Bayrisches Positionsspiel erstickt Wolfsburgs Defensivversuche im Keim

wolfsburg1:3bayern

Der Vizemeister und Pokalsieger empfängt den amtierenden Meister und Bundesliga-Tabellenführer. Eigentlich ein absolutes Spitzenspiel, doch wegen der aktuellen Form beider Mannschaften und taktischen Aspekten eine klare Angelegenheit.

Bayerns asymmetrische Außenverteidiger

Grundformationen

Grundformationen

Ein auffallender Aspekt war die Asymmetrie zwischen Lahm und Alaba. Gegen den Ball agierten die Bayern in den meisten Fällen mit einer Viererkette. Lahm und Alaba spielten neben Martinez und Boateng als Außenverteidiger. Im eigenen Aufbauspiel stand Lahm allerdings häufig tiefer als Alaba und deutlich öfter auf einer Linie mit den beiden Innenverteidigern. Immer wieder gab es dadurch dreierkettenhafte Gebilde, in denen Lahm zwar etwas breiter als Boateng stand, aber dennoch Martinez eine tragende Rolle im Spielaufbau ermöglichte.

Ein weiterer Faktor war sicherlich auch das defensive Umschaltspiel; zu dritt konnte man natürlich sehr gut die Breite für schnelle Konter Wolfsburgs absichern, flexibel herausrücken und gegnerische Angriffe entschleunigen. Der entscheidende Punkt dürfte jedoch im Offensivspiel zu suchen sein.

Lahm konnte aus seiner tiefen Position weiterhin punktuell nach vorne rücken und sich wie ein typischer Außenverteidiger verhalten. Durch seine tiefere Position erzeugte man jedoch eine 3-gegen-2-Überzahl in der ersten Linie gegen Wolfsburgs 4-4-2-Pressing und öffnete oftmals Räume im Mittelfeldband.

Desweiteren ermöglichte Lahm nicht nur eine Überzahl, sondern sorgte auch dafür, dass man niemanden aus dem Mittelfeld dafür zurückziehen musste. Dadurch behielt man genug Spieler im Mittelfeld, um Wolfsburgs Mannorientierungen Probleme zu bereiten.

Xabi Alonso in der Anti-Alonso-Rolle

Im Verbund mit Lahms Spielweise erhielt auch Alonso eine dazu passende Rolle. Normalerweise ist Alonso der präsenteste Spieler im Münchner Aufbauspiel. Er sucht nach offenen Räumen, bisweilen sogar zulasten der umgebenden Mitspieler, verteilt die Bälle, kippt häufig ab und sucht möglichst viele Anspiele. Das hat ihn aber immer wieder zu einem Ziel des Gegners gemacht, ob durch Manndeckungen oder Pressingfallen.

Dieses Mal positionierte sich Alonso einige Male höher im zentralen Mittelfeld, zog damit Gegner mit sich und öffnete Räume für Seitenwechsel in der ersten Linie oder eben für Thiagos Zurückfallen. Die Wolfsburger Stürmer in deren 4-4-2 konnten zwar simpel die Passwege auf Alonso zustellen, standen aber vor einem Dilemma: Bleibt man bei Alonso und stellt diesen – wie vielleicht vom Trainer zuvor angewiesen – zu oder versucht man Druck auf die gegnerische Abwehr auszuüben, was wiederum Alonso nicht nur öffnet, sondern sogar in einer höheren Zone und somit mit Raumgewinn verbunden anspielbar macht?

Eine Szene aus der Anfangsphase, die als Sinnbild für diesen Effekt und Bayerns Flexibilität gilt. Alonso bleibt stehen, Costa fällt zurück und es ist eine Halbraumverlagerung durch Thiago möglich.

Eine Szene aus der Anfangsphase, die als Sinnbild für diesen Effekt und Bayerns Flexibilität gilt. Alonso bleibt stehen, Costa fällt zurück und es ist eine Halbraumverlagerung durch Thiago möglich.

Häufig ließen sich die Wolfsburger Stürmer binden, was Bayern die schnellen Seitenwechsel in der ersten Linie vereinfachte. Desweiteren kam ein weiterer Vorteil hinzu.

