TEs Bundesliga-Check: Rotation

Mit etwas Verspätung widmet sich die Bundesliga-Kolumne dem Aufreger-Thema der vergangenen Woche: Rotiert Thomas Tuchel zu viel? Außerdem: Selbst Wolfsburg nutzt jetzt das trendige 5-3-2-System.

Spielverlagerung-Autor TE sucht sich nach jedem Bundesliga-Spieltag zwei bis drei Aspekte heraus, die er kurz und knackig analysiert. TEs Bundesliga-Check ist der Analysehappen für Zwischendurch – eine Spielwiese für taktische Beobachtungen, die in den “langen” Spielanalysen keinen Platz finden.

Eine neue Woche, eine neue Sau, die durchs Dorf getrieben wird. Diese Woche war Thomas Tuchel das große Thema. Nach der Niederlage gegen Eintracht Frankfurt und dem anschließenden Wutausbruch gab es so manchen kritischen Artikel zu lesen.

Ein immer wiederkehrendes Argument unter Journalisten wie auch Fans war der Vorwurf, Tuchel rotiere zu viel. Gegen Frankfurt hatte Tuchel seine Elf im Vergleich zum Warschau-Spiel auf acht Positionen verändert. Überhaupt kamen beim BVB in dieser Bundesliga-Saison bereits 25 verschiedene Spieler und zig verschiedene Formationen zum Einsatz. Kontinuität sieht in der Tat anders aus.

Im Endeffekt ist das Argument in den meisten Fällen ohnehin nur ein Platzhalter. Wenn es gut läuft, war die Rotation gut – wenn es schlecht läuft, war die Rotation schlecht.

Das Problem ist letztlich: Es gibt kein Richtig oder Falsch bei der Frage, ob Rotation einer Mannschaft helfe oder schade. Für die Trainer stellt sich in ihrer Arbeit diese Frage auch gar nicht. Kein Trainer rotiert ob der Rotation willen. Für Trainer steht immer eine simple Frage im Vordergrund: Mit welcher Mannschaft hat mein Team die besten Chancen, das kommende Spiel zu gewinnen?

Die Antwort auf diese Frage ist eine der Hauptaufgaben eines Cheftrainers. Taktische Erwägungen müssen genauso in Betracht gezogen werden wie Trainingsleistung, Fitnessstand, psychologische Faktoren. Dasselbe gilt für die Wahl der Formation.

Natürlich haben unterschiedliche Trainer unterschiedliche Philosophien. Manche Trainer versuchen, möglichst eine eingespielte Stammelf aufzustellen, die mit festen taktischen Prinzipien antritt. Andere Trainer sind offener für den Wechsel von Formation und Personal, auch um für den Gegner unausrechenbar zu sein. Keine der beiden Fraktionen stellt jedoch Spieler auf oder wählt eine bestimmte Formation, wenn sie nicht an den Erfolg in diesem bestimmten Spiel glauben.

Thomas Tuchel hat einst in einem Vortrag eine Geschichte erzählt: In seinem ersten Jahr als Profitrainer starteten seine Mainzer überraschend mit einer längeren Siegesserie in die Saison. Tuchel spiegelte in dieser Phase gerne die Formation des Gegners, um defensiv den Vorteil einer genauen Zuordnung zu haben. Das hatte zur Folge, dass er in jedem Spiel eine andere Elf auf den Platz schickte – immer angepasst an den Gegner. Auf dem Höhepunkt der Siegesserie diskutierte er im Bus mit seinen Kollegen die Aufstellung. Manager Christian Heidel schaute ungläubig auf die Aufstellung. „Das sind sieben Änderungen im Vergleich zum letzten Spiel!“ Tuchel und seinen Kollegen war dies gar nicht aufgefallen. Sie hatten einfach die Mannschaft ausgewählt, der sie die besten Chancen im kommenden Spiel ausrechneten. Wenn dieselben elf Spieler wie in der vergangenen Woche taktisch genauso in der Anordnung funktioniert hätten, die Tuchel für das kommende Spiel favorisierte, er hätte auf keiner Position umgestellt. Aber das war eben nicht der Fall. Rotation ist also kein Selbstzweck, sondern nur Mittel zum Zweck.

Das soll nicht bedeuten, dass zu viel oder zu wenig Rotation keinen Einfluss auf den Erfolg einer Mannschaft hat. Das Managen eines 23 Mann starken Kaders ist nicht leicht. Nur macht es aus meiner Sicht mehr Sinn, den Erfolg oder Misserfolg einer Rotation nicht anhand des Ergebnisses zu messen, sondern an der Frage, ob die Idee gut war. Es ist eine Sache, die Rotation generell zu kritisieren, eine andere Sache, einfach festzustellen, dass Ramos als Außenstürmer und Abnehmer für lange Bälle gegen Frankfurt keine sonderlich gute Idee war. Das hat aber nichts grundsätzlich mit Rotation zu tun, sondern mit einer Fehleinschätzung durch Tuchel. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Elf aus dem Warschau-Spiel es besser gemacht hätte, dürfte eher gering sein (zumal diese Elf gespickt war mit Spielern, die in dem unbedeutenden Spiel einfach Spielpraxis sammeln sollten.)

Was ich sagen will: Es macht immer mehr Sinn, sich das einzelne Fallbeispiel anzuschauen, als eine Grundsatzdiskussion anzuzetteln.

Gladbachs Nicht-Fisch-Nicht-Fleisch-Taktik

Gehen wir einfach mal mit gutem Beispiel voran und schauen uns Tuchels Rotation am Wochenende an. Gegen Borussia Mönchengladbach veränderte Tuchel seine Startelf erneut auf vier Positionen. Auch die Formation blieb von der Rotation nicht verschont: Statt 4-3-3 gab es in dieser Partie ein 5-2-3 zu sehen. Thomas Tuchel stärkte vor allem die erste Reihe im Spielaufbau. Die Doppelsechs Castro und Sahin agierte sehr tief, mit dem Sahin-typischen Abkippen in die Abwehrreihe.

dortmund-gladbach-2016Dortmund hatte also eine zweigeteilte Mannschaft: Vorne drei Akteure, die vergleichsweise hoch agierten und ab und an von den Außenverteidigern unterstützt wurden. Dortmund reagierte damit gewissermaßen auf die Anbindungsprobleme, die ihr Mittelfeld zuletzt plagten. Gewissermaßen deshalb, weil sie eigentlich nicht reagierten. Statt den Zehnerraum zu besetzen, über- oder umspielten sie ihn bewusst mit dieser zweigeteilten Formation.

Das klingt zunächst einmal negativ – war es aber nicht. Gegen Gladbach stellte es sich als die richtige Taktik heraus. Gladbach verteidigte in einem engen 5-4-1-Konstrukt und verzichtete lange Zeit auf Pressing. Statt den Ball schnell nach vorne zu spielen, konnte Dortmund den Ball ruhig in der ersten Reihe zirkulieren lassen. Es wäre gegen Gladbachs enges Mittelfeld ohnehin kaum möglich gewesen, in den Zehnerraum zu spielen. Stattdessen warteten sie geduldig, bis Gladbach aufrückte und sich die Chance ergab, die Dribbler Reus und Dembele ins Spiel zu bringen.

Zugegeben: Das Glück war etwas auf Dortmunds Seite. Die ersten drei Torschüsse landeten allesamt im Kasten, sodass es bereits nach 15 Minuten 2:1 stand. Nach dem Rückstand lief Gladbachs Kompaktheit-über-alles-Strategie endgültig ins Leere. Dortmund sammelte Ballbesitz und konnte die Lücken im offensiven Mittelfeld Lücken sein lassen. Wenn Gladbachs Mittelfeld aufrückte, fanden sie Dembele und Reus, die wiederum mit hoher Geschwindigkeit auf die Abwehr zudribbeln konnten. (Gegen Frankfurt wäre diese Taktik ungleich schwerer gewesen, da diese mit ihrer Fünferkette mannorientierter agieren und im Pressing die Passwege besser zustellen.)

