Katerstimmung: Ein kleiner Blick über Europas Sonntagsspiele

Sonntag in Europa. Ein verkaterter Sonntag, um genau zu sein. Viele Spiele finden statt, doch zumindest hierzulande stehen sie allesamt im Schatten des gestrigen Spitzenspiels zwischen der Dortmunder Borussia und dem FC Bayern München. Darum gibt es zu einigen Partien nur eine kleine Zusammenfassung der relevantesten Punkte.

Kick and Rush in Mainz

Ein Kurz- und Flachpassfestival war in Mainz an diesem Spieltag natürlich nicht zu erwarten. Darmstadt hat schon bei mehreren taktischen und statistischen Analysten ob ihrer unkonventionellen Spielweise für Aufsehen gesorgt. Kein Team in den Topligen Europas nutzt so viele lange, hohe Bälle in ihrem Spiel. Meistens gibt es kein flaches Aufbauspiel, sondern einen direkten langen Ball nach vorne. Nur gelegentlich spielen sie auf die Innenverteidiger heraus, welche dann ihrerseits den langen Ball bolzen oder die Sechser anspielen, welche – wer errät es? – wiederum den langen Ball in die Spitze suchen.

Grundformationen

Grundformationen

Die Mainzer konterten dies mit einem kompakten 4-4-2; die Stürmer formierten sich eng vor dem Mittelfeld, um mehr Kompaktheit zu haben und die zweiten Bälle gegebenenfalls besser zu erobern können. Teilweise zogen sich die Mainzer Stürmer soweit zurück, dass Darmstadt den Ball in Ruhe zirkulieren lassen konnte – oder in ihrem Fall „musste“.

Neben den langen Bällen im Spielaufbau besitzen die Gäste aus Darmstadt noch sehr gefährliche Standards und ein gutes Konterspiel. Deswegen musste Mainz nicht nur im Pressing aufpassen, sondern ebenso in eigenem Ballbesitz.

Der Aufbau der Mainzer gestaltete sich darum ziemlich zurückhaltend. Die Außenverteidiger positionierten sich zum Beispiel anfangs sehr tief. Sie spielten nur marginal höher als die Innenverteidiger. Dazu gesellten sich zwei Sechser, die eng vor den Innenverteidigern agierten. Wenn man selbst lange Bälle spielte, konnte man sehr schnell wieder die Defensivformation herstellen. Außerdem konnte Mainz das Darmstädter Pressing ein paar Mal durch die tiefen Außenverteidiger herauslocken oder – wenn dies nicht geschah – mit viel Raum langsam aufbauen.

Malli besetzte den Zwischenlinienraum nahezu im Alleingang. Er war eigentlich die einzige Anspielstation in höheren Zonen, die nicht für einen langen Ball ausgelegt war. Die Flügelstürmer spielten in diesem 4-2-1-3-System nämlich sehr breit und hoch, wodurch beide Flügel bei Mainz doppelt besetzt waren. Die Vorgabe schien zu sein, dass man über diese Staffelung den Darmstädter Defensivverbund lockern und mithilfe von langen Bällen hinter die Abwehr zu Torchancen kommen wollte.

Darmstadt reagierte darauf mit einigen Mannorientierungen. Sie begannen grundsätzlich in einem 4-4-2, aber die Flügelstürmer pendelten gelegentlich eine Linie höher und versuchten die Außen- oder gar Innenverteidiger zu attackieren, was wegen der größeren Distanzen selten gelang. In tieferen Zonen bei Vorstößen der Mainzer Außenverteidiger rückten die Flügelstürmer Darmstadts zurück und kreierten 5-3-2 und 6-2-2-Staffelungen kurzzeitig. Die Stürmer Darmstadts standen wiederum öfters tiefer und besetzten den Mainzer Sechserraum, dazu gab es einige Mannorientierungen der Sechser dahinter.

