Hamburger SV – SC Paderborn 0:3

Im Spiel des Hamburger Sportvereins gegen den SC Paderborn kam es am zweiten Spieltag der ersten Fußball-Bundesliga zum Aufeinandertreffen des Aufsteigers und des Fast-Absteigers.

Sowohl der HSV als auch der SC beendeten den ersten Spieltag mit  einem Zähler auf dem Punktekonto. Während die Norddeutschen beim 1.FC Köln nicht über ein mageres 0:0 hinaus kamen, verspielten die Ostwestfalen eine 2:1-Führung gegen den FSV Mainz 05.

Tiefer Ballbesitz des HSV

Aufstellung Hamburger SV - SC Paderborn.svgZu Beginn der Partie war es der Hamburger SV, der deutlich mehr Ballbesitz als der SC Paderborn zu verzeichnen hatte. Allerdings war dieser vor allem auf das eigene Drittel beschränkt. Um die Ballzirkulation dort aufrecht zu erhalten, ließ sich Behrami immer wieder weit nach hinten fallen, kippte allerdings nicht zwischen die Innenverteidiger ab. Der zweite Hamburger Sechser Milan Badelj hingegen hielt sich vermehrt in höheren Zonen des linken Halbraums auf, über den auch die meisten Angriffe liefen.

Auffallend und für das Hamburger Spiel charakteristisch waren die hohen Außenverteidiger Diekmeier und Jansen. Während letzterer auf der linken Seite in gruppentaktische Situationen, wie Hinterlaufen am Flügel, eingebunden war und daher immer wieder dynamisch nach vorne schob, nahm Dennis Diekmeier bereits in Aufbausituationen höhere Positionen ein. Dadurch wurde der nominell auf dem rechten Flügel spielende Tolgay Arslan immer wieder frei und driftete viel in die Mitte des Spielfeldes, wo er sich hauptsächlich aufhielt. Hin und wieder suchte er sich auch Räume hinter Diekmeier, von wo aus er im späteren Angriffsverlauf die Ballzirkulation im Mittel- und Angriffsdrittel unterstützen konnte.

Kapitän van der Vaart gab sich von der Zehnerposition aus zum einen als Unterstützer der Angriffe über den linken Flügel und half dort bei den Überladungen. Zum anderen zeigte er immer wieder vertikale Läufe in die Spitze, teilweise gegengleich mit Pierre-Michelle Lasogga, um Räume im halblinken Halbraum für den einrückenden Ilicevic zu öffnen.

Gegneranpassung im Pressing und Umschaltfokus beim SC Paderborn

Paderborner Pressing

Typische Szene: Kachunga läuft Westermann an, der den Ball auf den herausgekippten Badelj weiterleitet. Die beiden Achter Vrancic und Bakalorz schieben nach vorne, stellen kurze Anspielstationen zu, während die beiden Flügelspieler zur Mitte einrücken.

Dass der Ballbesitzfokus und die passorientierte Spielweise der Hamburger letztlich ineffektiv blieben, lag an der sehr passablen Anlage des Paderborner Pressings. Die Mannschaft von Andre Breitenreiter agierte anders als am ersten Spieltag gegen Mainz 05 in einem 4-1-4-1-Mittelfeldpressing. Charakteristisch war zum einen das leitende Element, das durch Kachungas Anlaufen der Innenverteidiger entstand und den HSV auf die rechte Paderborner Spielfeldseite lenken sollte. Zum anderen fielen die weit nach vorne geschobenen Achter Vrancic und Bakalorz auf, die im Vergleich zu den Flügelspielern deutlich höher agierten und sogar teilweise die gegnerischen Innenverteidiger anliefen.