Nach der Pause folgte das übliche Spiel: Gladbach musste aufrücken, war im Pressing aber nicht organisiert genug, sodass Dortmund die Räume hinter dem Mittelfeld fand. Dortmund erhöhte auf 4:1 und verwaltete das Spiel. Dass sie gewannen, sagt weder etwas über die Richtigkeit noch die Falschheit einer Rotation. Es war einfach die richtige Aufstellung in diesem speziellen Spiel.

Wolfsburgs 5-3-2

Wenn der VfL Wolfsburg, seit Jahren das taktische Durchschnittsteam der Liga, einen taktischen Trend übernimmt, ist das so, als würde WDR2 den Song einer Underground-Band ins Programm aufnehmen. Der Geheimtipp ist kein Geheimtipp mehr. Wenn also selbst Wolfsburg am Wochenende mit einem 5-3-2-System agiert, muss man festhalten: Das 5-3-2 ist endgültig im Mainstream angekommen.

Das 5-3-2 hat viele Vorteile. Gerade im Spiel gegen den Ball kann man mit diesem System die wichtigste Zone, das Zentrum, kontrollieren. Mit zwei Stürmern lassen sich dem Gegner leicht die Passwege aufzwingen, dahinter hat man mit einem Drei-Mann-Block eine kompakte Reihe. Wenn der Gegner in den Sechserraum spielt, zeigt sich der große Vorteil dieses 3-2-Blocks: Der gegnerische Sechser kann leicht in diesem Fünfeck isoliert werden. Greift der Gegner wiederum über die Flügel an, kann ein Außenverteidiger heraus- und das Mittelfeld herüberrücken. Die Fünferkette wiederum bietet in der letzten Reihe eine großartige Absicherung.

Gerade aus den genannten Vorteilen im Spiel gegen den Ball stellen immer mehr Teams auf diwolfsburgeses System um. So auch Wolfsburg. Valerien Ismael hatte bereits innerhalb der letzten Spiele dieses System ausprobiert. Gegen Hertha BSC agierte Wolfsburg von Beginn an mit einem 5-3-2 – und ging noch vor der Pause mit 2:1 in Führung.

Gerade die zweite Halbzeit war jedoch ein Lehrstück, dass eine einfache Systemumstellung nicht genügt, um sämtliche Probleme zu beseitigen – gerade wenn sich die Probleme auch im neuen System fortsetzen. Wolfsburgs Stürmer agierten eher versetzt zueinander, wodurch sie im Sturm den Vorteil vergaben, die Passwege ins Mittelfeld schließen zu können. Das Mittelfeld dahinter agierte sehr mannorientiert, um den Sechserraum der Herthaner zuzustellen. Dabei ließen sie sich doch immer wieder aus der Position locken. Wolfsburg stand sehr gestreckt im Mittelfeld, das charakteristische Fünfeck im 5-3-2 selten zu erkennen. Der Vorteil des kompakten Zentrums war dahin.

In der Schlussphase des Spiels kam erschwerend hinzu, dass Wolfsburg zu flach stand. In der tiefen Verteidigung hat ein rigoros ausgeführtes 5-3-2 seine Schwierigkeiten, gerade wenn die Stürmer auf Konter zocken. Der Gegner kann aus dem Rückraum das Spiel verlagern, die Mittelfeldspieler müssen viele Laufwege gehen, um Unterzahlsituationen auf dem Flügel zu verhindern. Die Mittelfeldspieler lassen sich dadurch nach hinten drängen – und die Formation wird so flach, dass sich das Mittelfeld öffnet. Genau dies geschah gegen Hertha. Eine gelb-rote Karte für Seguin sowie ein Elfmeter besiegelten in den Schlussminuten Wolfsburgs Schicksal.

Das schlechte Leiten der Stürmer, das zu mannorientierte Mittelfeld, ein unkreativer Aufbau mit zu vielen langen Bällen: All diese Probleme plagten Wolfsburg auch im 4-2-3-1. Da hilft selbst die Umstellung auf eine neue Formation nicht.

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Vergesst nicht, unseren Adventskalender zu öffnen! Heute versteckt sich hinter dem Türchen ein moderner Bundesliga-Klassiker: die 2008er-Partie zwischen Hoffenheim und Bayern München!

Ausführliche Bundesliga-Analysen des 13. Spieltags

Mainz 05 – Bayern München 1:3

Trequartista 14. Dezember 2016 um 19:44

Ein Experte ist erst dann ein Experte, wenn er im Nachhinein genau sagen und erklären kann was an seinem Plan nicht funktionierte und weshalb.

Das gilt auch für TV Experten, diese wissen zwar nicht (genau) den Plan vorm Spiel, sollten oder können anhand der Aufstellung und des Spiels Rückschlüsse darauf ziehen.

Meist wird jedoch einfach nur der Fehler aufgezeigt (stand zu weit weg etc.), völlig isoliert und losgelöst.

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kaum 10. Dezember 2016 um 12:05

In der heutigen SZ gibt es ein Interview mit Dieter Hecking, in dem er wahrscheinlich Spielverlagerung meint:
„Ich finde Taktik wirklich wichtig, aber man darf keine Geheimwissenschaft daraus machen. Es gibt heute ja sogar Internetportale, da werden nach Spielen angebliche Gedankengänge von uns Trainern dargelegt. Ich habe mir das mal durchgelesen nach einem Wolfsburg-Spiel. Ich habe mich gefragt: Diese hochkomplexen Dinge soll ich mir ausgedacht haben?“

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Koom 10. Dezember 2016 um 14:58

Autsch. 😉

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tobit 10. Dezember 2016 um 15:21

Dass Hecking (und die weite Mehrheit der Trainer) nicht so kompliziert denkt(en), war wohl den meisten klar. Trotzdem passieren auf dem Platz diese Dinge und das meiste davon ist nun wirklich kein Hexenwerk (in der geplanten Anwendung vielleicht schon).
Dass sich Hecking offenbar kaum Gedanken (zumindest wesentlich weniger als andere) über die Details seiner Arbeit macht, konnte man letzte Saison nach dem Abgang de Bruynes (und Perisic) sehr schön sehen, als plötzlich das gesamte Offensivspiel zusammenbrach, weil keiner eine Idee zur Chancenkreation hatte.

Die SVler betonen ja immer wieder, dass sie nur das beschreiben, was passiert, ob das vorher so gewollt war oder nicht ist da erstmal egal. Das kommt aber nicht in allen Analysen immer so rüber, was dann zu solch Hecking’scher Verwirrung führen kann.

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Ancelottis Augenbraue 10. Dezember 2016 um 18:42

Anfängerfehler, man muss seine eigene Arbeit doch immer als kompliziert darstellen.

Und wenn er Taktik nur als Anweisungen des Trainers versteht, ist es sein Problem. Auch eigene Entscheidungen der Spieler und nicht zuletzt das aufeinandertreffen auf eine andere Mannschaft bilden Taktik mit.

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Koom 10. Dezember 2016 um 21:04

Das ist wie beim Schach. Wenn du nen Springer hast, musst du wissen, wie du ihn am besten einsetzt.

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CE 10. Dezember 2016 um 19:56

Es ist eigentlich schon traurig, dass Hecking nicht versteht, was eine „Analyse“ ist. Die auf Spekulation beruhende Darstellung von Gedankengängen anderer jedenfalls nicht.

