Donnerstag, 08.12.2016

Bayern München – VfL Wolfsburg 1:0

Ein mannorientierter VfL Wolfsburg drückt den FC Bayern auf deren rechte Seite fest. Die Münchner nutzen in der zweiten Halbzeit das Zentrum geschickter, zeigen einige kleine Veränderungen und gewinnen knapp, aber verdient.

fcb-wob-2013Dieter Hecking ist dafür bekannt, im Defensivspiel gerne auf viele Mannorientierungen zu setzen – auch gegen Pep Guardiolas Bayern blieb er dieser Marschrichtung treu. So folgte beispielsweise Träsch seinem Gegenspieler Ribéry immer wieder aus der Abwehrkette heraus, auch wenn dieser sich weit in den tiefen Halbraum fallen ließ, während der diesmal rechts offensiv aufgebotene Koo mit Alaba in zentrale Räume einrückte. Die beiden nominellen Achter der bayerischen Formation wurden von Polák und dem ehemaligen Münchener Luiz Gustavo verfolgt.

Bayern auf der rechten Seite festgedrückt

Ausgenommen von diesem Vorgehen der Gäste waren Olic und Diego in der Spitze, denen besondere Rollen und besondere Wirkungen auf ihre Kollegen zukamen. Dabei hatten sie den Auftrag, das Aufbauspiel der Hausherren von deren starker linker Seite fernzuhalten, wo sich Schweinsteiger, Alaba und Ribéry hätten tummeln können. Dafür hielt sich Olic sehr nahe an Dante auf, um diesem keine Freiheiten zu gewähren und die Seite zu verengen, während Diego sich meistens recht mittig zwischen Boateng und Lahm positionierte, der sehr tief zurückfiel, um zwischen seinen Innenverteidigern zu unterstützen.

Die Wolfsburger ließen es zu, dass Boateng seine Freiheiten mit Vorstößen in die Halbräume vor ihm ausnutzte, wollten ihm dort allerdings die Optionen nehmen. Während Diego etwas nachschob und vor allem die Mitte versperren sollte, löste sich Olic von halblinks und rückte ins Zentrum ein. Wichtig war vor allem die Rolle von Marcel Schäfer, der als linker Außenspieler grundsätzlich mannorientiert gegen Rafinha agierte, in diesen Szenen allerdings auf den vorstoßenden Boateng herausrücken und Passwege verdecken sollte.

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Nach dem Pass von Lahm auf Boateng rückt Schäfer heraus und behält Rafinha im Deckungsschatten. Diego soll vor allem die Mitte verstellen, wo Schweinsteiger recht alleine steht. Auf der halblinken Wolfsburger Defensivseite verteidigt das Dreieck aus Knoche, Rodriguez und Gustavo.

Weil Rafinha – wie auch Alaba links – erneut eingerückt im Bereich des Halbraums agierte, konnte Schäfer ihn meistens über seinen Deckungsschatten abdecken, so dass Boateng die seitliche Ausweichoption fehlte, da der Brasilianer sich auch nicht anderweitig in Positionen löste, in denen er den Angriff hätte voranbringen können. Bei etwas brenzligen Szenen schob Luiz Gustavo etwas nach vorne und sorgte in jenem Bereich für Unterstützung, indem er offene Gegenspieler aufnahm, Räume besetzte oder absicherte. Dabei erkannte der Brasilianer die Situationen meistens sehr gut und hatte das richtige Gespür, wann er sich helfend lösen musste und Thomas Müller in die Kompaktheit im Raum hinter ihm entlassen konnte.

Probleme gab es für die Wolfsburger anfangs nur, wenn Boateng sein Vorrücken mit Ball einfach über die Seite fortsetzte, was in der Anfangsphase zu einem Flügeldurchbruch ins letzte Drittel und eine recht gefährliche Verlagerung nach links führte. Ansonsten war Heckings Team allerdings gut aufgestellt, hatte durch die Mannorientierungen auf alle Spieler direkten Zugriff, erzielte durch die Bewegungen von Schäfer und Diego situative lokale Kompaktheiten und stellte den Raum zwischen Gustavo, Knoche und Rodríguez dynamisch kalt.

Somit ergaben sich kaum Abschlüsse geschweige denn Chancen aus den wenig überzeugenden Angriffsbemühungen der Bayern, denen auf halbrechts ein wenig das strategische Element fehlte, während die halblinks aufgebotenen Akteure kaum Bälle erhielten. Gerade Schweinsteiger war in diesem Bereich ziemlich alleine gelassen, was sich auf die Qualität seiner Bewegungswahl auswirkte und dafür sorgte, dass er letztlich keine 30 Ballkontakte erreichte. Da bereits Lahm sehr tief agierte, wollte der Vize-Kapitän offenbar nicht auch noch nach hinten zurückfallen, so dass er nur auf halbrechts als vereinzelte Unterstützung wirklich effektiv mit Ball ins Spiel eingreifen konnte.

Zweite Bälle auf halbrechts und durchwachsener Rhythmus bei Wolfsburg

In ihren Offensivaktionen verbuchten die defensiv stabilen Grün-Weißen zwar ordentliche Ansätze, konnten sich aber keine wirklich zwingenden Szenen erspielen. Einige Male wusste sich Koo hervorragend aus dem Gegenpressing der Bayern zu lösen, doch fehlten dann die Optionen in die Tiefe, da Schäfer und Olic nur selten überraschende Läufe zeigten, während Diego im Umschaltmoment etwas zu stark zum Ball zog. Dass Träsch nach misslungenen Münchener Angriffen über die andere Seite einige Male offene Räume zum dynamischen Hineinstoßen vor sich hatte, gehörte zu den aussichtsreichsten Wegen, hatte aber auch nicht den gravierenden Einfluss.

So musste Wolfsburg viel Gewicht auf eigene Aufbausituationen legen, bei denen der klare Plan lautete, über halbrechts auf zweite Bälle zu spielen. Zunächst postierten sich viele Akteure in sehr tiefen Zonen, um dort den Ball zu sichern und Zeit für das Herstellen der Strukturen zu schaffen, mit denen diese Strategie gelingen sollte. Gegen das sehr dynamische und wilde Pressing der Bayern, die situativ immer wieder auch in 4-1-3-2-artige Anordnungen herausrückten, griffen sie dann früher oder später irgendwann zum langen Ball, der nach halbrechts geschlagen wurde. Dort setzte der VfL erneut auf die hervorragende Pressingresistenz von Koo, der von den weit herausschiebenden Olic und Diego unterstützt wurde, um Präsenz auf die Abpraller zu gewährleisten. Einige Male wurden die Pässe auch lang hinter die Münchener Abwehr gespielt und nur durch knappe Abseitsstellungen vereitelt.

