FC Bayern Moneyball

Nach dem Ausscheiden der Münchner Bayern in der Champions League meldeten sich die üblichen Stimmen wieder: Der Kader sei nicht gut genug, der Trainer sowieso nicht und es stehe jetzt ohnehin ein Umbruch an. Diese Weltuntergangsszenarien werden hier natürlich nicht geteilt. Dennoch ist es enorm interessant, wen die Bayern diesen Sommer holen könnten. Denn zumindest auf zwei Schlüsselpositionen muss unbedingt nachbesetzt werden. Und dort könnten sich die Bayern sicherer und günstiger verstärken, als viele glauben.

FC Bayern Moneyball?

Moneyball ist im Sport zum geflügelten Wort geworden. In Deutschland ist er allerdings noch nicht so der breiten Masse zugänglich. Das Wort Moneyball kommt aus dem Baseball. Dort hat Bill James mithilfe statistischer Analyse die Betrachtung des Spiels revolutioniert – nicht als Manager, sondern als Nachtwächter mit zu viel Zeit und Leidenschaft. The Bill James Baseball Abstract war viele Jahre nur Nerds bekannt und wurde von Bill James selbst verlegt. Erst nach über zwei Jahrzehnten fanden Bill James‘ Methoden und Meinungen Einzug in die Welt des professionellen Baseballs.

Der General Manager der Oakland Athletics, Billy Beane, feierte mehrere Divisionstitel, stellte mehrmals eines der besten drei Teams in der Liga und kamen regelmäßig in die Playoffs; trotz überaus geringem Budget. Wegen dessen Erfolgen verfasste Michael Lewis das erfolgreiche Buch Moneyball: The Art Of Winning An Unfair Game. Analysegott Benjamin Morris (bekannt von seinen legendären Rodman-Artikeln) führte sogar aus, dass Beane den Oakland Athletics seit 2000 fast 1.4 Milliarden Dollar erspart hat. Anmerkung: Sogar in den USA ist das nicht wenig.

Deswegen haben sich seither im Baseball und in vielen anderen Sportarten zahlreiche Mannschaften daran versucht. Im Fußball sind es aktuell insbesondere der FC Midtjylland und FC Brentford, welche mit einer ähnlichen Ausrichtung große Ambitionen haben. Aber was genau steckt dahinter?

Die genaue Anwendung kann variieren, doch grundsätzliche Prinzipien bleiben:

  • Mithilfe von objektiver Bewertung, vornehmlich statistischer Natur, sollen die Erfolgswahrscheinlichkeit von Entscheidungen gesteigert werden.
  • Es sollen Wettbewerbsnachteile welcher Art auch immer, vorrangig aber im Scouting, gefunden werden. Sind bestimmte Spielertypen, Positionen oder sonstige Eigenschaften über- oder unterbewertet?
  • Der Zufall soll zumindest in der Bewertung von Aktionen eliminiert werden.

Im Fußball kann man das ebenfalls anwenden, obgleich die statistische Analyse in diesem deutlich komplexeren, dynamischeren und gleichzeitig auch schlechter erfassten Sport sich natürlich schwieriger gestaltet. So haben sich zum Beispiel bereits viele Blogger in sogenannten Fantasy Spielereien daran versucht, insbesondere in der „Football Manager“-Welt gibt es zahlreiche Simulationen dafür. Ein interessanter Beitrag nutzt die eigens dafür etablierten Regeln der renommierten Autoren des Buchs „The Numbers Game“, Chris Anderson und David Sally, dafür.

In diesem Artikel geht es darum, etwas Ähnliches zu machen – am Beispiel des FC Bayern. Zuerst wollen wir dafür etablieren, was genau benötigt wird.

Eine kleine Kaderanalyse

Bevor man sich aufmachen kann, um über mögliche Transferaktivitäten zu reden, sollte der Fokus natürlich zuerst auf der Identifizierung der benötigten Kaderpositionen liegen. Mithilfe einer Kaderanalyse kann man ungefähr erkennen, wo in Zukunft Probleme liegen könnten.

Name Alter Position Kurzbeschreibung Vertrag bis
Manuel Neuer 29 TW Torwartlibero #1 2019
Pepe Reina 33 TW Spielstarker Antizipationstorwart 2017
Tom Starke 34 TW Bemühter und starker Torhüter 2016
Jerome Boateng 26 IV, HV, DM, RV König der Laserpässe 2018
Javi Martinez 26 IV, HV, DM, ZM Technisch guter Abfangjäger 2017
Medhi Benatia 28 IV, HV Druckvoller Zweikampfsucher 2019
Dante 31 IV, HV Kreativer, inkonstanter Innenverteidiger 2017
Holger Badstuber 26 IV, HV Die Aufbaustabilität in Person 2017
David Alaba 23 IV, HV, LV, DM, ZM, AS Österreichs defensive Linksfuß-Antwort auf Johan Cruijff 2018
Juan Bernat 22 LV, HV, LA Dribblingzwerg auf der linken Seite 2019
Rafinha 29 RV, HV Ballzirkulationsunterstützer 2017
Mitchell Weiser 21 RV, AS Dribbelstarker Flügelallrounder mit Stabilitätsproblemen 2015
Philipp Lahm 31 RV, DM, ZM, RA, HV Weltbester Balancegeber 2018
Sebastian Rode 24 ZM, RV Deutschlands technisch stärkerer Salihamidzic 2018
Xabi Alonso 33 DM Überpräsenter Aufbausechser 2016
Bastian Schweinsteiger 31 DM, ZM Weiträumiger, zentraler Spielgestalter 2016
Thiago 24 DM, ZM, 10, AS, 9 Kreativitätsgott im zentralen Mittelfeld 2017
Gianluca Gaudino 18 DM, ZM Bayerns Defensiviniesta 2018
Pierre-Emile Höjbjerg 20 DM, ZM, RV In allem talentierter Mittelfeldallrounder 2018
Joshua Kimmich 20 DM, ZM, RV „Was wäre, wenn Baier jünger wäre?“ 2020
Mario Götze 23 10, F9, AS Verbindungsgeber mit Einbindungsproblemen 2017
Franck Ribéry 32 LA, F9, 10 Antreibender und spielmachender Linksaußen 2017
Sinan Kurt 19 AS Linksfüßiger Offensivallrounder mit Entscheidungsproblemen 2018
Arjen Robben 31 RA, F9, 10 Durchschlagskräftiger und dribbelstarker Rechtsaußen 2019
Thomas Müller 25 RA, 10, 9 Der Raumdeuter 2016
Robert Lewandowski 27 9, LA Ausweichender Mittelstürmer und Ballbehauptungskönig 2019
Claudio Pizarro 36 9, 10 Bizarro 2015
Julian Green 21 Linker Flügelstürmer Dynamischer Flügelstürmer 2017

 

Im Tor gibt es natürlich keine Probleme. Manuel Neuer kommt ins beste Torhüteralter und ist langfristig gebunden; für die Ersatzpositionen im Tor gibt es durch die Verpflichtung Sven Ulreichs trotz des Abgangs Pepe Reinas unterschiedliche Optionen, zur Not auch aus dem eigenen Nachwuchs.

Radare Neuer und Ulreich

Radar: Manuel Neuer und Sven Ulreich

In der Innenverteidigung gibt es eigentlich auch keine Probleme. Wenn man mit zwei Innenverteidigern aufläuft, dann gibt es gleich sechs Optionen; selbst wenn Dante abwandert, muss man nicht unbedingt etwas machen. Allerdings sind Martinez, Benatia und Badstuber relativ verletzungsanfällig; insofern wäre es verständlich, wenn man sich entschließt hier aktiv zu werden. Beim Spiel mit drei zentralen Verteidigern kommen zwar zwei bis drei weitere Optionen als Halbverteidiger hinzu, doch auch hier wäre es weiterhin durchaus denkbar, dass etwas gemacht wird.

Persönlich glaube ich aber, dass mit einer besseren Trainingsperiodisierung und passenden Spielernutzung ausreichend Material für diese Positionen hat. Sollte aber z.B. Dante abgegeben werden, müsste man sich wohl über eine Verpflichtung Gedanken machen.

Weiters gibt es im zentralen Mittelfeld ein paar Fragezeichen, doch an sich sieht dies ganz gut aus. Zwar hat man mit Schweinsteiger, Alonso und Lahm drei alternde Stars, doch mit Kimmich, Gaudino, Höjbjerg und Thiago sowie Götze und Rode als Ersatzoptionen stehen sehr junge und talentierte Spieler als Ersatz bereit. Auch hier könnte man was machen, wenn Schweinsteiger beispielsweise den Verein verlässt. Ein Topspieler im besten Alter (23-27 Jahre) wäre dann durchaus eine überlegenswerte Option.

Das wirkliche Problem befindet sich jedoch auf den Flügelstürmerpositionen. Zwar kann man hier unterschiedliche Spieler nutzen, doch nur zwei Akteure besitzen die nötigen „Schlüsseleigenschaften“; nämlich das 1-gegen-1, wie Guardiola selbst vor den Spielen gegen den FC Barcelona kundgab. Arjen Robben und Franck Ribéry sind damit gemeint.

Bei beiden gibt es allerdings bestimmte Mängel:

  • Sie können ihre Stärken systemtauglich eigentlich nur auf einer Seite ausspielen.
  • Sie sind relativ verletzungsanfällig.
  • Sie sind relativ alt. Spieler haben ihren Leistungszenit zwischen 23 und 28 Jahren, weswegen man in der Regel auch keine Spieler älter als 26 oder 27 Jahre einkaufen sollte.

Insofern haben die Bayern eigentlich ein enorm großes Problem. Beide können nicht nur situativ die Rolle des jeweils anderen übernehmen, sondern haben auch keinen eigenen Ersatz, sind aber gleichzeitig unter Guardiola wohl nicht im Stande die gesamte Saison durchgehend zu spielen.

Einen Ersatz für Franck Ribéry und Arjen Robben gibt es nicht, nur andere Spielertypen, welche diese Position ausfüllen können. Thomas Müller und Mario Götze sind natürlich herausragende Fußballer, doch sie interpretieren diese Rollen anders und erzeugen dadurch eine Systemänderung.

Wonach werden wir also suchen? Nach mindestens einem, eher zwei und vielleicht sogar drei Flügelstürmern für die Münchner Bayern. Ursache dafür ist auch, dass – im Gegensatz zum zentralen Mittelfeld – aus der Jugend keine kurzfristigen Optionen nachdrängen.  Sowohl bei Kurt als auch Green ist nicht nur das Alter ein Problem, sondern auch die Unklarheit, ob sie jemals auf Bayern-Niveau spielen können.

Dies ist auch ein Moneyball-Prinzip: Verbessere die Schwachstellen, nicht die Stärken. Hier gibt es nämlich mehr Raum zur Maximierung des Potenzials sowie preiswertere Optionen. Der Markt gibt zwar auf den ersten Blick wenig Material für (halbwegs preiswerte) Flügelstürmer her, doch auf den zweiten Blick und mithilfe statistischer Suche gibt es jedoch eine Menge interessanter Optionen.

Versteckter Markt

Vorab: Das Scouting ist natürlich nicht perfekt. Wie schon am Anfang erwähnt, fehlt es dem Fußball oft an passenden Metriken. Besonders sogenannte „off-the-ball-Daten“ werden kaum erfasst, machen aber einen Großteil der Fähigkeiten des Spielers aus. Auch Quervergleiche von Ligen, über Positionen hinweg oder gar anhand der Beeinflussung des Einzelspielers durch strategisch-taktische Aspekte sind nur mit viel Kompetenz, Zeit und Daten zu erstellen.

Deswegen wurden bei der Statistiksuche in diesem Fall mehrere Analysemöglichkeiten miteinander kombiniert. Anhand von Schlüsselaspekten sollte weltweit nach potenziell tauglichen Spielern gesucht werden, die Relativierung wird dann mithilfe des FIFA-Liga-Koeffizienten sowie der technisch-taktischen Analyse des Spielers durch einen unabhängigen Scout erstellt; in diesem Fall ein Teil der Redaktion von Spielverlagerung und Konzeptfußball, wobei auch hier eines der Moneyball-Prinzipien befolgt wurde – „use the wisdom of the crowd“: Viele (voneinander unabhängig erhobene) Meinungen sollen für eine passende Reflektion sorgen.

Dank des Zugangs zu einem weltweit agierenden Scoutingarchiv – nämlich jenem von InStatFootball – begab ich mich also auf die Suche nach Flügelstürmern. Beim Alter wurde das Maximum auf 26 Jahre eingestellt, weil in diesem Alter die Stagnation beginnt. Unterschiedliche statistische Analysen zeigen, dass die Spieler mit Ende 20 bereits stark an Wert und Leistung verfallen. Zusätzlich konnten über InStat Spieler, die insgesamt in schlechten Ligen schwache Leistungen zeigen, gefiltert werden.

Die folgende Suche basierte also auf diesen Parametern und folgenden Eigenschaften (pro 90 Minuten):

Grundlegende Einstellungen in der InStat-Datenbankabfrage

Grundlegende Einstellungen in der InStat-Datenbankabfrage

Bei der Passgenauigkeit wurde ein Cut-Off von 75% gewählt; Spieler, die in Kontersystemen bei unterlegenen Mannschaften als extrem fokussierte Akteure eingebunden werden, dürften im Normalfall nicht ins Spiel der Münchner Bayern passen. Dies wurde manuell aber noch auf bessere Mannschaften in der Liga mit einer hohen Pressingintensität korrigiert, wodurch Karim Bellarabi oder Massimo Bruno z.B. wieder in die Verlosung rutschten.

Wichtig ist auch, dass der Flügelstürmer einigermaßen kreativ ist. Zur Info: Bei InStat werden Key Pässe nicht nur als Torschussvorlagen gesehen, sondern auch als jene Pässe, welche einen direkt darauffolgenden Torschuss ermöglichten. Ein zusätzlicher Faktor ist ein gewisser Zug zum Tor, der auch bei Robben und Ribéry vorhanden ist sowie schlichtweg wichtig für einen Flügelstürmer des FC Bayern ist.

Hier wurde die Untergrenze jedoch bewusst etwas tiefer gesetzt. Ziel soll es sein, dass man unterschätzte oder falsch eingeschätzte und eingesetzte Spieler findet. Ein Spieler aus einer schwächeren Mannschaft mit nur sehr wenig Abschlüssen oder Akteure, die einem Mittelstürmer zuarbeiten müssen, würden bei einer geringeren Range wegfallen.

Der letzte – und womöglich wichtigste – Faktor ist die Dribblingfähigkeit des Spielers. Wegen möglicher Teameffekte wurde wie bei den Schüssen auf die Erfolgsquote der Dribblings verzichtet, aber die absolute Zahl der Dribblings pro Spiel als Filter genutzt.

Anhand dieser Daten ergibt sich eine Datenbank mit exakt 150 Spielern, garniert mit zig unterschiedlichen Statistiken oder sonstigen Informationen. Unter anderem gibt es hier einen „InStat Index“, welcher die gesamte Spielerfähigkeit bewertet und dies auch in Relation zur Liga sowie dem eigenen Team in Bezug setzt.

Um über diese Datenmenge Herr zu werden, habe ich für die relevanten Statistiken die oberen und unteren 10% jeweils markiert. Dazu habe ich auch Verläufe über die in die Datenbank eingeflossenen Spielminuten, das Alter sowie den InStat Index gebastelt. Die Tabelle sah dann so aus (insgesamt an die 5000 Datenpunkte):

Beispiel für die Statistik-Tabelle anhand der Flügelstürmer

Beispiel für die Statistik-Tabelle anhand der Flügelstürmer

Neben den von InStatFootball selbst bereitgestellten InStatIndex habe ich noch vier weitere Ratingsysteme eingebaut (Positions Specific Index 1 – 3, Defensive Index). Der InStatIndex ist hierbei interessant, weil er die Ligastärke in die Spielerbewertung miteinbezieht; allerdings hat der Algorithmus wiederum ein paar andere Probleme, weswegen es die von der Ligastärke isolierten Ratingsysteme dazu gibt, welche dann in einer eigenständigen Analyse wiederum miteinander kombiniert wurden.

Zusätzlich wurden die Daten dieser Stichprobe studentisiert, also anhand ihrer Stichprobenvarianz in eine Verteilung gebracht, wo Null den Durchschnittswert darstellt. Mithilfe der sogenannten Z-Transformation haben wir also Werte um Null, wobei Werte unter Null unterdurchschnittliche und Werte über Null natürlich überdurchschnittliche Werte anzeigen. Ein Wert von 6 würde außerdem einem Abstand von sechs Standardabweichungen vom Durchschnitt entsprechen. Die Z-Transformation macht unterschiedlich skalierte Verteilungen vergleichbar.

Zur Veranschaulichung habe ich später auch die zwei Bayern-Stars in diese Stichprobe inkludiert.

Radar: Franck Ribéry und Arjen Robben

Radar: Franck Ribéry und Arjen Robben

Natürlich müssten die Daten noch näher betrachtet werden. Mehrere Variablen müssten korrigiert werden (zum Beispiel auf die mannschaftliche Passquote, auf die Pressingintensität, auf den Ballbesitz der Mannschaft, die Liga- und die Mannschaftsstärke, etc.) und die Daten selbst auf Reliabilität getestet werden. Allerdings dient diese Datenlage durchaus gut, um Spieler ansatzweise miteinander vergleichen zu können oder auf bestimmte Spieler aufmerksam zu werden. Dadurch konnten einige Spieler als besonders interessant herausgefiltert und gescoutet werden.

Viele interessante Namen, viele aber nicht bayerntauglich

Zahlreiche Spieler, die international kaum Renommee haben, wurden vom Modell als positiv bewertet. Doch beim Scouting musste man leider feststellen, dass viele von diesen Spielern zwar gut sind – und durchaus EL- oder bundesligatauglich -, aber eben nicht gut genug für die Münchner Bayern. Ein extremes Beispiel ist Simon Skrabb. Seine Statistiken sind enorm stark; es reicht jedoch leider nicht für das höchste Niveau.

Skrabb ist ein potenziell starker Spieler, doch er hat schlichtweg zu viele Mängel in der Umsetzung seiner Fähigkeiten und Einbindung seiner Eigenschaften. Prinzipiell ist er eigentlich ein interessanter Flügelstürmer auf der rechten Seite mit Talent in technischen Aspekten, allerdings hat er indvidualtaktische Probleme, weil er auch bei guten Dribblings in vielen Aktionen diese nicht gänzlich durchbringen kann. Das bedeutet, er bleibt dann hängen, kommt nicht ordentlich weg oder kann schlichtweg die Folgeaktion nicht erfolgsstabil zum Mitspieler bringen. Gruppentaktisch ist er auch relativ langweilig und simpel, fokussiert sich hier auf einzelne Aktionen in der Gruppe; Teamtaktisch ohne nennenswerte Besonderheiten.

Strategisch nach hinten merkwürdigerweise sehr gut, nach vorne vielfach zu vertikal. Wäre er körperlich stärker, würde er seine Aktionen durchbringen können und würde er sich in der Gruppe spektakulärer verhalten, wäre er potenziell gut, aber das sind wohl zu viele Mängel, um sie in den kommenden Jahren abstellen zu können. Insgesamt ist er zu passiv in puncto Spielbeeinflussung und Impact.

Bei anderen Spielern ist die Diskrepanz zwischen Statistik und Potenzial nicht ganz so extrem. Hier ein Radar zu einem für einige Bundesligamannschaften interessanten Akteur:

Radar Sinan Gümüs'; hierbei ist allerdings anzumerken, dass bei InStat einige Spiele aus Vorsaisons oder kleineren Turnieren miteinbezogen wurden, wodurch Gümüs bei den Toren und Schüssen pro 90 überschätzt wird.

Radar Sinan Gümüs‘; hierbei ist allerdings anzumerken, dass bei InStat einige Spiele aus Vorsaisons oder kleineren Turnieren miteinbezogen wurden, wodurch Gümüs bei den Toren und Schüssen pro 90 überschätzt wird.

Galatasarays Sinan Gumus ist ein nur selten eingesetzter rechter Flügelstürmer, der seine Rolle interessant interpretiert; einrückend, mit seinem linken Fuß als ballführendem Bein in die Mitte ziehend, häufig sehr horizontal, und danach Lücken und Schnittstellen suchend, um kreative Pässe anzubringen. In engen Räumen wirkt er stark, kann intelligent gute Lösungen finden, um sich mit Dribblings oder Kombinationen daraus zu befreien. Insofern wäre er auch als Nadelspieler geeignet, weil er mit seinen Körpertäuschungen und Ballberührungen Engstellen auflösen und daraus punktuell raumgreifende, kreative Aktionen fahren kann.

So kann er sich auch im Halbraum intelligent drehen, woraufhin interessante Aktionen in die Mitte kommen. Von dort aus ist er im Stande hinter die Abwehr zu spielen, Akteure im Zwischenlinienraum zu bedienen oder die Seite mit präzisen Pässen zu verlagern. In gewisser Weise erinnert er an den linksfüßigen Arda Turan, der als Flügelstürmer immer wieder in die Mitte geht, dort dribbelnd und spielgestaltend wirkt sowie mit seiner Dynamik für Torgefahr sorgen kann. In seinem sehr kombinationsorientierten Kontext wäre er gut aufgehoben, da er seine vielfältigen Fähigkeiten hier unberechenbar und passend einbringen könnte.

Rein vom Potenzial her wäre er durchaus für die Bundesliga geeignet, auch für eine der höheren Mannschaften mittel- bis langfristig, insbesondere bei passender Einbindung. Er kann sogar Deutsch (ehemaliger Stuttgarter) und ist in allen Aspekten ein nützlicher Spieler, der weder zu linear ist noch inkonstant wirkt.

Doch während bei Gumus die Statistiken besser wirken als das vom Scout eingeschätzte Potenzial, so ist es bei Spielern wie Carlos Vela umgekehrt.

Radar: Carlos Vela

Radar: Carlos Vela

Sein Radar könnte in der gefilterten Datenbank einer der schwächsten unter jenen Spielern sein, die einen hohen Marktwert haben und international bekannt sind. Bei genauerer Betrachtung seiner Spiele erkennt man jedoch, dass es eher mannschaftliche Aspekte sind, die Vela drücken. Allerdings helfen die Statistiken auch dabei, gewisse Schwachpunkte in Velas Spiel festzustellen und zu bewerten.

Carlos Vela galt einst als Supertalent und gehörte lange Zeit Arsenal, bevor er von Arsene Wenger endgültig an Real Sociedad abgegeben wurde. Beim Scouting wird nicht unbedingt klar, wieso Wenger sich zu diesem Schritt entschied. Vela wirkt wie ein sehr starker, tororientierter, intelligenter und technisch starker inverser Rechtsaußen, der auch als hängende Spitze oder Mittelstürmer überzeugt. Über die rechte Seite kann er auch in kleinen Räumen den Ball behaupten, ist hierbei sogar sehr innovativ beim Ausweichen von gegnerischen Attacken, gelegentlich macht er sogar sehr feine Lupfer über den Fuß, um sich nicht von seiner eigentlichen Laufrichtung abwimmeln zu lassen.

Ein paar Mal ist er nicht dynamisch genug – trotz körperlicher Möglichkeit dazu -, wodurch ihm seine eigentlich vorhandenden raumgreifenden Fähigkeiten in seinen Aktionen ab und zu abgehen oder nicht passend genug eingebunden werden können. In anderen Situationen ist er zu weiträumig, so läuft er sich teilweise extrem weit weg von seiner ursprünglichen Position frei oder spielt gerne lange Bälle; gelegentlich aus dem Halbraum auf den ballfernen Flügel, diagonal nach vorne hinter die Abwehr in den ballfernen Halbraum oder nach zurückfallenden Bewegungen vertikal hinter die Abwehr.

Dazu sei aber gesagt, dass die Verlagerungen und Pässe gut sind und er beim Verlassen seiner eigentlichen Position sehr intelligent agiert und starke Aktionen auch aus anderen Räumen fahren kann. Bei besserer Einbindung wäre das sogar sehr gefährlich. Insgesamt also feines Füßchen, gute Bewegung im Raum, Torriecher und Abschlussfähigkeit. Bei den Bayern müsste er unter Guardiola und im Juego de Posición eigentlich noch besser sein, dazu ist er eben ein Offensivallrounder. Insofern wäre er durchaus empfehlenswert, allerdings hätte man nach einem Blick auf das Scouting und bei Gesprächen nur mit sonstigen Experten die kleinen Mängel und eine gewisse Anfälligkeit für mangelnde Aktivität nicht bemerkt.

Nun stellt sich natürlich die Multimillioneneurofrage: Wer bleibt denn nach statistischen und technisch-taktischen Analyse der Spieler übrig? Und wer bleibt übrig, wenn man die unerreichbaren Topstars exkludiert?

Omar Abdulrahman

Manchem Hipster – oder Konzeptfußballberlin-Fan dürfte dieser Spieler bereits ein Begriff sein. Seit Jahren ist Abdulrahman von vielen Mannschaften heiß umworben und gilt als einer der besten asiatischen Spieler aller Zeiten. Die Statistiken beeindrucken.

