Neue Offensivstruktur gegen ängstliche Nordiren

Germany1:0Northern-Ireland

Der knappe Sieg im dritten Gruppenspiel könnte die entscheidende Veränderung auf dem deutschen Weg zum EM-Titel mit sich gebracht haben. Winners play 2-4-2-2.

Es klingt wie die logischste Sache, die jemals einer getan hat: Du wirst nach einem 0:0 für fehlende Torgefahr kritisiert – was machste? Na klar: Du bringst Mario Gomez! Aber der Wechsel von Draxler-Götze auf Götze-Gomez brachte nicht nur mehr Torgefahr, Physis und Spielintelligenz in die Offensive, sondern im Zuge dessen passte Löw auch die Struktur an.

2-4-2-2-Struktur und gute Synergien

GER-NIR

Das Spiel bei deutschem Ballbesitz. (Nordirischer Ballbesitz war Gebolze, wird ignoriert.)

So war die Offensive weniger symmetrisch organisiert als zuvor. Während Draxler und Müller relativ breit spielten und Özil aus dem Zentrum heraus pendelte, war die Rollenverteilung nun definierter: Götze bewegte sich durch den linken Halbraum, während Özil permanenter seinen bevorzugten rechten Halbraum besetzte. Müller rückte früher und konsequenter in die Spitze.

So entstand zum einen eine sehr passende Grundstruktur in der Rollenverteilung: Zwei defensive Mittelfeldspieler, zwei Kreativspieler im offensiven Mittelfeld, zwei tororientierte Angreifer, nur einfache Besetzung der Flügel – so gestalteten sich übrigens extrem viele erfolgreiche Mannschaften (Tuchels BVB der Hinrunde zum Beispiel oder Peps Barcelona).

Zudem wurden die Spieler passend zusammengeführt: Rechts konnte das alte Duo aus Özil und Müller fokussierter zusammenspielen als bisher. Müller gab die Läufe, Özil die Pässe; mustergültig demonstriert bei Müllers Riesenchance nach einem Konter in Hälfte eins. Links fand mit Kroos und Götze zusammen, was zusammengehört; die beiden ergänzen sich in ihrer äußerst erfolgsstabilen Art und dem rationalen, tororientierten Raumgewinn hervorragend.

Gomez konnte sich balancierend für beide „Adern“ des Offensivspiels positionieren und brachte sich außerdem überraschend aktiv mit Ablagen ins Kombinationsspiel ein; so leitete er sein Tor selber mit einer guten Weiterleitung ein. Lediglich Khedira wirkte in dieser Struktur etwas planlos und verschenkt, da er in einer sehr zentralen Rolle eher zurückhaltend und als Ballverteiler agieren musste; eher eine Rolle für Schweinsteiger oder auch Weigl.

Aktivere Einbindung der Außenverteidiger

Na gut, vielleicht gibt’s noch was logischeres als bei Torkritik Gomez einzusetzen: Joshua Kimmich aufstellen. Also nicht bei Kritik sondern halt generell. Immer. Der geniale Allrounder vom FC Bayern erhöhte wiederum nicht nur die individuelle Kreativität auf der rechten Seite sondern spielte die Rolle des Rechtsverteidigers auch ein wenig anders als Höwedes.

Er zeigte immer mal wieder horizontale Aktionen mit Ball am Fuß und rückte punktuell sogar (wie Lahm bei Bayern) als zusätzlicher Sechser ins Aufbauspiel. Das passte sehr gut zur hohen Ausrichtung von Özil und Müller, die ihm halbrechts Raum öffneten, sowie der linksseitigen Stellung der Doppelsechs. Ansonsten wurden diese Aktionen aber etwas inkonsequent eingebunden und vor allem zu wenig unterstützt, sodass sie weniger Effekt hatten als möglich; die restliche Mannschaft sah Kimmich etwas zu sehr beim Spielen zu anstatt mitzuspielen.

Auf der linken Seite spielte auch Hector deutlich offensiver als bisher gegen die sehr tiefe Ausrichtung der nordirischen Defensive. Mit Götze vor sich musste er aktiver Breite geben, was er auch tat und was sich wiederum gut ergänzte. So konnte er recht oft im Tempo angespielt werden und zog dann teilweise mit Ball auch diagonal zum Strafraum.