Problematisch aus Sicht der Niedersachsen war die Tatsache, dass sie nach dem Aufrücken ins letzte Drittel meistens nach sehr sauberen Durchbrüchen mit konsequenter Zirkulation zu suchen schienen, die gegen Bayerns stabile Defensive in einer solchen Qualität aber kaum zu schaffen sind. So hätten die Wolfsburger – ein wenig angelehnt an die Dortmunder Anfangsphase im Finale der Champions League – etwas frühere, aber immer noch kontrollierte Abschlüsse suchen sollen. Stattdessen wurden sie nach langer Geduld immer sehr plötzlich hektisch in ihren Bemühungen und kamen dann gar nicht mehr zu Schüssen, obwohl die Ansätze gut waren.

Reaktionen und Antworten

Über die typische Rochade zwischen Robben und dem breit spielenden und auf die Flügel ausweichenden Müller konnten die Münchener etwas Verwirrung stiften und den Niederländer einige Male in ordentliche Positionen im Halbraum bringen. So war dieses Mittel – eine der ersten bayerischen Reaktionen auf die Probleme in der Offensive – in Ansätzen effektiv. Weil Gustavo verstärkt auf die Seite gezogen wurde, musste Polák etwas mehr nachschieben und es blieben zentral nicht alle Mannorientierungen unmittelbar bestehen, doch Bayerns eher schwache Raumnutzung konnte dies zu selten aufdecken. Hinzu kam eine Antwort der Wolfsburger auf diese Rochade, bei denen entweder Diego oder teilweise gar Olic beim Verschieben bis auf den Flügel rückten. Phasenweise tauschten die beiden auch ihre Rollen in der Defensivformation, so dass Olic links wie ein weiterer Außenspieler helfen konnte, nachdem Bayerns Angriff in diesen Bereich angelaufen war.

Erst in den letzten Minuten des ersten Durchgangs gelang es den Gastgebern, dauerhaften Druck am Strafraum aufzubauen und für konstante Abschlüsse zu sorgen. Zum einen band sich Ribéry effektiver halbrechts ein. Zuvor war der Franzose auf der anderen Seite nicht ins Spiel gekommen, später im Raum hinter Gustavo verschluckt und situativ vom herausrückenden Knoche bearbeitet worden. Als Robben und Müller in ihren Wechselwirkungen effektiver wurden, Gustavo einige Male dynamischer wegziehen konnten und Ribéry sich etwas geschickter im Raum positionierte, kam das überladende Zusammenspiel des Rekordmeisters so langsam ins Rollen.

So entstand eine tolle Kombination dieser drei Akteure über halbrechts, bei der sie gegen mehrere Wolfsburger in einem kleinen Bereich einen ansehnlichen Freirauangriff auf die Beine stellten. Auch Philipp Lahm trug zur verbesserten Offensive bei und half beim Aufbrechen der Wolfsburger Defensivstrukturen auf jener Seite, indem er stärker mit aufrückte. Zuvor hatte er sich aus seiner tiefen Position bei den Innenverteidigern nur wenig nach vorne bewegt, sobald die Angriffsrichtung nach halbrechts entschieden worden war, und daher etwas verschenkt in den hinteren Zonen aufgehalten.

Shaqiri und Kroos rochieren zum Siegtor

Diese beiden Aspekte setzten sich nach dem Seitenwechsel fort, so dass Bayerns Angriffsspiel – vor allem wegen des offensiveren Lahm – zusehends gefährlicher und flotter wirkte. Hinzu kam die Tatsache, dass Olic und Diego gegen den Ball wieder in ihre ursprünglichen Aufgaben zurückfielen und nicht mehr so konsequent seitlich unterstützten, während die Bayern weitere Ideen für Verbesserungen zur Geltung brachten. So kippte Schweinsteiger einige Male nach links heraus und besetzte sehr seitliche Räume, was diesen Flügel sichtlich belebte, auf dem die Bälle nun viel einfacher nach vorne getragen werden konnten.

Dazu dienten auch die eingestreuten und meistens auf Mandzukic geschlagenen langen Bälle. Dabei bewegte sich der Kroate zum physisch unterlegenen Träsch, während Ribéry, Alaba und Schweinsteiger auf die Abpraller lauerten. Dieser wurde bei seinen aufrückenden Bewegungen vereinzelt nachstoßend im Strafraum gefährlich, wodurch ebenso kleinere Chancen entstanden wie durch längere Zuspiele, die Müller oder Robben hinter die Abwehr schicken sollten.

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Ungefähre Formationen in der Schlussphase, etwa zwischen der 70. und 85. Minute

Der endgültige Durchbruch gelang den Bayern aber erst in Folge der Auswechslungen – nur wenige Minuten, nachdem Kroos und Shaqiri für Schweinsteiger und Robben gekommen waren, leiteten die beiden das Siegtor ein, indem sie die Verbesserungen des bayerischen Offensivspiels in einem Angriff auf den Punkt brachten. Als neues Pärchen auf der nominellen Doppel-Acht nutzen sie die zentralen Bereiche etwas geschickter und zogen sich vor dem Treffer mit einer Rochade gegenseitig die Räume frei. So konnte Kroos seinen Kollegen und dieser anschließend Ribéry im Strafraum bedienen, nachdem die Szene zuvor passenderweise mit einem Vorstoß von Lahm angefangen hatte.

Der Treffer war auch deshalb wichtig, weil die Wolfsburger in der vorangegangen Phase vermehrt Freiheiten im Offensivspiel bekommen hatten. In der offener gewordenen Partie verloren die Bayern etwas an Kompaktheit und Konsequenz im Gegenpressing, so dass der VfL nach Verlagerungen auf die Seiten nicht wirklich bedrängt worden war. Über Träsch und Schäfer hatten sie leicht aufrücken können und Platz auf den Flügeln erhalten. Allerdings spielten sie diese aussichtsreichen Szenen häufig nicht gut aus, ließen Potential liegen und verzettelten sich in vorhersehbaren Halbfeldflanken, aus denen nur eine gefährliche Szene bei Schäfers Kopfball entstand.

