Kleines Vorschaupaket zum Champions-League-Spieltag

Am dritten Spieltag der CL-Gruppenphase stehen für die deutschen Vertreter interessante Aufgaben bevor. Eine Sammlung von vier Previews zu den Partien der Bundesliga-Teams in der Königsklasse.

Dienstag, Arsenal FC – Bayern München

Ein wenig ist diese Partie in den letzten Jahren zu einem der Dauerduelle in der Champions League geworden – mit gutem Ausgang für die Münchener. Auch diesmal deutet wieder einiges auf einen Erfolg der favorisierten Mannschaft von Pep Guardiola hin. Allerdings ist Arsenal in guten Momenten ein sehr unangenehmer Gegner, der über Dynamik-One-Touch-Angriffe ebenso vereinzelte Gefahr ausstrahlen kann, wie über Einzelaktionen. Gerade Alexis Sánchez und Santi Cazorla sind quasi vorteilsschaffende Dribbler, die mit provozierendem Ballhalten Gegner ziehen und die Situationen so verändern können, dass für die umliegenden Kollegen auf einmal neue Möglichkeiten für die Folgeaktion entstehen.

Speziell bei Kontern könnte das ein Thema werden, aber alles in allem sollte Bayerns Grundstabilität und ihre zuletzt wieder verbesserte Defensivkompaktheit die Gunners weitgehend unter Kontrolle halten können. Mannschaftlich scheinen die Jungs von Wenger in ihren Strukturen und Mechanismen nicht so gefestigt, um die Münchener entscheidend in Verlegenheit zu bringen – auch wenn es einige Veränderungen gab. So suchten sie im Aufbau zuletzt frühzeitiger den diagonalen Weg zum Flügel, durch direkte Bälle aus der Abwehr oder nach tiefen Rückfallbewegungen von Özil oder Alexis mit anschließend verteilenden Pässen. Zwar rückte Ramsey beispielsweise situativ ein, doch insgesamt fehlte es außen oft an der Unterstützung. Zentral überzeugten die Staffelungen nicht immer. Sollte das diesmal wieder der Fall sein, dürfte Bayern diese Versuche leicht isolieren. Ihrem asymmetrischen hohen Pressing könnte es entgegen kommen, dass Arsenal zuletzt auch recht früh mal zum langen Ball griff.

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Mögliche Aufstellungen und Grundformationen

Ansonsten muss man im Aufbau vor allem Santi Cazorla beachten. Er lässt sich meist tiefer fallen als der passivere Coquelin und übernimmt sofort die Initiative. Im Mittelfeldpressing wäre es empfehlenswert, in einem engen 4-3-3 oder einer Raute, alternativ auch mit weitem Herausrücken eines Sechsers bzw. Achters,  besondere Präsenz auf ihn und seine Passwege zu legen, Coquelin dagegen nur lose abzuschirmen. Der ehemalige Freiburger dient derzeit generell als Raumblocker, der unterstützend mit Kollegen „mitläuft“ und bei Dribblings oder spielgestaltenden Einzelaktionen eine kurz ablegende Anspielstation darstellt. In solchen Szenen könnte man situativ gruppentaktischen Zugriff suchen, muss aber so nachrücken, dass der vorige Passgeber im Deckungsschatten verschwindet. Ansonsten sollte man passiv bleiben und sich nicht zur Dynamikänderung provozieren lassen.

Eine der großen Fragen vor der Partie lautet zunächst wieder einmal, welches Personal und welche Grundausrichtung Pep Guardiola überhaupt wählen wird – was auch ein wenig dazu beiträgt, dass eine Vorschau nicht ganz leicht ist. Die Viererkette dürfte etwas wahrscheinlicher als eine Dreierkette sein, da sie mehr Grundstabilität bietet und man nicht so sehr zwischen Halb- und Flügelverteidigern auf Schnittstellen achten muss, die Arsenal gerne anvisiert. So scheint sich ein 4-3-3 anzudeuten, möglicherweise auch in leicht asymmetrischer Mischvariante zu einem 4-2-3-1 wie in Bremen. Spannend wird, ob Douglas Costa als breiter Dribbler – gegen leichte Verschiebeprobleme der Engländer potentiell interessant – in die Anfangself zurückkehrt oder es bei etwas improvisierten und wechselnden Flügelbesetzungen bleibt.