Nordirland zittert sich ins 6-3-1

So sah das noch gegen die Ukraine aus. Das war besser.

So sah das noch gegen die Ukraine aus. Das war besser.

Neben diesen Verbesserungen im deutschen Offensivspiel war es aber auch der deutsche Gegner, der die verbesserte Vorstellung bedingte. Die Nordiren entschieden sich nicht für ihr Stammsystem, das 3-1-4-2/5-3-1-1, sondern blieben der Formation ihres Sieges über die Ukraine treu – ein 4-5-1. Die Flügelspieler fokussierten sich auf die Seiten, im Zentrum schoben eine Dreifachsechs flexibel in die Räume.

Diese Räume waren allerdings viel zu groß, denn die Nordiren spielten dieses System noch deutlich passiver als gegen die Ukraine; oder passender in diesem Fall tatsächlich: ängstlicher. Wo sie gegen die Ukraine häufig noch etwas Abstand zum eigenen Strafraum schufen und sich unangenehm kompakt und flexibel zeigten, orientierten sie sich gegen Deutschland fast nur nach hinten. Die Flügelspieler fielen enorm früh neben die Abwehr zurück und die Abwehr selbst hatte nicht den Mut, die Linie zu halten und das Mittelfeld zu unterstützen.

So standen die Nordiren in einem etwas lasch organisierten 6-3-1 vor dem eigenen Tor und die drei Sechser versuchten einigermaßen aussichtslos, auf die Weltstars des Gegners Druck zu machen. Dabei wurden sie auch nicht von Washington unterstützt – thanks, Obama! So verloren sie jede Offensivpräsenz und dann auch immer wieder die Robustheit in der Strafraumverteidigung. Zu Konterchancen kamen sie daher gar nicht und auch die geringe Höhe der Niederlage war eher Glück als eine Abwehrleistung.

Unsaubere Struktur für weiträumige Verbindungen

Angesichts der bisher genannten Voraussetzungen hätte man aber auch noch mehr und klarere Chancen der deutschen Mannschaft erwarten können. Das Ausbleiben dieser lag zu einem gutem Teil schlichtweg an der zweiten Hälfte, in der die Struktur wieder etwas normaler gestaltet wurde, nachdem Schürrle bereits in der 55. Minute ins Spiel kam.

Darüber hinaus hatte die bereits angesprochene Rolle von Khedira noch ein bisschen weitreichendere negative Folgen; nicht aufgrund Khediras, sondern vor allem aus geometrischen Gründen: Da Kroos tendentiell tiefer spielt als Khedira, ergaben sich zwischen den beiden Sechsern und den beiden Zehnern relativ wenig Verbindungen. Während bei den oben genannten Teams in der 2-4-2-2-Struktur im Mittelfeldzentrum quasi Rauten entstanden, war es hier eher ein…äh…ein Lambda? Also hier: λ. Unteren rechten Punkt höher ziehen, dann hat man’s. Ein sehr schiefes und kurzes T. (#durchanalysiert)

Effektiv: Kroos war sehr weit weg von Özil und das Zentrum dieses Vierecks bildete dann ungünstigerweise eben auch noch Khedira. (Allein der Umstand, dass eine Ecke eines Vierecks das Zentrum dieses Vierecks bildet, weist schon darauf hin, dass das ein komisches Viereck ist.) Das führte dazu, dass die Angriffe nicht sehr gut zwischen den beiden Halbräumen verlagert werden konnten, sondern aus einem der Halbräume etwas plump und linear zum Tor geführt werden mussten. Zudem reduzierten sich dadurch die Bewegungsmöglichkeiten im Kombinationsspiel. Wie auch immer: war nicht ganz so geil.

Fazit

Gutes Spiel der deutschen Mannschaft, einige sehr positive Aspekte, aber auch ein negativer Punkt, der sich noch schwerwiegender auswirken könnte. Auch weil die meisten kommenden Gegner vermutlich nicht ganz so ängstlich verteidigen werden wie Nordirland, hat die Struktur vielleicht nicht so viel Zukunft. Andererseits schien man dadurch keine Stabilität zu verlieren und könnte mit einer prägnanteren Einbindung Kimmichs sogar noch stabiler werden.

