Donnerstag, 30.06.2016

Bayrische Glanz- und Galalosigkeit in Hamburg

Endlich wieder Bundesliga! Die Bayern sind zum Rückrundenauftakt beim Hamburger SV zu Gast.

Hamburger Intensität scheint durch

Grundformationen

Grundformationen

In unseren Podcasts hatten wir bereits einige Male erwähnt, dass die Hamburger unter Labbadia intensiver als in den bisherigen Saisons spielen. Dies betrifft die Arbeit mit und ohne Ball. Sie pressen höher, halten engere Abstände und versuchen immer wieder über die Balleroberung ins Angriffsspiel zu kommen. Meistens nutzen sie hierbei ein 4-4-1-1/4-4-2-Formation. Gegen die Bayern entschieden sie sich prinzipiell für eine 4-1-4-1-Staffelung, um aus dieser heraus mit den Achtern und Flügelstürmer nach vorne herauszurücken und Lasogga unterstützen zu können.

Holtby ließ sich dabei auch häufiger in den Sechserraum zurückfallen, wodurch 4-4-1-1hafte Staffelungen entstanden. Dies wurde besonders gemacht, wenn die Bayern akute Pressingsituationen umspielen konnten oder die Hamburger Flügelstürmer herausgerückt waren. Damit sollte er diese Bewegungen absichern und, wenn die Bayern das Herausrücken des Flügelstürmers überspielten, die Mitte besetzt halten, um direkte Durchbrüche zu verhindern.

Gelegentlich wirkte Hamburgs Staffelung darum wie eine auf die Seite geschobene Raute; der tiefere Sechser war etwas nach rechts geschoben, Holtby als linker Achter auf einer Linie mit dem rechten Flügelstürmer und der rechte Achter ebenfalls ein bisschen höher. In tieferen Situationen ließen sich die Flügelstürmer etwas zurückfallen, um die Breite gegen Bayerns Flügelangriffe zu sichern. Desweiteren arbeitete Hamburg mit zahlreichen Mannorientierungen, welche die Bayern mit ihrer unüblichen Formation und durch ihre Bewegungen, ihre Raumöffnung und viele lockende Bewegungen ausnutzen konnten.

Mitunter sah man unsaubere Pressingbewegungen der Hanseaten. Dann traten auch Probleme beim Herausrücken auf. Einzelne 4-2-4-Staffelungen oder weit offene Räume in der Vertikale waren dann sichtbar. Wenn die Bayern einen ihrer Sechser aus der ersten Linie anspielten, dann rückten die Mittelfeldspieler ohne passende Bewegung der Restverteidigung nach und es gab große Räume, weil die Pressingspieler zu weit hin der Horizontale auseinander waren und gleichzeitig die Verbindung nach hinten in der Vertikale nicht hielten.

In Ballbesitz gab es wiederum einige lange Bälle, wo man über den zweiten Ball Raumgewinn erzeugen und Ballverluste in den ersten Linien vermeiden wollte. Grundsätzlich war man natürlich auf den Konter fokussiert. Dabei gab es viele Vorstöße der Achter, insbesondere von Hunt in die Sturmspitze, ausweichende Bewegungen Lasoggas und nachstoßende Bewegungen der restlichen Spieler. Effektiv war dies lange Zeit nicht, weil die Bayern zahlreiche der Entstehungssituationen schon für sich entschieden. Hierbei half ihnen auch ihre Formation.

Bayerns asymmetrische Formation: 4-1-4-1/3-2-4-1

Die Münchner nutzen unter Guardiola bekanntlich viele variable Formationen. Der Ballbesitz dient dabei als Werkzeug, um ohne Ball eine ganz andere Positionsstruktur als mit diesem herstellen zu können. Ohne Ball war es das 4-1-4-1; Bayern presste aggressiv nach vorne und verhinderte, dass die Hamburger konstruktiv aus der ersten in die zweite Linie kommen konnten. Dabei gab es die typischen Herausrückbewegungen der Achter bzw. der Flügelstürmer, die im Bogen den zweiten Innenverteidiger anliefen und in eine Zone mit Überzahl für Bayern lenkten.