Zwar hatte Arsenal beispielsweise gegen United einige höhere Pressingstaffelungen, nutzte diese aber kaum für frühen Druckaufbau. Von daher sollten die Münchener zunächst einmal Zeit zum Aufbau erhalten. Da die Pressingarbeit der Gunners in der ersten Linie strategisch nicht immer besonders sauber abläuft, sieht es auch für den Weg nach vorne vielversprechend aus. In der horizontalen Kompaktheit hatte Arsenal – im Gegensatz zu den schwankenden Staffelungen in der Vertikale – zuletzt jedoch viele gute Momente, wenn beispielsweise die Sechser in 4-2-3-1-haft verbleibenden Anordnungen weit nach außen rückten. Dagegen sollte man den ballfernen Halbraum entscheidend einbeziehen, über ausweichende Achter oder eine ähnlich aufrückende Rolle, wie sie Vidal in der Anfangsphase gegen Bremen einnahm. Vom Flügel aus wären diagonale Rochaden und Läufe zwischen Innen- und Außenverteidiger ein probates Mittel.

Unerwartete Pressinganordnungen Arsenals, beispielsweise mit besonderen Asymmetrien oder breiten Stürmern gegen die Passwege nach außen, wird man nur mit geringer Wahrscheinlichkeit sehen, aber komplett ausschließen sollte man es nicht. Im Falle des Falles wären zuarbeitende Bewegungen der Achter, Dribblingnutzung und der nötige Mut zum Zentrumsspiel wichtig. Insgesamt sollte Bayern sich durchsetzen können – Arsenal hat neben guten Ansätzen einfach zu viele Phasen, in denen durch Inkonsequenz verschiedene Lücken aufgehen, leicht unsauber verschoben wird oder sich eine zweigeteilte Verteidigungsarbeit Bahn bricht, in der die vorderen Akteure nur vereinzelte, in unpassenden Zonen stattfindende Rückwärtsbewegungen zeigen. Auch offensiv suchen sie die vielversprechendsten Linksüberladungen, in die sich sowohl Cazorla als auch Ramsey einbinden, während Özil situativ ausweicht, zu inkonstant. Die Ausnahmen sollte Bayern überstehen – und sonst sind sie das stabilere, konsequentere, ausgeglichenere Team.

Dienstag, Bayer Leverkusen – AS Roma (beigesteuert von RM)

Mögliche Aufstellungen

Mögliche Aufstellungen

Rudy Garcias AS Rom könnte ein unangenehmer Gegner für die Leverkusener werden. Die Roma macht das Spiel in der ersten Linie sehr breit, die Innenverteidiger nutzen den Torwart im sehr tiefen und auf Flachpassspiel basierten Aufbauspiel enorm. Die Außenverteidiger können dadurch hoch stehen und zentral agiert man häufig mit einer flexiblen Besetzung. Pjanic lässt sich oft neben De Rossi zurückfallen; Pjanics enorme Pressingresistenz, seine hohe Kreativität und sein starkes Passspiel sind Gift für jedes Pressing. Die etwas einrückenden Flügelstürmer und der vorstoßende Nainggolan besetzen die Räume, welches ein hohes Pressing öffnet. Lange Bälle können jederzeit kommen.

Gervinho und Co. bieten auch die Möglichkeit aus dem Mittelfeld schnell hinter die Abwehr zu kommen. Probleme hat die Roma in Ballbesitz allerdings, wenn sie nahe am gegnerischen Strafraum oder insgesamt auf einen kompakten, passiven und doch intensiv ballorientiert verschiebenden Gegner treffen. Dann lassen sie sich oft auf dem Flügel festdrücken, kommen nur schwer noch in die Mitte und zirkulieren häufig gefahrlos um die gegnerische Formation herum. Nach Ballverlusten arbeitet man dadurch allerdings stark und kompakt dem gegnerischen Konter entgegen, das Gegenpressing wirkt insgesamt verbessert.