Radar: Omar Abdulrahman

Radar: Omar Abdulrahman

Abdulrahman ist nicht nur sehr gut, er ist in zwei Aspekten extrem gut. Bei „Pässen pro 90 Minuten“ ist er dreieinhalb Standardabweichungen vom Durchschnitt weg, bei den „Schlüsselpässen“ sind es sogar sieben. Nur zwei Spieler sind ebenfalls noch mehr als drei Standardabweichungen vom Durchschnitt: Der bereits erwähnte Skrabb und Dusan Tadic. Allerdings sind die Daten Abdulrahmans nicht 100%ig reliabel und er könnte natürlich von schwachen Gegnern profitieren. Kollege CF von Konzeptfußballberlin hat deswegen für und mit uns mehrere Spiele von Abdulrahman gescoutet – gegen unterschiedlichste Gegner -, um einen genauen Einblick zu erhalten:

Abdulrahman ist ein guter Dribbler. Er verfügt über einen starken Antritt und ist in seinen Dribblings ziemlich explosiv, dafür sehr körperlos, vermeidet aber durch intelligentes Andribbeln solche Situationen gut. Technisch stark, gutes Anvisieren der Räume und gute Nutzung der unmittelbaren Bindungspunkte. Im Dribbling teilweise sehr klar, durchbruchsorientiert und fokussiert, wenn auch noch inkonstant. Schöner erster Kontakt, gutes Aufdrehen und direktes Eindringen in strategisch wichtige Räume mit dem ersten Kontakt.

Im Passspiel sehr vielseitig, variable Passtechniken. Seine langen Bälle haben einen guten Schnitt und sind so leichter zu kontrollieren. Vorliebe für längere Pässe, generell in seinem Spiel sehr raumgreifend. kann aber auch kleinräumig und kombinativ agieren, hängt von der Einbindung und der unmittelbaren Umgebung ab. Gutes Gespür für die Folgebewegungen der Mitspieler, viele Pässe entgegen des Sichtfeldes und der Verschiebebewegung des Gegners. Teilweise etwas zu weiträumig und strategisch zu fokussiert auf einzelne Angriffsdynamiken. Verliert in engeren Situationen selten den Ball, zieht viele Fouls und probiert sich durch das Anvisieren der richtigen Bindungspunkten Raum zu erspielen, in den er ausbrechen kann.

Im Bewegungsspiel sehr weiträumig und dominant, spielt meistens als rechter Flügel, rückt von dort strategisch sauber in den Halbraum ein und forciert in seinen Bewegungen stets viele Folgebewegungen, stößt Bewegungen an, die er meistens in seinen Ballaktionen ausnutzt. Teilweise sehr starkes Zurückfallen und in der Positionsfindung schwankend, partiell zu dominant. Kein wirkliches Gefühl für das Aufbauen eine Angriffes, also passende Staffelungen erzeugen und über längere Stationen gewisse Räume gezielt frei zu spielen, fällt im noch schwer. Limitiert den Angriff in seinen überambitionierten Bewegung auf wenige Dynamiken, die er dann aber fokussiert bespielt.

Gute Deckungsschattennutzung im Pressing, außerdem im Rückwärtspressing sehr geschickt, foult selten in hektischen Situationen. Ist geduldig im Isolieren der Angriffe und dem folgenden Ballgewinn. Teilweise etwas zu faul im Rückwärtsgang, dann hält er höhere Positionen und zockt. Er kann sehr vielseitig eingesetzt werden, da er über eine variables Spielerprofil verfügt. Im vorderen Bereich kann man ihn eigentlich überall einsetzen, wobei er ein Spieler ist, der stark an taktische Umstände gebunden ist.

Bei Guardiola würde er wahrscheinlich zu Beginn erstmal als Robben-Ersatz fungieren. In einem 4-3-3 oder auch in einem 3-4-1-2 könnte er die Positionen ähnlich interpretieren wie Robben. Er könnte breiter und tororientierter spielen, als er es bisher tat. Was er sehr gut können sollte: Mit inversen Dribblings gezielt die Schnittstellen andribbeln oder leicht in den Halbraum einrücken, ein Zusammenziehen des Gegners provozieren und Räume schaffen, die er gegebenenfalls sogar selbst bespielen könnte. Nach ein bisschen Pep’scher Bewegungsschule könnte er aber wohl auch perfekt die Zehnerposition bekleiden, gerade mit unterstützenden und schnittstellenbesetzenden Spielern wie Müller oder Lewandwoski sollte er gut harmonieren.

Ein Beispielvideo findet sich hier, ein weiterer Artikel von CF hier.

Felipe Anderson

Eine Möglichkeit für die andere Seite wäre Felipe Anderson von Lazio Rom.

Radar: Felipe Anderson

Radar: Felipe Anderson

Dieser ist seit 2014 enorm stark geworden und hat sich generell in den letzten Jahren sehr gut entwickelt, wie Brasilienexperte TR bemerkte. Dieser führte weiters aus, dass Felipe Anderson eine effektive, unaufgeregte Spielweise an den Tag legt. Derzeit zeigt er auch eine steigende individuelle Qualität wie Durchschlagskraft, oftmals verstärkte Klarheit in Aktionen, wobei sich Letzteres noch etwas inkonstant äußert.

Er trifft viele – bis auf ein paar seltsame und etwas kontextlose Szenen (einzelne desbalancierte Aktionsorientierungs-Ausbrüche) – gute Entscheidungen, spielt sehr teamunterstützend vom Rhythmus her, agiert ballsicher und rational in Engen (dribbelstark mit wechselnden Tempi, obwohl tlw. recht unsauber), fällt auch mal tiefer zurück, kann defensiv insgesamt überzeugen, ist in seinen kombinativen Aktionen bei den richtigen Begebenheiten sehr fokussiert und balanciert, wenngleich manchmal noch etwas unrund und – was aber keine reine Schwäche in dieser Art ist – etwas simpel.

Dabei wirkt sein Engagement kaum mal zu fordernd oder zu dominant, sondern angenehm zuarbeitend fast schon, auch im Spielmachen. Es gibt hin und wieder sogar einige sehr interessante strategische Ansätze in seiner Spielweise. Manchmal noch etwas zu inaktiv lethargisch und dann in ballfernen Bereichen nach Aktion verbleibend, lässt da teilweise die Mitspieler etwas zu viel machen und vertraut zu sehr auf deren Erfolgsstabilität in Verbindung mit mannschaftlichem System, versteht sich da vielleicht auch selbst als etwas zu weiträumig einbringend, wodurch er dann bisschen Fokussierung auf die entscheidenden Szenen gelegentlich einbüßt. Bei Bayern als Ersatz für Ribéry und Option für einzelne, spezifische zentrale Rollen geeignet.

Sadio Mané

Wer mir auf Spielverlagerung oder auf Twitter gefolgt ist, hat in jener Zeit, als meine RB-Analyse entstand, mitbekommen, dass ich damals Kevin Kampl als künftigen BVB-Spieler und Sadio Mané als möglichen Akteur für die Bayern sah. Während Kampl im Winter tatsächlich zum BVB wechselte, so zog es Mané schon einige Monate davor nach England. Dass er das Zeug für die Bayern haben könnte, glaubten wenige. Nun sind in den letzten Wochen Gerüchte laut geworden, die Münchner könnten Interesse haben.

Radar: Sadio Mané

Radar: Sadio Mané

Manés Werte zeichnen das Bild eines passenden Spielers; vielleicht nicht ganz so fokussiert im Spiel und durchschlagskräftig im letzten Drittel, wie es für die Bayern ideal wäre, aber dafür ein sehr guter Dribbler und sehr aktiver Arbeiter in der Defensive. Das Scouting untermauert die Zahlen nicht nur, sondern verstärkt sie. Mané ist in engen Räumen überaus beweglich und kann sich auch aus bedrängten Situationen mithilfe schneller Drehungen, einem tollen Antritt und dem gezielten Anvisieren kleiner Lücken mit zahlreichen Finten konstant befreien. Sein Fokus auf schnelle Kombinationen ist ebenfalls dafür geeignet, um tiefe Abwehrreihen zu durchbrechen.

Dazu ist er im Pressing unglaublich aktiv und engagiert, schließt Räume hervorragend und übt immer wieder Druck aus, kann aber situativ auch sehr geschickt Positionen einnehmen, um nach Balleroberungen das Konterspiel anzukurbeln. Sollte er noch etwas weiträumiger werden und konstanter in Abschlusspositionen kommen, wäre er ideal für Guardiolas System.

Julian Brandt

Möchte man in heimischen Gewässern wildern, so gäbe es bei Bayer 04 Leverkusen eine junge und teure, aber unglaublich vielversprechende Option. Brandts Statistiken sind noch nicht ganz dort, wo sie hin gehören.

Radar: Julian Brandt

Radar: Julian Brandt

Innerhalb dieser (elitären) Stichprobe fällt Brandt etwas ab, auch wenn sich die Schlüsselpässe und auch die Dribblings pro 90 durchaus sehen lassen können. Aber: Brandt ist extrem jung, einer der jüngsten aller Spieler, aber von diesen Spielern der Einzige, dessen Daten wirklich aus einer Topliga stammen. Und Brandt besitzt schlichtweg unglaubliches Potenzial.

Besonders beeindruckt seine Initialaktion. Sein Freilaufen, seine Annahme und die Folgeaktionen sind allesamt hervorragend. Er nimmt Bälle sehr präzise an, dreht sich sofort in die richtige Richtung und kann dadurch extrem tororientiert spielen. Langfristig dürfte Brandt einer der durchschlagskräftigsten Spieler Europas werden, der Tore einleiten, vorbereiten oder selbst erzielen kann. Dazu kommt ein ausgesprochenes taktisches Talent, ob im Kombinationsspiel, in seiner Entscheidungsfindung oder in der Arbeit gegen den Ball. GoalImpact teilt diese Meinung übrigens und sieht Brandt als das womöglich vielversprechendste Talent überhaupt zurzeit:

GoalImpact: Julian Brandt

GoalImpact: Julian Brandt

Insofern wäre eine Verpflichtung zwar teuer, doch dürfte sich mit hoher Sicherheit langfristig lohnen.

Alternativoptionen: Dusan Tadic, Louis Schaub und Martin Ødegaard

Drei weitere junge Talente wären ebenfalls denkbar. Tadic ist hierbei der älteste. Für uns hat CF auf diesen wieder einen Blick geworfen.

Radar: Dusan Tadic (4,5 Standardabweichungen über dem Durchschnitt bei Schlüsselpässen)

Radar: Dusan Tadic (4,5 Standardabweichungen über dem Durchschnitt bei Schlüsselpässen)

Dusan Tadic ist ein serbischer Flügelspieler, der sowohl rechts als auch links eingesetzt werden kann. In seinen Bewegungen ist er gerade im ersten und im zweiten Drittel sehr unterstützend und raumschaffend. Selten dominiert er im Aufbauspiel die Bewegungshierachie, lässt sich in seinen Bewegungen eher anstoßen, passt sich gut der Dynamik an und findet eine gute Balance in seiner Präsenz.

Im letzten Drittel agiert er schon dominanter, probiert mit seiner Positionsfindung aggressiver bestimmte Angriffsstränge zu forcieren und gibt gewisse Angriffsverläufe vor. Allerdings macht er dies immer noch sehr geordnet und sauber, behält immer eine gewisse Bindung zu Grundposition und schafft sehr konstant gute Synergien untereinander.

Dabei ist er aber interessanterweise nicht besonders kreativ in seiner Positionsfindung und schafft auch selten wirklich neue unorthodoxe Dynamiken, sondern bewegt sich immer sehr zielgerichtet und klar, beinahe simpel über den Platz. Die Kreativität definiert stattdessen maßgeblich Dusan Tadics Passspiel, kombiniert mit einer gewissen zielführenden Klarheit.

Er ist zum Beispiel sehr kombinativ und kann auch in engeren Räumen sehr zielstrebig, die Kombination antreiben und in isolierteren Räumen sehr konstant, gute Entscheidungen treffen. In kleinräumigen Kombinationen hilft ihm vor allem seine Übersicht und seine generell gute Ballverarbeitung, einschließlich eines guten First Touch. So kann er auch anspruchsvolle Pässe bei hohem Tempo noch sehr gut weiterleiten oder selbst verwerten. Außerdem behält er teilweise auch bei sehr verschachtelten Situationen noch eine gute Übersicht und spielt die Angriffe sehr klar zu Ende. Zudem verfügt er über eine gute Variation an Passtechniken, steckt zum Beispiel den Ball des Öfteren mit der Hacke durch oder dreht ihn ganz leicht durch Schnittstellen. Allerdings fokussiert er sich eher auf ein gutes Timing und greift auf tendenziell einfachere Pässe zurück.

Im Dribbling nutzt er ebenfalls seine gute Technik und sein gutes Raumgefühl. Man merkt dabei jedoch. dass er wohl schon in recht jungen Jahren über eine dominante Technik verfügte und sich seitdem in seinen Dribblings sehr stark über diese definiert. Außerdem ist er physisch ebenfalls gut, weshalb er damit möglicherweise verbundene Defizite nicht zwingend rein über die Spielintelligenz wettmachen muss. Zwar ist er nicht schlecht im Andribbeln und macht dies gerade in simpleren Situationen auch sehr gut, aber er könnte die ihn im Passspiel kennzeichnende Übersicht noch stärker in sein Dribbling einbringen, um es noch effektiver und mit weiterreichenden Folgen zu nutzen. Nichtsdestotrotz ist er immer noch ein hervorragender Dribbler, der sich über seine Technik gut und elegant aus Engen lösen kann oder auch ähnlich wie im Passspiel sehr zielstrebig agiert.

Weiter oben habe ich bereits sein gutes Raumgefühl angesprochen, dass er ebenfalls sehr gut in sein Spiel integriert. Öfters kommt es vor, dass er sich gut in scheinbar isolierte oder sehr enge Situationen bewegt, so eine Zugriffssituation des Gegners provoziert, aber mit seinem ersten Kontakt direkt aus der Situation in genau den Raum spielt, der durch den kurzen Zugriffsmoment frei wurde oder eine einfache Ablage in einen anderen Raum nutzt, aus dem man dann gut die offenen Lücken bespielen kann.

Durch solche Bewegungen bricht er nicht nur isolierte Dynamiken auf, sondern zerstört auch sehr clever die Verschiebemomente des Gegners.

Im Pressing agiert Tadic solide und verfügt zudem über eine gute Entscheidungsfindung. Gerade im Rückwärtsgang ist er sehr fleißig, postiert sich gut und kann einen herausrückenden Außenverteidiger ordentlich absichern oder gegebenenfalls unterstützen. Als höherer und aktiverer Pressingsspieler mangelt es ihm etwas an der nötigen Dynamik und Physis, um wirkliche Drucksituationen zu erzeugen. Er agiert hier eher zurückhaltend, erkennt Drucksituationen und verhält sich dann passwegorientiert um Bälle abzufangen und zusätzlichen Druck durch eine Einschränkung der Entscheidungsmöglichkeiten für den ballführenden Spieler zu erzeugen.

Sein GoalImpact sieht ihn nicht umsonst durchaus auf einem ausreichenden Niveau für ein absolutes Spitzenteam. Generell bleibt festzuhalten, dass Tadic für jeden ambitionierten Bundesligisten eine ernstzunehmende Option darstellen sollte. Da er aber sehr abhängig von den taktischen Umständen und seinem näheren Umfeld ist, braucht er einen kompetenten Trainer, der seine sehr spezifischen Fähigkeiten erkennt und sinnvoll einbindet – sowohl Guardiola als auch Tuchel wären dazu fähig.

Schaub wiederum wäre überaus riskant und eigentlich eher eine Option für die Bank, welche langsam in den nächsten Jahren in die Mannschaft kommt. Also eher ein Zusatzkauf als eine Option für die Stammelf.

Radar: Louis Schaub

Radar: Louis Schaub

Louis Schaub ist Rapids talentierter Flügelstürmer, der als Offensivallrounder gilt, aber als inverser rechter Flügelstürmer seine besten Leistungen zeigte. Schaub ist noch sehr jung und teils extrem unsauber, doch das Potenzial ist enorm. Er ist sehr kombinationsorientiert und dabei auch tororientiert, wodurch er sich zwar vereinzelt festspielt und -dribbelt oder zu druckvoll wird, im Normalfall sorgt seine Orientierung jedoch dafür, dass er extrem schnell für Gefahr sorgen und Raum gewinnen kann. Dabei wirkt er teilweise extrem dribbelstark und kreativ, kann sich mit schnellen Bewegungen aus engen Räumen befreien oder spielt teilweise extrem überraschende Schnittstellenpässe oder gar Lupfer aus Engstellen in offene Räume.

Im wahrsten Sinne des Wortes ist Schaub enorm quirlig und dies ermöglicht es ihm, dass er verhältnismäßig oft aus isolierten Situationen, Unterzahlsituationen und verloren wirkenden Situationen noch erfolgreich ausbricht. Seine Dynamik überzeugt, ebenso wie seine Kombinationsfähigkeiten. In simplen Situationen ist er sogar sehr erfolgsstabil und strategisch veranlagt, taucht aber noch zu oft in komplexe Situationen, wodurch er überdreht und überhastet wirkt.

Insgesamt ist das Talent jedoch enorm, auch defensiv kann er mit seiner Geschwindigkeit, Aktivität und Intelligenz überzeugen. Kaum ein Gegner dürfte mit ihm diesbezüglich mithalten können, immer wieder überrascht er im Pressing Gegenspieler mit extrem schnellen Läufen. Langfristig eine Option für einen Topverein in der Bundesliga und bereits jetzt für eine Mittelklassemannschaft geeignet, mindestens als Rotationsspieler.

Zu Ødegaard gibt es wenig zu sagen; der Junge ist unglaublich talentiert und dürfte vermutlich ohnehin nicht zu holen sein. Doch wenn man es jetzt nicht versucht, wird es nie wieder eine Chance geben – aktuell scheint Ødegaard zumindest Eingewöhnungsprobleme zu haben und Kritik zu ernten. Ein unmoralisches Angebot wäre zwar riskant, aber für das vermutlich größte Talent seiner Generation durchaus wertvoll. Die Statistiken sprechen Bände.

Radar Martin Odegod

Radar: Martin Ødegaard

Kaum ein Spieler ist so kreativ wie Ødegaard, in der gesamten Stichprobe ist niemand so jung und er ist außerdem auch in seinem Passspiel sehr gut, im Dribbling – innerhalb dieser elitären Stichprobe – durchschnittlich. Beim Scouting stellt man fest, wie extrem flexibel und spielstark der junge Norweger ist. Immer wieder positioniert er sich richtig, spielt sich aus engen Situationen frei und kann die Spieldynamik erhöhen.

Rechtsverteidigersuche einmal anders

Neben den Flügelstürmern gibt es natürlich auch noch die Position des rechten Außenverteidigers, welche offen ist. Persönlich hätte ich Mitchell Weiser behalten, der auch statistisch im Vergleich mit einer Stichprobe der 74 am besten bewerteten Rechtsverteidiger sehr gut abschloss.

Anmerkung: Auch Spiele, wo er verliehen wurde, sind in diesen Radar miteingangen. Die Schlüsselpässe könnten darum etwas zu hoch sein, die Pässe pro 90 haben allerdings extrem darunter gelitten. Spektakulär die starke Defensivleistung.

Anmerkung: Auch Spiele, wo er verliehen wurde, sind in diesen Radar miteingangen. Die Schlüsselpässe könnten darum etwas zu hoch sein, die Pässe pro 90 haben allerdings extrem darunter gelitten. Spektakulär die starke Defensivleistung.

Allerdings können bei Rechtsverteidigern statistische Modelle (noch) fehleranfälliger sein als bei Flügelstürmern, da viele Aspekte – Absicherung, defensives Stellungsspiel, Aufgaben im Spielaufbau – sehr abhängig von der Mannschaft und der Rolle im Team sind, aber auch weniger Daten zur Messung vorhanden sind. Deswegen ist ein Modell wie GoalImpact natürlich sehr nützlich. Jörg Seidel stellte uns netterweise eine kleine Liste möglicher Rechtsverteidiger mit einem ausreichend hohen Wert zur Verfügung:

GoalImpact unterschiedlicher Rechtsverteidiger

GoalImpact unterschiedlicher Rechtsverteidiger

Hier ist natürlich anzumerken, dass nicht alle konstant als Rechtsverteidiger auflaufen und manche schlichtweg nicht erreichbar sind; so ist Danilo erst diesen Sommer gewechselt, ebenso wie Gonzalo Castro, der jedoch eine tolle Verpflichtung gewesen wäre. Sollte Carvajal wegen der Verpflichtung Danilos verfügbar sein, wäre ein Telefonat mit Real Madrid eine gute Idee.

Radar: Dani Carvajal

Radar: Dani Carvajal

Alternativ gibt es gleich drei sehr interessante Spieler in der Liste und einer, der für eine Mannschaft unter dem Niveau der Bayern vielversprechend wäre.

Rosales, Janmaat, Walker und Tomecak

Von diesen vier Namen dürfte Walker der bekannteste sein. Kyle Walker gilt wegen seiner unorthodoxen Spielweise und überragenden Athletik oft als wenig spielintelligente Sprintmaschine, ist aber viel mehr als das. Seine technischen Fähigkeiten sind sehr gut ausgebildet, sodass er sich oftmals stark aus Drucksituationen befreien kann. Häufig spielt er sehr diagonal, was für seine Dribblings gilt aber auch für sein Passspiel, das für einen Außenverteidiger außergewöhnlich kreativ und strategisch ist. Walker findet in der Offensive immer wieder neue Angriffsrouten. Auch defensiv macht er nicht nur sehr weite Wege, sondern agiert clever in seiner Positionierung und Antizipation. Innerhalb dieser kreativen und druckvollen Spielweise agiert er allerdings ziemlich risikoreich und dadurch phasenweise relativ instabil – kein Sicherheitsfußballer, aber ein außergewöhnlich kompletter Kreativ-Verteidiger. Unter Guardiola wäre er dadurch besonders interessant, weil man seine Möglichkeiten stärker ausschöpfen könnte.

Radar: Kyle Walker

Radar: Kyle Walker

Daryl Janmaat wäre eine etwas defensivere Verpflichtung, könnte aber auch als Halbverteidiger eine enorm interessante Rolle einnehmen. Experte TR klärt auf:

Janmaat ist ein solider Verteidigungsallrounder für die rechte Seite. Er wirkt manchmal eher orthodox, gerade in seiner offensiven Spielweise mit einigen Vorstößen und aber noch halbwegs gut eingebundenen Flanken, zeigt häufig aber hervorragende diagonale Ansätze. In verschiedenen Höhen und Spielphasen druckvoll und engagiert startende, fast verrückt anmutende Dribblings durch die Halbärume zum Raumgewinn oder Einleiten von kombinativen Angriffen, beispielsweise mit anschließenden Verlagerungen oder scharfen Direktpässen in die Spitze für Ablagen.

Bei diesen teilweise herausragenden Aktionen jedoch in der Rhythmusfindung und bei Entscheidungen in der Timinganpassung noch einige Schwächen, so dass er sie in nicht immer idealen Situationen und Umständen einzuleiten versucht. Generell manchmal etwas überengagiert, aber andererseits in seiner grundsätzlich zuverlässigen und ballsicheren Spielweise dann zwischendurch einige seltsam aussetzende Phasen mit unsicher-drucklosen Aktionen. Dann zunehmend unsauberer und unaufmerksamer werdend, beeinflusst durch Gesamtrhythmus und ein wenig davon abhängig, in welchen Umgebungen ihn der Gegner gerade presst, obwohl das eigentlich keine unbedingten Kennzeichen seiner Spielweise sind.

Seine raumgreifenden und teilweise -gewinnenden Bewegungen aus der Tiefe und die teils enorme Diagonalität sind die interessantesten Charakteristika, die man auch interessant einbinden könnte. Solide, situativ abwartende und verzögernde Defensivhaltung mit einigen fast kreativen und individuell starken Aktionen wie Balleroberungen in direkten Duellen.

Radar: Darryl Janmaat

Radar: Darryl Janmaat

Tomecak wiederum dürfte schlichtweg nicht gut genug sein. Der Kroate galt einst als großes Talent von Dinamo Zagreb und ist nun bei HNK Rijeka unterwegs, wo er als rechter Außenverteidiger vermutlich der beste seiner Position in der kroatischen Liga ist. Allerdings ist natürlich die Frage, ob er das auch in einer besseren Liga sein könnte. Der GoalImpact würde dies zwar vermuten lassen, doch es gibt nach dem Scoutingprozess einige Bedenken.

Natürlich besitzt ein solcher Spieler mit diesem GoalImpact (und auch sehr guten traditionellen, ‘bottom-up’ Werten) eine gewisse Qualität. Vermutlich wäre Tomecak für zahlreiche Mannschaften in der Tabellenmitte der Bundesliga sehr gut geeignet, doch für die absolute Spitzenklasse könnte ihm der letzte Funken an Qualität fehlen. Tomecak überzeugt besonders durch seine Beidfüßigkeit, seine Wendigkeit und eine gewisse Einbindungsleichtigkeit, welche womöglich auch der größte Grund für seinen hohen GoalImpact sein könnte. Seine Vertikalität in der Entscheidungsfindung wären ebenfalls eine mögliche Ursache.

Desweiteren kann sich Tomecak auch im Dribbling öfters gut durchsetzen, ist defensiv solide und erfolgsstabil, könnte aber auf höherem Niveau Probleme erhalten. Insgesamt ist er ein sehr kompletter Rechtsverteidiger, der auf niedrigem Niveau enormen und positiven Einfluss auf das Spiel seiner Mannschaft von der rechten Außenbahn aus entfalten kann, dem es aber in der Komplettheit an den Spitzenqualitäten für das höchsten Niveau fehlt.

