Donnerstag, 08.12.2016

Hochklassig und fordernd

bayern2:1181px-Bayer_Leverkusen_Logo.svg

Bayerns Versuche, das Leverkusener Sechser-Herausrücken zu attackieren und dann zu beschleunigen, gehen auf und bringen einen knappen Heimsieg. Nebenbei findet Ancelottis Team Ansätze von neuem Defensivglanz, obwohl gleichzeitig Roger Schmidts Pressingmaschinen rumkombinieren.

Grundlegende Ausrichtungen und Wechselwirkungen

Was war nun neu nach zwei Pflichtspiel-Niederlagen in Folge bei den Münchenern? Das Grundsystem behielt Carlo Ancelotti erwartungsgemäß bei. Beispielsweise ließen die Bayern aber den Aufbau nicht mehr ganz so präsent über die herauskippenden Achter laufen, sondern intensivierten das Bemühen, direkt aus dem Abwehrzentrum in Zwischenlinienräume zu spielen. In den Anfangsminuten erzwangen die Leverkusener mit höherem Zustellen einige lange Bälle. Aus dem Mittelfeld rückte Aránguiz zu den Stürmern gegen Xabi Alonso nach, so dass ein 4-3-3 entstand, aus dem die vorderste Reihe die Verbindungen zu Bayerns Achtern zusätzlich zu kontrollieren versuchte, während die Linie dahinter breiter formiert war.

fcb-lev-2016Anschließend zogen sich die Leverkusener etwas tiefer zurück, setzten zwischendurch immer mal wieder nach vorne geschobene Phasen, agierten in der Regel aber aus einer mittleren Höhe – wenngleich natürlich weiterhin intensiv – heraus. Aus dem nun in einem flachen 4-4-2 organisierten Verbund löste sich gelegentlich einer der Sechser explosiv zum Herausrücken, während die Flügelspieler punktuell etwas enger agierten, um dann Lahm bzw. Thiago aufzunehmen.  Wenn die Münchener sich an den Flügel hinaus gespielt hatten, rückte zwischenzeitlich der ballnahe Leverkusener Stürmer – Brandt als tendenziell tieferer Akteur etwas häufiger – sehr weit mit nach außen nach, um die Hausherren dort zusätzlich isolieren zu können.

Das typische vertikale Herausrücken der Außenverteidiger zum Raumfüllen gab es beim Team von Roger Schmidt vergleichsweise wenig zu sehen. Angesichts der zuletzt aber zunehmend unintensiv wirkenden Ausrichtung fiel es aber nicht so sehr ins Gewicht. Ohnehin bestand auch keine taktische Grundkonstellation, die passende Situationen für dieses Mittel quantitativ gefördert hätte. Zum einen bewegten sich die weit aufrückenden Offensiv-Außenverteidiger der Bayern, die Henrichs und Wendell dann aufnehmen konnten, fast schon in ihrer Linie. Zum anderen sorgten als weitere Punkte auch die tiefen Vordermänner und die 4-3-3-Pressing-Phasen für seltenere Nachrückmomente in die zweite Linie.

Eher gab es ein Herausrücken der Außenverteidiger – statt des seitlichen Raumfüllens – zentral in Richtung Sechserzonen. Dort suchten bei den Münchenern sowohl Thomas Müller als auch Douglas Costa – mit einzelnen Ausnahmen eher durch Letzeren – erneut häufig den Weg in die Mitte. Weil die beiden defensiven Mittelfeldmannen der Gäste immer mal wieder riskant herausschoben und zu zweit auch recht viel Raum abzudecken hatten, boten sich für die Bayern in jenen Bereichen keine so schlechten Erfolgsaussichten. Wenn beispielsweise der halblinke Sechser durch eine kluge Bewegung des zumeist balancierenden Lahm beschäftigt werden konnte, ging die Schnittstelle in der Mittelfeldlinie für Zuspiele auf Müller auf.

Anschlussverlagerungen nach Sechser-Überspielen

Auch Douglas Costa orientierte sich von links – wie schon zuletzt häufig – in Richtung des Zehnerraums, besetzte diesen aber weniger durchgängig, sondern zog eher dynamisch und plötzlich in überraschenden Situationen dort hinein. Dagegen hielt sich Müller auch schon mal über längere Phasen in einem bestimmten Raum zwischen den Linien auf. Er agierte – mit dem Versuch, eher um sich herum Dynamik zu schaffen als sie explosiv zu nutzen – klarer in ablegender Funktion. Vertikale Zuspiele ließ er häufig auch mal klatschen, beispielsweise mehrmals für Thiago, der sich vor dem Hintergrund seiner etwas weniger präsenten Aufbaueinbindung nun zentraler auf diese Weise einschaltete.

Solche Momente nach dem Überspielen der Leverkusener Sechser konnten die Bayern vor allem für raumgreifende Folgeaktionen nutzen. Ein vielversprechendes Mittel waren schnelle Anschlussverlagerungen, wenn die Gäste aus dem Rheinland sich ins Zentrum zusammenziehen wollten. Auch bei Pässen auf den sich im offensiven Mittelfeld anbietenden Lewandowski folgten häufig diese öffnenden Bälle nach außen. Dem 1:0 der Hausherren lag ein ähnliches Muster zugrunde, hier machte sich auch Kimmichs ballfernes Nachrücken bezahlt. Generell suchten die Münchener diesmal vor allem die Durchschlagskraft über die Außenbahnen. Von dort gestartete Angriffe verhinderte jedoch das intensive Pressing der Bayer-Elf zumeist.

Das Andribbeln der Bayern-Achter aus dem äußeren Halbraum heraus brachte, wie angesprochen, nur wenig Effekt. Kleine Schwächen zeigten die Gäste bloß im Nachschieben in der Abwehrlinie. Gingen die jeweiligen Außenspieler – situativ unterstützt von einem Sechser oder mal Brandt – an der Seite ins Pressing, ergab sich horizontal bzw. diagonal teilweise zu viel Raum zum Innenverteidiger im Zentrum. Links brachte das den Bayern nach schnellen gruppentaktischen Abläufen zwischen Alaba und Douglas Costa einige offene Durchbrüche auf Strafraumbreite, die Tah bei der Endverteidigung aber häufig doch wieder im Griff hatte.

