ? Ging ja schon gegen Real voll in die Hose ! Wieder mal nichts gelernt ! Warum Systemänderung ? Damit machts du dich doch schon vorher klein !

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OnkelJK 2. März 2014 um 17:18

Ich frage euch: WOLLT IHR DEN „TOTALEN FUßBALL“?

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Anni 2. März 2014 um 23:22

Geht’s noch???

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kny 3. März 2014 um 12:38

Manche Leute haben aber auch keinen Spaß am Leben 😀

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Anni 3. März 2014 um 19:58

Und was ist so lustig an der Abwandlung von einem Goebbels-Zitat?

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so empty without me 3. März 2014 um 20:13

Ich hab mal Vortrag in schule über Goebbels gemacht

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der_wahre_hannes 3. März 2014 um 23:36

Den Artikel gelesen? Die Textzeile mit dem „totalen Fußball“ auch gelesen? Witz jetzt verstanden?

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HW 4. März 2014 um 10:19

So ernst die deutsche Geschichte auch ist. Nach 70 Jahren sollte die Verarbeitung in satirischer Form erlaubt sein. Es geht hier ja nur um Fußball.

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Willibert 5. März 2014 um 11:18

Ich bin mal gespannt, wenns mal gegen die spanischen Vereine geht, obs dann auch noch „Fußball total“ gibt ? Gegen diese BL-Leichen geht das natürlich super.

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RM 5. März 2014 um 11:48

Ist Manchester City dann eine PL-Leiche? Gegen die hat man in der Anfangsphase des zweiten Spiels und über das gesamte erste Spiel hinweg mit die beste Saisonleistung abgeliefert.

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Willibert 5. März 2014 um 14:20

Was hat Man.City denn bis jetzt international geleistet ? So gut wie nichts …..

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Niki 2. März 2014 um 09:51

„Dabei passt es gerade gegen Gegner wie Schalke perfekt mit einem hängenden sechster als Innenverteidiger leicht schief Druck auf den gegnerischen Spielaufbau zu geben“

wat?

Ehrlich gesagt, finde ich es immer wieder überraschend wie man manchmal Spieler nach solchen Spielen hervorhebt? Da ist doch defensiv fast nix passiert und das nicht, weil Martinez oder Dante gut verteidigten, sondern weil Schalke in die Regionen nicht reinkam. Wie man sich dann an einer Leistung von Martinez ergötzen kann, ist mir schleierhaft. Spielt auf der IV-Position meiner Meinung nach immer noch nicht gut. Gegen bessere Gegner wird das nicht reichen.

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Fitsche 2. März 2014 um 08:03

kein abseits weit und breit. kein boateng auf dem platz.

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Fitsche 2. März 2014 um 08:06

sorry. DER boateng. klaro.

btw, fand jemand den elfer unberechtigt?

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Koom 2. März 2014 um 10:16

Ja, ich fand ihn eher albern. Sicherlich ist Körperkontakt da, aber das ist ein relativ normales Tackling und Mandzukic macht da wahnsinnig viel draus. Bei dem Spielstand muss man das so wirklich nicht mehr machen. Aber um Sympathie gings den Bayern ja noch nie…

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Fitsche 2. März 2014 um 11:30

Für mich sah es so aus als wäre da ein kontakt unten bei den füßen, der mandzukics fußbewegung minimal hemmt. im gleichen moment kommt dann doch recht massiver druck von hinten, und darum fällt mandzukic. klar, er kämpft nicht um sein leben um irgendwie stehe zu bleiben; muss er aber auch nicht

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BayernForever 2. März 2014 um 11:55

@Koom

Bayern wird nie sym­pa­thisch sein können selbst wenn man es wollte.Das hat nicht nur mit dem Auftreten der Funktionäre oder Spieler zu tun.Es werden immer alle gegen Bayern sein das ist mittlerweile ein Gesetz…

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HW 2. März 2014 um 13:03

Alle werden gegen die Bayern sein? Das sehe ich nicht so. Es gibt vielleicht mittlerweile sogar mehr neutrale Fans, die die Leistung der Bayern schätzen. Es wird immer streitbare Szenen geben. Aber Bayern polarisiert nicht mehr in der gleichen Art wie noch in den 90ern. Das liegt auch daran, dass die Spieler nicht mehr so auftreten, wie noch Effenberg, Matthäus oder Breitner (ohne etwas gegen die Personen zu haben). Auch UH ist nicht mehr aktiv in den Medien. Das Hasspotential ist für mich dadurch geringer.

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BayernForever 2. März 2014 um 15:39

@HW
„Es gibt vielleicht mittlerweile sogar mehr neutrale Fans, die die Leistung der Bayern schätzen“

Das vielleicht ist aber genau das Problem. Seit 20 Jahren als Bayernfan habe ich von Anerkennung der Leistung von anderen Fans nie viel gehört.Man sagt doch schon immer Bayern kauft sich den Erfolg und nimmt den Konkurrenten die besten Spieler weg usw.Aber das sie dann meistens auch viel Ablöse bekommen und mit dem Geld nix machen ist wiederum kein Thema.Natürlich gebe ich dir Recht das es sich seit dem Trible etwas geändert hat.Aber eine Schwalbe macht noch keinen Sommer…

HW 2. März 2014 um 16:57

@BayernForever

Trotzdem sind nicht alle nicht-Bayernfand gegen Bayern. Es gab schon immer Neutrale und heute mehr als früher. Klar hat die letzte Saison einen Imageschub gegrben, aber auch eine z. T. sehr positive und umfangreiche Medienberichterstattung, die seit ein paar Jahren läuft.

Man denke an Sport1 die als Interview getarnte Werbeaufnahmen von Bayernspielern zeigen und einen bekenenden Bayernfan und van Gaal Gegner als Redaktionschef (o. ä.) haben. Medien sind heute Verkäufer und pushen grundsätzlich ein positives Bild von erfolgreichen Teams. Einfach weil das Konsumenten bindet.

Man kann Bayern immernoch hassen, wenn das auch ein hartes Wort ist. Nur heute werden die „weggekauften“ Spieler auch tatsächlich engesetzt. Da kann man dem Käufer keinen Vorwurf machen. Was die Verkäufer mit dem Geld machen hat mit der Sicht auf die Bayern ja nix mehr zu tun.
Als man nur auf die Bundesliga geschaut hat war es leicht gegen die Bayern zu sein. Seit die aber wichtige Punkte im Europapokal holen, sehen die meisten Leute neben den Hardcorefans die Bayern nicht so kritisch. Man hat halt verstanden, dass Bremen nicht besser spielt wenn Bayern verliert.
Obwohl im Fußball große Emotionen angepriesen werden, gibt es heute glaube ich mehr Leute, die eher wenig emotional gebunden sind. Man wechselt heute die Firma, die Branche, die Stadt und man ist halt ‚Fan‘ eines Vereins der guten Fußball zeigt. Heute Bayern, gestern Dortmund oder Barca, morgen Real. Man konsumiert die Qualität und lässt sich unterhalten und mitreißen. Man geht aber nicht mit seinem Verein durch Dick und Dünn. Diese Fans gibt es in den Kurven immernoch. Aber das Schwarz-Weiß, das es angeblich gibt, Liebe oder Haß, ist weniger vorhanden als früher.
Mich betrifft das auch, ich mag einfach guten Fußball und binde das nicht an meine Heimatstadt.

Koom 2. März 2014 um 14:26

Lustig, das es im Doppelpaß heute genau andersrum gehießen hat. Und die müssen es doch wissen!!11einself

Fußball ist halt ein Stück weit ein Spiegel der Realität. Wer viel Geld hat, kann es auch leicht vermehren und den Status bewahren. Das die Bayern das exzeptionell gut machen, dürfte keiner Diskussion wert sein.

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Fitsche 3. März 2014 um 10:24

„exzeptionell“, wo „außerordentlich“ genauso gut gewesen wäre, aber „das“, wo es „dass“ oder „daß“ heißen müsste… kommt ma runter leute. is kee wettkampf hier wer am sofistiziertestenen schreiben kann. mannomann… (ja, es war absischt) (ja, das auch)

Koom 3. März 2014 um 13:19

Bei das/dass liegt mein Rechtschreibschwachpunkt, sorry. Und ob „exzeptionell“ jetzt ein so schlimmeres Wort als „außerordentlich“ ist… Man kann sich auch übertrieben aufregen, nich?

(Übrigens gibt es die Shift-Taste nicht nur für Sonderzeichen!) SCNR

HW 4. März 2014 um 10:28

Ich hab sogar extra im kleinen Fremdwort Duden nachgeschaut ob das Wort überhaupt drin steht (und es steht tatsächlich drin). Für mich ist das schon Denglisch der härteren Gangart. Aber über Denglisch wird seit Jahren nicht mehr diskutiert.