Es entwickelte sich ein umkämpftes Spiel, in welchem der Ball öfter auf den Boden fiel als an diesem entlangrollte. Mainz hatte nach der Anfangsphase an die 65% Ballbesitz – bei einer Passquote von nur 73%. Darmstadt brachte nur knapp über 50% der Pässe an den Mann, hatte aber ein Chancenverhältnis von 4:2 nach zwanzig Minuten. Dies schafften die Darmstädter durch die Bewegungen der vorderen Spieler und Wagners Fähigkeit in der Ballbehauptung hoher Pässe. Auch über Einwürfe und Ballrückeroberungen in den höheren Zonen nach langen Bällen konnten die Gäste Raum gewinnen. Mainz wiederum kam ein paar Mal über Konter oder schnelle Flügelkombinationen nach vorne, an welchen die Außenverteidiger sich nach erfolgreichen Pässen in vordere Zonen beteiligten.

Mainzer Aufbaustaffelung gegen Darmstadts Pressing

Mainzer Aufbaustaffelung gegen Darmstadts Pressing

Das Spiel selbst wirkte wie eine Mischung aus englischem Hin und Her zwischen den Strafräumen sowie mäßigem Spielaufbau und deutscher Intensität sowie dem dazugehörigen Umschaltfokus. Sogar die rote Karte Donatis veränderte wenig: Mainz spielte im 4-4-1 und wechselte entsprechend, Darmstadt hatte in der letzten halben Stunde nur drei Abschlüsse mehr als die dezimierten Hausherren. Es blieb bei der Nullnummer.

Barcelona setzt Siegesserie fort

Unaufhaltsam marschiert Barcelona weiter; dieses Mal war Eibar dran. Zu diesem Spiel muss nicht viel gesagt werden; auch wenn sich Eibar besser anstellte, als man sich erwartet hätte.

Eibar versuchte in einem 4-2-3-1 zu pressen, aber die Pressingmechanismen waren unsauber. Immer wieder positionierte sich der höhere ballnahe Flügelstürmer etwas höher und der Zehner spielte ebenfalls häufig wie ein zweiter Stürmer. Aus dem 4-4-2 in der Arbeit gegen den Ball wurde dadurch öfters ein 4-3-3, in welchem die restlichen Mittelfeldspieler nachschoben. Häufig gab es fast schon ruckartige Wechsel aus dem passiven 4-4-2 zu einem 4-3-3, in welchem der ballnahe Sechser in Richtung Busquets presste. Das war allerdings problematisch. Einerseits war Busquets‘ Bewegungsspiel und Pressingresistenz so hervorragend, dass er mehrfach Eibars aggressivere Pressingversuche im Alleingang auseinandernahm. Simple Pässe in offene Räume, gute Freilaufbewegungen und das eine oder andere Dribbling ließen Eibars Pressing buchstäblich ins Leere laufen. Ein paar Mal hatte allerdings sogar Busquets Probleme gegen dieses sehr fokussierte Herausrücken auf ihn.

Rakitic findet den offenen Raum gegen Eibars höheres Pressing.

Rakitic findet den offenen Raum gegen Eibars höheres Pressing.

Zu Busquets’ pressingumspielenden Pässen gesellten sich die Aktionen der Achter Barcelonas. Sie liefen sich gut für Busquets‘ und auch die Außenverteidiger frei, wodurch Arda und Rakitic sowie natürlich Messi immer wieder den Ball inmitten der durch das Herausrücken geöffneten Formation Eibars erhielten. Messi kam einige Male zu seinen ungeheuer gefährlichen Diagonalbällen und generell zu Dribblings im rechten Halbraum, welche Räume für Munir und Suarez öffneten.

Eibars passiveres Pressing.

Eibars passiveres Pressing.

Eibars größtes Problem im eigentlich interessant gewählten Pressing war aber die mangelnde Kompaktheit zwischen der ersten und den restlichen Linien. Die Abwehrlinie beteiligte sich zwar am Pressing, blieb aber einige Meter hinter der Mittellinie stehen und rückte nicht weiter nach. Die Mittelfeld- und Angriffsreihe aber pressten sogar an Barcelonas Strafraum. Barcelona schien sich sogar bewusst darauf einzustellen; später baute man bewusst mit den Innenverteidigern fast an der Grundlinie auf, wodurch sich im Zentrum massiv Räume auftaten. Ein paar einrückende Dribblings und Läufe Albas und Alves‘  komplettierten Barcelonas leicht angepasste Aufbaustruktur.