Insgesamt schufen die Bayern einerseits eine eigentlich gute, harmonische Zentrumsbesetzung, mit der sie die gegnerische Doppel-Sechs einige Male überladen konnten, und auch immer mal reichlich Dynamik weiter nach außen. Das brachte für die erste Halbzeit auch einen angemessenen Treffer. Rechts gab es noch Ausweichbewegungen Lewandowskis zum aktiven Kimmich, wofür dann Müller die letzte Linie besetzte. Andererseits war die letzte, entscheidende Präsenz im Angriffsdrittel in der Gesamtbetrachtung noch etwas zu gering und stand hinter jener beim 1:0 zurück. Zudem sind die grundsätzliche Zentrumspräsenz und Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen weiterhin auf einige sehr klare, eher mechanische Routen angelegt.

Veränderte Pressingdetails im Spielverlauf

Im weiteren Verlauf der Begegnung sollte der aggressive Weg über die Flügel noch prägender und entscheidender werden, speziell zu Beginn von Durchgang zwei. Diesen starteten die Leverkusener mit kleinen Veränderungen im Pressing, nun bevorzugt aus mittelhoher Position heraus gespielt. Zwar gab es viele grundlegende Strukturen weiterhin, aber die Gewichtung verschiedener Variationen verschob sich. So gingen die herausrückenden Bewegungen der Sechser – insbesondere jene in Richtung Xabi Alonso – in Intensität und Häufigkeit zurück. Vorne konzentrierten sich die beiden Stürmer nun etwas raumgreifender darauf, das bayerische Aufbaudreieck alleine zuzustellen.

Die Unterstützung dafür kam nun tendenziell eher aus den Flügelzonen, das Herausrücken der Sechser fokussierte sich umgekehrt nun aggressiver auf den ballnahen Achter der Bayern. Der  jeweils ballferne Akteur wurde übrigens wie schon vor dem Pausenpfiff vom etwas in die Tiefe einrückenden Flügelspieler aufgenommen. Dass diese beiden Akteure nun verstärkt auch das Herausrücken in die vorderste Linie zeigten, dürfte von den genannten Punkten das größte Gewicht erlangt haben. Wenn die erste Aufbaulinie der Bayern sich durch breites Auffächern mehr Freiheiten verschaffen wollte, suchten die Leverkusener dagegen mehr Zugriff und zeigten von jenen Flügelposition Diagonal- und Bogenläufe auf den offenen Innenverteidiger.

In der Ausführung war das ambivalent: Einige Male sahen die auf unbedachte Querpässe lauernden, angedeuteten Vorwärtsbewegungen vielversprechend aus und ließen Bayern-Spieler zumindest Entscheidungen abbrechen. Allerdings brachte Leverkusen die dort sich zeigende Balance nicht konstant zur Umsetzung: In anderen Momenten fanden sie kein gutes Timing oder wählten die Herausrückbewegungen aus unpassenden Positionen heraus, bei denen sie zu weite Wege für sinnvollen Zugriff hatten. Gerade rechts zeigte sich Havertz in dieser Hinsicht schwankend, hatte gegen Hummels aber auch häufiger zu tun. In den problematischen Szenen jedenfalls war das Herausrücken dann leicht zu überspielen und gab den Bayern mehr Platz am Flügel.

Flügelübergewicht gibt den letzten Ausschlag

So spielten die Hausherren in der Phase nach Wiederbeginn viele Bälle speziell nach links hinaus und machten dort Raumgewinn nach vorne. Teilweise bot sich Douglas Costa über längere Phasen breiter an, um Dribblings zu suchen, während Alaba den Halbraum besetzte. Häufiger war der Österreicher jedoch der Abnehmer und erhielt von seinem Vordermann Unterstützung als Raumblocker. Nun schien sich Douglas Costa gezielter unmittelbar vor Henrichs zu orientieren, um diesen bei Pässen nach außen zunächst zu binden und Alaba mehr Zeit zu geben, bevor der Leverkusener Außenverteidiger ihn im Verschieben stellen konnte, und danach erst dynamisch einzurücken.

In jener Phase segelten zahlreiche Flanken in den Strafraum der Werkself, die bayerischen Zentrumsspieler fokussierten sich auf die Abpraller und der Gast wurde effektiv zurückgedrängt. Aus dieser druckvollen Offensivpräsenz erzwangen die Münchener früh die erneute Führung, wobei zumindest die Szene unmittelbar vor dem Eckball aus einem Schnellangriff durchs Zentrum resultierte. Die Mittelfeldreihe konnte überspielt, die Innenverteidigung von Lewandowskis Ausweichen auseinandergerissen werden und so ergab sich für Douglas Costa ein großes Loch in der letzten Linie. Auch später blieben Flügelszenen samt Anschlusslöchern in Schnittstellen gefährlich, wie etwa noch bei der Vidal-Chance kurz vor Schluss.

Bayerns Pressing mit Licht und Schatten

Dies gab für die in Halbzeit zwei druckvolleren und kraftvoller dominierenden Bayern den Ausschlag. Leverkusen hatte aber gut mitgespielt und war offensiv stets sehr konstruktiv und gefällig gewesen. Ihre potentielle Achillesferse Aufbauspiel kam nicht zu allzu schmerzhafter Geltung. Durch Pressingintensität und die verschiedenen Herausrückbewegungen erzielten sie einige gute Ballgewinne im Mitteldrittel, aus denen sie – bei geringen Erfolgsaussichten für Konter – direkt in Ballbesitzphasen übergehen konnten. Aber auch im geordneten Spiel gelangten sie einige Male in den Mittelfeldbereich hinein, unter anderem mit längeren Bällen und Chip-Pässen von Leno und den Innenverteidigern. Diese waren aber gar nicht so wichtig, da das Münchener Pressing in seinen ersten Phasen etwas anbot.

Die Bayern starteten mit einem 4-3-3 und engen Positionierungen der Flügel. In den höheren Zonen gab es einige nachrückende Bewegungen der Achter, überwiegend von Lahm, die vom Timing und der Situationsanpassung gut ausgeführt, aber generell-mannschaftlich nicht optimal eingebunden waren. In Zusammenhang mit den nicht immer so intensiven Anbindungen der Sturmreihe nach hinten ermöglichte das den Gästen einige Wege ins Mittelfeld, zumal der Meister auf den Außenrouten den Gegner eher gewähren ließ und sich auf den eigenen Zentrumsblock fokussierte. Man könnte auch vereinfacht sagen: Mit stringenter Systematik und festgelegten Abläufen auf Pressingballgewinne zu gehen, ist kein so klassischer Ancelotti-Stil.