ES 4. März 2014 um 10:56

wohl eher Dateinisch 🙂

Koom 4. März 2014 um 11:24

Im normalen Sprachgebrauch hab ich „exzeptionell“ nicht permanent drin, habe es aber auch schon zuvor verwendet. Mir erschien in Verbindung mit Guardiola und SV.de die Verwendung richtiger. Immerhin wird er hier doch lokal vergöttert, da kann ich nicht mit schnödem Deutsch ankommen. 😉

der_wahre_hannes 3. März 2014 um 11:18

Bitte? Mandzukic wird doch einfach nur umgerannt. Wieso soll das dann kein Foul sein? Über die rote Karte kann man meinetwegen diskutieren, aber das Foul als solches ist doch nun wirklich unstrittig.

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Koom 3. März 2014 um 13:16

Findest du? Berührung der Beine fand nicht statt, Papadopolous dreht sich wegen, berührt Mandzukic sicherlich, aber IMO alles sehr im Rahmen eines (fairen) Tacklings. Man darf sich schon fragen, warum Mandzukic bei einer Berührung oben gleich die Beine nach hinten wegklappen, oder?

Klarer Elfer ist was anderes. Pfeifen kann man es, klar. Vor allem, wenn man sieht, was noch so alles als Elfmeter gepfiffen wird.

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der_wahre_hannes 3. März 2014 um 23:50

Papa läuft ungestüm in Mandzukic rein. Das ist im Mittelfeld ein Foul und im Strafraum ebenso. Ob Mandzukic fällt oder nicht spielt bei der Beurteilung, ob das ein Foul ist oder nicht überhaupt keine Rolle.
Ansonsten wird Mandzukic auch am linken Fuß getroffen.

Welchen Grund sollte Mandzukic denn für ne Schwalbe haben? Er wäre ja völlig frei vor Fährmann und bräuchte den Ball quasi nur noch einschieben.


ES 2. März 2014 um 04:27

Die Analyse des Spiels ist klar, verständlich und nachvollziehbar. Sicher war die Höhe für Schalke eher schmeichelhaft. Keine Frage. Was ich eher merkwürdig und aus Schalker Sicht ärgerlich finde, ist dass zwar viele Chancen aus der tollen Spielweise von Bayern entstanden sind, die Tore aber ganz anders und viel banaler gefallen sind. Der Freistoß von Alaba war fast schwach geschossen, das 2:0 entstand aus einer Gegenpressing-Situation, bei der Schalke den Ball eigentlich schon hatte. Beim 3:0 flankt Alaba und es stehen zwei Schalker bei Mandzukic, nur leider leicht falsch. Beim 4:0 weiß ich nicht mehr genau, aber war Robben nicht leicht abseits? 5:0 durch Elfmeter nach blödem Rückpass von Boateng, der unter Gegenpressing-Druck stand. Jetzt kann man sagen: Wenn die Tore so nicht gefallen wären, dann anders. Aber es ist doch merkwürdig, dass die Tore nicht unbedingt das direkte Resultat der (zurecht hochgelobten) tollen Fluidität der Bayern waren.

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Y 2. März 2014 um 05:51

Sorry for using english here, my german is plain bad.

If you ask guardiola, this is not even CLOSE to what he wants his team to play.

Mandzu simply is not the type of creative, ball-playing, assisting + scoring forward guardiola wants. Well, robben is robben.
Without ribery, creativity for open play is not enough. The understanding between mandzu, goetze, and thiago is not there yet.

The work on guardiola’s hand is huge. It’ll only get even more difficult, esp. with the lack of competition in buli. The game against arsenal last week shows that this is really hurting bayern now.

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Leon 2. März 2014 um 14:36

Very interesting points.
I am also very curious how the team will change after the next summer break. Although given that the break will be short due to the world cup he might not have the time to change dramatically at once. However, he also says the team is getting closer to what he imagines it to be, but is not there yet.

Concerning the missing competition. I have the impression many teams admit defeat before the match has even started. Frankfurt’s coach A. Veh even admitted that he will not play with his best team, since they are needed in other matches. I remember that for the last two decades or roughly the time I follow Bayern every team was trying their best. They didn’t expect to win but they wanted the sensation. To beat the big Bayern München. And nowadays it seems all teams are simply scared.

I don’t understand the reason. Stuttgart and Augsburg have shown that you can challenge them. In the first half of the season Bayern won many matches only just.
I sincerely hope other teams take the challenge and adapt. The same way Bayern had to adapt when Dortmund was beating them for two (painful) years.

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Y 2. März 2014 um 15:34

Football is not neat and pretty theories. Football is competition! It means nothing until two teams go out trying to beat the crap out of each other on the pitch. Tactics only counts when USED on your opponents.

Who’s gonna pose difficult questions to guardiola next two years? Unless properly challenged, the progress of this bayern will be greatly stalled. As a neutral, I’m really curious to see how guardiola will push this team. I can only hope that dortmund will come back strong next year.

P.S. I think had Pizzaro not already been 35, guardiola will simply start him every game.

P.P.S. I read somewhere that the conditioning coach left Dortmund at the end of last season. Does this have something to do with their eerie injury problems?

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Y 2. März 2014 um 15:40

unless properly

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Foxtrott 2. März 2014 um 18:47

Sorry, mate, but who posed national challenges to Guardiola’s Barca?
There was Real. And that was that. Just as we sometimes see in the Bundesliga, most teams didn’t even bother trying to compete. And this lead to lost important games in international competitions, and some lost games or draws in the national competitions.

Once a team is dominating the national opposition to a degree, that games are no longer „the game of the season“, but games „we loose anyway“, the lack of national competition starts to become important.


hope 2. März 2014 um 01:54

Hier mal eine Frage an die Tatik-Experten in der Runde.
Mich würde mal interessieren, welche Ideen Ihr entwickelt, um mal einen echten Erfolg, gegen das derzeitig unfassbar erfolgreiche Spiel der Bayern zu erzielen. Hier gibt es eigentlich nur Lobeshymnen, aber ich habe noch keine Vorschläge/Kritikansätze gelesen, um gegen dieses System zum Erfolg zu kommen. (Analog zu den häufig kritischen Anmerkungen von MR zu seinen Dortmundern.
Vom Spannungsaspekt finde ich die Buli an der Spitze toplangweilig.

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MR 2. März 2014 um 03:14

Ein wesentlicher Ansatz wäre, das Grundniveau der Liga zu verbessern. Momentan ist es so, dass man Guardiola quasi das ganze Jahr lang bessere Arbeit machen lässt, um dann in einer Woche des Jahres sich zu überlegen „oh kacke, die sind besser, wie kompensieren wir das jetzt?“.

In der Liga gibt es momentan kein halbes Dutzend Mannschaften, die mit UND gegen den Ball wirklich gute Pläne haben. Zudem hat fast jede Elf Spieler drin, die taktisch oder technisch stark abfallen. Solang diese Aspekte so gegeben sind, hat man keine Basis, um wirklich ernsthaft (!) gegenzuhalten. Der totale Fußball findet die Defizite und bespielt sie. Gibt paar Ideen, wie man näher rankommt, aber man sieht ja, dass das nicht besonders nah ist. Alles nur Symptombekämpfung.

Augsburg und zuletzt vor allem Nürnberg (oder auch Salzburg) geben die Richtung vor, in die es gehen muss. Verbeek spielte ja entsprechend gut mit bis zu den Verletzungen, RBS sowieso. Wenn so eine taktische Qualität in der Breite gegeben wäre, könnte wohl auch ein Pep mit diesem Kader nicht in der Art und Weise durchmarschieren.

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hegel 2. März 2014 um 05:02

du sagst es selber: taktische qualität in der breite – wo sollen denn all die spieler dafür herkommen? sicher, es gibt sehr viele spieler die unterschätzt/falsch eingeschätzt werden, und dementsprechend in den falschen mannschaften spielen. leider gibts dabei auch noch so beschissene dinge wie marktwirtschaft, die es verkompliziert, dass die spieler bei den passenden vereinen spielen. da will halt jeder verein die qualität bei sich zusammenhalten, im gegenzug was zu bekommen ist ja auch nicht immer leicht und von risiken befreit, die für ein unternehmen, was fußballvereine in den gegebenen verhältnissen vor allem sind, schon mal ein faktor sind es nicht zu tun.
problem ist einfach dass jeder fußballklub mit seinen interessen als unternehmen es krampfhaft versucht fehler zu vermeiden und erfolgreich zu sein, anstatt mal über längere zeit eine mannschaft zu entwickeln, was den wirtschaftlichen erfolg arg gefährden kann. natürlich, langfristige entwicklung kann auch zu wirtschaftlichem erfolg führen, aber wenn eine mannschaft wie der hsv durch den abstieg millionenverluste machen würde, dann ist der fußball, der auf dem platz gespielt wird im vorstand ziemlich egal, solange er erfolgreich ist. wenn man sich die mannschaft anschaut müsste man (wenn man mal von wirtschaftlichen konkurrenzprinzipien befreit denkt) sie eigentlich mal ohne erfolgsdruck nach und nach neu aufbauen/strukturieren.
naja, geht langsam arg am thema vorbei – auch wenn es, finde ich, interessant ist: wie marktwirtschaftliche verwertungsprinzipien die entwicklung von fußballmannschaften arg behindert. gibt da sicherliche weit argere auswirkungen, aber ist trotzdem interessant wie sowas jeden teil des gesellschaftlichen lebens durchdringt.
jetzt aber schluss.

