Spaniens Probleme und mögliche Lösungen

Spielverlagerung wirft einen Blick auf die kleinen und großen Probleme, die Spanien seit der WM 2010 plagten, und präsentiert mögliche Lösungen.

Diese Taktikanalyse ist ein kleiner Probeartikel aus der Spielverlagerung EM-Vorschau. In diesem E-Book gibt es ähnliche Taktikanalysen und Hintergrundartikel zu allen 16 EM-Teilnehmern. Alle Informationen gibt es hier.

Berechtigterweise gehören die Spanier als Titelverteidiger und Weltmeister sowie angesichts ihres bewiesenen Könnens und ihrer Personallage zu den absoluten Topfavoriten auf einen weiteren Titel. Daran können auch ziemlich schwache Resultate seit der Weltmeisterschaft in Südafrika nichts ändern: Trotz der Tatsache, dass man seitdem bereits fünf Spiele verlor, gegen stärkere Gegner fast kein Spiel gewinnen konnte und im letzten Spiel des Jahres 2011 gar enorme Probleme mit Costa Rica hatte, ist bei der EM, wenn es wirklich darauf ankommt, mit einer starken Rolle der Iberer zu rechnen.

Oder doch nicht? Schließlich muss es einen Grund für die vielen schwachen Freundschaftsspiel-Ergebnisse geben. Dieser mag sich zu Teilen in der Unwichtigkeit und den Experimenten in diesen Spielen wiederfinden, doch wenn es die Motivation – wie dargelegt – nicht ist, dann muss noch ein anderer Faktor zu diesen Problemen beitragen: sportliche und taktische Aspekte. Ausgerechnet derartige Dinge könnten es schließlich sein, die den Spaniern – abgesehen von Pech, Zufall und Deutschland  – letztlich die Titelverteidigung kosten könnten. Doch was sind die Ursachen?

Spanien im WM-Finale gegen die Niederlande

Rückblende – 3. Juli 2010, Ellis Park Stadium, Johannesburg, Südafrika: Die spanische Nationalmannschaft hat soeben ein knappes WM-Viertelfinalspiel kurz vor Schluss mit 1:0 gegen Paraguay gewonnen. Doch ganz ungetrübt ist die Freude nicht – der Topfavorit hat sich erneut gegen einen defensiv soliden Gegner schwer getan und zum vierten Mal im fünften Spiel nicht mehr als einen Treffer erzielen können. Acht Tage später wird man durch ein 1:0 nach Verlängerung das Finale gegen die Niederlande und damit den ersehnten Titel gewinnen. Doch es gibt am Ende viele Stimmen, die sich von der Spielweise der Spanier enttäuscht zeigen – zu viel Ballbesitz, zu wenig Risiko, zu wenig Tempo, zu wenig Durchschlagskraft, zu wenig Torszenen und zu wenig Attraktivität.

Schon damals gab es gewisse taktische Probleme im spanischen Team, die zu genau dieser Situation beitrugen – und teilweise gibt es diese Schwierigkeiten heute immer noch.

Die Enge des Raumes

Im modernen Fußball sind die Außenverteidiger zu den stärksten Offensivwaffen vieler Teams geworden. Sie haben oftmals viel Raum vor sich, den sie attackieren können, und sorgen für mehrere positive Effekte: Sie können auf dem Flügel für eine Überzahlbildung, ein effektives Flankenspiel und ganz besonders für Breite sorgen, was den anderen Spielern wiederum erlaubt, sich stärker in die Mitte zu orientieren und dort Überzahlsituationen und Kombinationen aufzubauen.

Doch genau hier hatten die Spanier 2010 eines ihrer Probleme: Während sich Sergio Ramos auf der rechten Seite sehr gut mit nach vorne einschaltete und für viele gelungene, effektive und dynamische Angriffsaktionen sorgte, konnte der alternde Joan Capdevila auf der linken Seite derartiges nicht einbringen. Es fehlte ihm an Schnelligkeit und Dynamik, um den ganzen Flügel effektiv allein bearbeiten und konstant mit nach vorne kommen zu können. Folglich fehlte es den Spaniern gelegentlich an Breite in ihrem Spiel.