Das Prunkstück der Bayern lag vielmehr darin, wie sie sich im tiefen zweiten Drittel in ihrer Mittelfeldreihe durch den Raum bewegten. Gerade wenn die Flügelstürmer – Müller beispielsweise hatte einige sehr gute Positionierungen diagonal am Halbraum – unterstützten, gab es ansehnliche Abschnitte im 4-1-4-1/4-5-1. In dieser Hinsicht zeigten sich die Münchener im Vergleich zu den Vorwochen eigentlich klar verbessert und kollektiv intelligenter. Punktuell stellten die Zentrumsakteure wirklich sehr gute Staffelungen her und schienen etwa die Versperrung verschiedener Passwege zu gewichten. Bei geringerer Einbindung der vorderen Außenspieler kam Leverkusen aber fast umgehend zu Gefahrenmomenten.

Leverkusens spielstarker Auftritt

Denn die Mannschaft von Roger Schmidt zeigte sich allgemein sehr spielstark und forsch in der Allianz-Arena, forderte die Defensivarbeit der Münchener in hohem Maße. Auffällig war die zielgerichtete Selbstverständlichkeit, mit der die Leverkusener ihre Ballbesitzphasen ausspielten. Sie ließen das Leder gut laufen, agierten nüchtern, vergleichsweise kontrolliert und mit einer passenden Grundstruktur. Die Außenverteidiger beteiligten sich dezent, aber ausgewogen und unterstützend: Links dribbelte Wendell einige Male im Halbraum an, spielte aber kaum attackierend, sondern lieferte eher den Ball ab und zog dann raumschaffend nach außen. Rechts ging Henrichs punktuell etwas mehr Risiko, zeigte sich stärker nachstoßend in der Raumfüllung, wenngleich gruppentaktisch nicht ganz so geschmeidig.

Der Fokus bei Bayer lag insgesamt vor allem auf den vier Offensivkräften, die sich flexibel in den Angriffsräumen bewegten. Grundsätzlich versuchten sie mit drei Spielern – plus eventuell einem Sechser und/oder unterstützenden Kräften – einen Flügel bzw. äußeren Halbraum zu überladen, während der übrige Akteur ballfern blieb. Entsprechend ging also mindestens einer der Stürmer mit auf den Flügel hinaus. Nachlässigkeiten bei der Anbindung des dritten Akteurs sorgten für einen kleinen Konstanzmangel. Vom Duo auf der Doppel-Sechs verblieb abwechselnd einer großräumig als zentraler Ankerpunkt – mit potentiell antreibender Einbindung auf den gegnerischen Block zu – und der andere rückte dort hinein oder an jenen heran.

Seitens der Bayern wurde dieser teilweise von Xabi Alonso aufgenommen, während sich ein Achter um den tieferen Akteur kümmerte. Das wurde aber geschickt aus der eigenen Grundstaffelung heraus gespielt und daher zu einem guten Gegengewicht zu den Versuchen der Bayer-Elf. Bei Angriffen über rechts konnte beispielsweise Lahm sich ballfern etwas höher gegen Kampl formieren, während Thiago den ballnahen Raum sicherte. Das erschwerte Verlagerungen zurück ins Zentrum und konnte potentiell eine Beschränkung auf die Ballzone provozieren. Gelegentlich ließ sich Bayer so zu unpassenden Zuspielen nach außen verleiten. Grundsätzlich führten die Leverkusener ihr Zusammenspiel aber schon mit einem guten, gezielten Zwischenraumfokus aus.

Flügelüberladungen mit Pärchenkombinationen – und einer Ambivalenz

Häufig setzten sie auf ein Duo aus einem antreibenden und einem klar ablegenden Spieler, an deren Kombination sich der Dritte flexibel anpasste. Dies schien als ein Grundprinzip in der taktischen Ausrichtung zu fungieren und erleichterte einige Male die Orientierung und Entscheidungsfindung in der Enge. Mancher gelungener Doppelpass resultierte daraus, nicht zuletzt beim Ausgleich, als sich so auch eine nominelle Unterzahl im Duett erfolgreich und ansehnlich ausspielen ließ. In den Anfangsminuten dominierte in den Bemühungen ein Linksfokus, der gegen die zunächst noch eher geringe Mitarbeit der Bayern-Stürmer in der Tiefe schnell gefährlich wurde.

In diesem ersten Spielabschnitt rückten die offensiven Flügel der Gastgeber nicht immer mit nach hinten, sondern sorgten – wie schon in vorigen Partien – einfach in hohen Bereichen für die Besetzung des Zentrums. Auch ohne sie wirkte die Defensivarbeit der Münchener zu Beginn aber generell improvisiert und unsicher in den Bindungen zueinander. Den abgestimmten Rhythmus konnte man nicht aus dem Fundus der letzten Wochen abrufen, man fand ihn erst mit der Zeit. Das Doppeln wurde zunächst vom ballnahen Achter übernommen, gegen die gute Leverkusener Ausrichtung konnte der Restblock anfangs aber die Schnittstellen nicht konstant schließen. Nach Andribbeln Calhanoglus aus breiter Position hatte Mehmedi früh zwei gute Möglichkeiten halblinks im Sechzehner.

Zwischenzeitlich dämmten die Bayern das schon durch klarere Konturen in ihren Bewegungen besser ein. Einige Male gab es etwa den Ablauf, dass Xabi Alonso aggressiv mit nach außen nachschob – teilweise in höherer Position als der Achter und passwegsversperrend zur Mitte. Dort übernahm der ballferne Mittelfeldmann dann die Absicherungsaufgabe und zog sich dafür sehr tief zurück. Einzelne gelegentlich unpassende Mannorientierungen – etwa von Xabi Alonso gegen Brandt oder von Douglas Costa nach hinten verfolgend – wirkten sich nicht entscheidend aus. Mit der Zeit verteidigten die Bayern im Mittelfeld immer besser, zumal auch die Flügel sich harmonischer – zwischenzeitlich zwar tiefer, aber horizontal etwas zu isoliert von den Kollegen – angliederten.

Bei der spielerisch sehr gefälligen Note der Leverkusener war letztlich ein ambivalenter Punkt, dass ihre Überladungsangriffe häufig klar in und aus den Flügelzonen starteten. Gelegentlich waren sie dann nur mit zwei Akteuren sehr weit außen und die Anbindung zu den weiteren fehlte, so dass die Rückwege in den Formationskern weit wurden und die Bayern die Szenen isolieren konnten. Zwar konnte beispielsweise Brandt in einigen klaren Unterzahlen noch den Ball sichern, zumal die Münchener generell aus ihrer guten Staffelung im Raum nicht allzu häufig den überfallartigen Pressingübergang suchten. Aber gelegentlich standen sich die spielstarken Bayer-Kicker mit suboptimaler Raumwahl für ihre Szenen doch auch selbst im Weg.

