Fünf Fragen vor Real Madrid – Bayern München

Am heutigen Mittwoch treffen mit Real Madrid und dem FC Bayern München zwei fußballerische Schwergewichte aufeinander. Unsere Vorschau stellt die wichtigsten Fragen vor dem Spiel.

1. Wo spielt Lahm? Oder anders gefragt: Wen fürchtet Guardiola am meisten?

Lahm als Rechtsverteidiger gegen Ronaldo.

Lahm als Rechtsverteidiger gegen Ronaldo.

Diese erste Frage ist die vielleicht interessanteste vor dem Spiel und hat einen großen Einfluss auf die Formation der Bayern. Guardiola hat im Prinzip mehrere Möglichkeiten. Er kann Lahm klassisch als Rechtsverteidiger spielen lassen. In diesem Fall wäre er der Bewacher von Cristiano Ronaldo, der am gestrigen Dienstag mit dem Team trainiert hat und rechtzeitig wieder fit zu sein scheint. Diese Rolle hat Lahm in der Vergangenheit schon oft gespielt und mit seiner Wendigkeit und defensiven Stärke Ronaldo aus dem Spiel genommen. Mit Lahm als Außenverteidiger ist es sehr wahrscheinlich, dass die Bayern in einem 4-2-3-1 antreten (auch wenn andere Varianten möglich sind, auf die ich später noch eingehen werde).

Die zweite Möglichkeit wäre, Lahm ins Zentrum zu stellen. Auch wenn bei Real immer wieder die Superstars auf den Außen hervorgehoben werden, ihre größte Stärke haben sie in dieser Saison im Mittelfeld. Xabi Alonso wird als tiefer Spielmacher sehr gut von seinen Nebenmännern entlastet. Modric verkörpert wie kein zweiter Spieler die Rolle eines balancierenden Achters, der die Defensive mit der Offensive verbindet. Angel di Maria wiederum zieht mit seinen Vorstößen Gegenspieler auf sich und sorgt damit für Entlastung für die offensiven Kräfte und Unterstützung in der vordersten Linie. Zudem ist er mit seiner Pressingresistenz prädestiniert, enge Situationen mit Dribblings alleine zu lösen.

Als Sechser würde Lahm defensiv hinter den Münchern Achtern (wahrscheinlich Kroos und Schweinsteiger) absichern und die Vorstöße des Madrider Mittelfelds abfangen. Eine interessante, wenngleich wenig wahrscheinliche Variante wäre Lahm als Achter, der sich an Luka Modric orientiert und diesen aus dem Spiel nimmt. Gleichzeitig könnte er sich mit seiner Ballsicherheit in den Engen des Madrider Mittlefelds anbieten. Extrem unwahrscheinlich, aber theoretisch ebenfalls möglich wäre Lahm als Linksverteidiger, der Gareth Bale aus dem Spiel nimmt.

Der feuchte Traum des Taktikbloggers: Lahm als Achter gegen Modric.

Der feuchte Traum des Taktikbloggers: Lahm als Achter gegen Modric.

Die Entscheidung, wo Lahm spielt, hat große Auswirkungen sowohl auf die Defensive als auch auf das Aufbauspiel. Die Rolle des rechten Innenverteidigers Boateng, die Positionierung von Kroos und Schweinsteiger, die Besetzung des offensiven Zentrums – all dies hängt von der Frage ab, wo Lahm aufgestellt wird. Zugleich beantwortet Lahms Position die Frage, wen Guardiola am meisten fürchtet – Ronaldo, Modric oder gar Bale?

2. Wie viel wagt Real?

Eins scheint bereits vor dem Anpfiff klar: Auch in dieser Partie wird Guardiolas Team die Ballbesitzhoheit haben. Dazu ist das Münchener Spiel zu sehr auf den eigenen Ballbesitz ausgerichtet. Real Madrid wiederum fühlt sich am wohlsten, wenn sie schnell und direkt ihre Außenstürmer bedienen können.