Diese Elemente in Verbindung mit einem Fokus auf die Kontrolle des Sechserraums bei tieferem Mittelfeldpressing, der entweder durch einen der Achter oder Kachunga besetzt wurde, führte dazu, dass der HSV nie über zentrale Räume eröffnen konnte. Potentielle Lücken hinter den Achtern sicherte Ziegler ab und die Verbindungen aus dem Hamburger Spielaufbau zu den eigenen Außenverteidigern waren wegen der räumlichen Distanz sowie der relativen Nähe der Gegenspieler nicht bespielbar. So entstand eine in zentralen Bereichen kompakte Struktur der Paderborner, die die offenen Räume am Flügel als Isolationszonen nutzte.

Hamburger Anpassungen und Probleme

Hamburgs Offensivprobleme

Aufbauszene beim HSV: Im eigenen Drittel hat der HSV eine massive Überzahl, die allerdings nicht genutzt werden kann, weil weiter vorne die Anspielstationen fehlen. Im grün hinterlegten Übergangsbereich gibt es nicht eine Anspielstation.

Weil diese Strategie des SC zu Beginn der Partie hervorragend funktionierte, passte Behrami seine Positionierung im Aufbau nach ca. zehn Minuten an und kippte im weiteren Spielverlauf in Aufbausituationen in den halbrechten, defensiven Halbraum vor Djourou heraus. Ähnliches Verhalten zeigte auch Badelj auf der linken Seite, indem er hinter Jansen herausfiel. Durch diese veränderten Positionierungen der Doppelsechs im Aufbau sollte den situativen Phasen des Paderborner Angriffspressings die Intensität genommen werden, was auch relativ gut funktionierte. Ein weiterer Gedanke Slomkas dürfte gewesen sein, mit dieser Spielweise den bewusst aufgebauten Isolationszonen am Flügel die Wirkung zu nehmen.

Von diesen beiden Positionen neben Kachunga und vor der gegnerischen Mittelfeldkette versuchte man dann diagonal in die Paderborner Formation zu spielen, sah sich aber nun der Problematik ausgesetzt, dass im Angriffsdrittel kaum personelle Präsenz vorhanden war. Weil man die Ballzirkulation generell zu weit weg von der Mittelfeldkette der Paderborner aufzog und die Innenverteidiger viel zu tief agierten, ergaben sich kaum Situationen, die ein sicheres Aufrücken ins Mitteldrittel der kompletten Mannschaft ermöglicht hätten. Problematisch an der Hamburger Ballzirkulation war zudem, dass sie kaum schnelle Verlagerungen im ersten Drittel erzeugen konnte.

So mussten schließlich Arslan, Ilicevic und van der Vaart dafür sorgen, dass Verbindungen nach vorne entstanden. Alle drei boten sich viel auf die Schnittstellen der Paderborner Mittelfeldkette an, um durch ein anschließendes Aufdrehen den Zwischenlinienraum andribbeln zu können. In der Regel waren jedoch bereits die Vertikalpässe der Hamburger Sechser auf das Offensivtrio riskant und wenn diese doch einmal in den Zwischenlinienraum kamen, waren die Abstände der Offensivakteure untereinander nicht ideal, sodass viele Aktionen zu linear und direkt ausgespielt werden mussten.

Die immer wieder vorhandenen Lücken der Paderborner Defensivformation, die durch teilweise schlechtes Timing und zu große Abstände im Herausrücken entstanden, konnten so fast nie bespielt werden. Zudem ermöglichte es die Hamburger Spielweise dem SC insgesamt tiefer zu agieren und im Mannschaftsverbund weiter zu verschieben, was zu mehr lokaler, defensiver Kompaktheit führte.

In dieser Phase des Spiels konnten die Paderborner einzelne Spieler des HSV zum einen des Öfteren am Flügel unter Druck setzen. Dies taten sie, indem sie die Verbindungen zur Mitte in den Hamburger Zehnerraum kappten, wobei vor allem Ziegler eine entscheidende Rolle zukam, und anschließend weit einrückten. Zum anderen erzeugten sie auch potentiell Gefahr nach Kontern. Immer wieder gab es gefährliche Ballverluste der Hamburger beim Übergang ins mittlere Drittel, weil Paderborn hier Anspiele aus tieferen Zonen zuließ und mit dem Anspiel Druck auf den ballführenden Spieler erzeugte oder direkt einige Bälle abfing.