Auch nach dem Rückstand kamen die Gäste zu ihren Ansätzen nach vorne, ohne die resultierende Gefahr dabei entscheidend steigern zu können. In Folge der Einwechslungen von Perisic, Arnold und Caligiuri gab es eine Reihe an Umstellungsversuchen, von denen aber keiner den entscheidenden Durchbruch lieferte. Am Schluss fehlte die entscheidende Konsequenz bei den Strukturen, so dass die Flügelangriffe, die ansatzweise gefährlichen Pässe hinter die Münchener Außenverteidiger und das in den letzten Minuten intensivierte Pressing nicht mehr für einen Punktgewinn reichten.

Fazit

Über weite Teile der ersten Halbzeit war es durchaus beeindruckend, wie die Wolfsburger Bayern auf deren rechter Seite ungefährlich festdrücken konnte – keine wirkliche Torchance aus über 50 % Angriffen über diesen Bereich. Die Münchener nutzten ihre zentralen Räume nicht, ließen diese Bereiche verwaisen und sich zu leicht von links wegleiten. Mit ihren Mannorientierungen und einigen geschickten Maßnahmen standen die Wolfsburger somit defensiv gut, waren trotz ihres durchdachten Offensivkonzepts über zweite Bälle aber zu wenig durchschlagend, um mehr als ein 0:0 zu erreichen. Somit konnten die Bayern mit einer Reihe an verschiedenen Verbesserungen die Partie nach der Pause für sich entscheiden. Repräsentiert wurde dies alles vom Siegtor – bessere Nutzung der Zentrale, gute Rochaden zum Raumöffnen der Einwechselspieler und ein Vorstoß Lahms als Einleitung, dessen vermehrtes Aufrücken wie schon gegen Schalke richtungsweisend war.

DM33 2. Oktober 2013 um 18:56

Liebe Leute,

ich bin hier ganz oft sehr erstaunt. Wenn eine Mannschaft mehr als 30 Spiele hintereinander nicht verliert, wird hier von „glücklich“ & „nicht überzeugend“ & „nicht berauschend“ geredet.

Woher nehmt Ihr denn Eure Maßstäbe?

Dann kommt immer gleich: Barca, die heilige Kuh.
Dabei ist das natürlich mittlerweile ein ganz blöder Vergleich, weil zum einen Bayern Barca letztes Jahr fein in kleine Teile zerlegt und in bunte Tütchen verpackt am Stadionausgang abgegeben hat.
Zum anderen finde ich, kann man auch gut damit leben, dass manche Mannschaften eine zeitlang wirklich herausragend und unvergleichlich und überlegen spielen. Nur, wie oft gibt es denn solche Mannschaften?
Und so etwas kann man doch unmöglich von einer Mannschaft erwarten oder sogar fordern!
Ihr könnt doch den Bayern nicht vorwerfen, dass sie keine Übermannschaft sind, die alles in Grund und Boden dominiert!
In der letzten Dekade war das nur Barca und auch nur ein paar Jahre lang und da haben die ja auch nicht ALLES gewonnen. Dazwischen hat auch etwa der AC Mailand immer wieder gewonnen und wo stehen die denn jetzt?

Auch wundere ich mich, dass es noch niemandem aufgefallen ist, dass Bayern schon seit langen Jahren immer direkt VOR einem wichtigen Championsleaguespiel Probleme hat. Das hat auch nichts mit „Taktik“ oder dem Trainer zu tun. Wenn ich am Freitag gegen Chelsea im Supercup spielen dürfte, würde ich auch am Dienstag gegen Freiburg versuchen, mich nicht zu verletzen und so wenig zu laufen, wie es gerade eben mal so geht. Dann kommen Spiele wie gegen Wolfsburg raus.

Das kommt mir, ehrlich gesagt, auch klüger vor, anstatt wie Dortmund erst den HSV mit viel Hurra gegen die Wand zu spielen, um dann ein paar Tage später in Neapel zu verlieren…

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Aamteur 29. September 2013 um 22:45

Also meiner Meinung nach war das Spiel aus Sicht der Bayern nicht sonderlich gut und um es mal mit Vorbehalt zu sagen, sogar ein Rückschritt zu den vorgegangenen (beiden) Partien (S04, Moskau). Und dabei kann ich noch nicht einmal sagen, woran ich das genau festmache:

Waren es vielleicht die Bayern per se, weil
sie zu behäbig wirkten/ spielten, keine Auftaktbewegungen/ kein Lösen von Gegnern, viele einfache Fehlpässe hatten, keine Spielidee (vs. Einengung in Peps Spielphilosophie)….?!

Oder waren es die Wölfe, weil
sie (sehr) gut verteidigt haben, indem sie im mannschaftlichen Defensivverbund Räume eng hielten und dies mit – auf individualtaktischer Ebene – einem aggressiven Zweikampverhalten paarten, so folglich Ball und Gegner überwiegend erfolgreich vom eigenen Tor Fern halten konnten…?!

Ich denke, sowohl als auch… Die Wolfsburger haben es aus meiner Sicht – im Gegensatz zu den Schalkern – wesentlich besser verstanden gegen die Bayern zu verteidigen. Und dieser Kontrast zum Spiel gegen Schalke verstärkt meine Zwiespältigkeit hinsichtlich Rückschritt (, Stagnation oder doch Lernfortschritt?!).

Meine Meinung und meine Eindrücke möchte ich deshalb mit einigen statischen Werten im Vergleich S04-FCB vs. FCB- VfL untermauern, obwohl diese natürlich per se nur quantitativer Natur sind und daher nichts über die Qualität aussagen (wie z.B. eine höhere Laufdistanz bedeutet nicht unbedingt, dass ich die richtigen und wichtigen Wege laufe.). Die Werte habe ich der Website bundesliga.de entnommen:

Schalke 04 – FCB:
– FCB: Pässe gesamt: 722; davon 625 angekommene Pässe, 97 Fehlpässe (Verhältnis von ca. 86,6% zu 13,4%); Ballbesitz gesamt ca. 64,5%
– FCB: Torschüsse gesamt: 14; davon 11 innerhalb des Strafraums
– FCB: Laufdistanz gesamt: 116,6km; durchschn. Geschwindigkeit: 7,3kmh
– S04: Laufdistanz gesamt: 110,1km; durchschn. Geschwindigkeit: 6,9kmh
– S04: gewonnene Zweikämpfe: 47,1%
– S04: begangene Fouls: 7; 1 Gelbe Karte

FCB – VfL:
– FCB: Pässe gesamt: 566; davon 473 angekommene Pässe, 93 Fehlpässe (Verhältnis ca. 83,6% zu 16,4%); Ballbesitz gesamt ca. 66,5%
– FCB: Torschüsse gesamt: 11; davon 8 innerhalb des Strafraums
– FCB: Laufdistanz: 116km; durchschn. Geschwindigkeit: 7kmh
– VfL: Laufdistanz: 120,3km: durchschn. Geschwindigkeit: 7,3 kmh
– VfL: gewonnene Zweikämpfe: 51,1%
– VfL: begangene Fouls: 24; 1 Gelbe Karte

Ich gestehe, besonders die durchschn. Geschwindigkeit ist kein „Referenzparameter“, aber ich lasse ich es drin, weil mir erst im Nachgang dessen Aussageschwäche deutlich wurde.