Das Pressing hat sich seit unserer letzten genaueren Betrachtung der Roma von 2013 etwas verändert. Anstatt des 4-1-4-1, welches zu einem 4-3-2-1 mit hohen Achtern wird, sieht man dieses Jahr oftmals eine 4-3-3-Staffelung. Defensiv entstehen oft asymmetrische 4-4-1-1-Staffelungen (ein tieferer Flügelstürmer, meist der linke) oder eben das frühere 4-1-4-1.

Gegen Leverkusen wird interessant, wie fokussiert die Roma aufbauen wird. In der heimischen Serie A versuchte man z.B. gegen Empoli auch unter höchstem Druck lange noch konstruktiv aufzubauen, was ein paar Mal fast ins Auge gegangen wäre. Leverkusens hohes Pressing im 4-2-2-2 könnte das Aufbauspiel der Roma pulverisieren. Auch die Verlagerungen könnten gefährlich werden, ebenso wie die versuchten Flügeldurchbrüche. All das spielt Bayers System und den darin vorhandenen Mechanismen in die Karten. Die durchaus resultierenden langen Bälle der Roma könnten letztlich zu einem Gegenpressingduell oder schnellen Kontern führen. Bei Letzterem ist entscheidend, wie Garcia die Sturmreihe besetzen und die langen Bälle organisieren wird.

Andererseits ist Bayer selbst zurzeit nicht in absoluter Topform. Trotz der tollen Partie in Barcelona könnte Roger Schmidt sich für eine tiefere Ausrichtung entscheiden, wo nicht im 4-2-2-2, sondern in einem kompakten 4-4-2 gepresst wird. Bereits gegen die Katalanen war dies einige Male zu sehen. Allerdings könnte Roma der perfekte Gegner für Bayer sein, um sich wieder aufzurichten…

Mittwoch, Juventus FC – Borussia Mönchengladbach

Vier Siege in vier Spielen – André Schuberts erfolgreiche Bilanz ist derzeit eines der am meisten diskutierten Bundesliga-Themen. Kollege RM hat zu den jüngeren Gladbacher Veränderungen im Vergleich zur Zeit unter Lucien Favre bereits einige Male Stellung bezogen. So ist beispielsweise das Defensivspiel nun von höherer Weiträumigkeit oder stärkerer Zweikampf- und Mannorientierung geprägt. Am Wochenende beim Sieg in Frankfurt rückten teilweise sogar die Außenverteidiger weit und aggressiv heraus. Genau das war eine der zentralen Route, die Juventus in deren letzten Ligaspiel bei Inter bevorzugt ansteuerte.

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Mögliche Aufstellungen und Grundformationen

Nach einigen personellen Veränderungen ist die Mannschaft von Massimiliano Allegri in dieser Spielzeit noch inkonstant und bisweilen instabil unterwegs. Bisher wurden verschiedene Grundanordnungen erprobt – die, teils asymmetrisch, mitunter seltsam aussehen konnten. Zuletzt entschied sich Allegri für ein enges, verschobenes 4-4-2, das sehr vereinzelt Tendenzen zum 3-5-2 aufwies, wenn Cuadrado sich etwas nach hinten fallen ließ und Evra aufrückte. Über Phasen bevorzugten es die Norditaliener, ihre ungewöhnliche Anordnung im Mittelfeld aus dem Aufbau zu überspielen: mit direkten Vertikalpässen von Bonucci und vor allem Chiellini auf die beweglichen Angreifer, die stets zur Seite pendelten.

Verbunden wurde dies mit ausweichenden, raumschaffenden Bewegungen in den mittleren Linien, die – bei losen gegnerischen Mannorientierungen – entweder bei der Öffnung der Passwege oder beim Freiräumen der anschließend von den Stürmern bespielten Zonen helfen sollten. Potentiell könnte dieses Juve-Mittel für die abgewandelte Gladbacher Spielweise sehr gefährlich werden. Das wäre ein Grund für eine zunächst vorsichtigere Ausrichtung gegen den Ball mit nur sehr vereinzelten intensiven Pressingstichen – wobei das ohnehin der Plan sein dürfte. Es wird dabei ganz entscheidend sein, dass sich vor allem die Außenverteidiger nicht zu weit herauslocken lassen, um Räume für direkte Zuspiele auf Morata und Zaza zu vermeiden.