Bei den anschließenden Paderborner Umschaltaktionen lag der Fokus auf vertikalem Spiel in den Halbräumen über die beiden Außen Koc und Stoppelkamp, die von den nachrückenden Achtern unterstützt wurden. Dabei wollte die Mannschaft nicht unbedingt zu einem schnellen Abschluss kommen, sondern vielmehr ein schnelles Überbrücken des Mittelfeldes realisieren, das ein sicheres Aufrücken der restlichen Mannschaft ermöglichen sollte.

Nach diesen Schnellangriffen wollte man in der Regel durch Halbraum- und Flügelüberladungen sowie mit einfachen Kombinationen zum Erfolg kommen. Eine solche Szene ging auch der größten Chance der Anfangsphase durch Moritz Stoppelkamp voraus, als dieser nach einem Schnellangriff Unterstützung von Vrancic und Brückner erhielt und es nach einfachem Dreieckspiel zum Flügeldurchbruch kam.

Dabei waren die Bewegungen der Paderborner in der Offensive grundsätzlich so angelegt, dass mit Stoppelkamp ein Akteur auf dem linken Flügel agierte, der aus seiner breiten Position oftmals nach vorne in das Sturmzentrum schob, wo Kachunga ausweichend agierte. Auf dem rechten Flügel war mit Koc ebenfalls ein breit agierender Akteur aufgeboten, der immer wieder Überladungen auf dem linken Flügel initiierte.

Hamburg besetzt die hohen Räumen

Nach etwa 20 Minuten erkannte Mirko Slomka die Probleme seiner Mannschaft in den Offensivstrukturen. Um eine erhöhte Präsenz im Angriffsdrittel zu erzeugen, wurde das Spiel der Doppelsechs im Aufbau symmetrischer. Milan Badelj, zuvor in einer sehr vertikalen Rolle, agierte jetzt vermehrt auf einer Höhe mit Behrami. Van der Vaart schob klarer ins Sturmzentrum und Arslan interpretierte seine Rolle am Flügel weiter nach vorne geschoben.

So ergab sich im Spielaufbau von nun an die ein oder andere druckvolle Verlagerung, nach der man mannschaftlich geschlossen aufrücken konnte. Weil auch noch Badelj mit nach vorne rückte, hatte man jetzt eine relativ große Präsenz in hohen Räumen, erzeugte aber kaum gefährliche Offensivstaffelungen, geschweige denn wirkliche Torgefahr.

Weil die Staffelungen vertikal viel zu flach waren, wurde der HSV insbesondere im defensiven Umschaltmoment instabil, weil es faktisch mit den beiden Innenverteidigern, dem tieferem Außenverteidiger (meistens Jansen) und Behrami nur vier Defensivakteure gab. Obwohl sich vor allem Behrami immer wieder hervorragend positionierte und die Konter der Paderborner aus dem Zentrum drängen konnte, kam es wie es kommen musste: Im Anschluss an einen Fehler von Arslan spielte der SCP einen Konter breit aus, den der HSV wegen fehlender horizontaler Kompaktheit nicht richtig verteidigen konnte und ging mit dem Treffer durch Kachunga mit 1:0 in Führung.

Erhöhte Paderborner Angriffspräsenz nach dem Tor

Nach dem Treffer wollte der SCP vom Anstoß weg den psychologischen Vorteil der Führung nutzen und wurde deutlich offensiver. Dies zeigte sich unter anderem an der erhöhten Stellung der beiden Außenverteidiger, die jetzt beide deutlich öfter mit nach vorne rückten.

