1899 Hoffenheim – FC Bayern München 0:1

Hoffenheim gegen Bayern – keine so klare Angelegenheit, wie man es sich erwartet hätte.

Marco Kurz‘ Matchplan

Die Hoffenheimer machten ihre Aufgabe nicht schlecht. Defensiv ordneten sie sich in einem 4-4-1-1 an, in dem Igor de Camargo sich an Dante orientierte. Man wollte damit den brasilianischen Innenverteidiger im Aufbauspiel stärker und schneller in die Mangel nehmen können. Darum spielte der hängende Stürmer, Kevin Volland, diagonal nach links versetzt hinter de Camargo. Mehrmals schob er sich schnell nach vorne neben de Camargo und attackierte Boateng oder verschloss dessen Passoptionen, weswegen sich Bastian Schweinsteiger auch oft zurückkippte, um beim Spielaufbau zu helfen.

Grundformationen zu Beginn

Grundformationen zu Beginn

Die interessantesten Aspekte im Hoffenheimer Defensivspiel betrafen aber ihre zwei unterschiedlichen Pressinghöhen, den Wechsel dazwischen und situative Mannorientierungen. Hoffenheim spielte nämlich phasenweise mit einem hohen Mittelfeldpressing, in welchem sie die Bayern früh unter Druck setzten. Wenn sie dabei gut formiert waren, musste Bayern den Ball im ersten Spielfelddrittel laufen lassen. Die Münchner kamen aber öfters über die Außenverteidiger und schnelle Passkombinationen mit den Flügelstürmern nach vorne, woraufhin Hoffenheim ihr zweites Pressing aufzog.

Dieses fand um den eigenen Sechzehner herum. Zwischen ihrem hohen Mittelfeld und dem Raum vor dem eigenen Strafraum gab es kein strukturiertes Pressing; man eilte lediglich zurück und das Mittelfeld versuchte sich möglichst schnell vor der Abwehrkette zu positionieren. Daraus entstand aber eine interessante Wechselwirkung: Bis die Bayern von der Seite wieder in die Mitte kamen, dauerte es.

Und weil sich die Bayern im Aufbauspiel wie üblich auf Stabilität und gute Absicherung bedacht formierten, gab es vorne weniger Anspielstationen. Deswegen konnte sich Hoffenheim dann neu sortieren und agierte mit zwei Viererketten enorm kompakt. Einen bespielbaren Zwischenlinienraum gab es nicht, manchmal war zwischen den beiden Ketten nur 10 Meter oder gar weniger Platz.

Hinzu kamen die losen, situativen Mannorientierungen, welches aber vorrangig bei ihrem hohen Pressing stattfand. Die Außenspieler wurden in die Mangel genommen, im Mittelfeld rückte Tobias Weis meistens auf, wenn sich Schweinsteiger zentral zurückfallen ließ. Gepaart mit der Formation entstand eine hohe Mittelfeldkompaktheit und stand bis zum Gegentor sehr stabil, ließ wenig zu und hatte dank der sehr schnellen Außenstürmer, Volland und de Camargo auch den einen oder anderen gefährlichen Konter.

Die Bayern in der Offensive

Bayern hingegen schien etwas ideenlos. Es gab viele lange Bälle aus der Tiefe, viele Flanken und Franck Ribéry als freien Mann. Der Franzose war nach der Anfangsphase nur noch selten auf dem linken Flügel sichtbar, sondern bewegte sich entlang der gesamten Breite – manchmal kam er sogar im Aufbauspiel in das defensive Mittelfeld, um zu unterstützen.

Die Rolle von Mario Gomez war ebenfalls interessant. Im Gegensatz zu Sturmkonkurrent Mario Mandzukic agierte er nicht ausweichend, blieb eher statisch in der Mitte und versuchte dem Spiel Tiefe zu geben. Auch die Flanken und langen Bälle dürften vorrangig auf ihn und seine Stärken zugeschnitten worden sein. In der Theorie keine schlechte Idee, doch ein anderer Gomes wuchs phasenweise über sich hinaus.

Der Torhüter der Hoffenheimer war wahrlich beeindruckend in der Strafraumbeherrschung, überraschend stark im Herauslaufen und machte auch beim Abfangen der Flanken eine gute Figur. Mit einer anderen Spielweise wären die Pässe in die Tiefe und die Flanken der Bayern sicherlich deutlich gefährlicher geworden. So aber wirkte Hoffenheim trotz Unterlegenheit im Ballbesitz stabil, konnte einige Male Druck auf den Seiten erzeugen und dadurch wirkten Müller und Co. phasenweise sehr unpräzise.

