Kurz ausgeführt: Deutschlands Test gegen die Slowakei

Germany1:3Slovakia

In Deutschlands vorletztem Testspiel vor der Europameisterschaft lieferte lediglich die erste Halbzeit brauchbare Erkenntnisse. Dabei dominierte die DFB-Elf den slowakischen Gegner zunächst, offenbarte allerdings auch eine leichte defensive Anfälligkeit.

Joachim Löw schickte sein Team in einer 5-1-3-1-Grundordnung aufs Feld. Anhand der personellen Besetzung wurde schnell deutlich, dass der Bundestrainer eine offensive Systemvariante gegen die zumeist auf Konter ausgerichteten Slowaken ausprobieren wollte.

Grundformationen in der ersten Halbzeit

Doch die Mannschaft von Trainer Ján Kozák sen. überraschte zunächst mit recht aggressivem mannorientiertem Pressing. Die erste deutsche Reihe ließ den Ball über die komplette Breite laufen. Sami Khedira fiel hin und wieder neben Jérôme Boateng zurück. Antonio Rüdiger und Joshua Kimmich kamen intelligent über die Halbräume, um den ersten Block zu umkurven.

Kimmich war häufig in einer Mischrolle aus Halb- und Außenverteidiger, da Sebastian Rudy auf seiner Seite sehr früh nach vorn rückte und zumeist höher als Jonas Hector positioniert war. Dieses Charakteristikum prägte die deutsche Offensivstaffelung, da weder Mario Götze noch Leroy Sané als richtige Rechtsaußen agierten. Beide hielten sich vornehmlich im Zentrum auf.

Der Schalker ging im Pressing beispielsweise auf die Höhe von Mario Gómez, während Götze knapp dahinter stand. Julian Draxler war auf dem Papier der linke Halbspieler der deutschen Mannschaft, ließ sich aber in der Anfangsphase viel schneller auf die Höhe von Khedira zurückfallen. Dies lag sicherlich daran, dass Draxler in einigen Situationen der ballferne Achter war, aber seine Positionierung war ebenso ein allgemeines Merkmal der sehr asymmetrischen Formation, die von der DFB-Elf praktiziert wurde.

Dies hatte zur Folge, dass die Deutschen in der vordersten Linie sowie im offensiven Zwischenraum während der ersten Aufbauphase viele Kreuzbewegungen zeigten. Draxler und Co. fielen durch ihre gute Spielübersicht auf. Sie balancierten gegenseitig ihre Bewegungen, besetzten Lücken und tauschten in den Aufbauphasen die Positionen. Ebenso bewegte sich immer ein Offensivakteur in die ballferne Zone, sobald das Spielgerät zum Flügel gespielt wurde und die slowakische Defensivformation zu eben jener Seite verschob.

Nach dem recht frühen Führungstreffer per Elfmeter hatte Deutschland die Partie an sich unter Kontrolle. Allerdings flachte der Angriffsrhythmus ab. Es wurde etwas gemächlicher in die offensiven Zonen kombiniert und die DFB-Elf kam dann über die Flügel zur letzten Linie, verlor aber die Verbindungen zum Rückraum.

Defensiv gab es in den ersten Pressingphasen viele herausrückende Bewegungen – vor allem durch die Flügel- und Halbverteidiger. In der Endphase flachte die Defensivformation auf ein 5-4-1 ab, wobei Kimmich immer wieder seine Position verließ, was gerade zu Marek Hamšíks typischem Linksfokus gut passte. Beim Ausgleichstreffer der Slowaken konnte der deutsche Gegner allerdings die linke Seite überladen und über zwei Stationen, die mannorientiert angelaufen wurden, in die Mitte kombinieren. Khedira war bei Ondrej Duda, der den Ball zu Hamšík in den Zehnerraum beförderte. Bevor Boateng zum Napoli-Profi vorstoßen konnte, hatte dieser bereits einen präzisen Distanzschuss abgefeuert. Der slowakische Doppelschlag wurde nach einem Eckstoß vollendet.

