Türchen 4: Raphaël Varane

Wenn es um „Systemträger“ geht, muss es logischerweise zunächst um Systeme gehen. Die meisten Systeme im Laufe des Kalenders werden die sein, die in den vergangenen 15 Jahren den erfolgreichen Fußball am meisten geprägt haben: die mit viel Dominanz, hohem Pressing, Kontrolle im Zentrum, klarem Ballbesitz und vielen offensiven Lösungen.

Die letzten drei Champions-League-Sieger und der amtierende Europameister haben sich alle durch solch einen aktiven Fußball ausgezeichnet. Die beiden größten Ausnahmen in den letzten zehn Jahren: die französische Weltmeistermannschaft von 2018, die sehr über defensive Stabilität und Konterstärke funktionierte, sowie Real Madrid, die bei ihren vier Champions-League-Titeln zwar auch immer viel Ballbesitz hatten, dabei aber trotzdem defensiv orientiert spielte und sich besonders im Defensivspiel vornehmlich in die eigene Hälfte zurückzogen. Die Konstante dieser beiden Mannschaften: Raphaël Varane.

Wie Guardiolas 3-2-2-3 (letztlich) das Abwehrspiel löst

Es ist schwierig, Guardiolas Image in der Welt des Fußballs (angemessen) zu beschreiben. Obwohl er polarisiert, scheint zumindest Einigkeit darüber zu bestehen, dass er ein Innovator des Fußballspiels ist. Paradoxerweise polarisiert er genau wegen dieser Übereinstimmung von Kritikern und Fans. Das neue 3-2-2-3 scheint vielversprechend zu sein, um diese Polarisierung durch Erfolg und eine erneuerte Rückkehr zu gängigen Prinzipien zu lösen.

Celtic in der Problemanalyse

Wir begeben uns zur Abwechslung auf die Reise in eine komplett andere Fußballlandschaft – nämlich nach Schottland, wo das lange Jahre dominante Celtic mittlerweile nur noch die zweite Geige hinter Stadtrivale Rangers spielt. Die aktuelle Saison verläuft für die „The Bhoys“ mehr als enttäuschend. International schied man bereits aus der Gruppenphase der Europa League aus und in der heimischen Liga beträgt der Abstand zu den Rangers schon 21 Punkte (bei drei weniger ausgetragenen Partien).

Türchen 16: Javier Pastore

Der klassische Risikospieler des Fußballs ist wohl der Zehner; der klassische Zehner, der lange Zeit als ausgestorben galt und es immer noch ein bisschen ist, eben weil er so viele Risiken mit sich bringt. Allerdings auch, weil er schon immer rar war, weil man so eine Rolle nur mit außergewöhnlichen Fähigkeiten spielen kann, man eigentlich besser sein muss als alle anderen auf dem Feld. Und wenn man besser ist als alle anderen auf dem Feld, dann will man eigentlich auf höherem Niveau spielen und dort kann man dann vielleicht nicht mehr der klassische Zehner sein, sondern muss seine Spielweise anpassen.