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Schorsch 10. Dezember 2016 um 20:34

Vielleicht sollte man Dieter Hecking, der seine Qualität als Trainer immerhin schon in praxi nachweisen konnte, jetzt nicht aufgrund einer wahrscheinlich (so meine Interpretation) eher flapsig gemeinten Aussage in einem Interview in die Dummbeutelecke stellen. Ich habe auch schon einen Flachs über ihn gemqcht, aber mit Augenzwinkern. Ich finde seine Bemerkung übrigens ganz amüsant, und ich finde sie zeigt, dass er durchaus über einen trockenen Humor verfügt. Vielleicht war sogar ein ganz klein wenig Selbstironie dabei? Wer weiß. Locker bleiben. 😉

Übrigens: Auswärtssieg! 🙂

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savona 10. Dezember 2016 um 22:47

Ich habe das Interview auch gelesen und sehe es ähnlich. Eine angenehme Mischung aus – nicht unangebrachtem – Selbstbewusstsein, Erwähnung eigener Fehler, fast kindlichem Stolz auf die Anerkennung, die Wenger und Ferguson ihm im Klub der CL-Trainer zollten, Begeisterung über die Qualität der in diesem Kreis geführten Gespräche zu fußballerischen Themen – und Selbstironie in der genannten Psssage. Direkt davor sagte er, es sei doch nicht schlimm, „vorne drauf gehen“ statt „Pressing“ zu sagen. Ich bin kein Fan von ihm, finde aber auch, dass man in diesen Satz, über den ich natürlich auch gestolpert bin, nicht zu viel hineinlesen sollte.

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Guergen 15. Dezember 2016 um 02:49

Da hat der gute Hecking offenbar die „Analyse“ nicht verstanden. Auch in der Literaturwissenschaft stellt kein vernünftiger Mensch mehr die Frage: „Was will uns der Autor damit sagen?“ (und Lehrer de es tun sollte man aus dem Klassenraum prügeln), das Werk ist immer größer als der Erschaffer und ein vielschichtiges Zusammenspiel unterschiedlicher Einflüsse. Ein Fußballspiel beruht auf Entscheidungen des Trainers, Fähigkeiten und Entscheidungen der Spieler, Zufall, Einstellung des Gegners etc. pp. Eine Analyse unterstellt nicht, dass sich der Trainer all das gedacht hat.

Als Tutor an der Uni hab ich den neuen Studis, die immer mit dem „Ist doch Blödsinn, dass der Autor sich das alles gedacht haben soll, was wir hier analysieren und interpretieren müssen“, immer erklärt:

Ja, das ist Blödsinn, Ihr sollt auch nicht analysieren, was der Autor sich gedacht haben könnte, sondern was als Text vor euch liegt. Der gute Goethe hat „Die Leiden des jungen Werther“ als 24jähriger in etwa 2 Monaten verfasst und war dabei ziemlich aufgewühlt. Hat der sich dabei alles gedacht, was wir in Bezug Bedeutung und auch Struktur heute unterstellen? Natürlich nicht. Ist es da? Ja klar. Als älterer Herr hat sich Goethe zu seinem Werther und den komplexen Gedanken um dessen Entstehung geäußert. Und dabei nachweislich gelogen (oder seine Erinnerung war fehlerhaft), um dem mehr Genialität des Autors beimessen zu können. Er muss es sich nicht gedacht haben, wenn es da ist.

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Gh 9. Dezember 2016 um 22:32

zum thema rotation habe ich eine recht einfache formel: an strategie orientierte trainer rotieren oft und unabhängig vom ergebnis des letzten spiels, an taktik orientierte trainer weniger und vor allem wenn die letzten zwei spiele verloren wurden. strategie sei hierbei der matchplan, taktik die diversen manöver von spielern.

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CHR4 10. Dezember 2016 um 01:26

zu den Begriffen:

– Strategie ist für mich der übergeordnete Plan zum Erreichen der Ziele (also beim Verein der Saisonziele bei der N11 zum Beispiel das möglichst gute Abschneiden bei der nächsten WM)

– Taktik ist für mich der Matchplan

– darunter sind für mich wiederkehrende Muster von Spielern und/oder Manschaftsteilen

Die Formel ist mir zu stark auf den Trainer und dessen Philosophie bezogen. Es kommt ja auch auf die Niveauunterschiede im Kader an, z.B. je ausgeglichener der Kader besetzt ist, umso eher wird man rotieren können, da kaum Qualitätsverlust.

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Gh 10. Dezember 2016 um 10:52

die definitionen kann man ja machen wie man will. ich komm aus dem schach, da ist man nicht so pingelig: strategie ist das was die profis machen und deswegen IMMER gegen uns amateure gewinnen und taktik das womit der amateur und die meisten profis ihre spiele gewinnen, wenn sies unter ihresgleichen ausmachen: manöver, die sich aus der aktuellen spielsituation anbieten. rein strategische spiele enden häufiger remis. fußball ist ein bisschen wie schnellschach: die notwendigkeit zur schnellen entscheidung torpediert den strategischen plan. was also viele trainer (und mittelmäßige schachspieler wie ich) machen: defensiv eine stretegie verfolgen und offensiv taktiken zum vorteilsgewinn einsetzen wo sie sich bieten. nur die ganz großen (pep, kramnik etc.) wagen es, offensiv durch strategie zum abschluss kommen zu wollen (also ohne warten/provozieren auf einen fehler des gegners, sondern durch die eigene qualität). was du als strategie bezeichnest hat nichts mit dem spiel zu tun sondern ist die strategie der übergeordneten organisation (in deinem fall der dfb). magnus carlsen würde es nicht als strategie bezeichnen, schachweltmeister zu bleiben.

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Winterschmied 9. Dezember 2016 um 12:41

Zum Thema Rotation hat das BVB Fanzine auch noch ein paar Gedanken geäußert. Passt gerade schön rein, deshalb hier der Link: http://www.schwatzgelb.de/2016-11-28-unsa-senf-rotation-tuchel-fehler.html

Liebe Grüße
Winterschmied

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tobit 8. Dezember 2016 um 21:14

Ist noch jemandem die stark einrückende Positionierung von Schmelzer und Piszczek gestern in der Schlussphase aufgefallen?
————————–Auba———————-
Mor————Reus—–Castro——-Pulisic
——–Schmelzer–Weigl–Piszczek———
————Bartra———–Sokratis————
In dieser Phase wirkte man auf mich sehr stabil und trotdem offensiv druckvoll – kann natürlich auch an Reals tieferer/passiverer Spielweise gelegen haben.
Beide haben mir da ganz gut gefallen, waren durchaus gestaltend unterwegs und dann ziemlich präsent beim absichern von Kontern. Dieses Einrücken im Umschalten sah man ja von Schmelle früher schon, aber in Ballbesitz war es eine neue Variante, die gegen passive Gegner durchaus sinnvoll sein könnte, um die große Zahl an 10ern und Flügelstürmern einbinden zu können.
Generell würde ich diese Spielweise mal gerne mit Guerreiro sehen, der da noch mehr Kreativität ausstrahlen könnte als Schmelzer.

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HK 8. Dezember 2016 um 22:34

Ich habe das Spiel eher so nebenher gesehen. Aber gerade die einrückende Variante mit Schmelzer fand ich sehr auffällig.
Und natürlich würde ich sehr gerne mehr von Guerreiro sehen. Für mich bisher der Königstransfer des BVB.

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FAB 9. Dezember 2016 um 08:23

Mir ist das Einrücken eher von Piszczek aufgefallen, zumindest in der Vorwärtsbewegung. Er war für mich sowieso Spieler des Spiels, wie er in der Mitte der 2. Halbzeit immer wieder dynamisch in den Halbraum gestoßen ist und damit Reals Defensivtaktik um Casemiro herum immer wieder ausgehebelt hat.
Schmelzer ist doch eher als Absicherung nach innen gerückt, oder?
Ich glaube aber nicht, dass das eine Variante für viele andere Spiele ist, weil andere Gegner die Lücken die dann hinter den einrückenden Außenverteidigern entstehen, viel stärker bespielen würden. Gegen Real im Defensivmodus hat es aber gepasst wie die Faust aufs Auge.

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tobit 9. Dezember 2016 um 09:24

Ich könnte mir das auch für Spiele gegen Darmstadt oder im Pokal vorstellen, wo der Gegner mit sehr tiefem Block spielt.
Piszczek fand ich auch ziemlich gut in diesen Momenten, der kann das aber nur, wenn er keinen Gegnerdruck bekommt.
Insbesondere für Reus und Castro war die Spielweise vorteilhaft, da sie sich erst hoch positionieren und dann durch kurzes fallen lassen an den Ball kommen konnten. Dadurch konnten sie öfters in den Block dribbeln oder sehr schnell kombinieren.

