Donnerstag, 30.06.2016

Hertha BSC – FC Bayern München 1:3

Die Bayern spielen gegen die Hertha in Berlin und können durch tolle Anpassungen vor Spielbeginn einen der Problemgegner der Hinrunde entzaubern.

Herthas Ausrichtung – auf dem Papier vorhanden, auf dem Platz nicht mehr

Nominell spielten die Berliner ihre schon häufig genutzte 4-4-2-Formation, in welcher sich die Stürmer zurückziehen und nahe am gegnerischen Sechserraum formieren. Dahinter gibt es situative Mannorientierungen, um Zugriff auf dem Gegner zu haben und keine Pässe in die Mittelfeldzone ohne direkten Druck zu erlauben. Gegen Bayern funktionierte dies aber absolut nicht, die 4-4-2-Formation und die jeweiligen Manndeckungen hätten schon früh angepasst werden sollen, aber es gab keine wirkliche Lösungsmöglichkeit. Allerdings gab es zumindest minimale automatische Veränderungen, die wohl von den Spielern selbst ausgingen.

Grundformationen

Grundformationen

Zu Beginn schien es beispielsweise so, als ob Ramos und Mukhtar durchgehend auf einer Linie agieren würden. Spätestens nach der Anfangsphase war es aber oft ein 4-4-1-1, besonders, wenn Bayern die erste Pressinglinie überwand. Ursache dafür war Bayerns Formation und Spielweise. Sie spielten nicht mehr ein 4-2-3-1 wie in den letzten Wochen, sondern hatten mit Lahm, Kroos und Schweinsteiger drei Mittelfeldspieler. Zwar kippte Lahm als tiefster Sechser häufig nach hinten zwischen die beiden Innenverteidiger ab, aber sehr oft spielte er auch im Mittelfeld und tauschte flexibel mit seinen beiden Partnern Positionen und Räume.

Unter anderem dieses Wechselspielchen zerstörte Herthas Defensivformation in ihrer grundlegenden Ausrichtung. Die vielen Positionswechsel der drei Achter, die formative Überlegenheit in der Mitte, das flexible und häufige Zurückfallen aller drei Flügelspieler und der teilweise Verzicht auf Breite wie Tiefe, um Überzahl und Chaos in der Mitte zu erzeugen.

Gepaart mit den hohen Außenverteidigern der Münchner sorgte dies im Verbund dafür, dass die Hertha gezwungen wurde, kurzzeitig 4-1-3-2, 5-3-2, 6-2-1-1 und allerhand andere absurde Staffelungen zu erzeugen. Bayerns Vielzahl an freier Spieler liefen sich dann in den entstehenden freien Räumen der gegnerischen Formation an, standen generell in Ballnähe kompakt und zirkulierten den Ball geschickt. Zugriff erzeugten die Mannorientierungen der Hertha nicht, nur Probleme. Entscheidend war hierbei die Flexibilität der Offensivreihe.

Bayern mit drei falschen Neunern

Vor dem Spiel war vielfach zu erwarten, dass die Sturmreihe der Bayern relativ normal ausfallen würde; Robben auf rechts, Müller in der Mitte und Götze auf links, die letzteren zwei eventuell mit flexiblen Positionswechseln. Doch Guardiola hatte sich bei dieser Sturmbesetzung etwas anderes überlegt und es war keineswegs einfach möglich den drei Spielern überhaupt einen festen Raum, geschweige denn eine konstante Position, zuzuschreiben. Alle drei Spieler ließen sich oftmals nach hinten fallen, wobei Müller naturgemäß öfter vorne blieb oder auch auf die Flügel auswich, um Balance zu geben.

Hertha offensiv. Vermute ich mal.

Hertha offensiv. Vermute ich mal.

Alles in allem ist es aber wohl treffender, wenn man alle drei Spieler als „falsche Neuner“ bezeichnet. Persönlich finde ich den Begriff „falsch“ etwas unnütz, da er einerseits inflationär gebraucht wird, andererseits auch ungenau ist. Hinter „falsch“ werden oftmals die genauen Attribute und Rollen des jeweiligen Spielers verschleiert; bei den Bayern war jedoch diese „Falschheit“, also das Verlassen und Verwaisen-lassen ihrer Grundposition der taktische Kernaspekt und sie hatten keine bestimmte Rolle, wenn sie in anderen Räume auftauchten, sondern agierten situativ immer anders.

