Ohne Auftrag – dafür mit Aguero: Manchesters Sieg über Bayern München

manchester city3:2bayern

Sichtlich erregt und fast schon wütend wirkte Pep Guardiola nach dem dritten Treffer von Kun Aguero kurz vor dem Schlusspfiff, der den 3:2-Sieg der Citizens besiegelte. Verständlich, bedenkt man, dass die Münchner zuvor eine bärenstarke Leistung gegen den englischen Meister abgeliefert hatten.

Bayerns Bewegungsmuster in der Offensive / Fokus auf Schnittstellenspiel

Bayerns Ofensivabläufe gegen Citys 4-4-2 / 4-4-1-1

Bayerns Offensivabläufe gegen Citys 4-4-1-1- / 4-4-2-Defensivformation

Gegen Citys 4-4-1-1/4-4-2-Defensivordnung, die in tieferen Zonen zu einem 4-4-1-1/4-1-4-1 wurde, entschied sich Pep Guardiola für ein klares 4-1-4-1-System, in dem er die Münchner auf den Platz schickte. Darin gab es mit Alonso den gewohnt tiefliegend agierenden Spielmacher, der aber im Gegensatz zu anderen Spielen kaum abkippte, und in Rode und Höjbjerg zwei hohe Achter. Über diese beiden wollte man aus dem Spielaufbau hinter Manchesters flaches und breites Mittelfeldband kommen. Rode und Höjbjerg positionierten sich deshalb meistens auf oder sogar leicht hinter den Schnittstellen zwischen den Flügelspielern und den beiden Achtern von City.

Dabei waren die Bewegungsmuster der beiden leicht unterschiedlich. Spielte der Däne vor allem auf Höhe des gegnerischen Mittelfeldbandes und diente im weiteren Angriffsverlauf als Durchlaufstation im Passspiel, schob Rode immer wieder weit mit nach vorne, zeigte vertikale Läufe im Halbraum oder balancierte die Staffelungen im rechten Halbraum über Ausweichbewegungen auf den Flügel aus.

Dass beide relativ weit vorgezogen agieren konnten, ohne die Anbindung an den Aufbau zu verlieren, lag in erster Linie daran, dass Guardiola das Aufbauspiel gut auf Citys Defensivmuster abstimmte. So blieben beide Außenverteidiger in Aufbausituationen tief, um sich im ersten Drittel an der Ballzirkulation zu beteiligen und nahmen dem englischen Pressing damit jeden Zugriff. Dabei versuchte Bernat immer möglichst breit zu agieren, während Rafinha auch dosiert in den Halbraum einrückte, um dort Verbindungsaufgaben nach vorne zu erfüllen. Ein weiterer Effekt seines Einrückens war außerdem die Öffnung des Passweges aus der Innenverteidigung zu Arjen Robben, der in manchen Aufbausituationen dann auch tatsächlich an den Ball kam.

Die Münchner konnten dabei immer wieder Spieleröffnungen über lange und flache Bälle von Boateng initiieren, die dieser entweder aus der hintersten Reihe oder nach kurzem raumgreifenden Dribbling ansetzte. Weil Ribery und Robben in den Aufbausituationen zu Beginn noch darauf bedacht waren, Breite und Höhe zu geben und Citys Kette außerdem durch die Mechanismen auf der rechten bayerischen Seite horizontal stark gestreckt wurde, waren diese Bälle oftmals möglich.

Indem Bayern stets versuchte, die Breite des Platzes komplett zu besetzten, schufen sie sich selbst Freiräume in den Halbzonen, aus denen sie ihr Spiel aufziehen konnten. Vor allem die Rochaden auf der rechten Seite mit den vielen vertikalen Elementen durch Rode oder Rafinha im Halbraum erzeugten viel Dynamik und rechtfertigten den klaren Fokus der Münchner auf diese Seite.