Grundstaffelung: Bayern ohne Ball

Grundstaffelung: Bayern ohne Ball

Insofern waren die langen Bälle Hamburgs auch durchaus nicht nur geplant, sondern schlicht eine Reaktion auf das bayrische Pressing. In Ballbesitz veränderte sich die 4-1-4-1-Formation allerdings klar bei den Bayern.

Vereinzelt konnten zwar Angriffe aus dieser Grundordnung gespielt werden, doch sobald die Bayern den Ball länger laufen lassen konnten, organisierten sie ihr Positionsspiel anders. Lahm als nomineller rechter Außenverteidiger schob dann weit von der Seite in die Mitte. Sein Gegenüber Alaba wiederum blieb auf einer Linie mit den beiden Innenverteidigern. Dadurch agierten sie in der ersten Linie im Spielaufbau oft mit drei Spielern in der ersten Linie, welche über Badstubers Verlagerungen und eine relativ breite Positionierung Boatengs und Alabas Passwege ins Mittelfeldzentrum öffnen sollten.

Hier positionierten sich Lahm und Alonso im Sechserraum. Normalerweise besetzten sie die Schnittstellen vor den drei Verteidigern und stellten somit die Dreiecke im Aufbau her. Der Gegner musste dadurch in der ersten Pressinglinie fast die gesamte Breite attackieren, die Bayern hatten aber aus diesen Positionen immer zwei diagonale Anspielstationen und eine vertikale Passoption auf den Flügel, wo mit Coman und Costa natürlich zwei sehr dribbelstarke Akteure positioniert waren.

Grundsätzlich ähnelt dies also der Systematik aus dem 2-3-5, die ich in diesem Artikel bereits analysiert habe, allerdings eben mit einem 3-2-5.

Bayerns 3-2-4-1 sowie mögliche situative Veränderungen im Positionsspiel.

Bayerns 3-2-4-1 sowie mögliche situative Veränderungen im Positionsspiel.

Hamburg wurde vor die Wahl gestellt: Die sehr passsichere Zentrale mit den fünf Spielern zu attackieren und womöglich die Flügel zu öffnen, was schnellen Raumgewinn bedeutet, oder die Flügel präziser zu besetzen und dafür in der Mitte weniger Zugriff zu haben. Wer übernimmt Lahm, wenn er in die Mitte einrückt? Wer läuft die breiten Halbverteidiger der Bayern an? Wie organisiert man die Mannorientierung in der Zentrale, wenn die Bayern dort mit fünf Spielern in den vorderen Linien auftreten?

Interessant war außerdem, dass die Bayern bisweilen in höheren Zonen nicht nur flexibel Spieler aus der Fünferreihe ganz vorne zurückfallen oder Positionswechsel initiieren lassen konnten, sondern gelegentlich Lahm im rechten Halbraum höher und Thiago im linken Halbraum tiefer schob. Einzelne 3-1-2-4-Formationen wurden dadurch kreiert.

Allerdings waren die Bayern keineswegs perfekt. Gelegentlich wirkten sie fahrig im letzten Drittel, hatten einige überhastete Situationen und brachten die Flügelstürmer nicht so gut ins Spiel, wie es in der ersten Phase der Hinrunde der Fall war. Die vielen herausrückenden Bewegungen des Hamburger Mittelfelds, wo das Kollektiv Probleme im Nachschieben hatte, wurden nicht optimal bespielt. Alonso und Lahm spielten dann teilweise zu sehr auf die Seite oder nach hinten, anstatt die Bewegungen des HSV noch besser zu nutzen und auszuspielen.

Diese Systematik ermöglichte Bayern nicht nur Kontrolle mit und ohne Ball, sondern auch guten Zugriff in den Umschaltmomenten. Besonders in der Anfangsphase suchten sie nach Balleroberungen direkt Konter, weil die vorderen Zonen sehr präsent besetzt und die jeweiligen Flügelspieler eigentlich immer anspielbar waren. Nach Ballverlusten war man außerdem im Gegenpressing sehr gut, weil im 3-2-4-1 in fast alle Richtungen flexibel Zugriff erzeugt werden konnte. Ballverluste auf dem Flügel wurden durch die sehr kompakte Mitte zugeschoben, Ballverluste in der Mitte wurden aggressiv attackiert und die Flügelspieler arbeiteten direkt in Richtung Zentrum.