Das Pressing der Bayern griff auch selten. Es gab nur selten ein intensives Gegenpressing zu beobachten, das defensive Umschaltspiel war ebenfalls schwächer und man fand einige Zeit kein Mittel gegen den abkippenden Sechser im Hoffenheimer Aufbauspiel. Die Bayern pressen bekanntlich in einem 4-4-1-1, in dem Toni Kroos nach vorne neben Mandzukic schiebt.

Mit Gomez und Xherdan Shaqiri gab es hier ein neues Pärchen. Aufgrund des mangelnden Zugriffs formierten sie sich allerdings fast schon in einem 4-5-1 statt einem 4-4-2 in der Rollenverteilung, denn selten ging Shaqiri nach vorne und half. Erst später wurde dies korrigiert, als Gomez versuchte den zentralen Mann auf eine Seite zu lenken und dort konnte Shaqiri dann gezielt pressen.

Spielcharakter

Alles in allem war es aber eine ganz nette Partie. Es ging viel hin und her, gab in der ersten Hälfte wegen der Hoffenheimer Spielweise nur sehr wenig Mittelfeldgeplänkel  und die Bayern wirkten nicht ganz so stabil, wie in den letzten Wochen. Das kam wohl wegen ihres schwächeren Gegenpressings und etwas schwächerer Raumaufteilung und Geschwindigkeit im Umschaltspiel. Dadurch konnte Hoffenheim in einigen Spielphasen gefährlich werden, aber konnte diese Angriffe selten effektiv zu Ende spielen.

Pressing

Pressing

In der zweiten Halbzeit und mit der Führung im Rücken spielten die Bayern dann aber wieder wie üblich: Stabil, gut abgesichert und mit Nadelstichen nach vorne. Dabei profitierten sie einerseits von der Einwechslung Luiz Gustavos und andererseits natürlich durch die Führung. Sie spielten weniger lange Bälle, agierten auf den Seiten flexibler und konnten die Hoffenheimer beruhigt tief verteidigen lassen.

Auf der Seite gab es dabei fast einen Kreisel zu sehen – Lahm und Alaba spielten deutlich diagonaler, Ribéry und Müller suchten die Außenlinie öfter und zentral sicherten Schweinsteiger und Martinez ziemlich hoch ab. Nach der Einwechslung Gustavos gab es mit Schweinsteiger als defensivstarker und pressingresistenter Option hinter Gomez beziehungsweise Joker Mandzukic zusätzliche Stabilität und die Bayern ließen die Hoffenheimer Konter nun seltener weit kommen.

Motivation

Dennoch sollte den Hoffenheimern Lob gezollt werden. Sie spielten bissig, hatten einen Plan und wirkten enorm motiviert. Teilweise gingen sie überzogen hart in Zweikämpfe und schienen zu viel Aggressivität auszustrahlen, doch auch das gehört dazu – insbesondere gegen eine Mannschaft wie die Bayern. Mit dieser aggressiven Spielweise konnten sie einige Angriffe gut unterbinden und zeigten eine intensive Partie.

Allerdings muss beachtet werden, ob diese Motivation, welche sich taktisch in 24 Fouls äußerte. Die Einwechslungen hingegen konnten kaum etwas ändern. Weder Roberto Firmino noch Joselu oder Derdiyok brachten einen besonderen Mehrwert, außer einer klareren Umstellung auf ein 4-4-2. Auch das in der ersten Hälfte sichtbare hohe Pressing wurde seltener, was aber natürlich ebenfalls am veränderten Spiel der Bayern lag.

Insgesamt war es aber eine passable und akzeptable Leistung gegen müde und weniger konzentriert wirkende Bayern. Letztere zeigten sich wieder gnadenlos und eiskalt, mit etwas mehr Glück hätten sie durch Schweinsteiger zwei Tore mehr nach Standards gehabt. In der Schlussphase erspielten sie sich auch mehr Chancen, weswegen der Sieg natürlich absolut in Ordnung geht.