Dennoch stellt sich vor dem Spiel die Frage, wie viel Ballbesitz Real zulassen wird. Oder anders gefragt: Wie viel werden sie riskieren? Real Madrid beherrscht ein gutes, aber keineswegs überragendes 4-1-4-1-Pressing. Die balancierenden Bewegungen der Mittelfeldspieler gleichen aus, dass Ronaldo und Bale manches Mal die Cleverness und Bissigkeit gegen den Ball vermissen lassen. Dennoch ist Madrid in dynamischen Gegenpressing-Aktionen stark, besonders wenn Modric einen guten Tag erwischt, wie dies im Viertelfinal-Hinspiel gegen den BVB der Fall war.

Fraglich ist, ob sie ein hohes Pressing gegen die Bayern spielen – und wenn ja, wie lange. Madrid streut in fast allen Partien Phasen ein, in denen sie sich tief an den eigenen Sechzehner zurückziehen. Ronaldo verbleibt in solchen Situationen oft vorne, Real verteidigt dadurch in einem 4-4-2. Dieses 4-4-2 wird äußerst passiv interpretiert, verschiebt sich aber gut zum Ball. Doch besonders das Herausrücken wird in solchen Situationen kaum praktiziert. Fraglich wird sein, wie Madrid beide Varianten balanciert – und wie die Bayern es bespielen (siehe dazu die dritte Frage).

Ein weiterer offener Punkt ist die Frage, wie offensiv Madrids Außenverteidiger agieren. Coentrao und Carvajal sind für ihre Vorstöße bekannt. Robben und Ribery dürften jede Menge Defensivarbeit verrichten müssen, wobei sie zuletzt gegen den Ball nicht immer positiv auffielen. Oft liefen sie die gegnerischen Innenverteidiger an, leiteten den Gegner aber nicht stark genug und fehlten in der Folge in der Defensive. Gegen Madrids Außenverteidiger wäre dies eine Todsünde. Ein etwas passiveres Mittelfeldpressing mit einer tiefen Rolle der Außenstürmer ist nicht unwahrscheinlich. Allerdings könnte Ancelotti auch umgekehrt auf die Stärken von Robben und Ribery reagieren und seine Außenverteidiger anweisen, sich nicht so stark ins Offensivspiel einzuschalten und sich im Pressing zurückzuhalten.

Wenn sich die Außenverteidiger defensiv an Robben und Ribery orientieren, bietet sich die Chance, das Pressing der Madrilenen über die Außenpositionen zu umspielen, wie es die Bayern beispielsweise gegen Kaiserslautern taten. Ansonsten dürfte sich Manuel Neuer auf mehr Ballkontakte einstellen, sollten die Bayern nicht besser als zuletzt die Engen des Mittelfelds bespielen. Das führt uns zur dritten Frage.

3. Funktioniert Bayerns Ballbesitzspiel besser als zuletzt?

Nachdem die Bayern zwischen Oktober und Februar praktisch jeden Gegner in der Offensive beliebig dominiert hatten, bereitete ihnen das Ballbesitzspiel zuletzt ungewohnte Schwierigkeiten. Gegen den BVB und in Teilen auch gegen Augsburg hatten sie Probleme, ein starkes Mittelfeldpressing zu umspielen (eine gute Analyse des Dortmunder Pressings gegen die Bayern und wieso es so gut funktionierte gibt es hier). Gegen Manchester United wiederum kamen sie nicht an deren engen Strafraumverteidigung vorbei. Real Madrid beherrscht sowohl das Mittelfeldpressing als auch die Strafraumverteidigung, jedoch gruppentaktisch nicht so sauber wie die oben genannten Teams.

Die potentielle Formation der Bayern, wenn sie die rechte Seite massiv überladen.

Die potentielle Formation der Bayern, wenn sie die rechte Seite massiv überladen.