Manchmal spielten sie sehr tief, gingen vereinzelt bis an den Sechserraum zurück und betätigten sich spielmachend, in anderen Situationen waren sie wieder ausweichend oder reine Kombinationsstürmer im Zwischenlinienraum. Natürlich gab es einzelne Unterschiede, so spielte Müller nicht ganz so spielgestaltend, suchte eher die vertikalen, schnellen Aktionen und war alles in allem mehr balancegebend und ausweichend, während besonders Robben tief im Mittelfeld aktiv war.

Das Wichtige war jedoch, dass sicher eigentlich keiner oder, wenn überhaupt, nur einer auf dem Flügel befand. Sie besetzten die zentralen Räume, spielten eng aneinander und schoben dadurch die Viererkette der Hertha zusammen. Gleichzeitig konnten sie durch diese Enge ihre Positionen viel schneller und einfacher verändern, ob durch einen Positionstausch mit einem der anderen beiden oder eben das Zurückfallen ins Mittelfeld, Zentrum wie Halbräume.

Dieses Zurückfallen der drei Stürmer erzeugte Überzahl und verhinderte effektiven Zugriff der Mannorientierungen der Hertha. Schweinsteiger, Lahm, Kroos und Co. konnten in engen Situationen oftmals den Ball direkt nach vorne weiterleiten, liefen sich dann frei und erhielten durch schnelle Ablagen den Ball wieder. Bis sich die Hertha neuorientierte, konnten die Bayern den Ball schon zirkulieren lassen, kombinierten und bewegten sich weiter. An eine Aufrechterhaltung und effektive Umsetzung der Mannorientierungen war spätestens nach diesen Weiterleitungen mit Ablagen nicht mehr zu denken.

Bayern offensiv. Kein Wunder, dass die Hertha so verwirrt war, wenn so viele Pfeile auf dem Platz lagen.

Bayern offensiv. Kein Wunder, dass die Hertha so verwirrt war, wenn so viele Pfeile auf dem Platz lagen.

Herthas Flügelstürmer konnten ebenfalls kaum dabei helfen, dass sie mehr Kompaktheit und Zugriff in der Mitte hatten. Die enorm hohen Außenverteidiger der Bayern, die in dieser Partie seltener und nur noch situativ richtig hineinkippten, drückten die Flügelstürmer des Gegners nach hinten und durch die enge Positionierung der „Flügelstürmer“ Bayerns konnten die Außenverteidiger der Hertha nur selten die Gegenspieler der Flügelstürmer übernehmen. Ein paar Mal funktionierte es zwar, doch konstant war an keine solche Veränderung der Mannorientierungszuordnungen zu denken.

Zusätzlich zu diesen Bewegungen der Stürmer und Außenverteidiger spielten auch noch die Bewegungen der zentralen Mittelfeldspieler eine wichtige Rolle.

Gruppentaktische Sauberkeit im Bewegungsspiel in den ersten zwei Dritteln

Ein weiterer Faktor, welcher der Hertha die Mannorientierungen versaute, waren die Bewegungen der Münchner im Aufbauspiel. Lahm ließ sich oft fallen, Kroos und Schweinsteiger kippten auf die Seiten heraus. Insbesondere im Halbraum hatten sie oftmals enorm viel Raum, weil die Berliner Flügelstürmer nach hinten gedrückt wurden und kaum pressen konnten. In einzelnen Situationen stand sogar Lahm zwischen den Innenverteidigern, Schweinsteiger in einem defensiven Halbraum und Kroos im gegenüberliegenden. In dieses breite Dreieck ließen sich Götze und Robben dann einige Male zurückfallen, was null Zugriff für die Hertha bedeutete.