Mittlerweile hat Capdevila seine Karriere im Nationaldress beendet – somit hatten die Spanier anstelle eines nur teilweise geeigneten Kandidaten praktisch gar keinen Linksverteidiger mehr und befanden sich fast eineinhalb Jahre auf Lösungssuche. In der abgelaufenen Saison war der Aufstieg von Valencias Jordi Alba wie ein Segen für ‚La Roja‘: Der enorm schnelle, quirlige und wendige, aber dennoch spiel- und technisch starke Linksverteidiger, der zudem mit klug ausgeführten Offensivaktionen glänzte, konnte das lange  schwelende Problem auf der Linksverteidiger-Position lösen.

Seine Leistungen waren dabei oftmals nicht nur so überzeugend, dass der FC Barcelona starkes Interesse zeigt, sondern dass man nun sogar die rechte Seite als kleine spanische Schwachstelle bezeichnen könnte. Dies liegt besonders daran, dass es nicht sicher ist, ob es aktuell bei Pique für einen Stammplatz in der Innenverteidigung reicht – müsste Ramos einspringen, würde das die rechte Seite vakant machen. Gerade offensiv wäre Alvaro Arbeloa alles andere als eine ideale Lösung, während der zwar sehr abenteuerlustige, aber im Gesamtpaket weniger solide Andoni Iraola von Athletic Bilbao bei del Bosque wohl nicht genügend Vertrauen für die Rolle als Stammspieler genießt (siehe „Qual der Wahl für Del Bosque“).

Verglichen mit dieser Situation sieht es auf der linken Seite tatsächlich besser aus: Mit Málagas Nacho Monreal, der nach einiger Abstinenz dank einer starken Saison wieder ins Nationalteam zurückgekehrt ist, gibt es nun sogar einen weiteren Bewerber für den Posten des Linksverteidigers, wobei Jordi Alba wohl die bessere Wahl sein dürfte.

Das Allerwichtigste ist aber: Mit diesen beiden Spielern, die seit dem Herbst in die Mannschaft integriert wurden, hat man auf das erste Problem, das Spanien durchaus seit einigen Jahren beschäftigte, bereits eine passende Lösung gefunden. Dies ist umso wichtiger, da die Besonderheiten im spanischen Mittelfeld starke Außenverteidiger verlangen.

Das Spielmacher-Paradoxon

Es war das Jahr 1982, als Flamengo Rio de Janeiro im Finale um den Weltpokal mit einem spielerisch leichten 3:0 den absoluten Dominator Europas, den Liverpool FC, besiegte. Auch wenn dies aus taktischer Sicht nicht die ganze Geschichte war, ging diese Mannschaft dennoch als das ‚Team der vier Spielmacher‘ in die Annalen ein.

In der Tat war jene Mannschaft ein perfektes Beispiel für die Synergien, die zwischen mehreren hochtalentierten und durchaus ähnlichen Spielertypen entstehen können. Man kann all diese Spieler zusammen spielen lassen – und wenn man es richtig macht, kommt etwas heraus wie das damalige Flamengo-Team, das erst durch die Vereinigung von vier Künstlern dieses hohe Level erreichen konnte.

Doch ist dies kein allgemein gültiges Gesetz. Die stilprägenden und repräsentativen Persönlichkeiten einer ganzen Generation können, wenn sie zusammen irgendwie auf das Feld gequetscht werden sollen, eine Blockade bewirken statt das Niveau der Mannschaft zu erhöhen.

In gewisser Weise war es jenes Problem, welches bei der Weltmeisterschaft 2010 hauptverantwortlich dafür war, dass die Spanier so wenig von jenem Glanz versprühen konnte, den sich so viele Fans – nach dem Stile Barcelonas – erhofft und erwünscht hatten.

Neben den drei Mittelfeldspielern, die beim FC Barcelona für Dominanz, Spielkontrolle und –gestaltung sorgten, wurde mit Xabi Alonso von Real Madrid ein weiterer Weltklasse-Akteur ins Mittelfeld eingeführt, der ebenso den von Kurzpässen und Ballbesitz geprägten Tiki-Taka-Stil verkörperte, wie seine drei Mitstreiter. Allerdings wurde der Ballbesitz durch gleich vier derartige Spielmacher in verstärktem Maße provoziert. Unproduktive Passfolgen waren die Folge – die vielen Zirkulationsstationen in der Tiefe spielten den Ball ewig hin und her, ohne nach vorne zu kommen.