Dennoch werden die Bayern mehr anbieten müssen als zuletzt. Grundsätzlich bieten sich bei der Aufstellung zwei Wege an: Der eine wäre ein Fokus auf das Flügelspiel mit Mandzukic als Strafraumstürmer, der Flanken verwerten soll. In diesem Fall dürften die Bayern viel mit Überladungen arbeiten. Zuletzt nutzten sie dieses taktische Mittel vor allem auf der rechten Seite. Diese ist bei Real defensiv leicht schwächer aufgrund der fehlenden Defensivarbeit Ronaldos, wobei di Maria und Coentrao dies im Zweifel aber gut abfangen können. Viel eher wäre die rechte Seite der Anlaufpunkt der Bayern, da sich Müller und auch Schweinsteiger oft hierher bewegen.

Alternativ können die Bayern versuchen, vermehrt die engen Räume im Mittelfeld zu bespielen. Genau dies bereitete den Bayern in letzter Zeit einige Schwierigkeiten. Der Ausfall von Thiago schmerzt sehr. Der Spanier lief mit seinem Raumgefühl und seiner starken Technik die Lücken in der gegnerischen Formation an. Auf dem Papier wäre Mario Götze am ehesten geeignet, sich in den Engen anzubieten. Er könnte entweder als Zehner in einem 4-2-3-1 hinter Müller aufgestellt werden oder als falsche Neun in einem 4-3-3-System. Philipp Lahm konnte als einrückender Außenverteidiger das Zentrum zusätzlich stärken.

Eine Münchener Formation, die stärker auf eine Dominanz im Zentrum ausgelegt ist. Götze spielt hierbei als falsche Neun.

Eine Münchener Formation, die stärker auf eine Dominanz im Zentrum ausgelegt ist. Götze spielt hierbei als falsche Neun.

Egal, ob die Bayern vermehrt über den Flügel kommen oder doch das Zentrum attackieren: Ihre Ballzirkulation und Bewegung ohne Ball muss sich verbessern, wenn sie Madrid knacken wollen. Diagonale Läufe, eine der Stärken der Hinrunde, gab es im letzten Drittel zuletzt viel zu selten. Die Positionierung war zudem stark darauf ausgelegt, in Kontersituationen gut abgesichert zu stehen – so hielten sich Kroos und Schweinsteiger oft hinter dem Ball auf. Es ist allerdings gut möglich, dass Guardiola auswärts ein Ergebnis erzielen will und die Konterabsicherung in den Vordergrund stellt.

4. Wie gut pressen die Bayern und können sie Reals Konter verhindern?

Die größte Gefahr für die Bayern dürften die Konter von Real Madrid sein. Wenn Ronaldo oder Bale mit dem Ball am Fuß erst einmal Tempo aufgenommen haben, sind sie kaum noch zu verteidigen. Bayern wird das Konterspiel der Madrilenen bereits im Keim ersticken müssen. Besonders die beiden Achter wie auch die beiden Außenverteidiger dürfen in Umschaltsituationen nicht zu viel Zeit am Ball bekommen.

Angesichts der hohen Gefahr, die über die Flügel droht, ist ein dauerhaftes Einrücken der beiden Münchener Außenverteidiger unwahrscheinlich. Die WM-Formation, welche die Bayern zuletzt im Aufbau kennzeichnete, könnte zwar einen hohen Druck auf die Mittelfeldspieler ausüben, allerdings müssten die Innenverteidiger gegen Reals Außenstürmer spielen. Im Falle von Boateng gegen Ronaldo wäre dies keine schlechte Option, Bale dürfte mit seiner Geschwindigkeit und seiner Dynamik allerdings durch Alaba besser verteidigt werden als durch Dante bzw. Martinez.

Wahrscheinlich spielen die zentralen Mittelfeldspieler eine tiefere Rolle, durch die sie im Gegenpressing sofort Zugriff auf Modric und di Maria erlangen können. Im geordneten Pressing könnten sich die Bayern an Dortmunds leicht asymmetrischen Mix aus 4-3-3 und 4-2-3-1 orientieren und das Spiel von Modric fernhalten:

Der BVB zwang mit seinem Pressing den Innenverteidigern das Spiel auf, die dankenswerterweise die Pressingfallen bespielte. In diesem Fall verliert Illaramendi den Ball und der BVB erzielt ein Tor.