Die linke Seite als flexibles Gebilde

Wie erwähnt spielte Alaba höher und deutlich aufrückender als sein Gegenüber. So rückte Alaba ein paar Mal ein und vorderlief Coman, wodurch dieser sich zurückfallen lassen und den Ball für Dribblings erhalten konnte. Coman konnte dann in Richtung Mitte ziehen, während Alaba ihm Raum öffnete und andererseits sich selbst in die Tiefe anbot. Ein paar Mal versuchten Coman und auch Boateng Alaba direkt hinter der gegnerischen Abwehr anzuspielen. Außerdem blieb Coman dadurch breit, was insbesondere bei Verlagerungen wichtig war.

Thiago war hierbei ebenfalls ein Schlüsselspieler. Einerseits war Thiago mit seiner Pressingresistenz enorm wichtig, um den Ball in der Mitte in Drucksituationen behaupten und dann von dort aus auf den linken Flügel verlagern zu können, wo Coman in passende Dribblingsituationen mit dem unterstützenden Alaba kam. Andererseits ließ sich Thiago häufig neben Boateng zurückfallen und positionierte sich teilweise dort, wo auf der rechten Seite Lahm stand.

Die linke Seite funktionierte gut.

Die linke Seite funktionierte gut. Thiago bewegt sich hier weit auf die Seite und nutzt Räume, die Alaba für ihn schafft. Coman ist anspielbar und bereit für ein Dribbling. Alaba kann in die Mitte einrücken oder durchbrechen, je nach Folgeaktion. Lewandowski und Costa können in unterschiedlichen Zonen unterstützen. Spielt Thiago zurück, kann sich Costa auf die rechte Seite ziehen.

Da Alonso in der Mitte die Wolfsburger Stürmer band, konnte keiner auf Thiago herausrücken. Für die Sechser war Thiago schlichtweg zu weit weg und man hätte massive Räume in der Mitte geöffnet; wo meist Douglas Costa wartete oder sich Lewandowski zurückfallen lassen konnte. Der Flügelstürmer konnte nicht auf Thiago herausrücken, weil er durch die dynamischen Bewegungen Comans und Alabas gebunden war. Das ermöglichte Thiago viel Zeit am Ball und ein gutes Sichtfeld in die Mitte hinein. Immer wieder konnte Thiago diagonal in offene Räume spielen, das Spiel wieder verlagern oder in Richtung der gegnerischen Sechser laufen und Gegner anlocken, was ebenfalls Bewegungsmöglichkeiten für Mitspieler erschloss.

Die rechte Seite sah oft so aus. Costa und Müller bewegen sich flexibel, Lahm fungiert als Rückpassoption oder kann ebenfalls aufrücken, Alonso steht oftmals für Ablagen bereit und auf links bindet Alaba Gegner, während Coman auf Verlagerungen wartet. Thiago besetzt die Mitte.

Die rechte Seite sah oft so aus. Costa und Müller bewegen sich flexibel, Lahm fungiert als Rückpassoption oder kann ebenfalls aufrücken, Alonso steht oftmals für Ablagen bereit und auf links bindet Alaba Gegner, während Coman auf Verlagerungen wartet. Thiago besetzt die Mitte.

Das wurde jedoch alles nicht dogmatisch gemacht. Thiago stand manchmal auch zentral oder halbrechts, Alonso war gelegentlich präsenter, Lahm wie erwähnt höher und natürlich gab es oft auch andere Bewegungen auf dem linken Flügel zu sehen. Coman schob manchmal auch in den Halbraum und Alaba hinterlief ihn, gab Breite und versuchte Pässe in die Mitte zu spielen oder zu flanken. Wobei: Flanken?

Verlagerungen, keine Flanken

Wir haben auf Spielverlagerung schon oft Flanken kritisiert. Nicht grundlos, wie auch Statistiken zeigen. Flanken sind sehr schwer zu verwerten (schnell fliegende Bälle per Kopf unter Bedrängnis ins Tor gegen einen Torwart wuchten ist schwer) und viele Flanken kommen gar nicht an (selbst die besten Flankengeber der Welt kommen nicht über 20%). Allerdings zeigen die Bayern, wie man es richtig macht.