Kamen die Bayern im zweiten Drittel in eine sichere Ballzirkulation, rochierten die Außenverteidiger meist mit Ribery und Robben, wobei diese Bewegungsmuster auf der rechten Seite unterschiedlich sein konnten, sodass der Franzose und der Holländer vermehrt zur Mitte Einrücken konnten. Durch Lewandowskis Interpretation der Stürmerrolle gab es zum einen ein ausweichendes Element aus der Spitze vor Ribery zur linken Seite heraus, zum anderen einen hohen spielmachenden Einfluss auf das bayerische Ballbesitzspiel.

Bayerns leitendes Pressing / Hybride Elemente in der Defensivformation

Die pure Dominanz des bayerischen Offensivspiels in der Phase bis zur roten Karte zeigte sich unter anderem an 71% Ballbesitz nach 11 Minuten. Dass dieser hohe Wert zustande kam, lag aber nicht nur an den Abläufen in Ballbesitz, sondern vor allem auch am starken Pressing.

Aus einer 4-1-4-1-Formation versuchten die Bayern City bereits im Aufbau hoch und aggressiv anzulaufen. Vor allem Ribery rückte immer wieder neben Lewandowski heraus, tat dies aber in einer unfassbar aggressiven Art und Weise, wenn er Mangala anlief, um den englischen Aufbau auf die eigene rechte Seite zu lenken. Riberys Flügel sollte dabei zum einen über dessen eigenen Deckungsschatten verstellt werden, bei Anspielen Mangalas auf Sagna rückte aber auch immer wieder Bernat weit heraus.

Neben diesem Herausrücken des Spaniers gab es mit Alonsos Zurückfallen zwischen Bernat und Boateng ein weiteres Element, das nicht zur klassischen Viererkette passte. Der Spanier sicherte so das weite Verschieben der beiden Innenverteidiger zum Flügel ab, die sich oftmals an ihren Gegenspielern orientierten.

Citys Mangel an Umschaltaktionen / Probleme im Spielaufbau

Gerade zu Beginn des Spiels ging der Plan Pellegrinis, schnelle Tempogegenstöße über den eingerückten Nasri und Kun Aguero zu spielen, nicht auf, was unter anderem am fehlenden Zugriff des eigenen Pressings lag. Vor allem mit den vielen Mannorientierungen, unter anderem auf Alonso und andere zentrale Akteure, kamen die Münchner mit ihrer fluiden Spielweise gut zurecht und es gab in der Regel kaum einmal brenzlige Situationen im bayerischen Spielaufbau, die durch Manchesters Pressing ausgelöst wurden. Dieses war, wie oben erwähnt, in einer 4-4-1-1/4-4-2-Formation organisiert, in der Lampard hinter Aguero und vor der Mittelfeldkette agierte, aus der Milner aber immer wieder viel und teilweise auch sehr weit herausrückte, um Mannorientierungen einzugehen. Durch dieses Nachrücken Milners und der Zuordnung von Lampard zu Alonso entstanden allerdings keine passenden Dynamiken. Es führte im Gegenteil sogar zu einer verminderten horizontalen Kompaktheit, was Bayern Passwege in die Tiefe öffnete. Diese bespielten die Münchner dann auch gut und lösten darüber mehrere Male Citys Pressing auf.

Auch im eigenen Spielaufbau gab es auf Seiten der Engländer so manches Problem. Lewandowski hielt sich hier stets im Dunstkreis von Fernando auf, der klar als tiefster Akteur agierte und um Lampard sowie Milner kümmerten sich Höjbjerg oder Rode. Weil sowohl Lampard als auch Milner im Aufbau immer wieder weit nach hinten fielen, mangelte es Manchester vor allem an zentralen Anbindungen nach vorne. Die Sturmreihe agierte weitestgehend isoliert vom Rest der Mannschaft, was zur Folge hatte, dass City relativ bald den Weg auf die Flügel suchen musste.