Entscheidender Schritt auf dem Weg zum Titel? Wer weiß…

OttoKane 26. Juni 2016 um 11:38

Gomez will ich auf jeden Fall wieder sehen, gegen alle Gegner. Das Bild von ihm als kombinationsschwach und kann nur abstauben, dass manch einer immer noch hat, stimmt hinten und vorne nicht.

Götze fand ich in der Rolle ganz gut, auch wenn Özil auf der anderen Seite noch mehr brillieren konnte. Im Prinzip könnte man sagen, wir haben mit Doppel-10 gespielt. Khedira und Kroos wurden nach dem Spiel etwas kritisiert, Khedira vor allem hier und Kroos auch in den Medien („untergetaucht“), ich finde das etwas unfair. Wenn man mit so vielen fancy Offensivspielern kommt und auch noch beide AVs jeden Angriff auf voller Breite vormarschieren, müssen eben die 6er verstärkt absichernd bleiben.

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nougat 24. Juni 2016 um 12:42

Gegen Nordirland hatte man einen dankbaren Gegner, aber wieder mal nur halbherzige Umstellung ovn Löw – quasi auf Zuruf, wie schon bei der WM, als Lahm erlöst wurde – mit der Hereinnahme von Kimmich (und Gomez zu Beginn).
Khedira halte ich für zu langsam. Noch langsamer ist nur noch Schweinsteiger. Mit ihm kann man Resultate halten, aber kein Spiel ankurbeln. Würde mich nicht wundern, wenn es schon gegen die Slowakei ganz ganz eng werden sollte. Wer soll überhaupt Boateng ersetzen ? Waigl hätte Löw probieren sollen, vllt sogar Sané. Jetzt ist die Zeit für Experimente definitiv vorbei.

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koom 24. Juni 2016 um 13:15

Bitte nicht so sehr im Bild-Schlagzeilenstil. 😉

Die Zeit für Experimente ist seit etwa 3-4 Wochen vorbei. Momentan gilt es, Lösungen zu finden. Und vieles funktioniert ja bereits, das muss nur verfeinert werden. Kimmich ist kein Lahm, das zeigte auch das NIRL-Spiel, aber er kann offensiv helfen. Falls Boateng ausfällt, hatte man schon Mustafi in der Innenverteidigung, der das auch gut machte. Khedira ist sicherlich keine Wunschlösung, aber auch nicht _das_ Problem. Das ich auch lieber Weigl auf der Position hätte (wie viele andere) ändert nichts daran.

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nougat 24. Juni 2016 um 13:24

Bitte nicht so sehr Forums- Wegbeiß-Reflex…

Wo bitteschön schreibe ich eine Schlagzeile wie bei der Bild (die ich eh nicht lese) ?

Mustafi kann Boateng nicht ersetzen. Punkt. Wobei.. wäre auch ne gute Bildschlagzeile 🙂

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koom 24. Juni 2016 um 14:03

Boateng ist besser als Mustafi. Richtig. Im Rahmen eines Spiels ist Boateng aber ersetzbar. Alles andere wäre bescheuert, das würde ja heißen, dass niemand mehr im Fußball antreten muss zu nem Spiel, wenn er keinen Boateng hat.
Mustafi ist auch relativ schnell und zweikampfsicher. Für Spielaufbau aus der Abwehr hat man immer noch auch Hummels und auch Neuer, Mustafi ist aber auch kein reiner Hobel, der nur Bälle rauskloppt.

Generell sind wir von keinem einzelnen Spieler abhängig.

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nougat 24. Juni 2016 um 13:15

Weigl heißt der Gute. Soviel Zeit muss sein.

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pb 24. Juni 2016 um 12:33

Ich würde gerne mal eine differenzierte Meinung zu der Vorstellung von M.Götze hören.
Ich finde ihn eigentlich als Spieler gut. In den Medien wurde er ja eher überkritisch gesehen, die letzten Tage und Wochen. Fand ich jedenfalls. Aber die Vorstellung von Dienstag fand ich jetzt auch wirklich nicht so toll. Jedenfalls die erste Halbzeit.