Aber an den sonstigen Werten im Einzelnen und vor allem in zusammenhängender sowie vergleichender Betrachtungen kann man schon eine Menge herauslesen, wie z.B.:

– Dass Wolfsburger insgesamt 120km gelaufen ist und damit 10km als Schalke, aber hoppla…!
– Die Fehlpassquote bei Bayern „nahezu“ gleich in beiden Spielpassen, Differenz 2%. Aber wenn man die absoluten Zahlen anschaut, ist die Fehlpassquote beim Heimspiel gegen die Wölfe erschreckend: Nur 4 Fehlpässe weniger bei 156 weniger gespielten Pässen!!!
– Torschüsse: einmal 14 (davon innerhalb: 11), andermal 11 (davon innerhalb: 8)
– 24 zu 7 Fouls an die Bayern…

Natürlich sind diese Werte auch interpretationsfähig, wie z.B. die begangenen Fouls: Zeugt das nun von aggressiven oder ungeschickten Zweikampfverhalten, oder haben die Bayern einfach den Ball zu gut laufen lassen, dass die Schalker nicht in Zweikämpfe – wie die Wölfe – kamen oder haben sich die Wolfsburger durch ihre Laufleistung eine Vielzahl von Zweikämpfen „erzwungen“, die sie unfair führten…?!

Hin oder Her, meiner Meinung hat Bayern gegen Wolfsburg wie schon einige Male zuvor in dieser Saison nicht überzeugen können und letztendlich glücklich gewonnen. Woran das liegt, keine Ahnung. Das ist dann doch gewinnen, liegt vor allem an ihrer individuellen Klasse.

Die Bayern konnten eine Unaufmerksamkeit ausnutzen. Dass dabei Kroos und Shaqiri maßgeblich beteiligt waren, ist vielleicht gar nicht so überraschend, weil die Zuordnung bei den Vflern vielleicht nicht klar waren, zwei frische Kräfte gleichzeitig zu bringen, unterstützt diesen Kommunikationsbedarf und Aufgaben-/ Zuteilungsabstimmung (wenn denn überhaupt durch die Neubesetzung eine andere Ausrichtung der Wolfsburg nach sich zieht) .

Dass Wolfsburg dann doch noch versucht, einen Punkt mitzunehmen (nach dem es ja auch lange aussah), die Bayern zudem auch nicht übermächtig daher kamen und deshalb doch etwas aufmacht, ist doch verständlich. Interessant wäre es zu erfahren, wann Bayern denn seine meisten Torschüsse hatte bzw. torgefährliche Situationen. Nach der Führung, als Wolfsburg etwas offensiver gespielt hat?!

Letzte Anmerkung: Ich habe und hätte nicht damit gerechnet, dass Pep einen Stürmer für einen Defensivspieler opfert, um das Ergebnis über die Runden zu retten. Und damit will ich nicht die Entscheidung und dessen (offensichtlichen) Beweggründe verurteilen, sondern einfach nur die Tatsache festhalten/ erwähnen xD…

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blub 29. September 2013 um 23:50

Die Statistischen Daten die Schalke und die Wölfe erzeugt haben sind halt ausdruck ihrer spielweise. Schalke ist ziehmlich passiv, Wolfsburg mit den vielen Mannorrientierungen sehr aggressiv, das erklärt so zahlen wie die Fouls und die höhere durchschnittsgeschwindigkeit.

Hinzu kommt das Bayern halt gegen Bayern auch grade wirklich gut gespielt hat(und mit besserem Team). Insgesamt ist bei den Statistiken doch nix überraschendes dabei.

Die 2 Prozent geringege Passquote gegen den VfL kommt daher da Kroos so wenig auf dem Platz war^^

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Aamteur 30. September 2013 um 00:33

Ja klar, sind die Werte Ausdruck ihrer Spielweisen. Nur wollte ich damit einfach meine Eindrücke untermauern.

Ich habe nochmal geschaut, Freiburg gegen Bayern hat fast 130km „abgegrast“! Unglaublich!!

Und in diesem Zusammenhang stelle ich mir einfach die Frage, ob es denn (momentan) gegen die Bayern reicht, gut gegen den Ball zu arbeiten, um zu punkten bzw, nahe dran zu sein?!

Letzte Saison war das sicherlich etwas anders. Da hatten einige Gegner selbst mit gutem Verteidigen Schwierigkeiten, nicht mehr als 2 Tore zu kassieren xD

Natürlich überspitzt dargestellt. Aber es ist doch erschreckend, wie schwer sich die Bayern gegen Mannschaft tun (aus sich eines Bayernfan), die man letzte Saison an die Wand gespielt hat und eine Fülle von Chancen kreiert hat.

Das sehe ich momentan nicht so….

Ich mein, der Anspruch der Bayern kann es ja nicht sein, zu sagen, „Ah okay, die haben gut verteidigt, sind viel gelaufen und zeigten eine gesunde Zweikampfaggressivität… Da konnten wir mit unsere individuellen und mannschaftlichen Klasse nichts machen“

Mal schauen, wie sie sich gegen City und Leverkusen schlagen. Das dürften Spiele werden, bei denen auch die Gegner mehr Spielanteile für sich beanspruchen.

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DAF 30. September 2013 um 01:06

„Aber es ist doch erschreckend, wie schwer sich die Bayern gegen Mannschaft tun (aus sich eines Bayernfan), die man letzte Saison an die Wand gespielt hat und eine Fülle von Chancen kreiert hat.“

Man hat diese Mannschaft aber seit Hecking da ist nicht an die Wand gespielt. Heckings Spiegelformationen und Mannorientierungen sind potentiell sehr gefährlich für Bayern. Letzte Saison gab es gegen Wolfsburg einen 2:0- Auswärtssieg, bei dem das zweite Tor erst in der Nachspielzeit fiel. Beim Pokalspiel ist Bayern früh in Führung gegangen, und weil bei einem Pokalspiel die Höhe der Niederlage egal ist hat Wolfsburg danach aufgemacht. Noch mit Nürnberg hat Hecking gegen Bayern ein 1:1 geholt.