Alves' Dribbling und die Kompaktheitsprobleme Eibars.

Alves‘ Dribbling und die Kompaktheitsprobleme Eibars.

Eibar spielte allerdings keineswegs schlecht mit; sie nutzten teilweise einige Fehlpässe Barcelonas und deren nachlässiges Spiel ohne Ball für einige starke Chancen. Mit dem 2:0 Messis war das Spiel aber entschieden.

Österreichische Überraschungsnullnummer

In der österreichischen Liga empfing Rapid Wien die SCR Altach. Die Rapidler befinden sich aktuell mit Red Bull Salzburg im Kampf um den Titelrennen und mussten gewinnen, um den Vorsprung auf RB zu bewahren. Die Gäste aus Altach waren hierbei ein fast paradoxer Gegner: Sie waren taktisch nicht gut, aber dennoch ein sehr unangenehmer Gegner. Merkwürdig, nicht wahr?

Sie formierten sich in einem 4-4-1-1, welches eigentlich viele Räume offenbarte. Die Kompaktheit war mäßig, die Bewegungen unharmonisch und es gab viele Mannorientierungen, mithilfe derer Rapid weite Räume öffnen konnte. Insbesondere das Verteidigen auf den Flügeln wirkte überaus chaotisch.

Vielfach verfolgten die Altacher Außenverteidiger Rapids Flügelstürmer weit, während die Innenverteidiger darauf kaum reagierten. Das öffnete enorm viele weite Schnittstellen zwischen den Innen- und Außenverteidigern. Das Problem: Diese waren schwierig zu bespielen, weil durch die Mannorientierungen in der Mitte Rapids Spieler sich kaum drehen und diese anvisieren konnten. Aus dem 4-4-1-1 entstanden viele andere Formationen, auch rautenähnliche Staffelungen. Dazu führte das mannorientierte Herausrücken der Innenverteidiger trotz Löchern im Zwischenlinienraum für eine gewisse lokale Kompaktheit bei Anspielen in diese Zone.

Außerdem besetzte der Tabellenführer der österr. Liga diese Räume nicht konstant. Die Flügelstürmer wurden manngedeckt, die Achter und der Mittelstürmer positionierten sich nicht adäquat in diesen Räumen. Vermehrte Positionswechsel zwischen diesen oder eine angepasste Rolle der Außenverteidiger wäre hier vonnöten gewesen.

Rapid zeigte aber Licht und Schatten im Spielaufbau. Gelegentlich bewegte man sich recht dynamisch und spielte viele Kurzpässe wie auch einige Doppelpässe, was gut gegen die Altacher Pressingformation funktionierte – zumindest in den ersten zwei Dritteln. Auch die defensiven Halbräume wurden von den Innenverteidigern gut besetzt.

Die Hütteldorfer hätten dies jedoch noch viel präsenter und fokussierter machen müssen; die Innenverteidiger hätten entweder noch breiter auffächern müssen (da der Sechser ohnehin zurückfiel) oder man hätte mit einem tiefen Außenverteidiger spielen können, um den Flügelstürmer auf dessen Seite besser einbinden zu können.

In der Arbeit gegen den Ball gab es ähnliches. Das 4-1-4-1 funktionierte prinzipiell gut, aber es offenbarten sich wegen unharmonischen oder schlecht improvisierten Bewegungen Räume. Die Passwege wurden in der Raumdeckung nicht verschlossen, die Flügelstürmer arbeiteten nicht immer konsequent mit und wegen ähnlicher Probleme im Spiel mit dem Ball gab es auch einige Situationen, wo nicht ordentlich umgeschaltet werden konnte. Trotz Rapids individueller Überlegenheit entstand also ein teilweise sogar ausgeglichenes Spiel, welches mit 0:0 endete.