Fazit

In einem insgesamt taktisch sehr interessanten und komplexen Spiel konnten sich die Gäste für eine – gerade in Halbzeit eins – sehr gefällige Leistung nicht belohnen. Ein entscheidendes Hindernis dafür war aber auch die stark geforderte, im Verlaufe besser werdende Abwehrarbeit der Bayern, speziell in der Mittelfeldreihe. Nach dem „Irgendwie-Verteidigen“, das es zuletzt in manchen Partien zu sehen gab, war das nun ein entscheidender Fortschritt für den Titelverteidiger. Bezüglich des Aufbauspiels wird zudem der Blick auf die weitere Entwicklung der Achter-Rollen zu legen sein. Auch wenn der Auftritt phasenweise noch instabil und problembehaftet war, trifft ein „Die Bayern sind wieder da“ diese Begegnung doch gar nicht mal so schlecht.

ode. 29. November 2016 um 09:00

Sehr schöner Artikel, danke!

Mein Empfinden war, dass die Leverkusener, bis auf zwei ca. 10minütige Phasen aus denen dann auch die Tore resultierten, Bayern eigentlich ziemlich dominiert hat. In diesen Phasen ließ die Intensität im Bayer-Spiel sehr nach und Bayern konnte recht gelassen schalten und walten. Resultat war jeweils ein Tor – und direkt nachdem dies gefallen war, war Bayer wieder wach und hatte die Spielkontrolle zurück. Und ich spreche nicht von Ballbesitz=Spielkontrolle. Daher kann man wohl sagen, dass Bayern ganz ordentlich gespielt hat, aber gewonnen hat Bayern nicht, weil sie die bessere Mannschaft waren. Sondern, weil Bayer es zugelassen und gepennt hat. Daher sehe ich hier noch kein „sie sind wieder da“.

Bin gespannt, wie sich Leipzig gegen die Bayern schlagen wird und wie die Bayern-Abwehr mit dieser extrem hohen Intensität im Pressing klar kommt. Wenn sie jetzt gegeneinander spielen würden, wäre meine Vermutung, dass Leipzig die Bayern auseinander nimmt. Auch, weil sie derzeit in Topform sind.

Spannende Saison!!!

Antworten

Nick704 28. November 2016 um 08:23

Also ich fand das Spiel im Mittelfeld mit Lahm flüssiger. Allerdings sind seine Werte nicht gut, vor allem bei den Zweikämpfen.
Dafür ist mein Eindruck, dass die Abwehr mit Martínez besser steht als ohne.
Insgesamt jedoch ist der Eindruck da, dass die Mannschaft insgesamt einige Probleme hat. Neben dem Systemwechsel ist es wohl auch das Alter der Mannschaft.
Ein Umbruch steht an. Ich sehe 2 bis 3 magere Jahre kommen.

Antworten

Balu der Bär 28. November 2016 um 11:01

Er hatte auch unter Pep nie die überragenden Zweikampfwerte im Mittelfeld. Allerdings ist Lahms Pressing auch nicht darauf ausgelegt, den Zweikampf direkt zu gewinnen, sondern den Gegner dazu zu bringen, den Ball in Zonen zu passen, wo ein Mitspieler den Ball leicht antizipieren kann. Das Problem am Samstag war allerdings, dass durch das nicht gerade ausgereifte Positionsspiel seiner Kollegen dort niemand stand. Ich glaube, das steht auch so im obigen Text.
Wenn man sich allerdings seine Passgenauigkeit, sogar in der Hälfte des Gegners ansieht, dann ist das wiederrum beeindruckend. Zumal er ja, anders als z.B. Alonso kein Problem damit hat, sich in Zonen aufzuhalten, wo es nicht gerade einfach ist, den Ball anzunehmen und zu passen, wenn ihm drei Gegner auf den Füßen stehen.
Problematisch fand ich am Samstag allerdings, dass Lahm neben seinen eigenen Aufgaben auch noch die Defensivaufgaben für Kimmich miterledigen sollte, der in meinen Augen gerade ziemlich auf eigene Münze spielt und nicht gerade durch sein Verhalten zu defensiven Stabilisierung dazu getragen hat.

Antworten

HK 28. November 2016 um 15:58

Genau so.
Darüber hinaus ist es Lahms Spielweise gar nicht erst viele Zweikämpfe zu führen. Wenn ich mich recht erinnere heißt diese schlechte Zweikampfbilanz konkret, dass er 4 Zweikämpfe verloren hat. So what.

Zudem ist er der Bayernspieler der am besten zu Alonso passt. Immer wenn Lahm neben ihm spielt wirkt der gleich eine Klasse besser.

Antworten

Koom 2. Dezember 2016 um 09:29

Diese Vorgehensweise hat auch Mainz 05 unter Jürgen Klopp gehabt. Zahlreiche „treibende“ Zweikämpfe, die durchaus bewusst verloren gehen, um den Gegner in eine schlechte Situation mit Ball zu bringen, wo zum einen dann die Balleroberung leichter wird und zum anderen mehr Optionen fürs Umschalten gibt. Statistisch ein Horror, fürs Spiel natürlich sehr effektiv.

Antworten

fcb 28. November 2016 um 14:32

Was ist deine Defintion von Umbruch?

Alterstechnisch müssen nur:
Lahm (RV) (Afaik ist laut dem Tiger, Kimmich ein guter RV Kanditat)
Alonso (DM)
1Winger (Costa hat das Team in der letzten Hinrunde fast alleine getragen)
ersetzt werden.

TW, Abwehr, Vidal, Thiago, Kimmich, Müller, Lewa usw sind alle im besten Alter.

Also bedeuted wenn man 2-3 von 11 Positionen ersetzen muss, ein Umbruch?!

Antworten

Koom 28. November 2016 um 16:33

Rafinha, Lahm, Robben, Ribery, Alonso würde ich mindestens nennen. Natürlich versucht man gerade, alle noch mal für 1-2 Jahre weiterzubinden, aber zielführend ist das nicht unbedingt. Robben und Ribery sammeln mittlerweile doch sehr hohe Ausfallzeiten an. Rafinha ist ein solider RV, aber nichts mehr für die Zukunft, Alonso wird seine Stärken sicherlich weiter einbringen können, aber seine Schwächen werden nicht viel kleiner.

Coman ist auf dem Flügel eher Durchschnitt. Fleissig, aber keiner, der in Roberys Liga spielt. Und Costa ist eher unbeständig – wie du auch sagtest: Hinrunde toll, Rückrunde war aber eher schlecht und auch diese Saison ist das nicht so stark. Aber: Gute Anlagen weiterhin.

