Donnerstag, 08.12.2016

Debütsieg für Stevens dank Balleroberungen nach der Pause

Logo-SC_Freiburg.svg1:4vfb stuttgart

Vor der Pause deckten die spielstarken Freiburger die Defensivprobleme des Stuttgarter 4-4-1-1 auf. Danach stellte Huub Stevens jedoch mit seinen Anpassungen im Pressing die Weichen auf VfB-Sieg.

freiburg-vfb-2014Nach dem überraschenden Rückzug von Armin Veh kehrte Huub Stevens – der Stuttgarter Retter beim vermiedenen Abstieg der Vorsaison – schon für diese Freitagspartie auf die Bank des VfB zurück. Große personelle oder formative Veränderungen gab es bei den Schwaben zunächst noch nicht, die sich in einer 4-2-3-1/4-4-1-1-Anordnung mit Gentner hinter Harnik aufreihten. In der Defensive kamen Klein und der von Stevens berechtigt protegierte Gruezo für die gesperrten Schwaab und Romeu ins Team, während weiter vorne ebenfalls zwei Wechsel zu beobachten waren – Sararer und Harnik für Kostic und Ginczek. Die Gastgeber unter Leitung von Christian Streich sorgten erwartungsgemäß ebenfalls für keine großen Überraschungen auf dem Aufstellungsbogen. Im typisch beweglichen 4-4-2 des Kultcoaches gab es personell mit dem Startelfeinsatz von Freis anstelle für Guédé nur eine Veränderung.

Seitliche Eröffnungslücken neben dem 4-4-1-1

Diese 4-2-3-1-Grundformation der Stuttgarter bot verschiedene Möglichkeiten der Interpretation in der Phase gegen den Ball, von denen sich Stevens für eine 4-4-1-1-hafte Anordnung entschied. Dabei war Gentner tendenziell etwas nach rechts positioniert und orientierte sich situativ mannorientiert an Höfler oder auch mal Darida, doch war die 1-1-Staffelung, bei der er meistens hinter Harnik versetzt agierte, das prägende Kennzeichen dieser Ausrichtung. Weil Werner und Sararer auf den Seiten vor der Pause meistens in eher simplen mannorientierten Rollen aufgeboten und von den zunächst positionsbalancierten Freiburger Außenverteidigern zurückgedrängt waren, wurden die ohnehin neben den schwäbischen Angreifern vorhandenen Lücken noch stärker betont. Hier fand Freiburg in den äußeren Halbräumen Platz, um den Aufbau anzukurbeln, was ihnen letztlich ein klares Ballbesitzplus von um die 60 % sicherte. Einige Male konnten die Innenverteidiger dort etwas aufrücken und Verbindungen herstellen, ein Sechser kippte heraus und trieb an oder einer der Offensivspieler – vor allem Mehmedi zeigte sich aktiv – fiel zurück und übernahm eine solche Aufgabe.

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Schematische Darstellung der Eröffnungslücken neben Harnik und Gentner

Gerade über halblinks versuchten die Freiburger aus diesen Bereichen immer wieder zu eröffnen, was wegen guter Ausnutzung dieses Punktes auch häufig ansprechend gelang. Die beweglichen Akteure der zentralen Achse der Mannschaft sorgten bewusst für das Herstellen von Überzahlen und überzeugten mit fokussierter Raumnutzung. So konnten sie aus diesen Diagonallücken antreiben und kombinierten sich durch anschließende Überladungen, bei denen auch die einzelnen Akteure sehr spielstark auftraten, einige Male ansehnlich bis zum Strafraum durch. Die Stürmer brachten einige Ablagen oder ausweichende Läufe ein, auf die die umliegenden Kollegen in ihren Bewegungsmustern gruppentaktisch gut reagierten, während die Mittelfeldakteure einrückten und die Stuttgarter Mannorientierungen attackierten. Diese fanden sich vor allem auf den Seiten und meistens auch bei den beiden Sechsern, die sich beispielsweise abwechselnd auf das Verfolgen des umtriebigen Darida konzentrierten. Wenn der tschechische Mittelfeldmann nach halbrechts zurückfiel, rückte Leitner einige Male weit mit heraus, ohne aber dessen Aktionen dort wirklich eindämmen zuz können. Freiburg gelang es insgesamt gut, die Schwächen dieses Mittels aufzudecken, indem sie frühzeitig aus den Freiräumen vor den Stuttgarter Außen eröffneten und einzelne Gegner aus ihren eigenen Überladungsräumen wegzogen, so dass der VfB dagegen nicht durchgehend Kompaktheit und Kohärenz entwickeln konnte.