Radar: Ivan Tomecak

Radar: Ivan Tomecak

Topfavorit wäre eigentlich Roberto Rosales. Malagas Rechtsverteidiger dürfte einer der unterschätzteren Spieler im Weltfußball sein. Mit einem GoalImpact von 162 (und einem Peak-GI von 163) verkörpert er statistisch in dieser Metrik absolute Weltklasse. Bei näherer Betrachtung im Scouting wird durchaus klar, wieso. Das offensive Bewegungsspiel ist sehr gut, teilweise geht Rosales in tiefen Zonen interessant unter Druck diagonal in offene Räume, spielt kluge Verlagerungen oder diagonale Flachpässe.

Vereinzelt kann er sogar extrem weiträumige Laserpässe zum Raumgewinn in die Vertikale spielen, ist stark im Dribbling und im Kombinationsspiel, wo er auch mit dem Timing in seinen Bewegungen absolut überzeugen kann. Insofern ist er offensiv bereits jetzt sehr gut und dürfte bei einer größeren Mannschaften noch besser eingebunden werden sowie mit stärkeren Akteuren mehr Impact entfalten können. Besonders seine Diagonalität, leichte Tendenz zum Spielgestalten mit diagonalen Pässen und seine überfallartigen Vorstöße wären hierbei enorm interessant zu beobachten.

Defensiv ist er nicht immer perfekt im Stellungsspiel (ebenso wie er nicht immer 100%ig erfolgsstabil in seinen Pässen und Ballmitnahmen ist), doch in allem befindet er sich eigentlich auf überaus hohem Niveau. Öfters kann er sogar mit herausragender Antizipation und sehr intelligentem, auf einer die Situation richtig eingeschätzten Bewegungsspiel gegen den Ball glänzen. Dabei fängt er Pässe ab, verschließt Passoptionen und kommt mit gutem Timing in die Zweikämpfe, was seine leicht suboptimale Physis komplett wett macht. Desweiteren hat er im Strafraum eine ungemeine Ruhe, bleibt immer gelassen und findet meist die richtige Lösung in der Endverteidigung.

Radar: Roberto Rosales

Radar: Roberto Rosales

Insgesamt wäre Rosales also für einige Topvereine eine überraschende Verpflichtung, die sie vermutlich nicht bereuen würden. Mit 26 Jahren und einem eher geringen Gehalt, insbesondere für seine Leistungskategorie, ist er noch entwicklungsfähig und preiswert.

Zusatzkandidaten durch die Bottom-Up-Werte

Betrachtet man die Einzelstatistiken, tauchen ein paar weitere interessante Namen auf.

Einer davon ist Martin Linnes. Als Rechtsverteidiger bei Molde etwas unterfordert, obgleich er teils passiv ist und dadurch entweder offensiv kein Faktor und defensiv leicht instabil ist. An guten Tagen aber überaus stark und klar zu gut für diese Liga; könnte bei Augsburg als einer der wenigen Rechtsverteidiger dieser Welt die Verhaegh-Lücke schließen. Im Kombinationsspiel an guten Tagen sehr druckvoll und sauber, auch defensiv stabil und kaum mit Problemen. Gute Zweikampfführung bei solidem Stellungsspiel. Nach vorne kann er nicht nur mit Sauberkeit überzeugen, sondern ist meist sehr passend in seinen Bewegungen; kann gut absichern, aber auch adäquat vor- oder (besonders bei Seitenwechseln) nachstoßen. Desweiteren verfügt er über ein feines Füßchen bei Hereingaben oder unter Druck, wo er sich immer mal wieder auch mit Dribblings befreit.

Radar: Martin Linnes

Radar: Martin Linnes

Für die Bayern wäre Linnes nach dem Scouting vermutlich nicht geeignet; für viele andere Mannschaften aus dem obersten Tabellendrittel aber durchaus.

Seamus Coleman wäre ebenfalls eine weitere Variante. Coleman ist ein dynamischer, robuster und offensiver Außenverteidiger. Bei Everton spielt er meistens als rechter Verteidiger im asymmetrischen 4-2-3-1/4-4-2. Vor ihm spielt der belgische Nationalspieler Mirallas, der in seinen Bewegungen sehr tororientiert ist, in die Spitze geht und viel horizontal entlang den Schnittstellen pendelt. Dadurch öffnet er auf dem rechten Flügel Raum für Coleman, der Aufrücken kann und seine Durchschlagskraft im letzten Drittel in den Rhythmus einbinden kann.

Abgesichert wird dies durch eine leichte Asymmetrie, wenn Baines zum Beispiel tiefer bleibt oder der rechte Innenverteidiger stärker zum Flügel verschiebt und Barry dann hinten links herauskippt. Dies hat den Vorteil, dass das Spiel viel über die linke Seite aufgebaut wird, man dort eine Überzahl erzeugt, eine Verschiebebewegung provoziert und man dann sehr dynamisch in den offenen Raum auf dem rechten Flügel verlagern kann. Diese Spielweise liegt Coleman sehr gut und viele Fähigkeiten von ihm werden gut eingebunden.

Er ist gerade auf den ersten Metern extrem schnell und kann auch mit dem Ball sehr viel Raum in kurzer Zeit überbrücken, ohne dass die Folgeaktion unsauber wird. Außerdem hat er ein gutes Timing im Aufrücken, beachtet dabei die Sichtfelder seine Mitspieler oder nutzt schlechte Positionierungen von Gegenspielern sehr effektiv, so gelingt es ihm sehr konstant Mannorientierungen aufzubrechen. Wenn er dann in höheren Räumen um den Strafraum herum den Ball hat, ist er sehr zielstrebig und dynamisch.

In seinen Dribblings ist er sehr diagonal, nutzt gut die unmittelbaren Bindungspunkte, um strategisch wichtige Kanäle zu öffnen und durch diese dann über seine Robustheit und seine Dynamik in gefährliche Räume zu brechen. Isolierte Situationen am Flügel löst er sehr konstant auf. Mit kleineren Finten dreht er sich gut zum Zentrum, schafft es so sehr effektiv sein Sichtfeld zu drehen, was ihn wiederum schwieriger zu pressen macht.

Ohne Ball zeigt er viele gute Läufe in die Spitze, hat ein gutes Gespür für die Angriffsentwicklung und offene Räume in der gegnerischen Formation, welche er dann mit sehr zielstrebigen Läufen anvisiert, so kann er sehr dominant und erfolgsstabil Durchbrüche erzeugen. Sein Passspiel ist auch mindestens auf internationalem Niveau. Im letzten Drittel ist er sehr kreativ und findet konstant mit getimten Schnittstellenpässen die Lücken in der Kette. In tieferen Räumen agiert er eher unterstützend, ist aber immer eine sichere Option und verteilt die Bälle sehr variabel und strategisch sauber.

Defensiv definiert er sich zwar auch stark über seine Physis, agiert aber in der Positionsfindung auch sehr intelligent. Gerade im Gegenpressing oder generell im Pressing auf den zweiten Ball nutzt er seinen Physis und primär seinen Antritt. In der Endverteidung ist Coleman sehr stabil, rückt mit gutem Timing raus und öffnet selten die Schnittstellen, meistens postiert er sich sehr zentriert und lässt viel Raum auf dem Flügel offen, den er aber sehr schnell covern kann, wenn verlagert wird. Diese Fähigkeit erlaubte Mirallas zum Beispiel eine höhere zockende Rolle ohne dass dies wirklich abgesichert werden muss, da Coleman den offenen Raum sehr intelligent covert.

Radar: Seamus Coleman

Radar: Seamus Coleman

Seamus Coleman wäre durchaus ein interessanter Transfer für Bayern. Er könnte als Wing-Back oder als Rechtsverteidiger in mehreren Systemen von Pep Guardiola agieren. Die Qualität bringt er definitiv mit und auch der Rhythmus könnte ihm gut liegen, allerdings ist er einer der teureren Option und sein Fähigkeitenprofil ist zum Beispiel nicht so polyvalent, wie dass von Rafinha oder anderen möglichen Optionen.

Lamine Gassama von Montpellier wiederum dürfte günstiger und nicht unbedingt schlechter sein. Gassama ist ein talentierter Rechtsverteidiger, der sich interessant und unorthodox bewegt – er bleibt öfters tief, fällt situativ zurück oder bewegt sich gar etwas in die Mitte. Teilweise ist sein defensives Stellungsspiel und seine Entscheidungsfindung suboptimal, insgesamt überzeugt er jedoch. Körperlich ist er stark, seine Dribblings sind schwierig zu verteidigen und trotz gewisser Unsauberkeiten spielt er häufig sehr gute und raumgewinnende Pässe.

Radar: Lamine Gassama

Radar: Lamine Gassama

In zahlreichen Situationen fokussiert er sich darauf, das Kombinationsspiel intelligent anzukurbeln und baut von dort aus das Spiel auf. Theoretisch wäre er sogar – bei Verbesserung seines defensiven Stellungsspiels – als Halbverteidiger interessant. In einer sehr ballbesitzorientierten Mannschaft, die insgesamt hoch spielt, kann er seine potenzielle Kombinationsstärke in höheren Zonen besser einbringen.

Serge Aurier ist ein Ligakollege Gassamas. Er ist ein kreativer, sehr kompletter und polyvalenter Spieler, der in Ansätzen an Jerome Boateng erinnert. Nach einer sehr guten Saison bei Toulouse, wechselte er zu neuen Saison zum amtierenden und erneuten Meister nach Paris.

Blanc sieht ihn, wahrscheinlich auch wegen der hohen Anzahl an Innenverteidigern, eher als Außenverteidiger und setzte ihn in seiner ersten Saison fast ausschließlich als Rechtsverteidiger ein. In der „rosafarbenen“ Stadt beim FC Toulouse spielte er größtenteils als Innenverteidiger oder als rechter Mittelfeldspieler, was aus meiner Sicht seine Stärken besser einbindet.

Aurier ist dynamisch und trotz seiner Körpergröße ist er sehr robust und nutzt seinen Körper in Zweikämpfen sehr geschickt. Defensiv besticht er vor allem durch eine konstant gute Positionsfindung, verzögert teilweise gut die gegnerischen Konter mit dynamischen Herausrückbewegung oder sichert mögliche Pässe in die Tiefe ab.

Vor allem fällt er aber durch sein gutes Passspiel auf. Er postiert sich sehr geschickt zur Staffelung, dreht gut auf und agiert strategisch sehr sauber. Viele seiner Pässe spielt er diagonal ins Zentrum oder direkt sehr präzise und hart in den Zwischenlinienraum.

Im letzten Drittel ist er potenziell sehr kreativ, verfällt aber zu oft in einen linearen und flankenorientierten Rhythmus. Zwar ist er kein wirklich übersichtlicher Dribbler und definiert sich viel über individuelle Qualität im Dribbling. Aber bei Kontern oder komplexeren Situationen agiert er durchaus übersichtlich und mit gutem Dynamikbezug. Im typischen Rhythmus neigt er aber eher dazu, in simplere Muster zu verfallen, die er dann aber ebenfalls effektiv in die Dynamik einarbeitet. Bei Flanken nutzt er seine gute Passtechnik, weshalb er eine extrem hohe Vielfalt hat und sehr erfolgsstabil und präzise mit Flanken Tore vorbereitet.

Radar: Serge Aurier

Radar: Serge Aurier

Aurier würde wahrscheinlich perfekt zu Bayern passen. Er ist sehr polyvalent, kann sowohl als Innenverteidiger als auch als Wing-Back oder rechter Verteidiger spielen. Sein Fähigkeitenprofil lässt zu dem mehrere Rollen in Guardiolas System zu. Einerseits könnte er als aufrückender, aufbauender Halbverteidiger spielen, würde von Boateng und Neuer gut abgesichert werden, deshalb wäre er noch freier im Herausrücken und in seiner Entscheidungsfindung. Aurier könnte aber auch als Wing-Back sehr effektiv genutzt werden. Pep Guardiolas Bewegungsspiel und vielleicht eine etwas fokussiertere und konsequentere Einbindung seiner kreativen Fähigkeiten, könnte ihm sehr gut tun. Ob Aurier in diesem Jahr schon wechselt ist unklar, aber auf Grund seiner Rolle im Kader und seiner Einbindung ist es nicht unwahrscheinlich, dass der noch junge Ivorer in den nächsten Jahren wechselt, dann sollte Bayern auf jeden Fall einen Transfer in Erwägung ziehen.

Martin Montoya vom FC Barcelona könnte eine Option sein; beim FC Barcelona spielt er aktuell nur die zweite Geige hinter Dani Alves, dessen Vertrag jüngst verlängert wurde. Zusätzlich holten die Katalanen Aleix Vidal, der womöglich Alves‘ Erbe werden könnte. Montoya ist zwar keine Optiomallösung, könnte aber durchaus in das Münchner System passen. Defensiv ist er sauber, offensiv bewegt er sich gut und stößt häufig intelligent nach, ist stabil im Passspiel und intelligent in seinen Bewegungen.

Radar: Martin Montoya

Radar: Martin Montoya

Eine andere interessante Option wäre Mario Fernandes. Er dürfte hierzulande gänzlich unbekannt sein, weil er ZSKA Moskau sein Geld verdient.

Der Brasilianer ist ein intelligenter, vielseitiger, teamorientierter und vor allem defensivstarker Abwehr-Allrounder, der auch in schwierigen direkten Duellen sehr stabil, kopfballstark ist und u.a. über vielseitiges Stellungsspiel und ansatzweise provozierende Bewegungen einige sehr starke, herausragend antizipierte Klärungen – zu seinen größten Stärken gehörend – einbringen kann. Weiträumiger Zugriff und einige fast kreative Grätschen, dazu gegenpressingstark. Für seine Körpergröße recht beweglich. Am Ball ruhig und gutes, grundsätzlich ballsicheres Aufrücken, kleine technische Unsauberkeiten, die aber nicht allzu sehr ins Gewicht fallen.

Radar: Mario Fernandes

Radar: Mario Fernandes

 

Trotz eigentlich recht konzentrierter Spielweise manchmal im Offensivbereich jedoch leicht unbewusst oder unaufmerksam, ansatzweise vielleicht schwermütig, wodurch dann die eine oder andere Offensivaktion zunichte geht. Schwankende Erfolgsstabilität aber durch Gegenpressing auffangbar. Müsste sich dort noch etwas zielgerichteter einbringen, agiert stattdessen teilweise zu unscharf, unbedacht oder selten vorsichtig, wobei mittlerweile immer häufiger aggressivere, aktiv nachstartende, attackierende, ankurbelnde und manchmal fast leicht nüchtern-überengagierte Phasen auftreten.

Hereingaben zwar manchmal etwas simpel, aber gut abgesichert, und trotz solider gruppentaktischer Einbindung teils etwas zu seitlich orientiert, wobei spielerisches Potential durchaus da wäre, auch Dribblings recht ansprechend und zuletzt auch in seltsamen Situationen immer kombinations- sowie vor allem teamorientierter. Insgesamt aber dennoch in stabilisierender, aufbauunterstützender und vermehrt absichernder Rolle vielleicht wirksamer, da grundsätzlich auch unterstützend ausgerichtet und angenehm im mannschaftlichen Rhythmus mitspielend. Gerade dann wären die zwischendurch einzelnen sehr engagierten Kombinationsversuche eine interessante nachstoßend-antreibende Alternativroute. Insgesamt Ähnlichkeiten zu einem etwas defensiveren, weniger strategischen, weiträumig-druckvolleren Daley Blind.

Zuguterletzt gibt es noch den Kolumbianer Arias.

Radar: Arias

Radar: Arias

Einer der kombinationsstärksten Außenverteidiger der Welt ist Santiago Arias. Der Kolumbianer nutzt seinen Antritt und seine Dribblingfähigkeiten nur notfalls in Duellen an der Seitenlinie, sondern dringt lieber mit diagonalen Aktionen in die Halbräume ein und sucht seine Mitspieler für gruppentaktische Spielzüge. Daher kann er als Rechtsfuß auch auf dem linken Flügel agieren. Er fokussiert sich wenn möglich auf Durchbrüche durch die gegnerischen Schnittstellen, kann aber auch von der Seite des Strafraums kreative Bälle vor das Tor bringen; häufig sind das dann eher hohe Verlagerungen als klassische Tempoflanken.

Gegen den Ball rückt er präzise und aggressiv heraus und hat im Gegenpressing viel Raum unter Kontrolle. Schwächen hat er – gemessen am Spitzenniveau – in Bezug auf Endgeschwindigkeit, Robustheit und beim Verschieben und Verteidigen innerhalb der Abwehrkette, wobei letzteres wohl auch mit dem mannorientierten Spiel in der Eredivisie zusammenhängt. Er wäre also eine sehr gute Verpflichtung für die Bayern.

Mit Kaderabek wurde von Hoffenheim bereits ein starker, junger Rechtsverteidiger vom Markt weggeschnappt. Ähnliches trifft auf Valencias Joao Cancelo zu, der womöglich der beste Rechtsverteidiger der Welt werden könnte. Ich habe zur Veranschaulichung die Radar dieser zwei Spieler mit Reals Topverpflichtung Danilo und Beispielen aus der Bundesliga in eine GIF gepackt:

Diekmeier, Jung, Sorg, Cancelo, Danilo

Radar: Diekmeier, Cancelo, Kaderabek, Jung, Sorg, Danilo.

Es ist klar erkennbar, dass Cancelo einzig Danilo noch in seinem statistischen Output nachsteht, aber sich ansonsten vor keinem der Vergleichsspieler verstecken muss. Cancelo ist zwar in seinem jungen Alter noch etwas fehleranfällig, aber hat einen ganz besonderen Stil, der eher an sehr komplette, dribbelstarke Sechser wie Nemanja Matic erinnert – individualtaktisch brillant, viele Drehungen, gute Raumfindung, mit eher kontrollierten langen Schritten. Zudem besitzt er eine hervorragende Spieleröffnung und ist sehr geschickt darin, sich kontrolliert aus chaotischen Defensivszenen zu lösen. Für 15 Millionen € ein passender Transfer Valencias. Und somit eine tolle Option für die Bayern weniger.

Ein paar andere Alternativen, wie Fabinho, Cavanda, Hugo Mallo, Meunier oder Johansson, wurden wegen ihrer starken Statistiken ebenfalls in Erwägung gezogen, passten jedoch entweder nicht optimal in das System der Münchner bzw. Guardiolas oder wurden ähnlichen Spielertypen nicht vorgezogen, teilweise auch wegen finanziellen Gründen. Cavanda zum Beispiel ist jedoch nur knapp gescheitert.

Abgesehen davon, dass Luis Pedro Cavanda athletisch wirklich herausragend ist, weiß er seinen Körper auch noch clever einzusetzen. Besonders außergewöhnlich sind seine Offensivläufe ohne Ball, die er aus sehr tiefen Positionen startet und dann mit viel Geschwindigkeitsüberschuss in Strafraumnähe auf die Abseitslinie prallt. Am Ball variiert er zwischen klarer, ruhiger Ballzirkulation und sehr druckvollen Dribblings und Flanken, ist dabei in puncto Sauberkeit aber recht inkonstant. Defensiv ist er enorm bissig, rückt aggressiv heraus und kommt dabei mit gutem Timing in die Zweikämpfe; punktuell ist er mit diesem Defensivstil etwas arg risikoreich unterwegs.

Radar: Cavanda

Radar: Cavanda

Trotz seiner Stärken gibt es bessere Optionen – und andere.

Des Einen Flügelstürmer ist des Anderen Rechtsverteidiger 

Bei Analyse des Marktes muss natürlich auch die Frage gestellt werden, ob es

a) adäquate Optionen gibt.

b) nicht eher andere Spielertypen für die Bayern bedarf.

Die Bayern spielen eigentlich in fast jeder Partie mit sehr hohen oder extrem hohen Rechtsverteidigern. Diese haben viele unterschiedliche Aufgaben im Spiel mit dem Ball, gegen den Ball haben sie wiederum relativ wenig klassische Aufgaben in Strafraumnähe, umso mehr jedoch im Pressing. Darum wurden einige der Flügelstürmer nicht nur auf ihre Tauglichkeit als Rotationsspieler in der Offensive gescoutet, sondern auch für eine mögliche Rolle als rechte Außenverteidiger.

Ins Auge stach hierbei Remy Cabella. Newcastles Cabella dürfte einer der unterschätzteren Spieler seiner Sorte sein. Er spielt recht intelligent und erfolgsstabil, obwohl er rein strategisch (ein bisschen) besser sein könnte. Er ist kombinationsstark, kann hierbei auch interessante Verlagerungen spielen oder den Ball gut ablegen nach schärferen Pässen. Dabei ist auffällig, dass er zwar vorwiegend kleinräumig kombiniert, aber isolierte Situationen und offene Räume erkennt, wodurch er teilweise aus diesen engen Kombinationen ausbricht und den Ball weiträumiger spielt. Sein Dribbling ist sehr gut, durch die enge Ballführung, gute und passende Tempowechsel sowie seine Dynamik kann er den Ball immer unter Kontrolle behalten und bei gegnerischem Pressing (vereinzelt sogar in Unterzahl) den Attacken der Gegenspieler ausweichen.

Insgesamt ist er sehr aktiv, kann den Ball gut behaupten und an Gegenspielern mit seiner Schnelligkeit auch einfach vorbeilaufen. Was auffällt, sind seine vielen kleinen, oft gar nur angetäuschten Richtungswechsel im Dribbling. Das ist schwer zu verteidigen, er ist auch vergleichsweise gut mit seinem anderen Bein und passt seine Körperhaltung sehr schnell an sich verändernde Situationen an. Baut immer wieder gute Körpertäuschungen ein. Erkennt teilweise enorm kleine Lücken und kann diese sehr präzise bespielen, im Konterspiel oder bei Engenkombinationen somit potenziell eine echte Waffe. Defensiv ebenfalls gut.

Er kann auch als diagonaler Rechtsaußen spielen und wäre vermutlich bei stärkeren Mannschaften eine sehr gute Besetzung als Rechtsverteidiger. Vereinzelt vielleicht nicht durchschlagskräftig und raumgreifend genug, wenn er (bei Topteams) auf links spielt (/ spielen würde).

Radar: Remy Cabella

Radar: Remy Cabella

Eine andere Alternative wäre Diego Perotti. Hierbei wird auffällig, dass Perotti seine Fähigkeiten in höheren Zonen nicht direkt ausspielen kann. Zwar gibt er Verbindungen sehr gut und hebt enge Situationen erfolgsstabil auf, doch vor dem Tor und in Strafraumnähe ist er nur mäßig effektiv. Im Vergleich mit der (natürlich hochklassigen) Vergleichsgruppe in unserem Datensatz spielt er nur sehr wenige Schlüsselpässe, schließt selten ab und hat darum auch ziemlich wenige Tore. In der Analyse wird auch klar, dass er trotzdem sehr stark spielt und eben viele subtile, spielmachende Aufgaben übernimmt. In der Arbeit gegen den Ball ist er ebenfalls etwas passiv, könnte jedoch bei einer anderen Rolle hierbei durchaus aufleben, wenn man sich seine Defensivspielweise genauer ansieht.

Radar: Diego Perotti

Radar: Diego Perotti

Insofern würde Perotti durchaus Sinn machen. Besonders interessant: Eine Rolle als einrückender Außen- oder Flügelverteidiger. In Bayerns System könnte er diese Aufgabe vermutlich auch auf höchstem Niveau übernehmen, während er als linker Flügelverteidiger in einem 3-5-2 oder 3-4-3, als zentraler Mittelfeldspieler gegen sehr tiefe Mannschaften und als Zuarbeiter vom linken offensiven Flügel fungieren könnte. Ein sehr guter Kaderspieler, wenn auch nicht mehr der allerjüngste.

Atlético Mineiros Luan ist ein weiterer interessanter Außenstürmer, der in Brasilien meistens als Rechtsfuß über die rechte Seite kommt, hier aber eine sehr eigene Rolle innehat. Er ist keineswegs der klassische Flügelflitzer oder Außendribbler, sondern ist sehr kombinationsorientiert, über seine Aktionen gar balancegebend und fokussiert sich auf die Ballzirkulation. Meistens ist er relativ positionstreu, pendelt zwischen Flügel und Halbraum sowie auch in der Vertikale etwas, bietet sich dort an und kann auch unter Druck den Ball halten. Insgesamt ist er unter Pressing ruhig, was sich in all seinen Aktionen zeigt.

Aus diesen ruhigen Aktionen mit vielen intelligenten, kleinräumigen Pässen und einzelnen Kombinationen, die zur späteren Seitenverlagerung dienen, bricht er aber situativ mit sehr interessanten Aktionen heraus. Es folgen daraufhin einzelne sehr lässige Kombinationen, wo er teils den Raum selbst öffnet, kreative Pässe spielt und auch im Dribbling überzeugt. Dabei hat er eine merkwürdige Wirrheit, wo er immer wieder mögliche Lösungen und Entscheidungen anvisiert, diese aber nicht immer bespielt und sich abwendet. Öfters wirkt dies sogar bewusst, um Dynamiken zu manipulieren. Das kompensiert er durch seine hibbelige Art und unorthodoxe Koordination, wo er mit vielen Ballberührungen Winkel und Abstände verändert, um sich die Lösungen aufrechtzuerhalten. Entscheidungsfindung hier strategisch recht sauber und klar. Technisch ebenfalls gut. Defensiv inkonstant, kann aber teilweise mit sehr gutem Zugriff und Zweikampfführung überzeugen.

Radar: Luan

Radar: Luan

Potenziell guter Flügelstürmer für einige Mannschaften in der Bundesliga, besonders als ‘creative hub’ bei stärkerer Fokussierung, dann eventuell auch eher auf links. Interessanter Rechtsverteidiger bei sehr offensiven Mannschaften, wie den Bayern, wenn auch vielleicht nicht gut genug.