Lahm, Alonso, Robben und Ribery sind zudem 4 tragende Säulen (gewesen). Das sind nicht einfach 4 alte Fußballer, sondern sehr stilbildend. Gerade Lahm als Maschine ist allein kaum aufzufangen. Von Kimmich, der immer noch ein Suchender ist, sollte man das nicht erwarten.

Generell eine böse These zu Kimmich: Für mich ist er einer wie Müller. Und zwar in dem Punkt, dass er in anderen Vereinen vielleicht nie in die Riege der Topspieler aufgenommen worden wäre mangels Dynamik und individueller Stärke. Sicherlich hat Müller gezeigt, dass er enorme Qualitäten hat. Allerdings aber auch das Glück von Weltklasse-Mitspielern, deren Vorlagen er manchmal einfach aberntet (weil er auch die Nase dafür hat/hatte).

Antworten

Mimikri 28. November 2016 um 18:03

Müller hat eher selten Vorlagen von Robben oder Ribery verwertet. Gerade bei denen lief es immer extrem gut, wenn Müller sich gar nicht in die Torschussliste eintrug, sondern wenn er diese mit seinen Läufen supportete. Gerade im Bezug auf Robben bin ich sogar der Meinung, dass dessen Effektivität (nicht dessen 1vs1-Können) extrem durch Müller als Mitspieler gepusht wird – mit anderen Spielertypen als 10er bzw. im 4-3-3 hat Robben nie so gut funktioniert.

Ich denke, es ist eher falsch, Müllers Leistungen auf das Vorhandensein von Weltklasse-Mitspielern zu pinnen – gerade letzte Saison hat das gezeigt, da er gerade dann seine besten Scorerquoten hatte, als es die größten Verletzungssorgen gab, Costa nicht mehr seinen Anfangselan hatte, Thiago und Alaba sich verletzten.

Antworten

Ernie Berenbroek 30. November 2016 um 18:32

Ich kann nicht verstehen weshalb Ancelotti trotz der schlechten Resultate am 4-3-3 fest hält. In meinem Geburtsland Holland hat dieses starre Denken in den letzten Jahre zu vielen Mißerfolgen geführt. Mit dieser Taktik ist es offenbar unmöglich daß die vier Topstürmer Robben, Müller, Lewandowski und Ribéry gleichzeitig auf dem Platz stehen. Van Gaal hatte in seiner ersten Saison auch mit 4-3-3 angefangen und stellte die Taktik nach schlechten Ergebnissen um auf 4-2-3-1. Danach kamen die Erfolge. Auch mit 4-1-4-1 könnten die Vier gleichzeitig spielen.

Antworten

Ernie Berenbroek 30. November 2016 um 21:13

Zudem halte ich es für besser wenn Müller wieder als Zehner spielt. Als Rechtsaußen ist sein Wirkungsgrad wesentlich niedriger. Mit 4-2-3-1 hat der FCB immerhin dreimal das Champions League-Finale erreicht. Siehe Grafiken auf der Webseite: voetbalfinales.webklik.nl/page/championsleague

Partizan 28. November 2016 um 22:09

Sehe das ähnlich, die Vertragsverlängerung speziell mit Riberry sind mehr als produktiv. Hat mich aber durch die Rückkehr Hoeneß nicht gewundert das man solche Spieler noch einen Rentenvertrag gibt. Die schwerwiegenderen Fehler hat man gemacht als man Kroos hat ziehen lassen, und nicht voll in den Neymar Poker eingestiegen ist und sich für Götze entschieden hat. Fürcht Bayern fällt wieder in alte Muster zurück, die es vor van Gaal gab und stellt einen Kader ohne großes Konzept zusammen.

Antworten

fcb 29. November 2016 um 14:21

Rib+Rob sind tragende Säulen von der Qualität her. Aber wenn ich mir die Minutenzeiten der letzten 3 JAhre in der Bundesliga+CL ansehe dann kann man sie eig gar nicht zur Stammelf zählen, da sie andauerned verletzt sind. Wann konnte uns Robben in der CL das letzte mal in der entscheidenden Phase helfen?
Costa sehe ich nicht so schlecht. Dieses Jahr war er wieder verletzt. Ich denke schon er kann wieder seine Weltklasse Form erreichen.
Coman.. wir werden sehen…

Bei vergleichen zu Robben in Topform fällt ja eig fast jeder Spieler dieser Welt ab. Außer Messi+CR7.
Bayern hat einfach mal 4 winger im Kader. In Verbindung mit Talent+Qualität ist das schon einzigartig?!

Auch sonst wird hier imo viel zu schwarz gemalt. Bayern hat kein Konzept… Seid ihr bei den Besprechungen anwesend? Kennt ihr Plannungen und möglicheVorverträge? Das ist doch alles Kaffeesatzleserei. Reschke wird schon ein paar Granaten aus den Ärmeln schütteln 😉

Umsatz liegt jetzt bei 627 Millionen. (Wuchs aber im gleichen Verhältniss zu Einnahmen+Ausgaben. Wobei die Ausgaben weniger stiegen als die Einnahmen. Also man ist kerngesund, laut Finanvorstand.
Barca hat zum Vergleich 679 Millionen (Zum Ergebnis dort kann ich nichts sagen)

Aber alles in allem ist Bayern Kadertechnisch+ wirtschaftlich weltklasse aufgestellt. Reputation ist auch gut.
Ich kann da beim besten Willen keine mageren Jahre kommen sehen.

Antworten

Nick704 28. November 2016 um 17:15

Ich sehe lahm, Alonso, Ribéry und Robben.
Das sind zwar nur 4, aber halt sehr wichtige und schwer zu ersetzen.
Costa hat letzte Vorrunde überragend gespielt, aber seither eben nicht mehr so.
Und ein richtiger Kracher kostet dann schnell mal 80 Millionen €.

Antworten

tobit 28. November 2016 um 17:55

Costa hat jetzt ein Jahr fast nichts gerissen – der wird kein Stamm-Ersatz von Ribery oder Robben. Getragen haben das Team in der 15/16er Hinrunde Lewy und Müller mit ihren überragenden Torquoten.
Coman könnte in ein paar Jahren das Niveau eines Rib/Rob erreichen, aber aktuell reichts noch nicht für die nötige Konstanz.
Es braucht also schon zwei Winger (oder zumindest zwei Offensivspieler) auf allerhöchstem Niveau, wenn man seine Stellung in Europa verteidigen möchte.
Lahm, Xabi und Rafinha müssen gleichzeitig auch ersetzt werden, was zwei Stammspieler und einen für die Rotation bedeutet. Kimmich kann möglicherweise den Stamm-RV geben, dann braucht es aber immer noch einen Stamm-ZM, einen Backup-RV und einen Kimmich-Ersatz im Zentrum.
Kostenpunkt wahrscheinlich 60-70 Mio für ZM/RV und 100-150 Mio in der Offensive (wo ein zusätzlicher BU nicht schaden könnte).