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manni3 2. März 2014 um 11:23

„es gibt sehr viele spieler die unterschätzt/falsch eingeschätzt werden, und dementsprechend in den falschen mannschaften spielen. “

Vorstellbar wäre, dass sich fünf oder sechs Sportdirektoren und Trainer zusammensetzen und ausklamüsern, wie sie die passenden und unpassenden Spieler gegenseitig hin- und herschieben und austauschen, sodass jede Mannschaft ein Optimum in der jeweiligen Spielanlage erreicht.

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MR 2. März 2014 um 21:00

Taktisch gute Spieler gibt’s auch in der Kreisliga. Das ist gerade der Punkt, der fast gar nichts mit finanziellen Möglichkeiten zu tun. Jede Profi-Mannschaft hat die Möglichkeit, einen Kader aufzustellen, der ausschließlich aus taktisch guten Spielern besteht. Dafür muss man individuelle Defizite in Kauf nehmen, aber die müssen nicht gravierend sein – besonders wenn man noch recht außergewöhnliche Spielertypen und junge Spieler holt. Der BVB hat’s über die letzten Jahre vorgemacht. Der aktuelle Kader ist europäische Top 10 und wurde quasi ohne Transferverlust zusammengestellt.

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HW 4. März 2014 um 10:38

Das Problem ist ja, dass man taktische Fähigkeiten mit technischen, physischen und mentalen Fähigkeiten zusammenbringen muss.
Wie gesagt, auch in der Kreisklasse kann ich taktisch tollen Fußball spielen. Aber der findet im Rahmen eines Wettbewerbs ähnlicher Fähigkeiten statt. Wenn meine Spieler individuell zu schwach sind, dann hilft mir die beste Taktik nichts.
Wenn Vereine es richtig machen, dann gehen die taktische und die Kader-Entwicklung Hand in Hand.

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phy 2. März 2014 um 08:40

Gerade Salzburg ist doch ein gutes Beispiel warum viele eher zu konservativen Taktiken greifen: RBS ist vor einem Jahr gegen Düdelingen (dem Meister aus Luxemburg -.-) verdient in der CL Quali ausgeschieden, danach nur zweiter in der Meisterschaft geworden nur um seit dem Herbst auf gehobenen CL Niveau zu spielen. [Wie sehr ich gerade mit mir kämpfe um das gehobene CL Niveau nicht zu relativieren zeigt die Verwunderung über den Erfolg von RBS]

Sich solche Pressingmechanismen zu erarbeiten dauert, Zeit die eine Mannschaft im tristen Bulialltag nur dann hat wenn sie entweder über große individuelle Klasse verfügt (d.h. fehlerhafte Mechanismen über die individuelle Klasse kaschiert) oder sich einfach mehrere Jahre Zeit gibt um auch nur annähernd Erfolg zu haben.

@hope:
Der FCB ist sicherlich weniger verwundbar gegenüber -parking the bus- Strategien als Barca es war, alleine durch die sehr guten Distanzschützen (u.a. Kroos) und die Existenz eines klassischen Mittelstürmers (dafür wurde damals ja Ibra eingekauft), dennoch wäre das imho eine Möglichkeit.

Vielversprechender wäre es aber wohl die die doch recht großen Räume rund um die Bayern IV anzuspielen und Standardsituationen zu provozieren. Alle 3 IVs sind an schlechten Tagen für blöde Fouls und schlechte Positionierung gut.

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HW 2. März 2014 um 09:53

Wenn ein Team kaum englische Wochen hat (nur durch den Pokal) dann sollte doch genug Trainingszeit zur Verfügung stehen um Pressing einzuüben. Der BVB konnte das auch und hat unter Klopp regelmäßig international gespielt. Ich denke es mangelt einfach an Konstanz beim Personal. Der Druck/Anspruch ist bei vielen Vereinen des Mittelfelds zu hoch um den Trainern diese „Experimente“ einzuräumen.
Andererseits ist die deutsche Liga nicht gerade ultra-defensiv. Wenn „wir“ nach Europa kommen, werden wir mangels Kompaktheit gerne überrannt.

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Leser 2. März 2014 um 11:32

Deine Antwort überrascht mich.
„In der Liga gibt es momentan kein halbes Dutzend Mannschaften, die mit UND gegen den Ball wirklich gute Pläne haben. Zudem hat fast jede Elf Spieler drin, die taktisch oder technisch stark abfallen. Solang diese Aspekte so gegeben sind, hat man keine Basis, um wirklich ernsthaft (!) gegenzuhalten.“

Übersetzt heißt das, die Mannschaften in der BuLi haben entweder nicht das Personal oder nicht den Plan.

Die einzigen, die annähernd das Personal haben, sind die Dortmunder, die diese Saison relevante Verletzungen haben und regelmäßig den besten Spieler der Saison abgegeben müssen. Es ist völlig absurd, dass Lewandowski zu Bayern wechselt. Warum kaufen sie Hummels und Gündogan nicht gleich mit?!

Sonst geht nichts? Kein Plan? Keine Strategie? Kein Konzept um die Bayern zu schlagen?

Dann eine Gegenfrage: warum sollte man in der Bundesliga noch mit der stärksten Mannschaft gegen Bayern antreten? Es könnte sich jemand verletzen, gelbe Karten kassieren usw. Wäre es dann nicht cleverer eher jungen Spielern eine lehrreiches Spiel zu spendieren?

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DM33 2. März 2014 um 13:07

Hihi, den Hummels wollte Bayern doch schon kaufen, schließlich kommt der aus der eigenen Jugend, nur wollte Hummels nicht.
Gündogan würde zwar auf den Füßen von Lahm, Schweinsteiger & Martinez rumstehen, trotzdem bin ich sicher, dass Sammer schon daran tüftelt….
Allerdings geht mir dieses Dortmunder Geflenne ziemlich auf den Keks, die haben den Reus ja auch einfach den Gladbachern weggekauft ( Warum kaufen sie Herrmann und Arango nicht gleich mit?? ) und Gladbach hat den Freiburgern Kruse weggekauft, der von Freiburg dem FC St.Pauli weggekauft wurde…

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Tank 2. März 2014 um 14:04

Da eine allgemeine, signifikante Hebung des Grundniveaus der Bundesliga wohl illusorisch ist, sehe ich nur eine Möglichkeit, den Bayern die Meisterschaft (nicht nur mal ein Spiel) streitig zu machen. Ein Verein der Bundesliga muss das Real Madrid der Bundesliga im Kampf gegen Peps Barca-Bayern werden.

Finanziell könnte das wohl am ehesten Wolfsburg mit VW im Rücken werden, oder? Oder man kippt 50+1 und holt sich die Geldgeber ins Land, die einen Verein künstlich aufpumpen. Oder man hofft darauf, dass Dortmund sich durch beständiges Auftreten in der CL und extrem gute Transferpolitik, verbunden mit dem vorhandenen sehr gutem Personal, aus eigener Kraft zur zweiten Supermacht aufschwingt. Das wäre zwar nahe an einem Fußballwunder, aber bisher haben sie ja schon extrem gute Arbeit geleistet. Wenn das jemand schafft, dann Klopp und Co..

Oder, und ich denke das ist mit Abstand die realistischste Option, man wartet einfach 1-4 Jahre bis die Bayern so langsam am Ende ihrer Stärkephase angekommen sind. Momentan sieht es zwar so aus, als könnten sie bis in alle Ewigkeit dominieren, aber das wird so nicht passieren. Sie werden die Bayern bleiben – aber die Super-Bayern werden verschwinden.