Ein neuer Mittelstürmer?

Hier ist die große Frage, nach welchem Profil man sucht. Will man einen älteren Stürmer, der sich auf die Bank setzt ohne zu murren? Ein junges Supertalent mit Potenzial? Einen Konkurrenten für Robert Lewandowski? Oder einen ganz anderen Spielertypen, z.B. einen Brecher?

Eine Rückkehr von Mario Gomez wäre interessant, aber gleichzeitig unsinnig. Er wäre zurzeit wohl billig zu haben, doch körperlich und in puncto Konstanz ist seine Eignung aktuell fraglich. Seine Laufwege und Spielweise wäre interessant in Guardiolas System, jedoch wären auch einzelne technische Aspekte fragwürdig.

Ein extrem interessanter Spieler wäre Jonathan Soriano. Red Bull hat unlängst Kevin Kampl, Sadio Mané und Alan für gesunde Summen verkauft. Soriano wäre auch wegen seines Alters wohl günstig zu haben, kennt Guardiola, spricht Spanisch und schießt hervorragende Standards. Dazu ist er ein technisch hochwertiger, sehr intelligenter Spieler. Ted Knutson – seines Zeichens Head of Player Analysis bei Brentford und Midtjylland – sprach auf seinem Twitteraccount mit besser designten Radaren gar davon, dass Soriano einer der unterschätztesten Stürmer Europas sei.

Sein sehr gutes Bewegungs- und Kombinationsspiel würde ihn nicht nur für die Bank sehr interessant machen, sondern durchaus eine ernstzunehmende Konkurrenz für Robert Lewandowski darstellen. Eine weitere Möglichkeit wäre wiederum Enes Ünal; der türkische, minderjährige Ibrahimovic-Verschnitt ist zwar kaum bekannt, doch mit Soriano würde er eine nahezu perfekte Kombination für die Sturmplätze 2 und 3 darstellen.

Radar: Enes Ünal und Jonatan Soriano

Radar: Enes Ünal und Jonatan Soriano

Fazit

Die statistische Analyse scheint langsam im Fußball anzukommen. Dieser Artikel ist natürlich ungemein oberflächlich und es fehlen zahlreiche zusätzliche Aspekte. Dennoch zeigt er, wie man schon mit einer geringen Menge Daten und etwas Scouting interessante Kandidaten sogar für eine Mannschaft auf absolutem Topniveau finden kann. Spieler wie Roberto Rosales oder Santiago Arias, Varianten wie Remy Cabella und Jonatan Soriano oder eben auch Spieler wie Julian Brandt, Omar Abdulrahman oder Sadio Mané dürften vermutlich weniger kosten als beispielsweise Dani Alves, Gareth Bale oder Gonzalo Higuain – um wahllos teure, gestandene Spieler auf diesen Positionen zu zitieren. Doch auch solche Transfers wie Danilo, Dybala und Kondogbia kosteten zusammen fast an die 100 Millionen € und wären zumindest in diesem Scouting das Geld nicht in seiner Gänze gerechtfertigt; obwohl sie natürlich auch sehr starke Spieler sind.

Mit solchen wie den durchgespielten Transfers könnte sich der FC Bayern in den nächsten Jahren anders aufstellen. Besonders das Ersetzen Franck Ribérys und Arjen Robbens ist von enormer Wichtigkeit, wie sich schon in dieser CL-Saison zeigte. Fakt ist aber auch, dass es kaum passende Spieler auf diesem Niveau gibt. Und man merkt: Auf niedrigem Niveau scoutet es sich leichter. Viele Spieler aus unbekannten Ligen zeigten hervorragende Statistiken und waren auch im Scouting gut; aber eben nicht bayerngut.

Nachtrag: Douglas Costa

Laut Sport1 scheint Douglas Costa nahezu fix zu sein. Wer ist der Brasilianer von Shakhtar? Auch in unsere Scouting wurde er als ‚gut‘ gekennzeichnet.

Douglas Costa ist ein potentiell guter  Flügeldribbler mit einigen schönen Ablageszenen und durchaus ambitioniertem Passspiel. In seinen Bewegungen hat er manchmal einen etwas seltsam umgesetzten Halbraum- und dabei Schnittstellenfokus, bei dem er teils etwas unreflektiert und schablonenhaft denkt. Dadurch tendiert er dann etwas zu sehr nach halbaußen im Passspiel.

Bei Ballführung im Dribbling etwas schwankend, einige sehr saubere Phasen, aber manchmal nimmt er sich mit zu vorfokussierter Körperhaltung und seltsam nach außen geneigter Fußstellung tlw. selbst die Dynamik und ansatzweise die Optionen weg. Positionsfindung im Grundsatz ziemlich gut. Versucht sich auch viel aufbauend oder weiträumig gestaltend einzubringen, durchaus hohes Bewusstsein für zentral anleitende Aufgaben, dabei tlw. noch etwas wild und entscheidungswillkürlich.

Vereinzelt jedoch schon extrem gute Pässe, die beispielsweise überraschend zentral kommen können, wenn die Situation eigentlich auf Verlagerung hindeutet. Er bespielt horizontale Staffelungen ziemlich intelligent und kann solche Situationen gut ausnutzen. Defensiv unauffällig und solide, manchmal gutes Einrücken und einzelne Szenen passender Antizipation, durchaus sauber auf ordentlichem Niveau. Generell individuell in seiner Qualität schwer einzuschätzen, wirkt manchmal bei etwas statischen Dribblingszenen, wenn er sich dort hineinbringt, wenig durchsetzungsstark und enorm – sonst eigentlich sehr ruhig – hektisch, aber manchmal bei guten und etwas weiträumigeren Dynamiken sehr kreative Mitnahmen von losen Bällen und starke Übergänge in explosive Dribblings.

Zuletzt wohl athletisch etwas gesteigert und dadurch konstant druckvoller in seiner eigentlich guten Individualtaktik und Dribbling-Präzision, wodurch auch etwas durchbruchsstärker. Von seiner grundsätzlichen Einbindung ins mannschaftliche Gesamtgefüge insgesamt angenehm und solide.

In Guardiolas konzeptionelles Positionsspiel vermutlich relativ gut hineinpassend, wenn ihm eine adäquate Rolle gegeben wird. Die Art seines Spielgestaltens eventuell unpassend. Spitzenqualität (noch) fraglich, aber möglich.

Radar: Douglas Costa

Radar: Douglas Costa

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fluxkompensator 18. März 2016 um 17:55

allgemeine frage zum scouting: wie kann man das“ absolute“ potenzial eines (jungen) spielers einschätzen? damit meine ich: gewisse fähigkeiten, die einem spieler gegeben sein mögen, lassen sich feststellen, bei hoher veranlagung wird der spieler relativ zu mit- und gegenspieler im selben bereich (oder jahrgang) herausragen. aber inwieweit lässt sich dabei das potenzial für den profibereich einschätzen? gewiss, haben wir einen solchen spieler bereits in der eigenen jugendmannschaft, lassen wir ihn mit den profis trainieren, um eine präzise einschätzung vornehmen zu können – wie ist das aber bei spielern anderer vereine? speziell auch bei zweitliga-mannschaften?

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Kirmoar 10. September 2015 um 18:49

Hi, tauchte Kingsley Coman in der Analyse für die Flügelstürmer auch mit auf?
Wie seht Ihr ihn. Viel gespielt hat er ja bei Juve nicht, soll ja aber sehr talentiert sein. Die Ablöse soll ja auch nicht ganz billig sein, wenn Bayern denn die Kaufoption ziehen würde.

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av 25. Juli 2015 um 11:44

Würde gern mehr über Adame Traore (Barca) erfahren. Wie sehen hier die Werte aus?

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Dr. Acula 3. Juli 2015 um 17:10

gaudino als „Bayerns Defensiviniesta“ zu bezeichnen find ich zwar etwas mutig, aber nichtsdestrotrotz super „statistik-analyse“

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Valentin 1. Juli 2015 um 12:52

Nach seinen überragenden Leistungen bei der U-21 wäre es mal interessant zu wissen, wie Bernardo Silva hier abschneidet. Wurde er nicht sogar schon einmal als SV-Hipster von Monaco ausgezeichnet? Bei Monaco wird er doch schon hauptsächlich auf Außen eingesetzt oder?

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Herr Band 1. Juli 2015 um 12:19

Jetzt ist es also offiziell, Costa kommt. Ich freu mich drauf zu sehen, wie er sich unter Guardiola entwickelt, bzw. wie Guardiola ihn einbaut, um seine Stärken optimal zu nutzen. Das mit den überraschend zentralen Pässen klingt auch sehr interessant. Mal sehen, was da z. B. in Kombination mit Thiago draus wird. Weiser ist ja leider weg, hätte vielleicht auch ein witziges Zusammenspiel ergeben können.

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CleverK 30. Juni 2015 um 15:01

Klasse Analyse! Bzgl. Götze, was genau verstehst du unter Einbindungsproblemen? Was muss getan werden um eine optimale Einbindung von Götze zu erzielen?

Ich habe den Eindruck dass das Fehlen von Ribery, Robben und Alaba in der 2ten Saisonhälfte das Hauptproblem für Götze darstellten. Ribery und/oder Robben geben Götze mehr Raum oder auch mehr Kombinationsmöglichkeiten und Alaba ist meiner Meinung nach auch viel besser im Kombinationsspiel als Bernart. Bernart ist ein überragender Spieler aber hält oft doch etwas zu lange den Ball und spielt Götze erst in starren Situationen den Ball ab wo Götze wiederum dann nicht die notwendige Beschleunigung hat um aus dem Stand an den Gegenspielern vorbei zu kommen…Wie seht ihr das?

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BinDagegen 29. Juni 2015 um 17:46

Vielen Dank für den Artikel. Ich habe eine Frage zur Entwicklung der Spieler, die abzusehen ist. Großes Potential ist ja nun nichts, was sich unbedingt an Daten ablesen lässt. Trotzdem hofft man, dass Spieler in das Niveau der Bayernmannschaft wachsen könnten. Das ist reichlich abstrakt. Deshalb: Wie war es denn um Spieler wie beispielsweise Ribery und Robben zum Zeitpunkt ihres Wechsels bestellt? Wie würde man sie zum heutigen Zeitpunkt in dieser Form bewerten, oder anders: Wie war damals ihr Niveau? Würde sehr bei der Einordnung der genannten Spieler helfen.

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DAF 29. Juni 2015 um 10:45

Sind die Daten zu den Torhütern wirklich valide? Mich hat das Radar von Neuer ziemlich irritiert, da es in den klassischen Torwartdisziplinen ziemlich mittelmäßig und eigentlich nur unwesentlich besser als das von Ullreich aussieht.

In den Bereichen „Reaktionen auf der Linie“, „Abwehren von Freistößen“, und insbesondere „Abfangen von Distanzschüssen“ ist Neuer laut Radar sogar schwächer als Ullreich, was ich für extrem fragwürdig halte. Ich kann mich zB in den letzten Jahren nur an zwei Gegentoren von Neuer direkt durch Freistöße erinnern (letztes Jahr gegen Cristiano Ronaldo und diese Saison gegen Calhanoglu) und beide waren unhaltbar. Dafür hat er einige teilweise unfassbar gehalten (in Dortmund kann ich mich an eine richtig krasse Parade erinnern). Das wiederspricht auch iwie eurer Spieleranalyse zu Neuer.

Ich hab von Ullreich jetzt nicht so viel gesehen in den letzten Jahren, hab aber noch nie gehört dass er ein heimlicher Weltklassetorhüter sein soll. Insofern finde ich das Radar sehr erstaunlich.

Außerdem gibt es bei Neuer einen Ausschlag zu Alter, bei Ullreich hingegen nicht. Aus dem Kontext und den anderen Diagrammen schließe ich, dass ein solcher Ausschlag für geringes Alter steht. Neuer ist allerdings älter als Ullreich. Kann sein dass bei diesen Diagrammen iwas durcheinander gekommen ist?

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RM 29. Juni 2015 um 13:24

1) Nein, die Daten zu Torhütern sind nicht valide. Torhüter sind zurzeit am schwersten korrekt zu bewerten, rein nach der Statistik.
2) Ah, Alter ist invers codiert worden und nicht transformiert. In Wirklichkeit gehört das Alter umgekehrt auf dem Radar.

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DAF 29. Juni 2015 um 14:21

Alles klar, vielen Dank für die Klarstellung.

Wie stehst du eigentlich zu dem Transfer von Ullreich? Nach meinen Eindrücken ist er insbesondere fußballerisch eine klare Verschlechterung gegenüber Reina und ich frage mich, ob es für Bayern auf dieser gar nicht so unwichtigen Position (Neuer muss sich nur mal etwas schwerer verletzen und schon ist der zweite Torwart existentiell) keine besseren Lösungen gegeben hätte…

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HK 29. Juni 2015 um 15:48

Bin ich bei dir.

Ulreich wird überall als langjähriger BL-Stammtorwart verkauft, der sich nun auf die Bayernbank setzt.
Das ist Vergangenheit. Aktuell ist Ulreich beim VfB, einem Abstiegskandidaten gescheitert. Der Verkauf zwei Jahre vor Vertragsende für eine eher symbolische Summe lässt keine Fragen mehr offen.
Andere BL-Vereine waren für ihn weit und breit nicht in Sicht.

Hätte er nicht das Image des langjährigen Eigengewächses gehabt, nicht so ein verbindlich-professionelles Auftreten und wären seine Konkurrenten beim VfB ein wenig besser mit etwas weniger Verletzungspech gewesen, hätte seine Karriere in Stuttgart schon viel früher ein unerfreuliches Ende genommen.

Heißt für Bayern: Sie haben jetzt einen TW auf der Bank, der im Grunde kaum BL-Niveau erreicht.
Sie sollten hoffen, dass Neuer gut duch die Saison kommt.

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Global Soccer Network / Dustin Böttger 28. Juni 2015 um 23:54

Glückwunsch für diesen grandiosen Artikel!!! Endlich mal eine deutsche Website,die sich dem Thema annimmt. Deutschland hinkt dieser Art von Scouting meilenweit hinterher,was ich aus persönlichen Erfahrungen mit diversen Bundesliga- und Drittligaclubs bestätigen kann. Umso besser,dass hier mit viel Sachlichkeit und Kompetenz diskutiert wird. So kann man das datenbasierte Scouting weiter voran bringen.

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Plotsch 28. Juni 2015 um 17:53

Schon wieder kein „Reply-Button“ mehr. Vielleicht solltet ihr mal über ein Chat-Funktion nachdenken 🙂

„Die gibt es eben auch bei kleineren Nationen, wenn auch weniger.“

Und genau das ist mein statistscher Punkt, den es zu gewichten gilt.

„Verstehe aber nicht, wieso man nicht nach Giggs, Ödegaard und Co. suchen sollte. Das ist ja qualitatives Scouting, keine quantitative Suche.“

Habe ich mit keinem Wort gesagt. Aber wie wahrscheinlich ist es, das in Wales zu Zeiten eines Giggs noch ein Weltklassemann rumläuft den keiner kennt? Ich meine lediglich, dass man diese Aspekte in die Rechnung einbeziehen sollte, ohne dabei jemanden auszuschließen.

„Ergo hätte Bayern auch noch Robben und Ribéry früher für schwächere deutsche Spieler ersetzen sollen, ebenso wie Barcelona Alves, Suarez und Neymar nicht benötigt.“

Habe ich so nicht gesagt, aber Barca und Bayern ziehen ihre Stärke in den letzten Jahren aus einem qualitativ hochwertigen Kern einheimischer Spieler. Als es bei Barca noch die Holländer-Fraktion gab, war man qualitativ rein formal bestimmt nicht schlechter aufgestellt, aber dennoch erheblich weniger erfolgreich. Beispielsweise ein Faktor der in der Premier League komplett ignoriert wird und der in meinen Augen (mit) ein Grund für die derzeitige Schwäche ist. Nochmal, das ist ein notwendiges aber nicht hinreichendes Kriterium. Man könnte auch andersrum argumentieren, warum den ausgerechnet in alle Ecken der Welt bessere Spieler rumlaufen sollten als im starken Heimatmarkt (ein Aspekt der beispielsweise die Qualität der Primera Division ausmacht).

„Bei jedem, der mit 19 Jahren für 5-8 Millionen € aus der dritten Liga gekauft werden soll, scheint es durchaus einen gewissen Markt geben.“
Für mich kein schlagendes Argument. Zuculini wurde für eine ähnliche Summe von Racing geholt.

„Und ich glaube eben, dass in der Hierarchie die Qualität eben vor der Nationalität kommt, die auch noch hinter der Persönlichkeit eines Spielers zu reihen ist.“
Und die Qualität (die in der Definition auch irgendwie subjektiv ist) fällt ja nicht vom Himmel, sondern ist eine Symbiose aus Talent, Ausbildung, Umfeld, Erfolg, Skills, vielen weiteren Faktoren und auch abhängig vom Zeitpunkt der Betrachtung. Die Wahrscheinlichkeit einen Weltklassespieler aus Paraguay zu finden ist halt aus diesen Gründen heraus halt extrem viel kleiner als einen aus Spanien, Deutschland, Frankreich, Argentinien etc. Und das sollte in die Gewichtung einfliessen – ohne das es diese dominieren darf ganz klar. Aber ignorieren sollte man es nicht.

„Anderer Zielmarkt heißt übrigens in dem Kontext nur, dass die Anzahl an Spielern, die dem Verein helfen können, deutlich kleiner ist.“
D’accord

Antworten

Isco 28. Juni 2015 um 22:09

Wenn kein Reply Button mehr da ist, dann klickst du einfach auf den des Postings davor, der neue Beitrag rutscht dann unter den, den du beantworten wolltest.

Antworten

Isco 28. Juni 2015 um 22:16

Und nochwas: „Habe ich mit keinem Wort gesagt. Aber wie wahrscheinlich ist es, das in Wales zu Zeiten eines Giggs noch ein Weltklassemann rumläuft den keiner kennt? “
Genau so hoch, wie wenn es Giggs nicht gegeben hätte.

Antworten

Plotsch 29. Juni 2015 um 09:43

Das ist statistisch gesehen nicht korrekt. Wenn Wales statistisch alle 10 Jahre eine Weltklassespieler rausbringt, ist die rechnerische Wahrscheinlichkeit geringer innerhalb von 2 Jahren gleich zwei zu produzieren.

Danke für den Reply-Tipp.

Antworten

king_cesc 29. Juni 2015 um 10:01

Da besteht doch keinerlei Zusammenhang? Nur weil einer gut ist, kann doch noch ein guter Spieler rauskommen? Oder glaubst du Talent wird pro Einwohnerzahl verteilt? (Uruguay als Gegenbeispiel…)

Antworten

Koom 29. Juni 2015 um 10:32

Statistik. Es gibt Wahrscheinlichkeiten, die man berechnen kann. Einwohnerzahl spielt dabei eine Rolle, aber nicht nur. Das ist wie bei Würfeln. Man kann berechnen, wie hoch die Chance ist, dass beim nächsten Wurf eine 6 kommt. Das Problem dabei ist, dass der Würfel das nicht weiß. 😉

Plotsch 29. Juni 2015 um 17:21

„Da besteht doch keinerlei Zusammenhang? Nur weil einer gut ist, kann doch noch ein guter Spieler rauskommen? Oder glaubst du Talent wird pro Einwohnerzahl verteilt? (Uruguay als Gegenbeispiel…)“

Hatte ich nie behauptet. Ich hatte lediglich gesagt, dass die Qualität der Nationalmannschaft auch einen Einfluss auf die Qualität der Spielers hat, weil sie eben Qualität aus einer Vielzahl von Faktoren zusammensetzt, unter anderem eben auch der Erfahrung, und da ist es für einen Weissrussen eben sehr viel schwerer die gleiche Turniererfahrung zu sammeln wie ein Italiener, Spanier und Deutscher.
Und dieser Aspekt gehört in meinen Augen eben auch in das Scouting (neben den völlig richtigerweise vielen anderen hier beschriebenen Datenpunkten) hinein. Weil es nämlich einen gewissen Rückschluss auf die weitere potentielle (!!!) Entwicklung eines Spieler zulässt.
Überspitzt gesagt, wie wahrscheinlich ist es, das man der erste ist, der einen potentiellen Weltklasse-Spieler in Baku entdeckt? Und wie wahrscheinlich ist es, dass man einen potentiellen Weltklassespieler in der U19-Bundesliga findet?

Nicht mehr, aber auch nicht weniger wollte ich Aussagen.

Isco 29. Juni 2015 um 11:56

Statistisch gesehen hast du vorher n*p Talente, n ist die Anzahl der fußballspielenden Waliser im richtigen Alter, p ist die Wahrscheinlichkeit unter den Voraussetzungen in Wales (z.B. Anzahl der Bolzplätze, Anzahl der Vereine, durchschnittliche Freizeit,…) ein Talent zu finden.
Wenn du jemanden gefunden hast, ist der Erwartungswert (n-1)p , was bei der Grundgesamtheit von tausenden Jugendlichen völlig egal ist.

Wenn ich Mensch-ärgere-dich-nicht spiele ist die Wahrscheinlichkeit eine Sechs zu würfeln immer 1/6, völlig egal, ob ich schon 10 Würfe lang keine hatte oder schon 3 hintereinander.

Antworten

Plotsch 29. Juni 2015 um 16:59

Aber bei einer Million Würfen kommt halt bei der Normalverteilung 6 genauso of wie die 3…

idioteque 29. Juni 2015 um 17:33

Aber ein Ereignis, dass auf eine Million Würfe im Schnitt drei mal vorkommt, kann auch in einer so großen Stichprobe auch 5 oder sogar häufiger vorkommen. Bei extremen (und extrem seltenen) Werten (die potenzielle Weltklassespieler nun mal sind) ist die Streuung zwischen verschiedenen Stichproben recht groß, d.h. es kann mal innerhalb kurzer Zeit mehrere große Talente geben (Stichwort goldene Generation) und dann über Jahre hinweg keine mehr.

Plotsch 29. Juni 2015 um 19:04

Bestreite ich ja auch gar nicht. Aber das muss in die Gewichtung einfliessen.
Jemand der eine durchschnittliche Passquote von 75% hat, kann ja auch mal 90% und mal 60% haben, dennoch wird statistisch die 75% eingerechnet und möglicherweise die Standardabweichung.

idioteque 1. Juli 2015 um 15:52

Aber dass der Spieler in der letzten Partie 90% Passquote hatte, macht es nicht wahrscheinlicher, dass er beim nächsten mal 60% hat oder unwahrscheinlicher, dass er beim nächsten mal wieder 90% schafft. Deswegen sollte das logisch nichts an der Gewichtung ändern, zumal man den tatsächlich zu erwartenden Wert gar nicht kennt und der sich mit der Zeit auch noch ändert.

Plotsch 2. Juli 2015 um 10:09

Aber die Aussage wird halt nicht dadurch präziser. Dafür wir ja statistisch die Standardabweichung genutzt. Es hilft halt nichts in der Analyse, wenn der Durchschnitt 75 ist, die Schwankungen darum aber so stark, das der Wert 75 vielleicht nur einmal von 10 wirklich passiert. Und das gilt es im Modell zu gewichten.

idioteque 2. Juli 2015 um 12:59

Ich weiß schon, was die Standardabweichung bedeutet, und für Einzelspielerscouting ergibt es Sinn, wenn man weiß, wie konstant ein Spieler seine Leistung abruft,, aber ich bezog mich auf dein Beispiel mit dem Länderscouting, und da liefert die Standardabweichung keine Aussage, da das Ereignis „bestimmt talentierter Spieler“ eine feste (wenn auch unbekannte und über die Zeit veränderliche, je nachdem wie sich Talentförderung usw. weiterentwickeln) Wahrscheinlichkeit besitzt, während die Standardabweichung sich auf Verteilungen bezieht.
Das Länderscouting sollte davon abhängig sein, für wie wahrscheinlich man es hält, dort ein Talent zu finden und auch verpflichten zu können, dass bestimmten Ansprüchen genügt. Das hat nichts mit einer Standardabweichung zu tun und auch nichts damit, dass die erwartete Talentanzahl (zumindest, wenn die Wahrscheinlichkeit sehr klein ist gegen die Population) schon erfüllt ist.


Plotsch 28. Juni 2015 um 00:32

Leider ist unten der Reply technisch nicht mehr möglich, daher hier noch mal eine Antwort auf RM bezüglich des Modells:
Zitat „Reicht doch, wenn man beim Scouting eben zusätzliche Punkte wie Qualität der Gegner, besondere Eigenschaften (wie agiert er unter hohem Druck?), etc. feststellt, oder?“

Ist ein valider Punkt ganz klar, aber wie gesagt, nicht nur bezogen auf die Liga, sondern auch auf die Nationalmannschaft (oder potentiell mögliche Nationalmannschaft).
Wie gesagt, rein statistisch betrachtet kommen die Weltklasse-Spieler auch vermehrt aus den Weltklasse-Mannschaften. Das erklärt sich für mich nur aus dem Unterschied bei den grossen Turnieren der Nationalmannschaften. Ein Weltklasse-Moldawier kann ja auch Champions League spielen (bei einem großen Klub), aber wahrscheinlich nicht alle zwe Jahre bei einem großen Turnier.
Zitat: „Nur sollte der Ersatz gut genug sein, um bereits jetzt in der Stammelf ohne Bedenken auflaufen zu können; ansonsten könnten sie ja die Probleme dieser Saison nicht bereinigen und Robben und Ribéry benötigen bereits jetzt Ersatz.“

Und das ist in meinen Augen ein Denkfehler. Wie lassen sich denn diese Bedenken scouttechnisch und statistisch ausräumen? Doch lediglich mit einem statistisch gewichteten Potential. Muss jemand schon mal CL-Halbfinale gespielt haben um da ohne Bedenken wieder „bestehen“ zu können oder reicht auch eine geniale Drittliga-Saison mit erfolgreicher U21-EM und signifikanten Stats? Die Beispiele in denen ein Spieler X aus dem nix sehr viel stabiler in solchen Situationen spielt (bei der entsprechenden Mentalität) als ein besser gewerter Spieler Y sind mir recht häufig im Kopf (Beispielsweise nochmal Julian Brandt, der letztes Jahr bei Leverkusen gegen PSG sehr viel auffälliger und belastbarer war als Castro und Bellaribi – nur um mal zwei zu nennen.). Aus seinem Status heraus als gerade gekommener U19-Spieler wäre das sicherlich nicht ablesbar gewesen (in der Gewichtung).