Die letzte Saison wird aktuell überbewertet, weil für einen Fan natürlich in erster Linie die emotionalen Höhepunkte wie die Spiele gegen Barca und Juve oder das 9:2 gegen den HSV in Erinnerung bleiben. Die Gurkenspiele der letzten Saison werden einfach aus der Erinnerung gestrichen und ab sofort muss jede Leistung mindestens so gut sein wie beim 4:0 über Barca. Aber all diese Spiele waren erstens in der Rückrunde und zweitens war der Trainer bereits in seiner zweiten Saison. Offen gestanden habe ich mir den Auftakt mit dem neuen Trainer schwieriger vorgestellt, zumal mit Badstuber, Martinez, Thiago und Götze vier potentielle Stammkräfte noch zu keinem Zeitpunkt ernsthaft fit waren.

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Nietzscheaner 30. September 2013 um 01:32

Man muss das nicht so negativ sehen… Gegen Wolfsburg war sicherlich kein gutes Spiel aus vielerlei Gründen, aber dennoch hat man die absolute Kontrolle über diese Mannschaft gehabt.

In der letzten Saison spielte man übrigens 3 Mal gegen Wolfsburg, von diesen 3 Spielen war nur eines klar besser als die Leistung am Samstag: Der 3:0 Hinspielsieg. Das 2:0 in Wolfsburg würde ich als schlechter ansehen, weil man keine so große Kontrolle hatte – das war phasenweise recht offen. Und auch beim 6:1 gab es nach der 2:0-Führung bis zum 3:1 mindestens 20 Minuten, in denen das Spiel hin und her wogte. Die 3 Gomez-Tore in 6 Minuten fielen, weil Wolfsburg auseinander brach. Das war allenfalls leidlich besser.

Grundsätzlich scheinen mir auch die Statistiken fragwürdig: Gegen Schalke waren es knapp 70% Ballbesitz und gegen Wolfsburg 71%. Ähnliche zahlen sind gegen Leverkusen auch zu erwarten, die selbst gegen „normale Bundesliga-Mannschaften“ selten mehr als 50% verzeichnen. Und gegen City hatte man im Audi-Cup auch etwa 70%. Erreicht die Mannschaft diese Kontrolle, spielt sie mit dem aktuell besten Mittelfeld bestehend aus Schweinsteiger, Lahm und Kroos und steigert sich im Vergleich zu Wolfsburg wieder, darf man ein gutes Spiel erwarten.

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blub 30. September 2013 um 02:35

Letzte Saison war letzte Saison und die war außergewöhnlich.

Vergleich mal die Chancenverwertung von dieser und letzter Saison dann weist woher der unterschied in der Wahrnehmung kommt.

Ich hab irgenwo ne statistik gesehn nach wie vielen Torschüssen Bayern diese und letzte saison im schnitt das erste Tor gemacht hat, das war abnormal. Mit 2:0-Führung im Rücken sieht auch ein durchschnittliches Spiel sehr souverän aus.

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jarlaxle 30. September 2013 um 14:36

Hängt aber vielleicht auch mit der Qualität der herausgespielten Chancen zusammen.
Aktuell sind viele Torschüsse recht sinnbefreite Kroos-Schüsse aus der zweiten Reihe. Bälle, bei denen er – wenn ich es richtig weiß – eine ziemlich schwache Quote hat, sobald er ein paar Meter weg von der 16er-Grenze ist.

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Aamteur 30. September 2013 um 18:37

Ich seh‘ schon, ich stehe ziemlich allein mit meiner Meinung!

Also um es anders auszudrücken: Mir geht es nicht darum, jeden Gegnern aus dem Stadion mit einer möglichst hohen Tordifferenz „zu ballern“; sondern darum, überhaupt zu den Chancen zu kommen. Es liegt mir fern, ein Spiel allein anhand seines Ergebnisses zu beurteilen, obwohl Fußball eben auch Ergebnissport ist.

Aber wenn man sich einmal Dortmund anschaut. Ich glaube, dass die Gelben sicherlich zu eines der europäischen Topmannschaften mit einer der schlechtesten/ schwächsten Chancenverwertung in der letzten Saison zählten. Und trotzdem wussten sie zu gefallen, weil sie a) tolle torgefährliche Chancen kreierten und b) mit ihrem Gegenpressing Chancen erzwungen.

Die Bayern hingegen überzeugten durch ihre unglaubliche Chancenverwertung (vor allem zuhause habe sie in den ersten 15. Minuten unheimlich viele Tore geschossen) und spielten tollen Offensivfußball über die Außen, wodurch sie sich auch eine Vielzahl von qualitativ hochwertigen Torchancen erspielen konnten.
Und das sehe ich in dieser Saison leider nicht so, es ist ihnen abhanden gekommen, dass Herausspielen von vielen torgefährlichen Torchancen.

Und das ich nun so vor allem auf dem Spiel gegen Wolfsburg „herumtrapple“, liegt daran, dass es das nun letzte Spiel war, aber schlussendlich versuche ich eine Entwicklung zu erkennen, die im optimalen Fall nach oben zeigt. Und diese Tendenz sehe ich momentan nicht so ganz (lasse mich aber gern eines besseren durch die Bayern in dieser Woche gegen City und B04 belehren).

Sicherlich kann man mal einen schlechten Tag und trotzdem das Glück auf seiner Seite haben, die Medien sprechen dann gern von den „Duselbayern“. Doch ist doch die Anzahl solcher Spiele in der Regel relativ gering.
Diese Saison aber: Frankfurt (1:0; nicht gegebenes Tor durch Meier, möglicher Elfermeter in der Nachspielzeit?), Freiburg (1:1), Nürnberg (2:0)… Also, alles so Spiele die mich einfach spielerisch (!) nicht überzeugen konnten.

Und sicherlich zieht man im gewissen Maße Vergleiche zur letzten Saison, doch würde ich diese Spiele selbst ohne Betrachtung der vergangenen Spielzeit genau so einschätzen, wie ich es jetzt tue, weil sie mich eben nicht überzeugten.