Sie sorgten dafür, dass der Gegner den Strafraum nicht sauber und kompakt besetzen konnte. Alabas und Comans Läufe, die generellen Angriffsverläufe und auch Lewandowskis Bewegungen im Strafraum verhinderten dies. Außerdem waren es meistens keine wirklichen Flanken. Vielfach waren es Verlagerungen auf den geöffneten zweiten Pfosten, wo mit Thomas Müller nicht nur der perfekte Raumdeuter, sondern ein hervorragender Abschlussspieler stand.

Neben diesen Verlagerungsflanken gab es auch einige Dribblings in strafraumahe Zonen, flache Hereingaben und Pässe in den Rückraum gegen einen zurückweichenden Gegner; wie beim 2:0 zu sehen.

Komplementär in allen Situationen

Letztlich war es ein klarer Sieg der Bayern, weil nicht nur die grundsätzlichen taktischen Ideen passten, sondern auch sehr gut improvisiert wurde und der Gegner ihnen in die Karten spielte. Für das Improvisieren waren Douglas Costa als Freigeist im zentralen Mittelfeld – mit der Erlaubnis zum Positionswechsel mit Müller auf rechts –, Raumdeuter Müller und Balancegeber Lewandowski zuständig. Immer wieder behauptete Lewandowski Bälle gut, füllte Räume intelligent oder öffnete Laufwege für seine Mitspieler. Defensiv funktionierte es auch: Man variierte zwischen einem 4-1-4-1 (Thiago und Costa auf einer Höhe vor Alonso) und einem 4-2-3-1/4-4-2 (meistens Costa höher und Lewandowski unterstützend). Letzteres gab es besonders in Halbzeit zwei öfter zu sehen.

Wenn Wolfsburg hoch presste, sah man die übliche Viererkette im Spielaufbau; sowohl Lahm als auch Alaba waren breit und auf einer Linie, Neuer füllte zentral auf. Costa konnte hier unterstützen oder mit Müller tauschen. Ziel war meist jedoch die Vorbereitung der oben beschriebenen Staffelungen und Dynamiken.

Wenn Wolfsburg hoch presste, sah man die übliche Viererkette im Spielaufbau; sowohl Lahm als auch Alaba waren breit und auf einer Linie, Neuer füllte zentral auf. Costa konnte hier unterstützen oder mit Müller tauschen. Ziel war meist jedoch die Vorbereitung der oben beschriebenen Staffelungen und Dynamiken.

Wolfsburgs 4-4-2 wiederum schaltete sich selbst aus. Die defensiven Probleme wurden schon in die obigen Erklärungen zu Bayerns System eingearbeitet. Man hatte keinen Zugriff, die situativen Mannorientierungen wurden durch das starke Bewegungsspiel der Bayern zu Lauf- und Passwegen transformiert und die Dynamik des Münchner Kombinationsspiels sorgte dafür, dass man eigentlich in jeden Zweikampfversuch zu spät kam.

Offensiv waren die Probleme schwerer auszumachen. Mit zwei Stürmern vorne hatte man eigentlich zwei direkte Anspielstationen, aber Bayerns Absicherung (Alonso und die drei Verteidiger), die guten Staffelungen, die seltenen Ballverluste und das starke Gegenpressing wirkten dagegen. Eine direkte Anspielstation in den eigenen Zehnerraum zum Befreien aus engen Situationen fehlte ebenfalls und die Flügel konnten nicht wirklich eingebunden wurden, weil sie von Bayern nach hinten gedrückt wurden. Insgesamt war die Formation relativ tief. Die Bayern gewannen intelligent an Raum und schoben Wolfsburgs zurück oder drängten sie mit langen Bälle hinter die Abwehr – oft von Boateng diagonal auf Müller nach rechts oder vertikal auf Lewandowski halblinks – nach hinten.

Heckings durch eine Verletzung erzwungene Umstellung  in der ersten Hälfte (Rechtsverteidiger Träsch raus, Vieierinha nach hinten, Draxler als linker Flügel- statt Mittelstürmer und Arnold vorne mit Bas Dost) änderte am Spiel nichts, außer den Spielern auf dem Feld. Die raumorientierte Spielweise und die mannorientierte Spielweise dahinter sowie die komplette Mannorientierung bei einzelnen Angriffspressingversuchen wurden von Bayern schlichtweg sehr gut bespielt; bei letzterem nahm einmal mehr Neuer eine Schlüsselrolle ein.