Hamburgs Pressing und die grundlegenden Probleme dabei.

Hamburgs Pressing und die grundlegenden Probleme dabei.

Die Hamburger konnten jedoch nach einem Foul der Bayern im Konter und einen etwas glücklichen Standard wieder ins Spiel kommen. Darum gestaltete sich die zweite Halbzeit überraschend interessant, was nach einer Führung der Bayern in der ersten Spielhälfte selten der Fall ist.

Nach dem Seitenwechsel

In der zweiten Halbzeit reagierte Guardiola womöglich auf die Probleme in der Einbindung der Flügelspieler. Er tauschte Coman und Costa, was im Normalfall auf einen erhöhten Fokus auf Flanken und Durchbrüche in Richtung Grundlinie sowie weniger Unterstützung der Flügelstürmer im Spielaufbau bedeutet. Dies wurde stark fokussiert, ebenso wie eine noch stärkere Einbindung Neuers bei den Angriffspressingaktionen der Hamburger.

Spätestens mit der Einwechslung Martinez‘ für den verletzten Boateng gab es bisweilen in höheren Zonen auch ein paar 2-3-5-Staffelungen, wo Alaba diagonal nach vorne schob und halblinks den Raum neben Alonso zentral und Lahm halbrechts übernahm. Thiago spielte in diesen Situationen auch leicht zentraler davor, Müller ging verstärkt in die Spitze.

Der HSV hingegen hatte sich lediglich leicht angepasst. Man presste nun öfter noch höher und nutzte dabei auch eine breitere Abwehr- bzw. engere Mittelfeldkette. Die Flügelstürmer rückten nun verstärkt auf die Innenverteidiger heraus, die Achter sicherten dies in tieferen und breiteren Positionen ab.

Vermutlich war dies eine Reaktion auf Bayerns 3-2-5, welche etwas mehr Stabilität erzeugen sollte. In diesen Phasen des hohen Hamburger Pressings wirkten die Bayern nicht so sattelfest wie noch im Herbst. Alonso hatte unter Druck ein paar Probleme, das Freilaufverhalten – viele Vertikalbewegungen der Spieler – war ebenfalls nicht ganz synchron mit der Ballzirkulation.

Die Intensität der Rothosen ließ jedoch nach. Die Einwechslungen (Rudnevs anstatt Lasogga, Jung anstatt Kacar, Gregoritsch anstatt Ilicevic) reichten nicht, um sie zu revitalisieren – zwischen den Mannschaftsteilen öffneten sich zu große Lücken. Bayern konnte wieder etwas besser ins Spiel kommen und spielten die Partie glanzlos und ohne die übliche Dominanz herunter. Die Einwechslungen Vidals für Müller und Robbens für Douglas Costa sollten systemisch wenig verändern.

Fazit

Keine Glanzvorstellung der Bayern. Sie starteten zwar sehr gut in die Partie und agierten in der ersten Spielhälfte überaus souverän, doch zu oft fehlte es am sauberen Übergang ins letzte Drittel und dem adäquaten Abruf der Spielzüge in diesen Zonen. Diese hatten Bayern Ende der Hinrunde noch ausgezeichnet. Selten war eine Mannschaft dermaßen im Stande die gewünschten Situationen am gegnerischen Strafraum zu kreieren; und am heutigen Abend waren es auch die Bayern nicht mehr.

Der HSV spielte nicht mit einer besonderen strategischen Anpassung, sondern nutzte das übliche Mittelfeldpressing mit ein paar kleineren taktischen Veränderungen sowie einzelnen Angriffspressingaktionen in der zweiten Halbzeit. Das Aufbauspiel kam jedoch nie ins Rollen und das Konterspiel funktionierte nur vereinzelt. Im Normalfall waren es Fouls der Bayern im Gegenpressing, welche dann durch Hamburger Standardsituationen für Torgefahr sorgen.

