Montag, 01.09.2014

Barcelona – Inter 1:0 | in-depth, 28-04-2010

Das Rückspiel zwischen dem FC Barcelona und Inter Mailand sollte in die Geschichte des Fußballs eingehen. Zu zehnt konnte Inter die 3:1-Führung aus dem Hinspiel verteidigen. Man gewann dadurch zwar nicht die Schlacht, aber den Krieg. Dieses Aufeinandertreffen im Frühling 2010 sollte auch als einer der Hauptgründe für die später folgende große Rivalität zwischen Real Madrid unter José Mourinho und dem FC Barcelona unter Pep Guardiola wichtig werden.

Für viele war auch diese Partie ein Meilenstein in der Biografie Inters und Mourinhos, der perfekt zu ihrem jeweiligen Image passte: kalt, destruktiv, defensiv;

Defensivtrainer Mourinho und Catenaccio-Mannschaft Inter: bis heute gilt diese Partie als negatives Vorbild für jenen als „Antifußball“ bezeichneten Spielstil, den Chelsea zwei Jahre später und Celtic diese Saison gegen die Katalanen spielten. In dieser Analyse blicken wir zurück auf dieses legendäre Duell.

Die Aufstellungen

Inter begann nominell mit einem 4-2-3-1, in welchem die Flügel“stürmer“ mit Christian Chivu auf links und Samuel Eto’o auf rechts denkbar defensiv aufgestellt waren. Die große Frage lautet, ob Mourinho dies so geplant hatte. Die offizielle Aufstellung bei der UEFA hatte noch Goran Pandev statt Chivu als Flügel gelistet, dessen Einsatz war fraglich und wurde erst in den letzten zehn Minuten vor Spielbeginn noch entschieden.

Grundformationen zu Beginn

Grundformationen zu Beginn

Somit stellte sich Inters asymmetrisches 4-2-3-1 mit zwei Außenverteidigern auf der linken Seite in gewisser Weise selbst auf. Wie wir jedoch bei den Anpassungen nach der roten Karte sehen werden, war die generelle Spielweise im System mit den Synergien auf links wohl dennoch geplant.

Zwischen den beiden höheren Außen begann Wesley Sneijder als Verbindungsspieler und fünfter Mittelfeldspieler. Davor lief Diego Milito auf, dahinter sicherten Esteban Cambiasso und Thiago Motta als Doppelsechs den Raum vor der Abwehr und organisierten die Pressingbewegung. In der Abwehr gab es mit Walter Samuel, Lucio, Maicon und Javier Zanetti vier herausragende Akteure in puncto Defensivspiel und Robustheit; zumindest an diesem Abend.

Bei den Katalanen sollte es keine großen Überraschungen geben. Auf dem Papier wurde die Formation vor Spielbeginn fälschlich als 3-4-3 bezeichnet, was aber nicht zutreffen sollte. Dani Alves und Gabi Milito bildeten das Außenverteidigerpärchen, zentral übernahm Yaya Touré die Position neben Gerard Pique in der Innenverteidigung.

Vor dieser Abwehrkette spielte Sergio Busquets als Ballzirkulator und Defensivfreigeist auf der Sechs, Xavi Hernandez als Taktgeber auf der Acht und Seydou Keita übernahm auf der eigentlichen Position Andrés Iniestas eine Rolle ähnlich zu Jermaine Jones bei Schalke in dieser Saison. Immer wieder schob er aus dem Mittelfeld in die Spitze, versuchte Ibrahimovic zu unterstützen oder sich im Raum zwischen den Linien zu positionieren.

Die Sturmreihe ganz vorne bestand aus Lionel Messi auf rechts, Zlatan Ibrahimovic im Zentrum und Pedro Rodriguez auf der linken Außenbahn. Hier gab es bereits einen Aspekt, der später kritisiert werden sollte: Ibrahimovic sei viel zu statisch für eine solche Partie und erhielt zu wenig Bälle. Diese Kritik stimmt – zumindest in dieser Partie – nicht und hat durch die letzten Minuten vor seiner Auswechslung diese „Fehleinschätzung“ erhalten.

Die Rolle Ibrahimovics

Der lange Schwede zeigte sich in dieser Partie über weite Strecken – vorrangig bis nach der roten Karte – überaus beweglich. Seine Bewegungen waren gut auf Messi abgestimmt, welcher sich mit fortschreitendem Spielverlauf immer stärker nach innen bewegte, die Halbräume und das Zentrum besetzte. Ursprünglich war die Idee, dass Ibrahimovic sich auf Samuel orientierte, der als linker Innenverteidiger spielte.

Dort sollte er etwaige lange Bälle besser verarbeiten und seine Höhe sollte stärker zum Tragen kommen. Der wichtigste Grund war aber die Wechselwirkung zu Messi. „La Pulga“ verließ seinen Flügel oft in die Mitte und dann schob sich Ibrahimovic auf die Seite und wollte den Argentinier von Verfolgungen Zanettis befreien. Einige Male konnte Ibrahimovic dann den Ball auf Außen erhalten und Barcelona erzielte Raumgewinn, doch Samuel verfolgte und stellte ihn geschickt. Dadurch konnte der Schwede sich nicht drehen und kaum Gefahr erzeugen.