Isco 7. März 2016 um 16:19

Altach – Rapid zusammengefasst:

No Schaub, no Party.

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JoeFertig 7. März 2016 um 12:21

Endlich wieder ein Artikel über Barca! 🙂
Vielen Dank, war erfrischend nicht nur Bundesliga lesen zu müssen 🙂

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Thomas 7. März 2016 um 12:43

Ganz meiner Meinung.
Ich würde auch gerne etwas mehr über die 2. Bundesliga lesen. 🙂

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Mike the Knight 7. März 2016 um 12:07

Ich finde es ziemlich genial was Busquets diese Saison spielt. Mit ihm im Team wird es für jede Mannschaft schwer Barca zu schlagen.

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Michael 7. März 2016 um 11:52

Nein es sind 2 Busquets und Messi. Übrigens sensationelle Laufleistungen bei Messi. Der läuft ca. 2km(!) weniger als der Schnitt. Eibar fand ich gestern sehr gut, trotzdem völlig chancenlos. Barca hätte ohne Probleme noch 2-3 Gänge hochschalten können.

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JoeFertig 7. März 2016 um 12:23

Hier ein Video das verdeutlicht wie Messi durch dieses „nicht bewegen“ Räume kreiert 🙂
Ich hoffe dennoch daß er in den nächsten 2 Monaten weiter in Sachen Geschwindigkeit wächst und an seine Anti-Bayern-Form anknüpft.

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drklenk 7. März 2016 um 14:27

Das Video erscheint, zumindest bei mir, nicht in Deinem Kommentar.
Ich nehme an, Du meintest das Video mit dem Titel: Lionel Messi video analysis – Ways to create space. 🙂

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Isco 7. März 2016 um 16:16

Wer immer richtig steht, muss wenig laufen. Stimmt bei Busquets noch viel mehr als bei Messi.

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Gh 7. März 2016 um 20:01

wie ist eigentlich die team laufleistung von barca? wenn wie alle vergleichbaren teams dann müssten ja die anderen für messi mitlaufen wies so schön heisst, wenn niedriger dann läuft messi tatsächlich intelligent nicht.

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HK 8. März 2016 um 10:07

Die Laufleistung von Barca ist immer relativ niedrig. Aber das hängt nicht unbedingt nur an Messi, sondern am System.
Allerdings müssen natürlich die andern für Messi mitlaufen. Da gab es doch mal die kolportierte Kabinenauseinandersetzung mit Pedro (glaube der wars) dem Messi bedeutete er möge doch die Klappe halten da er eh nur hier wäre um für ihn die Drecksarbeit zu machen.
Wurde überraschenderweise offiziell aber nicht bestätigt.

Michael 8. März 2016 um 11:14

Die Laufleistung von Barca liegt in der PD bei Einblendungen nahezu gleichauf mit dem Gegner, wenn man die 2km von Messi dazu addiert.

HW 8. März 2016 um 11:17

Die anderen müssen für Messi mitlaufen. Ich finde solche Thesen immer gewagt.
Zunächst muss die Frage gestellt werden welche Laufleistung erwartet wird. Das hängt von der Position und der Strategie ab.
Dann muss Quantität und Qualität unterschieden werden. Es geht darum Effektiv zu sein. Nutzloses rennen hilf so viel wie nutzloses rumstehen.

Vielleicht macht Messi den ein oder anderen Meter weniger. Das liegt aber nicht daran, das er faul wäre, denn er hat auch schon seine Fähigkeiten im Pressing gezeigt.
Oft ist es eine strategische Entscheidung, dass Stürmer zwar mitarbeiten aber sich nicht zu sehr verausgaben. Sie sollen bei Balleroberungen frisch und anspielbar sein. Niemand kann immer nur die höchste Intensität liefern.
Ich glaube auch nicht, dass ein einziger Spieler die Laufleistung eines Teams massiv drückt.