Aus tiefen Halbraumüberladungen im Mitteldrittel spielte die Breitenreiter-Elf vermehrt Verlagerungen auf den jeweils ballfernen Außenverteidiger und legte den Fokus weiterhin auf Durchbrüche am Flügel. Die beiden Achter Vrancic und Bakalorz hatten hierbei hauptsächlich verbindende Aufgaben zur Mitte hin, stießen aber auch immer wieder abwechselnd mit nach vorne in die Spitze.

Der HSV hatte mit der veränderten Spielweise der Paderborner anfangs arge Probleme. Das flache 4-4-2 der Hamburger in der Defensive, das hin und wieder 4-1-3-2- oder 4-2-3-1-Stellungen zeigte, war insgesamt zu passiv ausgelegt und hatte deshalb oft zu weite Wege im Verschieben, wenn die Ostwestfalen Verlagerungen in der zweiten Angriffsphase spielten.

Der Passivität des Hamburger Pressings geschuldet, konnten sogar hin und wieder Strohdiek und Hünemeier aus der Innenverteidigung weit Aufrücken und sich in der gegnerischen Hälfte an der Ballzirkulation beteiligen. Der HSV beschränkte sich in dieser Phase dann auf die reine Strafraumverteidigung, war hier jedoch auch nicht immer sicher. Nach einer Flanke konnte wiederum Kachunga einen Treffer erzielen, der – zu Unrecht – wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht anerkannt wurde.

Hamburgs Änderungen vor der Halbzeit

Doch nicht nur Breitenreiter, sondern auch Slomka passte die Spielweise seines Teams nach dem regulären Treffer an. So kippte Behrami fortan zwischen die beiden Innenverteidiger ab. Dadurch rückte Jansen im Aufbau auf eine Höhe mit Diekmeier, was wiederum den beiden nominellen Flügelspielern Ilicevic und Arslan ermöglichte, maximal frei in der Mitte zu agieren.

Dabei wirkten diese Bewegungen zwar nicht gut abgestimmt und blieben weitestgehend ineffektiv, hatten aber immerhin zur Folge, dass Paderborn sich auf die Verteidigung des Zentrums konzentrieren musste. Aus diesem Grund gelang es dem HSV nun auch die Außenverteidiger am Flügel mit Diagonalbällen freizuspielen. Im Vergleich zu den Paderbornern waren die Verlagerungen des HSV aber nicht vernünftig eingebunden, sodass vor allem Diekmeier oft nur der Flankenball aus dem Halbfeld blieb, weil es nach den Wechselbällen fast nie sinnvolle Verbindungen zurück zur Mitte gab. Mit der verletzungsbedingten Auswechslung von Rafael van der Vaart und der damit einhergehenden Einwechslung von Artjoms Rudnevs verstärkte sich diese Problematik dann noch, weil Rudnevs Bewegungen stärker als die vom Holländer auf Bewegungen ins Sturmzentrum ausgelegt waren.

Slomkas Reaktion zur Pause: Anpassung des Verhaltens der Außenverteidiger und der Flügelspieler

Zur Pause kam beim Hamburger Sportverein Zoltan Stieber für Tolgay Arslan. Der Ex-Fürther ging für Ilicevic auf den linken Flügel und der Kroate übernahm dafür die Position auf dem rechten Flügel. Beide interpretierten ihre Rollen klassischer, als es in der ersten Halbzeit von den Flügelstürmern zu sehen war. In der Konsequenz rückten auch die Außenverteidiger in Aufbausituationen nicht mehr so weit nach vorne, sondern beteiligten sich an der Ballzirkulation.

Die beiden Sechser des HSV agierten in ihrer grundsätzlichen Positionierung höher, als es noch in der ersten Halbzeit der Fall war. So schaffte es der HSV, eine erhöhte Präsenz in vorderster Linie herzustellen, die zur Folge hatte, dass der Zwischenlinienraum besser bespielbar wurde. Durch zurückfallende Bewegungen von vor allem Rudnevs in die Halbräume, hatte der HSV von nun an einen Wandspieler im Zwischenlinienraum, der nach Anspielen von Behrami oder aus der Innenverteidigung viele Bälle einfach ablegen konnte.