Szene bei 05:21 - Ibra auf dem Flügel, wird von Samuel verfolgt

Szene bei 05:21 – Ibra auf dem Flügel, wird von Samuel verfolgt

Nach dem Platzverweis für Thiago Motta wurde Ibrahimovics Bewegung durch die höhere und fixere Position Alves‘ geblockt. Dieser besetzte den rechten Flügel nun sehr hoch und konstant im Halbraum, Messi spielte vor ihm und es kamen kaum noch Bälle durch, desweiteren war Inter nun ein Stück tiefer. In der Anfangsphase wirkte es nämlich keineswegs wie eine „ultradefensive“ Ausrichtung der Italianer.

Die Anfangsphase als wahrer Geniestreich Mourinhos

In der Betrachtung dieses Spiels wird zumeist über die Endphase geredet: zehn Weiße halten gegen elf Rot-Blaue das Weiterkommen unter immensem Druck fest. Taktisch war aber wohl die Anfangsphase am wegweisendsten, denn die dort gezeigten Defensivbewegungen sollten auch später noch genutzt werden.

Nominell war die Defensivformation ein positionsorientiertes 4-4-2. Diese einfache Bezeichnung wird der Spielweise aber nicht im Ansatz gerecht. Auf links konnte Chivu auf Alves achten und dessen Bewegungen verfolgen, auf rechts hatte Eto’o viel Raum wegen Barcelonas Asymmetrie und war hier die passendere Wahl.

Gleichzeitig zeigten sich die beiden offensivsten Akteure – Wesley Sneijder und Diego Milito – im Defensivspiel sehr variabel. Im Pressing versuchten sie in der Anfangsphase Busquets und Xavi zu versperren. Milito orientierte sich dabei an Busquets und höher, attackierte dann die Innenverteidiger und behielt die wichtige Anspielstation im Deckungsschatten. Sneijder rückte dann nach und versuchte den Druck zu erhöhen, aber wegen der mangelnden Höhe und Vorderkompaktheit erhielten sie wenig Zugriff. Dennoch konnten sie Barcelonas Aufbauspiel gelegentlich leiten und sich Luft verschaffen.

Im Pressing orientierten sie sich sogar mit Milito vor der Mittellinie und einem kompakten Defensivverbund dahinter. Interessant und hervorragend gespielt war dabei die Flexibilität der Formation und das Herausweichen aus der Formation, um Zugriff im Mittelfeldpressing zu erhalten.

Inter im Pressing, Szene bei 06:27, das rote ist der Bedrängnisraum, der ebenfalls Pässe verhindert

Inter im Pressing, Szene bei 06:27, das rote ist der Bedrängnisraum, der ebenfalls Pässe verhindert

Immer wieder entstanden asymmetrische 4-3-3-Ausrichtungen, wo Sneijder und Eto’o sich neben Milito orientierten und Räume versperrten. Chivu spielte tief gegen Alves im Raum und Cambiasso sicherte den Raum in der Mitte – was wiederum Motta erlaubte, sich nach vorne zu orientieren.

Mourinho attackierte damit auch gezielt die Stärken und Schwächen im Spiel Barcelonas. Weder Milito noch Keita sollten über die neunzig Minuten eine wirkliche Gefahrenquelle darstellen – Eto’o auf rechts hatte darum eine aggressivere Rolle und Cambiasso konnte zentral sichern, um Motta freizumachen.

Mit Motta und Sneijder konnten sie dann Busquets und Xavi bedrängen, was diesen Zeit am Ball nahm. Früher oder später rückte Barcelona natürlich weit in die gegnerische Hälfte auf, doch damit wurde es ihnen nicht leicht gemacht und die relativ hohe Abwehrreihe Inters konnte nie mit langen Lochpässen bespielt werden.

Die Lösung des Problems Messi

Neben Xavis Pässen aus der Tiefe in den Raum hinter der Abwehr war das große Problem natürlich auch seine und Messis Kombinationsstärke sowie dessen Dribbling. Diese wurde mit losen und teilweise sogar aggressiven Manndeckungen gelöst. Kam Barcelona weiter in Inters Hälfte, ging Milito nach vorne und brachte zumindest etwas Tiefe ins Spiel, während Sneijder sich als fünfter Mittelfeldspieler tief in der eigenen Hälfte positionierte. Es war dann eine Art 4-2-3-0-1/4-4-1-0-1; die Null soll den großen Raum zwischen Milito und dem Rest Inters verdeutlichen.

Szene zu Spielbeginn bei 00:18, Messi steht vermeintlich offen, befindet sich aber in einem Bedrängnisraum von drei Akteuren um ihn herum

Szene zu Spielbeginn bei 00:18, Messi steht vermeintlich offen, befindet sich aber in einem Bedrängnisraum von drei Akteuren um ihn herum

Sneijder suchte dabei bei Möglichkeit die Nähe zu Xavi. Nominell wäre dies eher der Part Mottas gewesen, was aber dann gegen Messi zum Problem hätte werden können. Zanetti übernahm nämlich eine starke Manndeckung auf Messi, übergab diese dann ans zentrale Mittelfeld, wenn der Argentinier sich im Halbraum oder zentral positionierte. Motta hatte somit eine komplexe Rolle: im Pressing half er vorne mit und wich aggressiv auf seiner Position, defensiv musste er bei Angriffen über links Cambiasso im Mittelfeld unterstützen beziehungsweise als Versperrer des Raumes zwischen den Linien ablösen und gleichzeitig immer ein Auge auf Messi haben.