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Axt 2. März 2014 um 16:05

Einfach abwarten bis Guardiola keine Lust mehr hat

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CH 3. März 2014 um 14:09

„Das Grundniveau der Liga zu verbessern“ ?!
Ist die Anzahl von „nur“ eine Handvoll Manschaften mit einer vernünftigen Spielanlage im europäischen Ligavergleich wirklich so schlecht ?
Der Knackpunkt wird doch immer sein, dass die finanziellen Möglichkeiten eines Vereins die Anziehungskraft für die besten Spieler und Trainer – auch aus einem niveauhöheren Bundesligapool – bestimmen (die paar Idealisten und Romantiker mal außen vor …).
An den finanziellen Mitteln der Bayern wird sich in absehbarer Zeit nix ändern. Denn sie dominieren die Liga ja nicht nur sportlich, sondern auch politisch und in der Managementqualität.
Ihre wirtschaftliche Vernetzung ist auch fast unangreifbar.
Die Bayern haben die gesamte Metropolregion München quasi „für sich“. Nur in Stuttgart und Berlin gibt es eine ähnliche Fokussierung, während sich in Rhein-Ruhr und Rhein-Main mindestens zwei gleichwertige Vereine um Sponsoren, Fans und politisch-kulturelle Unterstützung bewerben. (Der Großraum Hamburg zählt für mich auch noch, hat aber ~20% weniger Einwohner als der Großraum Stuttgart.)

Die aktuelle sportliche Stärke der Bayern resultiert aus der außerordentlichen Konkurrenz durch den BVB. Die BVB-Story ist m.E. aber eine krasse Ausnahme.
Die nationale Konkurrenz fehlt leider zur Zeit, was sich mittelfristig auch in der internationalen Wettkampfhärte der Bayern zeigen wird – trotz M. Sammer ! Die damit verbundenen vereinsinternen Effekte werden anderen Vereinen mal eine Chance geben für ein, zwei Jahre zu glänzen.
Danach sind die Bayern wieder da …

Stichwort: Managementqualität:
Aktuell ist vielleicht der HSV in einer ähnlichen sportlichen und finanziellen Situation, wie es der BVB vor Jahren war. Glaubt einer dran, dass der HSV das ähnlich gut hinbiegen wird ?
Glaubt einer dran, dass Stuttgart bzw. Hertha das Potenzial ihres „Heimatmarktes“ auch nur annähernd bayerngleich heben werden ?

Wünschen ja, aber drauf wetten ?

PS: Danke RM ! Der erste Satz im Artikel made my day 🙂

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Koom 3. März 2014 um 14:23

„Ist die Anzahl von “nur” eine Handvoll Manschaften mit einer vernünftigen Spielanlage im europäischen Ligavergleich wirklich so schlecht ?“

Problem dürfte eher sein, dass nur 2 dieser handvoll Mannschaften die finanziellen Möglichkeiten haben, um „europäisch“ zu spielen. Aber um kurz einzuhaken: Wen siehst du in der Bundesliga mit einer vernünftigen Spielanlage (sprich: Einem guten Trainer)? Meiner Meinung würde ich da Bayern, BVB zuerst nennen. Dahinter dann Mainz, Augsburg. Bei allem danach würde ich auf die nachhaltige Wirkung warten wollen. Nürnbergs Verbeek ist interessant, aber erst kurz da. Berlin muss mit Luhukay auch erst mal schauen, ob das im ersten Halbjahr nur Euphorie war (denke ich nicht, Luhukay ist IMO ein Guter), bei Wolfsburg ist mir Hecking zu defensivorientiert.

Aber mal andersrum: Selbst beim kleinsten regelmässigen Bundesligisten reden wir von einem Millionen-Unternehmen. Warum schafft man es nicht durchgängig, sich einen wirklichen Fachmann zu holen? Gut, die Beurteilung, ob einer ein solcher ist, ist schwierig, vor allem, wenn man selbst keinen Experten als Manager hat. Aber bei all den Analysen und Werten, die man abrufen kann, muss es doch relativ gut und schnell möglich sein, abzusehen, ob der aktuelle Trainer gut ist, bzw. mit der Mannschaft und Vereinsstrategie kompatibel ist.

Ist natürlich auch nur eine subjektive Meinung, aber hier auf sv.de kriegt man schon einen gut argumentierten Eindruck, welcher Trainer insgesamt sehr gut arbeitet und welcher das eben nicht tut.

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blub 3. März 2014 um 17:24

Man muss mal sehen, die besten finanziellen möglichkeiten haben halt auch Teams die grade schlechte phasen durchmachen (z.B. HSV) und umgekehrt. Das finanziele Potential des HSV mit der fußballerischen Kompetenz aus Augsburg wäre vermutlich eine echte herausforderung für Bayern. Auch Bremen und Stuttgart sind Wirtschaftlich kein vergleich zu Bayern aber halt deutlich besser aufgestellt als Mainz&co. das kann sich denke ich nochmal drehen und ist ist nur ne ziemlich krasse momentaufnahme. spielerisch würde Bayern die PL sicher in ähnlichem Maße rocken, da brauch man sich grad nicht schämen.
Dortmund liegt zwar grade 20 Punkte zurück in schitt aber auch nur ca. 3 Punkte hinter einem durchschnittsmeisterschaftsteam.

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Koom 3. März 2014 um 19:28

Heidel meinte das auch letztens mit seinem Interview, wo er den HSV kritisierte. Wenn alle ihre Arbeit „vernünftig“ machen würden, würde Mainz nur um Platz 11-14 spielen. Aber solange man in Hamburg, Stuttgart & Co. „schlechte Phasen“ hat (euphemistischer Ausdruck 😉 ), hat Mainz die Chance, ein wenig aufzuschließen finanziell, indem man einfach ein paar Plätze über dem spielt, was eigentlich möglich sein dürfte. Das ganze gepaart damit, das man die Spieler mittlerweile fast nur noch an die Top 5 abgibt, ergibt das ein nettes Plus, dass eben auch wieder einen weiter nach oben gehen lässt.

Bei den Bayern kommt momentan halt auch einfach alles zusammen: Ein riesiger Kader, indem es kaum fußballerische Gurken/Altlasten hat, wirtschaftlich sensationelles Arbeiten und Konkurrenz, die momentan geschwächt ist durch Transfers (Götze, teils Lewandowski) aber vor allem durch viele herbe Verletzungen, oder die sich selbst aus dem Rennen nimmt (Leverkusen), die sich nicht die Breite und Spitze organisieren, um Platz 1-3 über eine Saison hinweg angreifen zu können. Oder Schalke, die wiederum den Kader haben, aber vielleicht den falschen Trainer.

Kurz gesagt: Volle Zustimmung zu deinem Post. Wollte nur ein paar Dinge ergänzen.

karl-ton 4. März 2014 um 00:10

Aber mal andersrum: Selbst beim kleinsten regelmässigen Bundesligisten reden wir von einem Millionen-Unternehmen. Warum schafft man es nicht durchgängig, sich einen wirklichen Fachmann zu holen?

Weil das mit dem allgemeinen Fachmann wirklich schwierig ist. Und Fußballclubs halt auch keine normalen Unternehmen. Das Glück oder Unglück eines Unternehmens in der Größenordnung hängt etwa eher selten von der Tagesform von ca. 30 Leuten ab. Wenn ein Abteilungsleiter nicht so super ist fangen das die meisten Organisationen irgendwie ab und die Gesamtperformance sinkt vielleicht um 2%. Wenn ein Torwart einen schlechten Tag hat, ist im schlechtesten Fall die CL-Quali futsch und damit dann auch richtig Geld. Wenn im Fußball ein teurer Transfer floppt, dann kostet das halt auch richtig Geld und machen kann man dann auch nichts mehr. Und mal eben 10 Millionen in den Sand setzen kann man eigentlich auch nur im Fußball (Softwarefirmen haben teilweise ähnliche Risiken).

Abgesehen davon habe ich aber auch den Eindruck, dass man sich im Fußball gerne auf den Trainer als wesentliches Element einschießt, ab und an nochmal den Kader erwähnt, dabei aber insgesamt die Ebenen drüber gerne unterschätzt. Vereine wie Bayern, Dortmund, Augsburg und Mainz haben aber eben nicht nur gute Trainer, sondern auch Leute, die die passende Ziele definieren und (intern wie extern) kommunizieren und eben ein Arbeitsumfeld schaffen, das den „wirklichen Fachkräften“ ermöglicht ihre Stärken umzusetzen. Ja, klang jetzt sehr nach Management-Blah-Blah.

Wenn man aber etwa Werder Bremen und den HSV in dieser Saison vergleicht, wird’s hoffentlich klarer. Bei den einen tritt der dritte Trainer der Saison an und erzählt was von europäisch sollte eigentlich sein und macht dann Abstiegskampf. Bei den anderen wird schon die ganze Saison Abstiegskampf gemacht und Fans und Mannschaft feiern dann auch die wenigen wichtigen Momente gebührend (Derby-Sieg). Der HSV kauft dann halt lieber ’nen VdV als Retter, den man sich nicht leisten kann. Und der eigentlich auch nicht so in den Kader passt. Man ist ja wer. Realistisch kann man aber sein Potential beim HSV frühestens in fünf Jahren abrufen. Wenn es überall wirklich, wirklich gut läuft. Nur sagt das eben keiner. Und zwar auch seit mindestens fünf Jahren.