Letztlich waren die Bayern die bessere Mannschaft, doch im Gegensatz zu anderen Partien war weder die enorme Dominanz noch das In-Game-Coaching Guardiolas zu bewundern.

sharpe 25. Januar 2016 um 08:54

stimmt so ziemlich alles, was geschrieben wurde. Aber man muss eben auch berücksichtigen, dass es für Bayern nach nur einem Vorbereitungsspiel das erste Pflichtspiel war. Und das bei Minustemperaturen und schwer zu bespielendem Platz. Da muss man die Erwartungen eben auch anpassen. Gerade was das Erzielen von Toren betrifft, bin ich mir ziemlich sicher, das Bayern grundsätzlich im Dez. und Jan. deutlich weniger Tore pro Spiel erzielt als in den anderen Monaten. Darum ist es auch wenig sinnvoll, aus diesem Spiel irgendwelche Rückschlüsse bzgl des weiteren Saisonverlaufs zu ziehen. Nach dem Freitag-Spiel in Hamburg ist das nächste Spiel erst am kommenden Sonntag. Für Pep und Bayern eine Menge Zeit, um zu arbeiten. Pep ist in Hamburg wohl etwas Risiko gegangen und hat es als Pflichtspiel während der Vorbereitung gesehen bzw. die Vorbereitung war mit Sicherheit nicht darauf abgestimmt, dass Bayern in Hamburg in Topform ist.

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Rim 24. Januar 2016 um 13:16

Super Bericht! Kenn ihr denn eine Seite, wo man sich die ausführlichen Highlights der Spiele angucken kann?

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luckyluke 24. Januar 2016 um 11:08

Faszinierenderweise scheinen den Bayern tatsächlich kreative zentrale Mittelfeldspieler zu fehlen und das obwohl es immer heißt, sie hätten eigentlich nur ZMs in der Mannschaft…

Ich habe die These schon mal vertreten und werde sie nun einfach mal wiederholen, weil ich mich dafür so feiere:
Guardiola braucht für sein System zwingend zwei kreative, dribbelstarke, pressingresistente 8er, was glaube ich prinzipiell auch von Anfang an der Plan für Götze war. Bei dieser Aufstellung Götze auf der Müller Position und das ganze Spiel sieht anders aus, da mit Thiago, der meiner Meinung nach noch ein nicht ganz so starkes Spiel gezeigt hat, nur ein Spieler da ist, der im Zentrum angespielt werden kann und abgesehen von langen Bällen (hust, hust Alonso hust) einen Spielzug initiieren kann. Müller auf der 8 kann nur funktionieren, wenn dafür ein besserer 6er aufgestellt wird, den man mit Kimmich eigentlich hat. Genau hier liegt übrigens auch die Scheu vor Risiken, die im Podcast angesprochen aber verneint wurde…

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ZY 24. Januar 2016 um 08:45

Bayern war zwar insgesamt die bessere Mannschaft, und in sofern war der Sieg nicht unverdient. Allerdings waren alle Tore eher glücklich, Bayern konnte sich nicht systematische viele/gute Chancen herausspielen.
Ich fand auch, dass Bayern alles andere als gut ins Spiel kam. Hamburg hatte da ein extrem cleveres statisches Angriffs-/Mittelfeldpressing, So ähnlich wie der BVB in München in Guardiolas erster Bayern-Saison, als man ‚den Bus bereits in Bayerns erstem Drittel parkte‘. Meistens war die Dreierkette+Alonso+Neuer vom Rest der höher rumgammelnden Spieler regelrecht abgeschnitten. Weder Thiago noch Müller wollten/konnten Verbindung nach vorne herstellen. Vermutlich wird sich das im Laufe der Rückrunde schnell verbessern, wenn die Spielpraxis zurückkommt.