Hatte er dies nicht, schob Zanetti stark mit ein und löste sich aus dem Kettenspiel der Viererkette, was riskant war. Hier konnte aber Chivu intelligent den Raum sichern und im Zweifelsfall auch die Position übernehmen. Das Uhrwerk Inters funktionierte im rechten Halbraum also hervorragend.

Mit dieser Spielweise, der dadurch erzeugten Enge und hervorragendem individualtaktischen Defensivspiel auf Messi und Ibrahimovic konnte die Gefahr über rechts gebannt werden. Ibrahimovic wurde von Samuel bei seinen Ausweichbewegungen gut verfolgt, Chivu sicherte Pässe hinter sich in den Rücken auf Alves mit seinem Stellungsspiel gut ab und schob sich intelligent tiefer, wenn Zanetti herausschieben musste oder enger an die Innenverteidiger rückte. Mottas Rolle tat ihr Übriges.

Offensiv kam aber natürlich wenig. Milito agierte vorne ballhaltend und es waren Unterzahlkonter, womit Barcelona wegen mangelnder Breite bei Inter kaum Probleme hatte. Sie nutzten ihr Gegenpressing in der Offensive und die leicht herstellbare Enge in der Defensive, um den Ball schnell in ihre Reihen zu bekommen. Der Ballbesitz war noch vor der roten Karte bei circa 75-80%, auch wenn es offensiv nur wenig Spektakuläres gab.

Barcelonas Spielweise

Die Katalanen hatten natürlich ein ganz großes Problem: Messis Laufweg nach innen wurde von Cambiasso früher oder später geblockt, Zanetti und Motta behinderten ihn beim Aufnehmen von Geschwindigkeit und Chivu versperrte mögliche Pässe auf rechts. Somit war Nadelspieler MEssi aus dem Spiel genommen und ohne Iniesta hatten sie keinen zweiten.

Szene bei 03:55, Inter wird asymmetrisch,kann dadurch aber Druck erzeugen und passt sich an Barcelonas Bewegungen an

Szene bei 03:55, Inter wird asymmetrisch,kann dadurch aber Druck erzeugen und passt sich an Barcelonas Bewegungen an

Ibrahimovic sollte mit seiner Bewegung helfen, doch hier gab es Samuel, der dagegen vorging. Die große Hoffnung lag damit auf Alves, der aber ein Dilemma hatte. Ohne Kombinationspartner Messi konnte er kaum Doppelpässe spielen, mit dem tiefen und intelligenten Chivu traute er sich nicht vertikale Läufe entlang der Grundlinie anzusetzen – zusätzlich kam natürlich noch Ibrahimovics Ausweichbewegung hinzu, was Flanken wegen mangelndem Abnehmer wohl kontraproduktiv hätte aussehen lassen.

Darum versuchte Alves nach einer Abwartephase – die bekannte Guardiola-Passmustersuche – die Komplexität im rechten Halbraum mit diagonalen Läufen zu attackieren. Die Idee war wahrscheinlich, dass die vielen voneinander abhängigen Bewegungen zu einem Fehler führen würden und dann Alves den freien Raum attackieren könnte. Eine Möglichkeit war es, dass Alves diagonal in jenen Raum stößt, den Zanetti wegen einer Messi-Verfolgung öffnet oder dass er mit Ibrahimovic kombinieren und hineinziehen könnte. Die gelbe Karte für Motta zu Spielbeginn entstand beispielsweise dadurch. Motta wurde verwarnt, als Alves einen Diagonallauf startete und den Doppelpass mit Ibrahimovic spielte – Motta musste grätschen und es gab Gelb.

Neben dem Attackieren dieser komplexagierenden gegnerischen linken Seite versuchte Barcelona auch viel über die linke Seite zu kommen.  Die anfängliche Asymmetrie mit dem tieferen Gabi Milito wurde aufgehoben und der Argentinier positionierte sich hoch und gab die Breite im zweiten Spielfelddritte. Im letzten Spielfelddrittel übernahm dies aus Stabilitätsgrunden Pedro, der dadurch Keita Raum öffnete.

Weil Ibrahimovic auf die rechte Seite ging und Keita im Aufbauspiel ohnehin nicht die kreative Offenbarung oder ein Nadelspieler à la Iniesta war, rückte er wie eingangs erwähnt in die Sturmspitze oder den Zwischenlinienraum mit auf, weswegen Pedro das Spiel breiter zu stellen versuchte. Situativ entstanden daraus 4-2-4-artige Momente.

hier sieht man die Bewegungen Barcelonas und Inters ebenfalls sehr gut

hier sieht man die Bewegungen Barcelonas und Inters ebenfalls sehr gut, auffällig natürlich Toures Aufrücken, Szene bei 14:42

Zusätzlich war Barcelona im Spielaufbau natürlich extrem flexibel – Xavi und Busquets bewegten sich vor der Abwehr unentwegt, um den losen Mannorientierungen zu entkommen und eine Brücke für das Bespielen des zentralen Raumes zu sein. Unterstützt wurden sie dabei von den aufrückenden Innenverteidigern. Sowohl Touré als auch Pique sind für diese Rolle nahezu geschaffen und übten sie auch aus, wodurch sie offene Räume anvisierten. Beide Spieler kamen in der ersten Halbzeit sogar bis in 16er-Nähe, ehe Motta und Cambiasso sich lösten und sie attackierten. Das taktische Mittel der vertikalen Innenverteidiger sollte schließlich nach der ominösen roten Karte für Thiago Motta noch deutlich stärker genutzt werden.