Der BVB zwang mit seinem Pressing den Innenverteidigern das Spiel auf, die dankenswerterweise die Pressingfallen bespielte. In diesem Fall verliert Illaramendi den Ball und der BVB erzielt ein Tor.

Bei der Besetzung im Mittelfeld sind einige Varianten denkbar, die zusätzliche Stabilität bieten könnten. Der kicker spekuliert, dass Martinez im Zentrum beginnt. Für ihn wäre die Rolle eines Achters denkbar, der in Pressingsituationen nach vorne geht und sich an di Maria und Modric orientiert. Vielleicht geht Guardiola sogar den Heynckes’schen Weg und bietet eine Doppelsechs Schweinsteiger-Martinez mit Kroos als Zehner auf. Verbunden mit einem Mittelfeldpressing wäre dies eine sehr stabile Variante. Die destruktivste Variante wäre Martinez in der Rolle eines blockierenden Zehners. In dieser Rolle hat der Spanier bereits das Konterspiel von Borussia Dortmund im Keim erstickt.

Martinez in der Rolle als Zehner gegen den BVB. Er verhinderte, dass die Dortmunder Sechser Konter initiieren konnten.

Martinez in der Rolle als Zehner gegen den BVB. Er verhinderte, dass die Dortmunder Sechser Konter initiieren konnten.

5. Cristiano Ronaldo – Fluch oder Segen?

SV-Mastermind RM meinte vor ein paar Tagen in einem privaten Gespräch, Ronaldos Verletzung wäre mehr Segen denn Fluch für Real. (Allerdings hat RM auch behauptet, die Bayern würden United zweistellig aus dem Stadion fegen – im Ernst, der RM weiß schon, was er redet). In der Vergangenheit hat er in einigen Artikeln sehr gut dargelegt, wieso die Fixierung auf Ronaldos offensiver Genialität (die niemand ernsthaft abstreitet) seinem Team Variabilität und defensive Stabilität kostet. Auch Guardiola sprach auf der Pressekonferenz davon, dass Ersatzmann Isco seinem Team „Kontinuität“ brächte, was zwischen den Zeilen als Kritik an Ronaldo gelesen werden kann.

In der Tat ist die Frage interessant, ob Ronaldo gegen die Bayern wird glänzen können. Lahm und Boateng gehören zu den defensiv stärksten Zweikämpfern der Welt. Beide haben ein überragendes Timing im Tackling. Ronaldo dürfte gegen die Bayern nicht so viel Unterstützung erfahren, wie er gewohnt ist, schließlich dürfte Madrid schnell kontern und die eigenen Mittelfeldspieler sich nicht so hoch positionieren gegen Kroos und Schweinsteiger.

Zudem stellt sich bei Ronaldo immer die Frage, ob ein Team nicht die Räume hinter ihm nutzen kann, die er defensiv offenlässt. Auch wenn solche Überlegungen auf dem Papier zumeist stärker sind als in der Praxis, bietet sich zumindest ein Dreiecksspiel halbrechter Verteidiger – Sechser – rechter Verteidiger an, um das Pressing der Madrilenen auszuhebeln. Dies ist einer der Standard-Spielzüge der Bayern, um ein gegnerisches Pressing zu umspielen.

Eine Szene aus dem Spiel Bayern gegen Lautern. Diesen Spielzug sah man bei den Bayern diese Saison öfters, um ein gegnerisches Pressing auszuhebeln. Gegen Ronaldo könnte dies sehr effektiv sein.

Eine Szene aus dem Spiel Bayern gegen Lautern. Diesen Spielzug sah man bei den Bayern diese Saison öfters, um ein gegnerisches Pressing auszuhebeln. Gegen Ronaldo könnte dies sehr effektiv sein.

Sollte Ronaldo wider Erwarten nicht spielen, würde dies Guardiolas Überlegungen vereinfachen. Philipp Lahm könnte als Sechser aufgestellt werden und die Ballzirkulation gestärkt werden. Andererseits zeigte sich Real bei den zwei letzten Auftritten ohne Ronaldo defensiv extrem stark, beide Spiele gewannen sie mit 4:0.

