Montag, 01.09.2014

Schalke 04 – Bayern München 0:2

Zuhause empfingen die Schalker den Rekordmeister und Tabellenführer aus München. Die Bayern starteten bislang hervorragend in die Saison und wollten nach dem gestrigen Dreier der Frankfurter keine Federn lassen, sondern einen Erfolg in Gelsenkirchen feiern. Schalke versuchte dies mit einigen interessanten Ideen zu verhindern, scheiterten letztlich an zwei herausragenden Aktionen von Thomas Müller in einer vom Spieltempo sehr wechselhaften Partie.

Wechselwirkungen der jeweiligen Formationen

Der Gastgeber trat in einem nominellen 4-3-3-System auf. Dieses Mal spielte Holtby noch etwas tiefer als in den letzten Partien und brach somit die Anordnung im 4-2-3-1. Das Ziel war es wohl, dass die Bayern durch das Zentrum weniger Angriffe fahren konnten, womöglich wurde diesbezüglich auch mit einer Aufstellung Martinez‘ von Beginn an gerechnet.

Grundformationen zu Spielbeginn

Alles in allem funktionierte dieses Ziel in Anbetracht der Umstände gut, da die Bayern verstärkt die Außen bespielten, wie sie es gegen die Mainzer bereits taten. Vorne wurde Huntelaar bisweilen im Pressing von Holtby oder einem Außenspieler unterstützt, doch dort blieb es meist bei nur einem Stürmer.

Auf den Flügeln begannen Farfan auf rechts und Draxler auf links. Ziel war es, dass Draxler mit seinen spielgestalterischen Fähigkeiten etwas einrücken sollte oder wie am letzten Spieltag einen Schuss durch einen inversen Lauf auf das Tor bringen sollte. Farfan auf rechts sollte mit seiner Dynamik Missmatch zu bayrischen Ungunsten aufgrund Badstuber ergeben, doch dazu kam es selten. Die Räume nach vorne und die Situationen ergaben sich schlicht nicht. Badstuber kümmerte sich um die offensiven Aufgaben seiner Position sehr konservativ und auf Sicherheit bedacht, wodurch er den Schalkern im Umschaltspiel nur wenige Räume überließ. Kaum verwunderlich, dass 45% der Angriffe Bayerns über die rechte Seite kamen: links fehlte meist der Außenverteidiger im Aufrücken, zentral stand man drei Gegenspielern gegenüber. Über die Mitte kam übrigens nur ein Viertel der Angriffe.

Zurück zu den Schalkern: Neustädter und Jones komplettierten das Mittelfeldtrio mit Holtby, in der Viererkette gab es auf den defensiven Außen wieder Höwedes auf rechts und Fuchs auf links. Zentral spielten die etatmäßigen Innenverteidiger Matip und Papadopoulos. Diese beiden kümmerten sich meist gemeinsam um Mario Mandzukic, der sich enorm viel bewegte. Der Kroate wich immer wieder auf die Flügel aus, ließ die Mitte verwaisen und öffnete Räume für seine Mitspieler. Es darf davon auszugehen sein, dass diese Rolle von Heynckes bewusst geplant wurde. Ein Indiz dafür ist die Auswechslung Mandzukics für Martinez, was Müller in die Rolle des Mittelstürmers schob.

Der zweifache Scorer ist beileibe kein Mittelstürmer, auch wenn er gewisse hochinteressante Aspekte in diese Position bringen könnte – aber er ähnelt der Rolle Mandzukics in dieser Partie noch am stärksten im Kader, mehr als ein Pizarro. Der Peruaner kann zwar auch auf die Außen ausweichen, wie er es gegen Valencia tat, doch es gibt gewisse Unterschiede hinsichtlich Raumpositionierung, Grund des Ausweichens und Ausspielbarkeit der Angriffe.