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michael.lisiewicz@web.de 9. Dezember 2016 um 11:04

Recht amüsant in dem Zusammenhang finde ich die recht diverse Beurteilung von Piszczek’s Leistung. Auch Tuchel lobte ihn in der Nachspielanalyse beim ZDF, meine bei der Wiederholung des Ausgleichstreffers, seine Leistung als „Weltklasse“ – Fand ihn auch sehr stark.
Der Blick nächsten Tag in den Kicker ließ mir dann die Kinnlade runterklappen -> Note 4!????

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tobit 9. Dezember 2016 um 13:06

Er hat halt wenig Flanken geschlagen und war an den BVB-Toren nicht direkt beteiligt. Wenn die eigene Mannschaft dann zwei Tore kassiert, gibts halt als AV nur ne 4.
Generell fand ich ihn in der ersten Hälfte auch nicht so stark wie am Ende als verkappter ZM. Er scheint ein bisschen seine Brachialdynamik früherer Tage verloren zu haben und sucht jetzt mit Tuchel nach neuen Wegen, seine Qualitäten weiter einbinden zu können.

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Schorsch 9. Dezember 2016 um 14:45

Über die Sinnhaftigkeit dieser ‚Benotungen‘ kann man unterschiedlicher Meinung sein; ich persönlich bin da generell etwas distanziert.

In anderen Publikationen wird Piszczek auch nicht so besonders gut ‚bewertet‘. Seinem zweifellos positiven Agieren wird gegenübergestellt, dass er des öfteren sich mit Doppelpässen habe ausspielen lassen und dass er beim ersten Gegentreffer einen Schritt zu spät gekommen sei.

Muss jeder selbst wissen, wie er da ‚Licht und Schatten‘ gewichtet und in den Gesamtkontext des Spiels stellt.

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Schorsch 8. Dezember 2016 um 23:45

El País hat in der Vorberichterstattung zu diesem Match einen Artikel über Thomas Tuchel gebracht, in dem es wohl heißt, Tuchel arbeite daran, die Außenverteidiger abzuschaffen. Sein Ziel sei ein 3-1-2-4 – System.

Ich habe den Artikel selbst nicht gelesen, sondern bin lediglich darauf hingewiesen worden. Werde mir morgen wahrscheinlich einmal die Mühe machen, den Artikel zu suchen und zu lesen. Hört sich jedenfalls nicht uninteressant an.

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Schorsch 9. Dezember 2016 um 11:10

„En el laboratorio del doctor Tuchel“ heißt der Artikel bei EL PAÍS. Nicht sehr tiefgehend, aber dennoch interessant und recht nett zu lesen. Wer sich nicht daran stört, dass Weigl als der fabelhafteste deutsche Mittelfeldspieler seit Effenberg bezeichnet wird 😉 , und wer ein klein wenig spanisch versteht, dem sei er empfohlen. Man erfährt etwas über den Zusammenhang von Musik und Rhythmuswechsel der Passlängen und -geschwindigkeiten zum Schaffen von Räumen gegen tief und kompakt stehende Gegner, wie Tuchels ‚Ideal‘ eines 3-1-2-4 mit 4 Stürmern/offensiven und 2 zentralen Mittelfeldspielern funktionieren soll, wo die defensiven Schwachstellen liegen und wie man denen begegnen kann, dass es an das ‚mythische‘ ‚WM‘-System erinnert.

Jenseits dieses Artikels genießt Tuchel in Spanien einen sehr guten Ruf, das gilt ebenso für Weigl. Real soll neben Aubameyang auch Dembélé im Visier haben. Die Transfersperre passt da doch gar nicht so schlecht, rein von Dauer und Fristen her gesehen.

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ES 9. Dezember 2016 um 12:32

Spannend zu lesen, wüsste nicht, wo so etwas in Deutschland in der Ausführlichkeit und dem Interesse für das Taktische in einer vergleichbaren Zeitung (Süddeutsche?) mal erschienen wäre.

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Schorsch 9. Dezember 2016 um 14:51

Gibt es wahrscheinlich irgendwo. Süddeutsche? Das müsste dann ja Freddie Röckenhaus sein. Hm. Der hat, glaube ich, andere Stärken. Mag mich da aber auch täuschen.

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tobit 10. Dezember 2016 um 15:25

Röckenhaus ist mir bisher auch nicht als Taktik-affin aufgefallen. Er schreibt aber gefühlt auch nicht besonders häufig, da dürfte es bei der SZ also noch weitere Autoren für den BVB (bzw. Bundesliga-Fussball allgemein) geben.
Kann jemand den El Pais-Artikel kurz zusammenfassen, da ich des Spanischen nicht mächtig bin, mich aber die Ausführungen zum 3124 sehr interessieren würden.

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Koom 9. Dezember 2016 um 10:01

Herkömmliche Aussenverteidiger finde ich heutzutage auch eigentlich… unnötig. Sie einrücken zu lassen bzw. sie generell eher offensiver zu sehen und sie nach hinten abzusichern war schon immer sinnvoll.

Aussenverteidiger ist in der Spielfeldaufteilung für mich schon immer ein Fehler im System. Die Anforderungen an diese Position sind extrem: Hinten die Flügeldurchbrüche stoppen, beständig nach vorne laufen (Ausdauer), idealerweise auch noch schnell, dazu präzise Flanken schlagen und dann gleich wieder zurück und den – gern über die Aussenbahn geführten – Konter verhindern. Das konnten in der Art weltweit und historisch vielleicht ne Handvoll Spieler ausfüllen, ansonsten hat man immer Abstriche hinnehmen müssen. Und solche Spieler wären auf anderen Positionen vielleicht noch wertvoller gewesen.

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tobit 9. Dezember 2016 um 16:22

Sieht man ja auch im Weltfussball in den letzten Jahren: Die AV sind immer die ärmsten Schweine und werden überall als schwächste Spieler ihres Teams ausgemacht (mal abseits von Lahm, Alaba, Marcelo, Dani Alves und Filipe Luis) und sollen dann möglichst schnell ersetzt werden (Schmelzer, Durm als BVB-Beispiele).
Dabei sind das meist sehr gute Spieler, die nur die wahrscheinlich anspruchsvollste Aufgabe (Aussenverteidiger – der wahrscheinlich längste Arbeitsplatz der Welt 😉 ) in der Geschichte des Fussballs haben und (besonders offensiv) geradezu verachtend simpel eingebunden werden.

Zwei lineare AV und 4er-Kette fuktioniert tatsächlich nur noch bei außergewöhnlich dominanten Mannschaften wirklich gut, alle anderen müssen einen der AV entweder defensiver oder tendentiell spielmachend einsetzen – oder mit 3 IV spielen, da die „Ancelotti-Lösung“ mit tiefen ZM als Konterabsicherung ebenfalls nur in bestimmten Kontexten (-> sehr spielstarke Stürmer) funktioniert.

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Mario 8. Dezember 2016 um 16:51

Sollte man bei der Rotation nicht Unterscheidungen treffen. Also etwa
Erzwungene Rotation auf Grund von Formschwäche, Verletzungen und ähnlichen Dingen.
Strategische Rotation als Möglichkeit der Belastungssteuerung der Spieler
Taktische Rotation, also direkt auf das Spiel bezogen.
Das müsste man natürlich besser aufdröseln, was wie wo wann zum Einsatz kommt.

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tobit 8. Dezember 2016 um 21:00

Dafür müsste man erstmal wissen, wann welcher Grund tatsächlich ausschlaggebend war – meistens hat man es ja mit einer Kombination von Gründen zu tun.

Wechsel aufgrund von anhaltenden Formschwächen oder längeren Verletzungen, würde ich auch nicht unter Rotation fassen, da sie meist eine längeranhaltende Änderung der „besten 11“ zur Folge haben.