Da eben nicht alle Spielmacher in ihren bevorzugten, eher tiefen Positionen spielen konnten, mussten einige weiter vorne agieren, sodass Xavi und Iniesta in der nominellen offensiven Dreierreihe eines groben 4-2-3-1-Systems aufliefen. Gerade für Erstgenannten war dies keinesfalls ideal, denn während der offensivere und beweglichere Iniesta an ein Spiel im letzten Drittel gewohnt ist, fühlte sich Xavi in diesen Zonen sichtlich unwohl. Durch die Verdichtung von Raum und Zeit konnte er nicht wie gewöhnlich die Gestaltung primär an sich reißen. Grund dafür ist seine fehlende Dynamik und die mangelnde Fähigkeit, für andere Spieler Lücken zu reißen – angesichts all dieser Bedingungen kamen von ihm im vorderen Drittel nur sehr wenige Pässe und Aktionen von jener Qualität, wie man sie gewohnt ist.

Folglich ließ sich Xavi aus seiner schematisch hohen Position in diesen Spielen immer wieder fallen und bewegte sich zu den hinter ihm spielenden Busquets und Xabi Alonso im zentralen Mittelfeld zurück – er wurde praktisch vom Schwerpunkt des Balles zurück in sein bevorzugtes Gebiet, das zweite Drittel, gezogen. Doch auch wenn er sich hier wohler fühlte und sich als einer der besten Spieler des Teams somit besser einbringen konnte, litt doch die Balance der gesamten Mannschaft darunter.

Durch das weite Zurückfallen des Genies Xavi kam es zur Redundanz des Spiels, der fast schon überflüssig wirkenden Rolle Xabi Alonsos und der fehlenden Präsenz im Angriffsdrittel: Während die Ballverteilung und Spielgestaltung von zu vielen Spielern, die sich komprimiert in der Tiefe aufhielten, betrieben wurde und das Spiel sich dementsprechend dort ballte, verlor man vorne an Präsenz und spielte seltener in diese Räume. Zusammengenommen ergaben der zurück verlagerte Spielschwerpunkt sowie die verringerte Stärke im Angriff ein langsames, teilweise schleppendes und zu stark auf den Ballbesitz fokussiertes Offensivspiel. Ohne genügend Zug zum Tor und Durchschlagskraft wurde es von den Zuschauern zu Recht als nicht attraktiv empfunden.

Verstärkt wurde diese Problematik dadurch, dass niemand ein Gegengewicht zu Xavi bildete, man nicht auf seine Bewegungen reagierte oder sie auszugleichen versuchte. Dass dies nicht geschah, hing auch mit der Besetzung der beiden Plätze im defensiven Mittelfeld zusammen – auch ohne das Zurückfallen Xavis wäre das Duo aus Busquets und Xabi Alonso nicht unbedingt ideal gewesen.

Spanien im EM-Qualifikationsspiel gegen Schottland

Unabhängig von der problematischen Rolle gab es einige Stimmen, die dieses Pärchen im defensiven Mittelfeld durchaus berechtigt als zu defensiv kritisierten und die mangelnde Verbindung und Unterstützung nach vorne in Form von Läufen monierten. In der Tat war die Kombination aus Busquets und Xabi Alonso ebenso am statischen und wenig schwungvollen Element der Weltmeister-Mannschaft beteiligt. Dies zeigte sich in einem der ersten Spiele nach der WM, dem Qualifikationsspiel zur EM in Schottland, als mit Iniesta statt Xavi ein höherer und beweglicherer Akteur im offensiven Mittelfeld auflief, man aber dennoch Probleme hatte: Durch das gegnerische 4-1-4-1 wurde Iniesta von Alonso und Busquets isoliert und konnte dies nur dank seiner überragenden Fähigkeiten ohne Ball aufbrechen. Diese Isolation verhinderte das Herstellen von Überzahlsituationen und ließ das statische und bedächtige spanische Spiel scheitern.

Die Spielmacher-Causa ist ein Thema, das die Spanier seit der Weltmeisterschaft lange beschäftigt hat und auch immer noch in manchen Spielen evident ist – so zum Beispiel beim vorletzten Spiel des Jahres 2011, als man nach schwachem Auftritt 0:1 gegen England verlor. Erneut standen die vier Spielmacher auf dem Platz, sodass Xavi seine nominelle Position im offensiven Mittelfeld recht tief interpretierte, während Iniesta erneut eingerückt auf dem ungeliebten Flügel spielen musste. Das Grundproblem war hierbei, dass man erneut vier Spieler mit eher wenig Tordrang aufstellte, von denen drei recht tief standen, was folglich in fehlender Durchschlagskraft mündete.