Ursprünglich begann Müller auf der rechten Außenbahn, wo er entweder Räume für Lahm in der Diagonale öffnete, selbst diese Wege ging oder sich an Rochaden beteiligte. Diese Rochaden betrafen vorrangig Mandzukic, mit Rechtsaußen Robben gab es zumeist Rotationen, also Positionswechsel und die dazugehörigen Änderungen. Kroos blieb zumeist in der Mitte, was auch an dem Schalker Dreiermittelfeld lag. Gustavo orientierte sich lose an Holtby und versuchte dessen offensive Passwege zuzustellen, doch diese Mannorientierung wurde aufgrund der gegnerischen Gleichrangigkeit in der offensiven Beteiligung selten eingehalten. Vielmehr suchten sowohl Schweinsteiger als auch Gustavo die ideale Positionierung im Raum und passend zum Gegner, was insbesondere an der Spielweise der Außenverteidiger lag.

Flügelfokus, Dreierkettenbildung, raumfüllende Sechser

Um dem Missmatch zwischen Farfan und Badstuber zu entgehen sowie Draxlers Einfluss gering zu halten, orientierten sich die bayrischen Außenverteidiger teilweise sehr eng am Mann.

so stellten die Außenverteidiger Bayerns die gegnerischen Außenstürmer – blau sind die Räume, welche für gefährliche Diagonalbälle offen sind

Ein Fokus auf den Mann ist auf den Flügeln sehr häufig gegeben, sowohl defensiv als auch offensiv, doch zumeist wird dieser erst im letzten Drittel verengt, davor bleibt das Kettenspiel mit vier Akteuren zumeist starr. Die Bayern hingegen zeigten sich flexibel, gingen einige Male ins zweite Drittel und attackierten dort bei Ballannahme, weswegen die Schalker kaum Angriffe fahren konnten.

Eine Drehbewegung wurde unterbunden und schnelle Rückpässe mit Drehung und Vertikallauf waren Mangelware. Desweiteren sicherten die bayrischen Sechser intelligent ab. Die beiden zentralen Mittelfeldakteure verschoben in dieses entstehende Loch hinein, die Kette schob dahinter nach, wodurch eine 3-3-Stellung in Ballnähe entstand. Diese wurde durch den im Idealfall rückwärtspressenden Flügelstürmer sowie dem ballfernen Außen und Kroos komplettiert, was es zu einem sehr engen 3-3-3-1 machte. Darum gab es in der ersten Halbzeit einige erfolgreiche Seitenwechsel der Schalker zu sehen, welche damit grundlegende die Schwächen einer solchen in der Horizontale engen Formation aufdecken wollten.

Wohlgemerkt spielten die Münchner diese Anordnung nur in bestimmten Pressingphasen, ansonsten war es natürlich das klassische 4-2-3-1 mit geplantem Wechsel zum 4-4-2 im Pressing, wo Kroos dann vorne Mandzukic unterstützte. Die Bayern waren aber nicht die einzigen, welche ihre Formation anpassten.

Die Formationswechsel bei den Schalkern

Im Gegensatz zu den Münchnern, welche diese Formation nur in kurzen Momenten aufblitzen ließen, waren die unterschiedlichen Phasen der Gelsenkirchner klar erkennbar. Im Aufbauspiel hatten sie ein 4-1-4-1/4-3-3 mit Holtby und Jones vor Neustädter, der bei Bedarf noch weiter zurückfiel. In dieser Formation rückten sie auf und bespielten sie, wobei die Flügelstürmer den Weg nach vorne suchten und Holtby sich anspielbereit machen sollte.

4-3-2-1 der Schalker – entlang der Linie sind Räume frei, außerdem können die Bayern auch solche engen Räume bespielen und selten waren die Schalker wirklich kompakt oder generell oft genug in dieser Anordnung, um effektiv zu sein

Auch im Pressing wurde diese Anordnung genutzt, doch oftmals wurde daraus eine Art 4-3-2-1. Mainz spielte komplett in dieser Formation gegen die Bayern, Valencia ließ es in bestimmten Phasen ebenfalls aufblitzen. Schalkes Phasen erinnerten an jene der Spanier, welche das grundlegende Prinzip der Mainzer variabler nutzen wollten: Verengung des Raumes im letzten Drittel, verstärktes Attackieren mit erhöhter Tiefenstaffelung und Sicherheit in der Ebene dahinter.