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AS 23. Januar 2016 um 23:59

Ich tendiere auch eher in die Richtung OMs. Ich habe insbesondere das Positionsspiel der Bayern nicht nur am Anfang der zweiten Halbzeit sondern auch zu Beginn des Spiels durch ein eher hohes Angriffspressing des HSV effektiv gestört gesehen. Drei weit gefächerte, hoch stehende HSV-Spieler haben die erste Linie der Bayern gut zugestellt. Das behagte diesen sichtlich nicht, sodass es einige Male zu statischen Momenten Neuers kam, in denen er lange mit dem Ball am Fuß stand und recht unsouverän einen Abnehmer suchte. Einzig seinen guten Möglichkeiten im Bereich langer sauberer Flugbälle war es zu verdanken, dass er Abnehmer am Flügel fand, die ohne Luftkampf in eine klare Spielfortsetzung kamen. Gewollt war das aber nicht. Außerdem habe ich (nicht immer aber regelmäßig immer wieder) einen Fokus auf Einzelaktionen von Coman und Costa in den Außenzonen gesehen, um mal in die letzte Linie zu kommen.(Wurden aus meiner Sicht gezielt gesucht) Also die Probleme des HSV mit dem Ball sind m. E. ja wie hier schon erwähnt enorm. Gegen den Ball fand ich es aber für etwas stärkere Bayern-Gegner teilweise interessant zu sehen. Nur man muss es über lange Phasen durchhalten und Entlastungsphasen haben. Das geht beim HSV nicht. Dass der Bayernsieg nie wirklich gefährdet war, habe ich auch so gefühlt. Interessant fand ich auch, dass es BMG heute gegen Dortmund ähnlich versucht hat, das Positionsspiel zwischen Linie 1 und 2 zu stören.

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Tom 24. Januar 2016 um 21:27

Das am Flügel zu häufig Einzelaktionen probiert worden sind habe ich auch beobachtet. Fand hier aber auch die Unterstützung zu vorsichtig. Die Bayern haben sich wieder stark zurück gehalten. So kam es auch wieder zu diesen U-Formationen. Vorne isoliert Lewa und Müller. Der Rest umzingelt den Hamburger Strafraum (wenn diese nach überspielen der ersten Pressingreihe sich zurückzogen) und da wird der Ball auf Aussen geschoben, kurz versucht durchzustoßen, abgedreht und wieder nach hinten gespielt. Keine anbietenden Läufe. Keine Läufe die Lücken aufreissen. Erinnerte mich teilweise ein wenig an das Arsenal Spiel. Nur war das hier noch uninspirierter.
Letztendlich reichte die individuelle deutlich bessere Klasse.
Mit ein wenig mehr Pech oder Glück der Hamburger wäre das aber auch nach hinten los gegangen.
Reiner Arbeitssieg.

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der 23. Januar 2016 um 20:15

Ich finde eure Berichte und alles extrem klasse. Mich interessieren die Bayern sehr. Nur könntet ihr eventuell etwas mehr Berichte über Liverpool schreiben. Also wie ihr die Entwicklung unter Klopp seht? 🙂

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Daniel 24. Januar 2016 um 00:13

Gibt doch sehr viel über Liverpool:
http://spielverlagerung.de/internationale-ligen/england/
Ein Großteil der Analysen über internationale Ligen beschäftigt sich mit der PL und davon ungefähr die Hälfte mit Liverpool, damit ist dieser Bereich deutlich überrepräsentiert. Ich finde es schade, dass Teams wie Atletico oder Juventus (generell die Serie A) eigentlich nie analysiert werden…

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Bernhard 23. Januar 2016 um 18:29

Boateng verletzt. RMs Befürchtungen scheinen sich zu bestätigen.