Zweite Halbzeit: Ohne nennenswerte Ereignisse

Nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig. Wolfsburg blieb der Spielweise weitestgehend treu, die Bayern veränderten wenig, nahmen aber klar das Tempo raus. Guardiola brachte später Robben für Coman und schob Müller auf die linke Seite. Vidal für Alonso und Rafinha für Müller änderten ebenso zwar was an der Taktik, wenig jedoch am Spiel. Lahm spielte in der Schlussphase im Mittelfeld, Costa auf links und Rafinha als Rechtsverteidiger, was zu ähnlichen Abläufen, aber einer leicht stärkeren 4-2-3-1-Tendenz führte. Ein starker Moment Maxi Arnolds in der Schlussphase führte noch zum Ehrentreffer.

Fazit

Souverän gewinnen die Bayern mit einer Glanzleistung in der ersten Spielhälfte in Wolfsburg. Gegen den Vizemeister, den man schon in der Liga mit 5:1 bezwungen hatte, hatte man nie Probleme. Von Anfang an waren die Bayern klar überlegen und die von Guardiola gewählten Strukturen passten hervorragend. Die Münchner Spieler zeigten auch den Unterschied in der individuellen Qualität gegen ausrechenbare und zu simpel aufgestellte Hausherren. Ich zitiere Philipp Lahm zum Abschluss:

„Erste Halbzeit definitiv [Fußball vom anderen Stern]. Überragendes Positionsspiel, um die richtigen Spieler freizuspielen.“

Bernhard 28. Oktober 2015 um 21:12

Ich wüsste zu gerne, was ihr so über Vidal bei den Bayern denkt. Mir kommt oft vor, dass er seine Ideale Position bzw. seine Idealform noch nicht erreicht hat.
Außerdem gefallen mir seine Pässe nicht. Die kommen meist so scharf und blöd angeschnitten, dass sie für den Empfänger schwer zu verarbeiten sind. Andere Einschätzungen zum Chilenen?

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RM 29. Oktober 2015 um 12:52

Matias Manna im SV-WM-Heft: „Vidal ist Stürmer oder Verteidiger, kein Mittelfeldspieler.“

Oder das; auch gerne mit Lewandowski statt Ribéry oder Kimmich für Vidal (Lahm zurück).

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Bernhard 29. Oktober 2015 um 13:44

Gut, bei dir war mir das klar. Wurde auch schon im Podcast erwähnt. Interessant wäre diese Rolle schon, nur hat sie Guardiola noch nie spielen lassen.
Siehst du sein Passspiel ähnlich kritisch wie ich?

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Diderot 29. Oktober 2015 um 17:07

Ich denke, es geht mehr um seine Stärken als um seine Schwächen.
Ich bin immer noch beeindruckt wie alaba als linker halbverteidiger spielt. Diese Dynamik im Aufbau gerad mit Dribblings aus der 3er -Kette nach vorne zustoßen. Ich kenne niemanden, der dies auf diesem Niveau auch nur ansatzweise spielen könnte. Ausser Vidal(auf rechts). Schon zu Leverkusener Zeiten war Vidals-Stärke das umschaltspiel nach eigener Balleroberung mit dem Ball am fuss im transition-game.Aber dies ist nicht das Anforderungsprofil für einen modernen 8er/6er(obwohl diese Positionen natürlich auch sehr unterschiedlich interpretiert werden kann und wird), sondern passt wie die Faust aufs Auge auf die halbverteidiger-anforderung.
Hoffentlich sehen wir RMs Aufstellung in dieser Saison mal. Würde zu gerne die stärken von vidal richtig ins pepsche System eingebunden sehen.

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blub 29. Oktober 2015 um 21:33

Matias Manna hält ja auch Xabi Alonso für einen total geilen Spieler fürs juego de posicion…

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Tipic 30. Oktober 2015 um 22:03

Na bitte, seit dem Wechsel Rafinha – Müller spielt Vidal Rechtsverteidiger … #SGEFCB

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MS 28. Oktober 2015 um 14:49

Liebes SV Team, über welchen (Internet?)Kanal verfolgt ihr die Spiele? Die normale Skyausstrahlung zeigt ja nicht gerade viel vom Spielfeld – hat jemand Tipps wo man bessere Kameraeinstellungen hätte? Empfang in Ö?