Bei all dem Hype um Ronaldo darf allerdings Bale nicht vergessen werden. Der Waliser kommt immer besser in Form und bringt seine Geschwindigkeit sehr gut ein. Alaba ist allerdings ein guter Gegenspieler. Meine Chronistenpflicht befiehlt mir, auf eine mögliche Variante mit Boateng als Linksverteidiger hinzuweisen, nachdem Pep Guradiola am Wochenende so spielen ließ. Für wahrscheinlich bzw. effektiv halte ich sie nicht.

Abschließendes

Viele der genannten Fragen werden erst mit dem Anpfiff beantwortet – oder eine Stunde davor, wenn die Aufstellungen veröffentlicht werden. Dieses Preview fasst noch einmal sehr gut die größte Stärke zusammen, die Guardiola zu den Bayern brachte: die Unberechenbarkeit. Ich habe zig Varianten aufgezählt, wovon keine vollkommen ausgeschlossen werden kann. Es wird interessant sein zu sehen, was Guardiola sich dieses Mal einfallen lässt.

Stan 24. April 2014 um 06:23

Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber ich habe Real gruppentaktisch sehr sauber gesehen beim Verteidigen. Nur im Leiten der Angriffe sind sie noch nicht so gut wie Dortmund. Real steigert sich in diesem Punkt schon die ganze Saison, aber dass sie inzwischen so kollektiv auftreten hat mich trotzdem überrascht.

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cj 24. April 2014 um 03:15

Ganz interessant, den Preview nach dem Spiel nochmal zu lesen. Wenig Überraschendes weder von Guardiola noch von den Bayern. Das Grundgerüst des Ballbesitzspiels funktioniert, doch wer von einer wunderhaften Wiederbelebung der Offensive geträumt hat, wurde leider enttäuscht. Es wird im Rückspiel schwer, denn Real schiesst im Moment wesentlich leichter Tore als Bayern.

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fs984 23. April 2014 um 17:38

Die defensive Variante à la Heynckes fände ich sinnvoll. Dann kann Martinez so gut wie möglich Di Maria verteidigen und in den anderen direkten Duellen sehe ich Bayern nicht im Nachteil. Auf jeden Fall sollte er Mandzukic spielen lassen, wenn er rückwärts gegen Alonso oder Modric presst und das Mittelfeld unterstützt, würde das der Mannschaft helfen.

Real erwarte ich zu Beginn mit einem richtig hohen aggressiven Pressing, sowie im Hinspiel gegen Dortmund. Diese Druckphase sollte die Bayern überstehen. Um so länger das Spiel geht, vermute ich, dass Ronaldo zu zocken beginnt. Dann könnte es 1-1 Situationen für Robben gegen Coentrao geben. Freue mich darauf…

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AP 23. April 2014 um 17:03

Gute Fragen

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Koom 23. April 2014 um 14:39

Zuletzt fiel mir auf, das Bayern in der Schnittstelle AV-IV ziemlich anfällig ist, wenn die AVs sehr hoch stehen und der angespielte Mittelstürmer sich intelligent verhält. Mainz, Dortmund, Augsburgs, Hoffenheim hatten alle immer wieder recht klare Szenen, wo ein langer Ball auf den MS kam und der sehr flott auf die Außen ablegte. Das klappte sowohl gegen Rafinha als auch Lahm und könnte, wenn sauber genug umgesetzt, gegen Ronaldo, Bale und Benzehma verheerend werden.

Persönlich tippe ich auf eine Sicherheitsvariante von Guardiola, die mehr mit der Heynckes-Variante gegen Barcelona zu tun haben wird als das, was Pep sonst so macht. D. h.: Lahm rechts, Schweinsteiger + Martinez zentral im DM, davor vermutlich Kroos. Ribery links, Müller rechts, Mandzukic vorne. Das ist dann eine sehr defensive Variante, aber speziell für den Anfang IMO gut, weil es auf die meisten Eventualitäten recht gut eingestellt wäre.