Grundsätzlich läuft jede Mannschaft für ihre Spielmacher und Stürmer. Das liegt einfach an dem Risiko das diese Spieler eingehen. Sie sind im letzten Drittel, sie verlieren auch mal den Ball. Dafür sichern andere Spieler ab. Man kann dann sagen, sie laufen für die Stars. Das ist einfach die Aufgabe auf ihrer Position.
Wenn man also sagt, da läuft jemand für Messi, dann kann man auch sagen der läuft auch für Suarez oder Neymar. Und die Angreifer sprinten und schießen eben auch für ihre Mitspieler. Messi schießt die Tore ja nicht für sich alleine, sondern für das Team.

Koom 8. März 2016 um 11:22

Außerdem: Warum freilaufen, wenn man auch mit Ball am Gegner vorbeikommen kann? 😉

HW 8. März 2016 um 11:46

Ich kenne die aktuellen Zahlen nicht. Aber vor Jahren war es so, dass Barca ein sehr intensives Passpiel aufgezogen hat. Das Resultat war (und ist es wohl auch heute noch), dass sie selber Tempowechsel und Intensität bestimmen können. Sie entscheiden wann sie Kraft investieren. Der Gegner muss dagegen hinter her laufen.

Da durch kann Messi es sich erlauben sich seine Aktionen auszusuchen. Das spart Kraft und auch Kilometer. Er wird also effizienter ohne an Effektivität zu verlieren. Eine sehr schlaue Strategie. Auch im Hinblick auf die Regeneration zum nächsten Spiel und auf die ganze Karriere.

Trotzdem bleibt (auch bei seinen Mitspielern Neymar und Suarez) Messi der Spieler vor dem der Gegner am meisten Angst hat.

Vor Jahren habe ich mal eine längere statistische Ausarbeitung gelesen in der es darum ging wie effektiv Messi ist. Barca ist erfolgreicher mit ihm. Dabei macht er das Team besser wenn er die Kombinationen sucht und Vorbereitet, aber auch wenn er scheinbar egoistisch ist und den Alleingang wagt.

HK 8. März 2016 um 12:26

Über den Wert von Messi für Barca muss man nicht diskutieren.
Das ändert aber auch nichts daran, dass in Zeiten eines raumorientierten Spiels andere die Lücken schließen müssen die er offen lässt.
Die Rechnung geht per saldo für Barca auf. Sonst wäre das auch nicht tolerabel.
Btw. die schlechte physische Verfassung von Messi hat 2014 Argentinien die WM gekostet. In der Folge hat er in der Richtung offensichtlich wieder mehr Gas gegeben. Die Erfolge hat man dann 2015 sofort gesehen.

HW 8. März 2016 um 12:33

Wie gesagt, eine Frage der Strategie. Messi bindet auch Gegenspieler. Dazu ist er sich nicht der einzige Spieler auf der Welt, der mal nicht jeden möglichen Sprint mitmacht.

DonAndres 8. März 2016 um 13:49

Ist die Laufleistung im Fußball nicht ohnehin überbewertet? Ich halte den Begriff für etwas irreführend, denn Laufen an sich ist im Fußball keine Leistung. Es handelt sich ja nicht um Leichtathletik.

Ähnlich wie Zweikampfwerte sind die Laufstatistiken meiner Ansicht nach einfach Daten, die zustandekommen, aber selbst sehr wenig aussagen. Es gibt ja einige Trainer, die sehr viel Wert auf solche Daten legen, aber ich interpretiere das eher als Mittel zur Motivation (sozusagen eine „offizielle Bescheinigung“ dafür, dass ein Spieler alles gegeben hat). Sollte ein Trainer jedoch direkt Laufziele vorgeben (nach dem Motto: „du musst dieses Spiel 13 km laufen!“), dann wäre das schon extrem oberflächlich.

HK 8. März 2016 um 14:23

Klopp hat zu Beginn seiner Dortmunder Zeit (wenn ich mich noch recht erinnere) 117 Kilometer je Spiel als Vorgabe an seine Mannschaft gestellt.