Dennoch ist es fast Ironie des Schicksals, dass in der ersten Hälfte nach der Leistung bis dahin der Treffer exakt durch einen Fehlpass, ein schwächeres Umschalten der Bayern und ein erfolgreiches individualtaktisches Herausrücken von Jerome Boateng mit einem darauf folgendem super Pass entsteht.

Fazit

Kein tolles Spiel von beiden Seiten, doch Außenseiter Hoffenheim mit einer guten Leistung in der ersten Hälfte und einem Anbrechen der stabilen Münchner Abwehr. Der Rekordmeister konnte sich aber nach dem Führungstor durch Mario Gomez zurücklehnen und ihr Spiel weiterspielen – mit viel Stabilität und letztlich auch einer überzeugenden Leistung in der Schlussphase.

Rookie 4. März 2013 um 18:18

Also, ich habe gestern gesehen wie wichtig ein Manuel Neuer ist, gerade wenn der Gegner Pressing spielt. Normalerweise, wird das PRessing auch durch Neuer als permanente sichere Anspielstation ausgehebelt , es ist absolut auffällig gewesen, wie wenig Rückpässe es auf Starke gab. Ich habe immer die Luft angehalten , wenn er am Ball war, es liegen einfach WElten in der Ballbehandlung zu Neuer. Ich fand das Pressing der Bayern gestern viel schlechter, liegt das am Fehlen von Kroos und Mandzu? Kann mir einer erklären, warum mit der Einwechlsung von Gustavo mit einem Schlag Bayern das Spiel total im GRiff hatte? Oder war es einfach so, dass zu der Zeit die Hoffenheimer einfach müder wurden?

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Hans 4. März 2013 um 19:14

Es war schon sehr auffällig, wie platt die Hoffenheimer am Ende waren. Da haben sie ja quasi Zeitspiel betrieben, obwohl sie hinten lagen.

Mit Gustavo anstatt Shaqiri ist man aber im Mittelfeld natürlich defensiv stärker besetzt und kann sehr viel besser Pressen. Möglich, dass die müder werdenden Hoffenheimer damit nicht mehr zurecht kamen.

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mapka 4. März 2013 um 19:26

Du sagst es schon selber 😀

Es lag am Zehner – als Schweinsteiger nach vorne gerückt ist, war das Passspiel strukturierter und „pressingresistenter“. Sprich erst ein ballsicherer Zehner macht das Aufrücken und Einschnüren möglich.

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firedo 4. März 2013 um 16:34

http://www.spox.com/de/sport/fussball/bundesliga/1303/Artikel/der-beste-bastian-schweinsteiger-aller-zeiten-ideale-zusammenarbeit-mit-martinez-warnung-an-guardiola.html

auch bei spox gibt es fleissige SV-Leser:

„Beide Sechser sind spielstark und proaktiv, beide beherrschen den Aufbau nach der Ballaufnahme aus der Viererkette, können aber auch als Box-to-Box-Player agieren. Und beide können bei gegnerischem Ballbesitz jagen oder lose Bälle einsammeln.“

aus dem ersten Absatz unter dem Video.
Das Jäger-Sammler Konzept kommt mir doch recht bekannt vor.

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RM 4. März 2013 um 17:05

„proaktiv“, die(selbe) Beschreibung der beiden und das Jäger-Sammler-Konzept habe ich bislang noch nie woanders als bei uns gelesen.

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firedo 4. März 2013 um 17:53

ist das jetzt gut oder schlecht, wenn die sich bei euch „bedienen“?

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RM 4. März 2013 um 18:02

Man weiß ja nicht, ob sie es wirklich tun =) . Falls sie (oder andere) es tun und uns dabei nie zitieren/erwähnen, dann fände ich persönlich es eher nicht gut.

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datschge 7. März 2013 um 21:51

Das nicht-verlinken nicht-zitieren ist leider eine typische Eigenart im „professionellen“ deutschen Internet.