Nach der (verlängerten) Halbzeitpause feierten Julian Weigl und Julian Brandt ihr jeweiliges Debüt. Löw stellte auf eine Art 4-2-4 oder 4-2-3-1 um. Weigl spielte an der Seite von Kimmich auf der Doppelsechs. Götze agierte als Sturmspitze. Brandt kam über die linke Seite. Nach der Einwechslung von André Schürrle für Kimmich ergab sich dann vornehmlich ein 4-1-3-2. Aufgrund der großen Wassermassen auf dem Spielfeld war der Erkenntnisgewinn in der zweiten Halbzeit sehr gering. Was fiel trotzdem auf?

Das Zurückfallen der Außenstürmer funktionierte in der Defensive passabel. Die tiefe Positionierung beider Sechser im Spielaufbau machte die DFB-Elf ein Stück weit anfällig für Slowakeis herausrückende Bewegungen, da das erste deutsche Band teilweise zu flach stand. Zudem gab es Verbindungsprobleme zwischen den tiefen Zentrumsspielern und den Offensivkräften. Im Verlauf von Angriffen spielte Deutschland im letzten Drittel häufig in die Breite, sobald sich der Gegner kompakt am eigenen Strafraum postiert hatte. Auch die Angriffsreihe der DFB-Auswahl war einige Male nicht passend gestaffelt.

Marcanton 1. Juni 2016 um 08:16

Wer spielt denn jetzt eigentlich rechts außen, falls Müller sich verletzen sollte? Oder hat Müller Verletzungsverbot?

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Koom 1. Juni 2016 um 09:44

Schürrle und Sane dürften da die ersten Kandidaten sein, Götze, Can, Draxler, Podolski, Özil können die Position auch spielen. Einen klassischen „Rechtsaußen“ haben wir ja eh nicht, auch Müller ist keiner.

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GatlingJ 30. Mai 2016 um 20:31

Obgleich Löw vermutlich nicht oder nur kaum beeinflusst wird welche vier er rausstreicht – weil er die Insider Eindrücke hat – bestätigte sich für mich nochmal die Notwendigkeit für eine Betonung von Erfahrung bei der Endauswahl.
Du siehst einen Brandt, Kimmich – und weißt, dass sie nicht mitkönnen weil sie schlichtweg zu viel Nerven zeigen auf dem Platz. Etwas besser haben sich da Sane und Weigl verhalten, jedenfalls hatten die auf mich gestern mehr Souveränität ausgestrahlt.
Letztendlich ist aber im Team kein Lahm, Klose und Mertesacker mehr drin. Und deswegen muss Löw mehr die Erfahrung betonen als bei praktisch allen vorigen Turnieren. Ein paar Medien beispielsweise schrieben nochmal eine Unsicherheit bei Mustafi, Can und Bellarabi rein – die sind alle mit dabei, weil sie international, im Lebensalter und in der N11 einfach weit mehr Erfahrung haben als die vier Youngster haben.
Wäre nun nicht ein Aderlass mit den drei erwähnten Stammkräften gewesen und die noch verletzten Schweinst. und Hummels hätte Löw vielleicht sogar zwei von den Youngsters mitgenommen.
So muss er aber die Erfahrung in den Vordergrund stellen, damit ein Mindestmaß an Abgeklärtheit im Kader da ist. Deshalb kommt auch ein Poldoski mit. Was ich nicht verurteile, sondern in der aktuellen Situation gerechtfertigt finde.

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koom 30. Mai 2016 um 21:25

Klingt schlüssig. Und natürlich kommts am Ende auch auf das Gesamtgefüge an. Und natürlich wird mindestens einer der Jungen auch mitkommen, einfach, weil man die auch irgendwann als Leistungsträger braucht. Persönlich würde ich Weigl mitnehmen, weil er quasi eine Schweinsteiger-Kopie ist vom Spielerischen und man könnte sich einspielen und gleichzeitig Schweinsteiger etwas schonen.