Zumeist wird der Gegner bei dieser Anordnung angelaufen und auf eine Seite gezwungen. Der ballnahe Außenstürmer rückt auf, sein Gegenüber bleibt auf Höhe der Sechser und formiert eine Dreierkette. Mit dem höchsten zentralen Mittelfeldspieler und dem aufgerückten Außenspieler bildet der Mittelstürmer ein Dreieck und verschiebt dann auf den Ballführenden, während die Kette dahinter auf die Seite schiebt und Räume in der Vertikale zustellt.

Allerdings eröffnet das Umschalten von einer Formation auf die andere Löcher, andererseits muss die Kette gut nachrücken, was aufgrund der unterschiedlichen Spielertypen nicht immer klappt. Desweiteren entsteht ein neues Band in der Formation. Aus drei Bändern (bspw. 4-3-3) wird ein vierbändiges System (4-3-2-1). Die vertikale Kompaktheit ist weniger stabil und bei schwachem Bespielen dieser Formation sehr anfällig. Darum hatten die Bayern einige gefährliche Szenen entlang der Linie, als die Kette im Mittelfeld nicht ausreichend verschob und weite Räume mit einem parallelen Linienpass geöffnet wurden. Durch die mangelnde Kompaktheit konnte dann in die Zwischenräume der Formation eingedrungen werden, wegen der Geschwindigkeit des Raumüberbrückens war effektives und effizientes Rückwärtspressing der aufgerückten Spieler kaum möglich.

Zusammenfassung und kleine Punkte, welche relevant zum Spielverlauf, zur Spielentscheidung und zum Spielgeschehen sind

  • Die Schalker sind variabel im Pressing, aber nicht erfolgreich, vertikal fehlt die Kompaktheit, doch die Bayern nutzen das nur inkonsequent
  • Beide Mannschaften wirken oftmals etwas passiv, daraus resultieren auf beiden Seiten sehr hohe Passerfolgsquoten
  • Die Münchner verhindern jedoch das Drehen der Außen und die Gefahr darüber über weite Strecken, während Schalke dank sehr guter Aktionen der Innenverteidiger sowie eigener Ineffizienz die Dominanz nicht ausspielen kann
  • Bayern bis zum Treffer keineswegs viel stärker, sondern leicht überlegen und dank zweier Geniestreiche von Müller gewinnen sie das Momentum für die gesamte Partie in wenigen Minuten
  • Heynckes suchte die Außen mit seiner Mannschaft, Robben und Müller wurden gar nominell richtigfüßig aufgestellt und Mandzukics Bewegungen verstärken dies noch. Später geht Müller in die Sturmspitze, Robben ist ohnehin im Spielverlauf immer öfter rechts und mit Kroos auf links sowie Martinez zentral wird eine enorm passstarke Mannschaft aufgestellt
  • Symbolisch Schweinsteigers Umstellung nach dem Seitenwechsel: Müller nun öfter in der Mitte, Heynckes erhöht den Fokus in der Mitte und auf die finale Aktion, Kroos variiert nun auch auf links, während Schweinsteiger auf der starken rechten Seite spielt sowie ein kreatives Gleichgewicht in der Breite herstellen soll

Fazit

Es war eine Partie mit vielen trägen Phasen, in welcher beide Mannschaften die vorhandenen Räume nur suboptimal bespielten. Bayern nutzte dann in Form von Müller kaum vorhandene Räume durch eine individualtaktische Glanzleistung und schwaches Defensivverhalten der Gelsenkirchner. Alles in allem gab es einige interessante Ideen der Trainer, welche allesamt etwas schwerfällig umgesetzt wurden. Dadurch entstand aus einem potenziellen Kracher eine anständige, aber keine berauschende oder spektakuläre Partie.