Mechanismen gegen die Mannorientierungen

Auch an sich boten die Mannorientierungen überhaupt einige Angriffspunkte, die Freiburg gerne mit direkteren Flügelangriffen bespielte, bevorzugt über die rechte Seite. Einer der dortigen Mechanismen waren Spielzüge, bei denen Klaus in einer breitegebenden Rolle auftrat, damit den Raum für diagonale spielmachende Aktionen von Sorg öffnete und dieser dann Bälle in die Schnittstellen der verbreiterten Abwehr brachte, wo Mehmedi oder gerne auch Darida aus der Tiefe einstarteten. Letzterer lief gegen seinen Gegenspieler diese offenen Bereiche mit Tempovorsprung an und konnte dann halbrechts aus dem Strafraum gefährliche Hereingaben in den Rückraum anbringen. Gegen die Verschiebebewegung der Gäste entstanden auf diesem Wege mehrere gute Chancen der Breisgauer, wie die Möglichkeit von Freis in der Anfangsphase oder später die Doppelchance mit Klaus´ Lattentreffer.

Eine andere Möglichkeit waren ausweichende Bewegungen von Offensivspielern, die sehr plötzlich und kollektiv aus dem Zehnerraum auswichen, wo sich dann meistens einer der Flügelspieler einrückend frei positionierte. Beim Verfolgen solcher Bewegungen waren sich Klein und Hlousek in der Entscheidungsfindung mehrfach unsicher, ließen ihre Gegner teilweise in kompakt erscheinende Situationen ziehen, die dann aber ruckartig von Freiburgs Bewegungen aufgesprengt wurden. Gerade Schmid fand einige Male Freiheiten vor der letzten Linie der Stevens-Elf und leitete mit den zurückkommend helfenden Offensivkollegen – gerade tat sich in Kombinationsform wieder einmal hervor – weitere gute Szenen für den Sport-Club ein, der somit im ersten Durchgang auf 13 Abschlüsse und eine Reihe guter Torszenen kam. Normalerweise wäre eine Halbzeitführung für die Hausherren also verdient gewesen.

Stuttgarter Orientierungsunsicherheit

Ein weiterer interessanter Punkt in der Freiburger Anlage, der zu Teilen durchaus zu ihrer Überlegenheit vor der Pause beitrug, war die nach der Anfangsphase angepasste Rolle von Admir Mehmedi. Der Stürmer hielt sich zunehmend durchgehend in hinteren Zonen auf und bekleidete teilweise auch abseits des Geschehens eine Position im tiefen rechten Halbraum. Einige Male zog er dadurch die Sechser dorthin heraus oder wusste Gentner zu binden. Dieser zeigte generell eine etwas wirre Orientierung, machte manchmal in übermäßiger Aktivität einfach irgendwas oder presste irgendwie. Teilweise änderte er seinen Fokus zwischen den eigenen, wechselnden Mannorientierungen und leicht willkürlichen Reaktionen auf die situativen, momentanen Auswirkungen der Freiburger Fluidität. Allerdings war dies auch ein wenig durch seine etwas freischwebende, systematisch nicht ganz angebundene Rolle mitbedingt, die Gentners chaotische Ader vermehrt zu betonen schien. Als Folge öffneten sich ballferne Lücken oder der Kapitän der Schwaben orientierte sich mal zu hoch an unbeteiligten Gegnern anstatt die ballnahe Kompaktheit in Torrichtung zu unterstützen. Somit ließen sich auch die seitlichen Aufbaulücken für Freiburg schwieriger bekämpfen.