Gleichzeitig schoben die drei zentralen Mittelfeldspieler auch immer wieder nach vorne oder sogar auf die Flügel; in einer Situation rückte Lahm mit einem diagonalen Lauf vom rechten defensiven Halbraum bis auf den linken Flügel. Dazu passten auch die Bewegungen der Innenverteidiger. Wenn Lahm abkippte, fächerten die Innenverteidiger gut auf und rückten dann einige Male mit Ball nach vorne auf, lockten die Herthaner zum Pressing und spielten dann in die entstehenden offenen Räume. All das spielte sich schon in den ersten zwanzig Minuten ab. Und obwohl das Spiel auch danach gut war, flachte es etwas ab.

Fazit: Schaulaufen ab Minute 15

Die Intensität der Bayern nahm nach dem 2:0 etwas ab (ein Drittel der Schüsse im ersten Sechstel des Spiels). Sie spielten zwar nach wie vor dominant, mit der gleichen Taktik und klar überlegen, aber nicht mehr so zielstrebig nach vorne, teilweise wurde auch etwas auf einzelne riskante Pässe verzichtet. Stattdessen kam die Hertha minimal besser in die Partie, weil sie ihre Pressinglinie etwas nach vorne schoben. Mit höherem Pressing funktionierten die Mannorientierungen minimal besser, die Berliner waren intensiver.

Allerdings merkte man hier auch: Ein sehr hohes Pressing bringt Neuer ins Spiel, wodurch Bayern automatisch Überzahl und lässige Passwinkel hat. Ein sehr tiefes Pressing sorgt dafür, dass die Bayern Zeit haben ihre offensiven Strukturen, den Ball zirkulieren zu lassen und ihre taktischen Pläne umzusetzen. Den Mittelweg erreichten die Herthaner ein paar Mal gut, aber alles in allem war es keine starke Leistung, womit sie auch nicht an das sehr gute Hinspiel aus dem Herbst anknüpfen konnten.

Insbesondere die Stärke der Bayern in engen Räumen und die hervorragende Anpassung Guardiolas vor dem Spiel waren dafür ursächlich. Die Bayern spielten übrigens auch defensiv ein klares 4-3-3, also kein 4-2-3-1, kein 4-4-1-1 und auch kein 4-1-4-1, sondern wirklich 4-3-3ig, was in dieser Saison gar nicht mal so häufig der Fall war. Einzelne Anpassungen und Wechsel gab es noch auf beiden Seiten, von Bedeutung waren sie nicht wirklich. Am Ende spielte Bayern etwas statischer und die Hertha erzielte den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer inkl. darauffolgender Einwechslung Ronnys, aber ohne Effekt.

Ach ja, die Bayern sind jetzt auch überraschend Meister. Mit 83% Ballbesitz, einem Philipp Lahm mit 134 angekommenen Pässen (Passquote: 100%) und insgesamt über 1000 Pässen. Das nennt man standesgemäß.

Bernhard 26. März 2014 um 19:40

Also dein Pensum is schon oag RM, Hut ab!
Mich wunderts wie du neben dem Studium Zeit für die ganzen Analysen findest 😉

Antworten

mk 26. März 2014 um 21:07

Erinner ihn doch nicht dran! Ich vermute er hat bisher einfach nur vergessen, dass er noch nebenher studiert. Wird meiner Meinung nach sowieso überschätzt, dieses Studieren. 😉
Wenn er jetzt aber deinetwegen wieder anfängt was für die Uni zu machen und deshalb die vor Wochen (!; ich pöbel mal ein bisschen rum) versprochenen Taktiktheorie-Artikel nicht liefert, werde ich a) sehr traurig und muss dann b) vermutlich weinen.