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Steffen 4. März 2013 um 18:09

SV-Version:

„Mit Martinez und Schweinsteiger haben sie zwei Spieler, die sowohl als spielstarke, proaktive Sechser, als auch als box-to-box-Akteure spielen können. Defensiv können sie außerdem in der Rollenverteilung sowohl Jäger als auch Sammler sein“

Spox-version:

„Beide Sechser sind spielstark und proaktiv, beide beherrschen den Aufbau nach der Ballaufnahme aus der Viererkette, können aber auch als Box-to-Box-Player agieren. Und beide können bei gegnerischem Ballbesitz jagen oder lose Bälle einsammeln.“

Bewerten sollen das andere 😉

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firedo 4. März 2013 um 19:04

meine Bewertung wäre, dass die spox version sprachlich „runder“ ist und sich besser liest! 😛

aber mal ernsthaft: das ist doch eigentlich ein klassischer Guttenberg. An eurer stelle könnte man in solchen fällen. ich glaube beim kicker gabs das ja auchshconmal zumindest ne Anfrage per Email schreiben und um erwähung bitten.

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geco87 4. März 2013 um 23:35

Schön abgekupfert bzw. abgekloppt 😛

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Lobanowskyj 5. März 2013 um 14:57

Finde auch, ihr solltet ruhig darauf bestehen, dass man
euch erwähnt, wenn schon geistiges Eigentum verwendet
wird. Hab darauf bei sueddeutsche.de auch schon hin-
gewiesen (bei spox weiß ich leider nicht wie). Schließlich verdienen DIE ja Geld damit! Da
wäre eine Erwähnung eurer tollen site wohl das Mindeste.
Spox hat aber wenigstens scho seit Langem immer mal
wieder interessante Taktik-Artikel im Programm.

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Fabian 5. März 2013 um 15:36

Ich würde sie an eurer Stelle auch erst einmal freundlich, dann bestimmter, anschreiben und darauf Hinweisen, dass es sich dabei um geschütztes geistiges Eigentum handelt. Der Satz oben ist schon eindeutig, und es finden sich bestimmt noch andere Stellen.
Da verdient irgendein Journalist Geld damit, indem er eure Ideen als die eigenen _verkauft_. Das ist kein Spaß und das ist auch nicht mal eben zu unterschätzen, das ist einfach nur schmarotzern.

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Kompensationslautzensur 5. März 2013 um 16:57

@Lobanowskyj
bei Spox wurde unter dem Artikel auch schon darauf hingewiesen. Kommentare Seite 30.

@ RM
hat sich Thomas Gaber schon entschuldigt?

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RM 5. März 2013 um 17:32

Entschuldigt? Bei uns? Nein.

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GoalImpact 5. März 2013 um 17:27

Womit dann klar wäre, warum das Leistungsschutzrecht nur für Verlage und nicht für Blogger gelten soll…

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aqqapulqqo 4. März 2013 um 13:48

Wieder mal eine super Analyse.

Ergänzend würde ich gern noch eins hinzufügen.
„Hans“ hat es ja schon abgesprochen. Nur falsch rum 🙂

Mit de Camargo geb ich dir Recht, allerdings waren es v.a. die Bayern, die laufend Fouls gezogen haben. Hoffenheims Spiel fand ich keineswegs überaggressiv.
Herr Kinhöfer hat doch über alle Maßen kleinlich gepfiffen und so jegliches Pressing unterbunden. Ball gespielt oder ähnliches spielte überhaupt keine Rolle. Wenn man lag, bekam man den Freistoß.
Da hätte ich mir doch Herrn Kircher gewünscht, dann wären es sicher keine 24 Fouls geworden, eher 12, und man hätte des Öfteren eine gute Gelegenheit zum Umschaltspiel gehabt.

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Fabian 4. März 2013 um 13:57

Es wurde letztens hier irgendwo schon einmal angesprochen, dass die deutschen Schiedsrichter oft viel zu kleinlich pfeifen. Auch beim Spiel Dortmund – Hannover hat Herr Welz viel zu oft abgepfiffen, dann aber verhältnismäßig wenig Karten gegeben. Durch so eine flache Linie stören die Schiedsrichter das Spiel eher, als sie ihm helfen und zerstören gleichzeitig auch noch die eigene Autorität.

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Lobanowskyj 4. März 2013 um 08:22

Danke für die Analyse.