Sacchi 24. September 2012 um 22:26

Zu Huntelaar:es ist hinreichend bekannt dass seine durchschnittliche Athletik und dribbelstärke ihn nie zu einem absoluten Top Stürmer werden lässt.
Nicht umsonst trifft er gegen die besten Verteidiger fast nie und hat sich bei den großen Vereinen nicht durchgesetzt und sitzt auch in der nm auf der Bank.

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PM18 25. September 2012 um 13:23

Dass Huntelaar sich in Spielen wie gegen Bayern nicht durchsetzt, liegt nicht an Huntelaar. Schon dem extrem guten Kopfballspieler Kuranyi fiel es sichtlich schwer, hohe und weite Bälle gewinnbringend für die Mannschaft zu verarbeiten, wenn er vorne alleine auf weiter Flur stand. Vielmehr war die spielerische Armut das Problem.

Schalke hat es zu keiner Zeit geschafft, einen geordneten Spielaufbau hinzubekommen. Durch die Mitte (Jones, Neustädter, Holtby) ging nichts, weil sie vom Trainer anscheinend keinen Plan an die Hand bekommen haben, wie man sich verhalten muss, wenn man gepresst wird. Konsequenz: Es wurden lange (Diagonal)Bälle gespielt, die a) oftmals ungenau durch die Gegend flogen und b) dafür sorgten, dass die Außenverteidiger (und hier insbesondere Fuchs) gar nicht erst ins Angriffsspiel eingebunden werden konnten. Dabei ist speziell das eine der Stärken Schalkes. Wobei Höwedes natürlich eine glatte Fehlbesetzung auf der rechten Seite ist. Weder harmoniert er mit Farfan noch hat er defensiv (siehe das 0-1) oder offensiv (siehe unbedrängte Flanken irgendwo ins nirgendwo) positive Aktionen.

Alles in allem ein herber Dämpfer und ein weiteres Anzeichen dafür, dass Stevens ein Trainer von gestern ist – und kein Entwickler.

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Taisumi 25. September 2012 um 16:21

@PM18: In den meisten Punkten stimme ich dir absolut zu. Das Problem mit dem geordnetem Spielaufbau sieht man häufig bei meinem Verein. Gerade auch gegen “kleinere” Vereine, die sich hinten reinstellen ist es für Schalke immer noch sehr schwierig diesen Riegel zu knacken. Das Problem wird häufig durch die Stärke bei Standards oder gut ausgespielte Konter kaschiert, die so zu Toren führen. Bis auf Rangnick gab es aber nun mal auch keinen entsprechenden Trainer auf Schalke in den letzten Jahren, der so etwas seinen Spielern aneignen kann. Bei Höwedes muss ich dir aber widersprechen. Wo soll man den im Moment sonst hinstecken? Matip und Papadopulos harmonieren bisweilen sehr gut. Auch wenn gerade Matip gegen Bayern Probleme hatte, sollte man bedenken der Junge ist erst 21. Da bleibt für Höwedes momentan nur der Platz als RV.

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Doerk 24. September 2012 um 17:47

Hier eine sehr gute Analyse der zwei Tore:

http://rekordmeister.net/post/32192313701/how-did-bayern-score-against-schalke

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mk 24. September 2012 um 11:21

Wobei in meinen Augen, die Bayern auch in der 1. HZ (mal abgesehen von den letzten 10 Minuten) deutlich besser waren.
Wenn Mandzukic und Müller einmal den Ball unter Kontroll bekommen hätten, nachdem sie freigespielt wurden, ergibt sich schon ein anderes Bild.

Das Ausweichen von MM auf die Flügel überzeugt mich auch noch nicht so ganz, er flankt häufig – da hat man dann mit Thomas Müller und Schweinsteiger 1,5 gute Kopfballspieler im Strafraum.

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datschge 23. September 2012 um 17:59

Ich habe eine sehr starke taktische Anpassung von Heynckes zur Pause gesehen.