Antworten

Bernhard 26. März 2014 um 21:32

Lol,da ich selber studier weiß ich wie gerne man Ablenkung sucht, obwohl Prüfungen, Seminararbeiten etc. anstehen. Ich bezweifle dass er sein Publikum im Stich lassen wird 🙂

Antworten

RM 26. März 2014 um 22:30

Welche Artikel waren das denn nochmal, außer Artikel über Halbräume? 😀

Nene, das passt schon. Ist halt teilweise sehr stressig, aber dank einer (sehr) nachsichtigen Freundin und meiner relativen Schnelligkeit im Schreiben lässt sich das eigentlich gut regeln. Solange man was von mir lesen möchte, schreibe ich eigentlich ganz gerne, auch wenn ich weiß, dass es da Lesenswertere (hust, meine Kollegen, hust). Da gibt es wohl eher eine Korrelation zwischen negativen Kommentaren und Anzahl der Artikel als mit allem anderen. 🙂

Antworten

Bernhard 26. März 2014 um 22:46

Vielleicht würden deine Kritiker verstummen wenn du Leidenschaft und Kampf,sowie das Mitsingen der Nationalhymne als taktik-relevante Kategorien akzeptieren würdest 😀

Antworten

sharpe 26. März 2014 um 11:56

was mir noch aufgefallen ist: Ecke für Berlin und es sind wenig Spieler im Strafraum. Da sind bei Bayern doch tatsächlich 3 Spieler fast an der Mittellinie stehen geblieben und Berlin hat darauf reagiert und ich glaube 4 Spieler an der Mittellinie gelassen.
Sieht man sehr selten: Ecke für ein Team und 7 Spieler stehen an der Mittellinie.

Antworten

Schimanski 26. März 2014 um 11:25

In der Konferenz ist mir eine Szene aufgefallen, wo bei Bayern bei Abschlag Hertha die letzte Linie bis an die Mittellinie hoch gezogen haben. Die Absicht, die dahinter steckt, ist mir klar. Ich habe mich nur über die Konsequenz mit der sie ausgeführt wurde, gewundert. Machen die das öfters so?

Antworten

RM 26. März 2014 um 11:31

Ja, doch, gibt es eigentlich ziemlich oft, wird aber immer mal wieder variiert.

Antworten

MrR 26. März 2014 um 08:49

wär das nicht mal ne formation für die N11?
nen paar wechsel (reus für robben, Abwehr bissel umstricken)
das gerüst bliebe gleich

Antworten

Thomas 26. März 2014 um 09:43

Naja, die Abwehr wird da natürlich spannend. Es ist schwer, Alaba auf links zu ersetzen. Großkreutz für Rafinha wär ja noch passabel, Hummels neben Boateng würde wohl auch passen. Wäre aber sonst mal eine Idee.

Antworten

golg 26. März 2014 um 13:17

Wir hoffen auf die Wiederauferstehung des Holger Badstuber. Dann bilden wir eine 3er-Kette Badstuber – Hummels – Boateng und stellen Großkreutz auf die Alaba-Position, Lahm auf die Rafinha-Position.

oder: wir investieren alle in Klon-Forschung, um einmal in unserem Leben erleben zu dürfen, wie Manuel Neuer mit 10 Lahms um die Wette passt.

Antworten

Thomas 26. März 2014 um 14:18

Für die WM wird’s eng mit Holger Badstuber. Danach würde ich das aber dann gerne mal sehen 🙂

Antworten

geco87 26. März 2014 um 19:26

Ich frage mich eh, warum Löw mit seinem Spielermaterial nicht mal den konventionellen Weg verlässt. Wie wäre es mit einem flexiblen 3-4-3 mit den verteidigern hummels, mertesacker und boateng, dem magischen Quadrat (alternativ raute) aus schweinsteiger und Lahm (defensiv), Kroos und Götze (offensiv), das situativ die Breite im zweiten Drittel gibt und einem flexiblen Dreiersturm aus Müller, Schürle und Özil. Letzerer könnte mit Götze rochieren.

Antworten

golg 27. März 2014 um 12:38

grundsätzlich hoch interessant. aber nicht, wenn man exakt diese 3 IV hat und sonst niemanden auf ähnlichem Niveau für diese Position. dann scheitert das System, sobald mal einer der 3 ausfällt, ob verletzt, müde, gesperrt, formschwach, egal. daher: hoffen auf Nachwuchs bzw. Herrn Badstuber

Antworten

geco87 27. März 2014 um 17:06

Ich sehe Ginter und Knoche bald auf ähnlichem Niveau wie die etablierten.


besserwisser 26. März 2014 um 08:36

Die vergangenheitsform von er weicht aus ist er wich aus und nicht er weichte aus. Begriffe wie „falsch“ können nicht inflationär sein, höchstens ihr gebrauch.