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Izi 7. Dezember 2016 um 23:37

„Das Problem ist letzlich: Es gibt kein Richtig oder Falsch bei der Beantwortung der Frage, ob Rotation einer Mannschaft helfe“.
Da würde ich widersprechen: RMs Beiträge zur Periodisierung und Verletzungen im Fußball sprechen eine völlig andere Sprache!
Darüber hinaus ist doch eines klar: Jeder Spieler hat andere Stärken und diese in Kombination mit den Anforderungen, die der Gegner an die eigene Mannschaft stellt, sollte entscheiden, ob man ihn einsetzt oder nicht. Bsp.: Gegen Darmstadt ist CR7 auf dem linken Flügel prima, aber gegen Bayern will ich auf der Position einen, der nach hinten arbeitet… Wem das nicht reicht, hier noch Ottmar Hitzfeld: „Rotation ist das beste Teambuilding.“

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Ein Zuschauer 8. Dezember 2016 um 00:36

So Schlecht hat CR7 gegen Bayern eigentlich gar nicht ausgesehen. In der eigentlichen Sache gebe ich dir dennoch tendenziell eher rehct. Wobei du da glaube ich auch Tobias Escher gar nicht so sehr widersprichst.

Antworten

blub 8. Dezember 2016 um 00:55

Nunja, Periodisierung ist nicht gleich Rotation. In normalen Trainingswochen ist 80% der belastung Trainingszeit, in Englischen Wochen ca.0%.

Ich bin auch ein Fan davon sicher immer an den Gegner anzupassen, man sollte aber gucken das man dabei gewohnten Strukturen nicht verliert, und da gibta immer nen tradeoff, denn Trainingszeit ist begrenzt. Manchmal ist ein einfach eingespieltes System ohne entscheidende Vorteile besser als ein ausgetechtes aber schlecht trainiertes System. Der Trick ist zu wissen wann das der Fall ist.

Antworten

gregor 6. Dezember 2016 um 19:56

Off Topic (sorry!):
Wäre es möglich, das jetzige RB Leipzig zu analysieren? Ich weiss, viele in Deutschland mögen diesen Verein aufgrund des Sponsors etc. nicht aber ich finde es dennoch faszinierend, dass RB momentan auf Platz 1 steht, obwohl nicht “extrem viel“ Geld in neue Spieler investiert wurde. Es gibt auch andere Vereine die ähnlich spielen oder spielen wollen aber was genau macht Leipzig besser? Was gibt es für Unterschiede zwischen der letzten und dieser Saison und wie verschieden/ähnlich sind Hasenhüttl und sein Vorgänger? Ist es Zufall , Glück oder wohlverdient, dass RB da oben steht?

Antworten

kaum 7. Dezember 2016 um 15:00

Zu RB: Das sind die Star-Einkäufer der Liga. Siehe http://www.transfermarkt.de/1-bundesliga/transfers/wettbewerb/L1#to-23826
Das höchste Minus aller Bundesligsten: 50 Millionen EUR noch weit vor vor Hamburg (30 Mio. netto).
Von wegen „nicht extrem viel Geld“ in neue Spieler – sie haben exorbitant viel Geld in neue Spieler investiert.
Davor die Saison haben sie für einen Zweitligsten exorbitante 25 Millionen EUR investiert.

Taktisch gesehen past da alles perfekt. Spielglück kommt dazu und schon haben wir RB als neuen Meister (mein Tipp).

Antworten

Koom 7. Dezember 2016 um 16:42

Wobei man fairerweise sagen muss, dass sie kaum „fertige“ Spieler und dafür relativ junge, teils bekannte, teils weniger bekannte Talente verpflichtet haben – die zudem vom Profil wohl gut zur Spielweise passen.

An die Meisterschaft für RBL glaube ich noch nicht, würde ich aber auch nicht ausschließen. Sie haben auch ein wenig Glück mit den Trends: Just gerade ist das Konter/Umschalt/Gegenpressing in der Bundesliga etwas auf dem Rückzug und Ballbesitzfokus wachsen so langsam – und da kommen sie mit ihrem durchoptimierten, lang einstudierten superhohen Pressing. Passt wie die Faust aufs Auge, in den Jahren davor wären sie damit vermutlich nicht ganz so erfolgreich, wo viele Teams diese Spielart durchzogen.

Trotzdem: Junge Spieler haben Schwankungen drin und auch gerade haben sie langsam Pech mit Verletzungen, aber immer noch enormes Matchglück. Das wird wohl mit der Rückrunde, wenn viele Vereine dann defensiver bzw. auf Unentschieden spielen, dann problematischer.

Nichtsdestrotz: Erfrischende Spielweise, tolle Umsetzung. Wenns zur Meisterschaft reichen sollte, dann sei es ihnen gegönnt.

Antworten

kaum 7. Dezember 2016 um 22:04

2010/2011 dachte das auch jeder vom BVB. Aber da sich Geschichte nicht wiederholt, besteht Hoffnung…

Antworten

CE 8. Dezember 2016 um 09:25

Wir arbeiten bereits daran. Deshalb sind hier auch selten Spielanalysen zu RBL erschienen.

Antworten

Koom 8. Dezember 2016 um 10:54

Ui, da freu ich mich drauf. 🙂

Antworten

gregor 8. Dezember 2016 um 12:58

Super, danke!
Schaut Ihr für Eure Analysen die ganzen Spiele an oder nur Abschnitte/Zusammenfassungen? Muss man wirklich alle Spiele gesehen haben, um eine aussagekräftige Analyse zu schreiben (wäre ja richtig aufwändig!) ?

Antworten

CE 8. Dezember 2016 um 13:26

Man sollte schon viele Spiele gesehen haben.

Antworten

FAB 8. Dezember 2016 um 13:39

Da bin ich auch sehr gespannt. Was ich bei RBL interessant finde, dass wenn man sich die Laufstatistiken anschaut, sie zwar was die reinen km angeht vorne liegen, aber was die Sprints und Tempoläufe angeht, gar nichts so Extremes machen. Seit 6 Spielen verzeichnen sie sogar zumeist weniger Tempoläufe und Sprints als der jeweilige Gegner.
Woher kommt das? Sind sie einfach nur sehr gut strukturiert bzw. besetzten sie bereits sehr proaktiv in eher gemäßigten Lauftempo die Räume?
Die Frage ist ja immer, wie lange hält RBL dieses Tempospiel durch. Hasenhüttl scheint ja sehr überzeugt davon, dass man diese Spielweise die gesamte Saison durchhalten kann, so wie es ihm ja auch bereits mit Ingolstadt gelungen ist.
Das man ein solches Vertikalspiel mit der Doppelbelastung Chmapions League durchziehen kann, zeigt ja zudem auch Atletico Madrid.
Die Frage die ich mir stelle, wo liegen möglicherweise die Unterschiede zwischen RBL, Leverkusen und Atletico in den Strutkuren und Abläufen?

Antworten

tobit 8. Dezember 2016 um 15:00

Bei Atleti ist der Unterschied eindeutig, dass sie sich in jedem Spiel ruhige Phasen gönnen, in denen sie eher tiefer/passiver verteidigen um dann wieder abrupt die Intensität erhöhen zu können.

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Max 6. Dezember 2016 um 14:40

Der leichte Spott den Medien gegenüber gefällt. Wie das Fähnchen im Wind wird eine Entscheidung immer expost nach Erfolg/Misserfolg valuiert und dann als richtig oder falsch tituliert – was Quatsch ist.

Jedoch sehe ich das Ziel des Trainers etwas anders: „Für Trainer steht immer eine simple Frage im Vordergrund: Mit welcher Mannschaft hat mein Team die besten Chancen, das kommende Spiel zu gewinnen?“ Zumindest im Hintergrund steht das Ziel der erfolgreichen Saison. Natürlich will jeder Coach jedes Spiel gewinnen, aber das Hauptziel ist es ja, die Saison erfolgreich abzuschließen. Die sich daraus ergebenden Maßnahmen müssen nicht die gleichen sein, die sich ergeben, wenn man jedes Spiel gewinnen will. Es kann Zielkonflikte geben.