Gleichzeitig haben die Bayern das Problem, dass sie nicht einfach eine Reihe von 26-29jährigen holen können, ohne sich drei Jahre später die noch größere Katastrophe ins Haus zu holen. Die Kaderstruktur zwingt sie eigentlich auf Spieler zwischen 21 und 24 zu setzen – die kosten aber entweder noch viel mehr (in Summe dann eher 300-350 Mio) oder benötigen ein, zwei Jahre Zeit. Setzt man jetzt auf weitere Spieler in den besten Jahren, muss man eigentlich Lewandowski oder Müller und einen IV durch Talente ersetzen, um einerseits die Gehälter im Blick zu behalten und andererseits die Startelf nicht zu altershomogen werden zu lassen, da 7 der aktuellen Leistungsträger im Altersbereich 27-30 liegen (plus die 4 jenseits der 32 und Ulreich, Badstuber als BUs).

Zusammengefasst: den Bayern steht nicht nur ein Umbruch bevor, sonder sogar zwei! Denn Hummels, Vidal und Co. wird man nicht noch 10 Jahre ausquetschen können – gerade Vidal und Martinez werden nicht bis 35 spielen, sondern schon mit 31/32 immer stärker abbauen und verletzt sein.
Möglicherweise versucht man den ersten Umbruch aber so weit zu verschleppen, dass man dann den zweiten direkt etwas früher mitmachen kann und dann durch Ablösen ein Stück gegenfinanziert.

Antworten

Nick704 28. November 2016 um 18:50

Die ganze Thematik zeigt doch auch, dass Bayern ein Konzept fehlt, wie es z.B. Rangnick in Hoffemheim oder jetzt bei RBL installiert hat.
Ist natürlich auch auf dem Niveau von Bayern schwieriger als bei einem newcomer.
Im Endeffekt hat Bayern die letzten Jahre vom Grundkonzeption des van Gaal gelebt und hatte dann mit heynckes und pep super Trainer. Dazu noch Reschke als smarter Spielerscout.
Aber sobald der Trainer nicht mehr so überragend ist, sieht man die Schwierigkeiten.
Wie schon erwähnt, wird es bei den heutigen Ablösesummen für Topspieler schwierig, Weltklasseleute zu holen. Und von der Jugendabteilung kommt halt nicht mehr viel.
Also ein Top Top sportvorstand tut hier wirklich Not.

Antworten

Koom 28. November 2016 um 19:36

Ich behaupte einfach mal, dass sich jeder Nachfolger von Guardiola schwer tut, wenn er nicht die grundsätzlich gleichen Ideen verfolgt. Ansonsten gebe ich dir aber recht. Mit Ancelotti hat man einen großen Namen verpflichtet, ohne sich im Klaren zu sein, ob das von dem, was aktuell vorhanden ist, passt. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass es noch nicht viele Guardiola-Nachfolger gab und die erfolgreicheren entstammten dann der gleichen Schule. Und Ancelotti ist eigentlich sehr anpassungsfähig, also eigentlich schon keine schlechte Wahl.

Und letztens: Die Bayern haben in meinen Augen immer nur ein Konzept vor Augen: Gewinnen und Titel holen. Mit welchen Mitteln das errungen wird, war immer sekundär. Und auch die Nachhaltigkeit war relativ egal, man holte einfach notfalls die passenden Spieler und den flavor-of-the-year-Trainer.

Antworten

tobit 28. November 2016 um 21:31

Die Bayern könnten ein wenig den Absprung verpasst haben. Mit der aktuellen Entwicklung der Geld-Verteilung wird es für jeden außerhalb von Real/Barca/England entscheidend, nachhaltig zu arbeiten – das ist mit der aktuellen Kaderzusammenstellung und den Zielen aber kaum umzusetzen. Sie können sich keinen 100%-Ersatz für Rib und Rob leisten (Hazard, Neymar sind im Gesamtpaket zu groß), die 90%-Spieler (Sanchez, Özil, Reus) sind zu alt für die Kaderstruktur und die weite Mehrheit der restlichen Spieler bringt zu wenig Qualität mit (und kostet trotzdem 30 Mio.+)
Einer der (Haupt-)Ausgangspunkte dieses Problems liegt für mich in der Personalie Shaqiri. Er wurde zu lange gehalten und dadurch (mindestens) ein Jahr bei der Nachfolgersuche verloren. Im Sommer 2014 wechselte z.B. Sanchez, der offensiv quasi alles spielen kann.

@Koom
Guardiolas Nachfolger sind halt meist schlechtere Trainer. Während Guardiola in jeder Saison sehr schnell eine Einbindungsmöglichkeit für die meisten Spieler des Kaders fand, sah man unter Ancelotti besonders auf rechts Probleme – Lahm und Müller sind beide keine guten Flügelspieler (mehr) und benötigem einen speziellen Kontext um ihr herausragendes Potetial abzurufen. Entsprechend sitzt Müller immer öfter auf der Bank (trotz fehlenden Alternativen) und Lahm wechselt jetzt doch wieder ins Zentrum (und hört wohl nach der Saison auf).

Partizan 28. November 2016 um 21:53

Kroos hätte man damals nicht ziehen lassen dürfen, genau so hätte man beim Neymar Poker voll einsteigen sollen, anstatt Götze zu verpflichten. Fürchte Bayern verfällt wieder in alte Muster die es vor van Gaal gab, wo planlos Spieler gekauft wurden ohne ein richtiges Konzept zu haben.

Antworten

tobit 28. November 2016 um 22:40

Kroos ist wohl DER Fehler der jüngeren Fussballgeschichte gewesen.

Neymar war doch schon damals zu teuer. Die offizielle Ablöse liegt aktuell bei 86 Mio. (von den ganzen Steuerrechtsprozessen ganz zu schweigen) für ein überaus verspieltes brasilianisches Talent zuzüglich eines Gehalts weit jenseits von Götze. Dass man nicht bereit war diesen Preis zu zahlen (und selbst wenn, hätte man ihn wohl nicht bekommen), kann ich voll und ganz verstehen.