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RM 23. April 2014 um 14:18

Ich fände es interessant, wenn Real mit

– Casillas –
Carvajal – Pepe – Ramos/Varane – Marcelo
– Modric –
Bale – Isco – Di Maria – Cristiano
– Benzema –

spielen würde.

Bayern müsste das natürlich mit einem hohen Torwart, Lahm auf der Zehn, Robben als Mittelstürmer und Mario Götze als Rechtsverteidiger kontern. Gut, wäre vielleicht nicht die beste / keine gute Lösung, aber es wäre lässig. So aus Prinzip.

Real stellt dann auf 3-3-3-1 mit Illarramendi als Innenverteidiger neben Carvajal und Marcelo um. Bayern kontert (ohne zu kontern!), indem sie plötzlich einen Alaba-Klon und zwei Lahm-Klone bringen, auf ein 4-3-3-1 mit Lahm, Neuer, Alaba und Alaba 1.2 hinter Lahm auf der Sechs hinter Lahm auf der Zehn umstellen und durch ein Tor vom eingewechselten und verjüngten Pizarro gewinnen. Spiel muss dann wiederholt werden, weil Pizarro die vierte Einwechslung war.

(Ich brauche mal wieder mehr Offensive nach gestern. No Creativity and No High Pressing make RM go crazy.)

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Isco 23. April 2014 um 14:23

Man könnte doch auch Modric ins Tor stellen, damit Real endlich einmal einen spielstarken TW hat, statt ihm spielt dann eben Illarra auf der Sechs. Die Paraden hat er anscheinend eh drauf: http://www.youtube.com/watch?v=GMkWNyu4zQ8

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Izi 23. April 2014 um 15:30

😀 Like!!!

P.S.: Wo nehmen die Bayern den Klon-Generator her? Würde einigen Teams gut zu Gesicht stehen… (Man stelle sich nur mal eine Bundesliga vor, in der jede Mannschaft mindestens einen Lahm hätte! Wer hat dann das offizielle fb-Account? 😉 )

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hegel 23. April 2014 um 15:44

Ich befürchte, zumindest von Bayern-Seite wird man heute Abend eher auf den Stabilitätsfokus gehen. Wäre zumindest verständlich – schlechte Leistungen in letzter Zeit im Ballbesitz, Thiago verletzt, und nicht zuletzt spielt Guardiola bei Topspielen auswärts gerne mal defensiver, warum auch immer.

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HW 23. April 2014 um 14:14

Wie stehen die Chancen, dass DiMaria für Bale ‚vorne‘ spielt? Ronaldo wird spielen, wenn ihm kein Bein abfällt.
Real wird auch versuchen in Madrid ein gutes Ergebnis zu erzielen um nicht in München gewinnen zu müssen. Real kann ja auch nicht richtig defensiv.

Wie Bayern spielt? Bei Guardiola weiß man nie. Ich vermute Lahm rechts und ohne Martinez. Im Sturm würfelt Guardiola glaube ich selber, darum: Mein Tipp Pizarro 😉

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fluxkompensator 23. April 2014 um 14:10

hmm, die abschließende grafik, die zeigt, wie bayern gerne das pressing umspielt, setzt aber das herinkippen der av voraus, oder irre ich mich?

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Lord Fenimore 23. April 2014 um 14:08

Interessante Fragestellungen. Ich denke Pep wird lahm auf die 6 stellen und mit kroos u Schweinsteiger spielen. Dazu Götze . Er wird selbstbewusst und auf Sieg spielen lassen. Ob die heynckes Variante mit doppelsechs nicht stabiler und erfolgreicher wäre, wird man später sehen.

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blub 23. April 2014 um 14:08

Da ist so viel möglich, ich befürchte das beide Trainer die langweilige Variante spielen werden.(Wie MR schon vor ner Woche oder so schrieb.)