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datschge 26. Juni 2016 um 22:18

Das kam komischerweise in der Diskussion bisher gar nicht zur Sprache, dass Götze als balancierender Teil der Offensive für die vielen Chancen benötigt wurde und diese stark zurückgingen, als er so früh gegen Schürrle ausgewechselt wurde. MR hat das etwas indirekt ausgedrückt: „Angesichts der bisher genannten Voraussetzungen hätte man aber auch noch mehr und klarere Chancen der deutschen Mannschaft erwarten können. Das Ausbleiben dieser lag zu einem gutem Teil schlichtweg an der zweiten Hälfte, in der die Struktur wieder etwas normaler gestaltet wurde, nachdem Schürrle bereits in der 55. Minute ins Spiel kam.“
Das Trainerteam hat wohl seine eigene Schlussfolgerung daraus gezogen, indem es heute gegen Slovakei Draxler anstellen der beiden genannten gebracht hat.

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HW 24. Juni 2016 um 10:12

Nur zwei offensive Mittelfeldspieler? Frechheit!

Der Gegner war sicher nicht der totale Belastungstest. Dieses System war für diesen Gegner richtig, aber es muss nicht richtig für andere Gegner sein.
Trotzdem war es sicher eine positive Entwicklung.

Die Entwicklung mehr Spieler im Zentrum zu haben und die Breite alleine durch die Außenverteidiger abzubilden ist typisch für auf Ballbesitz konzentrierte Mannschaften. Und dass Deutschland diesen Ballbesitzfußball spielen muss, ergibt sich schon durch die Strategie vieler Gegner sich auf die Strafraumverteidigung zu konzentrieren.

Das Zentrum zu kontrollieren ist hier der größte Vorteil. Offensiv, durch die Chance auf ein gutes Kombinationsspiel und viel kleinräumige Bewegungen. Aber auch in der Defensive, in den Umschaltmomenten und im Pressing wenn Konter verhindert und Räume geschlossen werden müssen.

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ZY 23. Juni 2016 um 22:49

Ich sehe Khediras großen Wert für die N11 zur Zeit auch nicht. Er kann, platt gesagt, weder vernünftig angreifen (technische Schwächen) noch verteidigen (taktische Schwächen). Seine Stärken, Physis und Kampfgeist, waren bisher nicht unbedingt gefordert (werden sie aber möglicherweise noch…). Ich würde lieber Weigl statt Schweini anstelle Khediras sehen. Weigl sollte gut mit Hummels harmonieren, und Kroos könnte etwas höher spielen.
Was haltet ihr eigentlich von Hector? Mich überzeugt sein Offensivspiel bisher nicht wirklich, kein Vergleich zu Kimmich. Ich würde fast dazu tendieren, Kimmich rechts zu bringen, und Höwedes statt Hector links, um wieder ein wenig mehr Präsenz bei Standards zu generieren…

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Todti 23. Juni 2016 um 23:28

Erstmal Lob an MR. Der Schreibstil, insbesondere inklusive solcher Vergleiche, gefällt mir am besten. Man könnte sogar sagen, der Stil ist am nächsten an meiner Wellenlänge.

Zu Khedira:
Ganz so krass würde ich es nicht ausdrücken. Ich denke schon, dass Khedira wertvoll für die Nationalmannschaft ist und in den Kader gehört, nur sehe ich ihn ungern in der Startelf. Meiner Meinung nach sollte er nur ein Role Player sein. Wenn Dynamik und Physis im Zentrum gefordert sind, sei es für Durchbrüche, Pressingintensität oder zur Abdeckung weiter Räume, dann kann man ihn gerne bringen. Aber für das Gros der Spiele, wenn Deutschland die klar dominantere Mannschaft ist und damit dem Gegner (bzw. dem Spiel) seinen Fußball aufdrückt, sollte der Anspruch an einen Spieler der Position in erster Linie die Ballzirkulation sein, und dafür gibt es schlicht passendere Optionen.
Zu Hector:
Ich denke, aufgrund der natürlichen Asymmetrie, die sich durch die Spielertypen ergibt, ist Hector schon die passende Wahl auf der linken Seite. Er ist dynamisch und technisch gut, im Prinzip genau das, was gebraucht wird, damit Breite gegeben ist, wenn Götze einrückt. Hier wäre meiner Meinung nach sogar Potenzial verschenkt, wenn Höwedes (oder Kimmich) für Hector spielen würde. Kimmich kann auf der rechten Seite ja einrücken, weil das ZM leicht asymmetrisch steht und Müller partiell Breite gibt. Sicherlich gibt es individuell bessere Spieler als Hector, aber mit ihm ist die Mannschaft am harmonischsten aufgestellt. #Synergieeffekt