Gelb oder nicht? Rot, Gelb-Rot oder gar nichts?

Bei der ersten Aktion kann man Gelb geben – muss man aber nicht. Bei der zweiten Aktion, wofür es direkt Rot gab, ist die Entrüstung der Inter-Spieler verständlich. Es war kein Ellbogenschlag, wie von einem Mitarbeiter Barcelonas angedeutet; allerdings erscheint es auch keine natürliche Handbewegung.

Man könnte zwar argumentieren, dass Motta seine Hände wie nahezu jeder Spieler im Zweikampf einsetzte und Pech hatte, Busquets im Gesicht zu erwischen, der die Situation dann logischerweise ausnutzte, aber es ist schwer, hier die Grenze zu ziehen. War das Einsetzen der Hände wie in einem normalen Zweikampf hier wirklich nötig? Und auch auf diese Weise?

Grundformationen nach der roten Karte

Grundformationen nach der roten Karte

Der Schiedsrichter empfand es als Tätlichkeit; ich nicht. Die rote Karte dürfte dennoch vertretbar sein. Eventuell hätte es mit einer zweiten gelben Karte weniger Diskussionen gegeben, doch hierzu muss man sagen, dass diese gelbe Karte wegen „Foulspiels“ eher unberechtigt gewesen wäre. Im Verbund mit der knappen ersten gelben Karte, die ebenfalls vertretbar, aber sicherlich umstritten ist, wäre die Entscheidung womöglich nicht weniger kritisch beäugt worden. Es war diese vieldiskutierte Entscheidung – und mit dem Besprechen dieser wollte ich nichttaktischen Diskussionen im Artikel zuvorkommen –, die das gesamte Momentum veränderten und Mourinho zu Umstellungen zwangen.

Veränderungen

Mourinho stellte Milito von der Mittelstürmerposition auf die rechte Seite und verschob Eto’o von rechts nach links. Daraus lässt sich vermuten, dass mit Pandev statt Chivu wohl ähnlich aufgestellt worden wäre. Eto’o war nämlich für die Rolle auf der linken Seite besser geeignet: er kannte nicht nur die Bewegungen Alves‘, Messis und die Aufgaben des Mittelstürmers, sondern konnte mit seiner Dynamik eventuell kleinere Fehler im Stellungsspiel ausgleichen. Milito auf der anderen Seite hingegen hatte mit seinem defensiveingestellten Bruder geringere Probleme und Maicon nahm Pedro, abgesehen von einigen wenigen Szenen, im Alleingang aus dem Spiel und orientierte sich wie zuvor leicht mannorientiert an ihm.

Chivu ging nun von links in die Mitte und übernahm Mottas-Rolle. Im Endeffekt entstand kein 4-4-1, sondern das gleiche System wie vorher nur ohne Stürmer; nehmen wir die vorherige Zahlenchiffrierung wäre es ein 4-4-1-0-0, was absolut schwachsinnig klingt, aber die Tiefe und Kompaktheit noch am besten erklärt.

Barcelonas Pyramide, Szene bei 38:01 - die pure Offensive

Barcelonas Pyramide, Szene bei 38:01 – die pure Offensive

Diese Spielweise wurde gelegentlich fünferkettenähnlich gespielt, ballfern ließen sich die Außenstürmer nach hinten fallen und schoben dadurch die Kette heraus und der ballnahe Flügelstürmer konnte den Ballführenden auf Außen pressen. Der Raum zwischen Sechzehner und Auslinie wurde großteils offen gelassen.

Bei Pässen Barcelonas hätte man sie dort stellen und attackieren können, Flanken wären gleichzeitig im Normalfall kein großes Problem geworden. Barcelona verweigerte sich dieser Pressingfalle aber und versuchte über den Ballbesitz Chancen zu erspielen.

Eine Schlüsselrolle sollte dabei Toure spielen. Dieser ging noch stärker in den rechten Halbraum und zeigte sich sehr offensiv. Alves spielte jetzt etwas breiter und nach der Halbzeit wurden die Veränderungen erst wirklich klar. Pep Guardiola hatte Maxwell für Milito gebracht und die Abwehrreihe erinnerte jetzt an jene offensive Dreierkette, welche gelegentlich in der Saison 2011/12 genutzt wurde.

Maxwell überlud die Seite, Yaya Touré rückte stark in den Halbräume auf, Pedro und Alves gaben die Breite, vorne gab es Ibrahimovic und Keita als zwei Fixpunkte, während Messi sich vom Halbraum frei ins Zentrum bewegte. Es schien, als würden sich Touré und Messi als Mittelfeldspieler neben Xavi abwechseln.

Defensiv war Pique zumeist der alleinige Verteidiger mit vorgeschobenen Halbverteidigern und Busquets als tiefer Unterstützung. Touré spielte meistens 20-25 Meter vor der Mittellinie und Pique agierte gute 10-15 Meter davor als Absicherung. Von einem klassischen Kettenspiel kann nur noch selten gesprochen werden. Barcelona nutzt die Überzahl und Enge rigoros, was letztlich in 86% Ballbesitz resultiert. Gegen die gependelte Sechserkette beziehungsweise die Viererkette kamen sie dennoch nicht durch, weswegen Pep Guardiola in der 62. Minute wechselte.