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Max 31. Mai 2016 um 11:20

Im Test gegen die Slowakei war Brandt aber der beste der jungen Akteure (zumindest besser als Sane und Kimmich) mit gutem Bewegungsspiel, und einigen guten Torschussvorlagen. Daher verstehe ich jetzt nicht, warum er da jetzt einer der zwei Nervösen ist.
Wobei man auch sagen muss, dass Brandt immer mal eine schlampige Aktion drin hat, so erinnere ich mich an einen Einwurf, den er ins Aus zurückspielt. Nichtsdestotrotz zumindest klar besser als Kimmich und Sané. Weigl mit seinem Spielertyp hatte es ja auch schwer. Und inwiefern man von anderem als der Leistung auf die Nervosität schließen kann weiß ich nicht – zumindest ist es ja letztlich auch egal, die Leistung ist ja das was zählt.

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Koom 31. Mai 2016 um 11:45

Brandt und Sane haben das Problem, dass es auf ihren Positionen schon ein halbes Dutzend Spieler gibt (Podolski, Reus, Müller, Schürrle, Draxler, Bellarabi, Özil mit Abstrichen) Und beide sind auch nicht sooo flexibel, sondern auf die Aussenstürmer/Halbstürmer-Position festgelegt. Für beide wird es IMO sehr eng, da ich beide auch nicht für entscheidend besser halte als die anderen Kandidaten.

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Peda 30. Mai 2016 um 08:15

Löw hat in den drei Testspielen des heurigen Jahres 28 Spieler eingesetzt, bis auf die angeschlagenen Bellarabi und Schweinsteiger durfte aus dem Großkader also schon jeder einmal ran.

Es ist ja schön und gut ein Testspiel zum Testen zu verwenden, aber der Erkenntnisgewinn ist bei derart großen Änderungen in Personal, Formation und Strategie meiner Meinung nach endenwollend.

Macht das so kurz vor der Enrdunde wirklich Sinn oder sollte man sich da nicht eher versuchen einzuspielen?

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Schorsch 30. Mai 2016 um 11:23

Der entscheidende Faktor für eine erfolgreiche Vorbereitung auf ein Turnier ist mMn eine möglichst in sich geschlossene, kompakte und intensive Arbeit mit der Mannschaft und einzelnen Spielern im Trainingslager. Wobei selbstverständlich auch dem Regenerationsaspekt Rechnung getragen werden muss. Jede unnötige Unterbrechung schadet da nur. Insofern war die Ansetzung dieses ‚Testspiels‘ für mich so unnötig wie ein Kropf. Da ist schon einige Zeit durch die Hin- und Herreise verloren gegangen. Aber da waren wohl auch noch andere ‚Verpflichtungen‘ im Hintergrund. Testspiele kann man auch im Trainingslager absolvieren, siehe z.B. das Spiel gegen die U-20 – Auswahl. Diese sollte die Spielweise bestimmter Gegner simulieren. Erkenntnisgewinne über die aktuelle Verfassung bzw. zu treffende Auswahl der Spieler lassen sich durch solche Testspiele und vor allem die tägliche Trainingsarbeit besser gewinnen als durch offizielle Länderspiele, auch wenn sie gegen ‚Echtgegner‘ absolviert werden.

Das Gros des endgültigen Kaders steht ohnehin und damit auch weitgehend die Positionen 1 – 15. Ebenso die Torhüterpositionen hinter Neuer. Wie Löw bei einem Verzicht z.B. auf Schweinsteiger agieren und wen er dafür spielen ließe, hat er sich bestimmt schon beantwortet. Für die Beantwortung der Frage, wen er zu Beginn des Turniers für den (noch) verletzten Hummels einsetzen würde, benötigt er kein offizielles Länderspiel. Ebensowenig dafür, ob er Rudy oder Can den Vorzug als RAV / rechten Flügelläufer geben will.