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Libano 24. Juni 2016 um 04:03

Die Idee mit Weigl gefällt mir ausgezeichnet.

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AK 23. Juni 2016 um 22:33

Gegen die Slowakei: Kimmich drin lassen und Schweinsteiger für Khedira bringen. Kimmich könnte, wie von euch beschrieben, mehr einrücken. Gegen NIR habe ich ihn allerdings kaum einrücken sehen, sondern eher so hoch, wie auf eurer Grafik dargestellt. Kimmich als RV – das wäre vielleicht sogar eine zukünftige Option für die Bayern. Lahm wurde diese Position ja auch eher „aufgezwungen“.

Viertelfinale: Wenn ein 4-2-3-1 (oder eben 2-4-2-2) gegen die Slowakei hinten zu sehr wackelt, könnte ich mir vorstellen, dass Löw im Viertelfinale ein 5-3-2 (oder 5-2-3, also Dreikette plus zwei Außenverteidiger) mit Hoewedes und Kimmich versucht. Wäre eine defensivere Ausrichtung, aber hat gut im Test gegen Italien funktioniert.

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HK 23. Juni 2016 um 20:36

Kimmich muss im AF spielen. Schon aus dem Grund weil ich es unbedingt sehen will. Obwohl ich grundsätzlich schon großer Fan war, war ich doch etwas skeptisch ob das eine gute Idee ist ihn bei der EM als RV quasi debütieren zu lassen.
Was dann kam hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Wann hat, außer Lahm, eigentlich ein deutscher RV mal so (egal gegen welchen Gegner) aufgetrumpft?
Damit ich mich wieder etwas einkriege ((-; wäre ein weiterer Realitätscheck gegen die Slowaken dringend nötig.
Zu bemängeln weiterhin Khedira. Er wirkt weiter wie ein Fremdkörper in der Mannschaft. Sobald er beteiligt ist stockt sofort der Kombinationsfluss, weil er entweder Annahmeprobleme hat oder ein paar Sekunden braucht um Ball, Beine und Gedanken zu sortieren.
Und als ständiger Özilmäkler muss ich auch zugeben. Das war so gut wie seit langem nicht mehr. Ein Spiel mit Präsenz! Hätte ich ihm kaum mehr zugetraut.

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CHR4 24. Juni 2016 um 00:18

@ HK: genau meine Gedanken 😉 (siehe Kommentare zum vorigen Spiel – da die Analyse hier noch nicht raus war) … könnte funktionieren als RV …und dann: holla die Waldfee! Das Wort für die Hereingaben ist „lahm-esk“ 🙂
also bitte mehr davon!
und wenn es weitergeht dan auch im VF! – lieber sterbe ich glorreich und schön mit wehenden Fahnen als aus Angst vor Fehlern … 😉 – Angst war noch nie ein guter Ratgeber! Mut wird belohnt!

daher: im AF auf jeden Fall wieder Kimmich als RV – auch weil Müller dann eher zentraler phantomisieren kann

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cj 23. Juni 2016 um 19:25

Erstaunlich, es gibt tatsächlich ein System, in dem Götze gut eingebunden werden kann. Mit Schweinsteiger statt Khedira und auf aussen ein bisschen absichernder interpretiert, kann man das doch auch gegen spielstärkere Mannschaften einsetzen. Inbesondere die einrückende Rolle Kimmichs könnte durchaus wichtig werden, um noch mehr spielerische Dominanz aufzubauen. Aus Angst wieder auf Höwedes zurückgreifen, wäre aus meiner Sicht der falsche Weg.