Wenn Gentner dann einmal von hinten auf einen mannorientiert zurückfallend verfolgten Gegner hinzu rückte, hatte er einige Male einen suboptimalen Winkel für diese Bewegung, so dass der Zugriff in der eigentlichen Überzahl fehlte und der Freiburger sich mit einer Querlage in den Raum auf einen Sechser oder einen vorstoßenden Innenverteidiger befreien konnte. Solche Querlagen in den Raum waren generell ein Produkt aus der Kombination der Stuttgarter Defensivprobleme, weshalb es durchaus passend war, dass Daridas Ausgleich durch eine ähnliche Situation in höheren Zonen fiel. Ursprünglich eingeleitet durch einen Innenverteidiger-Vorstoß überluden die Freiburger auf links, Stuttgart hatte die Anordnung im Mittelfeld verloren, Gentner rutschte dann beim Attackieren des Balles auch noch unglücklich weg und die Sechser konnten nicht mehr rechtzeitig zurückverschieben, zumal auch Werners mannorientierte Ausrichtung die horizontale Zwischenlücke preisgab.

Freiburgs tiefe Stürmer verstellen Gruezo, VfB-Ansätze über Direktpässe

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Freiburgs Defensivformation bei Stuttgarter Ballbesitz mit tiefen Stürmern gegen Gruezo und optionalem Vorrücken der Außen. Bei den Schwaben fielen Leitner oder Gentner teilweise zurück, während Darida im Mittelfeld situativ Mannorientierungen eingehen konnte. In Rot der Stuttgarter Zielraum für Direktpässe.

Auch die Freiburger wählten eine 4-4-2-Defensivformation, die sie aber klarer und weniger 4-4-1-1-artig anlegten. Dabei agierten die Angreifer insgesamt eher tief und ließen den Stuttgarter Innenverteidigern Zeit. Ihr primäres Ziel bestand darin, Gruezo nicht durchgehend ins Aufbauspiel hineinkommen zu lassen, den sie zwischen oder hinter sich verschlucken wollten. Insgesamt konnten die Schwaben in ihren Szenen bei eigenem Ballbesitz das Leder zunächst zirkulieren lassen, den Sechserraum letztlich aber kaum mal effektiv nutzen oder Gruezo einbinden – nur Werner hatte in seiner ballfernen Ausrichtung weniger Ballkontakte als der ecuadorianische Sechser. Die Außenverteidiger der Schwaben reagierten darauf etwas wechselhaft und nahmen zwischendurch verschiedene Anordnungen ein, wurden in tieferen Positionen aber meist durch das über die Stürmer hinausgehende Vorrücken von Klaus und Schmid in Schach gehalten. In anderen Phasen schoben Klein und Hlousek dann mal höher, um – vom Prinzip durchaus ähnlich wie Freiburg – die Mittelfeldspieler diagonal herauskippen zu lassen. Anfangs zeigten dies nur die Sechser vereinzelt, worauf Freiburgs Mittelfeld aber oft mit guter Diagonalität reagierte, indem Darida und Höfler etwas verschoben – und ersterer teilweise mannorientiert gegen den mittleren oder ballführenden Stuttgarter – herausrückten und der ballferne Außenspieler aufmerksam diagonal nachzog. Später schaltete sich dann auch Gentner mal in solche Bewegungen ein und versuchte die Bälle tief abzuholen, was aber zunehmend unabgestimmt wurde, da teilweise nun mehrere Spieler der Gäste gleichzeitig in solche Gebiete – einer halbrechts, einer halblinks – zogen.

Gefährlich wurden die Schwaben eher über vereinzelte Linksüberladungen mit Unterstützung von Leitner, einzelne Konter, bei denen sie insgesamt ein gutes Movement an den Tag legten, und vor allem direkte Eröffnungen aus den tiefen Zonen in den Zwischenlinienraum. Diese kamen entweder aus der Innenverteidigung, wenngleich gerade Rüdiger hier auch eine inkonstante Streuung aufwies, oder auch mal einen der zurückgefallenen Mittelfeldspieler, der sich etwas mehr Freiheiten erarbeitet hatte. Insgesamt verteidigte Freiburg solche Zuspiele durchaus geschickt, konnte wegen gewisser Mannorientierungen, beispielsweise im Herausrücken, und dem eher passiven Wirkungsradius in Hölfers Spielweise jedoch nicht alle Pässe verhindern. So funktionierte diese Stuttgarter Strategie ansatzweise, so dass sie immer mal wieder in ihren bevorzugten Zielraum auf halbrechts offensiv zwischen Mittelfeld und der noch recht hochstehenden gegnerischen Abwehr gelangten. Mit Harnik, dem einrückenden Sararer und dem rechtsseitigen Gentner waren hier einige kleinräumige Ablagen möglich, die für gute Ausgangssituationen sorgten. So kam der VfB zu einigen Szenen und verbuchte vor der Halbzeit auch schon immerhin sieben Abschlüsse. Allerdings waren keine wirklich guten Chancen bis zum überraschenden 0:1 nach einer Ecke dabei, da sie diese Ansätze dann nicht zu Ende brachten. Im Ausspielen agierten sie etwas unbewusst und bei den Folgebewegungen aus den eigentlich sehr ruhigen, wenngleich nicht vollends balancierten Übergangspositionierungen im Zwischenlinienraum zeigten sie sich als zu ungestüm.