In der ersten HZ stand Schalke wie in der Analyse beschrieben in einer 4-3 Defensivreihe hinten. Diese wurde eng interpretiert und sicherte Schalke eine beständige Überzahl vor dem Tor, während Bayern alle Freiheiten im Mittelfeld bekam, damit aber kaum Raumgewinn erzeugen konnte und phasenweise in ihr altes Muster des Erstarrens und aus suboptimalen Situationen Chancen erzwingen Müssens zurückfiel. Sie ließen sich somit auf die Enge von Schalke ein. Diese Enge nutzte Schalke für regelmäßige schnellen Umschaltaktionen, die aufgrund der breiten Stellung ihrer Vorderreihe die aufgerückte bayrische Hintermannschaft oft in Verlegenheit brachte.

Bayern reagierte darauf zur zweiten HZ mit einem konsequenten Breitstehen aller ihrer Mannschaftsteilen mit geringerer Tiefe, so dass die IVs, AVs und ASs praktisch die Seitenlinie entlang standen. Dadurch erhöhten sich zwar die Abstände zwischen den eigenen Spielern, ihre Passgenauigkeit war aber hoch genug, um durch den dadurch gewonnen Raum den Schalkern komplett den Zugriff zu verweigern. Schalke zögerte zu lange, sich auf diese Änderung einzustellen. Besonders die enge Stellung ihrer Hinterreihen wurde nun gegen sie genutzt, indem Bayern schnell von außen auf die enge Überzahlräume der Schalker zuging und gerade wegen der Überzahl eklatante Zuordnungsprobleme entstanden. Erst nach dem zweiten Gegentor reagierten sie darauf mit mehr (zahlmäßig höherer) Beteiligung am Pressing, welches durch die notwendige Mannorientierung zwar wieder mehr defensive Sicherheit bot, den Zugriff auf das Spiel, das sie noch in der ersten HZ hatten, bekamen sie aber nicht mehr zurück.

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datschge 23. September 2012 um 18:11

Ups, “mit höherer Tiefe” sollte da stehen. Geringere Tiefe ist ja vom taktischen Ansatz genau das Gegenteil…

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BenHasna 24. September 2012 um 11:07

Mehr Tiefe bei Bayern nach der Pause, ja, aber sonst hab ich einiges eher andersherum gesehen. Sicher bin ich mir auch nicht, aber habe das Gefühl, noch nicht viel Treffendes zur Charakteristik dieses Spiels gelesen zu haben.

Schalkes 4-3-Stellung vor der Pause war eben nicht sehr eng. Mag sein, dass die Schalker trotzdem immer Überzahl hatten vor dem Tor – weil eben keine Bayern da waren (fehlende Tiefe, Besetzung des hohen Zentrums; auch auf Grund Mandzukics Wege auf die Flügel). Schalke hat gerade vor der Pause sehr mannorientiert verteidigt im Zentrum. Neustädter auf Kroos und je nach Seitenwahl von Schweinsteiger/Gustavo dann Jones auf Schweinsteiger und Holtby auf Gustavo oder eben umgekehrt. Und weil sich diese drei Bayern so viel bewegen, ist man eigentlich genau vor dem Tor verwundbar, zumal die Schalker dann doch nie nahe genug an den Gegenspielern dran waren, um Angriffe im Keim zu ersticken.
Es hätte genügend Möglichkeiten gegeben für Bayern im Rücken der Schalker Zentrumsspieler etwas zu kreieren. Die Halbräume waren teils ganz weit offen. Wenn Robben links spielte, rückte er gut ein, wurde aber zu selten in den Fuss angespielt dann. Rechts stand Robben gewohnt breit, hatte aber ein, zweimal immerhin die Möglichkeit schräg in den Halbraum zu dribbeln, wurde dann aber nicht gut ausgespielt. Müller spielte fast durchgehend (zu) breit. Mandzukic blieb stehen oder wich auf die Flügel aus anstatt sich in die Halbräume fallen zu lassen und so Innenverteidiger rauszuziehen und Räume zu schaffen für Läufe in die Spitze. Schweinsteiger/Gustavo hätten vielleicht ein, zweimal mehr noch vorstossen können.