Zitat ;“ Es wird also wirklich dringend Ersatz benötigt, denn man auch in großen Spielen bringen kann.“
Vielleicht ist das so, aber wie gesagt, der Moneyball-Ansatz betrachtet genau diesen Aspekt nicht, da er sich auf Stats bezieht, die aussagerkräftig sind, aber eben genaus diese Aspekte (Big Guns for Big Games) ausblenden und dennoch eine Lösung finden möchte. Also die Filterung eines Zweitligs-Profis der eben aufgrund der Statistiken und Potentiale dennoch seinen Mann in den entscheidenden Partien stehen kann. Das Aurier, Danilo und Cancelo beispielsweise gut abschneiden, genau dafür brauche ich die Analyse nicht. Ich brauche die Analyse für die Art von Spielern die „irgendwo“ rumspielen und aufgrund einer Fehleinschätzung eben nicht für 40 Millionen zu Real wechseln, aber dennoch eine vergleichbae Leistung in entscheidenden Spielen abrufen. Und meine Einschätzung bei der Beobachtung des Spielermarktes ist halt: Die gibt es auch und zwar zu jeder Zeit!

Die Entwicklung von Dortmund in den letzten Jahren ist da für mich bezeichnend. Zum Anfang der Ära-Klopp hat man Spieler wie Hummels oder Subotic oder Lewandowski (oder auch Götze sehr früh das Vertrauen geschenkt) geholt, die massiv unterschätzt (oder zumindest nicht genug geschätzt) wurden geholt. Für kleines Geld mit massivem Erfolg auf allerhöchster Ebene (Meister, Pokal, CL). Danach hat man diesen Pfad verlassen und vor allem auf „BVB-Top-Niveau“ taugliche Leute gesetzt (ich bin mir sicher auch mit statistisch unterlegten Formeln). Obwohl man mit der eigentlichen Strategie Top-Niveau erreicht hatte. Anstelle von Mustafi aus Genua wurde dann Sokratis geholt, anstelle von Kramer aus Bochum/Leverkusen dann Sahin, anstelle das man Hofmann das Vertrauen ausspricht hat man Kagawa geholt usw.

Natürlich ist man nachher immer schlauer, aber für mich muss klar sein, dass ein solch aufwendiges System 1. eben diesen Zufallsfaktor senkt
2. Nicht mit den üblichen Verdächtigen aufschlägt, die man mit seriösem Scouting auf dem Niveau sowieso auf dem Radar haben muss.

Ich hätte beispielsweise gerne die jungen (Deutschen) Spieler aus der U17/U19/Zweiten und Dritten Liga aus Deutschland gesehen, die Dein Modell ausgespuckt hat und hätte diese nicht gleich aussortiert, nur weil die Liga-Herkunft nicht darauf schließen lässt dass Sie sofort helfen.

Antworten

RM 28. Juni 2015 um 10:56

Wie gesagt, rein statistisch betrachtet kommen die Weltklasse-Spieler auch vermehrt aus den Weltklasse-Mannschaften.
Ja und nein. Das stimmt auf eine größere Zahl von Weltklassespielern, aber nicht für das Einzelscouting.

Aus seinem Status heraus als gerade gekommener U19-Spieler wäre das sicherlich nicht ablesbar gewesen (in der Gewichtung).
In welcher Gewichtung? Die Liga wird ja nicht negativ gewichtet.

Das Aurier, Danilo und Cancelo beispielsweise gut abschneiden, genau dafür brauche ich die Analyse nicht.
Dir ist schon klar, dass Cancelo primär Ersatzspieler bei Valencia und auch in der U-Mannschaft Portugals ist? Und ob wirklich so viele Leute Roberto Rosales von Malaga, Mario Fernandes von ZSKA, Ivan Tomecak von Rijeka oder Santiago Arias auf dem Zettel als Rechtsverteidiger von möglichem Weltformat haben, wage ich zu bezweifeln. Es geht hier ja nicht nur um das Finden von komplett unbekannten Namen, die aber auf Messi-Niveau spielen (das wird es auch nicht geben), sondern (auch) um eine Neubewertung unterschätzter Spieler. Rosales und Arias habe ich dank dieses Modells und des Scoutings nun sicherlich in meinen Top5-10 der besten Rechtsverteidiger der Welt.

ich bin mir sicher auch mit statistisch unterlegten Formeln
Ich bin mir sicher, dass das nicht gemacht wurde.

Nicht mit den üblichen Verdächtigen aufschlägt, die man mit seriösem Scouting auf dem Niveau sowieso auf dem Radar haben muss.
Quinonez ist Südamerikaner, Matsumura spielt in der zweiten japanischen Liga, Abdulrahman im Nahosten, Schaub ist kein Stammspieler bei Rapid Wien, etc. In der Liste befinden sich zig Spieler aus der moldawischen, zweiten österreichischen, dritten englischen, türkischen, polnischen, rumänischen Liga sowie Jugendspieler aus aller Welt. Nur sind eben viele vom Modell überschätzt und schlichtweg nicht gut genug für die Bayern als Ersatz, den man bereits in diesem Jahr bei Verletzungen von Robben und Ribéry bringen kann. Aber viele der Jungs wären natürlich gut genug für andere Mannschaften oder in 4-5 Jahren; aber das war ja nicht das Ziel dieses Artikels.

Ich hätte beispielsweise gerne die jungen (Deutschen) Spieler aus der U17/U19/Zweiten und Dritten Liga aus Deutschland gesehen, die Dein Modell ausgespuckt hat und hätte diese nicht gleich aussortiert, nur weil die Liga-Herkunft nicht darauf schließen lässt dass Sie sofort helfen.
Naja, ich glaube kaum, dass der FC Bayern fünf Jahre warten kann, damit man eventuell passenden Ersatz hat. Die wurden nicht wegen der Liga-Herkunft ausgeschlossen, sondern weil sie schlichtweg noch nicht gut genug sind. In diesem Artikel ging es per Definition um akuten Ersatz, nicht um mittelfristige Optionen. Darum „ja“ zu Brandt und „nein“ zu Hack, Passlack oder Köhlert.

Antworten

DAF 28. Juni 2015 um 11:13

Bei Hack sprechen wir von Alexander Hack von der 2. von Mainz, oder? Aber wer ist Kohlert? Ich finde nur einen Köhlert…

Antworten

RM 28. Juni 2015 um 11:39

Mats Köhlert, HSV. Und nein, nicht Alexander Hack, sondern Robin Hack.

Antworten

Plotsch 28. Juni 2015 um 11:56

„Ja und nein. Das stimmt auf eine größere Zahl von Weltklassespielern, aber nicht für das Einzelscouting.“

Aber das ist ja genau der Punkt auf den ich hinaus will. Statistik schlägt Einzelscouting, dass ist die Aussage von Moneyball. Deswegen muss man diesen Punkt (Ich nenn es mal einfach „Nationenwertung“) eben statistisch sauber einbauen damit das statistische Modell noch aussagekräftiger wird. Die Ausgangsfrage ist doch „was gewinnt Fussballspiele?“. Und ja, es ist aufgrund der Genese des Spiels unzweifelhaft sehr viel schwieriger, entsprechende Individualstats herauszufiltern die diese Aussage untermauern wie beim Baseball. ABER (und das ist es was ich in meinen unbeholfenen Statements versuche auszudrücken), es gibt in meinen Augen im Fussball „Teamstats“ die statistisch eben doch (ergänzend neben den von Dir absolut zu recht gefilterten Individualstats)) aussagekräftig sind, warum rein rechnerisch eine Fussballmannschaft gewinnt und warum nicht. Und diese haben überhapt nix mit fussballspezifischen Stats zu tun (Passquote, Abschluss etc.), sondern mit anderen Faktoren (Mischung der Mannschaft an Nationen, Home-Grown-Player, Ausbildungsland, Land der potentiellen Nationalmannschaft etc.). Für mich gibt es da einfach einen statistisch gefühlten Zusammenhang, der sich auch im Scouting wiederspiegeln sollte.
Beispiel: Wenn in meiner ersten Elf derzeit 8 Nationen mit 6 Sprachen und Kulturen aus 5 Ausbildungsschulen kicken, ist es für mein (Moneyball) Scouting eben auch erfolgskritisch ob ich zu dieser Mixtur eben noch ein eine weiteres heterogens Puzzle hinzufüge oder vielleicht doch erfolgsversprechender für das funktionieren der Mannschaft einen (leicht) weniger talentieren Mann aus meinem „Ausbildungsland“ hole, um die Homogenität wieder zu stärken. Ein solcher Faktor ist sicherlich nicht hinreichend genug um jemanden zu verpflichten (so nach dem Motto ich brauche statistisch noch einen Deutschen in meiner ersten Elf, also verpflichte ich den Hausmeister schnell als RA), aber doch notwendig beim Scouting.
Ich behaupte einfach (schlechter Ratgeber ich weiss), dass eine nach dem Moneyball-Prinzip weltweit zusammengestellte Mannschaft potentielle schlechter abschneidet, als eine nach dem Moneyball-Prinzip zusammengestellte Mannschaft, die eine „nationale“ Gewichtung drin hat.

„In welcher Gewichtung? Die Liga wird ja nicht negativ gewichtet.“
Mein Punkt war, das Brandt letztes Jahr gegen PSG bei Bayer genau die Art von sofortiger Verstärkung dargestellt hat, die niemand von ihm erwartet hat. Und nochmal, ich halte sowohl eine Liga-Gewichtung als auch einen Nationen-Gewichtung in der Formel für hilfreich im Hinblick auf die Aussagekraft im Fussball.

„sondern (auch) um eine Neubewertung unterschätzter Spieler.“
Bin ich voll bei Dir

„In der Liste befinden sich zig Spieler aus der moldawischen, zweiten österreichischen, dritten englischen, türkischen, polnischen, rumänischen Liga sowie Jugendspieler aus aller Welt.“

Auch da wieder mein Einwand im Hinblick auf mannschaftliche Gefüge. Was ist mit den Leuten aus dem deutschen Markt?

„Nur sind eben viele vom Modell überschätzt und schlichtweg nicht gut genug für die Bayern als Ersatz, den man bereits in diesem Jahr bei Verletzungen von Robben und Ribéry bringen kann.“

Nochmal: wer definiert gut wenn nicht das statistische Modell? Das ist mir zu subjektiv. Hätte man Anfang der Saison gedacht, dass Weiser und Rode wirklich solider Ersatz auf ihren jeweiligen Positionen sein können und in manchen Spielen auf TOP-Niveau (Rode beispielsweise gegen Porto), sogar den Unterschied ausmachen können?

„Naja, ich glaube kaum, dass der FC Bayern fünf Jahre warten kann, damit man eventuell passenden Ersatz hat. Die wurden nicht wegen der Liga-Herkunft ausgeschlossen, sondern weil sie schlichtweg noch nicht gut genug sind.“

Das war auch gar nicht meine Aussage. Es ging mir nicht um 4 oder 5 Jahre, sondern um ein paar Spiele, vielleicht eine Halbserie. Auch hier nochmal der Hinweis auf Thomas-Müller-Christoph-Kramer, die beide quasi sofort auf absolutem TOP-Niveau geholfen haben, obwohl sie aus unteren deutschen Ligen kamen. Und ich glaube daran liegt vielleicht der größte Unterschied zwischen uns, was die Formel angeht. Mir ist ein Moldawier aus der zweiten Moldawischen oder ein Österreicher aus der österreichischen Liga weniger wichtig, als ein gut ausbildeter 20Jähriger aus der dritten Deutschen. Und zwar nicht aus sentimentalen oder nationalen Gefühlen heraus, sondern weil mir die Statistik aus der Bundesliga sagt, dass die Wahrscheinlichkeit einen (überspitzt formuliert) Weltklasse-Spieler aus dem Moldawischen/Österreichischen/Türkischen/Japanischen/Rumänischen Ausbildungssystem (selbst wenn er schon älter ist) zu verpflichten, sehr viel geringer ist als aus dem Deutschen. Und genau diese Gewichtung fehlt mir hier noch.

Nachtrag zu Dortmund: Wenn die wirklich komplett ohne statistisches BackUp in den letzten beiden Jahren gescoutet haben, was ich nicht einschätzen kann aber aus der Seriösität und Reflexionsfähigkeit von Klopp und Zorc mir eigentlich nicht vorstellen, dann haben sie es nicht anders verdient als mal gepflegt ein paar Dutzend Millionen Euro versenkt zu haben.

Antworten

RM 28. Juni 2015 um 13:00

Statistik schlägt Einzelscouting
Das statistische Einzelscouting. Darum spielt die Ligaqualität eine Rolle, die Nationalmannschaft aber nicht. Und ich glaube, die von dir aufgezählten demografischen Daten für Mannschaftsstatistiken meist einfach nur eine Proxy für andere Sachen sind, die beim Scouting einer Mannschaft und deren Qualität zwar hilfreich sind, aber einzelne Spieler – und die will man hier ja finden – unpassend über- und unterbewerten könnten.

diese Gewichtung fehlt mir hier noch.
Diese Gewichtung sehe ich aber nicht als richtig an. Für einen Thomas Müller gibt es eben auch einen Shinji Kagawa, einen Edin Dzeko oder einen Robert Lewandowski. Und wie gesagt, es sind viele deutsche Spieler drinnen. Natürlich kann ich das bei einem größeren Datensatz z.B. mit dem UEFA-Ranking der Ligen relativieren, aber die dritte deutsche Liga liegt dort auch unter der ersten moldawischen. Mit einem anderen Algorithmus könnte man natürlich die Spielstärke filtern, aber hier wurde ja zusätzlich zu jedem Spieler noch seine Mannschaft und er selbst gescoutet, wo man die Ligastärke selbst gewichtet hat. Außerdem gibt es ja auch Spieler aus der zweiten deutschen Bundesliga; nur wurden diese eben weitestgehend nicht für gut genug befunden (und zwar vom Scouting später). Man könnte auch anders argumentieren: Vielleicht würde der FC Bayern dann zu viel Homogenität haben, wenn man Robben und Ribéry mit Deutschen ersetzt. Deine Argumentation mag für mich vielleicht auf einen Mittelklasseverein zutreffen, nicht aber auf einen Verein auf dem Niveau des FC Bayern. Für mich ist außerdem das nicht im Scouting entscheidend, schon gar nicht im statistischen, sondern später beim Treffen mit dem Spieler, dem Kennenlernen und dem Einschätzen seiner Persönlichkeit. Da kann man dann sagen „Okay, der passt vielleicht doch nicht zu uns wegen XYZ“.

Es ging mir nicht um 4 oder 5 Jahre, sondern um ein paar Spiele, vielleicht eine Halbserie. Auch hier nochmal der Hinweis auf Thomas-Müller-Christoph-Kramer, die beide quasi sofort auf absolutem TOP-Niveau geholfen haben, obwohl sie aus unteren deutschen Ligen kamen.
Das Modell hat folgende Spieler aus Deutschland oder deutscher (Zweit-)Nationalität: Multhaup, R. Hack, Passlack, Köhlert, C. Stark, Kevin Stöger, Boyamba (Schalke), Almpanis (Freiburg II), Tim Probst, Mitchell Weiser, Hamad, Zuber, Bittencourt, Lewerenz (Würzburger Kickers), V. Grifo, Marko Marin, G. Burgstaller, Bellarabi, Son, Brandt, Draxler, T. Golley, D. Wegner (Saarbrücken), M. Rojas (VfB) und Gökhan Töre.

Weiser hätte ich ohnehin behalten, Brandt empfehle ich sowieso. Die anderen sind sehr jung, Bittencourt und Stöger sehe ich schlichtweg unter solchen Optionen wie Abdulrahman oder Mané. Die anderen sind entweder zu jung oder schlichtweg zu schwach. Thomas Müller wird hier wegen der Geschichte mit van Gaal ohnehin merkwürdig eingeschätzt; der war mit 19 Jahren der – auch statistisch – eindeutig stärkste Spieler der dritten Liga. Hoffenheim wollte den nicht umsonst für eine größere Millionensumme holen. Wäre Brandt beim FC Bayern und nicht ganz so spektakulär, wäre vermutlich er der Müller von heute. Und ja, ein oder zwei Spieler wie Kramer (rein vom Potenzial, nicht vom Spielertyp) gibt es durchaus in der zweiten Liga. Einer heißt Groß (gleiches Geburtsjahr) und spielt beim FC Ingolstadt (nun erste Liga), der andere heißt Kimmich und wurde von den Bayern gekauft. In der dritten Liga gibt es z.B. einen Mittelfeldspieler, der für die Bayern gut genug wäre (zentraler Mittelfeldspieler) und den mein Modell sofort holen würde. Das ist allerdings nicht das Ziel dieses Artikels gewesen und außerdem lesen einige Profivereine hier, wir müssen denen nicht gratis das Scouting abnehmen. Ich habe nicht umsonst ausgerechnet die Bayern gewählt, deren Zielmarkt einmalig in Deutschland ist.

Bei den Rechtsverteidigern wären in diesem angepassten Modell übrigens Diekmeier, Sorg und Jung nun die Ideallösungen für die Bayern.

Wenn die wirklich komplett ohne statistisches BackUp in den letzten beiden Jahren gescoutet haben,
Komplett nicht, aber die meisten scouten ohne oder mit nur sehr, sehr wenigen Statistiken. Darum sind ja Brenford/Midtjylland zurzeit ein so großes Thema. Die meisten Teams scouten über Agenten, Hörensagen und den Scoutingstab, Statistiken werden eher danach als davor miteinbezogen, soweit ich weiß. Ob das beim BVB auch der Fall war?

Antworten

RoyalBlue 28. Juni 2015 um 16:19

Zwei Sachen:
Hier lesen wirklich Profi- bzw. vielleicht sogar Bundesligavereine mit? War das nur ein kleiner Scherz oder wisst ihr das aus sicherer Quelle? Klar ist das, was ihr hier macht wirklich stark und lesenswert, aber es sollte für Profivereine doch wohl nichts Neues sein?

Und zu dem zentralen Mittelfeldspieler aus der 3. Liga: spielt der zufällig in der wohl besten Ballbesitzmannschaft der 3. Liga? Habe da so meine Vermutung 😉

Antworten

RM 28. Juni 2015 um 16:43

Hier lesen wirklich Profi- bzw. vielleicht sogar Bundesligavereine mit? War das nur ein kleiner Scherz oder wisst ihr das aus sicherer Quelle?
Wir haben schon mit vielen Trainern aus den unterschiedlichsten Ligen Kontakt gehabt und für zahlreiche Vereine, bis hinauf zu (ausländischen) CL-Teilnehmern, gelegentlich gearbeitet. Und das, was wir hier öffentlich machen, ist ja nur ein Bruchteil von dem, was wir können und hinter den Kulissen machen.

Goalimpact 28. Juni 2015 um 17:50

„Hier lesen wirklich Profi- bzw. vielleicht sogar Bundesligavereine mit?“

Ja, kann ich bestätigen.

Koom 28. Juni 2015 um 18:25

„Klar ist das, was ihr hier macht wirklich stark und lesenswert, aber es sollte für Profivereine doch wohl nichts Neues sein?“

Das merkt man auch in anderen Berufssparten oft: Nur weil irgendwo ein großer Name dran klebt, heißt das nicht, das die unfassbar besser in dem sind als solche, die den Namen nicht haben. Ich erlebe das als Programmierer zum Beispiel auch erschreckend oft. Merke: Die anderen kochen auch nur mit Wasser. Der Topf ist manchmal schöner, aber letztlich kommts aufs selbe raus. 😉

Fabi 28. Juni 2015 um 18:44

„Wir haben schon mit vielen Trainern aus den unterschiedlichsten Ligen Kontakt gehabt und für zahlreiche Vereine, bis hinauf zu (ausländischen) CL-Teilnehmern, gelegentlich gearbeitet. Und das, was wir hier öffentlich machen, ist ja nur ein Bruchteil von dem, was wir können und hinter den Kulissen machen.“
Jetzt bin ich aber neugierig: Was macht ihr denn für diese Vereine und was könnt ihr denn noch so?

RM 28. Juni 2015 um 19:14

Es wäre höchst unprofessionell und indiskret das zu verlautbaren, nicht wahr? Tuchel sprach ja bereits in 2-3 Artikeln, dass wir eine Zeit lang für ihn die Gegneranalyse gemacht haben. Solange die anderen Trainer und Vereine aber nicht öffentlich darüber sprechen, machen wir das natürlich auch nicht.

Fabi 28. Juni 2015 um 19:20

Mmmmh… Dachte ich mir fast. Naja…
Trotzdem danke, ihr seid einfach genial!!!

Plotsch 28. Juni 2015 um 17:04

„Diese Gewichtung sehe ich aber nicht als richtig an. Für einen Thomas Müller gibt es eben auch einen Shinji Kagawa, einen Edin Dzeko oder einen Robert Lewandowski.“

Kagawa hatte 18 starke Monate bei Dortmund. Das war es. Kenne sonst auch keinen japanischen Weltklasse-Spieler. Ähnliches gilt für Polen (Lewandowski) und Bosnien (Dzeko). Müller spielt seit 4 Jahren Weltklasse und aus Deutschland sind in der Zeit auch noch andere Weltklasse-Spieler gekommen. Das ist sollte man in meinen Augen eben schon gewichten und hat auch eine statistische Grundlage.

„Vielleicht würde der FC Bayern dann zu viel Homogenität haben, wenn man Robben und Ribéry mit Deutschen ersetzt. “

Mir ging es nicht um ein Dogma, sondern lediglich um einen weiteren Faktor den es zu berücksichtigen gilt.

„Deine Argumentation mag für mich vielleicht auf einen Mittelklasseverein zutreffen, nicht aber auf einen Verein auf dem Niveau des FC Bayern.“

Genau das bezweifel ich. Gerade auf allerhöchstem Niveau lassen sich ganz klare erfolgskritische Mannschaftsstrukturen bei der Zusammensetzung erkennen. Übrigens auch ein Erfolgsfaktor der Bayern in den letzten 5 bis 8 Jahren.

„Thomas Müller wird hier wegen der Geschichte mit van Gaal ohnehin merkwürdig eingeschätzt; der war mit 19 Jahren der – auch statistisch – eindeutig stärkste Spieler der dritten Liga. Hoffenheim wollte den nicht umsonst für eine größere Millionensumme holen.“

Nicht jeder der von Hoffenheim für Millionensumme geholt werden soll hat Weltklasse-Potential. Müller hat in den U-Teams des DFB quasi keine Rolle gespielt und ich kann ich mich auch nicht erinnern, dass um ihn während seiner Saison in der zweiten Mannschaft so ein Hype gemacht wurde. Spannend wird es sein zu beobachten wie es Eberwein und Hingerl in der Zukunft ergeht – die bei den Bayern in meinen Augen ähnlich unter Wert eingeschätzt werden wie es auch anderen Eigengewächsen ging.

„Und ja, ein oder zwei Spieler wie Kramer (rein vom Potenzial, nicht vom Spielertyp) gibt es durchaus in der zweiten Liga. Einer heißt Groß (gleiches Geburtsjahr) und spielt beim FC Ingolstadt (nun erste Liga), der andere heißt Kimmich und wurde von den Bayern gekauft.“

Wahrscheinlich auch noch Meffert.

„Das ist allerdings nicht das Ziel dieses Artikels gewesen und außerdem lesen einige Profivereine hier, wir müssen denen nicht gratis das Scouting abnehmen.“

:-)… Sollte vielleicht mal jemand vom HSV hier rein schauen…

„Ich habe nicht umsonst ausgerechnet die Bayern gewählt, deren Zielmarkt einmalig in Deutschland ist.“

Es kommt doch vor allem auf Erfolg an, bei den Bayern sicherlich auf einem anderen Niveau als bei allen anderen Bundesligisten. Aber dennoch macht es wahrscheinlich wenig Sinn, weltweit nach irgendwelchen Spielern zu fanden, die ins Gesamtgefüge nicht reinpassen. Wie gesagt, erfolgskritische Mannschaftsstrukturen.

„Komplett nicht, aber die meisten scouten ohne oder mit nur sehr, sehr wenigen Statistiken.“
Wundert mich irgendwie nicht in dem extrem konservativen Fussballgeschäft, dass das immer noch alles sehr laienhaft betrieben wird. Strategie als Methode des Handelns ist da einfach noch ein Fremdwort.