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Koom 4. März 2014 um 10:10

Stimme dir zu. Ich sehs bei meinen Mainzern ja auch: Spieler und Trainer können gehen. Sorgen mache ich mir erst, wenn Christian Heidel mal gehen sollte. Der ist – genau wie Uli Hoeneß – zum einen vermutlich größter Fan seines eigenen Vereins, sportlich wie wirtschaftlich mit einem guten Auge und Verstand gesegnet und demzufolge funktioniert das ganze auch so gut.

HW 2. März 2014 um 09:46

Ich denke der entscheidende Punkt ist, dass man seine Taktik konsequent umsetzt. Ob man nun stark defensiv spielt oder ob man den Ballbesitz, bzw. die Ballzirkulation der Bayern stören will.

Agressivität und Konsequenz, das kann man auch aus dieser Analyse lesen, sind wichtig. Barca hatte unter Pep auch ab und an ein Spiel in dem der Gegner sehr gut dabei war. Die eine Wundertaktik gegen Barca gab es aber nicht.
Eng wird es wohl trotzdem, nur darf man sich nicht wie ein Lamm zur Schlachtbank führen lassen.
Optimal ist es, wenn man schon den Aufbau der Bayern stören kann, also die 6er aus ihrem Rythmus bringt. Kann man das nicht, vielleicht weil es der eigene Kader nicht her gibt, dann bleibt wohl nur eine sehr zurückgezogene Taktik. Aber auch die muss agressiv sein um im eigenen Spielfelddrittel nicht demontiert zu werden.

Man braucht natürlich einen Sahnetag und darf kein Pech haben (Alaba’s Freistoß).

Im Moment ist nur der BVB in der Lage die Bayern regelmäßig vor schwere Aufgaben zustellen.
Ja, die Bundesliga ist an der Spitze nicht spannend. Außer man findet die Krisen der „Verfolger“ spannend. Aber in Spanien sah es nicht viel anders aus (der Titelkampf war auf die direkten Duelle reduziert). Ich hoffe in der nächsten Saison wir der BVB angreifen.
Es wird so schnell keinen Durchmarsch von drei oder vier Vereinen geben. Das wäre aber notwendig um die Meisterschaft wieder richtig offen zu gestalten. Dass das Ligamittelfeld in den nächsten Jahren den Bayern regelmäßig Punkte klaut, sehe ich nicht. Da spielen einfach Galaktische, bzw. Außerirdische in der Liga. Deren Maßstab ist die Champions League. Willkommen in der Zwei-Klassen-Gesellschaft.

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Zagłębie rules 2. März 2014 um 11:39

Ich denke wenn Vereine wie Augsburg und Nürnberg um mal zwei aktuelle Beispiele zu nennen, es schaffen qualitativ hochwertigere Kader zu halten und nicht aus finanziellen Gründen die besten Spieler abzugeben; dann könnten Sie sich um ernsthaftere Mitbewerber um die vorderen Plätze entwickeln.
Wichtig erscheint mir unabhängig von der gewählten Taktik bzw. Spielform dass ein Team einen Charakter entwickelt; nicht nach einer Klatsche in eine Depression verfällt.. Schalke habe ich unabhängig von der Klarheit der letzten beiden Ergebnisse eigentlich schon weiter gesehen. Dass ein Team innerhalb weniger Wochen so abdriften kann, scheint zudem auch andere Ursachen zu haben. Davor 8 Spiele mit nur zwei Gegentoren und jetzt zweimal solche Klatschen. Man stelle sich mal vor wenn Bayern nicht nach 60 Minuten das Spielen einstellt oder Fährmann gegen Real nicht einen Sahnetag erwischt hätte…

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osch@d 2. März 2014 um 15:18

Am Ende ergeben sich im wesentlichen aus guten Finanzen ein stabiles sportliches Umfeld und diese guten Finanzen können durch die CL nunmal nur 1-2 Mannschaften, haben. Solange die Finanzierungsmodelle nur für 1-2 Mannschaften auf hohem Niveau reichen, solange wird auch die Liga so aussehen.

Heutzutage kommt erst die Wirtschaft, dann der Rest. Man könnte natürlich Umverteilungssysteme einführen, aber die Bayern werden sich was dagegen haben.

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HW 2. März 2014 um 20:01

Unterschiedliche Möglichkeiten sind normal, nur darf die Schere nicht zu groß werden. Der Fußball bzw. der Sport hat diese Probleme nicht exklusiv.

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Foxtrott 4. März 2014 um 13:05

„Heutzutage kommt erst die Wirtschaft, dann der Rest. Man könnte natürlich Umverteilungssysteme einführen, aber die Bayern werden sich was dagegen haben.“

Was soll den Umverteilt werden?

Überspitzt gesagt, hätte der FCB auf die Bundesligafernsehgelder die letzten Jahre verzichten können… Die haben nen Umsatz von über 430 Millionen und verdienen über die Bundesligavermarktung keine 34 Millionen, das sind keine 8%…

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Koom 2. März 2014 um 14:24

Naja, wie es geht, sieht man ja in bestimmt der Hälfte der Spiele gegen die Bayern. Ob Hertha, Nürnberg, Mainz, Arsenal etc. die sind alle 45 Minuten gut damit zurechtgekommen, scheiterten aber an der Effizienz vorm Tor. Im Grunde brauchst du ein offensiv gut besetztes Team, das diszipliniert Pressing spielen kann – und anschließend ein gutes Verschiebesystem beherrscht.
Also letztlich kann man sich MRs Aussage anschließen: Allgemeines Niveau erhöhen.

Ansonsten unterliegt Fußball auch einfach Dynamiken: Spieler werden schlechter. Zudem wirkt Guardiola gerade mal ein Dreiviertel Jahr bei den Bayern. Vielleicht wird er den Kader noch mehr umformen, was bedeuten kann, das er aus dem heterogenen Kader (mit kantigen Mittelstürmern) einen homogenen Kader macht, indem Lahms und Götzes, halt die Zwergenarmee die Überhand kriegen. Und ob das eine Verbesserung ist, muss man dann abwarten. Auch Barcelona hat mit Guardiola nicht alles gewonnen.

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ES 2. März 2014 um 22:42

Letztlich läuft es darauf hinaus: Ein wirklich großer deutscher Verein mit dem entsprechenden begeisterungsfähigen Umfeld, der Tradition, dem Stadion, mindestens 100000 Mitgliedern etc. erwischt einen Trainer der Extraklasse. die Führung eint sich hinter dem Trainer und dem Konzept. man hat 2-3 Jahre Geduld. Dann baut man ein Team, das a) die individuelle Klasse hat b) taktisch mit und gegen Ball spielen kann (wie MR das sagt) und man bekommt mit dem angezündeten und begeisterten, aber durch klare Führung im Verein kanalisierten Umfeld das Momentum, um den Bayern (0der dem entsprechenden Ligaprimus) ein paar Jahre Paroli bieten zu können (siehe BVB unter Klopp und Watzke), mit ganz viel Glück und Können löst man sogar den Primus ab (siehe ManU vor 25 Jahren mit Sir Alex). Das Problem in Deutschland: Außer dem BVB hat diese Größe nur Schalke (Nachteil: strukturschwache Region), und mit Abstrichen der HSV oder mit vielen Abstrichen vielleicht der 1. FC Köln. Über die Führung bei HSV und Köln brauchen wir kein Wort zu verlieren. Schalke möchte es gerne dem BVB nachmachen, sie sind auch auf einem guten Weg, haben aber jetzt leider keinen Trainer der Extraklasse. Die (anderen, außer Klopp und Guardiola) Klassetrainer der Bundesliga sitzen wiederum in Vereinen fest, die einen Super-Job machen, aber nie die Größe haben werden, um im großen Stil angreifen zu können (Mainz, Augsburg). An Retorten- und Werksclubs (Wolfsburg, Leverkusen, Hoffenheim, oder auch Leipzig) glaube ich nicht.