In einigen anderen Spielen ist Nationaltrainer Vicente del Bosque allerdings dazu übergegangen, einen dieser vier Spielmacher für einen zusätzlichen offensiven Spieler zu opfern – dies führte zu einem 4-3-3-ähnlichen System in immer unterschiedlichen Variationen.

Sofern man es sich aus außersportlichen und sozialen Gründen leisten kann, einen der vier Spielmacher draußen zu lassen, ist dies eine sehr sinnvolle Möglichkeit. Im Zuge des Entwicklungsprozesses tat sich allerdings ein neues Problem auf.

Das Element Messi: zu bestimmend

Das Problem in der Offensive liegt in der Ausrichtung der drei vordersten Angriffsspieler. Zwar kann man diese Plätze mit zahlreichen herausragenden Spielern und somit auch fast endlosen Kombinationen flexibel besetzen, doch ist es vielmehr das System, welches hier für generelle Probleme sorgt.

Normalerweise ist ein fluider Dreifach-Sturm eine sehr intelligente taktische Maßnahme, doch in diesem Fall fehlt es zu häufig am Zug zum Tor. Wie das System des FC Barcelona war auch jenes der spanischen Nationalmannschaft schon immer eine Gratwanderung gewesen – viel Ballbesitz, endlose Passstafetten und teilweise eine – mal langweilende, mal vorführende –Ballverliebtheit im Mittelfeld. Bei einem solchen System ist es ein schmaler Grat, Tor und Zielstrebigkeit nicht aus den Augen zu verlieren.

In Barcelona gibt es für gewöhnlich drei Persönlichkeiten, die ein Überdrehen verhindern und sich für das richtige Maß und die Balance verantwortlich zeichnen: Xavi, Iniesta und Lionel Messi, der Weltfußballer. Dass dieser Argentinier und nicht Spanier ist, ist in gewisser Weise das Problem der spanischen Nationalmannschaft.

Angelehnt an das System Barcelonas setzte Vicente del Bosque zuletzt oftmals auf ein 4-3-3 und orientierte sich relativ stark am katalanischen Vorbild. Doch so überschätzt der alleinige Einfluss Lionel Messis auf die Blaugrana in manchen Bereichen auch sein mag, so essentiell ist er für seine Mannschaft in einem Punkt – dem Toreschießen. Kaum ein Spieler beherrscht die Rolle der ‚falschen Neun‘ so allumfassend wie Messi, der praktisch alle Vorteile dieser Idee ins taktische Konzept einbringen, aber dennoch für ungemeine Torgefahr im gegnerischen Strafraum sorgen kann. Es ist kein Zufall, dass Messi seine Torquote in Relation zu den geschossenen Toren seiner Mannschaft noch einmal erhöht hat – seine 50 Liga-Tore ergeben eine enorm hohe Beitragsrate von 45 Prozent.

Weil sich del Bosque im Großen und Ganzen stark an Barcelona orientiert und seine Mannschaft zu großen Teilen in Anlehnung an die Katalanen aufbaut, er allerdings keinen für eben jene Punkte so wichtigen Lionel Messi zur Verfügung hat, kommt es eben dazu, dass dem Team der Zug zum Tor und die Durchschlagskraft im Strafraum fehlt und es daher immer wieder einige knappe und mühsame Spiele gab. Die erhöhte Zahl an Niederlagen kommt hier wohl durch die kleinen Schwächungen in den Bereichen individuelle Klasse, Abstimmung und defensive Sicherheit zustande.

Es gibt im spanischen Kader viele großartige Offensivspieler, die über eine hohe Kreativität und Spielstärke verfügen, aber nur wenige, die überdies auch einen zumindest halbwegs starken Drang zum Tor mitbringen wie Messi. Weder Iniesta noch der mittlerweile wohl als Stammspieler etablierte Silva noch Santi kommen in die Nähe dieser Spielweise.

Mehrfach schon versuchte del Bosque, den bei Manchester City glänzenden Silva eben aufgrund dieser positiven spielerischen Attribute sowie seiner Affinität für die zentralen Positionen als falsche Neun einzusetzen, doch als Spielertyp ist Silva recht weit von Messi entfernt, weshalb diese Versuche eher weniger Erfolg brachten. Drei bis vier Spielmacher und ein zurückfallender und im Strafraum zu harmloser Silva waren offensiv zu wenig. In den Spielen, in denen man so spielte, waren die sofort ersichtlichen, zu starken und daher scheiternden Eins-zu-eins-Parallelen zum FC Barcelona fast schon eine höhnische Bemerkung über einen Versuch,  das vielleicht beste Vereinsteam der Welt krampfhaft zu kopieren.