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CM 28. Oktober 2015 um 16:43

Mich würde in dem Zusammenhang ja mal interessieren, wie du, RM, die Spiele verfolgst. Machst du dir Notizen, hast du die Taktiktafel auf dem Schoß, ist es etwas ganz anderes?

Ich meine, vielleicht ist es ja auch ganz einfach die Erfahrung, aber so zeitnah zu den Spielen in schöner Regelmäßigkeit solche Analysen auf die Beine zu stellen…

Gilt aber auch für die anderen Autoren. Lese hier immer sehr gerne.

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Peter Vincent 28. Oktober 2015 um 13:08

und es wird noch besser … =)

Isco——————–Müller——————Coman
————Götze——————-Thiago————–
————————Kimmich—————————
Alaba—-Badstuber——–Boateng——–Lahm
————————–Neuer—————————-

+ Peps VVL =)

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Felix 29. Oktober 2015 um 13:32

Was wollen eigentlich alle mit Isco auf dem Flügel? Der ist da genauso geeignet, wie Götze ….

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Bernhard 29. Oktober 2015 um 13:45

Iscos Qualitäten im Dribbling sind schon besser als die von Götze. Von daher kann man ihn eher auf dem Flügel aufstellen, wenngleich es sicher nicht seine Idealposition darstellt.

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Felix 29. Oktober 2015 um 19:25

Er ist aber relativ langsam, daher ist er als Flügelspieler bei der derzeitigen Spielweise der Bayern nicht geeignet finde ich

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Bernhard 29. Oktober 2015 um 20:53

So ganz kann ich dir nicht zustimmen. Er ist definitiv keine Rakete wie Robben oder Costa. Aber Guardiola verwendete auch oft Spieler auf den Flügeln, die für Flügelspiele atypische Aufgaben zu erledigen hatten. Beispiele wären Iniesta in Barcelona, der nominell Linksaußen spielte, aber eigentlich als Achter in den Halbräumen zu finden war. Thiago spielte diese Rolle auch schon mehrmals unter Guardiola (bei Bayern und bei Barcelona). Deshalb fände ich auch Isco nicht gänzlich ungeeignet in dieser Rolle.
Wie gesagt, Isco ist kein Costa oder Robben, hier sind wir uns einig. Dennoch könnte er erfolgreich auf dem Flügel spielen, sofern die Aufgabe darin bestünde, das Zentrum zu überladen und Verbindungen in den engen (Halb)Räumen herzustellen. (Mario Götze lässt grüßen)
Auch hier, denke ich, sind wir uns einig.

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Taktikneuling 28. Oktober 2015 um 12:51

Nicht zu vergessen, die eigentliche Erkenntnis des Spiels: Bayern kann Auswärts doch Halbzeit 1!

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_oo_ 28. Oktober 2015 um 11:13

Zwei Gedanken:
1. Warum Bas Dost? Der ist doch Strafraumstürmer und eine solche Position braucht man gegen Bayern (vllt. mit Ausnahme von Barca) soudnso nicht.
2. Da Neuer bekannt ist: welchen Sinn hat hohes Pressen gegen die Bayern-Abwehr? Man hat eigentlich immer 2 Mann weniger. Ist es da nicht generell besser, erst ab der Mittellinie zu pressen?

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mj 28. Oktober 2015 um 11:26

wäre mir neu, dass bayern im mittelfeld in unterzahl spielt… außerdem hilft dir der ballgewinn in der eigenen hälfte auch nix, wenn du dann 60 meter bis zum gegnerischen tor spielen musst

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em es 28. Oktober 2015 um 14:02

ja bas dost hätte man wirklich draußen lassen können. aber ich denke gerade wenn bayern wie gestern früh zustellt bleibt oft nur ein hoher ball wo man auch nach abschlägen oder freistößen gerne in richtung dost gespielt hat.
Aber gerade was Wolfsburg teilweise ausgezeichnet hat gerade beim 4-1 mit kleinräumigen kombinationen sich von hinten heraus zu befreien wäre noch effizienter mit zum beispiel schürrle als vordere bewegungseinheit besser gewesen.
Naja gibt immer argumente für das eine oder das andere.