Antworten

RM 26. März 2014 um 09:57

Du hast auch „unnützlich“ übersehen, das klingt auch furchtbar. Habe alles drei korrigiert.

Antworten

utari 26. März 2014 um 19:16

Danke… in der Hektik des Alltages verwende ich recht häufig „weichte aus“ statt „wich aus“ 🙂

Antworten

Ulank 26. März 2014 um 03:08

Also vielleicht übersehe ich zu viele Dinge:

Aber ich finde es schade, dass Guardiola nicht öfter mit dieser Art von Formation spielt (sprich Müller statt Mandzukic). So sehr ich Mandzukics Klasse zu schätzen weiß – mit Müller ist das ganze doch irgendwie noch „geiler“.

Das Spiel gegen Manchester City oder jetzt diese ersten 15 Minuten … Habe das Gefühl, das kommt dem Ideal Guardiolas recht nahe (soweit ich das beurteilen kann)

Ist die Formation zu speziell, um sie öfter zu spielen? Also hat sie nur gegen bestimmte Mannschaften Sinn?

Antworten

blub 26. März 2014 um 02:32

Ich verneige mich einfach mal virtuell.
Das kommt nicht so häufig vor.
Ich habe selten gesehen, wie jemand eine erfolgreiche Taktik aus dem Hinspiel so dermaßen Zerstört hat.

Und @all: Das funktionierte deshalb so herausragend weil Luhukay in Berlin mit den Mannorrientierungen verheiratet ist. Gegen andere Ansätze funktioniert das nicht so gut.
Wenn man in dieser Art breite und tiefe aufgibt zerstört einen z.B. der BVB umgekehrt genauso wie das hier mit Hertha passiert ist.
Das Spiel ist Definitiv ein Grund für Huldigungen, aber keiner auszuflippen.

Antworten

chicago_bastard 26. März 2014 um 00:49

Endlich durften wir mal wieder das sehen, wozu diese Mannschaft fähig ist. Das in den letzten Wochen vermehrt zu beobachtende uninspirierte Flankengekloppe in den Strafraum war schwer zu ertragen.

Mandzukic ist für die wichtigen Spiele jetzt hoffentlich raus aus der Startelf, mir immer noch unerklärlich wieso der gegen Arsenal auf dem Platz stand. Mit dem ist dieser Traumfußball einfach nicht möglich, das war kein Zufall, dass heute mit seiner Einwechslung ein leichter Knick im Offensivspiel einherging. Ist auch der einzige Bayernspieler, dessen Passquote heute krass abfiel (nur 50%), auch die lediglich 13 Ballkontakte auf die er in immerhin 35 Minuten kam zeugen davon, dass er mit dem schnellen Kombinationsspiel, das die anderen heute zelebriert haben, einfach nicht mitkommt.

Antworten

Otto 26. März 2014 um 09:34

Wenn ich deinen Beitrag lese (und ich bin auch deiner Meinung) frage ich mich allerdings, ob Lewandowski überhaupt in dieses System hineinpasst, so wie gestern gespielt wurde. Während Mandzukic gerne über die Flügel ausweicht, lässt sich Lewa gerne Richtung 10er Position fallen. Aber für so ein flexibles Spiel in der Offensive wie gestern finde ich ihn auch nicht optimal.

Antworten

Handtuch 26. März 2014 um 11:45

Diese Überlegung habe ich auch schon oft gemacht. Mandzukic und Lewandowski sind sich doch in vielen Punkten ähnlich. Und Guardiola spielt ungern mit „echten“ Mittelstürmern, das ist bekannt. Vielleicht wird Lewandowski diesen Wechsel bald bereuen. Andererseits will ich erstmal abwarten, wie und was Lewa beim FCB nächste Saison spielt.