Die von Pellegrini geplante asymmetrische Offensivstruktur kam durch die genannten Umstände kaum zum Tragen. Diese sah vor, mit Jesus Navas auf dem rechten Flügel einen breit agierenden Akteur einzusetzen, wohingegen Samir Nasri vom linken Flügel zur Mitte einrücken sollte, um auf rechts an Überladungen mitzuwirken. Milner, als Achter aufgeboten, sollte dieses Einrücken ausbalancieren, während Lampard dauerhaft höher agierte und für Präsenz in letzter Linie sorgte bzw. den Zwischenlinienraum besetzte.

Reaktionen auf Benatias Platzverweis und die Führung Manchesters

Umstellungen nach der roten Karte

Offensivabläufe Manchester City / Bayerns 4-4-1-Defensivformation nach dem Platzverweis für Benatia

Nach der starken bayerischen Anfangsphase – genauer gesagt in der 20. Minute – schickte Schiedsrichter Pavel Kralovec dann Mehdi Benatia vom Platz und sorgte mit seinem Elfmeterpfiff dafür, dass plötzlich der Gastgeber führte. Zuvor war Benatia in einem Laufduell mit Kun Aguero, der von Frank Lampard nach einem gewonnenen Kampf um den zweiten Ball eine Steilvorlage erhielt, im eigenen Strafraum zu spät gekommen.

Pep Guardiola brachte als Reaktion auf die Hinausstellung des Marokkaners Dante für den guten Rode ins Spiel. Defensiv organisierten sich die Münchner fortan in einem 4-4-1, bei dem der Fokus in erster Linie auf der Kompaktheit im Zentrum lag. Hin und wieder ergaben sich aber auch ein asymmetrisches 4-3-2, in dem Lewandowski vereinzelt sehr weit mit nach hinten arbeitete.

Trotz des Platzverweises änderten die Münchner ihre grundsätzliche Spielweise kaum und versuchten weiterhin über Ballbesitzfußball zum Erfolg zu kommen. In Aufbausituationen agierte Rafinha jetzt allerdings deutlicher zur Mitte eingerückt, während Boateng auf der rechten Innenverteidigerposition breiter spielte. Mit den tiefen Alonso und Höjbjerg sowie der häufigen Einbindung Manuel Neuers versuchte man sichere Situationen für das Aufrücken ins zweite Drittel zu kreieren.

Das in dieser Phase deutlich aggressivere Pressing der Hausherren, die immer wieder weit nachschoben und dadurch 4-3-2-1- sowie 4-3-1-2-Staffelungen herstellten, fand im sehr tief angelegten Spielaufbau der Münchener und der hervorragenden Einbindung Manuel Neuers eine intelligente Antwort. Auf diese Art und Weise verlockte die Guardiola-Elf City immer wieder zum weiten Nachschieben, um dann mit Vertikalbällen in den Halbräumen nach vorne zu kommen. Über ballschleppende Dribblings von Robben und Ribery versuchte man daran anschließend Raumgewinne zu erzielen und nachzurücken.

Gelang es den Münchnern in die zweite Phase der Angriffe zu kommen, war vor allem die fluide Interpretation der Flügelspielerrollen auffällig. Während Bernat und Rafinha die Breite besetzten, schwirrten Ribery und Robben frei in der Mitte herum. Erwähnenswert ist weiterhin Rafinhas Einbindung, der durch seine Vertikalläufe im Halbraum immer wieder Lücken öffnete, Robben dynamisch vorderlief und dabei gleichzeitig versuchte Rodes Verbindungsaufgaben zu übernehmen oder schlichtweg den Flügel beackerte.

Dass Bayern den Rückstand zur Halbzeit in eine Führung verwandelt hatte, lag dann aber nicht daran, dass es ihnen gelungen wäre, spielerisch zu großen Chancen zu kommen. Vielmehr neutralisierten sie über den eigenen Ballbesitz Citys Offensivpotential und nutzen deren verstärktes, mannschaftliches Aufrücken bei gleichzeitig mangelnder Absicherung gegen Konter, selbst immer wieder zum Umschalten.