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Rasengrün 23. Juni 2016 um 21:19

Ich hätte immer noch gerne ein 3331 oder 3340, aber das ist schon nah dran.

Gomez
Götze, Özil, Müller
Kroos, Schweinsteiger, Kimmich
Hector, Hummels, Boateng
Neuer

Die resultierenden Asymmetrien regeln den Rest. Von mir aus auch Weigl, nur bitte nicht mehr Khedira. Schlicht und ergreifend einfach keine Rolle für ihn.

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yoxxx 25. Juni 2016 um 14:17

Lustig, dass habe ich gerade mit genau deinem Personal im Kicker vorgeschlagen. Es gibt auch die Variante mit Özil neben Kroos (hat gegen Italien gut geklappt). Leider haben wir dann eine kleine Schwäche links vorne, zur Zeit dann noch am ehesten Draxler?

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L 23. Juni 2016 um 14:36

Thema Kimmich: Glaubt ihr, dass Löw in einem möglichen Viertelfinale gegen Spanien (höchstwahrscheinlich gegen den dribbelstarken Nolito) auf Kimmich setzt?

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blub 23. Juni 2016 um 14:42

Gegen Dribbelstarke Außenstürmer will ich doch ganz sicher einen großen, unbeweglichen IV haben. Oder so.
Keine Ahnung was Löw dazu denkt.

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L 23. Juni 2016 um 15:38

Gut anders formuliert: Würdet ihr weiter auf Kimmich setzen?

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koom 23. Juni 2016 um 16:04

Probieren sollte man es ruhig. Er hat mit Boateng einen Nachbarn *g*, den er aus dem Verein kennt und der Fehler korrigieren können sollte.

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luckyluke 23. Juni 2016 um 15:44

Viel wichtiger: Hat Kimmich bei der Hymne eigentlich mitgesungen? Konnte den Anfang leider nicht sehen

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Bernhard 23. Juni 2016 um 17:17

Diese Frage stellt sich bei ihm nicht, da er keinen „Migrationshintergrund“ (was auch immer das sein mag) hat.

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HW 25. Juni 2016 um 11:06

Das ist so eine Green-Screen-Sache in Kinoproduktionen.

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HW 25. Juni 2016 um 11:05

Mich interessiert vielmehr wie sich das Singen der Hymne im Elfmeterschießen auswirkt.

Mir ist auch aufgefallen, dass Ibrahimovic die schwedische Hymne nicht mitgesungen hat. Auch in anderen Ländern scheint es keine Hymnenpflicht zu geben. Dabei haben die doch so schön blutrünstige Nationalhymnen.
Außerdem hätte ich gerne eine Anfrage im Bundestag was die Regierung unternimmt um die Hymnensingpflicht bei allen Sportlern durchzusetzen (Formel 1, Olympia usw.).
Es sollte ein Gesetz geben, sobald eine Hymne gespielt wird muss diese auch mitgesungen werden.

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DDV 23. Juni 2016 um 14:03

Wie würdet ihr denn gegen stärkere Gegner spielen? Z.b Spanien evtl. im Viertelfinale? Höwedes wieder auf rechts? Oder Kimmich behalten? Grundsätzlich spircht doch nichts dagegen, erstmal gegen die Slowakei mit der gleichen Elf zu starten oder?

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GatlingJ 23. Juni 2016 um 20:26

ich denke und hoffe, dass Löw Kimmich gegen SLO wieder als RV bringt.
Natürlich sind die Slowaken etwas besser als die Nordiren, aber sie haben sicher nicht so ein viel höheres Gefahrenpotential, dass die dt N11 weit defensiver auf- und eingestellt gehört. Ich denke Löw wird etwas Feinjustierung machen.
Nach dem Spiel – ausgehend von einem Sieg natürlich – hat Löw und wir eine zweite Arbeitsprobe von Kimmich als RV. Wenn die ebenfalls wieder gut ist, überlegt er sicherlich ihn gegen SPA oder ITA drin zu lassen.
Ich sehe ebenfalls nicht, wieso man Höwedes aus reinem Schiss haben vor SPA/ITA auf rechts wieder aufstellen. Wenn Kimmich auch ein zweites Mal gut spielt, würde ich sogar behaupten, dass so eine Änderung im Umkehreffekt ein entscheidender Fehler sein kann. In der KO-Runde muss man halt eher früher als später mal bei einer guten Entscheidung bleiben und nicht da und da und sonstwo umstellen. Die Gruppenphase und jetzt das AF ist da noch ok dafür, aber irgendwann hat man halt ein Winnerteam oder eben nicht.
TL:DR
Kimmich drin lassen, wenn gut, auch im VF in Startelf bringen.