Dass die Hanseaten nach dieser Anpassung deutlich besser ins Spiel fanden und nach der ein oder anderen Steil-Klatsch-Kombination in gefährliche Räume kamen, lag vor allem an den beschriebenen Anpassungen, die Slomka zur Halbzeit vornahm. Zum einen ergaben sich deutlich bessere Offensivstaffelungen, zum anderen führten die Veränderungen dazu, dass dem Paderborner Pressing einiges an seiner Intensität genommen wurde. Vor allem durch die tieferen Hamburger Außenverteidiger waren die Herausrückbewegungen von Vrancic und Bakalorz theoretisch bespielbar, weshalb sich die beiden passiver verhielten und kaum noch aus der Formation herausrückten. Stattdessen liefen Stoppelkamp und Koc vermehrt Jansen und Diekmeier an, oder schoben unter Nutzung des eigenen Deckungsschattens auf Behrami, wenn dieser sich in Aufbaupositionen im Halbraum befand, was generell weniger Druck auf den Hamburger Aufbau legte.

Der SC Paderborn in der zweiten Hälfte / Der Rest des Spiels

Im Vergleich zum ersten Durchgang veränderte Breitenreiter wenig. Die größte Anpassung dürfte wohl die passivere Interpretation des Pressings als Reaktion auf die Hamburger Umstellungen gewesen sein. Weil diese ihrerseits im defensiven Umschaltmoment besser abgesichert wirkten, wurde zudem die Rolle von Kachunga als Stürmer anders interpretiert. Der 22-jährige fiel öfter und weiter aus der Spitze zurück, die dann durch aufrückende Achterbewegungen besetzt wurde. In Umschaltmomenten gab es so eine zentrale Anspielstation. Außerdem konnte Kachunga so helfen, Angriffe, die auf den Flügel geleitet wurden, wieder zur Mitte zu verbinden.

Gerade in die bessere Phase des HSV fiel dann der vermeidbare zweite Treffer, als Rudnevs nach einer Ecke im Umschalten nach vorne einen Fehlpass spielte. Beim HSV gab es anschließend einen Rückfall in die Muster der ersten Halbzeit, wobei aber ein deutlich höheres Risiko eingegangen wurde, was sich am höheren Aufrücken der gesamten Mannschaft zeigte, was auch zu einigen Abschlüssen und Halbchancen führte. Für mehr agierten die Hansestädter dann allerdings zu unstrukturiert.

Fazit

Im Ergebnis zu hoch, schlussendlich aber nicht unverdient, verlor Mirko Slomka mit dem HSV gegen den Aufsteiger. Dabei offenbarten die Hamburger ähnliche Probleme wie letztes Jahr, was das Offensivspiel betrifft. Schlechte Staffelungen, mangelnde gruppentaktische Sauberkeit und oftmals zu tiefe Positionierungen einzelner Spieler führten dazu, dass der HSV mit dem guten, aber keineswegs perfekten Paderborner Spiel gegen den Ball Probleme bekam.

Die Ostwestfalen hingegen nutzten die sich bietenden Chancen souverän aus, waren aber keinesfalls so überlegen, wie es das Ergebnis vermuten lässt. Die Defensivspielweise der ersten Halbzeit passte gut zum Gegner, während im zweiten Durchgang etwas der Zugriff fehlte.

 

 

Willibert 12. September 2014 um 22:20

Das Problem hat nach wie vor einen ! Namen: van der Vaart. Das kannst du noch 10 Trainer holen……..