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king_cesc 30. Oktober 2015 um 17:17

Bei flachen Kontern ist das Ablagespiel von Bas Dost zudem sehr stark! Ihn als reinen Strafraumstürmer zu bezeichnen finde ich etwas unpassend…

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Stefan 28. Oktober 2015 um 08:23

Ich fand es erstaunlich das Müller immer wieder an der selben Stelle absolut ungedeckt Empfänger der Flanken sein durfte. Verstehe nicht das es dan während dem Spiel keine klare Ansage von der Bank gab um das zu verhindern.

Ich behaupte mal das Pep das als Lücke ausgemacht und bewußt angespielt hat – da fehlte es es bei Hecking mMn an der Anpassung seines Systems um das zu unterbinden.

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Gh 28. Oktober 2015 um 08:25

Don’t call it Flanke!!!

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Stefan 28. Oktober 2015 um 08:33

Wie würdest Du es nennen?

„Von der Außenlinie gespielter hoher Ball über die Hühnerhaufenabwehr“?

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Gh 28. Oktober 2015 um 09:09

War nicht ganz ernst gemeint. Nach reiner SV-Lehre scheint eine Flanke, die zu einem Tor führt keine Flanke zu sein, sondern eine Spielverlagerung von der Seite…. wait, wait, auch dies ist nicht ganz ernst gemeint. Und mal im Ernst: wer kann bitte besser Direktabnehmen als T. Müller (L. Suarez?)???

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Mike the Knight 28. Oktober 2015 um 10:26

Flanke! Das Unwort des Jahres auf SV.de
😛

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Ron 28. Oktober 2015 um 11:25

Wenn man präzise Flanken kann und das auch noch ungestört tun darf, warum nicht? Hat man auch noch Abnehmer wie Lewandowski und Müller, können Flanken effektiv sein.

Das liegt an der Spielsituation und am Spielermaterial.

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RM 29. Oktober 2015 um 12:55

Joah, das ist schon richtig.

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king_cesc 30. Oktober 2015 um 17:18

Kann es auch sein, dass Costa paar mal so getimt in der 16ner eingelaufen ist, dass sich Müller einfach sofort nach hinten abgesetzt hat und die Abwehr somit vor die Frage gestellt hat Costa oder Müller?


Peda 28. Oktober 2015 um 07:31

Ohne das Spiel gesehen zu haben, aber was mir in der Analyse als erstes ins Auge sticht ist die offenbar durchgängige Manndoppel-/Sechserraumdeckung der Wolfsburger. Das war ja wohl ein Schuss ins Knie.

Ballferner Stürmer zurgriffsorientiert in Alonsos Tanzbereich, ballnaher Stürmer läuft bogenartig den Ballführenden an – wäre für mich auf den ersten Blick die sinnvollere Variante gewesen.
Der defensive Halbraum wirkt in allen Grafiken ja wie ein Kobi*.

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CR4 28. Oktober 2015 um 04:03

diese hohen Verlagerungen im Strafraum(nähe) auf die offene Seite (bzw. zweiter Pfosten) / „Flanken“ hat man doch letzte Saison sehr häufig von Messi/Neymar/Suarez gesehen, oder? ich fand diese immer wieder zu sehenden Spielmuster da schon vor nem halben Jahr sehr auffällig und durchaus typisch für das Trio

mir ist bekannt, dass Flanken auf SV nicht so gerne gesehen sind, mag dass daran liegen, dass es immer noch Albträume mit Gestalten wie Sergio Ramos oder Didier Drogba gibt? – wenn ja Kopf hoch, ich träume immer noch von den bleichen Barca-Gesichtern bei jeder Ecke/Freistoß/Lahm-Flanke 2013 … 😉
es gibt durchaus Mannschaften, die dieses Mittel durchaus „effizient“ zu nutzen wissen (Hallo Darmstadt 😉 ), Bayern ist da leider zur Zeit immer noch/wieder für haarsträubend schwache Standards gut (ja, einige sind ok, aber ich sehe z.B. immer wieder Alonso-Freistoß-Flanken ins Nirvana …)

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HW 28. Oktober 2015 um 10:22

Effizient im Vergleich womit? Wenn man anders keine Chancen kreiert, dann sehen Flanken zumindest nach Torchancen aus. Es gibt natürlich Teams, die das besser als andere machen, oder auch Spieler mit einer bestimmten Kopfballstärke. Aber oft ist das Flankenspiel auch fast eine Verzweiflungstat, der einzige Weg überhaupt in den Strafraum zu kommen. So glaubt man zumindest.