Antworten

AP 26. März 2014 um 21:04

Aber zwischen Mandzukic und Lewandowski sind doch Welten… Lewy wird kann mit seinen Fähigkeiten doch in jeder Mannschaft der Welt spielen. Und bei Bayern hat er rein zufällig einen Trainer der es versteht seine Spieler richtig einzusetzen… Lewy macht die Bayern noch flexibler und noch ballbesitzender im letzten Drittel, als Sie es heute schon sind.

Antworten

DJ Doena 27. März 2014 um 08:02

Ich verstehe nicht, wo zwischen Mandzukic und Lewandowski Welten liegen. Beide sind flexible Spieler, die sich in mehreren Zonen bewegen, auch wenn diese bei beiden unterschiedlich sind. Im Gegensatz zu klassischen Mittelstürmern, die sich praktisch nur vor dem Tor aufhalten.

Antworten

chicago_bastard 27. März 2014 um 09:23

Dann guck dir mal Ballbehandlung und Passspiel der beiden an, da liegen durchaus Welten dazwischen. Lewandowski hat die technischen Fähigkeiten, um sich an einem Kombinationswirbel wie ihn die Bayern in der Anfangsphase gegen Hertha entfacht haben zu beteiligen, Mandzukic eher nicht.

Handtuch 27. März 2014 um 12:34

Sehe ich auch eher so wie du. Mandzukic wird manchmal so hingestellt als wäre er ein Gomez, so sehe ich ihn aber auch nicht. Er mag vielleicht etwas robuster sein als Lewa, aber Welten sehe ich zwischen den beiden nicht.

Ich möchte kein 2. Zitat schreiben, deswegen schreibe ich es hier mit rein.

@AA:
Ich kann dir nur voll zustimmen. In der Hinrunde gab es einige Spiele, in denen Götze als Neun (echte oder falsche lassen wir mal dahingestellt) gestartet ist. Die wichtigen Tore sind aber erst gefallen, nachdem Mandzukic eingewechselt wurde. So ein 4-3-3-0 sah zwar gegen Hertha anfangs sehr schön aus, aber ob das wirklich die Zukunft sein wird? Da bin ich skeptisch.

AA 27. März 2014 um 10:11

Ich fürchte, dass wir den Mandzukic noch vermissen werden. Habe gerade in der SZ eine sehr passende Kurzanalyse gelesen:

„Spieler wie er werden auch nicht in La Masía ausgebildet: breitschultrig, rauflustig, gnadenlos effektiv. Mandzukic‘ Spiel passt nicht durchs Nadelöhr wie das von Thiago, Götze, Lahm; das ist ihm aber chorizo, weil er im Zweifel den ganzen Nähladen umrammt. Hat Guardiola Mandzukic besser gemacht? Eher umgekehrt: Guardiola hat gelernt, wie wertvoll so ein Luxusbrecher sein kann.“

Ich war Anfangs sehr sehr skeptisch, aber ich finde, dass er es sich auf jeden Fall erarbeitet hat, in der Startelf zu stehen. Wenn er manchmal nur nicht so divenhaft wäre …

Antworten

Koom 27. März 2014 um 10:19

Ich denke vor allem, wenn man so bewusst und gezielt, „weltweit“ nur noch technisch beschlagene Zwerge ausbildet, dann kommt auch irgendwann der körperlich wuchtige Spieler wieder automatisch als begehrenswerte Ware auf den Markt. Wenn bspw. irgendwann die Qualität von Flanken und hohen Bällen so hoch wird, wirst du dir 1,90m-Brocken herbeisehnen, die diese Bälle dann in den Winkel schädeln.

Zuviel von einer Sache, so toll sie auch sein mag, ist halt nicht gut. Und die Bayern profitieren enorm davon, dass sie Mandzukic, aber auch bspw. Schweinsteiger haben, der ja auch sehr körperlich agieren kann.