Insgesamt könnte es im Pressing eine vielversprechende Strategie sein, den gegnerischen Aufbau durch kleine Asymmetrien passiv auf deren rechte Seite zu leiten. Barzagli ist zwar recht zuverlässig am Ball, aber nicht so stark wie beispielsweise Chiellini. Davor würde sich Cuadrado vermutlich seitlich anbieten und könnte bei guter gruppentaktischer Arbeit situativ isoliert werden. So würde man das Spiel auch von Pogba weghalten, der sich umständlich tief in den Sechserraum freilaufen müsste. Letztlich wäre in diesem Fall von rechts Khedira die einzige wirkliche Verbindungsoption zu den beiden Stürmern. Dass Juve in ruhigeren Aufbauphasen zuletzt einige Male wegen abwartenden Aufrückens nicht genügend Offensivpräsenz entwickelte, könnte Gladbach dann zusätzlich in die Karten spielen.

Es scheint also nicht abwegig, dass die „Fohlen“ – wenn sie sich nicht mit zu riskantem Herausrücken selbst schaden – wenig zulassen und die Begegnung ausgeglichen halten könnten. Dann stellt sich die Frage, wie man selbst ein Tor zu erzielen versucht. Gegen Konter scheint Juve derzeit gut abgesichert. Im Pressing setzten sie oft auf ein enges 4-4-2, gegen Inter beispielsweise mit leicht vorgezogener Positionierung Khediras. Insgesamt ist ihre Defensivarbeit weiterhin von vielen kleinen Staffelungsumformungen geprägt – prinzipiell also von jener Anpassungsfähigkeit, die sie im Vorjahr auszeichnete. Allerdings ist das Ganze bisher noch nicht wieder so abgestimmt.

Es können zwischendurch also immer mal irgendwo Lücken aufgehen, ob durch unkoordinierte Verschiebungen, Schwankungen in der Kompaktheit oder vereinzelte Mannorientierungen. Die Rückzugsbewegung wusste dagegen meistens zu überzeugen und klärte manche brenzlige Szenen, wenn auch oft physisch angelegt und daher mit manchem ungeschickten Foul. Gegen Inter war auffällig, dass Juve auf links viel weiter und aktiver herausrückte. Das führte einerseits zu einigen unangenehmen Situationen und sollte Gladbach zum Anlass dienen, sich dort für mögliche Unterstützungspositionierungen besonders aufmerksam zu verhalten. Andererseits lag im Rücken von Evra Raum für direkte Pässe, beispielsweise mit anschließenden Flügelüberladungen.

Wenn man solche Szenen mannschaftlich konsequent löst und sich nicht in direkten Duellen mit Chiellinis Herausrücken verfängt, könnte das vielleicht ein vielversprechender Offensivweg werden. Für Gladbach wären hier ausweichende Bewegungen von Stindl samt Folgemechanismen, in einer späteren Spielphase oder bei einer insgesamt stärker umschaltorientierten Spielweise auch Diagonalsprints von Hahn aus dem Sturmzentrum denkbar. Bei einigen Angriffen in Frankfurt deutete die Borussia an, dass sie solche Grundmuster gut ausspielen und mit der nötigen Klarheit in den Strafraum hinein ziehen kann. Von der Qualität her wird das gegen Juventus viel schwieriger, aber die grundlegende Methodik könnte für Gladbach machbar sein und ihnen zumindest die eine oder andere Szene ermöglichen.

Mittwoch, VfL Wolfsburg – PSV

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Mögliche Aufstellungen und Grundformationen

Alle drei Teams sind nach den ersten zwei Begegnungen punktgleich in dieser Gruppe. Wolfsburg gilt vor heimischem Publikum als Favorit gegen die PSV. Die Niederländer sind einerseits ein sehr unangenehmer Gegner, bieten in manchen Bereichen aber klare, konkrete Angriffsfläche. So wird es für die Wolfsburger letztlich entscheidend darum gehen, deren Mannorientierungen effektiv zu bespielen. Im Mittelfeld ihres 4-3-3, beispielsweise, orientieren sich Guardado und Co. klar an den jeweiligen Gegenspielern, auch wenn sie das mit vorsichtigen Grundpositionierungen – zunächst etwas tiefer bleibend, außer gegen diagonales Herauskippen tendenziell nur nach hinten verfolgend – und verschiedene Übergabemechanismen recht gut ausführen. Gute Freilauf- und Aufrückbewegungen werden wichtig – Letzteres durch die Außenverteidiger, um enge 4-3-3-Stellungen zu vermeiden und Aufbauraum zu schaffen, vielleicht auch mal durch Naldo für Überzahlpräsenz ins Mittelfeld hinein.