Antworten

marcanton 14. September 2014 um 09:45

genau, van der Vaart ist SO unfähig, dass er noch, NACHDEM er verletzt raus ist, zwei Gegentore verschuldet hat…

Antworten

Vanye 8. September 2014 um 02:06

Ich verstehe das auch nicht so ganz. Die Probleme sind mindestens seit Thorsten Fink dieselben. Da fragt man sich doch, was die in der Vorbereitungszeit gemacht haben.
Noch immer herrscht ein riesiges Loch beim Aufbau zwischen Innenverteidigern+Sechsern und dem Rest. Noch immer ist van der Vaart ein Totalausfall, weil er als Zehner zugedeckt wird und als zweiter Stürmer zu weit vorne ist, um Bälle zu verteilen, wie er es könnte. Noch immer rücken die Außenverteidiger nicht so weit auf, dass sie den 6ern helfen können, sondern so weit, dass sie nicht mehr angespielt werden können und noch immer gibt es keine Achter, die statt van der Vaart spielen und Verbindungen herstellen könnten.
Und jetzt hat man die ersten beiden Spiele mit Badelj gespielt, ihn dann aber an Florenz abgegeben ohne adäquaten Ersatz auf der Position zu haben. Da war doch die ganze Vorbereitungszeit umsonst, wenn ich die Mannschaft im letzten Moment so umkremple.

Also ich sehe da jetzt auch mit Beiersdorfer kein belastbares Konzept.

So zum Vergleich:
http://spielverlagerung.de/2012/03/21/der-hamburger-sv-unter-thorsten-fink/

Antworten

marcanton 7. September 2014 um 11:26

Wie kann es denn sein, dass der HSV auch nach so einer langen Vorbereitung weiterhin eine solche „mangelnde gruppentaktische Sauberkeit“ zeigt? War das bei Schalke und Hannover unter Slomka auch so oder liegt es doch an den Spielern? Für aufschlussreiche Kommentare wäre ich sehr dankbar.

Antworten

Stefan 7. September 2014 um 12:33

In Hannover wars eher so, dass die Mannschaft unter Slomka taktisch sehr gut funktioniert hat (Stichwort 10-Sekunden-Konter), das war alles sehr stabil und hat 96 bis in die Euro League gebracht (und das mit ganz guten Ergebnissen).

Problematisch wurde es allerdings irgendwann, weil Slomka offenbar menschlich nicht unbedingt makellos ist. Da gab es dann Berichte und den Eindruck von Gräben innerhalb der Mannschaft und zwischen Trainer und Mannschaft. Wie weit das zu trifft ist von außen natürlich schwer zu bewerten, aber es ist auffällig, dass man seit Hannovers Trainerwechsel wieder das Gefühl hat, da steht ein TEAM auf dem Platz.

Und wenn ich mir jetzt den HSV angucke scheint auch eher das das Problem zu sein – Slomka kriegt es nicht hin, da wirklich eine Mannschaft zu formen. Das beste Taktikwissen nützt dir nichts, wenn es zwischenmenschlich (und damit in Sachen Motivation füreinander einzustehen usw) nicht passt.

Ich weiß aber nicht, ob ich mit diesen Vorwürfen und Schlussfolgerungen zu weit gehe… sind halt die Eindrücke von einem Hannover-Fan, der sich dank Fanfreundschaft regelmäßig mit dem HSV auseinandersetzen muss 😉

Antworten

Tom 8. September 2014 um 12:38

Fußball ist halt auch zum großen Teil Kopfsache. Da kann man noch so viel verdienen..
Es liegt nicht an Slomka. In der Mannschaft steckt der Wurm. Ob das jetzt Neid und Missgunst sind, weil der eine mehr verdient ohne Leistung zu bringen oder sonstwas. Dafür bin ich zu weit weg das zu beurteilen, aber das da kein echtes Team auf dem Platz steht, sieht man deutlich. Neue Spieler noch mal zu kaufen ist da auch nicht unbedingt hilfreich.
Fußball funktioniert nicht so simpel wie bei Fußballmanager x.0: Geld rein -> Leistung raus
Das sind trotzdem weiterhin Menschen.

Antworten

Thomas Huck 4. September 2014 um 23:03

Sehr guter Artikel! Sprachlich top, Inhaltlich auch top alle taktische Inhalt wurden gut dargestellt.

RT Weiter so!

Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*