Citys Umstellungen zur Pause

Mit dem Wechsel von James Milner auf den linken Flügel reagierte Pellegrini auf eines der großen Offensivprobleme seiner Mannschaft. Nasris Einrücken vom Flügel konnte während der ersten Halbzeit nämlich weder von Milner,noch von Clichy konstant ausbalanciert werden, weshalb es City oftmals an Verlagerungsoptionen fehlte.

Mit Milner hatte man nun einen echten Flügelspieler auf dieser Seite, während Nasri die Rolle des nominellen Zehners ausfüllte. Lampard übernahm in der Folge die Rolle des vertikalen Sechsers und interpretierte diese maximal offensiv. Hier gab es immer wieder Gegenbewegungen von Lampard  und Nasri im Zentrum, wobei Letzterer sich jetzt auch verstärkt in die Aufbauarbeit seines Teams einband, indem er ab etwa der 65. Minute konstant und weit zurückfiel. Über die höhere Grundposition der eigenen Außenverteidiger versuchte City zudem die Breite des Platzes zu nutzen.

Um nicht weite Wege im Verschieben in Kauf nehmen zu müssen, passte Bayern das Pressing an. Verfolgende Läufe nach abkippenden Bewegungen einzelner Spieler und weites Herausrücken gab es nicht mehr, stattdessen versuchte man kompakt im Zentrum zu stehen und spieloffene Stellungen der City-Spieler in zentralen Räumen durch Heranrücken mit den Anspielen zu verhindern.

Pellegrinis Reaktion auf die fehlende Durchschlagskraft

Weil City weiterhin kaum einmal zu Chancen kam, entschied sich Pellegrini dazu, Jovetic für Milner einzuwechseln und damit eine 4-4-2-Formation aufzubieten. Nasri ging wieder auf seinen linken Flügel, durfte aber vollkommen frei wirken und war stark ins Aufbauspiel eingebunden. Dafür rückte Clichy verstärkt auf und Jovetics Rolle war so angelegt, dass er immer wieder aus dem Sturmzentrum auf den linken Flügel ausweichen konnte, wenn dieser verwaist war. Weil Citys Probleme in der Ballzirkulation aber weiterhin Bestand hatten, zeigte sich dieser Wechsel, genauso wie der von Zabaleta für Clichy, als wenig fruchtbar. Bayerns kompakter 4-2-Block, bestehend aus der Viererkette sowie Alonso und Höjbjerg davor, kam deshalb nie wirklich ins Wanken.

Fazit

Am Ende der Partie entschieden zwei individuelle Fehler von Alonso und Boateng ein starkes Spiel der Münchner zu deren Ungunsten. Während Manchester City neben Mängeln im Pressing, mit der Anbindung der Offensive aus dem Aufbauspiel heraus und dem Erzeugen von Durchschlagskraft Probleme hatte, überzeugte beim deutschen Meister vor allem die Spieleröffnung und die Sauberkeit der gruppentaktischen Bewegungsmuster.

nizibayern 27. November 2014 um 15:03

Ich muss sagen, dass das Spiel für mich eine der schwächsten Saisonleistungen war. Ein solcher Freistoß und ein Schultertor nach Innenverteidigerflanke aus dem Halbfeld haben mich spielerisch nicht unbedingt überzeugt. Der Anfang war noch ok und ich verstehe, dass City nicht nur in Überzahl war, sondern auch wesentlich mehr investiert hat. Dass Bayern sich nicht totrennen wollte war ja auch klar. Trotzdem fand ich Ribery wie schon am Wochenende sehr schwach, Robben hatte ähnliche Probleme in der Entscheidungsfindung. Teilweise waren sogar die Ballannahmen katastrophal. Symptomatisch für die fehlende Ball- und Passsicherheit war mMn Alonso. Ja, das ist Jammern auf hohem Niveau, dennoch für FCB-Verhältnisse ein schwächeres Spiel.