Das Spiel zeigt für mich, dass Kroos mittlerweile ne sehr wichtige Rolle erfüllt, was oft unterschätzt wird. Er hat zwar nicht so viele spektakuläre Lochpässe und Torabschlüsse, aber mit ihm wird der beschriebene Raum zwischen den beiden Ketten bespielt: da steht er dann als Anspielstation für Doppelpässe usw. bereit, wenn die Flügelspieler das Tempo anziehen und vor allem kann oft mit einfachen Horizontalpässen die Seite gewechselt werden, was die Flügelspieler aus ihrer Isolation befreit. Mit Shaqiri läuft das noch nicht so optimal, liegt aber sicherlich auch daran, dass er ein anderer Spielertyp ist, eher mal das Dribbling sucht.
Zu Hoffenheim: Für mein Gefühl wäre es vielleicht sinnvoller gewesen, wenn man das Pressing stärker auf Boateng konzentriert hätte, der wenig Spielpraxis hat und unter Druck öfter mal zu schlechten Entscheidungen neigt. Seine Pressingresistenz ist geringer als die von Dante, und damit hätte man auch ausnutzen können, dass mit Starke ein weniger antizipierender Torhüter im Kasten steht. Ist mir schleierhaft, warum Kurz solche Schwächen in der gegnerischen Aufstellung nicht ausnutzt, oder was meint ihr dazu?

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Sepp23 4. März 2013 um 11:28

Sehe das mit Kroos anders. Denke das Shaqiri gestern nicht sein bestes Spiel gezeigt hat, liegt daran, dass gestern Bayern generell ein wenig gemächlich gespielt hat. Letzte Woche gegen Bremen war er gut ( Kroos wäre da in den Himmel gelobt worden bzw. hätte es selber gemacht). Und die Freistöße und Ecken von Kroos sind auch nicht besonders gut. Gegen Dortmund hat er viele Fehlpässe gespielt und große Chancen vergeben. Da hätte uns ein Shaqiri mit seiner Dynamik gut getan und ich wage die These, dass das Spiel dann höher gewonnen worden wäre. Shaqiri hat auch eine starke Technik und spielt bessere Pässe, vorallem in die Tiefe. Ich glaube mit mehr Spielpraxis wäre Bayern mit Shaq noch stärker, als mit Kroos.

Antworten

Lobanowskyj 4. März 2013 um 13:52

OK, mag sein, ich traue Shaqiri durchaus auch zu, dass er
noch sehr wichtig werden kann. Aber momentan find ich
Kroos einfach wichtiger, weil er mehr Struktur ins Spiel
bringt. Das geht dann halt oft auf Kosten des schönen
Spiels und der Scoring-Punkte.
Das Spiel gegen Bremen ist für meinen Geschmack keine
wirkliche Referenz. Aber du hast schon recht, dass er
bei mehr Spielpraxis sicher öfter glänzen könnte.
Aber gerade in der 10er-Position hätte ich als Trainer
lieber jemanden, der das Spektakel der Flügelspieler in
die richtigen Bahnen lenkt. Shaqiri legt´s mir da zu oft
aufs Dribbling an statt schnelles Weiterleiten (was bei
Kroos natürlich auch noch verbesserungswürdig ist).
Deshalb sehe ich Shaq doch eher als 7er/11er.
Den starken Abschluss hat Kroos ja (eigentlich) auch,
muss halt ein bisschen an sich arbeiten.
Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass der kleine
aggressive Shaqiri im Gegenpressing, wie´s die Bayern
spielen, auf Dauer besser wäre, weil zweikampfstärker.
Allerdings kenne ich dazu jetzt auch keine Statistiken.

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GoldenGomez 4. März 2013 um 13:56

sorry, da muss ich widersprechen, Kroos ist extrem wichtig für das Bayernspiel, weil Bayern meist gegen extrem defensiv ausgerichtete Teams spielt, die kaum Luft zum Atmen lassen, ist Kroos als Zwischenlinienspieler perfekt, er ist unglaublich pressingresistent, hat eine unglaubliche Technik und harmoniert prächtig mit Ribery. Shaqiri interpretiert die Rolle des 10ers klassischer. Dass heißt dribbelstark und viele Pässe in die Tiefe, was du ja selber schon geschrieben hast. Das ist gegen tief stehende Gegner aber nicht so effektiv, was auch immer wieder auffällt wenn Shaqiri spielt, meist leistet er sich ein paar Unkonzentriertheiten und ist bei weitem nicht so pressingresistent, was viele Ballverluste bedeuten kann.
Ich will Shqiri nicht schlecht machen, ganz im Gegenteil, ich halte ihn für ein großartiges Talent, aber an einen überragenden Toni Kroos, der häufig unterschätzt wird, kommt er noch nicht vorbei.