Die potentiellen ‚Streichkandidaten‘ dürften ohnehin nur für die Positionen 16 – 20 im Kader vorgesehen sein und ein Einsatz eher als ‚Spezialwaffe‘ geplant sein (wobei Ausnahmen hier die Regel bestätigen). Und ob dann letztlich ein Draxler z.B. zuhause bleiben muss und ein Sané z.B. dafür mitgenommen wird – für diese Entscheidung ist kein offizielles Länderspiel als ‚Test‘ mMn nötig.

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Koom 30. Mai 2016 um 11:53

Och, das Testspiel hat schon seinen Zweck. Weniger zum Einspielen oder direkte Spielersichtung, vermutlich eher das Drumherum, psychologische Reaktion jedes einzelnen usw. Und wenn man so will, war gerade dieses Testspiel vielleicht Gold wert. Ich denke auch, dass die wesentlichen Fragen für Löw schon vorher beantwortet waren, aber durch die Umstände dieses Spiels hat er vielleicht bei unwichtigeren Dingen noch Input bekommen.

Zudem: Eine ordentliche Niederlage schärft die Sinne. Man ist auch gegen „kleine“ Gegner wie die Slowakei nicht so krass überlegen, das man es einfach runterspielen kann. Gerade diese Erkenntnis ist wichtig. Gerade bei der EM ist die Leistungsdichte relativ hoch, da geht es schnell, dass man einen Gegner unterschätzt. Das sollte damit jetzt erst mal raus sein.

Ein bisserl erinnerte mich das Spiel übrigens auch an Dortmunds Ausscheiden gegen Liverpool. Sobald die Schlacht nicht mehr nach Plan verläuft, sinkt die Leistung rapide. Das ist sicherlich ein Punkt, wo ein Ingame-Coach korrigieren kann – weswegen bspw. Schweinsteiger in der N11 seine Wichtigkeit hat.

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dh 31. Mai 2016 um 00:12

Außerdem kann man nur bei Testländerspielen im Vorfeld des Turniers bereits sehen, wer die Hymne wie laut mitsingt. Damit ergeben sich die Streichkandidaten ja von selbst. Schade, dass Spielverlagerung da mit keinem Wort drauf eingeht.

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Schorsch 31. Mai 2016 um 00:34

Die Frage ist, womit ein solcher Erkenntnisgewinn erkauft wird. Das Trainingslager in Ascona ist ohnehin sehr kurz, warum dann noch diese Unterbrechung inkl. Hin- und Rückreise? Wenn man ein solches offizielles Länderspiel für notwendig hält, dann könnte man es auch in einem nahegelegenen Stadion in der Schweiz oder Italien absolvieren, das mit dem Bus erreichbar ist.

Dass die DFB-Auswahl sich auch gegen vermeintlich schwächere Gegner schwertut, hat sie in den letzten 2 Jahren mehrfach bewiesen. Das wissen Trainer und Spieler sehr gut. Ich bin mir sicher, dass mit dem Turnierstart kein Gegner unterschätzt und mit voller Konzentration der Plan Löws (wie immer er auch aussehen mag) umgesetzt wird.