Aktuell sehe ich zwei Spieler, die für Bayern bezahlbar und gut genug wären, um Ribery und Robben zu ersetzen. Das sind Lucas (PSG) und Ferreira-Carrasco (Atleti). Beide spielen nicht bei den ganz großen Clubs, sind relativ jung und technisch sowie dynamisch herausragend. Man müsste aber wohl diesen Sommer zuschlagen, da sie sonst entweder wechseln oder durch (weitere) Vertragsverlängerungen außer Reichweite gelangen.

Isco 28. November 2016 um 22:48

Du meinst die Bayern hätten 120+ Mio für Neymar gezahlt?

CHR4 29. November 2016 um 00:24

soso Bayern fehlt ein Konzept? – ja, bei Neymar hatte ich auch gesagt: zuerst: „JA! Bitte, bitte, bitte!“ und dann „Ihr werdet euch noch ärgern …“ – aber: Bayerns Konzept ist mit Augenmaß nachhaltig zu wirtschaften und das funktioniert seit Jahren höchst profitabel! trotzdem kann man immer noch solche Clubs wie Chelsea, ManCity, PSG hinter sich halten – man vergleiche mal die sportliche Entwicklung von z.B. Chelsea seit 2012/2013 …

ManU war auch mal besser aufgestellt und was passiert, wenn man auf externe Gelder an gewiesen ist sieht man auch am ehemals großen AC Mailand …

man muss sich halt entscheiden: entweder DIE Top-Spieler verpflichten/holen (wie Messi, Neymar, Ronaldo) – oder die Finanzen und Gehälter nicht zu extrem werden zu lassen – gerade da ist doch auch Leipzigs Konzept ähnlich

ja, ich hätte natürlich auch gerne mehr Top-Spieler in der Bundesliga generell – aber finanziell nachhaltiges Wirtschaften halte ich für wichtiger – oder verlangen wir das nicht gerade immer von unseren Politiker 😉

mal abgesehen davon verdienen die Jungs auf dem Platz nun wirklich genug, auch wenn sie dafür einen hohen Preis zahlen

dem Rest kann ich allerdings zustimmen, aber das sind eigentlich alte Themen (6er, RV, Winger … hatten wir doch schon alles hier durchgekaut)

FAB 29. November 2016 um 08:47

Könnten auch James Rodriguez, Brandt und Keita zu den Bayern passen?
Ich könnte mir vorstellen, dass man zur nächsten Saison Ralf Hasenhüttl zu den Bayern holt und ein intensives, laufstarkes 4-2-2-2 installiert:
Neuer-Kimmich,Boateng,Hummels,Alaba-Vidal,Keita-Brandt,Rodriguez-Müller,Lewandowski
Der Schwerpunkt sollte dann weniger das perfektionierte Kurzpassspiel und ein „den Gegner auseinandernehmen“, sondern ein intensives, dynamisches Spiel mit viel Pressing.
Lahm wird Sportdirektor
Kimmich Rechtsverteidiger
Thiago für viel Geld nach Barcelona transferiert (brauchen einen Iniesta-Nachfolger)
Alonso und Robben gehen in Rente
Also keine Revolution, aber ein bißchen „Zurück zu den Wurzeln“.

Antworten

Koom 29. November 2016 um 09:47

Brandt und Keita wären eigentlich so typische Bayern-Aktionen, wo man wichtige Spieler von der Konkurrenz abfischt. Brandt ist ein sehr interessanter Aussenbahnspieler, der noch nicht „fertig“ ist, aber tolle Anlagen hat. Und Keita ist eh sowas wie ein jüngerer Lahm. Würde beides passen.

Hasenhüttl ist zudem ein früherer Bayernspieler, hat „Stallgeruch“. Damit das aber passiert, müsste Ancelotti schon grandios scheitern, damit die Bayern sich genötigt sehen, einen Trainer einzustellen, der eine Spielphilosophie hat und nicht nur Kaderverwalter ist.

Antworten

Isco 29. November 2016 um 11:04

Welchen Anreiz sollte Red Bull haben diese abzugeben..?

Antworten

Koom 29. November 2016 um 11:33

Geld? Und Spieler, die durch Fabelangebote verrückt gemacht werden und deswegen rummosern? Ist doch nichts Neues.

HK 29. November 2016 um 13:56

Denkst du es wäre sinnvoll einer Mannschaft mit vielleicht 60 Saisonspielen ein „intensives, laufstarkes“ System zu verordnen?
Hätte ich so meine Zweifel.

Antworten

tobit 29. November 2016 um 14:48

Es ist möglich, das zu machen – wenn man einen sehr breiten Kader hat und auf allen Positionen rotiert. Ob dieser Spielstil dann erfolgreich im Sinne der Bayern ist, kann ich nicht einschätzen.

Ob die Bayern das aber überhaupt leisten könnten (vom Wollen ganz zu schweigen), würde ich aktuell stark bezweifeln. Sie müssten zu viele Spieler im Kader austauschen und etliche weitere (Stamm-)Spieler (offensiv 2-3, ZM 1-2) dazuholen. Dabei geht entweder die Kaderqualität oder die finanzielle Stabilität über den Jordan.

FAB 30. November 2016 um 13:16

Ich denke, dass das aktuelle Problem der Bayern ist v.a. die fehlende Intensität. Außerdem denke ich, dass die anderen Bundesligamannschaften neben ihrer mittlerweile bereits recht hohen Intensität sich nun auch im taktischen Bereich deutlich verbessert haben. Es wird dadurch zunehmend schwieriger sich einfach nur aufgrund der höheren individuellen Qualität durchzusetzen. Soweit meine These. Die Frage ist, wie die Bayern damit umgehen. Aufgrund der Doppelbelastung ist es schwierig den Aspekt Taktik weiter zu perfektionieren. leichter wäre es da wohl die Intensität zu erhöhen.
Dass man dafür einen deutlichen größeren Kader bräuchte glaube ich noch nicht einmal. Siehe Atletico Madrid … Siehe auch bei Guardiola, bei dem glaube ich unterschätzt wird, dass seine Art Fussball zu spielen in Wahrheit höchst intensiv ist!
Wichtig dabei ist mir aber auch der Aspekt „Zurück zu den Wurzeln“. Bayern hat traditionell eigentlich immer ein recht aggressiven und eigentlich keinen besonders anspruchsvollen Fussball gespielt, der immer davon gelebt hat, dass auch von außen (Management) aggressiv auf ihn eingewirkt wurde, um dann daraus diese Überheblichkeit bzw. das sogenannte „Siegergen“ zu entwickeln. Das ruhige, sachliche Arbeiten von Guardiola und jetzt Ancelotti nach dem Motto „wir haben uns alle lieb“ ist eigentlich nicht der Bayernstil.