Thomas 27. März 2014 um 12:29

@Koom: „Und die Bayern profitieren enorm davon, dass sie Mandzukic, aber auch bspw. Schweinsteiger haben, der ja auch sehr körperlich agieren kann.“
Letztes Jahr haben die Bayern die CL unter anderem deswegen gewonnen, weil auch körperlich starke Abräumer (unter anderem ja auch noch Martinez) an Bord waren. Oder den europäischen Supercup mit dem Plan B mit den drei B’s (Brechstange, Bewegung, Bullen im Sturm, siehe Fazit in http://spielverlagerung.de/2013/08/31/uefa-supercup-finale-bayern-munchen-chelsea-fc-22-54-n-e/ mit Hervorhebung von mir).
Das Faszinierende an den Bayern zur Zeit ist ja gerade die Verbindung des technisch hervorragenden Fußballs mit ein paar „körperbetonteren“ Elementen (z.B. hohe Flanken in den Strafraum).

golg 27. März 2014 um 12:31

die Frage ist doch aber eine ganz andere, nicht ob Mandzukic, ob Gomez, ob XY gebraucht wird, sondern ob der jeweilige Spieler bereit ist, sich auch mal auf die Bank zu setzen, nicht 1a sondern nur 1b oder gar 1c Lösung zu sein. Gomez hätte unter Pep sicherlich seine Spielzeiten bekommen, aber entsprechend der Situation. Mandzukic wird stets seine Spielzeiten bekommen, aber fragt sich nach dem Sommer: wie oft noch? und dann: reicht ihm das?

florrolf 27. März 2014 um 13:28

Pep wird Gentleman genug sein, so dass wir nie erfahren werden, ob es sein Transferwunsch gewesen ist oder der des „FCB“.
Einerseits ist denkbar, dass man nicht wollte, dass man im CL-Finale von einem Madrider Lewy 3 Buden eingeschenkt bekommt. Also gar nicht Dortmund schwächen, sondern international gedacht. Außerdem erhält man einen Spieler ablösefrei, den man unter Umständen postwendend für 60 Millionen verkaufen kann. Madrid, City, Chelsea würden diese Summe wohl zahlen. Also wirtschaftlich durchaus lukrativ.
Andererseits sehe ich in Lewy eher ein Pizarro-Update als ein Mandzukic-Ersatz. Hier stellen sich viele Fragen. Wird Pizarros Vertrag verlängert (Backup mit fit halten in der 2. Mannschaft)? Würde Pizarro 10 Jahre jünger unter Pep öfter spielen?
Eine wirkliche Verbesserung des Teams, ein höheres Level sehe ich nicht mit der Ankunft Lewys, egal wie gut er ist. Es sei denn, Pep hat noch ganz andere Umbaupläne. Hier wurde bereits die 3-Kette diskutiert. Vielleicht läuft es ja tatsächlich darauf hinaus: 3-5-2. Man überlege sich: Mandzukic und Lewy gemeinsam auf dem Feld und die gegnerischen IV versuchen von hinten raus zu spielen.

Antworten

WQ 27. März 2014 um 14:32

Kader ist spitze. vBuyten wird durch Badstuber ersetzt. Pizarro durch Lewandowski. Sollte Kroos gehen oder jemand anderes, wird auch dieser einfach ersetzt. Und wer aufmuckt, darf seine Sachen packen. Wenn dann jemand halt nur noch 10 mal in der ersten 11 steht, muss er damit leben.

Antworten

Sev 26. März 2014 um 00:11

„Kein Wunder, dass die Hertha so verwirrt war, wenn so viele Pfeile auf dem Platz lagen.“ Neben allem Inhaltlichen muss man euch einfach auch für euren Humor feiern. Bitte macht weiter so!

Antworten

golg 25. März 2014 um 23:59

kann es sein, dass Guardiola in diesen 15 Minuten zum ersten Mal die Karten auf den Tisch gelegt hat? sieht so seine eigentliche Idee des künftigen Bayernspiels aus? ich glaube, auf seiner to-do-Liste befindet sich noch ein letzter Punkt: gewinne ein Spiel mit Minimum 98% Ballbesitz … oder: spiele so, dass der Gegner nach der 1. Halbzeit geschlossen in der Kabine bleibt und heim fährt.