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FCB-Fan 29. November 2014 um 12:19

Das das nicht die stärkste Saisonleistung war, sehen wahrscheinlich die meisten so, aber man sollte sie auch nicht so schlecht reden. Da steht man schon als Gruppensieger fest und muss nach 20 Minuten in Unterzahl einem Rückstand gegen den englischen Meister hinterherlaufen. Was die Mannschaft aus dieser Situation gemacht hat, fand ich wirklich gut. Denn bis zur 80. Minute war das Chancenverhältnis doch recht ausgeglichen und mit etwas Glück macht Bayern noch das 3:1. Das man nach 60 Minuten Unterzahl irgendwann müde und damit vielleicht auch unkonzentriert wird, ist leider menschlich, aber kein Grund jetzt alles schechtzureden.

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Bernhard 27. November 2014 um 13:12

Bestes Zitat zu Aguero lieferte Kollege RM, der den Argentinier als „supergeile Tormaschine“ bezeichnete lol

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Guergen 27. November 2014 um 16:57

Tolles Zitat. Ähnlich wunderbare Zitate zu diversen Spielern sind den Kommentaren unter goal.com-Artikeln zu entnehmen

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HK 27. November 2014 um 10:01

Ja da musste man natürlich an den England-Artikel denken. Zumindest in diesem Spiel hat sich die Analyse auch bewahrheitet. Oder ist der Unterschied zwischen City und Bayern eben grundsätzlich zu groß?
Für eine Mannschaft die ums Weiterkommen kämpft, mit diesem individuellen Potential, fast das ganze Spiel in Überzahl war das sehr, sehr wenig.
Bei personellem Gleichstand wäre das wohl wieder wie letztes Jahr gelaufen.
Beeindruckend nur Aguero. Individuelle Fehler sind das eine, sie so souverän auszunutzen das andere. Ich denke aus den gleichen Situationen hätten wenige andere Stürmer gleich drei Tore gemacht.

Gibts eigentlich einen Artikel zum Dortmund-Spiel? Das würde mich, da ich das Spiel nicht gesehen habe, im Zusammenhang mit der ganzen Diskussion doch interessieren.

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Koom 27. November 2014 um 13:43

Ja, im Grunde bestätigt das Spiel den Artikel. Taktisch war Bayern selbst in Unterzahl überlegen und hätte nach „Punkten“ gewonnen, wenn das Boxen gewesen wäre. Allerdings sorgten 3 Szenen mit individuellen Fehlern/Großtaten dafür, dass es eine 2:3 Niederlage wurde. Das ist eben die Krux beim Fußball. Allerdings waren die Fehler auch, wie Gh hier ausführte, auch taktischer Natur, also nicht nur ein „Gegner XY dribbelt sich genial durch 11 Gegner“.

Man kann allerdings wohl zumindest sagen, dass es sehr bemerkenswert war, wie Bayern in Unterzahl das Spiel im Griff hatte. Und das nicht in Bestbesetzung, allerdings sollte man sie jetzt auch nicht kleiner machen. In Unterzahl war nur Höjberg einer, der normalerweise kein Starter ist. Hier hilft die gute taktische Schulung dann wohl spürbar, weil sie einem auch für solche Momente einen Plan in die Hand gibt.

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Kolle 27. November 2014 um 09:17

Du verlierst kein Wort über den Torwart der Engländer, Joe Hart. Zu dem würde mich mal eure Meinung interessieren. Für einen Laien wie mich wirkt der Mann immer wieder recht unsicher. Insbesondere seine Abschläge / Zuspiele finde ich grausam, hinzu kommt das er gerne mal haltbare bekommt (Eindruck aus 2-3 WM SPielen und 2-3 Championsliga Spielen). Täuscht mein Eindruck oder hat City hier Verbesserungspotential?