Balleroberungen dank Stevens´ Anpassungen gewinnen das Spiel

Die zweite Halbzeit entschied die Partie dann aufgrund einer Veränderung in der Spieldynamik zugunsten der Stuttgarter. Im Pressing verbuchten die Mannen von Stevens nun deutlich mehr Effektivität und in der Folge auch einige wertvolle Ballgewinne, mit denen sie zu mehr Chancen kamen und das Ergebnis letztlich zum 1:4 schraubten. Dabei war ein ganzes Faktorenbündel an dieser Entwicklung beteiligt, die sich sowohl auf Stuttgarter Anpassungen als auch kleinere Freiburger Problemveränderungen zurückführen ließ.

Interessant war zunächst einmal der Zusammenhang mit einer veränderten Rolle Mehmedis, die in den tieferen Strukturen einen weitreichenden Einfluss ausübte. Anstelle seiner oftmals halbrechts in die Tiefe ziehenden Bewegungen aus dem ersten Durchgang agierte er nun meistens nach links gerichtet, dort deutlich höher und suchte teilweise auch breite oder ausweichende Läufe. Bedingt war dies durch das Freiburger Ziel, im letzten Drittel nun über klare Linksüberladungen Durchbrüche zu erzeugen. Teilweise wollten sie die Szenen gar durch übertriebene Engenbildungen, aggressiven Anspielrhythmus und Ansätze von Staffelungsignoranz wühlend durchdrücken, wofür eben vor allem die Fähigkeiten von Mehmedi und Schmid im Zusammenspiel genutzt wurden. Dadurch verloren die Breisgauer, wenngleich es einige schöne Szenen gab, jedoch ein wenig an Verbindungspräsenz in den Übergangsbereichen im Mittelfeld, was auch durch vermehrtes und frühzeitiges Einrücken der Außenspieler nicht aufgefangen werden konnte, da es sich meistens in etwas höheren Zonen abspielte.

Diese hatten Gruezo und Leitner aber nun besser im Griff, da sie die Mannorientierungen zurückfuhren, was ein erster Aspekt für die verbesserte Absicherung der Stuttgarter Pressingbewegungen darstellte. Hinzu kamen dann weitere kleinere Anpassungen von Stevens, die auf dem Boden der veränderten und in der Mitte eben weniger präsenten, also riskanteren Freiburger Spielweise sehr effektiv wirkten. So zeigte sich Harnik im Anlaufen verbessert, reagierte bewusster sowie engagierter auf das Herauskippen der Mittelfeldakteure nach links und attackierte nun vermehrt Mitrovic mit diagonalen Bewegungen. Dabei half auch die veränderte Seitenaufteilung zwischen dem österreichischen Angreifer und dem nun linksseitig agierenden Gentner. Einerseits kam Harnik mit der anderen, konkreteren Orientierung im Pressing besser zurecht, während Gentner passiver in diagonal ballfernen Positionen wirkungsvoller eingebunden war, beispielsweise die Mittelfeldlinie zurückfallend stärken oder bei Verlagerungen seine Weiträumigkeit einbringen konnte. Beim 1:3 leitete er mit Pressing auf Mitrovic – hier war es mal eine spiegelverkehrte Situation, die allerdings einer ähnlichen Dynamik folgte – nach Anlaufen nach einer Verlagerung den Treffer ein.