CHR4 1. Dezember 2016 um 07:10

Die derzeit geringe Intensität ist für mich mitnichten ein „aktuelles PROBLEM“, ganz im Gegenteil 🙂
Ist es wirklich ein Problem, dass man derzeit (nach einem Saisondrittel) mal 3 Punkte hinter dem Tabellenführer ist?
Ist es wirklich ein Problem, dass man die Auslosung fürs Championsleague-Achtelfinale als Gruppenzweiter angehen wird?
Wären die möglichen Gegner, wenn man 1. wäre, wirklich einfacher) (evt. 2. z.B.: Arsenal oder PSG, Real Madrid, Manchster City)?
Würde das einen großen Unterschied machen, da ab dem Viertelfinale die Lose eh völlig offen sind?

Ich habe kein Problem damit, dass die Intensität jetzt noch nicht konstant oben ist, ich bin sogar sehr froh, dass immer mal wieder durchgeatmet wird.
Ich wünsche mir, dass die Spieler ihren Peak im Frühjahr zur Crunchtime haben! Ob das optimal getroffen wird, weiß man immer erst hinterher … da muss man dann auch mal etwas Vertrauen haben. Ich weiß aber wie Belastungssteuerung funktioniert und fühle mich daher derzeit wohl, so wie es ist.
Natürlich wünsche ich mir noch taktischen Feinschliff, aber ob eine Taktik aufgeht oder nicht hängt halt auch immer an der Intersität. Zum Glück wird hier dann durchaus vom Ergebnis abstrahiert und die Taktik für sich betrachtet – trotzdem hab ich auch hier mitunter das Gefühl, dass z.B. für fehlenden Zugriff in bestimmten Räumen generell taktische Begründungen gesucht werden, wobei ich ab und an eher eine suboptimale Intensität als Grund für den fehlenden Zugriff ausmache.

Ich teile deine Meinung, dass man die Intensität „leichter“ erhöhen kann, als die Taktik zu perfektionieren, wobei ich da eher von „schneller erhöhen“ sprechen würde. Taktische Muster zu automatisieren dauert immer Zeit.
Ich bin mir aber sicher, dass es in den wichtigen Spielen dann nicht an Intensität fehlen wird und dass die derzeitigen „Dellen“ zum größten Teil ganz bewußt gesetzt sind.

PS: Angenehmer Nebeneffekt: Die Duelle mit dem BVB und demnächst Leipzig sind gefühlt wieder interessanter/spannender. (Wobei das aber für mich eher sekundär ist.)

FAB 2. Dezember 2016 um 08:51

„Ich bin mir aber sicher, dass es in den wichtigen Spielen dann nicht an Intensität fehlen wird“

Das war die Theorie, an die ich vor dem Amtsantritt von Ancelotti auch geglaubt habe, allerdings haben die Bayern jetzt gegen Atletico und den BVB verloren. Dazu gegen Eintracht, Köln und Hoffenheim nur Unentschieden gespielt. Also: Nur ein Sieg gegen ein Top7 Team der Bundesliga (Hertha BSC).
Welches sind nun die wichtigen Spiele die die Bayern gewinnen wollen. Leipzig am letzten Spieltag und dann irgendwelche CL KO Runden Spiele im Frühjahr. Klar das könnte reichen, weil auch der BVB nicht die Punkteausbeute aus dem letzten Jahr wiederholen kann. Andererseits ist es aber auch ein Risiko mehr oder weniger punktgleich mit einer ganzen Reihe von Mannschaften in die Winterpause zu gehen. Schon mehrfach ist es passiert, dass dann eine Überraschungsmannschaft in der Rückrunde durchgestartet ist: z.B. Wolfsburg in 2009.
Davon abgesehen ist es verwunderlich, dass diese Schwäche gegen die Spitzenmannschaften aus der Guardiolazeit (auch unter Guardiola wurden die Punkte eher gegen die mittleren und unteren Mannschaften der Bundesliga geholt, gegen die Top5 gerne auch mal nur unentschieden gespielt) nun unter Ancelotti weiterbesteht. Bei Guardiola wurde das mit einer schlechte Periodisierung begründet, was ist jetzt bei Ancelotti der Grund: Wirklich einfach nur die Taktik dann ab Frühjahr durchzustarten?

TB65 29. November 2016 um 10:10

Dann holen sie halt Brandt und Weigl und gewinnen die Meisterschaft.

Antworten

Herribert 27. November 2016 um 15:36

Danke für den Artikel!
Eine Sache würde mich aber noch interessieren: der „Tausch“ von Lahm und Kimmich. Warum genau wurde der vorgenommen und hat man den jetzt öfter/immer zu erwarten?

Antworten

luckyluke 27. November 2016 um 19:41

Er ist meiner Meinung nach auf jeden Fall sinnvoll. Durch die „klassischeren“ AV Rollen unter Guardiola ist viel mehr Dynamik, Ausdauer und auch einfach Geschwindigkeit gefordert, als unter Guardiola, was Kimmich schon allein aufgrund seines Alters zu einem geeigneteren Kandidaten macht. Zusätzlich ist Kimmichs Paraderolle definitiv 6er und nicht 8er, Lahm hingegen ist ein klasse 8er…

Antworten

rookie 29. November 2016 um 20:09

warm eigentlich nicht Gerland, der kennt Bayern seit JAhren hat einige Trainer miterlebt und hat von PEp alles Übungen etc. überlassen bekommen…

Antworten

HK 27. November 2016 um 19:57

Man munkelt ja fröhlich der kommende Sportdirektor hätte eine Ansage in der Richtung gemacht.
Und recht hätte er da natürlich.

Antworten

gs 28. November 2016 um 09:34

Ich würde auch davon ausgehen, dass Lahm selbst, evtl. auch unterstützt vom neuen alten Präsidenten, die Umstellung angeregt hat. So wie er zuletzt als AV gespielt hat – keine Ahnung ob das einfach lustlos war oder ihm inzwischen wirklich die nötige Geschwindigkeit abgeht – war es ja auch nur folgerichtig, dass Ancelotti ihn ausgewechselt hat …
Das sah am Samstag schon deutlich besser aus.
Wobei ich die verbesserte Defensiv-Stabilität vor allem auch auf die Mitwirkung von Martinez zurückführe.

Wenn dann noch Müller und Lewandowski mal wieder halbwegs in die Spur zurückfinden (und insbesondere Tore schießen), dann ist der FC Bayern wirklich „wieder da“ 🙂

Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*