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HW 27. November 2014 um 14:21

Ich denke bei Hart immer, das der in einem anderen Land wahrscheinlich ein besserer Torwart geworden wäre. Natürlich fehlt da was zur absoluten Spitze, aber so ein Freistoßtor kassieren auch die besten mal.

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Gh 27. November 2014 um 08:23

Folge reiner individueller Fehler waren die Tore von ManCity mM nach nicht. Das wird ein bisschen flach abgehandelt. Gerade beim Alonso-Fehlpass gab es nicht so wirklich feine Alternativen (ich erinnere an die Kramer-Eigentor-Debatte: unglückliche Ausführung einer richtigen Idee). Die Entstehung des erten Tors (Elfmeter) war auch kein Zufall. Ich kann mir auch vorstellen, dass sich Pepito nicht über individuelle Fehler geärgert hat, sondern dass ihm andere Sachen in der Schlussphase nicht gefallen haben.

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HW 27. November 2014 um 09:32

Alsonsos Fehlpass war, was den Pass betrifft schon haarsträubend. Bei tausenden Pässen, die Alonso spielt, kommt so einer schon mal vor. Alonso hatte vielleicht keine An Spiel Stationen (außer Neuer), aber dann dieser Querpass?

Nach dem SV-Artikel über den englischen Fußball, könnte man meinen SV hat diesen Spieltag verhext. Aber man muss Guardiola zustimmen, wenn man eine Niederlage verkraften kann, dann diese. Sie rüttelt ein wenig wach und Bayern hat auch viel richtig gemacht (immerhin trotz Unterzahl in Führung gegangen). Dass City dank der individuellen Klasse keine totale Gurkentruppe ist (war ja nicht der erste last minute Sieg durch Aguero), haben sie zu ihrem Glück bewiesen.

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Gh 27. November 2014 um 11:12

Tor 1: VIER Münchner bilden ein formschönes C um den City-Spieler, decken den völlig verwaisten Zwischelinienraum ab, denn Aguero zockt auf den langen Ball. Der City Spieler hat zwei simple Anspielstationen nach 2 m hinten, passt auf Lampard, der neben dem langen Pass auf Aguero noch die Option hat über links einen schnellen Konter aufzubauen.
Tor 2: Die Bayern spielen sich am linken Flügel ohne Not in eine Art selbstgestellte Pressingfalle obwohl über die Mitte ein schöner Angriff über Robben möglich gewesen wäre
Tor 3: die kompakte 4-2 Formation sieht überhaupt nicht kompakt aus, denn zwei Citizens besetzen den riesigen Zwischenlinienraum, in den der Ball simpel und mehr auf gut Glück reingespielt wird. Boateng bleibt nur noch die Möglichkeit riskant in den Zwischenlinienraum zu gehen oder den Raum für die logische Weiterleitung auf Aguero zu verengen. Ihm unterläuft unter Druck ein Stockfehler.
Ich glaube DAS hat Pep geärgert.

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HW 27. November 2014 um 11:38

Natürlich ärgert Guardiola die Niederlage und auch die Fehler.

Aber ist halt in einem glücklichen Moment passiert, weil diese Niederlage für Bayern in der Tabelle keine Konsequenzen hat und weil man ein kleines „Hallo, wach?“ Erlebnis hatte. Dazu hat man, neben diesen Fehlern immerhin 2:1 geführt, was die Niederlage noch unnötiger macht. Aber besser jetzt als in der KO-Runde.

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Gh 27. November 2014 um 11:47

Kann man so sehen, oder so, dass City fast schon unfreiwillig ziemliche taktische Defizite bei Bayern sichtbar gemacht hat (v.a. beim ersten Tor). Mourinho und co werdens interessiert zur Kenntnis genommen haben.