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Schematische Darstellung des angepassten Stuttgarter Pressings mit weniger Mannorientierungen in der Mittelfeldreihe und der veränderten Seitenaufteilung vorne. So kann Harnik Druck machen, den Pass von Mitrovic provozieren und der eingerückt stehende Sararer das Zuspiel mit Raum vor sich abfangen, was sonst nicht möglich gewesen wäre (grau)

Eine wichtige Rolle spielten schließlich noch die Flügelspieler der Schwaben, die sich nun gegen die insgesamt noch stärker aufrückenden und damit die Optionen etwas beschädigenden Außenverteidiger des Heimteams geschickter anstellten. Sie gingen nur bis zu einem bestimmten Grad mit zurück, schoben gut balanciert etwas zur Mitte ein und rückten dann bei unter Druck gespielten Pässen nach außen sehr aufmerksam in den Passweg. Beispielhaft gelang dies unter anderem Sararer beim 1:2, wenngleich Freiburg hier etwas Pech hatte, da sie im Anschluss an eine eigene Standardszene noch dabei waren, die Aufbaustrukturen wieder neu herzustellen. Bei Ballgewinnen hatten die Stuttgarter Flügel dann stets bessere, kürzere Wege zum Tor und konnten diagonal zielstrebig hinter die letzte Linie brechen, was durch das zuvor potentiell schon starke Konter-Movement des Teams unterstützt wurde und fast bei allen Toren konkret einwirkte. Zunächst hatte Sararer einige Szenen und eben die Einleitung zum 1:2, ehe Werner dann mit genau einem solchen Lauf das vorentscheidende 1:3 markierte. Der vierte Treffer war dann – ebenso wie der Platzverweis zuvor – in der Entstehung etwas glücklich, unterstrich jedoch wie beim 1:2 eine generelle Veränderung in der Rollenverteilung der Sechser. Im zweiten Abschnitt nahm Gruezo die höhere und häufig nachstoßende Rolle ein, während Leitner zunehmend für den Aufbau in der Tiefe zuständig war. Die Freiburger wussten nach diesem 1:4 mit ihrer improvisierten Viererkette noch etwas Druck zu entfachen und wurden in den Aufbaustaffelungen wieder etwas disziplinierter, hatten durch die radikalen Linksüberladungen zuvor auch durchaus die eine oder andere Szene gehabt, so dass das letztliche Resultat trotz des wirksamen Scheins der vielen Stuttgarter Konterszenen wohl doch um einen Treffer zu hoch ausfiel.

Fazit

Es war ein schwierig zu bewertender Einstand von Huub Stevens, der im Duell mit Christian Streich ein ähnlich dynamikreiches und in gewissen Punkten wechselhaftes Match betreute wie schon in der vergangenen Rückrunde. Vor der Pause musste sich der VfB aufgrund der eigenen Defensivprobleme mit dem Remis von 1:1 glücklich schätzen – überraschenderweise hatte dieses klar aufgezogene 4-4-1-1 schon im Frühjahr nicht so wirklich gut funktioniert, was ähnlich auch für die Ausführungen der Mannorientierungen galt. Im Spiel nach vorne gab es einige Ansätze und die Idee mit dem direkten Ablagespiel war durchaus interessant, allerdings natürlich noch nicht ausgereift. Mit seinen Halbzeit-Umstellungen verdiente sich Stevens dann ein klares Lob, da er die genau richtigen Veränderungen im Pressing anstellte und damit den Sieg ermöglichte. Zunächst hatten dem Team lange auch die guten Offensivszenen gefehlt, die man dann über die vielen siegbringenden Konter erzeugen konnte. Die genaue Richtung der Stuttgarter Reise lässt sich noch schwer absehen, doch es ist eine Mannschaft mit recht klarer Verteilung von Stärken und Schwächen, aber dennoch solider Prägung zu erwarten – ähnlich dem Saisonendspurt 2013/14. Abschließend sei noch ein Lob an die Freiburger angebracht, die vor der Pause spielerisch wirklich einige tolle Momente – gerade durch die Interaktion von Mehmedi und Schmid – hatten, defensiv geschickt arbeiteten und denen man nach der Pause eigentlich nur die gar nicht mal so großen Balanceprobleme im Aufbau und die etwas zu geringe Anpassung auf die veränderte Rolle Mehmedis vorwerfen kann.

Lenn 3. Dezember 2014 um 19:27

Wie seht ihr denn grundsätzlich die Entscheidung, Stevens zu holen; und inwiefern sind die für die Ansprüche des VfB unterirdischen Leistungen der letzten Jahre an den Trainern, inwiefern an den Spielern bzw. dem (schlecht zusammengestellten->Bobic?) Kader festzumachen?

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