Naja, vielleicht bin einfach nur zu skeptisch/ pessimistisch…

datschge 30. September 2013 um 23:13

Das Chance herausspielen (wollen) ist die Stärke der Bayern diese Saison, sie pushen die Offensive. Unter Heynckes war es primär ein defensivorientiertes Spiel, welches sehr oft in zähe „Stellungskriege“ ausartete, bevor wegweisende Tore gefallen sind. Der Vorteil, den Bayern in der zweiten Saison unter Heynckes hatte, war das psychologische Überlegeheitsgefühl kombiniert mit einer Ruhe (und daraus Abgeklärtheit), die die Bayern diese Saison noch nicht erreicht habe. Durch dieses Selbstverständnis sowie der individuellen Stärken sind viele Spiele entschieden worden. Die kontinuierlichen Offensivfeuerwerke gabs dann gegen Ende der Saison. Das Bayern unter Guardiola ist bereit jetzt wesentlich proaktiver und flexibler, was in der kurzen Zeit schon eine enorme Verbesserung ist.

Cliff 30. September 2013 um 13:25

Danke für die Einarbeitung der vergleichenden Spielstatistiken. Interessant finde ich das Du nach dem Du diese anführst von einem „letztendlich glücklich gewonnen(en)“ Spiel gegen Wolfsburg sprichst.
Ab wie viel Überlegenheit ist denn ein Sieg nicht mehr glücklich bzw. wie hoch muss ein Sieg sein damit er nicht glücklich ist?

Antworten

Aamteur 30. September 2013 um 19:42

Hab’s oben schon angerissen: Die aufgeführten statistischen Werte haben nur bedingt Aussagekraft.

Oft werden ja die Parameter „Ballbesitz“ und „Torschüsse“ bzw. bzgl. der „Torschüsse“ gleichartige Parameter, die eine Torgefahr ausdrücken sollen (wie z.B. Ecken; bspw. hatte Bayern im CL-Finale 2012 über 20 Eckbälle) herangezogen, um die Überlegenheit einer Mannschaft anhand von Werten festzumachen.

Wenn man sich lediglich den Ballbesitz anschaut, ist der in beiden Spielen (gegen S04 und Wolfsburg) nahezu gleich. Doch die Unterschiede, der hierbei versteckt bleiben, sind doch das eigentlich Interessante daran:

– Welche Spiele hatten die meisten Ballkontakte?
– Wie viele Ballkontakte hatten die 3/4 Offensiven?
– Wo auf dem Spielfeld hatten sie die Bälle, in der eigenen Hälfte oder nahe des gegnerischen 16ern?

Um auf Deine Frage zurückzukommen, müsste man zunächst ein einheitliches Verständnis im Sinne einer Definition/ Begriffserklärung von Spielüberlegenheit haben und damit verbundenen Parameter bestimmen.

Ist denn eine Mannschaft bereits überlegen, weil sie den Ball in den eigenen (hinteren) Reihen Hin und Her schiebt, während der Gegner im eigen Spielfeld „wartet“ oder weil sich ein Team durch eine hohe Chancenauswertung besonders auszeichnet und damit viele Spiele gewinnt?!

Und meiner Ansicht nach drückt sich Spielüberlegenheit sowohl durch Quantität (z.B. Ballbesitz oder auch Torschüssen), aber auch durch Qualität (technische Ballbehandlung auf engsten Raum und bei hohen Gegnerdruck, auf Spielverlagerung wird ja häufig der Begriff pressingresistent dafür verwendet) aus (zumindest bis jetzt, lasse mich gerne eines Besseren überzeugen)

Die Bewertung der qualitativen Aspekte beruht vor allem (oder sogar gänzlich) auf der subjektiven Wahrnehmung jedes Einzelnen, so denke ich zumindest.
Und da hatte ich einfach das Empfinden, dass es ist letztendlich nicht berauschend ist, was die Bayern zeigten…

Um meine Meinung hier zu untermauern bzw. zu bestätigen, habe ich versucht, noch einige quantitativen Werte heranzuziehen.
Und dabei sah ich mich eben auch bestätigt.

Und wie es bereits erwähnte, ich kann noch nicht mal sagen, woran ich es wirklich festmache, dass die Bayern aus meiner Sicht gegen Wolfsburg nicht überzeugt habe: Lag es an ihn selbst oder an den Wölfen, oder an beiden?

Aber dass sich Bayern gegen Hecking-Teams prinzipiell schwer tut, ist mir so nicht aufgefallen. Das wird vielleicht der Grund sein…

Und ich sage mal so, aufgrund der individuelle Klasse der Bayern im Einzelnen ist es doch quasi „zwangsläufig eine logische Folgerung“, dass doch gefühlte 80-90% ihrer Gegner besiegen müssten. Wie sieht es aber aus, wenn sie mal auf gleiches Niveau treffen…?!

Antworten

karl-ton 30. September 2013 um 20:48

„Und da hatte ich einfach das Empfinden, dass es ist letztendlich nicht berauschend ist, was die Bayern zeigten…“

Ich glaube da liegt das Hauptproblem für die Bayern in dieser Spielzeit. Nachdem die das Triple gewonnen und Pep verpflichtet haben, erwartet plötzlich jeder, dass die jedes Spiel mindestens 7:0 gewinnen und das völlig ohne Probleme. Ich bin da offen gestanden bisher mehr als erstaunt, dass sie trotz dieser völlig absurden Erwartungshaltung eigentlich immer eine Leistung auf den Platz bringen, die mindestens solide ist.

Und was die schwierigeren Gegner angeht: Ich habe da eher den Eindruck, dass die dann halt nochmal ein paar Prozent draufpacken. Die Spieler wie auch der FC Bayern (vielleicht nicht Herr Sammer ;-)) als Organisation wissen ja auch, dass die Saison grade begonnen hat und man halt nicht immer an der Obergrenze spielen kann, wenn man die Saison erfolgreich zu Ende bringen möchte und hinterher noch WM spielen möchte.

Antworten

Aamteur 1. Oktober 2013 um 08:45

Also ich stehe zwar so ziemlich allein in der Wüste mit meiner Meinung, aber die wird hier dann aber um 180 Grad gedreht.

Nochmal, es geht mir nicht darum, Gegner „wegzubomben“, sondern darum Offensivfußball zu spielen und einfach Chancen zu erspielen, und das war bisher einfach Mangelware gegen Mannschaften in dieser Saison, die nicht das Niveau der Bayern haben.

Und „mindestens soilde“ reicht eben (nur?!) für Gegner wie Frankfurt, Nürnberg oder Freiburg, ohne diese Mannschaften schlecht machen zu wollen.

Gut, die Spieler sollten nicht jetzt und vor allem das Führungspersonal des Vereins wird nicht viele Gedanken an die WM verlieren. Welches Interesse, das über den vereinseigenen steht, hätten denn die Verantwortlichen, um sich jetzt den Kopf zu zerbrechen?
Und die Spieler wissen doch selbst, dass kontinuierliche Spielpraxis und gute Leistungen die beste Eigenwerbung sind.