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CH 4. März 2014 um 11:01

Schalke sitzt an und für sich in einer starken Region (12 Mio E.), die aber gerade unter einem Strukturwandel schwächelt. Das Problem im Ruhrgebiet ist eher, dass es da fast zu viele ambitionierte Vereine gibt, die sich um Mittel streiten: BVB, Schalke, Gladbach, Leverkusen, Köln.
Eine Fokussierung auf drei Vereine wäre vmtl. tragfähig (ähnlich zu London, 15 Mio E.).
Wobei ich die Korrelation von Wettbewerbsfähigkeit zu Einwohnerzahl>Wirtschaftskraft nur als unbewiesene These in den Raum stelle.
Die Retortenvereine können funktionieren, sind aber stark von Ihrem Hauptsponsor abhängig. Da fehlt’s halt an Absicherung, wenn’s der Firma mal richtig dreckig geht. Bayern bekommt sein Geld von Adidas, Audi/VW, Allianz, Telekom.
Vier Firmen aus vier total verschiedenen Branchen: jackpot ! Zwei davon sitzen im Großraum München, die dritte zumindest in Bayern/Franken : siehe These.

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HW 4. März 2014 um 18:07

Aber London hat mehr als drei Vereine alleine in der ersten Liga (Arselan, Chelsea, Fulham, T’ham, West Ham, wen vergessen?)
Wenn der Pott zwei Vereine auf dem Niveau von Arsenal und Chelsea hätte, wäre das schon sehr gut.

Geldgeber müssen ja nicht aus der Region kommen.

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karl-ton 4. März 2014 um 18:21

wen vergessen?

Crystal Palace.

Wobei es in England halt rein wirtschaftlich betrachtet auch nur London und Greater Manchester gibt. Wundert nicht, dass sich da auch die Fußballclubs konzentrieren.

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HW 4. März 2014 um 18:27

ArseLaN *g

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ES 4. März 2014 um 14:58

Das mit der Konkurrenz in einer Region ist m.E. nicht so störend. Wie weit sind eigentlich Manchester und Liverpool auseinander? Da tummeln sich mindestens 3 hochklassige Vereine (der Dritte schwächelt in den letzten Jahren, der bisherige Primus ebenfalls). Übrigens: Strukturschwache Region. Strukturschwäche hat auch immer eine positive Kehrseite: Wirtschaftliche Schwäche -> verringertes Selbswertgefühl der Region/der Menschen -> hoher Kompensationsbedarf ausserhalb der wirtschaftlichen Leistung -> hohe Begeisterungsfähigkeit/hoher Einsatz des Umfeldes für die eigene Fussballmannschaft. Es muss den Vereinen gelingen, sich Geldmittel ausserhalb der Region zu beschaffen, und gleichzeitig die einheimische Wirtschaft einzubinden. Das geht in U.K. über ausländische Investoren/Milliardäre. In der BL gelingt das teilweise gar nicht mal so schlecht (dafür, dass der Weg über Eigner gottseidank verbaut ist). Beispiel Schalke: Mit Gazprom einen großen internationalen Sponsor reingeholt (bitte jetzt keine Putin/Krim-Diskussion starten :-)), geichzeitig regional nahe mittelständige Unternehmen (z.B. Veltins, Tönnis etc.) weiter eingebunden. Da entseht sehr schnell die Frage: Was habe ich für eine Marke und was ist die Marke international wert? Was wiederum (auch) sehr stark mit dem sportlichen Erfolg zusammenhängt (ohne sportlichen Erfolg auf lange Sicht keine erfolgreiche Marke, ist klar).

Ich gebe aber MR recht, wenn er sagt, dass das Ganze vom Geld gar nicht so abhängig ist (siehe BVB), bei denen der sportliche Aufstieg mit gleichzeitigem Schuldenabbau einhergeht (nach den Titeln sogar mit dramatischem Schuldenabbau). Im Gegenteil: Jetzt wo Dortmund die Mittel hat und sich Spieler über 20 Millionen leisten kann, geht es sportlich nicht unbedingt sofort dramatisch schnell weiter.
Und zu Schalke: Auch hier findet ja aktuell Schuldenabbau statt ohne dass sie sportlich schlechter dastehen als beispielsweise vor 5-10 Jahren als noch Schulden aufgehäuft wurden. Konzept dabei: Spieler aus der eigenen Jugend (gegen Bayern waren z.B. 5 davon auf dem Platz), ablösefreie starke Spieler (z.B. Neustädter), sehr junge vielversprechende Spieler frühzeitig binden (Papadopoulos, Goretzka) und gelegentliche Zukäufe in der Kategorie 10 Millionen (Boateng, Farfan, Huntelaar). Fehlt nur noch der Klassetrainer wie angesprochen.

Was ich nur unterstreichen möchte, was unabdingbare Voraussetzung dafür ist, den Bayern irgendwann mal wieder Konkurrenz machen zu können (neben Trainer plus Konzept): Die Größe des Vereins gemessen an Zuschauern (über 50.000, immer volles Stadion), Mitgliedern (über 100.000) und generelle relevante Anhängerschaft lokal und im In- und Ausland sowie relevante Historie. Und da gibt es nur Dortmund und Schalke, und eventuell den HSV.

Das soll, um auch das zu betonen, die tollen Leistungen in Mainz, Augsburg etc. überhaupt nicht schmälern. Im Gegenteil. Nur glaube ich, dass es über einen gelegentlichen Ausflug in die Europa-League und ab und an den Großen ein Bein stellen, nicht hinausgehen wird.

Das ist übrigens nur mein persönlicher Blick in die Zukunfts-Glaskugel. Niemand hätte in den 60er Jahren voraussehen können, dass ausgerechnet der kleine FC Bayern, und nicht die großen Schalke, Nürnberg, 1860, 1. FC Köln, HSV, Bremen etc. die nächsten 50 Jahre und mehr dominieren würde. Von der kurzfristigen Dominanz Borrussia Mönchengladbachs in den frühen 70ern (von der Epoche zehrt der Verein heute noch) mal ganz abgesehen. Tradition und Größe entsteht auch mal irgendwo und irgendwann. und wer weiss, vielleicht findet gerade etwa bei Mainz und Augsburg so etwas statt.

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Leser 1. März 2014 um 23:23

Ein riesen Problem von Schalke ist m.E., dass Huntelaar nur selten das Spiel auf eine Seite lenkt. Schon im Spiel gegen Real fällt das erste Tor aus einer Situation heraus, wo Real einen Angriff/Aufbau über links beginnt, Schalke rüberschiebt, Real dann die Seite wechselt und Schalke Probleme hat zurückzuschieben. Boateng kriegt dann nicht mehr den richtigen Abstand zur 4er-Kette und durch diese Loch entsteht das 1:0.
Keller scheint aus dem Real-Spiel ein anderes Fazit gezogen zu haben. Denn heute waren solche Bewegungen von Huntelaar auch nicht zu sehen. Selbst in der zweiten Halbzeit, wo Schalke etwas besser aussah, hatten sie erst im zweiten Drittel Zugriff.
Wenn man dann zum Vergleich das BVB-Spiel von heute sieht, wie Lewandowski den Nürnbergern „erlaubt“ einen Angriff über die linke Seite auszuführen, ist da doch ein Klassenunterschied zu sehen.
In dem Zusammenhang ist bemerkenswert wie aggressiv die Bayern die IV von Schalke anliefen. Die hatten quasi gar keine Zeit zu überlegen.
Ein starkes Spiel von einem starken Team in einer schwachen Liga. Es scheint drei erste Bundesligen zu geben: 1a Bayern 1b BVB, Wolfsburg, Leverkusen 1c der Rest. Spannender als die Frage, wer Meister wird, ist die Frage, in welche Richtung sich das mittelfristig entwickelt: a) nimmt Bayerns Dominanz zyklisch wieder ab? b) bleibt sie bestehen, aber es werden Geldmittel umgelegt, um für mehr Chancengleichheit zu sorgen oder c) es kommt die Europa-Elite-Liga für Clubs wie PSG, Real, Barca und Bayern?