Es tut dem Ruf der Flanke natürlich auch nicht gut, wenn aus einer erfolglosen Flanke (weil kein Kopfballabnehmer) eine erfolgreiche Verlagerung wird. Das ist dann eine Frage der statistischen Manipula… äh Definition.

Ich plädierte für die sinnvolle Flanke. Wenn der Flügelspieler sieht, dass der Stürmer frei für einen Kopfball ist, dann macht das Sinn. Meist ist es aber besser die Hereingabe von der Strafraumkante zu suchen, am besten flach gespielt. Diese Vorlagen sind technisch auch nicht so anspruchsvoll.

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CR4 28. Oktober 2015 um 18:44

Effizienz = Verhältnis von Aufwand zu Nutzen, d.h. wieviele Flanken muss ich schlagen, bis eine zum Tor führt – da Darmstadt ja generell nicht so viel Spielanteile hat, aber doch gar nicht so selten nach Standards trifft, möchte ich mal behaupten, dass sie aus den realtiv wenigen Chancen, die sie haben, relativ viel Tore damit machen => effizient
siehe gestern wieder: zwei Tore nach Standardsituationen!
wenn ein Mannschaft wie der FCB in einem Spiel ständig flanken würde (=> absolute Anzahl dürfte dann ungleich höher sein als bei Darmstadt) und dann nur zwei Tore damit machen würde, ist dass nicht ganz so effizient
Flanken sehen nur dann nach Torchancen aus, wenn ein eigener Spieler (idealerweise Kopfballstark) zumindest knapp in guter Position und Orientierung an den Ball hätte kommen können – Alonso Flanken/Freistöße ins Nirvana; Flanken so nahe ans Tor, dass der Torwart den Ball immer runter pflückt usw. sehen für mich nicht nach Torchancen aus – Flanken in Bereiche, wo der Torwart sich nicht hintraut und ich Spieler habe, die eine Chance haben sich gegen den Verteidiger durchzusetzen und den Ball aufs Tor zu bringen oder vll. sogar einstudiert in einen anderen Bereich weiterleitet, auf den ein Mitspieler lauert, haben für mich immer eine Berechtigung (und wenn man dann noch die IVs durch inverse Laufbewegungen vom Gefahrenbereich weglocken kann – bei, FCB 2013 zu sehen – wunderbar! )
gegen flache Hereingaben habe ich auch nichts 🙂
das Problem sehe ich darin, im Spiel eine Situation herzustellen, bei der der Außenstürmer genug Zeit für eine präzise Hereingabe hat (unter Druck vom Gegner oder im Vollsprint können ja die wenigsten Spieler, mit stabiler Quote präzise Flanken schlagen), also brauche ich dazu, schnelle Tempodribbler (Ribery, Costa, Coman) oder muss die Flügel überladen mit Vorder-Hinterlaufen (Robben+Lahm, Ribery/Coman/Costa + Alaba)

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HW 29. Oktober 2015 um 13:41

Effizienz ist nicht nur der Vergleich Aufwand zu Nutzen, sondern auch der Vergleich welche Alternative ist effizienter.

Das ‚Problem‘ bei Flanken ist, es ist nicht so schwer knapp an die Flanke zu kommen wenn der Stürmer halbwegs groß ist. Aber knapp vorbei ist auch daneben, wie es so schön heißt. Es ist eben für die Verteidiger auch einfach den Stürmer zu stören um eine gute Kopfballchance zu verhindern. Einigen Leuten reicht leider ein (paar) Ball in der Nähe des 5-Meterraums schon um ein Team als überlegen einzustufen.
Ich habe kein Zahlen, aber wenn die Verteidigerpaare wie bei vielen Clubs in den letzten Jahren jeweils um 1,9 m Körpergröße aufweisen, dann fallen viele Szenarien für erfolgreiches Flankenspiel (!= Flügelspiel) ins Wasser.