Wer dann in der Pause was geändert hat, bin ich mir nicht so sicher. Mir schien v.a. Schalke eher 4-2-3-1-ish zu beginnen, mit Jones etwas tiefer. Unabhängig davon wohl Bayern mit vertikalerem Spiel, bzw. mehr Tiefe, aber meines Erachtens eher weniger Breite in der vorderen Reihe, zumindest Robben wieder links und eingerückt. Schweinsteiger und Gustavo hatten etwas mehr Raum vor sich so und Bayern war bemüht vertikaler zu spielen. Aber dann fiel ja auch schon das Tor und dann wars aus Bayern-Sicht eh ein anderes Spiel wieder mit Fokus auf viel Ballkontrolle.

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Axel 23. September 2012 um 09:45

Ich denke, es gibt einen großen Grund, warum Bayern nicht schon in der ersten Hälfte in Führung gegangen ist. Müller ist da absolut nichts geglückt (hat er ja selber im Interview bestätigt). Jeder Münchner Angrif, in den er eingebunden war, scheiterte an seinen Stockfehlern oder Fehlpässen. Es gibt sicher Trainer, die Müller dann zur HZ ausgewechselt hätten. Gut, dass ich kein Bayern-Trainer bin ;)

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Johnny 23. September 2012 um 04:22

Es war schon erschreckend wie wenig die Schalker bis auf die paar Minuten vor der Halbzeit an Spiel nach vorn und Pressing anzubieten hatten.
Jeder Bayernspieler hatte fast immer 3-4 klare Anspielstationen und die Schalker haben zugeguckt.
So kann man nichts reißen.

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C 23. September 2012 um 01:26

also von wegen schwache Schalker Defensivleistung ich denke das 1:0 ist relativ schwer zu verteidigen, da würde ich den Schalkern keinen Vorwurf machen beim 2:0 sieht der Torwart alles andere als gut aus wobei man auch sagen muss dass Müller das hervorragend macht jeder denkt er würde versuchen noch an einen Gegenspieler vorbeizukommen dabei schiesst er aufs Tor

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Rudelbildung 23. September 2012 um 15:33

C:

“also von wegen schwache Schalker Defensivleistung ich denke das 1:0 ist relativ schwer zu verteidigen, da würde ich den Schalkern keinen Vorwurf machen…”

Beim 1:0 spielen Müller und Kroos sich gegen 5-6 Schalker durch und es gibt etliche Fehler.

1) Kroos wird nach dem ersten Abspiel nicht weiter verfolgt vom Schalker, meine es war Jones.

2) Müller steht in einem Raum vor dem Tor wo drei Schalker unmittelbar neben oder vor ihm stehen aber eben keiner nah genug an ihm dran.

3) Der Pass ist sehr offensichtlich, da in der Mitte zu diesem Zeitpunkt gar kein anderer Bayern – Akteur steht.

4) Müllers Ballannahme ist nicht gut, trotzdem verliert Matip den Zweikampf.

5) Nachdem Jones nicht nah genug an Kroos bleibt übernimmt auch Höwedes diesen nicht rechtzeitig sodass er zum Torabschluss kommt.

Das sind Minimum fünf Fehler vor dem 1:0 – die ziemlich einfach zu verteidigen waren :)

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Doerk 23. September 2012 um 21:17

Das 1:0 war ein sensationell herausgespieltes Tor, dennoch war die überzahl von Schalkes Defensive mit 6 oder 5 zu 2 natürlich evident, so dass sich mir die frage stellte, warum Kroos und mueller es überhaupt versucht haben? Aufgrund der massiven Unterzahl war ja eigentlich ein Tor nahezu ausgeschlossen.

Schalkes abwehrbesetzung ist ja auch keine schiessbude, dennoch waren die Verteidiger überhaupt nicht im Bilde. Ich führe das auf eine geänderte Spielweise der Bayern gegenüber den Vorjahren zurück, in denen ein solcher Spielzug nicht zu erwarten gewesen wäre, insbesondere Kroos’ einrücken in der Spitze. Die Schalker Verteidiger waren vermutlich auch deshalb desorientiert, weil weder Robben noch der nominelle Mittelstürmer in diesen Angriff direkt involviert waren, sondern vielmehr, dem Spiel Breite gegeben haben.