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RadicalEd 23. Juni 2016 um 20:54

Denke das ich eher zu Höwedes tendieren würde sobald der Gegner, bspw. Spanien, ernsthaft Gefahr über den linken Flügel bringen kann. Höwedes ist ein sehr konzentrierter, individual und gruppentaktisch herrvoragender Verteidiger der wenig Fehler macht und hat dies als Linksverteidiger bei der WM auch auf höchstem Niveau (gegen Frankreich oder Argentinien etwa) unter Beweis gestellt. Gegen die Slowaken würde ich Kimmich aufjedenfall wieder bringen, wenn er da wieder stark aufspielt und zwei Tore vorbereitet wird es natürlich auch medial schiwerig ihn wieder herauszunehmen, aber trotzdem bin ich skeptisch, dass er verlässlich 90 Minuten auf höchstem Niveau verteidigen kann. Auch bei Bayern hat man mehrfach (als IV) gesehen das ihm noch die 100% Fehlerfreiheit in einem Spiel abgeht, auch wenn er grundsätzlich eine Menge guter Ansätze zeigte.

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DRIV 23. Juni 2016 um 13:49

Mir ist in der ersten HZ extrem aufgefallen, dass unsere AV´s (bei KImmich war das aber besser) meiner Meinung nach für Verlagerungen von Kroos oder Schnitstellenpässe von Özil bzw. Götze, selten Müller, viel zu breit stehen. Also nicht generell, nicht mal im letzten drittel, aber im letztenn viertel, ganz selten bis nie, kommt da mal ein Lauf auf die Grundlinie, welcher Unsicherheit stiftet. Gerade wenn man jmd. wie Müller hat eine Waffe.

Ob das reicht wird man sehen, sicherlich spielen wir die nächsten zwei Spiele nicht mit der selben Formation.

Ich hoffe, dass Schweinsteiger im Laufe des Turniers spielen wird und es wieder ein WM-artiges 433 gibt.

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DRIV 23. Juni 2016 um 14:11

Das 433 ist natürlich eher auf Spanien als auf die Slowakei bezogen.

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CH 24. Juni 2016 um 13:16

AV-Läufe zur Grundlinie sehe ich skeptisch, weil dann die nominal die OM die erste Absicherung übernehmen. Der Gedanke ist nicht so prickelnd. Das Einrücken/Vorderlaufen finde ich persönlich deutlich stabiler und nicht so 08/15-verteidigerfreundlich für den Gegner.
Ich sehe auch ein 4-3-3 mit Kimmich als AV-6er als beste Lösung. Nordirland ging schon in die Richtung, Kroos muss sich nur als 8er höher positionieren, dann könnte man fast mit 10 Mann besser spielen als mit Khedira zu elft. :-p (sorry, der war bös)

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koom 24. Juni 2016 um 13:20

Dieses Grundliniengeflankegedöns bringt ja selbst bei spezialisierten Teams wie dem FC Bayern eher mittelgute Resultate. Das ohne echte Könner, sowohl für diese Aussenposition wie auch Verwerter im Zentrum klingt mir sehr nach einem Callback von 1960.

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DRIV 27. Juni 2016 um 12:21

Aber normale Flanken, aus typischen Positionen, die dauerhaft nicht ankommen, solche Phasen hatte Deutschland, sind jetzt so 2016?

Ich meinte er Pässe, die der Empfänger ungefähr da erhält, wo Draxler gestern den Pass auf Gomez gespielt hat. Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt.

„Ich sehe auch ein 4-3-3 mit Kimmich als AV-6er als beste Lösung.“ Seh ich ganz genauso

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