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CHR4 2. Juni 2016 um 05:02

sehe ich ähnlich wie Koom und Schorsch:
– Das Einspielen, d.h. die Autmatisierung von Mustern kann man im Training üben, sogar besser da es hier u.a. auf die Wiederholungsanzahl ankommt (EIN Test ist da KEINMAL).
– Es ist im Training aber sehr schwer, psychologischen Druck zu simulieren, insbesondere wenn als Testgegner dann eine U20 dasteht, für die gerade dieser Test etwas besonderes darstellt und der deshalb viel eher „die Muffe“ geht. Da taugt ein offzielles Länderspiel viel besser, um zu sehen wer seinen Fokus behält bzw. seine Nerven/Psyche im Ernstfall im Griff hat. Und gerade auf dieses Verhalten in Drucksituationen / Abgeklärtheit wird es bei einem Turnier mit KO-Spielen am Ende ankommen (ich verweise auf Schweinis Kampfgeist am Ende des WM-Endspiels „Mit uns nicht, wir geben nicht auf, stecken nicht zurück – egal wie hart ihr spielt …“) – aktuelle Beispiele aus anderen Sportarten: Max Verstappen (F1), Steven Curry (NBA) – in großen Spielen und engen Duellen entscheidet meist der Kopf!

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Carsten 3. Juni 2016 um 07:44

na klar kann ich in einem Testspiel besser sehen als im Trainig wie ein Spieler auf Drucksituationen reagiert. Aber muss ich das herausfinden? Weiss ich das nicht schon vorher? Ist ja nicht so als ob Jogi nie ein Spiel sehen wuerde, ich glaube ihm nutzt es eher sogar mehr Kimmich im Pokalfinale von der Tribuene zu sehen als im Testspiel aus der Coaching Zone. Also gings wohl doch eher darum Taktik zu testen. Ganz egal wie wichtig die psyche ist (und die sehe ich auch als extrem wichtig an). Wobei wir wieder bei den schon genannten Kritikpunkten an so einem Test waeren.

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koom 3. Juni 2016 um 09:52

Gings nach DFB Pokalfinale, hätte er Kimmich ja schon mal nicht mitnehmen dürfen. 😉

Spaß beiseite: Eigentlich ist das ein Super Beispiel. Kimmich bei den Bayern funktioniert (relativ gut). Das liegt aber auch an der hohen Systemsicherheit der ganzen Mannschaft, wodurch Kimmich als IV eigentlich wenig tun muss. Richtig stehen, Endverteidigung – primär aber eher Spielaufbau. Nur: Das hilft der N11 aber kein Stück. Eingespieltheit hat die N11 nicht. Da prallen vielmehr ein paar Philosophien aufeinander. Und um zu sehen, wie der Spieler da reagiert, wenn alles um ihn drumherum vogelwild ist – dafür ist so ein Testspiel gut. Macht der Spieler das beste draus, flickt, läuft, steckt nicht auf: dann kann man mit ihm für die N11 planen. Schimpft er nur und findet alle anderen scheisse, dann darf er gehen.

Und auch die 1-2 Tage danach sind relevant. Kommuniziert der Spieler dann viel? Versucht er, die seltsamen Spielweisen und Laufwege zu korrigieren und zu verstehen? Ist er total fertig mental wegen der Niederlage?

Fußballer sind keine Roboter. Ich denke mal, dass Löw das gut verstanden hat. Er ist taktisch sicherlich nicht der beste Trainer, auch nicht sonderlich kreativ. Aber Stand heute (über die vergangenen Jahre hinweg) scheint Löw zumindest einen Plan davon zu haben, was das Team und die Mannschaft so braucht.

CHR4 4. Juni 2016 um 03:14

natürlich auch Taktik, beides – nicht endweder/oder oder mehr oder weniger (das gehört beides zusammen) – aber eben ein TEST (also sowohl Taktik, als auch Psyche) – als Antwort auf Peda, ob EINSPIELEN stattdessen nicht sinnvoller wäre … deshalb Automatisieren/Einspielen/Einüben im Training mit hohen Wiederholungszahlen, aber vor so einem Turnier dann nochmal Checken, ob die Muster auch unter Druck/Stress sitzen (das funktioniert nur, wenn der Fokus nicht verloren geht) halte ich für absolut notwendig – und das eher bei den jüngeren die weniger Routine haben – ob die „alten Hasen“ dadurch bei der Anzahl der Wiederholungen, die es fürs „Eingespielt-Sein“ braucht, dann eins weniger auf dem Zähler ham, halte ich da für unerheblich

wenn der Kopf versagen sollte, leidet ja nicht nur die Technik/Feinmotorik (verkrampft, to tensed, Stockfehler, Feinmotorik), sondern natürlich auch die Taktik (Treffen falscher Entscheidungen unter Druck)