Ich würde gegen Real eine asymetrische Ausrichtung wählen, mit Lahm im Mittelfeld, aber so das Boateng der Gegenspieler von Ronaldo wird und Alaba gegen Bale spielt.
Vor allem würde ich Robben auf die Bank setzen und Müller Rechts spielen lassen, der bringt die guten diagonalläufe ein und Robben hat mir zuletzt garncht gefallen. Das passt denke ich gut mit der höheren Rolle Rafinahs zusammen.
Ich bin noch nicht entschieden ob man das ganze mit Götze oder Mandzukic abschmeckt. Mandzukic könnte es werden um physisch nicht so unterlegen zu sein, andererseits kann man das Problem auch mit Martinez beheben.

Aus sicht von Madrid hätte ich mal Bock auf ne Raute mit Isco als 10. Könnte toll sein, aber ich glaube nicht das sie die nötigen verschiebemechanismen präzise genug umsetzen können.(Madrid mit einer Tuchel-Raute. Das wär ein Gegner.)

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AlexF 23. April 2014 um 16:07

Den Punkt mit Mandzukic sehe ich genauso, nur ist man damit gegen Ramos und Pepe wohl immer noch unterlegen. Deshalb würde ich zu Götze tendieren, der dann rechts das Loch hinter Ronaldo überlädt.

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Koom 23. April 2014 um 16:28

Nicht zwangsläufig. Man hats ja auch gegen ManU so gehalten, dass Mandzukic sich eher einen AV als Gegenspieler rauspickt und von außen agiert. Wäre ja gegen die eher offensiv orientierten AVs von Real keine schlechte Idee. Zudem ist Mandzukic sehr defensivstark und diszipliniert und im Gegensatz zu vielen anderen in recht guter Form.

Und gerade Götze spielt momentan sehr mässig, wäre für mich keine sinnvolle Option für die Startelf.

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blub 23. April 2014 um 16:45

Ich will sowieso nicht hoch in den Strafraum kommen. mir gings vor allem um defensivstandards. In der Kategorie Pepe/Ramos/Ronaldo/Benzema(Bale) ist Schweini eben auch kein großer Fisch. da sind mir nur 2 IVs als Gegner zu wenig. zwischen alonso/diMaria/Modric ist ja ordentliches Material bei hohen Bällen gesichert.

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Koom 23. April 2014 um 17:03

Hm, sehe ich jetzt bei weitem nicht so krass. Bei den Bayern turnt ja defensiv auch noch Neuer mit herum. Körperlich, wie auch antizipativ sollten Defensivstandards keine Schwäche darstellen, bzw. mit Mandzukic dazu sollte das gut stehen. Und offensiv hat man genügend quirlige Spieler, die auf etwaige Lücken hinter Reals Zockern reagieren können.

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blub 23. April 2014 um 17:35

Die kurzen einnicken kann jeder aber die fängt Neuer ehvorher, das stimmt.
Man wird wohl relativ ausgeglichen sein wenn ein dritter großer auf dem Feld ist. Schweini/Benzema kann ich mir vorstellen. Schweini/Ramos eher nicht.

Ums so zu sagen: Das ganze ist nicht Priorität A, aber ich glaube das Bayern bei passender einstellung keine offensive Durchschlagskraft verliert und ich sehe auch keinen Faktor beim Bekämpfen von Umschaltsituationen. Sich hier bewusst dem Missmatch auszusetzen um Small Ball zu spielen(wie man im Basketball sagt) halte ich für unnötig, denn das die letzte verbliebene Stärke Reals.
Also das ganze ist nicht wichtig, aber unnötig. Und 1 Gegentor wäre hier schmerzhaft(die altbekannte Leier)


Isco 23. April 2014 um 13:56

Sehr ihr Ronaldos fehlende Defensivarbeit noch immer als derart große Problematik an? In dem 4-4-2/4-3-3 Hybrid, den man bspw. schon im Clasico gesehen hat (Bale statt Ronaldo) sollte das doch nicht mehr so ein Problem sein.
Interessant finde ich in dem Zusammenhang auch, dass ihr Reals linke Seite als die anfälligere bezeichnet, mit Di Maria und Coentrao ist die doch defensiv eigentlich wahnsinnig gut besetzt?