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HW 27. November 2014 um 13:11

Aber genau das ist doch positiv. Besser die Schwächen werden jetzt aufgedeckt und können behoben werden, als wenn sie in einer KO Runde auftreten.
Security by obscurity, war noch nie eine gute Idee.
Außerdem sind die Bayern ja nicht total auseinander gefallen, daher war nicht alles schlecht.

Gh 27. November 2014 um 14:23

Ja. Wobei ich bei Tor 1 eine gewisse systemimmanente „Überautomatisierung“ festzustellen meine, da gehen die Bayern wie Roboter ins Gegenpressing. Dies ist mM überhaupt die Achillesferse der Bayern, solche Aktionen verwirren zwar die meisten Gegner genug, um effektiv zu sein (v.a. die mit festen Konzepten), wenn ich aber mit taktisch intuitiven Spielern konfrontiert bin können die das immer mal aushebeln.

MR 27. November 2014 um 16:59

Ist es nicht auch eine „systemimmanente Überautomatisierung“ wenn eine Mannschaft NICHT ins Gegenpressing geht, obwohl möglich?

Das heißt doch letztlich nur, dass die nicht immer kollektiv die beste Entscheidung treffen. Wieso ist das der Maßstab? (bzw – wieso ist das scheinbar nur für Bayern oder generell extrem gute Mannschaften der Maßstab?)

„wenn ich aber mit taktisch intuitiven Spielern konfrontiert bin können die das immer mal aushebeln“ -> Das heißt doch auch einfach nur, dass dem Gegner in Einzelfällen auch mal was gelingt. Trotz grundsätzlicher Überlegenheit. Ist nicht eher die Unterlegenheit zu kritisieren und die Überlegenheit zu loben, als dass die Überlegenheit dafür zu kritisieren ist, dass sie keine undurchbrechbare, hundertprozentige und permanente Überlegenheit ist?

Gh 27. November 2014 um 17:53

Zu Frage 1) natürlich nicht, es sei denn ihr System sieht so aus, dass sie fast nie ins Gegenpressing gehen
zu Frage 2) weil wir sonst bei extrem guten Mannschaften gar nichts mehr zu sagen haben, außer, dass sie extrem gut sind.
zu Frage 3) Nö, es geht darum Situationen zu identifizieren, in denen dem Gegener auch mal was gelingen KÖNNTE
zu Frage 4) Ich habe nie Überlegenheit kritisiert, würde aber auch nie Unterlegenheit kritisieren. Es sind schlichtweg keine (oder sehr langweilige) Kriterien für Kritik.


Dr. Acula 27. November 2014 um 08:05

Überdurchschnittlichlich guter Artikel, selbst für eure Verhältnisse! Deckt sich vollkommen mit meinem Eindruck des Spiels..
Enttäuscht haben mich die lahmen Offensiv-Muster von City. So gut wie jeder Angriff endete darin, dass Nasri etc sich am rechten Strafraumeck zupassten, ein anderer hinterlief und City somit zwanghaft versuchte gegen Bernat eine Flanke durchzukriegen, die – wenn es mal klappte – immer angefangen wurde, meistens von Alonso. Von einer Mannschaft die letzte Saison die meisten Tore erzielt hat, hätte ich mehr erwartet..
Hat net wirklich was mit Taktik zu tun, aber gibt es eine Einschätzung der Autoren zu Benatias Foul? Was hätte er da korrekterweise machen müssen? Zu einem besseren Zeitpunkt grätschen, falsches Stellungsspiel, oder schlichtweg zu langsam?

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Toc 27. November 2014 um 00:58

Danke für die Analyse, die mir einen Eindruck eines Spiels verschafft, das ich leider nicht sehen konnte.

Aber könnt ihr bitte auf den Gebrauch des Adjektivs „bärenstark“ verzichten? Das weckt bloß unangenehme Assoziationen, verwenden es doch eigentlich nur die Kommentator-Schreihälse im Fernsehen.

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