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hegel 2. März 2014 um 00:37

woran machst du denn eine „schwache liga“ fest? es gibt dieses jahr sehr viele mittelmäßige mannschaften in der liga, würde ich sagen, und fast keine schlechte. ich denke vor ein paar jahren hätte der bspw. der hsv weit weniger probleme gehabt als heute, weil insbesondere taktisch weniger klug vorgegangen wurde. heute reichts eben nicht mehr die spiele allein mit individueller klasse zu meistern, wenn man taktisch grottig ist (ich habe die spiele unter slomka noch nicht miteinbezogen).
ich würde sagen, man hat im moment die situation, das eben 5 mannschaften um die CL-plätze spielen – bayern, dortmund, leverkusen, wolfsburg, schalke in der reihenfolge, mainz, gladbach, hertha und augsburg kloppen sich um die EL-plätze. danach kommen eigentlich mannschaften, von denen jede noch absteigen kann.
man merkt zwar, dass durchaus diskrepanzen da sind, aber was sagen die eigentlich aus? ja, das kann man eigentlich erst merken wenn man sich die verschiedenen mannschaften anschaut und analysiert. im gesamtbild der liga merkt man denke ich dass insbesondere defensivstrategisch viel gut gearbeitet wird und es viele gute pressingmechanismen gibt. man muss allerdings auch sagen: es fehlt – mir persönlich – eine mannschaft, die ihr ballbesitzspiel richtig durchzieht – von bayern mal abgesehen. das dürfte doch eigentlich in konter und pressingdeutschland, in denen viele spiele in etwas seltsamen gebolze enden, bei denen sich die mannschaften etwas neutralisieren, ein vielversprechender ansatz sein. klar, zuerst riskant, fände ich aber interessant. nürnberg macht das teilweise ganz cool, die haben aber denke ich nicht die perfekten spieler dafür.

zum spiel: ich denke, die tatsache, dass schalke den gegnerischen sechserraum so aufgegeben hat, hat die partie entschieden. etwas höheres mittelfeldpressing wäre denke ich wohl besser gewesen, das 4-5-1 war ja prinzipiell, wies im artikel steht keine schlechte idee. evtl hätte man vielleicht sogar kolasinac statt goretzka ins mittelfeld schicken können, um etwas mehr zugriff zu bekommen. neustädter mit gelegentlichem aufrücken um passwege besser „belauern“ zu können, ballferner achter fällt dabei etwas, flügelstürmer rückt ein. gemeinsam mit besserer positionierung von huntelaar wäre es vielleicht etwas weniger desaströs gewesen. vielleicht irre ich mich jetzt als totaler taktiknoob auch wieder, würde mich über antworten freuen.

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RM 2. März 2014 um 01:46

Hängt davon ab. Auch wenn man den für diese Rolle besser geeigneten Kolasinac dorthin stellt, fehlt es weiterhin an den gruppentaktischen Mechanismen. Wenn man diese (+ Pressinghöhe, etc.) anpasst, dann ist es aber fast egal, wer von den beiden spielt, haben unterschiedliche Aspekte, in der Gesamtsumme aber Goretzka wegen eigenem Ballbesitz wohl interessanter. Aber wenn man es rein durch die Spieler aufbessern wollen würde, wäre es mit dem Tausch sicher besser gewesen, ja.

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nougat 2. März 2014 um 11:57

bringt ihr noch etwas zu dem desaster gegen real und vom spiel zenit gegen bvb ?

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Zagłębie rules 2. März 2014 um 12:02

Nach welchen Kriterien werden eigentlich die Spiele ausgewählt? Nicht das ich was gegen die Veröffentlichung von Bayern Spielen hätte, aber Schalke – Real, Petersburg – BVB oder auch BVB -FCN hätten viel mehr Stoff gegeben.

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SCP-Poker 3. März 2014 um 13:34

Die CL-Spiele sollten doch im nächsten Magazin kommen, wenn ich mich nicht irre.

HW 2. März 2014 um 10:06

Mittelfristig wird keine Eliteliga kommen. In 20 Jahren vielleicht.

Fans der europäischen Topclubs identifizieten sich eh schon eher mit Spielen gegen United und Real als gegen einen Lokalrivalen. (Wann gab’s das letzte Münchner Derby?)
Früher gab es auch in Europa Zyklen. zunächst war Real das Maß der Dinge, dann kamen Italiener, Benfica und Britten. Dann die Holländer und die Deutschen. Dann wieder ganz andere englische Teams. usw.
Sollten diese Zyklen ausbleiben und nur noch die Top 6 Europa dominieren, dann kann zu einer Europa League ohne Qualifikation über nationale Ligen kommen.
Ich sehe die aktuelle Entwicklung kritisch, die Spitzenclubs bunkern mittlerweile so viele Spieler in ihrem Kader, die den nationalen Verfolgern echt gut stehen würden. Man stelle sich mal Martinez, Shaquiri und Robben beim BVB, Schalke oder Leverkusen vor.

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Foxtrott 2. März 2014 um 14:04

„Die Spitzenclubs bunkern mittlerweile so viele Spieler in ihrem Kader, die den nationalen Verfolgern echt gut stehen würden. Man stelle sich mal Martinez, Shaquiri und Robben beim BVB, Schalke oder Leverkusen vor.“

Ach komm, dass ist doch Quatsch. Das hat doch nichts mit bunkern zu tun, und das sehe ich (evtl mit der Ausnahme PSG, deren erklärtes Ziel das „bunkern“ auch ist) auch Europäisch nicht. Von den von Dir genannten, ist doch nur Shaquiri ein Kandidat gewesen, der nicht zu einer nationalen top drei Mannschaft gewechselt wäre. Aber ich kann mich nicht erinnern, dass Dortmund, Schalke oder Leverkusen überhaupt an ihm interessiert gewesen wären. [Und schöne Spielerauswahl von Dir übrigens, ich stelle mir zB auch Reus bei Gladbach, Sokratis in Bremen, oder Bittencourt in Cottbus vor ;)]

Das große Problem für die Bundesliga, ist meiner Meinung nach, der große Finanzielle Unterschied, grade im Vergleich zu England [oder auch (mit abstrichen) Russland, Spanien und Italien].
Ein Klub auf Platz 10 in der Premier League kann mit gut 50 Millionen Euro Fernsehgeld planen. Das gibt dann direkt andere Möglichkeiten auf den Transfermärkten im Vergleich zum Bundesligamittelfeld. Wenn Stuttgart, Mainz, oder auch Hannover mit 10-20 Millionen zusätzlichem Profietat jedes Jahr rechnen könnten, könnte auch mal etwas „gezockt“ werden, und halt mal 5-10 Millionen und ein gutes Gehalt für ein internationales Toptalent hingelegt werden…. Aber wenn West Ham oder Southhampton in den letzten drei Jahren ein Transferminus von über 50 Millionen rausdrücken können, dann hat zB Hannover wenig Chancen mitzuhalten. [Und das sind keine Einzelfälle, -10 Mio im Jahr scheint für das Premier League Mittelfeld zum guten Ton zu gehören]

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HW 2. März 2014 um 15:15

Mit bunkern meinte ich natürlich nicht, dass die Spieler auf der Bank versauern sondern, dass diese Vereine (Paris, Bayern, Man City) aufgrund der vielen Wettbewerbe diese Spieler auch brauchen. Nur ist das schade weil diese Spieler grundsätzlich auch das Niveau anderer Vereine heben würden. Dass die Top 8 Europas finanziell diese Kader stemmen können und Leverkuse (oder Gladbach) nicht ist eine Ursache warum Bayern & Co. diese Spieler anziehen usw. Sobald ein großer Fisch an einem Spieler dran ist, ist es für die kleineren einfach ganz schwer mitzuhalten.
Mehr Geld -> bessere Kader und Trainer/Infrastruktur -> mehr sportlicher Erfolg ->mehr Geld usw. usw.
Das ist ein Kreislauf der den besten Vereinen immer mehr Vorteile verschafft. Solange da keine groben Fehler gemacht werden oder äußere Einflüsse einwirken, wird es für Vereine wie Leverkusen unmöglich auch nur national mitzuhalten.

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KK 2. März 2014 um 16:14

wieso nennst du wolfsburg und leverkusen als 1b mannschaften, stufst schalke aber als 1c team ein?

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Leser 2. März 2014 um 19:47

Habe die Schalker einfach vergessen. Kann man mal sehen, wie OT der Kommentar war 😉

Ich bin dort aber skeptisch wie nachhaltig die Entwicklung ist. Wenn ich mich nicht ganz irre ist Schalke der am meisten verschuldeste Verein in Deutschland.

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Willibert 5. März 2014 um 14:15

Die haben auch ihr Stadion komplett finanziert, deshalb die Schulden. Weil die Stadt Gelsenkirchen kein Geld hat, ihnen ein Stadion zu bauen, wie das in anderen reichen Städten der Fall ist.

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Lena 1. März 2014 um 22:02

Wirklich faszinierend zu sehen. Und Martínez als spielstarker Innenverteidiger, fast schon ein falscher mit seinen untypischen Bewegungsabläufen. Verteidigt fast wie eine sechs. Kann mich noch gut an die Diskussionen hier zu Saisonbeginn erinnern, was da über Lahm als sechs und und und fast schon geschimpft wurde. Dabei passt es gerade gegen Gegner wie Schalke perfekt mit einem hängenden sechster als Innenverteidiger leicht schief Druck auf den gegnerischen Spielaufbau zu geben, weil damit der Zugriff früher und enger erfolgen kann. Ist mir heute gerade auch im Vergleich mit dem spekulierenden Zugriffspiel von Hummels, der öfter super gefährlich agiert. Gefällt mir super. Pep ist der Hammer. Und der Keller… Den find ich allein schon in seiner Außendarstellung ein echtes Minus für Schalke. Da gehört ein Tuchel hin. Der Keller ist doch echt ein Kandidat fürs Trainertaktische und psychologische Dschungelcamp.