Antworten

Kir 26. März 2014 um 00:21

Made my day xD. Oder noch besser Pep ruft vorher immer den Gegner an und legt ganz offen seine Taktik vor und dann lässt er ihn entscheiden ob er überhaupt auflaufen möchte.

Antworten

utari 26. März 2014 um 00:27

Kann er nicht einfach das spiel gegen die Gegner im Training nachstellen und so die Gegner mit diesen Videos zur Aufgabe zu zwingen? Ohne das die spiele begonnen haben schon siege einzufahren hat noch kein Trainer dieser Welt geschafft – dieser Rekord wäre wohl wirklich für die Ewigkeit ^^

Antworten

hegel 25. März 2014 um 23:20

mir scheint, ich hätte lieber bayern als das derby gucken sollen…

Antworten

utari 25. März 2014 um 23:20

Ich persönlich finde man sollte neben aller Taktik auch die mentale stärke der Bayern-spieler hervorheben. 25 von 27 spielen in dieser BL-saison gewonnen und dazu noch 19 siege in Folge. Nicht zu vergessen 52 spiele in Folge in der BL ungeschlagen! Ich finde es beeindruckend wie die spieler die Pläne von Guardiola umsetzen und auf dem Platz mit viel klugem Einsatz sich immer wieder erneut zu siegen antreiben.

Antworten

hegel 25. März 2014 um 23:23

auch da kann man wieder taktik reinbringen: es dürfte für wirklich jeden spieler bei den bayern ersichtlich sein, dass guardiola absolut weiß was er tut, und wie ich denke, sich auch mit einzelnen spielern darüber intensiver unterhält.
ist halt vom kopf her was anderes, wenn du weißt, dass hinter der ausrichtung des eigenen spiels ein genie steht, das mit wahnsinniger intensität jedes spiel plant und die mannschaft darauf einstellt.

Antworten

Swarles_Barkley 25. März 2014 um 23:45

Ein weiterer taktischer Aspekt für die „mentale“ Stärke der Bayernspieler könnte auch sein, dass Guardiola permanent die Taktik ändert und auch während des Spiels anpasst und damit auch die eigene Mannschaft vor Herausforderungen stellt, diese umzusetzen. Damit wird zumindest verhindert, dass die Mannschaft ihren Stiefel runterspielen kann, weil es den Stiefel in dem Sinne einfach nicht gibt.

Antworten

utari 26. März 2014 um 00:25

Guardiola hat mich diese saison wirklich beeindruckt! Wie er innerhalb weniger Wochen schon eine Handschrift erkennen lies – Respekt!

Wie er sich auf jeden neuen Gegner einstellt und auch innerhalb des Spieles es schafft zusammen mit seinen spielern sich auf fast jede neue spielsituation neu auszurichten – Respekt!

Ich bin wirklich beeindruckt! Und ich freue mich nun auf die spiele in der CL. Auch wenn es keine Garantien gibt auf siege gibt so freue ich mich doch auf die spiele gegen die europäischen Grössen der aktuellen Fussballwelt.

Antworten

hegel 26. März 2014 um 03:40

kleiner nachtrag zum thema mentalität – ich glaube, er konnte den spielern erfolgreich diese haltung vermitteln: https://www.youtube.com/watch?v=9WU37pxlnJc

Antworten

felixander 26. März 2014 um 09:27

Kann es sein, dass es eines der Talente Guardiolas ist, seine Mannschaft in einen Flowzustand zu bringen? In diesem Zustand fühlt man sich gefordert, weiß aber trotzdem, dass man die Aufgabe bestehen wird. So schleicht sich eben nicht der Schlendrian der absoluten Überlegenheit ein.

Antworten

der_wahre_Hannes 27. März 2014 um 08:27

Etwas ähnliches habe ich letzten unter den Artikel zum Spiel gegen Mainz auch geschrieben. Dass es schon einer großen Moral bedarf, nie nachzulassen und auch in schwierigen Spielen immer weiter auf Sieg zu spielen.
Passend dazu auch ein Artikel in der FAZ:
http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/bayern-muenchen-schaut-auf-dieses-spiel-12860377.html

Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*