Bayern hat für mich nahezu an der Leistungsgrenze über die letzte Saison hinweg gespielt (und nur weil man vor zwei Jahren 3×2.Sieger wurde, heißt das nicht, dass diese Saison schlecht war).
Wenn man jetzt behaupten würde, Topleistung abzurufen über eine ganze Saison oder gar über mehrere Spielzeiten, sowas geht nicht, dass würde ich jetzt einfach mal Barcelona in die Runde werfen, zusammen mit der spanischen N11, die ja auch zu einem großen Block aus Barca-Spielern besteht…

Und ja, Topleistung über einen längeren Zeitraum abzurufen, ist sicherlich mehr als schwierig, trotzdem „trennt sich dann hier die Streu vom Heizen“.
Aber wird Topleistung nicht an dem Potential der Leistung bewertet. Ich würde das bejahen: Für mich hat Freibug letzte Saison (+ die Rückrunde der vorletzten Saison) insgesamt eine Topleistung abgerufen. Sie haben aber wichtige Bausteine verloren und haben einfach im Moment nicht das Potential wie letzte Saison.

Also die wirklich schwierigen Gegner waren die Dortmunder und Chelsea.
Gegen Dortmund hätte man nicht verlieren müssen, weil sie aus meiner Sicht nicht besser waren, aber man eben 4 Dinger kassiert, wovon man sich mindestens 2 selbst eingeschenkt hat.
Und gegen Chelsea hat man sich eine Menge Chance herausgespielt, aber wie man teils offen stand… jaja… Dann kassiert man noch in der Verlängerung bei Überzahl nach einem Konter das 2:1 und holt mit der letzten Aktion des Spiels das 2:2. Btw, das Elfermeterschießen war von beiden Mannschaften überragend!

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sharpe 1. Oktober 2013 um 13:33

das erste, was du einsehen musst, ist, das du viel zu früh viel zu kritisch bist. Barca wurde auch nicht in einem Monat zu dem Team, das dann Europas Fussball dominiert hat, sondern hat sich dahin entwickelt. Und das gleiche soll jetzt bei Bayern passieren. Man befindet sich immer noch im Anfangsstadium. Und das man nach DER vergangenen Saison erst einmal einen Schritt zurück gehen muss, wenn man sich im Niveau noch mal steigern will, war für mich sonnenklar. Und dafür spielt Bayern jetzt schon sehr anständig. Aber anscheinend muss es für viele immer viel zu schnell gehen. Geduld haben und die Entwicklung interessiert beobachten und darüber diskutieren ist o.k., aber ständig zum jetzigen Zeitpunkt zu schreiben, das und das war letzten Saison alles besser finde ich laienhaft.

karl-ton 1. Oktober 2013 um 15:22

Ich schließe mich da sharpe an und glaube Du bist vor allem viel zu kritisch. Nicht vergessen Guardiola ist erst 100 Tage bei den Bayern und hat in meinen Augen auch mehr als nur „Nuancen“ geändert. Und bis Automatismen entstehen dauert es, bis die Laufwege stimmen dauert es und bis das Umschalten richtig funktioniert dauert es. Das wirklich positive ist, dass sich das alles positiv entwickelt und zwar recht zügig. Die Entwicklung ist auch der Hauptgrund weshalb ich die Kritik da nicht so richtig verstehe.

Schön übrigens auch, dass Du Barcelona als die Übermannschaft erwähnst. Bei denen ist jetzt auch nicht jedes PD Spiel ein Chancenfeuerwerk. Sondern man gewinnt halt die Spiele. Oft mit 1:0 oder 2:0. Und wenn man ein Tor in der 87. bekommt, dann macht halt Messi in der 91. das entscheidende Tor.

Was die WM angeht: Der Hinweis war mehr darauf gemünzt, dass die Saison (auch ohne WM) lang ist und die Spieler irgendwie auch auf sich achtgeben müssen und also nicht jedes Spiel spielen sollten als gäb’s kein Morgen. Zumal der Kader im Moment ja auch so ausgedünnt ist, dass man sich eigentlich keinen weiteren verletzten Mittelfeldspieler mehr leisten kann.

Koom 1. Oktober 2013 um 17:16

Bin ja auch eher ein Barcelona-/Guardiola-Kritiker und hab mich durchaus diebisch über die Anfänge bei den Bayern gefreut. Mittlerweile muss ich aber einräumen, das man defensiv ziemlich gut steht, also das erste Hauptmanko eliminiert ist. Offensiv wird noch sehr viel über individuelle Klasse geregelt, weniger durch Gegenpressing-Aktionen oder andere Abläufe, die mannschaftstaktisch erarbeitet werden.


Bernhard 29. September 2013 um 22:19

„Gegen das sehr dynamische und wilde Pressing der Bayern…“
Was meinst du mit wild? Unsortiert oder von der Dynamik her wild, sprich sehr aggressiv und auf schnelles Gegenpressing ausgerichtet?

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rookie 29. September 2013 um 19:56

Sagt mal, liegt es nur an einer neuen Friseur oder hat Alaba wirklich enorm an Masse zugelegt, er wirkt irre muskulös! Verstärktes Krafttraining?

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Kroosartig 29. September 2013 um 13:31

Danke für den Artikel, leider das erste Bayernspiel seit Jahren was ich verpasst habe, aber durch euch kann man alles gut nachvollziehen.

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clousy 29. September 2013 um 00:46

zu Müller: was ist seine optimale Position?

Habe den Eindruck, dass er als nomineller 8er seine schlechtesten Spiele macht, als RA mit der Chance, in den Strafraum einzubrechen, deutlich besser spielt, als OM/HS noch ein bisschen mehr, aber am besten als MS ist. Sozusagen je näher er dem Strafraum kommt, desto besser ist er.

Bei den Bayern ist in letzter Zeit relativ wenig los im Strafraum, mehr ein Ballgeschiebe drumherum. Je näher Müller an den Strafraum aufgestellt wird, desto gefährlicher wird Bayern. Ist mein Eindruck, dass mit Müller als MS die höchste Torgefahr besteht.

daher stellen sich für mich die Frage: warum beginnt er meist auf der 8 und schiebt erst im Laufe des Spiels Stück für Stück nach vorn, statt einfach mal von Beginn an ganz vorne aufzulaufen?