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TE 23. April 2014 um 14:06

Ich habe Ronaldos Zocken noch nie als das riesige Problem angesehen (siehe auch mein Real unter Mourinho Porträt), das schwache Pressing würde mir mehr Sorgen bereiten an Ancelottis Stelle. Doch di Maria sichert das eigentlich sehr gut ab. Ich persönlich finde dennoch die linke Seite leicht anfälliger, auch weil ich nicht der riesige Coentrao-Fan bin, was sein defensives Stellungsspiel angeht. Ich betone allerdings auch in dieser Vorschau, dass der Münchener Rechtsfokus nicht unbedingt zum Gegner passen muss, sondern vielmehr der eigenen Spielweise aktuell zugutekommt – Lahm kann als Rechtsverteidiger besser eingebunden werden, Müller weicht viel nach rechts aus, Robben ist aktuell stärker als Ribery.

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Max 23. April 2014 um 13:55

Zwei Anmerkungen:
1. So einen Offensivdrang wie Marcelo oder auch Carvajal hat Coentrao eher nicht. Vor allem aber ist er den beiden offensiv unterlegen. Dafür defensiv über Marcelo anzusiedeln, der nach seiner Verletzungspause wohl nicht starten wird.

2. Du schreibst, die Bayern werden den Madrider Konterspaß im Keim ersticken muss. Wäre Isco mit seiner Ballkontrolle und Pressingresistenz, welche ein großer Sprung im Vergleich zu CR7 und Bale ist, eventuell eine gute Variante? Er könnte es als Verbindungsspieler vielleicht schaffen, dass bayrische Gegenpressing zu umgehen und Benzema und Ronaldo/Bale einsetzen. Zumal sowohl Crisitiano als auch Bale nicht topfit scheinen. Man könnte einen von der Bank kommen lassen – vor allem Bale mit seienr enorme Physis könnte da vielleicht noch was bewirken.

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TE 23. April 2014 um 14:01

Punkt 1 kann ich so stehen lassen. Zu Punkt 2: Ich deute ja im letzten Abschnitt an, dass Isco dem Team Kontinuität brächte, sowohl im Ballbesitzspiel als auch im Konter. Die Variante mit Isco als einrückender Außenspieler wäre brandgefährlich. Andererseits würde dies Lahm erlauben, zentraler zu spielen und sich stärker einzubringen.

Ich denke aber schon, dass heute Abend Ronaldo und Bale spielen. Ehrlich gesagt habe ich in den letzten Jahren das Gefühl, Verletzungen großer Spieler vor wichtigen Spielen ist eher so ein Psychoding. Am Ende haben immer alle Stars gespielt.

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Ostkreuzkicker 23. April 2014 um 19:29

Genau, so wie Mario Götze im letzten Finale 🙁

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Alex 23. April 2014 um 13:46

danke für das Preview. Dass mein FCK hier am Rande erwähnt wird hätte ich nun nicht gedacht. Freu mich wie Bolle auf das Spiel!

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juventino 23. April 2014 um 13:43

Könnte man Lahm nicht auch als Bewacher von di Maria aufstellen? (als als halbrechten Achter) Ich halte di Maria immernoch für unterschätzt. Mit seiner Technik, Übersicht und Dynamik könnte er Schweini und Kroos viele Probleme bereiten, mit denen ein Lahm wahrscheinlich besser umgehen könnte. Gleichzeitig könnte Lahm dann auch um Ronaldo rumschwirren und seine Kreise stören.

Nur sone Idee.

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RM 23. April 2014 um 14:08

Juhu, sehe ich auch so, Di Maria ist Weltklasse! Ganz SV feiert den.

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El entrenador 23. April 2014 um 19:47

El Angel de Madrid. Habe so gut wie alle Spiele gesehen und er ist großartig. Ein Verdienst von Ancelotti.

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