AK 30. Mai 2016 um 00:21

Taktikfrage: Warum spielt man denn gegen einen Gegner wie die Slowakei ein 5-1-3-1 (Grundformation 1. Halbzeit)? Verstehe, dass so eine Ausrichtung gegen Italien oder Spanien Sinn machen kann, aber gegen unsere Vorrundengegner, die von der Slowakei und Ungarn simuliert werden sollen, muss man doch die Zahl der Kreativspieler maximieren, anstatt die Zahl der Innenverteidiger zu erhöhen, oder? Es leuchtet ein, dass in dieser Formation die Außenverteidiger besser abgesichert sind und offensiver agieren können, dennoch können Hector und Rudy wohl auf ihren Positionen nie den gleichen Druck entwickeln wie zwei echte Außenstürmer.

Die Abbildung von euch zeigt sehr gut, dass diese Formation nur vier echte Offensivspieler hat, die vorne nicht breit genug für offensiven Ballbesitzfußball gestaffelt sind und zentral nur durch einen 6er abgesichert werden. Für die Vorrundenspiele halte ich ein 4-2-3-1 mit breiter Dreierreihe für erfolgreicher, zumal so ein System besser das Potenzial des Kaders, in dem es viele gute 6er gibt, ausschöpfen würde.

Wenn Dreierreihe hinten, dann doch eher 3-3-3-1, 3-2-4-1 oder 3-1-4-2 (ein System für die letzte Viertelstunde im Spiel, wenn es einen Rückstand aufzuholen gilt), bei denen ein Innverteidiger oder ein Außenverteidiger (Problemzone des Kaders) durch einen offensiven Akteur ersetzt wird…

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EK 29. Mai 2016 um 21:54

Was hält ihr denn so von den Slowaken? Kann man da eine Überraschung an der EM erwarten (sie haben ja auch schon gegen die Spanier gewonnen…)?
Ich persönlich finde ja, dass sich mit dem Kader schon was anfangen lässt, und das Defensiv- und Konterspiel scheint ja auch brauchbar zu sein, konnte aber leider auch erst ein Spiel verfolgen. Bin trotzdem noch etwas skeptisch 🙁

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HK 30. Mai 2016 um 11:07

Wenn sie weiter mit jedem Schuß treffen könnte das was werden. Ansonsten wäre ich auch skeptisch.

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Koko 29. Mai 2016 um 20:43

Erkenntnis: den Nationalspielern fehlt die Erfahrung eines jeden Kreisklassenkickers, wie man mit solchen Platzverhältnissen umgeht. Und bis auf Boateng auch kaum einer lernfähig – immer weiter durch die Pfützen dribbeln(!!), immer weiter mit den Flachpässen.
Und Kimmichs Defensivverhalten: unterirdisch.
Warum nicht Zieler oder Horn nominiert worden sind, ist auch irgendwie fragwürdig.

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felixander 29. Mai 2016 um 20:32

Ich will das Spiel jetzt nicht zu hoch hängen, aber es ist schon auffällig, dass sie ihre Ergebnisse nicht mehr durchbringen. Ich meine, ein frühes 1:0 gegen die Slovakei sollte eher der Grunstein für einen ungefährdeten Sieg sein als für so eine herbe Niederlage. Ich hoffe mal, das liegt in so einer Begegnung doch eher an Körpersprache, Einstellung und Hymnensingen als an grundsätzlichen fußballerischen Defiziten.
Bzw: Warum ist nochmal Zieler nicht nominiert?