Potentiell anfälliger scheinen die Mannorientierungen jedoch in der Viererkette – zumal gegen die Spielweise der Niedersachsen, wenn beispielsweise Caligiuri oder Draxler für direkten Zug in die Tiefe sorgen. Gegen Hoffenheim waren längere Zuspiele hinter die Abwehr sehr wirkungsvoll, gerade bei den ersten beiden Toren. Die PSV zeigte in solchen Szenen schon das eine oder andere Mal Probleme mit der vertikalen Anschlusskompaktheit. Wenn sich die Abwehr zu weit zurückzieht, ohne dass das mannorientierte Mittelfeld anschließen kann, könnte es hier auch den Fall geben, dass nicht vor, sondern hinter der Abwehr Raum aufgeht. Rückraumnutzung und gezielte Dribblings, bevor die hierbei teils inkonsequente PSV ins Doppeln kommen kann, wären Schlüsselaspekte. Vom Prinzip her haben die Wolfsburger beim Auswärtsduell mit Manchester United, gerade in der Anfangsphase, schon selbst gezeigt, wie man Mannorientierungen im Grundsatz bespielen sollte.

Die PSV bietet im Angriff weit mehr als nur schnelle Flügelangriffe und Konter. Vor allem das Mittelfeldzentrum zeigt sich spielstark und überzeugt mit raumsuchenden Fähigkeiten. Abwechselnd lassen sich Guardado oder Hendrix zurückfallen und treiben in wechselnden Staffelungen aus formativen Lücken an, während der jeweilige Kollege balanciert. Wolfsburg wird sich überlegen müssen, ob und wie sie mannorientierte Herausrückbewegungen anlegen wollen. Es scheint nicht verkehrt zu sein, zunächst mit einer passiveren Pressingstaffelung zu beginnen und die eigene Doppelspitze des 4-4-2 etwas versetzt zu den Abkippbewegungen des gegnerischen Mittelfelds zu schieben. Verschobene 4-3-3-Staffelungen über dem Halbraum könnten die PSV ein wenig nach außen wegdrängen, wenngleich sie auch aus instabilen Staffelungen noch vereinzelt gute Aktionen finden.

Weiter vorne droht Gefahr durch die Positionierungen der Außenstürmer. Luciano Narsingh sucht zwar in manchen Phasen die Breite und das Dribbling, rückt aber auch häufig ein, um im Halbraum mitzuspielen oder an der letzten Linie für kurze Ablagen bereit zu stehen. Dagegen darf sich Ricardo Rodríguez in den losen Mannorientierungen nicht zu sehr nach innen oder aus der Kette ziehen lassen. Wenn es gerade keinen Seitentausch zwischen den beiden Flügelstürmern gibt, dürfte sich Gastón Pereiro von links häufiger mit hinüber bewegen. Der junge Uruguayer wusste in den letzten Partien mit seiner athletischen Spielweise und einigen kombinativen Aktionen zu überzeugen. Die PSV nutzt ihn häufig als einleitenden Überzahlspieler. Da mit Pröpper hier noch ein weiterer kombinationsstarker, durchschlagender Typ agiert, sollte der Kompaktheitsfokus des VfL ganz besonders auf dieser Zone liegen.

Alles in allem verspricht dieses Zusammentreffen, eine eher offensiv geprägte, möglicherweise von offenen Phasen gekennzeichnete und auch potentiell torreiche Angelegenheit werden zu können. Gerade die PSV bringt sehr viel Offensivkraft auf den Platz, kann neben der auch bei Wolfsburg gefährlichen Direktheit vielleicht gar etwas gefächerter für Unruhe sorgen. Auf der anderen Seite wirken sie durch die zahlreichen Mannorientierungen und die dadurch entstehenden Lücken bisweilen recht anfällig. Hier liegt die große Chance für die gegen den Ball etwas umfassender aufgestellten Niedersachsen, die schon beim Duell gegen Manchester United eine solche Spielweise vor Probleme zu stellen wussten.