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blub 4. März 2013 um 14:01

Ja, Shaquiri wäre agressiver im Gegenpressing, wenn er gut im Gegenpressing wäre.
Was nicht ist kann ja noch werden 😉

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Triggerflanke 4. März 2013 um 00:27

Hey Leute, der Mann hämmert hier in einer atemberaubenden Geschwindigkeit eine hervorragende Spielanalyse in die Tasten, und ihr meckert hier rum, weil ein Satz nicht vollständig ist …. mann.

🙂

Antworten

nifan 4. März 2013 um 00:14

Toller Artikel, versteh nur den 1. Satz im vierten Absatz von hinten nicht…. Kann es sein das da was fehlt? o_O

(„Allerdings muss beachtet werden. ..“)

Antworten

Hans 4. März 2013 um 00:17

Jo, an dem Satz habe ich auch schon rumgemeckert, siehe erster Kommentar. 😛

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King_Cesc 3. März 2013 um 19:54

Danke für diesen Artikel.
Nach dem Spiel war ich etwas ratlos wie ich es einordnen sollte.

Frage:
Kann es sein, dass Hoffenheim keine defensiv starken Flügelmittelfeldspieler für ein 4-4-2 hat? Die 2 sollten ja doch defensive Aufgaben erfüllen und dann umschalten.

Schröck seh ich noch als Außenverteidiger. Heute hat er allerdings in der Defensivarbeit halbwegs überzeugt (wenn man gegen Alaba und Ribery überzeugen kann)

Usami bewegt sich meiner Meinung nach zwar mit nach hinten, aber oft nur locker trabend, damit er sich Energie sparen kann.

Firminio, der mMn in der Mitte stärker ist, bewegt sich er nach hinten, wenn er sich wirklich sicher ist, dass kein Mitspieler den Ball schnell erobert.

Joselu ist für mich ein Stürmer und kein Flügelmittelfeldspieler.

Derdiyok hat ja früher bei Basel auf dem Flügel gespielt, war aber dort doch auch eher von einem 6er abgesichert und durfte spekulieren? Er übernimmt eigentlich Defensivaufgaben auch nur wenn er gezwungen wird.

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RV 4. März 2013 um 01:51

Ochs könnte so etwas spielen. Wenn ich mich richtig erinnere, dann hat er ja eine ähnliche Rolle bei Frankfurt eingenommen. Allerdings ist er schon seit Ewigkeiten in einem Formtief.

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King_Cesc 4. März 2013 um 15:03

also siehst dus auch eher so?

Antworten

geco87 4. März 2013 um 23:31

Naja, was heißt Formtief bei Ochs? Der Junge hat doch knapp 2 Jahre kaum Bundesliga gespielt. Dem fehlt einfach die Spielpraxis.

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firedo 3. März 2013 um 19:12

Schöner, interessanter Artikel, den ich gerne las.

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RM 3. März 2013 um 22:13

Sprachlich akzeptabel? =)

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Jean-Luc 4. März 2013 um 04:23

Sprachlich sehr angenehm zu lesen. Mir ist nur ein einziges störendes „man“ aufgefallen („…man fand einige Zeit kein Mittel gegen den abkippenden Sechser im Hoffenheimer Aufbauspiel.“)

Gomes war in der Tat sehr gedankenschnell, und einige der Hoffenheimer Konter waren ja tatsächlich brandgefährlich, da hat dann zum Teil nur das letzte Stückchen Glück oder Reaktionsschnelligkeit gefehlt.

Auffällig fand ich, dass mehrmals die rechte Seite der Bayern mit Müller & Co. scheinbar gar nicht von den Hoffenheimern gedeckt wurde. Gibt’s dafür eine Erklärung? War das bewusste, situative Konzentration auf die Gefahr durch die Mitte?

Antworten

Hans 3. März 2013 um 18:42

Und wieder mal eine atemberaubende Geschwindigkeit. Tolle Analyse. Allerdings ist ein Satz unvollständig: „Allerdings muss beachtet werden, ob diese Motivation, welche sich taktisch in 24 Fouls äußerte.“

Zur aggressiven Spielweise: Sehr verwunderlich, dass der Schiri nicht viel öfter Gelb gezeigt hat. Auf der anderen Seite hat de Camargo fast jeden Freistoß bekommen, den er wollte. Man hatte den Eindruck, dass der sich auch einfach nur so auf den Rasen legen kann, und der Schiri pfeift.

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