Anpassungen

Bojan Krkic und Jeffren Suarez kamen für Ibrahimovic und Busquets. Damit wurden die Karten abermals neu gemischt, denn Pedro ging auf die rechte Seite und Jeffren auf die linke. Beide gaben die Breite und Bojan im Zentrum übernahm den beweglichen Part Ibrahimovics, welcher nach den Veränderungen wegen des Platzverweises zunehmend statischer wurde. Keita blieb als Brecher bei Lucio und Maxwell bespielte mit Alves die Halbräume, versuchte die Außen zu überladen oder diagonal zu agieren. Messi suchte den Raum zwischen den Linien und spielte hinter den vier Stürmern und vor Touré und Xavi, die von Pique abgesichert wurden.

Szene bei 72:34, die asymmetrische Formation Inters

Szene bei 72:34, die asymmetrische Formation Inters

Nur fünf Minuten später reagiert Mourinho. Er bringt Sulley Ali Muntari für Wesley Sneijder und stellt minimal um. Einerseits wurde die Stabilität durch einen defensivstärkeren Akteur erhöht, andererseits gab es eine leichte formative Anpassung. Man hatte nun ein asymmetrisches 4-3-1-1/4-5-0/5-4-0, in der Milito und Muntari offensive Aufgaben erhielten. Eto’o spielte beinahe als Linksverteidiger und ließ sich oft nach hinten fallen, während Muntari und Milito sich bei dem sporadischen Ballbesitzphase nach vorne orientierten.

Milito schob dann von rechts diagonal in die Spitze und Muntari agierte als zweiter „Stürmer“; Ziel war das Erhöhen der Ballbesitzphasen, dadurch ein Aufrücken und im Endeffekt eine „positive“ Zeitverschwendung. Dadurch war die rechte Seite öfters nach Ballverlusten offen, doch mit dem tiefen Eto’o konnte das zentrale Mittelfeld auf die Seite schieben oder Maicon etwas herausrücken. Mit Keita vorne und ohne wirkliche Gefahr durch Maxwell war das Risiko aber gering.

In der 82. Minute stellte dann Mourinho abermals um und brachte Cordoba statt Milito. Eto’o übernahm Militos Position zwischen rechten Mittelfeldspieler und Mittelstürmer, während Cordoba sich zwischen Lucio und Maicon in die Abwehr eingliederte. Jetzt war es ein klareres 5-3-1/5-4-0 und Muntari ging auf die linke Seite.

Dadurch erhielt Inter aber Probleme mit dem Abseits. Je mehr Spieler der Abwehrreihe agieren, umso schwieriger ist die Abstimmung im Linienspiel. Beim Tor von Pique, der nun als offensiver Libero agierte und bei Ballbesitz als Mittelstürmer in die Spitze schob, war es eine knappe Entscheidung. Cordoba reagierte etwas später als alle anderen, schaffte es aber dennoch herauszurücken – nicht aber Muntari auf links, der wohl das Abseits mit einer Bewegung zurück aufhob. Ob es letztlich doch Abseits war, ist kaum erkennbar. Gehen wir davon aus, dass der Schiedsrichter schon Recht hatte.

Nach dem Tor wurde es letztlich ein klares 6-3-0. Zuvor ließ Muntari schon nach hinten fallen (wie beim Tor) und spätestens als noch Mariga statt Eto’o eingewechselt wurde, spielte Inter mit sechs klaren Verteidigern und Mariga mit Chivu und Cambiasso im Mittelfeld. Eingewechselt wurde Mariga übrigens statt Eto’o; auch dieser musste der Rolle als Läufer auf der rechten Seite Tribut zollen. Die Niederlage wurde aber noch über die Zeit gebracht – und die große Frage nach dem Spiel lautete, wie man dieses Husarenstück vollbracht hatte.

Zwang zum Pass

Ein Fehler vieler tiefstehender Barcelona-Gegner ist es, dass sie nicht nur tief stehen, sondern auch passiv agieren. Barcelona lässt den Ball dann zirkulieren und den Gegner verschieben. Problematisch wird dies dadurch, dass sie immer ein freies Sichtfeld haben, ihre Bewegungen als Täuschungen nutzen und entstehende Löcher effektiv bespielen können.

Bei Inter gab es dies nicht beziehungsweise nur in der Schlussphase, wo die Gefahr auch am größten erschien. Über weite Strecken des Spiels hinweg wirkte Barcelona nicht kreativ und gefährlich, was an der Bewegung der Inter-Spieler lag.

Szene bei 84:21, die 5-4-0 -Anordnung

Szene bei 84:21, die 5-4-0 -Anordnung

Motta wich immer heraus, Cambiasso stellte seinen Gegenspieler und überall wurde sehr antizipativ agiert. Inter bewegte sich als Kollektiv zurück, wenn sie den Ball verloren, aber einzelne Spieler wichen heraus und sorgten für Druck auf den Ballführenden. Die Viererkette war in der Rückwärtsbewegung eng und vorsichtig, die Außenstürmer eilten schnell zurück – Chivu ging meist gar nicht nach vorne – und Motta, Sneijder und Cambiasso besetzten ihre Position und schoben aus dieser nach vorne.