Als konkretes Bsp: Mit Kampl hatte Lev letzten Samstag gg den SCF die höchste Siegchance – für den Sieg musste er aufgestellt werden. Jedoch gab es das Risiko, dass seine alte Verletzung aufbricht. Das wäre insgesamt schädigender (Kampls lfr Ausfall). Daher wäre es bezogen auf den Erfolg der Saison sinnvoll gewesen, Kampl auf die Tribüne zu setzen/ zu schonen.

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Koom 6. Dezember 2016 um 11:22

Wie immer: Sehr guter Artikel. Gerade die unaufgeregte „Analyse“ zur Rotation finde ich gut.

Generell versucht man ja immer, Spiele in Relation zu anderen Spielen zu setzen. Frankfurt besiegt den BVB – alles scheisse beim BVB. BVB besiegt Gladbach – alles toll beim BVB. Das das einfach 2 unterschiedliche Gegner mit eigenen Spielweisen sind, spielt für die Medien keine Rolle.

Die Medienkritik hatten wir (zu Recht) hier ja auch schon öfter, bspw. wg. Scholl, aber nicht nur. Geändert wird leider nichts, man will lieber Schlagzeilen“journalismus“ anstatt Analyse und Fakten. Dabei würde es dem Fußball (und eigentlich allem anderen auch) sehr gut tun, wenn man weniger auf Meinungsmache setzen würde denn auf Faktenpräsentation und Erklärung (mehr oder weniger) komplexer Vorgänge.

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ES 6. Dezember 2016 um 11:00

Was sagt eigentlich die Statistik zur Rotation? Weiß jemand, ob es dazu Untersuchungen gibt? Es wäre doch interessant, ob es wenigstens eine Korrelation zwischen Erfolg und Rotationsverhalten gibt. Wenn es diese Korrelation gibt, dann kan man sich immer noch über Ursache und Wirkung unterhalten (so wie mit der berühmten Korrelation zwischen dem Rückgang der Storch-Population und der Geburtenrate in Schweden). Ich vermute, es gibt eine negative Korrelation (also je weniger Rotation desto erfolgreicher und umgekehrt), die man z.B. erklären könnte, dass tendenziell eher bei Misserfolgen versucht wird mit Wechseln etwas zu bewirken oder dadurch, dass erzwungene Rotationen auf Grund von Verletzungen zu Misserfolgen führen oder dass man bewusst schwächere Mannschaften für unwichtige Spiele aufstellt (um die A-Mannschaft zu schonen), und damit den ausbleibenden Erfolg in Kauf nimmt.

Aber wenn es noch nicht mal eine Korrelation gibt, brauch man sich ja gar nicht mehr über das Thema zu unterhalten.

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mlisiewi 6. Dezember 2016 um 14:10

Ich denke, dass Problem der Erhebung einer solchen Korrelation liegt in der Ermittlung der „Qualität“ von Rotation: Mit welchem Faktor bewertest du jede einzelne Rotation? Um beim Beispiel BVB – Warschau -> Rotation BVB – Frankfurt zu bleiben, gab es zwar in der Quantität eine relevante Rotation, aber tendenziell wurden ja eher qualitativ stärkere Spieler für „Bankdrücker“ (Sahin etc.) reinrotiert, was trotzdem zum Misserfolg führte. Mir fiele aus dem Stehgreif keine Möglichkeit ein, dies in Zahlen festzuhalten

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ES 6. Dezember 2016 um 15:30

Zunächst nur ganz elementar: Wie viele Spieler sind neu in der Startaufstellung im Vergleich zur Startaufstellung beim letzten Spiel. Ich habe das mal bespielhaft für Schalke in dieser Saison gemacht, nur für einen Wettbewerb, nur Bundesliga (reiner Zufall, es hätten auch 17 andere Vereine sein können, ich habe gewürfelt, ich schwör :-))? Ergebnis:
0 bis 1 Rotationen: 6 Spiele, 10 Punkte, 1,67 Punkte im Schnitt
2 bis 3 Rotationen: 2 Spiele, 4 Punkte, 2 Punkte im Schnitt
4 bis 6 Rotationen: 4 Spiele, 3 Punkte, 0,75 Punkte im Schnitt

Insgesamt 12 Spiele, weil das erste Spiel nicht gewertet werden kann bzgl. Rotation.

Statistisch kann man Weinzierl mit dem Material nur davon abraten zu rotieren. Nun möchte ich niemanden mit den Gründen langweilen, warum das für dieses dünne Zahlenmaterial und in dem Fall hier besonders, totaler Quatsch ist. Aber hat zufällig irgendjemand größere Zahlen in der Art?

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kaum 6. Dezember 2016 um 21:26

Frech würde ich behaupten, umso erfolgreicher, umso mehr wird rotiert. Mehr qualifizierte Spieler, mehr Spiele… Jetzt kommen wir wahrscheinlich zum Aber. Mannschaften mit neuem Trainer/vielen neuen Spielern tut das wahrscheinlich nicht gut, weil sich die Mannschaft und Trainer erst einmal kennenlernen müssen.
Deshalb fände ich Frankfurt oder Hertha als gute Beispiele

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Tom 8. Dezember 2016 um 16:50

– Sind die Spieler universal einsetzbar oder sehr stark spezialisiert? Andere Taktik erzwingt andere Spieler oder eben nicht.
– Qualitätsgefälle in der Mannschaft. Sind die Backups annähernd gleich stark?
– Verletzungen und Sperren – erzwungene Rotation

Außerdem schwankt auch die Leistung der Mannschaft in der Saison. Wie korrigiert man diesen Faktor?
Manche Mannschaften sind Angstgegner oder Systeme, gegen die man weniger gut aussieht.

Ein einstudiertes System und immer die selbe Mannschaft kann erst erfolgreich sein. Im weiteren Verlauf finden andere Mannschaften Lösungen gegen diese, bzw. Schwachpunkte.

Um da aussagekräftige Daten zu haben braucht man große Mengen, die dann wieder sehr inhomogen sind. Diese ändern sich über die Zeit (Schlüsselspieler verletzt, Wintertransfer, neuer Trainer).

Vermeintliche Aussagen können da schnell zu Fehlinterpretationen werden.

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Bernhard 6. Dezember 2016 um 10:26

Finde deine Argumentationslinie angenehm emotionslos, wobei das bei dir fast immer der Fall ist.
Vielen Dank für eine abermals gelungene Kolummne.

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Peda 6. Dezember 2016 um 09:59

Ich muss wieder einmal den Hut ziehen!

Komplexe Themen in so kompakter Form und verständlicher Sprache ohne unzulässige Verkürzungen zu behandeln ist eine Kunst. Wenn ich „Szenefremden“ etwas erklären möchte, findet sich zumeist ein passender Beitrag in deiner Kolumne.

Das macht er sehr gut, der Mainstream-Escher! 😉

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dh 5. Dezember 2016 um 22:44

Vielleicht erinnere ich das falsch, ist ja schon was her, aber war Gomez in seiner Bayern-Zeit nicht eigentlich ein ziemlich guter Anläufer? Hat er das in Italien und der Türkei verlernt, wird das in WOB nicht von ihm verlangt oder war er das schlicht nie?

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tobit 5. Dezember 2016 um 23:57

Ich würde Gomez als einen Spieler einschätzen, der im Pressing die Traineranforderungen sauber umsetzen kann, aber ohne konkrete Aufgaben zu Passivität neigt. Wenn man ihm eine Aufgabe gibt, füllt er sie auf gutem Niveau aus, gibt man ihm keine, tut er auch genau das – nichts.