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u. 24. Januar 2016 um 21:46

Genau so ist, der Pep scheint es nicht zu lernen:
http://www.msn.com/de-de/sport/fussball/jerome-boatengs-diagnose-schockiert-den-fc-bayern/ar-BBoD61N?li=AAaxdRI

Bei allem genialen Genie was Pep hat, wenn man RM im Podcast zuhört, dann grenzt dieses übertriebene Training an Wahnsinn. Klar, sein System ist im Fußball am schönsten anzuschauen. Allerdings verliert er glaube ich einfach das große Ganze aus den Augen.
Es kann nicht immer 100% gegangen werden. Die Kunst ist es ja im entscheidenden Moment die paar % mehr zu geben (und eben auch geben zu können). Inzwischen rechne ich im Mai wieder mit einem Rumpfkader, wie die letzten Jahre.
Ich verstehe da Stugrheit und Uneinsichtigkeit von Pep nicht. So erreichst du die Saisonziele eben nicht. Und egal welche Ziele er für sich erreichen will, oder erreicht hat. Mit diesem Kader zählt bei fehlender Konkurrenz in der Buli eben nur der Henkelpott. Wer außer Barca sollte die Bayern in dieser Saison in der CL schlagen?
Aber mei, das ist seit 3 Jahren eh Wunschdenken…

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Bernhard 25. Januar 2016 um 13:08

Was ich so überhaupt nicht verstehe: Bei Barcelona hatte er nie so arge Verletzungssorgen.
Klar, Spieler wie Ribery, Robben oder Benatia sind verletzungsanfällig. Trotzdem kann ich mir keinen Reim darauf bilden.
Ist die medizinische Abteilung bei den Bayern so mies?
Welchen Anteil hat der Trainer, welchen Anteil haben die Spieler?

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koom 25. Januar 2016 um 13:40

Kurz zusammengefasst, was auf sv.de (vor allem Kommentare) dazu so geschrieben wurde:

Barcas medizinische Versorgung ist in der Spitze qualitativ wie quantitativ wohl deutlich besser (@HK? @HW?). Bayern hat hier zwar aufgerüstet, liegt aber wohl trotzdem im Niveau darunter. Mit dazu dürfte dann wohl reinspielen, dass Guardiola vermutlich kein großes Vertrauen in diese Mediziner hat (Sprachbarriere? Nicht die eigenen Leute? Zu vorsichtig?) und deswegen wohl in Absprache mit dem jeweiligen Spieler eigene Entscheidungen über Belastungen und Einsatzzeiten trifft (ergo: letztlich 2 „Laien“ entscheiden über Wohl und Wehe). Verletzungsvorbeugung sowie Heranführen von Rekonvaleszenten ist nicht Guardiolas Stärke (u.a. SV.de selbst). Dazu würde ich noch die generell höhere Spielintensität der Bundesliga gegenüber der Primera Division als Grund aufführen.

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Bernhard 25. Januar 2016 um 14:51

Präzise zusammengefasst.
Was meinst du mit höhere Intensität? Höhere physische Belastungen (mehr Sprints, größere Laufleistungen etc.) oder was anderes?

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koom 25. Januar 2016 um 15:17

Intensität ist für mich ein Oberbegriff für viele Aktionen, wie Pressing, Gegenpressing, Zweikämpfe und Sprints. Das sind für mich auch klare Attribute der Bundesliga (bzw. des deutschen Fußballs), und trifft sehr viel weniger bei anderen Ligen zu. Und praktisch jedes Team hierzulande wendet das auch regelmässig gegen jeden Gegner an.

Und gerade Sprints und Richtungswechsel (und das auf allen Positionen) ist IMO für den Bewegungsapparat sehr anstrengend.

HK 25. Januar 2016 um 20:31

Zur unterschiedlichen Intensität: Vor einigen Jahren gab es eine Untersuchung zu dem Thema Laufleistung. Im Ergebnis legt der durchschnittliche BL-Spieler im Vergleich zu Spanien während eines Spiels signifikant mehr Laufstrecke in signifikant höherem Tempo zurück.
Es ist natürlich schwierig differenzierte Auswertungen plakativ herunter zu brechen, aber ich habe mir mal einen Wert von 15-25% Mehrbelastung je Spiel gedanklich notiert.

koom 28. Januar 2016 um 09:35

Der kicker schlägt nun auch vermehrt in diese Kerbe. Berichtet von Unzufriedenheit der Spieler und Trainer, weil sie nicht fit genug sind, manche Spieler Übergewicht haben, undiszipliniert seien usw. Da fängt gerade ein ziemlicher Schwelbrand an.