Diese Bewegung nach hinten und dann nach vorne war aus Stabilitätsgründen und auch dem Deckungsschatten überaus wichtig. Ein Attackieren von hinten sorgt für mehr Geschwindigkeit bei Barcelonas-Spielern und wegen mangelnder Positionsbesetzung Inters hätten sich Löcher offenbart. Indem Motta und Co. aus dem Mittelfeld nach vorne gingen, attackierten sie frontal und hatten einen Deckungsschatten auf ihre Position. Mit den vielen freien und intelligenten Mannorientierungen versperrten sie die Wege für Doppelpässe, desweiteren war die Formation Barcelonas wegen Keita ohnehin zu sehr zerrissen dafür.

Hinzu kam dann das herausragende individualtaktische Verteidigen gegen Messi, der immer wieder intelligent übernommen wurde und nur zwei Mal mit der Grätsche attackiert wurde. Ansonsten versuchten sie ihn mit leichten Fouls ohne Risiko auf die gelbe Karte im Verbund zu stoppen, ihn aus der Balance zu bringen und Messis Laufweg in einen Mitspieler zu leiten. Messi hatte bei seinen Dribblings selten die Möglichkeit ins Eins gegen Eins zu gehen, wurde konstant in Engen geleitet, wo man ihm den Abschluss versperrte und selbst beim Versäumen des Ballgewinnes zumindest vom Tor wegführte.

Dieses kollektive Zurückweichen mit individuellem Herausweichen (Motta und sogar Lucio waren neben Cambiassio hervorragend) sowie die vielen Mannorientierungen (u.a. auch Samuel gegen Ibrahimovic, neben den drei flexiblen Messi-Manndeckern und den gelegentlichen Zuteilungen auf Xavi) ausschlaggebend. Ein weiterer Aspekt lag aber auch woanders begründet.

Kommunikation

Das wahre Geheimnis des Erfolges lag in der Kommunikation. Durchgehend gestikulierten die Spieler, teilten sich gegenseitig ein und waren das Sinnbild für konstruktive Kritik. Lucio wich aus seiner Position – Cambiasso füllte sie. Zanetti ging mit Messi mit, deutete Motta  und Chivu ließ sich in der Zwischenzeit nach einem Schulterblick fallen. Was der FC Barcelona über seine Pässe und seine Spielphilosophie macht, wurde bei Inter über verbale Kommunikation und die taktische Organisation gelöst.

Dies ist nicht nur ein Kompliment an José Mourinho, sondern sogar noch viel mehr an die Mannschaft; flache Hierarchie, eine Mannschaft voller mündiger Spieler in der Blüte ihrer Reife zeigte eine der spielintelligentesten Leistungen in der Geschichte des Weltfußballs. Der „Sieg“ hatte denkbar wenig mit der ultradefensiven Ausrichtung zu tun. Letztendlich war es ein tiefes Mittelfeldpressing, welches von einem Abwehrpressing abgelöst wurde und erst in der Schlussphase eben wegen des 6-3-0 anfällig wurde, das den Krieg gewann. Die Grundlage wurde jedoch zuvor beim 3:1 in Mailand gestellt, der wahren Ursache des Weiterkommens, welche wir in nächster Zeit ebenfalls analysieren werden.

Fazit, Statistiken und Nachwehen

Dieses Spiel sollte den Mythos nähren, gegen Barcelona könne man nur mit einer destruktiven und ultradefensiven Spielweise gewinnen; obwohl Inter verlor.

20 Abschlüsse Barcelonas bei nur vier Torchancen zeigten zwar die Verriegelung des Strafraumes gut, doch Inter hatte nur einen einzigen Abschluss, als Chivu nach der Halbzeit bei einem Freistoß aus 35 Metern weit und denkbar ungefährlich verfehlte. Bei Barcelona hingegen blieben aus der Startelf nur Valdes und Busquets ohne Schuss aufs Tor. Gleichzeitig hatte Barcelona eine defensiv gute Spielweise, sie stellten die Gegner fünf Mal ins Abseits, was dank der effektiv gespielten Zweierlinie kein Problem war.

Doch 20:15 Fouls sprachen nicht nur für das aggressive Pressing Barcelonas, sondern auch eine intelligente Maßnahme Mourinhos. Schon einmal schrieb ich in einer Analyse über den FC Barcelona über taktische Fouls und taktisches gefoult-werden. Mourinho wies seine Spieler zu Letzterem an, oftmals ließen sie sich bei leichten Berührungen der Barcelona-Spieler fallen.

Eine Schwalbe im klassischen Sinne ist dies nicht, die Berührung ist vorhanden und auch ausreichend, doch Inters Akteure entwickelten in dieser Partie ein untrügliches Gespür dafür, wie und wann sie fallen konnte. Dadurch unterbrachen sie den Spielfluss, erholten sich kurz und konnten aufrücken, was Barcelona in die Tiefe und zu einem neuen Spielaufbau zwang. Es verhinderte Ballverluste im Gegenpressing und dieser ist bekanntlich der beste Spielmacher.

Auch das Zeitspiel wurde intelligent genutzt. Leichtes Zögern, Herumblicken und langsames Ausführen kosteten Barcelona Zeit und Nerven. Julio Cesar sah zwar in der 35. Minute bereits Gelb wegen Zeitspiels, ansonsten konnte der Schiedsrichter kaum eingreifen.