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Herribert 6. Dezember 2016 um 12:29

Ich glaube auch zu erinnern, dass sogar hier auf der Seite Gomez als guter Fallensteller beschrieben wurde. Damals war es glaube ich die Thematik Mandzukic vs. Gomez. Mandzukic wurde in den Medien gerne als 1. Verteidiger stilisiert und gleichzeitig war man schnell bei der Meinung, deshalb spiele er und nicht Gomez bei den Bayern. Auf den ersten Blick wurde der Eindruck bestätigt, da Mandzukic im Grunde über das ganze Feld verteilt ackerte und Gomez oft „nur“ trabte und weit vorne blieb. Das wurde dann – ich meine hier – aber entsprechend aufgeschlüsselt, dass Gomez überlegter, wenn nicht „intelligenter“ an die Sache ginge und Laufwege, die keinen Erfolg bringen, ganz gut vorher schon identifizierte und eben nicht machte, stattdessen aber durch seine scheinbare Passivität gut Fallen aufbaue, also im Grunde leitet. Langer Text, kurzer Sinn: 1. Gomez sollte das schon recht gut können 2. der 2er-Sturm dürfte aber neu für ihn sein und demnach würde ich dem vll einfach etwas Zeit geben, da er und der junge Spanier sich ja nun auch erst einmal finden müssen

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luckyluke 6. Dezember 2016 um 12:53

Ich glaube, der Artikel auf den du dich beziehst, ist aus dem Adventskalender (falsch eingeschätzte Spieler glaub), nur falls ihn jemand suchen will

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Schorsch 5. Dezember 2016 um 21:14

Zu Wolfsburg: Dass das 5-3-2 mittlerweile selbst in WOB angekommen ist, liegt vielleicht weniger an der ‚Mainstreamigkeit‘ dieses Systems, sondern schlicht an der Tatsache, dass mit Ismael ein neuer Trainer in der Verantwortung steht. Wenn Hecking noch Trainer wäre und dieses System spielen ließe, dann wäre das wirklich ein Zeichen dafür, dass dieses System fast schon wieder out wäre… 😉 Der gute Dieter Hecking möge mir verzeihen ob meiner Lästerei…

Ismael muss etwas anderes, für die Mannschaft neues probieren. Das bisherige System hat nicht funktioniert – oder war es eher die Ausführung dieses Systems? MMn nach schon. Ich persönlich glaube, dass die Probleme der Wölfe weniger mit einer Systemumstellung zu lösen sind.

Zur Rotation: Ich sehe dieses Thema beim BVB zum einen ebenfalls überbewertet, zum anderen auch generell schwer zu bewerten. Es hängt eben vieles von Durchführung und Umständen ab. Da stimme ich TE ausdrücklich zu. Gerade das ziemlich bedeutungslose CL-Spiel gegen Legia als Beispiel anzuführen, verbietet sich eigentlich in der Kritik. Wann hat man eine bessere Chance zur Schonung von Spielern, wenn man gleichzeitig anderen Spielpraxis geben kann, als in einem solchen Match? Vergleicht man die Startelf gegen die Eintracht mit der Startelf des Bundesligaspiels eine Woche vorher gegen die Bayern, dann waren die personellen Wechsel ohnehin minimal. Wobei ich persönlich es nicht nachvollziehen kann, dass Tuchel gerade diejenigen Spieler, die sich gegen Legia sehr gut präsentiert haben, noch nicht einmal im Kader des Frankfurtspieles hatte. Damit hat er sich mMn Einwechseloptionen in der Schlussphase gegen die SGE beraubt.

Im übrigen bin ich der Auffassung, dass der BVB mit dem 5-3-2 momentan am besten fährt. Zum einen zeigt sich die Abwehrreihe mMn deutlich sicherer als mit einer 4erkette. Ginter hat als rechter HV bisher deutlich mehr überzeugt und vor allem klar weniger Fehler gemacht denn als IV in einer 4erkette. Sokratis ist ohnehin immer eine Bank, systemunabhängig. Bei Bartra bin ich mir nicht ganz so sicher: Licht und Schatten scheinen bei ihm aktuell in jedem System gleich zu sein. Piszczek und Schmelzer zeigen als AV in einer 4erkette aktuell ebenfalls Schwächen und sind als Flügelläufer z.Zt. deutlich effektiver. Auch das Aufbauspiel ist weniger zentrallastig und damit für den Gegner weniger ausrechenbar als in anderen bislang in dieser Saison praktizierten Systemen, in denen die Isolierung von Weigl durch den Gegner die Borussia in einigen Spielen entscheidend schwächte.

Zum Inhalt des Tweets: Da wird TE wohl recht haben… 😉

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Rasenschiller 6. Dezember 2016 um 17:29

Stimme dir zu. Die Grundideen von Tuches fand ich auch immer ganz ok, es fehlte bei bestimmten Spielen aber dann einfach an „Spielglück“ oder der Performance der eigentlich richtig eingesetzten Spieler. Die Punkte gegen Ingolstadt z.B. waren komplett verschenkt, weil einzelne Spieler nicht den Ansprüchen genügten, ähnlich auch beim Spiel gegen die Hertha. Weidenfeller und Rode sehen die ganze Saison über schon sehr unglücklich aus. Ersterer lebt von seiner Athletik und seinem Verhalten im 1:1, Strafraumbeherrschung un Aufbauspiel war schon immer schlecht. Rode hat schlicht nicht die Technik, noch die Übersicht, noch die strategischen Fähigkeiten für eine Spitzenmannschaft, er ist eher der Typ „Fighter“, würde ggf. gerade bei den Wölfen oder in Augsburg reinpassen. Hoffe die Tribüne bleibt sein Platz. Das Aufbauspiel wird sich deutlich mit der Rückkehr von Guierrero verbessern, der die Verbindungen sowohl zentral als auch auf dem Flügel herstellen kann. Tuchel hat ihn bewusst lange draußen gelassen, da neben der Verletzung er nach den furiosen Auftritten zu Beginn dann etwas Unschärfe in sein Spiel bekam. Hoffe er wirkt gegen Köln schon mit.

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Schorsch 6. Dezember 2016 um 20:37

Für mich ist Tuchel nach wie vor in einem Lernprozess. Sowohl was seine aktuellen Spieler mit ihren Stärken und Schwächen anbelangt einschließlich ihr Agieren im Team, als auch was System(e) und taktische Varianten anbelangt. Aber auch, was den Club und dessen Umfeld anbelangt. Fehler gehören halt zu einem solchen Prozess.

Und hier kommt u.a. wieder das Thema Rotation ins Spiel. Denn man kann bei der Anwendung der Rotation alles richtig machen und dennoch Fehler begehen. Als Tuchel in der Rückrunde der letzten Saison beim Derby auf Schalke einige wichtige Spieler ‚herausrotierte‘, um sie für ein wichtiges EL-Spiel zu schonen (zumal Bayern vorher quasi die Meisterschaft perfekt gemacht hatte), da war dies rational gesehen absolut nachzuvollziehen. Hätte der BVB das Derby gewonnen, dann hätte hinterher kein Hahn mehr danach gekräht. Nur leider spielete man nur Remis. Und Tuchel schien (ob es wirklich so war, weiß nur er) die emotionale Bedeutung des Derbys für die BVB-Anhänger unterschätzt zu haben. Für viele ist nach wie vor das Derby das wichtigste Aufeinandertreffen in der Saison. So kam sehr schnell Unmut auf, der sich so langsam aufschaukelte. Auch dass Tuchel in dieser Saison so lange Nuri Sahin, für viele eingefleischte BVB-Anhänger eine der letzten ‚Identifikationsfiguren‘, überhaupt keine Chance gegeben hat, wurde ihm angekreidet. Kaum dass er ihn einsetzt, beruhigen sich die Gemüter wieder. Tuchel wird seine Gründe gehabt haben und ich bin mir sicher, dass es sehr triftige Gründe waren. Er muss auch rational handeln, anders lässt sich sein Job nicht qualifiziert durchführen. Aber es gehört auch bei einem Club wie dem BVB dazu, die emotionale Seite nicht außer acht zu lassen. Vertretbare Kompromisse kann man immer eingehen. Und ich glaube, da hat Tuchel gelernt.

Was Guerreiro anbelangt, so sehe ich es genauso wie Du. Allerdings bereitet mir das ‚Warten Guerreiro‘ schon auch ein wenig Unbehagen. Das riecht schon ein wenig nach ‚Messias‘-Erwartung. Außerdem sollte ein Team wie es der BVB hat, mit seinen Ansprüchen und seinen Kosten, sollte eigentlich nicht von einem einzigen Spieler abhängig sein (etwas überspitzt formuliert).