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DonAndres 23. Januar 2016 um 13:16

Bayern war zwar nicht extrem dominant, aber dafür war der Sieg auch extrem ungefährdet. Ich habe den HSV als typische Bundesligamannschaft gesehen: hohe Intensität, gutes Niveau im Mittelfeldpressing und totale Harmlosigkeit. Man beherrscht ein taktisches Konzept bis zur Perfektion und für alles andere fehlt die Kreativität. Ich denke, dass in keiner anderen Liga der Welt (die ich kenne) eine Mittelfeldmannschaft wie der HSV ein Top-Team wie die Bayern auf diese Art so sehr fordern würde. Aber in keiner anderen Liga der Welt ist es so offensichtlich, dass das Mittelfeldteam seine PS am Ende doch nicht auf die Straße bringt.

Wenn man wochenlang nur La Liga schaut und dann zum ersten Mal wieder ein Bundesligaspiel sieht, werden einem zwei Dinge auffallen (ist mir zumindest passiert):
1. Das Niveau in der Bundesliga ist ja viel besser. So stark hatte ich es gar nicht in Erinnerung
2. Wirkt irgendwie alles mechanisch, harmlos und berechenbar, wie die KI in einem Computerspiel

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CHR4 23. Januar 2016 um 14:49

Das kommt mir aus meiner (und anderen) Sportart(en) sehr bekannt vor. Wir sind in Deutschland sehr effektiv und diszipliniert, was im Profibereich auch nötig ist um erfolgreich zu sein – aber wir müssen aufpassen, dass die ganze Veranstaltung nicht zu sehr „Arbeit“ und zu wenig „Spiel“ wird …

Es ist eben so, dass „Fleiß“ + „Arbeit“ auf Dauer immer besser sein wird als das „faule Talent“ – aber für die absolute Spitze brauchst du eben beides kombiniert und diese Kombination ist halt nicht sooo häufig, da viele talentierte dazu neigen zu denken, das würde ausreichen (weil es eine Zeit lang eben reicht, um besser zu sein).

Und diese Displin dann auch noch über längere Zeit aufrecht zu erhalten ist nochmal schwieriger (vor allem im Kopf). Ich trauere heute noch, dass z.B. Ronaldinho sein Niveau nicht noch ein paar Jahre mehr ausgereizt hat … 🙁

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Peter Vincent 23. Januar 2016 um 12:48

Das System ans ich konnte ich nachvollziehen, aber das Zentrum hat mir nicht gefallen. Schade vor allem, dass Götze noch fehlt.

Coman————–Lewy—————–Costa
———-Götze——————Thiago———–
————Kimmich———-Lahm————–
——Alaba———Holger———Boa———
———————–Neuer————————

Zentrumsfokus mit isolierten OA ist ja ok, aber dann muss das Zentrum auch (spielerisch) stark sein ..

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HK 23. Januar 2016 um 11:19

Respekt Hamburg. Offensichtlich kann man auch als Mittelklassemannschaft ohne den berüchtigten Bus über die Runden kommen.
Von der Spielanlage weiß ich nicht, ob da dieses Jahr schon eine Mannschaft besser gegen Bayern ausgesehen hat. Gladbach z.B. hatte ja im Wesentlichen Glück (wenn das auch hart klingt).
Aber da ihnen offensiv eben völlig die Durchschlagskraft fehlt, konnten sich ausgesprochen schwache Bayern ins Ziel retten.

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Daniel 23. Januar 2016 um 11:51

Gladbach war schon klar besser. Natürlich hatten sie auch Glück, aber im Großen und Ganzen waren sie mindestens gleichwertig, das war der HSV gestern nicht. Und der HSV hatte gestern schon auch Glück (Hunts Tor; Alabas Pfostenschuss; Thiagos abgefälschter Schuss an Adlers Kopf).
Auch Augsburg und Ingolstadt haben die Bayern in meinen Augen mehr gefordert (und zwar in München)

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Koom 23. Januar 2016 um 10:52

Hamburg machte das gestern im Rahmen ihrer Mittel sehr gut. Hätte Adler nicht seinen Bock geschossen (der unnötige Elfmeter), dann wäre da mehr drin gewesen. Aber selbst so: Ein Unentschieden war durchaus erreichbar.