Aus meiner Sicht war auch Müllers ballannahme nicht technisch schlecht, sondern schlicht unkonventionell, er hatte den Ball jedenfalls soweit unter kontrolle, dass er blitzschnell den öffnende Pass auf Kroos vornehmen konnte.

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Der General 23. September 2012 um 22:15

Was Bayern gut gemacht hat:

Müller setzt sich zwischen drei Schalkern in den wenigen, freien Raum ab.

Kroos spielt den Pass knallhart, das dieser nicht abgefangen werden kann.

Mit der Ballannahme lässt Müller Matip aussteigen. Daher muss Papadopoulos das Zentrum öffnen.

Jetzt ist es nicht mehr zu vermeiden:
In den so geöffneten Raum legt Müller ab, Kroos ist ballnäher und lässt so Höwedes keine Chance.

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Marddin36 24. September 2012 um 14:45

Tut mir leid aber die Schalker Defensive verdient diesen Namen oft nicht.
Oft merkt man, dass Papa und Matip zu jung oder zu unerfahen sind, gehen dann zu ungestüm in einen Zweikampf und öffnen damit Räume. wie Matip beim 1:0. Die Folge ist, dass der Defensivverbund hektisch agiert und die Positionen verliert. Das war schon in der Championsleague gegen Piräus so und wird natürlich immer offensichtlicher je schneller das Spiel wird.

Ansonsten find ich die Aktion von Müller fantastisch, viele hätten versucht zum Abschluss zu kommen anstatt Kroos anzuspielen und wären geblockt wurden oder hätten den Ball auf die Tribüne geschossen.

Frage: Wenn Gomez wieder fit ist, glaubt ihr dann dass er Mandzukic verdrängen kann, da dieser ja dem Bayernspiel viel mehr Möglickeiten gibt?

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Taisumi 22. September 2012 um 23:07

Wie würdet ihr Huntelaars Leistung Beurteilen? Desweilen frage ich mich auch, warum ein Spieler seiner Klasse, gegen die Bayern und auch Dortmund im inzwischen 3. Jahr auf Schalke, nichts auf die Reihe kriegt. Ansonsten kann ich den Bayern nur zu einem verdientem Sieg gratulieren.

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Alex 22. September 2012 um 21:44

Gute Analyse. Aber warum macht ihr so wenig über Dortmund? Dortmund gegen Nürnberg fehlt, Spiel gegen Ajax nicht da. Und Schalke hat zu jedem Spiel ne Analyse und das schon oft am selben Tag. Will jetzt nicht das ewige Thema Dortmund gegen Schalke aufgreifen, aber fände es halt schöner, wenn mehr zu Dortmund käme

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MR 22. September 2012 um 22:02

Das liegt momentan einfach daran, dass ich mich (als der BVBler in der Redaktion) meist für die BVB-Spiele eintrage, aber momentan leider einen schlechten Arbeitsrythmus und andere Sachen zu tun hab (BuLi kompakt hat z.B. am Donnerstag den Vorzug vor dem Ajax-Spiel erhalten), weshalb ich die letzten drei Dortmundspiele nicht hinbekommen hab. Das Ajax-Spiele nehm ich mir aber als Vorschau für den nächsten CL-Spieltag vor und es wird in den nächsten Wochen mal einen allgemeinen BVB-Artikel als Ausgleich geben.

Kurzanalysen zu allen (!) Schalke- und BVB-Spielen gibt’s von uns übrigens in der RevierSport.

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Alex 23. September 2012 um 02:54

Nur keinen Stress. Finde es ja richtig klasse, dass ihr das alles hier macht. Weiter so! Dank euch hat sich mein taktisches Verständnis für den Fussball enorm verbessert.

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