Der BVB konnte bei der Ausgangslage zu Saisonbeginn nicht erwarten, alle bisherigen Spiele zu gewinnen bzw. statt zu verlieren zumindest Remis zu spielen. 3, 4 Punkte mehr wären aber allemale möglich oder vielleicht auch erwartbar gewesen. Dann stünde man jetzt auf Rang 3. Der 3. Platz als Saisonziel ist nach wie vor absolut machbar; der 4. würde es zur Not ja auch noch tun. Nur sollte man in den letzten 3 Spiele vor der Winterpause möglichst wenig Punkte liegen lassen. Köln, Hoffenheim, Augsburg sind schon Herausforderungen.

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Rasenschiller 7. Dezember 2016 um 19:59

Bin ich komplett einer Meinung mir dir. Die Eindrücke aus dem Training kennt man ja auch nicht, vielleicht hängt sich da Rode vollkommen rein, etc. Von den aktuellen Spielern sehe ich vor allem ihn und eben Weidenfeller kritisch, zudem den Umgang mit Merino, den ich z.B. besser sehe und der auch ein „Problemlöser“ werden könnte. Spieler wie Guiererro, die die Achterrolle technisch und dynamisch so bekleiden können, sind halt extrem rar, auch Castro ist z.B. mit dem Rücken zum Tor recht schwach und Guierrero ist da schon sehr komplett.

Zum Thema Rotation: Durch das jetzige System mit 3er-Kette fällt ja praktisch eine Offensivposition weg. Hinten wird praktisch mit Inter, Sokratis und Bartra gar nicht rotiert und Spielraum bieten da nur Bender (könnte mir auch Merino als linken Halbverteidiger gut vorstellen), während es offensiv dann doch sehr viele „Bankspieler“ geben wird. Wenn man Auba und Reus, so er fit ist, als gesetzt betrachtet, ebenso auch Weigl, bleiben eigentlich nur zwei Positionen offen für reichlich Personal (Götze, Schürrle, Pulisic, dembele, Mor, Castro, Guierrero etc.) Denke daher, dass Tuchel in der Wintervorbereitung wieder stärker zur Viererkette und zum Bespielen des Zentrums durch bessere Abläufe kommen wird, zumal sich z.B. Götze und Pulisic gut verstehen und Guierrero Weigl entlasten und Verbindungen herstellen kann. Das Potenzial der Truppe ist dann außerordentlich, Platz 3 müsste da gut drin sein.

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TE 7. Dezember 2016 um 16:06

Danke für den ausführlichen Kommentar. An einer Stelle muss ich jedoch klugscheißern: „Dass das 5-3-2 mittlerweile selbst in WOB angekommen ist, liegt vielleicht weniger an der ‚Mainstreamigkeit‘ dieses Systems, sondern schlicht an der Tatsache, dass mit Ismael ein neuer Trainer in der Verantwortung steht.“ – Ismael ist nun bereits seit einigen Wochen in Amt und Würden. Das neue System hat er erst ausgepackt, nachdem es im alten 4-2-3-1 auch unter neuem Trainer nur Misserfolge gab. Ich denke also nicht, dass man hier eine direkte Linie ziehen kann zwischen „neuer Trainer“ und „neues System“. Zumal auch Hecking bereits die Dreierkette ausprobiert hat in der Vorbereitung, diese Idee (aus welchen Gründen auch immer) wieder verworfen hat.

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Schorsch 7. Dezember 2016 um 17:41

Stimmt natürlich. Ist bezüglich Hecking auch eher als Flachs gemeint gewesen. Und Ismael hat seine Systemänderung auch erst durchgeführt, nachdem es mit dem 4-2-3-1 wie unter Hecking unter ihm ebenfalls nicht funktioniert hat; auch das ist richtig. Und da musste er etwas Neues machen, um aus dem Abwärtsstrudel herauszukommen. Alles andere wäre ihm vielleicht als ein ‚weiter so‘ ausgelegt worden. Ob Hecking einen Wechsel des Systems durchgeführt hätte? Wobei ich nach wie vor davon überzeugt bin, dass sich die Probleme der Wölfe nicht mit einer Änderung des Systems lösen lassen. Ich glaube auch, dass Ismael durch ungeschicktes Agieren die Probleme noch weiter vertieft hat. Völlig unnötigerweise mMn hat er sich eine neue Baustelle auf der Torwartposition aufgemacht. Casteels hat eine durchaus passable Leistung geboten, Hecking hatte schon Gründe, nicht mehr auf Benaglio zu setzen. Und so ganz hat mich Benaglio seit seiner Rückkehr ins Tor nicht überzeugt. Casteels ist nun verständlicherweise sauer, möglicherweise will er schon zur Winterpause fort. Werder dürfte sich freuen, in Bremen würde man ihn sehr gerne nehmen.

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Dr. Acula 5. Dezember 2016 um 19:13

wow, bin immer wieder beeindruckt, wie du in einigen, wenigen absätzen (hier bis zur mini-analyse zu BVB-BMG) die kritik der medien komplett ins leere laufen lässt. super argumentiert und formuliert. bis ich mir letzte saison wegen der anhaltenden pep-kritik mal genauer gedanken darüber gemacht hab, war ich immer der meinung, mourinho oder klopp (um 2 bekannte beispiele zu nennen) würden mit ihrer „angst“ vor medien völlig übertreiben und irgendwelche absichten verfolgen (bei mou wir-gegen-sie-mentalität bzw konzentration der medien auf seine person, um das team zu entlasten). mittlerweile weiß ich, dass medien die innersten triebe der menschen zu befriedigen versuchen – und das erschreckenderweise sehr gut gelingt, wenn man sich kommentarbereiche von zB spox oder SPON anschaut. hass, angst vor fremdem und misstrauen durchziehen die medienlandschaft und berichterstattung. auch wenn fußball möglicherweise zu unbedeutend ist, um mit der weltpolitik verglichen zu werden, sieht man doch tatsächlich parallelen zu trump, brexit und meinem lieben landsmann erdogan (ja, ich habe grad KHRs aussage auf der JHV wiederholt). mal so meine einschätzung zu dem ganzen. erschreckende entwicklung möchte ich damit sagen. TE oder andere autoren bzgw einfach intelligentere menschen als matthäus zu sky einzuladen und gastbeiträge in sport bild etc schreiben zu lassen wäre ein schritt in die richtige richtung. aber das ergebnis wäre weniger hetze und stammtisch-gelaber, das doch aber so toll ankommt. damit wären wir wieder bei o.g. thema.
PS: „Das 5-3-2 hat viele Vorteile. Gerade im Spiel gegen den Ball kann man mit diesem System die wichtigste Zone, das Zentrum, kontrollieren. Mit zwei Stürmern lassen sich dem Gegner leicht die Passwege aufzwingen, dahinter hat man mit einem Drei-Mann-Block eine kompakte Reihe. Wenn der Gegner in den Sechserraum spielt, zeigt sich der große Vorteil dieses 3-2-Blocks: Der gegnerische Sechser kann leicht in diesem Fünfeck isoliert werden. Greift der Gegner wiederum über die Flügel an, kann ein Außenverteidiger heraus- und das Mittelfeld herüberrücken. Die Fünferkette wiederum bietet in der letzten Reihe eine großartige Absicherung.“ — danke für diese erläuterung. hast in 4,5 sätzen die antwort auf meine frage geliefert, wieso zum henker alle dieses system so mögen. stell ich mir schon ne weile. top!

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schwerti 5. Dezember 2016 um 19:11

Ergo kann das 5-4-1 von Schubert so gar nicht funktionieren. Zu wenig/kein Pressing, zu viele Laufwege für das Mittelfeld, wenn man tief steht und die Stürmer haben einen laaaaangen Weg nach vorne. So mal in Kurzform auf den Punkt gebracht, oder?

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