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blub 29. September 2013 um 04:26

Warum Müller auf der 8 spielt weis nur Pep alleine. Der Kerl vom Bayernblog findet der hat da Potential, ich hab schon vor 2 Monaten geschrieben das der da nicht gut aufgehoben ist. Entwicklugnspotential sehe ich da eher bei Shaqiri obwohl der auch (noch) nicht strategisch veranlagt ist bringt er die nötige saubere Balltechnik mit, Müller ist mir da oft zu schlampig.

Müller ist überall geil wo er primär Richtung Strafraum ziehen kann, von wo ist egal. Als MS finde ich ihn nicht so gut, weil er nicht so einen guten Zielspieler abgibt. Ja, sein Kopfballspiel ist ganz gut aber das was Mandzukic oder Lewandowski(oder…) da Veranstalten ist ne andere Liga.

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RM 29. September 2013 um 04:41

Müller ist dort am besten, wo man Räume deuten kann. Er kann meiner Meinung nach durchaus auch auf der offensiven Acht oder gar der Sechs sehr gut spielen, aber nicht in dieser spielstrategischen Ausrichtung, welche die Bayern aktuell haben. Hier kann er zwar gewisse Aufgaben auf der Acht übernehmen, dennoch sehe ich ihn auf Rechtsaußen und in bestimmten Partien vielleicht als Mittelstürmer am besten aufgehoben.

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AW 29. September 2013 um 12:46

In welcher Mannschaft könntest du dir Müller gut als Achter oder gar als Sechser vorstellen?

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scf 1. Oktober 2013 um 09:04

…im FCB-Allstars Team neben Breitner und Tarnat

ne mal ehrlich müller muss auf die außenbahn oder als hängende spitze agieren, die kreativen posten sollten andere übernehmen (Thiago, Kroos, Shaquiri, Schweinsteiger,Götze)

aber selbst Götze ist meiner Meinung nach keine Optimalbesetzung für die Guardiola-Acht! Er glaube er würde sich am besten als Pendant zu Robben/Ribery auf den Außenpositionen eignen oder eben als „falsche Neun“, auch wenn dieser Trend unter den Taktikfreunden nicht so gerne gesehen wird..

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rookie 29. September 2013 um 20:00

wollte ich auch schreiben, Müller gehört für mich nach RA. Für Ms ist er als Ableger nicht kopfballstark genug. Ich war ein ewiger Kroos Skeptiker aber ich habe den Eindruck er schafft jetzt unter Pep den Durchbruch zum Weltklassespieler, hat mir gegen Hannover sehr gut gefallen. Kommt da noch eine Analyse? Also mein Mittelfeld: Kroos und Schweini, RA Robben oder Müller.

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AA 30. September 2013 um 17:24

Für mich war Kroos vor der Saison einer, den man hätte gut und gerne verkaufen können. Oft zu langsam. Die Bälle hat er bei der Ballannahme immer erst nach hinten gezogen und seine Pässe auf die Außenspieler waren zu oft gechipt und damit zu langsam. Ich hätte ihn nach Dortmund verkauft oder verliehen, damit er mal ein bisschen „Geschwindigkeit“ bekommt 🙂
Allerdings muss ich zugeben, dass ich froh bin, dass sie ihn nicht verkauft haben. Er ist meiner Meinung nach momentan vielleicht der wichtigste Spieler auf dem Platz.
Zu Müller: Er ist schon ein Phänomen. Eigentlich weiß man nicht, wo er am besten ist. Das wichtigste ist doch, dass er bei unwichtigen Spielen unterirdisch spielen kann, dafür aber bei wichtigen Spielen einfach da ist und müllert und müllert und müllert.

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Aamteur 29. September 2013 um 23:43

Müller auf RA/ ROM oder OM/HS, sprich wie die Jahre zuvor unter van Gaal oder auch Heynckes…

Meiner Meinung nach ist er unberechenbarer als Robben, unbestritten der Qualitäten der Niederländers… Aber Müller über Rechts: Also ich kann mich allein die Saison schon an zwei Flanken von rechts von Müller erinnern (die ein Robben so sicherlich nicht geschlagen hätte), gegen Frankfurt auf Mandzukic und gegen Freiburg auf Shaqiri… Und das Tor gegen Wolfsburg sollte man nicht unterschätzen. Das sah einfach aus als es war. Bei der Geschwindigkeit, sowohl des Balls als auch der eigenen, dann noch aus dem Winkel, der Ball tippte auch noch auf dem Passweg auf…
Also das hat er technisch stark gemacht. Weiß nicht, ob Robben den gemacht hätte….

Müller über rechts: Flanken + nach innen dribbelnder Spieler mit Passmöglichkeiten + „reinziehender“ Strafraumfuchs bei Flanken über links

In dem jetzigen System sind doch der „defensivere/ballsichere/strategische“ 8er bzw. der 6er vor allem die zentralen Ballverteiler, die auch oft kurz kommen und die Bälle weiterleiten.

Müller nicht bei den 8er-Pärchen (z.B. mit Schweinsteiger, Kroos, vermutlich auch bei Thiago dann irgendwann) den offensivere Part ein.

Natürlich kann er die Räume gut nutzen, aber kommen die 8er denn so oft in Strafraumnähe. Ich habe nicht das Gefühl, dass die 8er soviel Torgefahr ausstrahlen, abgesehen von Kroos mit seinen Distanzschüssen (bzw. am 16er)….

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Danters 30. September 2013 um 13:17

Sehe Müller am besten als HS, allerdings variabel bzw. leicht auf Rechts verschoben.
Müller als klassischen MS zentral kann ich mir nicht gut vorstellen, da ist man mit Mandzukic und Pizarro ganz gut besetzt.

Als rechtsverschobenen HS deshalb, da sich bei zentral verlagerten Dribblings von Robben die Möglichkeit bietet mit wenig Laufarbeit auf die rechte Aussenbahn auszuweichen, bzw. die Schnittstelle richtung 5er-Eck zu suchen.
Gleichzeitig hat man bei Angriffen über Ribery den MS der sich in Richtung des 1. Pfostens orientiert, während Müller in den freien Raum am 2. Pfosten oder im Rückraum sucht.
Denn eine ganz große Stärke von Müller sehe ich im Gegensatz zum klassischen MS, der üblicherweise „immer richtig steht“, darin, dass Müller die Räume im Strafraum findet.
D.h. während dem klassischen und statischen MS der Ball immer auf den Mann gespielt wird, hat man bei Müller die Möglichkeit auch innerhalb des Strafraums den Ball in den Raum zu spielen.
So etwas ist selten und ich halte dies für eine der größten Stärken von Thomas Müller.

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