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HK 29. Mai 2016 um 20:58

Das mit Zieler ist ne traurige Angelegenheit. Ich frage mich auch welche Kriterien da ausschlaggebend waren.
Wird wohl wegen Neuer keine Rolle spielen, aber wer hätte denn schon bei ter Stegen im Fall der Fälle ein gutes Gefühl.

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koom 29. Mai 2016 um 21:03

Naja, Ter Stegen ist schon eine Art Neuer-Kopie. Nur noch mit hohem Böcke-Faktor, und das noch recht „konstant“. Naja, im Normalfall brauchst du nur einen Keeper. Zudem werden Leno & Ter Stegen vermutlich die Backen halten aufgrund ihrer sehr wechselhaften abgelaufenen Saison.

Leistungstechnisch hätte ich auch Horn oder Karius nominiert.

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Buffon 7. Juni 2016 um 15:23

ich finde es stimmungstechnisch eher fragwürdig, als nr.2 und nr.3 zwei typen zu nominieren, von denen man weiß, dass sie sich nicht ausstehen können. das braucht niemand.

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koom 7. Juni 2016 um 17:17

In Bezug auf Leno und Ter Stegen?

Im Zweifel sind die beiden nach ihren diversen Böcken in Liga (Lenos sehr schwache Hinrunde) und Nationalelf (Ter Stegen) demütig genug um die Backen zu halten. Und Neuer ist halt unumstritten.

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Daniel 8. Juni 2016 um 17:41

Das hätten Trapp und Zieler auch gemacht, die jüngeren Horn und Karius erst recht. Neuer ist derartig unumstritten, dass kein anderer deutscher Torwart ihn herausgefordert hätte. Diesbezüglich finde ich die Nominierungen in Anbetracht der Tatsache, dass beide keine wirklich gute Saison gespielt haben, auch recht fragwürdig.

koom 8. Juni 2016 um 19:42

Ist halt eigentlich wie immer ne blöde Situation. Torhüter wechselt man nicht. Im Grunde macht mans dann so wie meistens: Man packt einen ein, der vermutlich der direkte Ersatzmann wäre (Leno), aber aus Gründen keinen Konkurrenzkampf entfacht (Konkret: schlechte Hinrunde, Rückrunde war ja ok). Und ein Talent. Da hat Ter Stegen Zieler den Rang abgelaufen.

Im Grunde hätte er aber fast jeden deutschen Keeper einpacken können und es wäre nicht falsch gewesen. Der ein oder andere mag „richtiger“ erscheinen, trotzdem bleibts eine Diskussion ohne tieferen Sinn. 😉

blub 29. Mai 2016 um 21:14

Ich denke schon das man das 1:0 hätte durchbringen können, falls gewollt. das ist aber nicht der Punkt bei einem Testspiel.

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oilrumsick 29. Mai 2016 um 22:34

Ergebnisse durchbringen ist nicht der Sinn eines Testspiels. Generell ist gewinnen nur Nebensache. Bei einem Test sind Fehlschläge einkalkuliert, sonst wäre es kein Test. Schliesslich weis der Nationaltrainer vorher ja nicht, wer mit wem wie gut harmoniert, da nicht alle Hausvereine der Nationalspieler ein identisches System spielen. Daher ist es notwendig, immer wieder verschiedene Kombinationen aufs Feld zu werfen um zu schauen, was geht. Eigentlich ist der Fehlschlag dabei fast wünschenswert, denn es stehen nunmal die besten deutschen Spieler auf dem Platz, da kann man davon ausgehen, dass sie generell ganz gut Fussball spielen können. Ergo sollte der Erfolg (im bezug auf Umsetzung der Vorgaben) eher die Regel sein und umso wichiger ist es zu wissen, was die Spieler NICHT so gut können um zu wissen, wie man im falle einer Auswechslung die Vorgabe anpassen muss, um den Spieler zumindest nicht suboptimal einbinden zu können.

Es wäre ja blöd, wenn man das erst bei der EM feststellt, denn da zählt das Ergebnis dann wirklich.

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