Ein Dank nochmals an Kollege RM für den Beitrag zu Leverkusen – Roma.

Kolle 21. Oktober 2015 um 23:06

Die Vorschau zu Gladbach gibt ja fast 1 zu 1 das tatsächliche Spielgeschehen wieder…

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Ron 22. Oktober 2015 um 00:19

Ja, so sah es aus! Wirklich treffende Vorschau.

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PNM 20. Oktober 2015 um 16:40

Super Format, gerne öfter!

Zu Arsenal gegen Bayern: Bayern lässt doch auch gerne mal den ballfernen Halbraum frei, wäre das nicht ein Raum, den Arsenal anvisieren könnte, wenn sie sich mit Cazorla/Özil aus den dem Gegenpressing befreien um dann mit `nem ausweichenden oder auf Lücke startenden Walcott Durchbrüche zu erzielen?
Im Pressing sind sie wahrscheinlich nicht gut genug, um gegen Bayern über hohe Ballbesitzanteile ins Spiel zu kommen nehme ich mal an.

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PNM 20. Oktober 2015 um 16:42

Ach ja, bezüglich der Aufstellung bei Leverkusen: Bezweifle leider, dass Brandt anfangen wird, da Calhanoglu in wichtigen Spielen eigentlich immer startet, und dann auch als 10er und nicht auf der 6. Aber wird hoffentlich die erste Option sein, wenn Leverkusen nochmal frischen Winde braucht.

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JS 21. Oktober 2015 um 00:14

Zum Glück kam Brandt ja noch rechtzeitig um das Unentschieden zu retten.

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JS 21. Oktober 2015 um 00:14

Zum Glück kam Brandt ja noch rechtzeitig um das Unentschieden zu retten.

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BinDagegen 20. Oktober 2015 um 16:57

Welche Situationen meinst du, in denen Bayern den ballfernen Halbraum in höherem Maße als andere Mannschaften frei lässt?

Grundsätzlich glaube ich auch, dass Cazorla unangenehm werden könnte. Cazorla würde sich rein positionell aber eher halblinks befreien. Dann wäre der freie Halbraum der vor Alaba (wenn der IV spielt), der den halt ziemlich weiträumig kontrollieren kann. Zumal der Alonso da ja auch noch ständig rumturnt und zur Not das Foul zieht.

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Ron 20. Oktober 2015 um 17:36

Bei „ballfernen Raum freilassen“ fällt mir jetzt auch eher Gladbach unter Favre ein als der FC Bayern.

Bayern könnte man eher mit einem Rauslocken der verbliebenen Dreierkette auf eine Seite und dann einer folgenden Seitenverlagerung auf die freiwerdende Seite auf diese Weise versuchen beizukommen. Das muss man aber erstmal schaffen den Ball solange zu behaupten bzw. das Gegenpressing so zu umspielen, dass die Dreierkette überhaupt in die Verlegenheit kommt den Raum zu öffnen.

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PNM 20. Oktober 2015 um 19:33

Ballferner HALBraum, nicht Raum. War zumindest in der Vergangenheit häufiger der Fall, wenn der Fokus auf dem/den Flügelspieler(n) lag. Einen Halbraum überladen um den Gegner an zu locken, einer der dribbelstarken Flügelstürmer auf der anderen Seite, um ihn dort üver Verlagerungen in 1:1 Situationen zu bringen. Ballferner Halbraum war dann häufig/meistens relativ offen, weil man ja auch nicht alle Räume besetzen kann.
Mit Alaba ist aber ein guter Punkt. Wobei Cazorla zumindest theoretisch über beide Seiten agieren kann, denn er ist wohl neben Adriano und (Florian Kringe) der beidfüßigste Spieler überhaupt. Schießt sogar Standards mit beiden Füßen.
Praktisch kommt es wohl darauf an, wo Coquelin sich wohler fühlt, wobei die Seite bei seiner Rolle ja eigentlich nicht so entscheidend ist. Vielleicht spielt auch Arteta, der ist da stärker.

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