Letztlich war es kein Sieg der Tiefe, sondern ein Sieg der Spieler, der Organisation und Kommunikation unter ihnen. Auch das Trainerduell war sehenswert, viele kleine Anpassungen und Mourinhos legendäres Spiel mit den Balancen in den Räumen waren hier die auffälligsten und interessantesten Merkmale. Inwiefern Inters Weiterkommen verdient war, darüber sollen Fans streiten.

Aus taktischer Sicht war dieses Spiel ein Sieg und eine Niederlage für den Fußball. Ein Sieg, weil Mourinho und seine Spieler sich durchgehend intelligent verhielten und in der Anfangsphase sowie später bis zur Schlussphase herausragend verhielten; eine Niederlage, wegen der vielen schlechten und falsch interpretierten Kopien in den folgenden Jahren und der daraus resultierenden schlecht interpretierten Betrachtungsweise dieses Spiels, die insbesondere mit den sogar fehlgeschlagenen letzten Minuten zusammenhängt.

Ein frohes Fest allen Lesern!

blablub 10. May 2013 um 20:47

Hallo Leute!

Ich muss morgen ein kurzes Essay in der Uni abgeben und suche noch eine Quellenangabe, die ich aber bisher trotz vieler Bemühungen nicht gefunden habe (allerdings bin ich davon überzeugt, dass die Aussage auf SV.de gelesen zu haben).
Es geht darum, wie Mourinho, nach eben obigem Spiel gesagt hat, dass sie (Inter) den Ball teilweise hergeschenkt haben, um nicht in den Strudel “Ballbesitz-Gegenpressing-Torchane für den Gegner” zu geraten.
Wäre super, wenn mir da jemand weiter helfen kann!
lange lebe Sv.de!
Grüße

Michael

ps.: Ja, natürlich muss ich das Teil heute Abend um 00:00 abschicken.

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RM 10. May 2013 um 21:00

Mourinho claimed the key to success against Barcelona was relinquishing possession. “We didn’t want the ball because when Barcelona press and win the ball back, we lose our position – I never want to lose position on the pitch so I didn’t want us to have the ball, we gave it away,” he said.

Aus dem Guardian. Ausreichend? =)

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blablub 11. May 2013 um 07:46

du bist der beste! merci!

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Zman 20. February 2013 um 02:53

wie kann man denn die kompletten spiele downloaden?
ich hab von sowas keine ahnung, aber viele spiele fallen mir spontan ein, welche ich gern nochmal sezieren würde ;-).

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John 24. June 2013 um 19:52

Try RojaDirecta. I downloaded this game from there but it was about a year ago, so the game might have been deleted by now.

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Bernhard 9. January 2013 um 18:29

Danke für die großartige Analyse!
Weißt Du vielleicht, wo man noch Statistiken (vor allem wegen der Laufleistung Inters,die unglaublich hoch sein musste) finden kann? ;)

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RM 9. January 2013 um 19:03

Auf uefa.com müsste man was finden.

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Bernhard 9. January 2013 um 20:13

Hab leider generell keine Laufstatistiken gefunden,alles andere schon..

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Tank 6. January 2013 um 02:44

Schöne Analyse über einen schmerzhaften Abend. Besonders der Part zur Kommunikation innerhalb der Inter-Mannschaft ist super. Warum der Part zur Roten Karte reinmusste, versteh ich nicht ganz, schadet aber ja auch nicht. In der Retrospektive muss man natürlich sagen, dass Barca heute wohl nicht mehr mit jemand wie Keita in ein solches Spiel gehen müsste, was, wie auch von euch angedeutet, große taktische Bedeutung hätte. Damals gab es außer dem noch sehr ungeschliffenen Talent Thiago Alcantara eben keinen Ersatz-Kreativspieler im Barca-Kader. Das hat sich mit Fabregas und dem gereiften Thiago massiv verändert. Auch Affelay muss hier genannt werden. Dafür, dass Barca in dieser Richtung tätig wurde, dürfte das Inter-Spiel ein Grund gewesen sein.

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96er 27. December 2012 um 01:47

Großartige Analyse. Vielleicht sollte doch das System vom Football eingeführt werden und Mourinho Defensiv-Coach werden. :D Hut ab vor dieser Leistung. Mit der Leistung im Hinspiel klar verdient weiter gekommen. Wenn nur alle Menschen diese Analyse lesen wurden und weniger auf dem defensiven Stil rumhacken, weil sie keine Ahnung haben.

Ein kleiner Fehler:
“Das taktische Mittel der vertikalen Innenverteidiger sollte schließlich nach der ominösen roten Karte für Thiago Motta…” und weiter?

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HW 27. December 2012 um 10:04

Für mich ist dieses System American Football nicht direkt übertragbar. Im Fußball hat man ja immer die gleichen Spieler auf dem Feld, egal ob verteidigend oder angreifend, und die Spielphasen gehen fließend in einander über.
Es gibt zwar den Schritt zu speziellem Offensiv- und Defensivtraining. Aber dabei darf es nie zur totalen Trennung dieser Spielphasen kommen. Der Extremfall wäre eine vom Angriff unabhängig entwickelte Verteidigungsstrategie. Sehr tief verteidigen aber im Angriffsspiel auf kurze Wege zum Tor setzen passt z. B. nicht zusammen.

Außerdem gibt sich Mourinho nicht mit der Rolle eines Spezialtaktiktrainers zufrieden, dafür hat er zu viele Stärken in anderen Bereichen.