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RM 28. Juni 2015 um 17:19

Kagawa hatte 18 starke Monate bei Dortmund. Das war es. Kenne sonst auch keinen japanischen Weltklasse-Spieler. Ähnliches gilt für Polen (Lewandowski) und Bosnien (Dzeko). Müller spielt seit 4 Jahren Weltklasse und aus Deutschland sind in der Zeit auch noch andere Weltklasse-Spieler gekommen. Das ist sollte man in meinen Augen eben schon gewichten und hat auch eine statistische Grundlage.
Bosnien hat Pjanic, Polen war einst sogar Dritter bei der WM, etc. Aber das hat ohnehin absolut nichts mit meiner Argumentation zu tun. Natürlich hat Deutschland viel mehr Weltklassespieler. Aber wir suchen ja nicht Weltklasseteams, sondern Weltklassespieler. Die gibt es eben auch bei kleineren Nationen, wenn auch weniger. Verstehe aber nicht, wieso man nicht nach Giggs, Ödegaard und Co. suchen sollte. Das ist ja qualitatives Scouting, keine quantitative Suche.

Gerade auf allerhöchstem Niveau lassen sich ganz klare erfolgskritische Mannschaftsstrukturen bei der Zusammensetzung erkennen. Übrigens auch ein Erfolgsfaktor der Bayern in den letzten 5 bis 8 Jahren.
Ergo hätte Bayern auch noch Robben und Ribéry früher für schwächere deutsche Spieler ersetzen sollen, ebenso wie Barcelona Alves, Suarez und Neymar nicht benötigt. Ich glaube nicht, dass das der Erfolgsfaktor war. Die Bayern hatten immer schon einen klaren deutschen Kern. Nur bestand dieser früher aus schwächeren Spielern. Ottl und Lell von 2008 will man persönlich eben nicht in dem Scouting haben. Bei ungefähr gleichstarken Spielern kann man den deutschen Akteur gerne aus deinen genannten Gründen bevorzugen, aber doch nicht, wenn es zulasten der Qualität geht.

Nicht jeder der von Hoffenheim für Millionensumme geholt werden soll hat Weltklasse-Potential.Bei jedem, der mit 19 Jahren für 5-8 Millionen € aus der dritten Liga gekauft werden soll, scheint es durchaus einen gewissen Markt geben.

Müller hat in den U-Teams des DFB quasi keine Rolle gespielt
Relative Age Effect, außerdem häufig bei Bayern-Jugendspielern der Fall.

Aber dennoch macht es wahrscheinlich wenig Sinn, weltweit nach irgendwelchen Spielern zu fanden, die ins Gesamtgefüge nicht reinpassen.
Und ich glaube eben, dass in der Hierarchie die Qualität eben vor der Nationalität kommt, die auch noch hinter der Persönlichkeit eines Spielers zu reihen ist. Anderer Zielmarkt heißt übrigens in dem Kontext nur, dass die Anzahl an Spielern, die dem Verein helfen können, deutlich kleiner ist. Egal, ob kurz-, mittel- oder langfristig. Sich dann auf kleinere Märkte zu begrenzen, macht für mich wenig Sinn. Wenn später beim Gespräch mit dem Spieler festgestellt wird, dass er nicht ins Teamgefüge passen würde, wieso auch immer, kann man sich ja ohnehin nochmal umsehen und eben vielleicht doch einen etwas schwächeren deutschen Spieler kaufen.

Plotsch 28. Juni 2015 um 17:20

Kleiner Nachtrag zu der Auflistung der Spieler mit den Zweitnationalitäten. Genau daran finde ich, kann man sehr schön sehen, was die Qualität der Nationalmannschaft in Bezug auf Weiterentwicklung auf allerhöchstem Niveau ausmacht.
Während die Spieler, die sich für den DFB entschieden haben alle fast ausnahmslos, eine Entwicklung hin zur internationalen Klasse gemacht haben, sind die Spieler, die sich nicht für den DFB entschieden haben auf einem gewissen Nivau stagniert. Besonders auffällig in meinen Augen bei solchen Beispielen wie Sahin oder Toprak, im Gegensatz, zu sagen wir, Gündogan oder Mustafi.

Damit meine ich nicht, dass die DFB-Ausbildung so besonders brillant ist oder so. Sondern rein statistisch, die Auswirkung der Stärke der Nationalelf signifikant auf die Entwicklung eines Spielers ist.

RM 28. Juni 2015 um 17:23

Ich finde Toprak zurzeit noch besser als Mustafi. Toprak hatte übrigens eine extrem schwere Verletzung in seiner wichtigsten Entwicklungszeit. Einzelschicksale zu wählen ist außerdem statistisch fragwürdig. Und da ist außerdem ein klarer Bias drinnen: Spieler, die sich für eine schwächere Nationalmannschaft entscheiden, sind eben in der Regel nicht gut genug für die bessere.

Flo 26. Juli 2015 um 23:56

Hab jetzt erst gesehen, dass das Thema hier weiterging, darum hab ich meine Antwort hier hochkopiert:
Zur Einbeziehung der Nationalität eines Spielers aufgrund der Nationalmannschaftserfahrung würde ich gern noch zwei Punkte hinzufügen. Zum einen sammeln diese Spieler nicht nur Erfahrung bei einer WM, sondern bei jedem Training in den jeweiligen Leistungszentren, welche z. B. in Deutschland wahrscheinlich besser ausgestattet sind als in Moldawien. Auf der anderen Seite ist bei Spielern, die diese luxuriöse Ausbildung in ihrem Land nicht genießen können, die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie bei professionellerem Training einen großen Leistungssprung machen können (siehe “Gold Mine Effect” von Rasmus Ankersen). Um extrem zu übertreiben: ein Junge aus einem afrikanischen Dorf, der in seinem Leben weder einen Fußball noch -schuhe hatte, aber trotzdem jeden Tag 8h mit anderen Objekten Fußball gespielt hat, wird bei entsprechender Förderung größere Sprünge machen, als ein Deutscher, der seit seiner Geburt in einem Luxus-Internat lebt und 1,5h am Tag trainiert.
Aber damit driften wir wahrscheinlich viel zu sehr ab, v. a. weil das für die Bayern auch vollkommen irrelevant wäre.

Rurane 30. Juni 2015 um 19:09

„Rosales und Arias habe ich dank dieses Modells und des Scoutings nun sicherlich in meinen Top5-10 der besten Rechtsverteidiger der Welt.“

Da du es gerade ansprichst: Wie würde deine Traumelf aussehen? Was wäre das für ein Team? Wie würden sie spielen? Würde mich mal interessieren, wie du ein Team zusammensetzen würdest, wenn du könntest.

Den Artikel finde ich übrigens super. Er zeigt deutlich, wie viele (potentiell) herausragende Fußballer unter dem Radar herumdümpeln.

Ich denke, die statistische Analyse wird in den kommenden Jahren mehr und mehr im Fußball etabliert werden. Also danke für die spannende Lektüre.

Antworten

RM 30. Juni 2015 um 19:20

Wie würde deine Traumelf aussehen? Aller Zeiten? Aktuell? Lieblingsspieler oder jene Mannschaft, welcher ich in den meisten Fällen einen Erfolg zutrauen würde?

Antworten

Rurane 30. Juni 2015 um 19:27

Mannschaft mit Lieblingsspielern, der du auch Erfolg zutrauen würdest.

Antworten

Rurane 30. Juni 2015 um 19:27

Aktuelle Spieler

RM 1. Juli 2015 um 09:41

Lieblingsspieler als „Lieblingsspieler vom Spielertyp her“, nicht abseits des Platzes, richtig? Spontan:

Alexis, Messi
Ribéry, Modric, Busquets, Cazorla, Robben
Marcelo, Alaba, Boateng
Neuer

Tevez, Müller, Brandt, Iniesta, Kroos, Baier, D. Alves, Thiago Silva, Varane und Ter Stegen auf der Bank.

SuperMario33 1. Juli 2015 um 10:05

Cooool, Dani Alves hats auf die Bank geschafft, ich find den einfach genial, hatte immer den Eindruck hier, dass er nicht der ausgesprochene Liebling der Taktikfreaks ist.

Rurane 1. Juli 2015 um 13:29

Interessantes Team. Vielen Dank dafür! Würde Paco Jemez doch nur mit solchen Spielern arbeiten können.


razor19911 27. Juni 2015 um 16:57

Alternativfrage: Gab es Spieler, welche du prinzipiell geil findest, die aber überraschend nicht in den Suchergebnissen aufgetaucht sind?

Antworten

RM 27. Juni 2015 um 19:52

Bin mir nicht mehr ganz sicher, ob Brahimi, Muniain, Dybala, Fekir, Giovani, Thauvin, Ljajic, N. Sansone, Quintero, Laccazette, Taison, Halilovic und Lamela allesamt den Cut schafften. Einige davon haben sicher gefehlt, obwohl ich mit deren Namen gerechnet hatte. Bellarrabi auch erst später bei Lockerung für Passquote reingekommen.

Arda Turan, Sam, Gaitan und Di Maria waren zu alt.

Antworten

Mario 27. Juni 2015 um 09:34

Bei transfermarkt.de heißt es, dass Arda Turan gerne wechseln möchte. Er ist doch auch ein super Dribbler. Und was ist mit Kovacic, den du doch auch cool findest und der auch ein starker Dribbler (nach deinem Artikel) ist?

Antworten

RM 27. Juni 2015 um 19:52

Kovacic ist super, aber kein Flügelstürmer und als Rechtsverteidiger auch nur sehr bedingt tauglich. Für die Mittefeldzentrale wäre er natürlich ein lässiger Transfer. Bei Arda bin ich mir unsicher, ob / wie er ins System passen würde.

Antworten

av 25. Juni 2015 um 13:42

Aus aktuellem Anlass: wie sieht es bei Douglas Costa (Donezk) aus?

Antworten

RM 25. Juni 2015 um 14:05

Wurde am Ende des Artikels eingefügt.

Antworten

HK 25. Juni 2015 um 14:30

Schnell reagiert.
Spielt er nicht überwiegend rechts? Na, dann kommt er wenigstens nicht Ribery in die Quere. Die Vorgeschichte der beiden hat was.

Antworten

Isco 25. Juni 2015 um 18:48

Es kommt eh oft genug Ribery Ribery in die Quere 🙂

Antworten

victorolosaurus 25. Juni 2015 um 14:39

dafür einen speziellen dank, hatte extra geguckt, ob er hier erwähnt wurde und dann hat er sogar einen eigenen abschnitt bekommen

Antworten

a_me 25. Juni 2015 um 14:46

danke, danke!

Antworten

SMR 25. Juni 2015 um 16:53

Danke auch von mir für die fixe Einbindung von Costa in den Artikel.
Angesichts seiner beschriebenen Fähigkeiten frage ich mich, ob er als Soforthilfe taugen würde.
Seine Torquote – in 33 Pflichtspielen 14/15 fünf Tore, sieben Vorlagen – liegt hinter der von Robben/Ribery. Betrachtet man die Daten im Radar, so liegt er im Vergleich zu Ribery nur knapp bei den Dribblings vorne und bei den Schüssen pro 90 min allerdings bei weniger erzielten Toren.
Im Vergleich zu Robben sieht das ähnlich aus, hier liegt Costa nur bei den Defensivaktionen vorne. Muss man also damit rechnen, dass Costas Torquote bei einer Verpflichtung zu Bayern nicht an die seiner Konkurrenten Robbery heranreicht? Darf man also erwarten, dass Costa eher der Dribbler ist, der Freiräume für die Mitspieler schafft?
Und klar, sein Alter passt sehr gut ins Anforderungsprofil, weil Costa die besten Jahre noch vor sich hat.
Noch eine andere Frage würde mich interessieren: Da man Donezk hauptsächlich in der CL sehen bzw. beurteilen kann und Donezk letzte Saison im CL 1/8-Finale gegen Bayern auf Konter gesetzt hat, wäre die Frage, ob er z.B. durch das im Artikel bezeichnete gute Bespielen horizontaler Staffelungen auch in einer von Guardiola auf Ballbesitz trainierten Mannschaft auf hohem oder höchstem Niveau Durchbrüche gegen tiefstehende Gegener erspielen kann? Denn gerade der Ausfall von Robbery in den letzten Saisionwochen haben den Bayern Probleme bereitet, weil Götze/Müller ganz andere Spielertypen sind.
Und noch was: Wenn Costa offensiv und defensiv flexibel einsetzbar ist, wo würde man ihn bestenfalls aufbieten können? Direkt als Ribery-Ersatz, der ja aufgrund seiner Verletzung den Saisonstart verpassen wird? Oder sogar anstelle von Rafinha rechts hinten?
P.S. Der gesamte Artikel ist Wahnsinn, ein Riesen-Kompliment!!!!!

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datschge 25. Juni 2015 um 14:06

Er taucht im Screenshot der Statistiktabelle auf, vorletzter Spieler. Scheint im überfliegen da durchgehend durchschnittliche Werte der aufgelisteten Spieler zu haben.

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Peter Vincent 25. Juni 2015 um 15:08

D. Costa wird mE als rechter Außenbahnläufer eingesetzt und da halte ich für eine Top-Verpflichtung:
Das spricht wieder für eine „Dreierkette“:
——————Lewy——————-Müller——————-
—————-Götze———————Thiago——————
——————————Lahm———————————–
Bernat——————————————————-Costa
————–Alaba———PEH————Boateng————
——————————Neuer———————————–

Für ganz vorne sollte noch einer kommen und je nach BS-Abgang noch ein ZM.

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done 25. Juni 2015 um 13:14

Wer mir momentan bei der u21-em sehr gut gefällt, ist amin younes. Warum finde ich den nicht in der Tabelle?

Antworten

RM 27. Juni 2015 um 19:54

Er hat vermutlich den Cut nicht geschafft oder er ist einer der über +100 Spieler, die nicht im Screenshot waren.

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Kritischer Leser 25. Juni 2015 um 00:12

Dass man anhand einer Datenanalyse nach bestimmten Spielertypen (in dem Fall eben Robbery Nachfolger auf dem Flügel) sucht ist ja ein richtiger Ansatz aber das Stichwort Moneyball passt eigentlich überhaupt nicht zu dem was da gemacht wird…

Ganz grundsätzlich muss man an der Stelle vielleicht dazusagen, dass die „Moneyball“ Entwicklung beim Baseball nicht einmal ansatzweise auf den Fussball übertragen werden kann weil sich die Struktur der Sportarten einfach zu sehr unterscheidet.
Beim Baseball konnte man berechnen welche Aktionen letztendlich zu Siegen führen und konnte diese Erkenntnisse dann dazu nutzen bei den Spielerverplfichtungen „Value“ zu finden. Das funktionierte sehr gut weil die Sportart aus vielen Duellen zwischen jeweils 2 Spielern besteht. Diese kann man getrennt voneinander analysieren und sich somit anhand der Stats ein sehr gutes Bild machen. (Mal ganz vereinfacht ausgedrückt)

NFL und NBA sind natürlich auch auf diesen Zug aufgesprungen aber schon da wird es niemals möglich nur anhand der Stats eine genaue Analyse hinzukriegen. Beim Basketball wird mittlerweilse sehr viel in die Datenanalse investiert und das hat sich auch schon deutlich ausgwirkt: Der Fokus auf bessere Offense bzw bessere Wurfauswahl (positiver Wert von Dreier und Freiwürfen im Vergleich zum Mid Range Game beispielsweise). Da wird auch viel über einzelne Szenen geredet und gerechnet: Lohnt sich Hack a Shaq in dieser oder jener Szene!? Ist ein überhasteter Abschluss 30 Sek vor Ende des Viertels richtig um dann nochmal den letzten Wurf zu haben? Im Football gibt es jetzt ständig die Debatte ob man Fourth Downs ausspielt oder Field Goals kicken sollte… Stats zeigen, dass sich Risiko lohnt aber Coaches sind oft weiterhin extrem konservativ…Da tut sich was in einzelnen Bereichen aber schon diese Sportarten sind in den Abläufen viel zu komplex um den Wert eines Spielers wirklich in einer Zahl ausdrücken zu können.

Fussball ist da nochmal extremer. Es entscheiden noch weniger einzelne „Scoring Plays“ über das Ergebnis und das Spiel besteht nicht aus vielen klar voneinander isolierbaren Angriffen. Man wird zwar ständig mit irgendwelchen Zahlen konfrontiert aber in der Realität lassen weder Laufstrecke, Zweikampfwerte, Ballbesitzahlen, Passquoten oder Torschüsse einen Rückschluss auf das Ergebnis zu. Einzig bei „Schüssen auf das Tor“ gibt es dann einen (kleinen) Zusammenhang mit dem Endergebnis… Fussball ist da aus wissenschaftlicher Sicht eine „Chaos Sportart“ und für die statistische Analyse in vielen Teilen eher undankbar. Bei Football kann man wenigstens klar sagen, dass eigener Ballbesitz von hoher Bedeutung für einen Sieg ist. Das passt beim Fussball schon wieder überhaupt nicht… (wie konterstarke Teams oder auch die Pressingmonster belegen)

Gibt ja viele sehr nette statistische Spielchen die uns auch beim Fussball weiterhelfen und ein besseres Verständnis ermöglichen… Beispielsweise die ganzen Expected Goals Berechnungen die man immer den reinen Torschuss Werten vorziehen sollte. Sowohl für den Trainer um die Leistung des Teams unabhängig vom Resultat objektiver einzuschätzen aber auch für den Fan der das Spiel verpasst hat und kurz checken will welche Truppe besser war. Aber die Struktur der Sportart setzt da eben auch klare Grenzen. Die große Erkenntnis im Fussball besteht ja eher darin, dass man in den letzten Jahren festgestellt hat wie sinnlos Ballbesitz, Passquote und Zweikampfwerte eigentlich sind…

Zum Artikel: Der Autor stellt (ohne statistische Analyse) richtigerweise fest, dass im Hinblick auf das Alter von Robbery mittelfristig Spieler mit Eins gegen Eins Qualität benötigt werden. Man sucht dann mit den verfügbaren Daten ähnliche Spielertpen. Das ist ja durchaus absolut sinnvoll und lesenswert aber das hat ja überhaupt nix mit Moneyball zu tun… Der Kern der Moneyball Entwicklung bestand ja darin, dass man anhand der Stats nachweisen konnte, dass die Scouts jahrzehntelang nach den falschen Skills gefahndet haben weil man überhaupt nicht wusste welche Qualitäten denn letztendlich zu den Siegen führen.

Im Fussball kann man anhand der Stats nach vergleichbaren Spielern scouten bzw nach bestimmten Kriterien und einzelnen Skills. Aber dieser viel wichtigere erste Schritt der den Kern der Moneyball Entwicklung eigentlich ausmacht (Also rauszufinden welche einzelnen Werte denn überhaupt zu Sieg bzw Niederlage beitragen) wird schon allein aufgrund der Stuktur der Sportart im Fussball nicht gelingen. Also nur weil Stats verendet werden in diesem Artikel das Stichwort Moneyball so groß aufzugreifen passt eigentlich nicht und da wird im Artikel sehr viel wild durcheinander gebracht…

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IchBinNichtMatthiasSammer 25. Juni 2015 um 00:37

Moneyball ist kein Konzept, sondern nur Titel eines Buchs. Inwiefern „Moneyball“ bedeuten soll, man würde unterschätzte Fähigkeiten finden, erschließt sich mir nicht. Und Letzteres hat weder exklusiv noch primär mit den Oakland Athletics zu tun. Es war Bill James, der Statistiken auf ihre Validität prüfte, wobei er nicht der einzige war. Heutzutage weiß jeder, dass On-Base-Percentage (mit) am wichtigsten ist. Sind nun alle Moneyball? Oder hat das vermeintliche Konzept somit ausgedient, weil die Daten richtig evaluiert werden?

Außerdem scouten die Oakland Athletics nicht nur anders, sondern oft einfach besser (andere Datensätze, etc.). Moneyball ist eigentlich nur ein „Buzzword“ bzw. Brummwort, ein gut vermarkteter Buchtitel, unter dem viele Leute unterschiedliche Sachen verstehen. Ihn synonym zu einem so allgemeingültigen Denkkonzept zu stellen, empfinde ich persönlich allerdings unpassend. Ansonsten könnte man gar die letzten Adventskalender der Spielverlagerer als Moneyball bezeichnen.

Mit dem ersten Teil des Beitrags gehe ich d’accord, glaube jedoch, dass dies fast alle Leser hier ebenfalls so sehen / wissen. Dennoch können die Statistiken bestimmte Hilfestellungen leisten, auch wenn dies im Artikel – wie vom Autor erwähnt – etwas zu grob praktiziert wurde.

Zur Untermauerung des positiven Effekts – Größe natürlich diskussionswürdig – von statischen Statistiken in dieser dafür natürlich etwas zu dynamischen Sportart reichen übrigens nicht nur Midtjylland und Brentford, sondern auch viele andere Vereine, ob z.B. Bayern, Red Bull, Arsenal oder City, nutzen ebenfalls deutlich mehr „Advanced Stats“, als viele glauben würden. Zu Midtjylland gibt es übrigens bei 11Freunde von Biermann einen lesenswerten Artikel. Titel: Midtjyllands Fußball-Revolution – Moneyball im Niemandsland.

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Kritischer Leser 25. Juni 2015 um 02:00

Klar, Sabermetrics wäre statt „Moneyball“ eigentlich der zutreffende Begriff… Aber da hier jetzt eben der Buchtitel verwendet wurde, habe ich mich auch darauf bezogen. Und ja: Im Kern ging es damals darum, dass es einigen klugen Köpfen gelang mithilfe der Stats „Value“ auf dem Spielermarkt zu finden. Der Knackpunkt war aber nicht, dass man Daten zur Verfügung hatte (Damit arbeiteten ja auch die alten Scouts) sondern, dass man eben besser verstand welche Einzelwerte wirklich für Siege oder Niederlagen verantwortlich sind. Und ich sehe halt nicht was das mit diesem Artikel zu tun haben soll… Hier wird für Bayern ein bestimmtes Anforderungsprofil formuliert und dann anhand einiger Werte nach entsprechechenden Spielern gesucht… Kann man so machen aber hat halt mit dem anfangs im Artikel eingeführten Moneyballbegriff letztendlich nicht viel zu tun.

Und natürlich entwickelte sich die ganze Geschichte weiter und die damals überraschenden Auswahlkriterien beim Scouting und den Spielerverpflichtungen waren dann später für alle Teams selbstverständlich. Heute findet sich wohl auch kein NBA Team mehr welches nicht weiß, dass der Dreier aus der Ecke besonders wertvoll ist. Man versucht halt der Konkurrenz immer ein klein wenig voraus zu sein… Im Fussball ist das sicher vielerorts noch in den Kinderschuhen aber die Struktur der Sportart ist aus meiner Sicht eben auch eine natürliche Grenze.

Die Verwendung der Scouting Tools (gerade um sich einen ersten Überblick zu verschaffen) ist bei den Proficlubs sicher Standardprozedur und hat ja eben nix mit den „Advanced Stats“ also eben der im Sinne von Moneyball/Sabermetrics zu tun.

Hier wäre natürlich interessant zu wissen was die Vereine genau treiben. Aber im Normalfall hat man als Vorreiter auf dem Gebiet ja nicht unbedingt ein Interesse seine Erkenntnisse mit der Konkurrrenz zu teilen. Bentford und Midtjylland sind da jetzt im Fokus durch Benham und dessen Sportwetten-Background… Der hat natürlich diesen datengestützten Ansatz und arbeitet mit seinen Modellen. Allerdings geht es da eben auch nicht nur um die Daten. Die versuchen auch generell auf dem neusten Stand zu sein. Da bleibt dann auch die Frage offen ob die zahlengestützten Modelle zu starken Spielertransfers führen oder ob die Spieler dort leistungsfähiger sind weil sie eben unter extrem starken modernen Bedingungen versorgt und trainiert werden. Haben ja dann auch ein wahnsinniges Scoutingnetzwerk aufgebaut… Da wird einfach generell ein guter Job gemacht…

Benham wurde ja auch mal zitiert, dass es statistich Quatsch ist bei Unentschieden so vorsichtig zu spielen…Das ist beispielweise ein interessanter Ansatz der sich ja auch bei Rayo Vallecano sehr auffällig niedergeschlagen hat. Erfordert aber natürlich gerade vom Coach auch eine Portion Mut…

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Goalimpact 25. Juni 2015 um 07:33

Komisch. Ich hatte das Wort Moneyball nie mit dem Handeln der Oakland As in Verbindung gebracht. Moneyball war für mich das Wort für Baseball bevor die As neue Wege beschritten. Es beschreibt den Zustand, dass die Vereine Baseballspiele gewinnen, weil sie mehr Geld haben und nicht weil sie besser gemanagt wären. So gesehen ist Analytics das Gegenteil von Moneyball. Es ist aber so, dass sich das Wort dank Buch und Film verselbständigt hat und nun eher für sein eigentliches Gegenteil steht.

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IchBinNichtMatthiasSammer 25. Juni 2015 um 11:58

1) Moneyball ist nur ein Brummwort. Ich vermute, das wurde lediglich aus journalistischen Gründen – wie bei Biermann – als Titel genommen. Dennoch gehe ich mit deiner Definition nicht konform.

2) „Damit arbeiteten ja auch die alten Scouts“ stimmt nicht. Diese bewerteten Baseballer meist ohne Zahlen und anhand von physischen Eigenschaften oder spektakulären Komponenten (Homeruns, schöner stroke, etc.). Genau das wird auf Spielverlagerung bzw. in diesem Artikel vermieden, obwohl es im Fußball oft noch gemacht wird (sh. RAE). Darum mein Argument des Adventskalenders.
Spieler nach ExpG statt nach Toren oder nach Schlüsselpässen statt nach Vorlagen zu bewerten, entspricht übrigens schon grundsätzlich dem, was du als Moneyball bezeichnest. Im Gegensatz zum Baseball aus den 90ern ist das Internet heutzutage einfach weiter, wodurch man fälschlicherweise glaubt, es wäre Standard.