Koom 8. März 2016 um 14:53

Eine pauschale Aussage kann man dazu auch nicht wirklich machen. Viel Laufen bedeutet viel Bewegen, schlecht ist das an sich schon mal nicht, egal ob in der Offensive oder Defensive. Es erzeugt Unruhe und Chaos beim Gegner, was man heutzutage braucht, um Löcher in der Verteidigung aufzutun.

Ein guter (sprich: taktisch cleverer) Spieler kann mit weniger Laufleistung gleiches vollbringen, weil er „richtig“ läuft. Und ein Spieler ist auch dann wertvoll, wenn er in 90 Minuten vielleicht nur 9 km läuft, die aber mit hoher Intensität.

Es ist eigentlich wie immer: Man darf die Werte nicht isoliert betrachten. Aber diese Aussagen sind meistens grundsätzlich sehr simpel gehalten, weil man einfache Ziele erreichbarer hält. Und ohne jetzt gemein sein zu wollen: Der Durchschnittsfußballer ist jetzt eher weniger eine Denkmaschine.

Gh 9. März 2016 um 08:59

Generell ists mit Barca so ein bisschen wie bei den Bulls. Die Superschlauen sagen dann, ja, ohne Pippen oder Rodman oder so wären die Bulls auch nicht so dominant gewesen. Bei Barca: es ist Guardiolas System… Guardiola weg, Barca gewinnt mit dem, Verzeihung, nicht unbedingt als Taktikmagier auffallendem Luis Enrique, es ist Pedros unterstützende Arbeit, Pedro weg, Barca gewinnt, es ist Xavi, das Organisationsgenie, Xavi weg, Barca gewinnt mit Ivan Rakitic (bei allem Respekt) als Ersatz. Wage mal zu behaupten wenn Busquets weg wäre würd sich auch nicht so viel ändern so lange Messi in Topform spielt. Unbestritten, dass Busquets einer der besten 6er der Welt ist und wie die Faust aufs Auge bei Barca passt, aber mit Modric oder Alaba auf der 6 würds genauso gehn. Ohne Messi aber nicht.

Michael 9. März 2016 um 10:28

Nein Gh. Das war mal so, das ist jetzt nicht mehr so. Siehe letztes Jahr als Messi 2 Monate nicht dabei war. Deswegen behaupte ich ja, dass dieses Barca stärker ist als je zuvor. Es ist nicht mehr auf nur Messi angewiesen, es geht zur Not auch ohne. Es wird schwerer, aber es geht. Suarez sorgt im Angriff für höhere Qualität. Der hat eine unfassbare Scorerquote die sich Richtung 2(!) bewegt. Er ist kurz davor Europas bester Torschütze und Vorlagengeber zu sein. Und Busquets ist nicht einer sonder der beste 6-er. Punkt. Dazu dann halt noch ein dosiert spielender alternder Iniesta und der kommende Weltfussballer aus Brasilien. Ich wüsste ehrlich gesagt nicht gegen wen Barca bis zum Sommer noch verlieren sollte…
Trotzdem werden sie dies, nicht zuletzt wegen dem CL Fluch. 😀

Gh 9. März 2016 um 13:42

wäre schön wenn messi sich mal zwei jahre als tischtennisprofi versuchen würde und dann comeback. gebe dir in allem recht, michael, nur… ohne messi ist alles nichts.

Gh 9. März 2016 um 13:59

Konkret hat Messi nochmal an Qualität gewonnen. Foult man ihn 30m vorm Tor haut er den Freistoß rein. Isoliert man ihn an der Mittellinie an der Seite spielt er aus dem Stand einen Laudrup Pass der zum Tor führt usw. Unendlich varibel die Offensive Barcas, klar auch durch Ney und Suarez. Und v.a. agieren die Offensiven völlig autark – aber in Ausrichtung auf Messi, sind nicht auf Traineranweisungen angewiesen um taktisch zu reagieren. Dass wirkt dann weniger intellektuell als Peps in game coaching ist aber m.E. effektiver. Deswegen fällts auch nicht ins Gewicht dass Luis Enrique kein in-game coaching macht. Das besorgt Messi einfach mit.