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96er 28. December 2012 um 02:11

War auch eher als scherz gemeint. Natürlich ist das System nicht übertragbar, beim football sind es ja sogar unterschiedliche spieler in offense und defense.

Ich kenne zwar mou nicht persönlich, aber glaube nicht, dass es sich jetzt noch von ein Head-Coach auf der Nase rumtanzen lassen würde. :D

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RM 27. December 2012 um 11:29

Danke, ist korrigiert!

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Gernot H 26. December 2012 um 21:53

Erinnere ich mich falsch, oder war das nicht das Spiel mit dem aberkannten Tor Bojans…?
Kein Wort dazu im Artikel? :(

War mir damals nicht sicher, ob das wirklich irregulär war. Weiß es heute auch noch nicht. Das Spiel wäre wohl etwas anders in die Geschichte eingegangen, wäre Inter rausgeflogen…

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RM 27. December 2012 um 00:07

Doch, war es. Aber ich wollte kein Fass aufmachen.

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Jose Mourinho 5. January 2013 um 21:46

Kein Fass aufmachen?

http://www.imagebanana.com/view/ycab0i1u/123234.jpg
Ich glaube Fehlentscheidungen gab es auf beide Seiten, da sollte sich keiner beschweren schon gar nicht Barcelona…

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BB 26. December 2012 um 11:10

Ich kann es auch als gebürtiger Katalane nur wiederholen: Hut ab vor Inter Mailand. Ich habe damals schon nicht verstanden, weshalb soviele auf den Italienern rumgehackt haben, wer gewinnt, der hatte am Ende Recht. Ich sehe aber das Hinspiel als wichtiger, das 3:1 hat uns das Genick gebrochen, nicht das Rückspiel.

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RM 26. December 2012 um 17:12

Nach deinem Satzbeginn habe ich eher mit “Sento ganes de plorar.” gerechnet. :)

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BB 26. December 2012 um 19:28

Nun ja nicht wirklich. Mich erfüllt es eher mit Stolz, wie wir gespielt haben. Mehr als 90 Minuten genau das Spiel gespielt, wie wir es wollen, keine Sekunden daran gezweifelt. Ob man es als Sieg für die Philosphie sehen kann – naja. Aber auf jeden Fall sind wir mit wehenden Fahnen untergegangen.

Reply

Philipp1234 26. December 2012 um 09:08

“Schon einmal schrieb ich in einer Analyse über den FC Barcelona über taktische Fouls und taktisches gefoult-werden.”

Man sollte noch anmerken, dass Barca mindestens so gut im “taktisch gefoult-werden” ist. :-) Es gibt viele, die Spieler wie Sergio, Pique oder Alves, die halt auch selber keine Engel sind, nicht mögen, weil sie bei Fouls aus einer Mücke einen Elefanten machen.
Aber ich sage: Wenn der Schiri pfeift, waren sie clever! Gilt genauso aber auch für Drogba in der letzten CL-Season. Bei ihm konnte ich es aber nach 2009 absolut nachvollziehen. ;-)

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RM 26. December 2012 um 11:22

Natürlich, absolut. Alves und Pique würde ich da gar nicht mal so stark sehen, Iniesta und Busquets sind da genial; keine Chance auf einen Pass, aggressives Pressing? Ball weg schieben, Körper hinstellen, Körperkontakt, umfallen.

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asti80 25. December 2012 um 22:56

Rein taktisch gesehen, war das Spiel eine Meisterleistung seitens Jose Mourinho. Aber für den gemeinen Fussballfan war dieses Spiel zusammen mit dem CL-Finale 2012 das schlimmste, was er erlebt hat.
Catennaccio in Reinform, ohne wirklichem Esprit, dafür mit brualer Defensive.

Vor dem Spiel fand ich Mourinho als Trainer wirklich klasse, aber danach hat er massig an Ansehen bei mir verloren, denn er offenbarte, dass er sich nur auf die Defensive versteht, die Offensive ist eher Zufallsprodukt. Siehe aktuelle Saison bei Real.

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RM 25. December 2012 um 23:36

Ich empfand eigentlich nur die Defensive in den letzten Minuten sowie den Offensivverzicht als “brutal defensiv”, ansonsten einfach eine hervorragend eingestellte Mannschaft mit hervorragendem hohen Abwehrpressing. Kein Vergleich zu Chelsea vergangene Saison imho.

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DK 25. December 2012 um 15:57

Hallo,vielen Dank für diese super interessante Analyse auf taktisch höchstem Niveau.Kann dir RM nur zustimmen.Inters Kommunikation und die individuell taktischen Höchstleistungen waren der Erfolgsschlüssel. Habe eine Frage und zwar hast du das Spiel auf DVD oder wo hast du es dir nochmal angesehen. Gehe mal davon aus dass du nicht damals alles aufgeschrieben hast. Danke

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Jose Mourinho 25. December 2012 um 19:49

Ich suche das Spiel auch schon seit Jahren im Internet, konnte damals leider nur die letzten 20min sehen…

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Baum 25. December 2012 um 19:57

Sie waren doch dabei, Herr Mourinho. ;)

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RM 25. December 2012 um 20:16

Seit Jahren? Ich habe jetzt einmal Suche bei Google geklickt und kam auf der ersten Google-Seite direkt zu drei Ergebnissen. Einmal, zweimal, dreimal. Natürlich rate ich aber jedem von Downloads von diesen widerlichen Fileshareseiten ab. Igitt.

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