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CR4 1. November 2015 um 00:30

Ich denke wir sind da schon größtenteils einer Meinung:
– wenn Flanke, dann bitte sinnvoll (* siehe unten)
– es sollte nicht so schwer sein, den Ball in einen Bereich zu bekommen, in dem ein Stürmer eine Chance hat an den Ball zu kommen (wenn ich sehe, dass auf Champions-League-Niveau im Umkreis von 3m, wo der Ball (runter-)kommt, kein eigener Spieler steht, bekomm ich Pickel und Ausschlag)
Ich wünsche mir dieses Stilmittel als Zusatzoption, insbesondere wenn die Stürmer eben eine Chance gegen die IVs haben oder eben die eigenen IVs bei Ecken mit vorne sind: bei den 2x Ramos Bayern-Real 2014 wurde der Ball auch nicht blind ins Getümmel geschlagen und zufällig reingeköpft, sondern es wurde taktisch einstudiert geblockt (siehe auch 1:0 Müller WM-HF), weitergeleitet und der Ball in einen freien Bereich gespielt, in den Ramos startet und mit Tempo in den Kopfball gehen kann. Und genau solche einstudierten Varianten gehen mir zu Zeit beim FCB ab. (im Vergleich zu 2013: Blocken, inverse Bewegungen der Stürmer um die Ivs auf eine Seite zu ziehen, Kopfballverlängerungen usw.)
negative Beispiele:
Supercup 2015: Robben und Costa versuche eine kurze Variante der Ecke -> Ergebnis: Einwurf Gegner;
Ch-L HF 2015 (Camp Nou): Freistoß Alonso ins Nirgendwo (23′), ständig Ecken hoch IN den 5er-Raum, wo alle von ter-Stegen problemlos heruntergepflückt werden (und NEIN, für mich ist das keine „Chance“ 😉 );
ich erinnere mich auch an Spiele, da sitzen kopfballstarke Spieler auf der Bank (z.B. Mandzukic) und die guten Flankengeber (z.B. Lahm) spielen nicht auf dem Flügel und trotzdem wird ständig geflankt, das möchte ich dann auch nicht sehen … wenn ich schon die kleinen Dribbler und Spieler für enge Räume auf dem Feld hab (z.B. Götze, Thiago), sollte ich auch versuchen das Beweglichkeits- und Antrittsmismatch gegen die großen unbeweglichen IVs auszunutzen.
und was ich zumindest in den großen wichtigen Spielen von den Top-Teams erwarte: gut einstudierte Standards, die idealerweise der Gegner nicht in den Wochen davor gesehen hat
z.B. WM-Variante von Müller (wegrutschen bzw. hinfallen, um die Aufmerksamkeit des Gegners abzulenken) sieht vll. doof aus, ist aber taktisch ungemein clever und kreativ und dadurch entstand eine doppelte Chance (Freistoß bleibt knapp in der Mauer hängen – sonst ist Müller hinter der Mauer frei vorm Tor; nach dem Mauerabpraller sind die Algerier so perplex, dass sie mit 8/9 Mann im eigenen 16er unfähig sind 3 Deutsche zu decken: die zwei Kopfballstarken (1x ungedeckt, 1x setzt sich beim Kopfball durch) leiten den Ball/Flanke nach links auf Müller (immer noch frei, allerdings wohl knapp Abseits) weiter
z.B. 2-1 Jeremies (FCB-REAL 2001) Freistoßvariante

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Duncan 28. Oktober 2015 um 00:02

danke für das was ich gesehen habe, durch euer analyse auch verstehen zu können (3bow)

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Dr. Acula 27. Oktober 2015 um 23:18

erstmal dickes Lob an RM. schnelle, und besonders sehr gut zu lesende analyse.
finde einige dinge sehr interessant, die hier genannt werden.
1. die asymmetrie von lahm/alaba und wie das wolfsburger pressing damit ausgehebelt wurde.
2. die flanken! das dacht ich mir währenddessen auch. scheinbar schien jede flanke einen abnehmer zu finden. ich dachte mir nur so, das kann kein zufall sein, des rätsels lösung wird mal wieder SV sein. und ihr habt mich nicht enttäuscht!
3. wahnsinnsspiel von thiago. die rolle, die guardiola ihm heut zugedacht hat, passte perfekt zu seinen fähigkeiten.

PS: beste umschreibung von flanken, die ich jemals gelesen hab : „schnell fliegende Bälle, die man per Kopf unter Bedrängnis ins Tor gegen einen Torwart wuchten will“.

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Arslan 27. Oktober 2015 um 22:41

Super Analyse. Was soll man sonst noch dazu sagen ? 😀

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wewew87 27. Oktober 2015 um 22:37

Wie geil xD

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