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karl-ton 1. März 2014 um 23:58

Warum sieht denn eigentlich niemand den Tuchel weiterhin in Mainz? Der scheint es da doch wunderbar zu haben. Raum zum Experimentieren. Bisher keine internationalen Spiele, mit all ihren Problemen für Training und Kader. Und das wenige was ich aus Mainz mitbekommen habe spricht auch für eine gute Vereinsführung, die gut arbeitet und Trainer und Mannschaft den Rücken freihält. Macht auf mich insgesamt immer einen besseren Eindruck als das Haifischbecken, das so mancher Traditionsverein anbietet.

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Spielverderber 2. März 2014 um 16:08

Genau. Letztes Wochenende wurde bei Sky die „Tuchel-Tabelle“ erwähnt. Seit er bei Mainz ist haben nur Bayern, BVB, Leverkusen und Schalke mehr Punkte geholt als er mit seinen Mainzern.
Bei Schalke würde er 2Jahre CL spielen und dann wenn dann mal wieder Theater ist, fliegt er halt weil das dann immer die Konsequenz ist.
Wenn er die nächsten 5Jahre bei Mainz bleibt wird er auch in den Genuss von Internationalem Fußball kommen und man wird auch mal an ihm festhalten wenn es mal nicht läuft.

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ES 2. März 2014 um 22:15

Ich weiß nicht, woher das Vorurteil kommt, dass auf Schalke die Trainer so schnell fliegen. Unter Heldt hat es bisher Rangnick gegeben, der aus gesundheitlichen Gründen aufgehört hat, danach die nicht mehr zeitgemäße Notlösung Stevens. O.k., der würde gefeuert. Seitdem hält Heldt aber an Keller fest trotz aller Widerstände. Wenn ein Trainer erfolgreich ist, wie z.B. Stevens in seiner ersten Zeit, dann bleibt er auch sehr lange. Aber na klar, in Mainz ist es bequemer zu arbeiten.

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AlexF 3. März 2014 um 09:39

„…wenn er erfolgreich ist..“
Da genau liegt das Problem, um Kontinuität zu gewährleisten muss man auch einmal an einem Trainer festhalten, auch wenn es nicht läuft.

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ES 3. März 2014 um 11:18

Das passiert ja gerade mit Keller. Der ist nicht so wahnsinnig erfolgreich und die Vereinsführungen hält an ihm fest.

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der_wahre_hannes 3. März 2014 um 11:32

Keller macht auf Schalke schon einen guten Job. OK, die Mannschaft spielt noch sehr unkonstant und gegen Real und Bayern gab es nun zwei dicke Klatschen. Aber ich kann mich da an eine Mannschaft in Schwarz-Gelb erinnern, bei der ein gewisser Jürgen Klopp auch ein paar Jahre brauchte, um erst national und dann international Konstanz und Qualität in die Mannschaft zu bringen.

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Koom 3. März 2014 um 13:14

Jens Keller hat das große Problem des fehlenden Charismas. Er wirkt immer wehleidig, sehr farblos und vermittelt wenig Überzeugung und Zuversicht. Auch die Intellektuellen-Karte vermag er nicht auszuspielen. Das macht es schwer, ihn und seine Arbeit fair zu beurteilen. Hier auf sv.de gewinnt man zudem sehr den Eindruck, dass Keller eher nicht zu den großen Koryphäen seines Fachs zählt. Schalke definiert sich sehr über die individuelle Klasse und ein sehr einfach gestricktes taktisches Muster.

Thomas Tuchel hätte zumindest in der Abteilung Charisma auch seine Probleme. Er ist kein Medienprofi, aber wenigstens kann er den Fußballintellektuellen geben, was es den Medien immer etwas einfacher macht, ihn zu „präsentieren“. Und ihn im Gegenzug direkt in die Pfanne hauen, wenn der Wissenschaftler scheitert. Und gerade bei so einem Schnitzel-und-Butterbrot-Herzblut-Verein wie Schalke kommt sowas sehr schnell auf. Wenn da keiner Stall- oder besser noch Bergwerksgeruch hat, braucht es eine Führung, die auf Durchzug schalten kann. Letzteres scheint mir ein Stück weit gegeben zu sein bei Schalke.

Jeder gute Trainer hat auch mal eine Durststrecke drin. Klopp, Tuchel, selbst Guardiola hatte bei Barca seine schwachen Phasen, wo die Ergebnisse ausblieben. Man sollte sich eben immer im Hinterkopf behalten, dass Fußball zu einem guten Stück einfach Glücksspiel ist und all die Arbeit der Spieler und Trainer nur dazu da sind, die Würfel ein wenig besser zu setzen.

sharpe 3. März 2014 um 13:18

Schalke hat aktuell aber schon sehr viel Qualität in ihren Reihen. Aber sie können noch nicht mal ansatzweise so verteidigen, dass sie eine gute Mannschaft in Verlegenheit bringen könnten. Genau wie Leverkusen verteidigen sie einfach viel zu passiv. Wenn man Spieler von TopTeams wie Bayern oder Real nicht unter Druck setzt, sind sie einfach zu stark. Nur mit passiven Verschieben und soviel Leute wie möglich hinter den Ball reicht nicht mehr.
Aus meiner Sicht braucht Schalke eindeutig einen neuen Coach, nicht wg der Ergebnisse, sondern wg ihrer Spielweise. Tuchel, Roger Schmidt oder Weinzierl wären Trainer, denen ich es zutrauen würde, Schalke mit diesem Spielerpotential in Richtung BVB zu entwickeln.

Koom 3. März 2014 um 13:44

Schalkes Kader ist in der Offensive wahnsinnig gut besetzt. Defensiv kann ich den Kader eher schwer einordnen, „schlecht“ würde ich die Leute dort aber definitiv nicht nennen.

Die Spielweise hinten wie vorne erscheint mir aber sehr schematisch, taktisch eingleisig. Funktioniert der Plan nicht, können die Spieler sich schlecht anpassen, wodurch dann auch solche Ergebnisse wie gegen Real und Bayern zustande kommen. Mainz würde ich dabei auch nennen, denn auch dort fand man kein Mittel und variierte sehr wenig (eigentlich nur Boateng in den Sturm gegen Ende des Spiels).

Ohne jetzt viel Einblick zu haben und ohne große analytische Fähigkeiten: Auf Schalke herrscht noch ein gutes Stück weit „Personenkult“. Also _der_ Spieler, der da alles rettet. In der Hinrunde war das wohl noch Jermaine Jones, der ewige Kämpfer, nun ist es das fußballerische Upgrade Boateng. Dabei hat man aber auch andere starke Fußballer in den Reihen, die man taktisch vernünftig einbinden müsste.

AlexF 5. März 2014 um 12:53

Genau das ist der Punkt.

Klopp ist angetreten, nachdem der BVB 13. war und hat nichts versprochen, nur dass die Mannschaft in jedem Spiel Vollgas geben wird. Die Fans waren damit zufrieden, da sie aus den Jahren vorher nur höchste Magerkost kannten.

Bei Schalke ist ja sofort der Anspruch CL-Teilnahme. Wenn man aber eine Mannschaft entwickeln will, dann muss auch Rückschritt mit eingeplant sein.

Koom 5. März 2014 um 14:53

Ums mal schwülstig auszudrücken: Dortmund (Fans, Offizielle) war demütig. Die waren am Boden. Hauchzart von der Insolvenz-Klinge gesprungen, sportlich nicht mehr relevant, mit einem Kader, der komplett durcheinander war und eine Spielweise hatte, die zum Abgewöhnen war.

Klopp war da wirklich der Eimer Wasser auf trockenem, aber fruchtbaren Boden. Seine damalige primäre Philosophie, die ich ganz böse und simpel als eine Art modernes Kick’n Rush bezeichne, passte da wunderbar. Das ist Fußball, der vor allem beim Fan ankommt, weil der Ball oft und schnell in den Strafraum kommt, weil draufgehalten wird usw. Im Grunde ganz simpel, aber wichtig ist, das Klopp eben nicht nur ein Trainer für solche „Showeffekte“ ist, sondern das dann auch weiterentwickeln kann.

Um mal kurz abzuschweifen: Tuchel hätte einen schwereren Stand bei Schalke. Der gibt nichts auf Showeffekte im Spiel, keine Sinnlos-Pressing-Sprints oder Gewaltgrätschen, auch wenig Weitschüsse. Für den Fan ist das dann manchmal etwas leidenschaftsarm und damit entsteht wenig Rückhalt seitens der Fans.

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