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Joefertig 8. März 2016 um 21:37

Yo irgendwie ist das video verschwunden. Aber du meinst das richtige 😉

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Gh 7. März 2016 um 09:49

Die Wahrheit über Barca ist kein großes Geheimnis. Sie heißt nicht Busquets. Sie hieß nicht Guardiola. Sie heißt einfach Messi, der mittlerweile die Rolle des Spielertrainers jedenfalls für die Abteilung Offensive übernommen hat.

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PR 7. März 2016 um 11:47

Ich finde es ein bisschen (sehr) schade, dass man bei Euch gar nichts mehr zu Real Madrid liest. Am Anfang der Trainerschaft von Zidane gab es noch den ein oder anderen Artikel, aber mittlerweile kommt da leider gar nichts mehr. Und es ist ja nicht so, dass da besondere Ruhe eingekehrt wäre bzw. alles seinen Gang ginge…und bspw. ein Real-Atletico Match sollte doch genug Ansatzpunkte für einen Artikel bieten. Barca dagegen gewinnen halt wie immer, wenn etwas in der PD eingetütet ist, dann die Meisterschaft für den FCB! Vielleicht wollt Ihr ja mal wieder einen Artikel über die Entwicklung oder zumindest ein Spiel von RM schreiben?

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Isco 7. März 2016 um 16:18

Über das Derbi Madrileno wurde auf .com berichtet 🙂

Zu den ersten Spielen unter Zidane hat CE was auf seiner Seite geschrieben, seither hat sich einfach sehr wenig getan sage ich als jemand, der alle Spiele gesehen hat.

Das Aufbauspiel ist sogar fast noch schlechter geworden völlig unverständlicher Weise.

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Michael 7. März 2016 um 19:07

Stimmt. Bei Real täuschen die hohen Siege. Selbst die waren spielerisch nicht wirklich gut… Dazu eine Kaderbreite die einfach nur zu dünn ist. Isco, Modric und Kroos außer Form und Ronaldo trifft mittlerweile nur noch gegen die kleinen. Da muss viel passieren!

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DonAndres 7. März 2016 um 20:06

Ich schaue mir Real nicht allzu oft an, aber es fällt doch auf, dass sie gegen Mannschaften mit einer bestimmten Ausrichtung häufig Kantersiege feiern – kein Wunder, dass es sich dabei vor allem um Celta Vigo, Rayo und Espanyol Barcelona handelt. Alle drei sind Mannschaften, gegen die man in der Regel gut kontern kann. Real profitiert immens von den offenen Räumen, die diese Teams anbieten. Im geordneten Spielaufbau jedoch halte ich sie für ziemlich limitiert. Gegen Atletico hatte ich teilweise den Eindruck, dass sie Tiki Taka spielen – ich meine den Begriff in seiner eigentlichen Bedeutung, also komplett sinnlose Ballzirkulation.

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Michael 7. März 2016 um 20:21

Da ist was dran. Allerdings gegen Rayo was man mit 2 Mann mehr in Überzahl und bis dahin nicht besser. Gegen Celta war Celta auch drauf und dran und erst am Ende als der effekt zum Tragen kam den Du beschreibst ging es dahin.

Isco 7. März 2016 um 22:28

Naja, Celta hat ein bisschen abgebaut im Vergleich zum Saisonstart, aber trotzdem haben sie da Barca 4:1 geschlagen. Das 7:1 war allerdings viel, viel, viel zu hoch.
Rayo.. Kleineres Team mit 2 frühen roten Karten und dann halt perfekte Chancenauswertung.

Reals Statistiken täuschen allerdings wirklich teilweise sehr, sehen oft gut aus, aber die Verteilung auf die einzelnen Spiele ist eher suboptimal:
https://twitter.com/Sagichdochnich1/status/706810195553488896

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