Ein bisserl wie erwartet kam, dass die Bayern am Flügel angreifbar sind. Nicht als richtige Schwäche, aber schon ein Schwachpunkt. Bei einer der Flügelverteidigungen verletzte sich dann auch Boateng (Muskelverletzung – es geht also weiter).

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Paedu 23. Januar 2016 um 01:36

Zuerst: Ich find die Grafik mit den Problemen in den einzelnen Zonen cool.

Ich finde die 5er Reihe halt auch aus einem psychologischen Blickwinkel recht geil. Die Lösung um dagegen anzutreten wäre ja eigenlich ein hohes und intensives (Gegen-)pressing. Damit könnte man die vorderen 5 Spieler aus dem Spiel nehmen. Das machst du aber als Gegner der Bayern einfach nicht weil die individuellen Qualitäten bei den hinteren 5 (6 mit Neuer) so hoch sind, dass die sich immer mal wieder befreien können. Zudem willst du die vorderen 5 nicht wirklich in 5 gegen 4 Situationen (steht stellvertretend für ohne Absicherung in einem Gleichzahlduell eg. auch 3 gegen 3 oder 1 gegen 1 etc.) haben willst. Sprich du ziehst dich zurück, zum Teil sicher auch unbewusst und findest dich dann genau in der oben beschriebenen Situation wieder.
Egal wie man es dreht sind in der individuellen Qualität allen Gegner (zumindest in der BL) überlegen. Das wird nun schon seit Jahren medial so dargestellt und die Bayern können es sich erlauben, eine offensive Fünferreihe (unsauber) zu spielen. Einfach nur weil es jedem eingehämmert wurde, dass dies eine Art Bonusspiel ist wo man einfach nur aufpassen muss, nicht zu krass auf die Nase zu kriegen.

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felixander 22. Januar 2016 um 23:03

Pep hat halt fertig. Lame duck. Mit seinem Latein am Ende. Erreicht die Mannschaft nicht mehr. Ich stelle die Systemfrage. Stichwort: Körpersprache. Die Kapuze spricht Bände – er geht zu City.

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Tipic 23. Januar 2016 um 01:26

Du hast da offenbar was durcheinander gebracht: Das hier ist nicht bild.de – sondern spielverlagerung.de …

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DonAndres 23. Januar 2016 um 12:38

Der Typ muss halt erstmal ein kleineres Team wie Stoke City erfolgreich trainieren, bevor er als Top-Trainer angesehen werden kann

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Felixander 24. Januar 2016 um 06:22

Selbst da wird er die Spieler mit seinen taktischen Metzchen nur verwirren. Mit Messi hol ich auch die CL.

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a_me 22. Januar 2016 um 22:41

hui, das war schnell 🙂

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om 22. Januar 2016 um 22:40

Kann der positiven Bewertung des Bayernspiels absolut nicht zustimmen. Auch nicht in der ersten Halbzeit. Stockendes und unflüssiges Aufbauspiel, keine Verbindung zur Offensive, alles höchst unansehnlich.

Zudem: unter der zweiten Zwischenüberschrift bitte einen Alaba gegen einen Alonso im Sechserraum tauschen.

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AL 23. Januar 2016 um 08:15

alonso wirkte für mich wie ein fremdkörper, er bereichert kaum das spiel und dieses zurückfallen für die 50 cm pässe von den IV hat doch keinen sinn… ich hoffe, dass sich die bayern noch steigern, sonst ist im halbfinale wieder schluss..

folgende aufstellung for the lolz

—————— Götze — Müller —————-
—Coman — Ribery — Costa— Robben—
———————— Alaba————————-
——Lahm —— Boateng ——Martinez—–

Oder einfach mal den Lahm als Linken Außenverteidiger wie in den alten Zeiten 😀

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