3) Was wären denn „Advanced Stats“ im Fußball? On-Base-Percentage ist eigentlich am ehesten mit ExpG/Shot zu vergleichen.

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Koom 25. Juni 2015 um 13:14

Mal zweierlei Aufspalten: Der Artikel nimmt sich den auf den Fußball teilweise übertragbaren Aspekt des Spielercastings nach Rahmenwerten, unterstützend die Theorie, dass es mehr bringt, vorhandene (oder bald auftretende) Schwächen zu beheben, anstatt die Spitze weiter auszubauen.

Der andere Part wäre ja, dass man Fußball auf berechenbarere Dinge reduziert. Im Baseball gibt es viel Mann gegen Mann (Pitcher vs. Batter), was schon sehr viel ausmacht. Das gibt es im Fußball nicht in der Form, könnte man aber fokussieren. IMO gibt es aber zumindest bislang eine Art Gentlemen Agreement, dass man das nicht tut.

Rumtheoretisiert:
Welche Szenen sind im Fußball relativ berechenbar? Wenn der Ball ruht. Standardsituationen. Die Bedingungen dafür sind idR relativ klar, trainierbar und man kann auch Statistiken ermitteln, welcher Torhüter immer welche Ecke frei lässt, bzw. wo sein blinder Fleck ist und besonders viele Tore zulässt. Der notwendige erste Schritt wäre, sein Team zweierlei zu optimieren:

1.) 1-2 Standardschützen, die wirklich auf hohem Niveau konstant Bälle platzieren können. Dazu natürlich auch weitere Abnehmer/Mitspieler darauf einspielen, wenn es indirekt aufs Tor geht.

2.) Trainieren, solche Standardsituationen sehr häufig und idealerweise auch noch auf Wunschpositionen zu provozieren. Ergo: Gezielt Hände anschießen, bzw. Dribblings üben, die vielleicht im Normalfall wenig bringen, aber relativ sicher einen Freistoß bringen.

3.) Natürlich eine Grundverteidigung einstudieren, um selbst wenig Gegentore zu bekommen. Anfangs reicht diese Grundverteidigung gegen „normale“ Spielweisen zu optimieren, noch nicht gegen die Standardsucherei wie in 1. und 2.

Wäre das attraktiv? Geht so. Wäre ein Schritt Richtung American Football, wo es dann irgendwie auch nur um Standardsituationen gewissermaßen geht. Aber wenn es rein um Erfolg geht, wäre es zumindest für ein paar Jahre möglicherweise ein Trend um mit relativ wenig Mitteln (keine Wunderstürmer, kein komplexes Offensivsystem) einen Vorteil im Spiel zu haben.

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August Bebel 24. Juni 2015 um 23:13

Erstens finde ich es echt krass, wie viel Aufwand hier betrieben wird: das ist schon sehr beeindruckend. Zweitens wollte ich mal erwähnen, dass der eingangs erwähnte FC Midtjylland offenbar ja sehr erfolgreich auf Standards setzt (http://www.11freunde.de/artikel/midtjyllands-fussball-revolution), die hier in der Regel ignoriert werden. (Auch wenn das nicht direkt was mit diesem Artikel zu tun hat.)

Antworten

RM 25. Juni 2015 um 00:17

Standards werden hier aber nicht ignoriert, weil wir glauben, die bringen sich nichts. Die werden ignoriert, weil im Normalfall keiner etwas darüber lesen möchte und weil die meisten Mannschaften – mit Ausnahme ein paar weniger – sie schlecht ausführen. Wer sich mit Atlético, Gianni Vio, Red Bull Salzburg oder eben Midtjylland z.B. beschäftigt, merkt schnell, was man machen kann.

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Alexander 26. Juni 2015 um 09:55

Was macht RBS Besonderes bei Standards?

Antworten

Peda 26. Juni 2015 um 11:23

Das habe ich mich auch gefragt.

Unter Schmidt (bzw. eigentlich unter Co-Trainer Glasner, der glaube ich, für die Standards zuständig war) standen oft zwei Mitspieler als Mini-Mauer direkt hinter dem Ball und haben – für den Torwart und auch die anderen Verteidiger schwer sichtbar – die Kugel nach links oder rechts abgelegt bzw. sind für einen Direktschuss zur Seite gesprungen. Meistens stehen als Schützen Soriano (rechts, direkt) und Ulmer (links, indirekt als Flanke) bereit. Dass immer mal wieder Ecken kurz ausgeführt werden, finde ich jetzt weniger spektakulär, sondern erhöht einfach die Varianz und erschwert damit die Verteidigung (ähnlich dem Elferschützen, der öfter auf seine schlechte Ecke zielen muss).

Unter Hütter hat Soriano mit seinem feinen Füßchen einfach sehr viele Freistöße direkt verwandelt. Das ist aber wohl kein Verdienst des Betreuerteams.

Antworten

RM 26. Juni 2015 um 11:56

Bei RBS sind es hauptsächlich die Freistöße, insbesondere unter Schmidt. Weiße Schuhe bzw. Schuhe in Ballfarbe, Abdecken des Balles, für den Torhüter verwirrende Läufe in und aus der Mauer oder generell um den Ball bzw. an den Sichtfeldkanten. Gab zahlreiche Situationen, wo der gegnerische Torhüter schlichtweg den Ball spät oder falsch einschätzte und auch bei mäßigen Schüssen Problemen hatte. Ganz gute Bewegung auf den zweiten Ball war auch oft der Fall.

Antworten

Alexander 26. Juni 2015 um 13:19

Danke für die Info!

Antworten

Peda 27. Juni 2015 um 00:26

„Standards werden hier aber nicht ignoriert, weil wir glauben, die bringen sich nichts. Die werden ignoriert, weil im Normalfall keiner etwas darüber lesen möchte[..]“

RM, mal ehrlich:
Ich habe über Manuel Neuer hier schon einen Artikel verschlungen, der länger ist als so mancher Groschenroman meiner Frau – und der wurde massiv abgefeiert, wie der Piefke sagt. Im Adventskalender gab es Beiträge zu Spielern, die ich zuvor noch nie gehört hatte. Ihr habt hier schon Halbräume und Trainingsperiodisierung in seine molekularen Bestandteile zerlegt. Und du bist wirklich der Meinung, dass hier niemand etwas über Standards lesen möchte?
Newsflash: sv.de-Leser sind nicht der Normalfall.

Antworten

Koom 27. Juni 2015 um 09:57

Besser kann mans nicht ausdrücken! 😀

Antworten

RM 27. Juni 2015 um 10:14

Standards sind doch viel langweiliger als alles, was du sonst aufgezählt hast. Vielleicht mache ich aber auch einfach ein 200-Seiten Buch und haue es in unseren Webshop.

Antworten

Achter 27. Juni 2015 um 12:39

Wo kann man das vorbestellen? 😉

Antworten

HK 27. Juni 2015 um 14:07

Warum sollten Standards langweilig sein? Klar im Rahmen einer einzelnen Spielanalyse kann oder will man das Thema vielleicht nicht vertiefen.
Aber ein Special/eine Serie dazu? Wer würde sich denn nicht dafür interessieren?

Antworten

RM 27. Juni 2015 um 14:11

Statistische Situation, geringe Erfolgsquote und schlechte Ausführung der meisten Mannschaften. Eine Serie dazu wäre es natürlich wert, ja. Wie gesagt, vielleicht mache ich echt ein Buch dazu, wo ich Taktiktheorie dazu mache, paar kleinere Statistiken einbaue, paar in diesem Bereich hervorragende Mannschaften unter die Lupe nehme und paar Beispiele für effektive Spielzüge bei Standards mache.


Puh 24. Juni 2015 um 18:26

FAIL!

Grund: Während es im Baseball mehrheitlich neue Spielsituationen zu Stande kommen, gibt es im Fussball ausser bei Freistossen niemals „Laborbedingungen“, daher lassen sich die Daten nicht unter gleichen Bedingungen erheben.

Die „Ratschläge“ von „Football Manager Meets Moneyball“ sind zum Teil „no na“-Weisheiten, der Rest nicht belegbar.

Es gibt Spieler, deren Wert sich nur anhand ihrer Präsenz bzw. ihrer Abwesenheit belegen lassen, nicht durch die „Daten“.

Und hier wurde schon auch versucht, die Gewichtung der Daten so zu gestalten, dass das Endbild realitätsnäher aussieht, von seriöser statistischer Methode nicht viel zu erkennen.

Und zum Abschluss: Die Sprache, die beim „Claudio Pizarro = Bizarro“ verwendet wird, trifft das Niveau präzise.

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RM 24. Juni 2015 um 18:51

Grund: Während es im Baseball mehrheitlich neue Spielsituationen zu Stande kommen, gibt es im Fussball ausser bei Freistossen niemals “Laborbedingungen”, daher lassen sich die Daten nicht unter gleichen Bedingungen erheben.
Das ist hier nichts Neues. Oder um dich zu zitieren: Eine „no na“-Weisheit. Ich habe darüber schon mehrmals geschrieben. U.a. hier:

Dabei ist besonders das Problem gemeint, dass die Statistik im Fußball zwei große Fehler in der Messung begeht:

Es werden nur Aktionen und deren Erfolg gemessen, nicht die Entscheidung dahinter und die Erfolgswahrscheinlichkeit in dieser spezifischen Situation.
Es werden nur Aktionen gemessen, die vom Akteur in Ballbesitz gemacht werden. Sämtliche Aktionen ohne Ball – die immerhin für jeden Spieler 90% bis 98% der Aktionen seiner Nettospielzeit ausmachen – werden also übersehen. Wichtige Aspekte wie das Versperren von Räumen, das Freilaufen im Kombinationsspiel oder die richtige Entscheidung für die Fortführung des Angriffs werden weitestgehend vernachlässigt.
http://www.abseits.at/in-depth/taktik-theorie/taktik-und-statistik-2-die-zukunft-der-analyse/

Dennoch kann es ein Indikator sein, um sich bestimmte Spieler näher unter die Lupe zu nehmen. Viele Profivereine nutzen dies (erfolgreich) in ihrem Scouting.

Es gibt Spieler, deren Wert sich nur anhand ihrer Präsenz bzw. ihrer Abwesenheit belegen lassen, nicht durch die “Daten”.
Genau das macht GoalImpact bspw.

Und hier wurde schon auch versucht, die Gewichtung der Daten so zu gestalten, dass das Endbild realitätsnäher aussieht
Nicht wirklich. Und es wurde sogar angemerkt, dass man eben wegen dieser Datenproblematik und viel ‚margin of error‘ das zusätzliche Scouting weiterhin benötigt. Das wird sich auch nicht verändern, bis man keine Trackingdaten erhält.

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Koom 24. Juni 2015 um 19:47

Letztlich dient dann diese Vorgehensweise als erster grober Filter, wenn man nach einem Spieler für eine bestimmte Position mit einem bestimmten Profil sucht. Und findet dadurch vielleicht Spieler, die niemand so wirklich auf dem Plan hat und kann diese dann noch mal gezielt scouten.

So hab ich das System verstanden, so ist es sinnvoll. Viele verpflichten halt recht eindeutig nach Namen, ohne zu schauen, ob das, was man da als Kader bildet, auch auf dem Platz zusammenpasst (Gruß an den HSV, Schalke).

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Cali 24. Juni 2015 um 17:01

Wann hat Thiago bitte auf der 9 gespielt?

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RM 24. Juni 2015 um 17:43

Testspiele, einzelne Spielphasen, in Pflichtspielen bei Barcelona einmal unter Guardiola, einmal unter Vilanova. Geht aber eigentlich eh nur darum, dass er das kann (als falsche Neun natürlich).

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cali 25. Juni 2015 um 14:47

Okay, wusste ich nicht. Weißt du vielleicht noch die Spiele?

Thiago ist im Grunde Fußballs Antwort auf Chris Paul. Floor General. Bei ihm habe ich das Gefühl, dass er sich über alles auf dem Feld bewusst ist. Wäre glaube ich auch eine passende Beschreibung ^^

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RM 25. Juni 2015 um 18:47

Nee, nicht mehr sicher. Alaves und Hospitalet, glaube ich, waren dabei.

P.S.: Chris Paul ist sooo unglaublich gut.

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Peter Vincent 24. Juni 2015 um 13:34

Statt sich an Positionen zu orientieren (z. B. Außenstürmer), sollten die Skills im Vordergrund stehen. Bei Pep könnte man für Offensivspieler stark vereinfacht folgendes Skillset suchen: Offensiver Mittelfeldspieler + starkes Dribbling und Abschluss. Kein Wunder, dass Pep Ribery in die Mitte ziehen wollte und dass auch Robben öfter zentral agiert hat (wenn da auch mehr Richtung Abschluss orientiert).
Für mich ist aufgrund der obigen Beschreibung auch Julian Draxler ein idealer Kandiat für Bayern.
———–Draxler———————-Robben—————
—————————-Götze——————————–
———Thiago————————-Lahm—————-
————————–Kimmich——————————
Alaba——-Boateng————PEH————-Rafinha
—————————–Neuer——————————
2016 dann Brandt als Robben-Nachfolger (Meyer für Thiago, falls er geht. Gaudino für Lahm aufbauen) und schon ist die „Robbery-Problematik“ gelöst. Man muss es auch nicht komplizierter machen als nötig.

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Joker 24. Juni 2015 um 14:50

Man kann es sich aber auch viel zu einfach machen..

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RM 24. Juni 2015 um 16:05

Ob und wie Draxler reinpasst, ist fraglich. Kostet außerdem 35 Millionen €. Brandt als Robben-Nachfolger? Das fände ich sehr unpassend, besonders in der obigen Rolle. Draxler und Brandt wäre nur passend, wenn man Draxler zum Mittelstürmer umbaut; wo wiederum die Frage wäre, ob das funktioniert. Und hat auch keiner gesagt, dass man nur Außenstürmer suchte, sondern eben Außenstürmer, die solche Fähigkeiten besitzen. Wenn man die dann in der Mitte einsetzt, ist das ja auch kein Problem. Nur hat man aktuell Lewandowski im Kader, mit dem zumindest Guardiola zufrieden scheint.

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ES 25. Juni 2015 um 13:37

Kannst Du das mit Draxler bitte noch etwas ausführen? Mir ist schon klar 1) dass er für die 45M€ festgeschriebene Ablöse deutlich zu teuer ist 2) dass er erhebliche taktische Defizite hat (wurde ja schon im Adventskalender beschrieben), insbesondere was das Passspiel angeht und Entscheidungsfindung. Dennoch glaube ich, dass er schon recht dribbelstark ist mit Zug Richtung Tor, und auch schussstark. Für seine weitere Entwicklung war der Zeitpunkt der erheblichen Verletzung sehr ungünstig. Aber gerade bei Bayern als Außenstürmer, der dynamisch mit schnellen Dribblings in die engen Räume geht (oder das jederzeit androhen kann, was oft reicht) und dann den tödlichen Pass oder den Abschluss findet wie Ribery – hat er dazu nicht mindestens das Potential? Aber was sagt die Statistik?

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HK 25. Juni 2015 um 21:48

Draxler hat mir immer sehr gut gefallen, wenn er mit Platz agieren, in die freien Räume stoßen konnte.
Wenn es eng wird, war das schon deutlich schwieriger. Ich hätte deshalb gewisse Zweifel an seiner Bayern-Eignung.

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ES 26. Juni 2015 um 15:07

Halte ich ein bisschen für ein Vorurteil. Draxler geht auch mal überraschend in die Enge des Strafraums und schafft es dann an 2-3 Leuten vorbeizukommen, um dann von der Grundlinie den kurzen tödlichen Pass zu spielen. Macht es zu selten und mit zu inkonstantem Erfolg, aber er kann’s.

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Koom 24. Juni 2015 um 11:00

Schalke holt Geis, wollte Khedira. Passt wunderbar zu diesem Artikel. Ein schönes Beispiel, dass in Schalke zumindest weniger nach Anforderungsprofil, allerhöchstens nach Spielposition eingekauft wird. Da hat man mit Neustädter, Höger, Goretzka und mit Abstrichen Aogo eigentlich schon sehr gute DMs am Start, trotzdem muss man dringend noch einen weiteren kaufen, bewirbt sich aber zum einen erst um einen Box-To-Box-6er (fast 8er) in Khedira, dann um einen tiefen 6er, der das Spiel eher wie Alonso betreibt. Ok, vielleicht wollten sie beide auch zusammen haben, das könnte theoretisch auch funktionieren… aber ich glaube nicht, dass das der Gedanke dahinter ist.

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Joker 24. Juni 2015 um 13:13

Stimme dir absolut zu ! Außer der gleichen oder ähnlichen position auf dem papier, verbindet Geis und Khedira nicht viel. Spricht nicht gerade dafür, dass schalke genau weiß was sie für einen typen wollen..

Andererseits kann man schalke mMn nur zu dem Geis transfer gratulieren, alle 4 von dir genannten spieler sind andere Typen und in ihrer weiträumigkeit und entscheidungsfindung schwächer als Geis finde ich.

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Koom 24. Juni 2015 um 14:54

Grundsätzlich glaube ich auch, das Geis ein guter Transfer ist. Aber ich fürchte, so ganz weiß man nicht in Schalke, was man da so tut.

Wenn ich es richtig verstanden habe, agiert Geis ähnlich Alonso. Was dann einem Libero Alt-Matthäusscher Bauart entspricht: Tief in der Abwehr, lange Bälle fürs Aufbauspiel, vorzugsweise auf Flügelspieler. Einerseits hat Schalke ja mit Choupo-Moting, Farfan und Draxler gute Flügelspieler – allerdings eben auch nur die drei. Und man nimmt erneut Meyer, der eher flaches Aufbauspiel bevorzugt, die Wirkung – ist er ja auch schon bei der U21 gewohnt, trotzdem behämmert.
Aber ok: Geis ist jung, hat auch in Mainz sich schon anpassen können und ist nicht so sehr eingefahren in seiner Schiene wie Alonso.

Da fällt mir dann auch ein: Moneyball-Berechnungen auf Schalke anzuwenden bedeutet ziemlich viel Arbeit, vermute ich. Sowas wie die Bayern ist ja bereits gut funktionabel, muss nur punktuell verbessert werden, weil man ja schon ein „Working Model“ hat. Bei Schalke hingegen hat man einen Berg interessanter Spieler, aber keine Ordnung, wo die wie Wirken sollen.

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Joker 24. Juni 2015 um 15:18

Ich bin mir echt auch nicht sicher, ob er das bringt, was sich viele – ich im übrigen auch – verspreche..
Aber das hängt wohl auch davon ab wie breitenreiter ihn einbindet, was er generell für ein konzept mitbringt und welche rolle Geis dabei zukommt.

PS: ich hoffe, dass sich schalke insgesamt interessanter macht um auch hier bei SV öfter auftaucht !

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Dimitri Schlegel 24. Juni 2015 um 10:09

Interessanter Artikel, wie immer halt. 🙂 Zu der Datenbank die ihr nutzt kommt mir ne Frage auf: Was haltet ihr von der Datenbank vom im Artikel erwähnten Football Manager?

Ich musste nämlich ein paarmal schmuntzeln, dass ihr Spieler ausgegraben habt, die einem passionierten FM-Spieler durchaus ein Begriff sind.

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Felix 24. Juni 2015 um 13:42

Stimmt, der Gedanke kam mir beim lesen des Artikels auch 🙂

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Matthes 24. Juni 2015 um 09:41

Danke für den spannenden Artikel. Werde die Namen mal im Hinterkopf behalten. Ich persönlich hätte auf der Liste Leroy Sane erwartet. Vielleicht kann mir jemand im Forum erklären, was dem Jungen (noch) fehlt?

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Joker 24. Juni 2015 um 13:22

Vielleicht waren die daten zu loroy sane noch nicht aussagekräftig genug, er hat ja nur in der rückrunde etwas regelmäßiger gespielt und sonst nur in der u19.
Ich glaube aber auch, dass sein potential – bei passender Entwicklung – sogar mal für ein dominantes, spielmachendes spiel wie das der bayern ausreichen könnte. Finde ihn in puncto pressingresistenz und plötzlicher dynamik – auch in engen situationen – jetzt schon stark, dazu kommt, dass er einen guten, direkten torfokus hat.
Bin mal sehr gespannt wie er sich entwickelt wo es ihn in der Zukunft noch hinzieht !

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Halbraumlibero 24. Juni 2015 um 05:25

Super Artikel! Vielleicht der beste seit der Neuer-Analyse…

Brandt ist in meinem Kopf schon ein Bayernspieler, den muss man holen! spätestens nächstes Jahr… Da scheint ja eh was zwischen Didavi und Leverkusen zu laufen, sodass Brandt dann gerne kommen darf 😉

Als der Wechsel von Cancelo zu Valencia offiziell war, musste ich fast eine kleine Träne verdrücken… wäre ein idealer langfristiger Top-RV.

Ødegaard MUSS man nochmal versuchen! Von mir aus kann Bayern auch gerne 50 mio € bieten…

Ich wundere mich ein wenig, dass, vor allem in den Medien, das Gerücht eines Carvajal-Wechsels zu Bayern noch nicht wirklich aufkam… ich würde mich freuen, wenn er käme. Ebenso über Arias.

Hazard wäre cool, aber wohl gänzlich unrealistisch, selbst, wenn man um die 80 mio bieten würde, hätten Chelsea und Hazard wohl keine Motivation zu wechseln. 🙁

Aber wenn man schon mal Chelsea kontaktiert, könnte man doch eigentlich auch gleichen wegen Cuadrado anfragen… Einsatzzeiten dürften ihn nicht zufriedengestellt haben (316 min in der Liga). Der 27-Jährige ist zwar erst im Winter für 30 mio € gekommen, aber vielleicht wäre Chelsea bereit ihn für weniger an Bayern zu verkaufen. Für mich der perfekte rechte WB.

Interessante Alternative für Ribery würde mMn auch Jordon Ibe von Liverpool darstellen: 19 Jahre alt, Passgenauigkeit: 87,4%, bei 36 Pässen pro 90, Schlüsselpässe: 1,0, Schüsse pro 90: 1,5 Dribblingquote: 66% bei 6,4 Dribblings pro 90 (alles aus 618 min Premier League) Tore hatte er in der PL keine geschossen, während seiner Leihe nach Derby aber 5 in 20 Einsätzen (1143 min). Außerdem: jeweils 0,6 Tackles und Interceptions pro 90. Zu beachten ist, dass er auf vielen unterschiedlichen Positionen eingesetzt wurde: vom linken WB über linkem Halbstürmer, rechtem HS, rechtem WB bis hin zum RV.
Halte ihn mittlerweile für talentierter als Sterling. Krasser Dribbler, starke Physis und Athletik, gute Entscheidungsfindung für sein Alter, kombiniert gerne, viel Richtung Halbraum, schlägt keine dummen Flanken, sondern schlägt gut überlegte Hereingaben. Würde über den linken Flügel mit starkem rechten Fuß sicherlich noch besser sein. (Sheyi Ojo ist vielleicht noch talentierter)

Iheanacho hat bei City nur noch ein Jahr Vertrag, das wäre ein sehr guter und möglicherweise relatibv kostengünstiger Back-up eines Back-ups.

Ricardo Kishna und Viktor Fischer wären sicherlich auch interessant für den linken Flügel, aber von den Aufgelisteten würde ich mich wohl am ehesten für Felipe Anderson oder Sadio Mane entscheiden.

Als Bizarro-Ersatz und Lewy-Konkurrent wäre Soriano schon ziemlich cool. Als junger Stürmer käme vielleicht noch Richairo Zivkovic in Frage.

Wenn sich in der IV noch was tut, kann man sich auch gerne um Mammana von River Plate bemühen.

PS: Gerade bemerkt, dass Valdivia und Abdulrahman 2 Jahre zusammen bei Al-Ain gespielt haben. Hipster-Overload.

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a_me 24. Juni 2015 um 13:30

Könnten Brandt kaufen und nochmal für ein Jahr an Lev. leihen… das wär doch was ;)?

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Halbraumlibero 24. Juni 2015 um 15:26

Ich glaube, wenn man Brandt schon mal hätte, würde man ihn nicht gleich wieder ausleihen… Würde sicherlich auch so bei Bayern ausreichend Minuten bekommen, die Qualität hat er auch 😉

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Valentin 24. Juni 2015 um 00:00

Großartiger Artikel. Hier werden endlich mal die zur Verüging stehenden Statistiken sinnvoll und im richtigen Kontext genutzt. Mich nervt diese isolierte Betrachtung von Daten, wie vermutlich die meisten hier, extrem. Ständig werden Spieler auf ihre Passgenauigkeit oder, noch schlimmer, ihre Zweikampfquote reduziert, ohne dass der Sinn davon hinterfragt wird. Aber man ist es ja von euch gewohnt, dass ihr der restlichen Fußballberichterstattung meilenweit voraus seid.

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Random Walk 23. Juni 2015 um 22:15

Viel Liebe an dich RM für diese Analyse!

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Isco 23. Juni 2015 um 21:50

Nur weil er noch nicht genannt wurde: Antoine Griezmann.
MMn hat er noch einige Probleme bei der Entscheidungsfindung, manchmal wirkt er einfach zu überhastet und will mit dem Kopf durch die Wand/mit dem Dribbling durch die saubere Staffelung, aber ansonsten ist er sehr variabel und bringt viel Potential mit.

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Rabona 23. Juni 2015 um 21:47

Apropos Rechtsverteidiger:
Was haltet ihr so von Luis Advincula?
Hab ihn jetzt bei der Copa erstmals wirklich wahrgenommen und da hat er mich mit Peru schon beeindruckt.
Er gehört ursprünglich Hoffenheim und könnte (auch aufgrund seiner Boateng-ähnlichen Statur und extrem starker Athletik) wohl auch HV/IV spielen.

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paulmeistear1011 23. Juni 2015 um 21:24

„Manuel Neuer 29 TW Torwartlibero #1 2019“ keine weiteren fragen.

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CST 23. Juni 2015 um 19:52

Super – so etwas ist wirklich lesenwert, echt genial was ihr da macht!!

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TheSF 23. Juni 2015 um 17:59

Meiner Ansicht nach sollten die Bayern es mal bei Konopljanka und/oder Yarmolenko von Dnipro versuchen. Beide sehr dribbelstark, durchschlagskräftig und tororientiert. Und für mich der entscheidende Punkt: Konopljanka ist diesen Sommer ablösefrei und Yarmolenkos Vertrag läuft nächstes Jahr aus…

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RM 23. Juni 2015 um 18:10

Jo, fielen auch beide im Modell und im Scouting auf. Wären sicherlich in den Top-15 der Optionen gewesen.

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Peda 24. Juni 2015 um 10:39

Könntest du zu den einzelnen vakanten Positionen noch eine Top 10 anfügen?
Nur um zu sehen, wer es denn gerade nicht zu einem eigenen Absatz geschafft hat und sich selbst über die Kandidaten informieren zu können. 😀

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RM 24. Juni 2015 um 11:07

Top10 nicht, aber …

http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2015/06/GIF-Block1.gif
http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2015/06/GIF-Block2.gif
http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2015/06/Ntep-und-Yarmolenko.gif

Dazu noch paar andere, sehr unbekannte, aber die habe ich – ebenso wenig wie die anderen RV und MS – aufbereitet.

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Plotsch 23. Juni 2015 um 17:01

Tolle Analyse wie immer. Bin selber absoluter Anhänger von Moneyball weil es einfach auf der Hand liegt, dass im extrem konservativen Fussballgeschäft mehr aus der Hüfte beim Scouting geschossen wird, denn auf seriöse datenbasierte Analyse.

Ein Aspekt der mit beim Index von RM jedoch fehlt ist das Thema „Integation“ bzw. „Home-Grown-Player“. Ich bin überzeugt, dass Mannschaften mit einem starken Stamm „einheimischer“ Spieler schlussendlich immer erfolgreicher sein werden, als „wild“ zusammengewürftelte Teams. Das gilt umso mehr, wenn man aus einem großen Markt wie Bayern kommt.
Barca, Juve, Bayern, Dortmund (Teilweise auch ManU und Real) haben das in den letzten Jahren bewiesen.

Was hieße dass für den Index und das Scouting? Ein junger Zweitliga-Spieler mit Potential aus Deutschland ist für mich rational immer die bessere Wahl als ein Spieler aus einem anderen Markt (ich nenn es jetzt einfach mal den Christoph-Kramer-Marco-Reus-Roman-Neustädter-Daniel-Baier-Effekt. Dass müsste man natürlich entsprechend datentechnisch gewichten.

Ein anderer Aspekt der mir in der Betrachtung zu kurz kommt ist die Tatsache des Potentials. Ich möchte es gerne mal anhand eines sehr prominenten Beispiels deutlich machen: Thomas Müller. Ohne den feierbiestigen Tulpengeneral aus Amsterdam würde der Müller wahrscheinlich immer noch seine Runden bei Hermann Gerland drehen (ähnliches gilt im Grunde auch wahrscheinlich für Alaba und Badstuber)… und obiges System hätte alle drei „Weltstars“ wahrscheinlich auch nicht erkannt (weil es sich auf – zumindest statistisch – „bekannte“ Spieler bezieht). Beim Scouting sollte man aber eben auch solche „Fakten“ miteinbeziehen und datentechnisch gewichten. Die Abgänge von Eberwein und Hingerl beispielsweise fallen exakt in diese Kategorie.

Schlussendlich aber mal wieder das intelligenteste, seriöseste und reflektierteste was ich seit langem über Scouting gelesen haben. Spielverlagerung-Qualität halt.

PS: Auch wenn es weder Hipster noch Moneyball gescoutet ist… Amin Younes unter einem Trainer wie Van Gaal könnte Ribery beerben… das einzige was dem Kollegen fehlt ist eine konstant zielführende Entscheidungsfindung…

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Plotsch 23. Juni 2015 um 17:11

Kleiner Nachtrag: Es wäre spannend wenn man das Modell oben mal auf zweite, dritte, die Regionalligen und die U19-Bundesliga anwendet… dann würde man mit Sicherheit einen Haufen komplett unterbewerter Spieler bekommen…

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RM 23. Juni 2015 um 17:42

Das Modell wurde auch auf diese Ligen und viele kleinere, ausländische Ligen angewendet. Da haben wir schon viele Spieler gefunden, die für wenig Geld zahlreiche bessere Vereine in der Bundesliga verstärken würden. Und natürlich hat man schon ein bisschen Informationen über talentierte Spieler aus der U19-Bundesliga erhalten. Kohlert und Passlack z.B. sind schon extrem gut. Hack schneidet unglaublich gut ab. Christian Stark, Lucas Scholl und Tim Probst sind ebenfalls nicht zu vernachlässigen. Leonardo Bittencourt und Kevin Stöger werden vom Modell als Bundesligaspieler ebenfalls empfohlen. Nur ging es hier konkret um einen Ersatz für Robben und Ribéry, nicht potenziell starke Kaderalternativen.

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Koom 23. Juni 2015 um 17:51

Letztlich braucht das System aber dann schon einen, der die vorhandenen Daten interpretiert und den Bedarf erstellt. Oder gibt es dazu auch mittlerweile schon Systeme, die das quasi automatisch machen? Also gerade mal bei dem Bayernbeispiel: Den vorhandenen Kader mit seinen Schwachpunkten „einliest“, ermittelt, wie die Spielweise mit diesen Spielern „idealerweise“ aussehen sollte und daraus ein Anforderungsprofil für die Schwachstellen ermittelt.

Oder anders: Findet das System auch Spieler, die mit ihren Werten auf der falschen Position spielen? Bspw. ein Daniel Baier, der jahrelang sich als 10er abmühte, bis er dann spät seine „Bestimmung“ als 6er fand.

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RM 23. Juni 2015 um 17:58

Nein, das ist kaum möglich. Man könnte das wohl über bestimmte Fähigkeiten oder Profile von Beispielen und deren Veränderungen machen, aber dürfte sehr ungenau sein. Schwierig umzusetzen also, außer eben über das zusätzliche Scouting durch Experten. Quasi das, was ich bei Cabella und Co. versuchte. Da gab es auch noch 2-3 Spieler, die extrem günstig und extrem interessant wären, haben es aber nicht ganz in den Artikel geschafft.

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Ein Zuschauer 24. Juni 2015 um 02:23

Was mich als Schalker natürlich interessieren würde, welchen von unseren hochgelobten Jugendspielern denn vom System eine gorße Zukunft prophezeit wird.

Fat spanish waiter 24. Juni 2015 um 20:36

da kann ich mir die Nachfrage natürlich nicht verkneifen: welchen Bundesligisten würde Besar Halimi denn evtl verstärken, nach diesem Modell?
Angeblich hat er ein unterschriftreifes Angebot von Brentford vorliegen, ziert sich aber, da er in Deutschland bleiben möchte.

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Fat spanish waiter 24. Juni 2015 um 21:52

Kann mir die Nachfrage nicht verkneifen: welchen Bundesligisten würde Beasr Halimi denn verstärken, nach dem Modell? Interesse gab es angeblich von Dortmund und Bremen.
Er soll ein unterschriftreifes Angebot von Brentford vorliegen haben, möchte aber wohl unbedingt in Deutschland bleiben.

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Plotsch 27. Juni 2015 um 11:12

Für mich stellen sich die Fragen „Was ist unterbewertet?“ und „Wie erkenne ich dass?“ weiterhin (statistisch gesehen natürlich) – und nach ein paar Nächten nachdenken bin ich immer schon zwei Schritte weiter.

1. Ist Brandt unterbewertet, weil man ihm aktuell (statistisch) nicht zutraut Robben/Ribery sofort (!) gleichwertig ersetzen zu können?
2. Ist Costa unterbewertet, weil er mit passender Stats nur aus einer „exotischen“ Liga kommt?
3. Ist Abdulrahman unterbewertet, weil er mit passenden Stats aus einer kleinen Liga und einem kleinen Land kommt?
4. Und was ist mit all den Spielern die hier gar nicht auftauchen, weil Sie eben nicht „bayern-niveau“ haben (wobei ich ehrlicherweise nicht genau weiß was das sein soll – denn genau darauf zielten meine Anspielungen mit Badstuber und Müller als sie von LvG aus der zweiten Mannschaft hochgeholt wurden – zu dem Zeitpunkt hatten beide statistische gesehen mit Sicherheit kein Bayern-Niveau und – noch viel wichtiger – galten beide auch nicht als potentielles Bayern-Material – das sollte man sich immer vor Augen halten bei der Einschätzung der Indizes)?

Die entscheidende Frage ist nun ja wohl, welche Faktor der Unterbewertung gewichtet man weniger wichtig und welcher ist wichtiger. Mit dem Einbezug der Ligenstärke habt ihr ja bereits einen wichtigen Faktor gemacht. Was mir noch fehlt ist der Einbezug der Länderspiele bzw. der aktuellen und vergangenen Stärke der Nation in der man spielt. Ich halte diesen Aspekt für bisher extrem unterschätzt im HInblick auf das Potentials und die Fähigkeit eines Spielers, gewisse Niveaus zu erreichen.
Ein potentieller Weltklasse-Spieler aus Deutschland hat es demnach einfach, sein Weltklasse-Potential abzurufen, als ein potentieller Weltklasse-Spieler aus sagen wir Norwegen. Warum? Nun ja, natürlich prägen nicht nur Erfahrungen in Liga und Europapokal einen Spieler und seine Attribute, sondern auch die Erfahrung bei EM und WM. Wenn man also in einer aktuell erfolgreichen Nationalmannschaft spielt, ist die Chance diese Erfahrungen zu sammeln bessern, wie wenn man in einer aktuell schwächeren Nationalmannschaft spielt (ich persönlich bin übrigens auch der Ansicht, dass zu einer gewissen Gewichtung auch hstorische Daten der Nationen zu einem kleinen Teil in den Index einfließen sollten – ein Nationalspieler aus Deutschland hat statistisch betrachtet mehr Chancen bei einer WM Erfahrung auf höchstem (weiterbringendem) Niveau zu sammeln, als ein Spieler aus sagen wir ruhig Japan oder Korea).

Zurück zum Thema Unterbewertung und die Auswirkung meiner Aspekte auf die Stats (Nur theoretisch, habe das noch nicht datenbasiert untersucht). Es müsste ein weiterer Filter eingebaut werden, der den von mir beschriebenen Einflussfaktor Nationalelf zahlentechnisch unterlegt.

Mal in Worten gesprochen und verglichen zwischen Brandt und Costa.
Brandt ist noch kein deutscher A-Spieler. Costa ist nur ein gelegentlicher Spieler der Brasilianer.
Deutschland ist Brasilien laut Stats aktuell überlegen und Brandt ist in Kürze ein potentielle A-Kandidat. Heißt konkret, dass das Potential von Brandt (nach meinen Überlegungen) höher ist als das von Costa und sich dies auch in der Bewertung der Stats niederspiegeln müsste.

Schlussendlich spielt einfach die Herkunft eines Spielers in der Bewertung von Potential/Unterbewertung/Eignung in meinen Augen eine erhebliche Rolle bei dem (wohl gemerkt statistischen) Souting von Spielern.

Um es ganz extrem zu machen: Ein junger Zweitliga-Spieler aus Deutschland (vielleicht mit U21 oder U20 Erfahrung und für den erweiterten Kreis der A-Elf potentiell in Frage kommend) sollte im Index immer besser wegkommen als ein älterer Spieler aus einem „kleineren“ Land und damit meine ich nicht die Ligazugehörigkeit. Ich nenne es den Christoph Kramer Effekt – meinetwegen auch Thomas Müller Effekt- der auch auf anhieb bei BMG Einschlug, obwohl er vorher nur 2.Liga gespielt hat.

Also: Nicht nur Ligazugehörigkeit einbeziehen, sondern auch Nationalität, A-Elf-Potential, Erfolg der A-Elf und historischer Erfolg des Landes bei EM- und WM)

Puh… ganz schön viel Text…ich hoffe ich konnte mich halbwegs verständlich ausdrücken.

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RM 27. Juni 2015 um 11:23

4. Und was ist mit all den Spielern die hier gar nicht auftauchen, weil Sie eben nicht “bayern-niveau” haben (wobei ich ehrlicherweise nicht genau weiß was das sein soll – denn genau darauf zielten meine Anspielungen mit Badstuber und Müller als sie von LvG aus der zweiten Mannschaft hochgeholt wurden – zu dem Zeitpunkt hatten beide statistische gesehen mit Sicherheit kein Bayern-Niveau und – noch viel wichtiger – galten beide auch nicht als potentielles Bayern-Material – das sollte man sich immer vor Augen halten bei der Einschätzung der Indizes)?

Badstuber als auch Müller – und Letzterer ganz besonders – wären diesem Modell bspw. sofort aufgefallen. Müller hatte z.B. eine tolle Torquote. Außerdem war „Bayern-Niveau“ nicht auf die Statistiken bezogen, sondern, dass diese Spieler im Scouting durchfielen. Und bei manchen wurde es eben wegen der Ligaqualität nicht gemacht. Ansonsten wären ein Spieler aus Moldawien, ein ukrainischer Jugendspieler und einer aus der deutschen U17-Liga die drei Topkandidaten gewesen.

Dass (zum Beispiel) für die Ligaqualität statistisch relativiert werden müsste, erwähnte ich. Mir fehlten leider nur die Möglichkeiten dazu, das ordentlich zu machen. Darum wurde das nur über eine Proxy gelöst.

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Plotsch 27. Juni 2015 um 20:06

Das mit der Liga hatte ich auch gesehen (und entsprechend erwähnt). Vielleicht hilft ja für Europa der Uefa-Koeffizient als Krücke?

Um die Liga ging es mir auch nicht so sehr als um die Nationalität.
Wenn man jetzt die drei von Dir genannten Beispiele (Moldawien, Ukraine und Deutschland) nimmt, finde ich halt, das man da noch mal eine eine Gewichtung nach Nationalmannschaften einziehen muss. Heißt für mich, dass, selbst wenn alle drei die gleichen Stats und beim Scouting die gleichen Potentiale zeigen würden (hypothetisch), der Deutsche, aufgrund des Potentials der Nationalmannschaft, sich eben im Modell noch mal abheben müsste.

Und das mit Müller sehe ich ein bisschen anders. Klar hatte er damals in der Regionalliga wirklich herausragende Scorer-Werte, ob das dann in dem hier skizzierten Modell dann auch so auftauchen würde halte ich zumindest für fraglich. Könnte man zum Bleistift aktuell bei Tammo Harder hinterfragen, der in einer recht schwachen Dortmunder Mannschaft mit seinen Offensivwerten absolut rausticht.

Heisst konkret, man müsste das Modell vielleicht mal an „historischen“ Werten validieren. Sich also gezielt heute Top-Spieler raussuchen, die aber früher lange als unterbewertet galten (Mir fällt da spontan Mustafi ein, klar nicht für diese Position) und anhand derer testen, inwieweit dieses Modell trägt. Quasi ein Reverse-Engineering machen.

Wie gesagt, überhaupt kein Angriff auf die Arbeit, die ist absolut genial.
Aber ich finde, am Ende dann doch nicht konsequent genug durchgezogen. Das beispielsweise kein Deutscher Nachwuchsspieler (außer Brandt, bei dem man ja Blind, taub und Synchronschwimmer sein muss um die Qualität nicht zu erkennen) oder überraschende Zweitliga-Spieler auftaucht.

Und da gibt es vielleicht auch noch in der herangehensweise in meinen Augen einen grundlegenden Denkfehler. Du gehst davon aus (gerade im Scouting), dass man Robben und Ribbery sofort und 1zu1 ersetzen muss. Wahrscheinlich würden Robben und Ribery aus Ihrer Bayern Anfangszeit nicht mal Robben und Ribery heute ersetzen können. Das heißt, dieses Scouting muss eine solche Zeitverzögerung seriös und realistisch (zumindest mit einer rechnerisch hohen Wahrscheinlichkeit, 100% Sicherheit gibt es nicht) statistisch abbilden.

Zitat „Nur ging es hier konkret um einen Ersatz für Robben und Ribéry, nicht potenziell starke Kaderalternativen.“ Ersatz zu finden der ab dem ersten Spieltag funktioniert, ist mit Moneyball wahrscheinlich nicht möglich. Nach 34 Spieltagen oder 68 sieht das wahrscheinlich wieder anders aus. Denn was hier eigentlich gesucht wird ist Weltklasse, die wie Kai aus der Kiste kommt. Und dass überfrachtet das System wahrscheinlich schon. Aber potentielle Weltklasse die bisher noch keiner bzw. nur sehr wenige, erkannt hat (ich wiederhole mich mit Thomas Müller) kann man mit ein paar weiteren Stellschrauben vielleicht schon erkennen.

RM 27. Juni 2015 um 21:58

Reicht doch, wenn man beim Scouting eben zusätzliche Punkte wie Qualität der Gegner, besondere Eigenschaften (wie agiert er unter hohem Druck?), etc. feststellt, oder? Natürlich wäre es für das Modell schön, aber das Scouting hätte es mir – in diesem konkreten Fall des Artikels – auch nicht abgenommen und diese weiteren Punkte konnten im Scouting direkt mit abgedeckt werden. Bei mehr Datenmasse und einer anderen Art der Untersuchung würde ich das natürlich noch einbauen, ja.

Historische Validierung: Hast du absolut Recht, ja. Gäbe es Daten, dann würde ich das auch machen.

Aber ich finde, am Ende dann doch nicht konsequent genug durchgezogen. Das beispielsweise kein Deutscher Nachwuchsspieler (außer Brandt, bei dem man ja Blind, taub und Synchronschwimmer sein muss um die Qualität nicht zu erkennen) oder überraschende Zweitliga-Spieler auftaucht.
Da sind einige deutsche Nachwuchsspieler und Zweitligaspieler drinnen. Insgesamt an die zwanzig. Dazu auch einige tolle Talente aus Österreich, Schweiz und Skandinavien, die wirklich für Mannschaften außerhalb der Top3 in Deutschland eine absolute Verstärkung wären. In den Top25 sind z.B. gleich drei deutsche U17-Spieler. Drei der Top5 sind unter 19 Jahre alt. Wenn wir Robben und Ribéry inkludieren, dann befindet sich einer klar außerhalb der Top5 und der andere ist auf Platz 4 hinter den U19-Jährigen und knapp vor Abdulrahman.

Bei den Rechtsverteidigern schneiden übrigens Aurier, Danilo und Cancelo am besten ab.

Und da gibt es vielleicht auch noch in der herangehensweise in meinen Augen einen grundlegenden Denkfehler. Du gehst davon aus (gerade im Scouting), dass man Robben und Ribbery sofort und 1zu1 ersetzen muss. Wahrscheinlich würden Robben und Ribery aus Ihrer Bayern Anfangszeit nicht mal Robben und Ribery heute ersetzen können. Das heißt, dieses Scouting muss eine solche Zeitverzögerung seriös und realistisch (zumindest mit einer rechnerisch hohen Wahrscheinlichkeit, 100% Sicherheit gibt es nicht) statistisch abbilden.

Nein, ich habe ja die Keypoints nicht wie bei Ribéry und Robben definiert, sondern deutlich darunter, weswegen aber das Alter eine Rolle spielt. Nur sollte der Ersatz gut genug sein, um bereits jetzt in der Stammelf ohne Bedenken auflaufen zu können; ansonsten könnten sie ja die Probleme dieser Saison nicht bereinigen und Robben und Ribéry benötigen bereits jetzt Ersatz. Ribéry könnte vielleicht sogar seine Karriere diesen Sommer wegen der Verletzung beenden. Es wird also wirklich dringend Ersatz benötigt, denn man auch in großen Spielen bringen kann. Dieser Ersatz muss aber keineswegs bereits so gut sein wie die beiden. Genau deswegen ist ja auch das Alter eine in den Radaren und in den Metriken abgebildete Eigenschaft.

Flo 26. Juli 2015 um 23:12

Ich hoffe, Plotsch (u. a.) liest das noch:
Zur Einbeziehung der Nationalität eines Spielers aufgrund der Nationalmannschaftserfahrung würde ich gern noch zwei Punkte hinzufügen. Zum einen sammeln diese Spieler nicht nur Erfahrung bei einer WM, sondern bei jedem Training in den jeweiligen Leistungszentren, welche z. B. in Deutschland wahrscheinlich besser ausgestattet sind als in Moldawien. Auf der anderen Seite ist bei Spielern, die diese luxuriöse Ausbildung in ihrem Land nicht genießen können, die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie bei professionellerem Training einen großen Leistungssprung machen können (siehe „Gold Mine Effect“ von Rasmus Ankersen). Um extrem zu übertreiben: ein Junge aus einem afrikanischen Dorf, der in seinem Leben weder einen Fußball noch -schuhe hatte, aber trotzdem jeden Tag 8h mit anderen Objekten Fußball gespielt hat, wird bei entsprechender Förderung größere Sprünge machen, als ein Deutscher, der seit seiner Geburt in einem Luxus-Internat lebt und 1,5h am Tag trainiert.
Aber damit driften wir wahrscheinlich viel zu sehr ab, v. a. weil das für die Bayern auch vollkommen irrelevant wäre.

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MH 23. Juni 2015 um 16:09

Ein ausgezeichneter Artikel, herzlichen Glückwunsch!
Wie kann man denn Zugang zu dieser Datenbank erhalten bzw wie viel kostet das?
Und was sind aus Deiner Sicht die besten frei verfügbaren Datenquellen?

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CF 23. Juni 2015 um 16:59

Kostet zu viel. Für einen Normalverdiener eigentlich nicht bezahlbar.
Besten frei verfügbaren Datenquellen aus meiner Sicht WhoScored.com, Squawka.com und FourFourTwo

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MH 26. Juni 2015 um 22:35

ja, aber ich meinte eher rohdaten. und gern auch exportierfähig. nicht die bereits errechneten scores

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RM 26. Juni 2015 um 23:30

Meinte CF ebenfalls.

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Erkinho 23. Juni 2015 um 14:43

Santi Arias‘ Transfer wäre ein absolut genialer Schachzug von Sammer & Co…selten einen so beeindruckenden Außenverteidiger gesehen.

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HK 23. Juni 2015 um 13:50

Tolle, epische Ausarbeitung. Gar so oberflächlich finde ich das nicht.
Würde mich interessieren inwieweit in der BL solche Betrachtungen in das Scouting mit einfließen, oder ob man sich am Ende doch eher auf das Bauchgefühl verlässt.

Anderson würde ich für einen sehr interessanten Kandidaten halten. Der erinnert mich im Dribbling manchmal an den jungen Ronaldo (seinen Landsmann). Das sah bei dem auch manchmal seltsam unsauber aus, ist dann aber meistens damit durchgekommen.

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Koom 23. Juni 2015 um 13:26

Interessanter Artikel. Heidel bei Mainz 05 arbeitet auch mit einer großen Datenbank und fischt daraus immer wieder interessante Leute hervor, gut möglich, dass er mit vergleichbaren Methoden arbeitet. Den Kader so zusammenzustellen ist auch komplett sinnvoll, aus mehreren Gründen.

Die Bayern stehen aber tatsächlich vor einem Problem: Ribery und Robben werden schwer zu ersetzen sein. Das erläutert ihr sehr gut und es gibt auch nicht so wahnsinnig viele Optionen als Ersatz. Ich denke mal, dass flexible Offensivspieler ala Götze der Weg sein dürften. Die kann man einfacher „züchten“ als brachiale Flügelspieler (die auch dann oft immer verletzungsanfällig sind).

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Peter Vincent 23. Juni 2015 um 13:14

Ich gehe davon aus, dass Pep in der Post-Robbery-Ära die Kreativität in die Zentrale verlegen wird. Zwei Stürmer und dahinter könnten Götze und Thiago für Kreativität aus der Zentrale sorgen. Für die Breite in der Offensive sorgen die Aussenbahnläufer.
Perspektivisch ohne Ribery, Robben, BS und Lahm in der Stammelf:
Robben -> Brandt und Ribery -> Meyer
Zwei Transfers, die mE finanziell vglw. „Schnäppchen“ sein dürften und trotzdem sportlich sehr viel erhoffen lassen.

—————-Brandt————–Müller————— // Lewy, Kurt(?)
————Götze———————Thiago———— // Meyer, BS
————————-Gaudino————————– // Lahm
Bernat—————————————–Kimmich // Rafa, Rode
———Alaba————PEH———-Boateng—— // Holger, Javi, Benatia
—————————Neuer————————— // Ulreich, Starke, 3. TW

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CR 24. Juni 2015 um 15:46

Wo ist Eden Hazard in der „Statistik-Tabelle anhand der Flügelstürmer“ ?

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RM 24. Juni 2015 um 16:06

Ganz okay. In Relation zur Ligaqualität sehr gut. Fällt in der Stichprobe bisschen beim Dribbling ab, dafür sehr gut bei Passgenauigkeit, Pässe pro 90 und Schlüsselpässe. Aber für Bayern – bzw. für diesen Artikel – schlichtweg zu teuer.

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