Aus dem erweiterten Kaderumfeld ist eine Erfüllung dieser Falschen-Neuner-Rolle, die Spielstärke und enorm starke Torgefahr verbindet, wohl nur Pedro, Fabregas und Villa zuzutrauen – ersterer ist allerdings ziemlich außer Form, während Cesc bislang nicht alle Zweifel beseitigen konnte, ob er wirklich das entscheidende Puzzleteil sein könnte. Einzig David Villa bliebe dann noch – und tatsächlich war er es, der bei den besten spanischen Spielen seit Südafrika immer mit dabei war. Daher ist es umso schmerzlicher, dass er nach seiner langwierigen Verletzungspause beim Turnier fehlen wird. In den letzten Jahren war er die spanische Lebensversicherung.

Es zeigt sich, dass Spanien trotz aller Stärken mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Die Frage wird sein, ob Del Bosque die richtige Lösung für die Probleme findet – mögliche Varianten gibt es auf jeden Fall genug. In unserem E-Book zur EM stellen wir u.a. acht Varianten vor, mit denen Spanien agieren könnte.

kurt 6. Juni 2012 um 09:02

Man darf nicht vergessen, dass der Barca-Spielstil ja in dieser Saison schon völlig überzüchtet/überzeichnet war. Zu viele Spieler im Mittelfeld, zuviele kleine Spieler die den Ball zirkulieren lassen, zu wenig Durchschlagskraft. Xavi, Fabregas, Iniesta, Busquets plus mehr oder weniger noch Messi im Mittelfeld, die das Spiel aufbauen.

Spanien hat unter Umständen etwas mehr Durchschlagskraft durch Xabi Alonso, der gerne aufrückt und es bei Spanien öfters mit Weitschüssen probiert, als bei Real. Und weil man mit Torres nen Stoßstürmer hat. Insgesamt sehe ich aber die gleichen Probleme.

Insofern wird das bei der EM natürlich darauf hinauslaufen, dass die Mannschaften gegen Spanien so spielen werden wie Chelsea und AC Mailand in der CL gegen Barca. Ich denke da insbesondere natürlich direkt an Irland und Italien.

Man darf insgesamt aber nicht vergessen, dass Spanien im Zweifelsfall so ne unglaubliche individuelle Qualität mitbringt, um solche Spiele auch 1:0 zu gewinnen (mit obligatorischer optischer Überlegenheit), so wie bei der letzten WM, insofern denke ich eher, dass sie diese im Artikel angesprochenen Probleme durchaus in Kauf nehmen …

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Applewaters7 5. Juni 2012 um 19:06

Blöde Frage ,aber gibt es nicht noch sogar einen weiteren Spielmacher in den Reihen der Spanier?-Mata?
Kann gut sein das er vielleicht nicht so oft zum Zug kommt(da bin ich überfragt),aber wäre er nicht eine zusätzliche Option.Diese wird nicht im Artikel nicht erwähnt.Wäre Top ,wenn mich jemand aufklären würde!Merci

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Lino 6. Juni 2012 um 09:42

Ja, der könnte theoretisch auch als Spielmacher agieren. Ist aber eher eine hängende Spitze, die gerne auf die Flügel ausweicht (ähnlich wie Özil) und kein Spielmacher, der aus der Tiefe das Spiel eröffnet. Da Del Bosque vermutlich, wie fast alle anderen Trainer, im 4-2-3-1 spielen lassen wird, so könnte Mata entweder rechts oder auf der Zehn spielen. Letzteres halte ich aber für unwahrscheinlich, da Silva auf dieser Position gesetzt scheint, außer Xavi spielt zentral und Silva rückt auf rechts. Dann würde Mata überhaupt nicht spielen. Lange Rede kurzer Sinn: Mata könnte in allen Fällen von der Spielweise her mit Xavi, Busquets und Xabi ALonso kombiniert werden, da er erstens wesentlich höher spielt und zweitens mehr Zug zum Tor hat.

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Lino 5. Juni 2012 um 18:46

Könnten wir BITTE auf dieser wunderbaren Seite wieder zum eigentlichen Thema zurückkehren und uns nicht über sprachliche Feinheiten bzw. evtl. sprachliche Mängel unterhalten. Die Autoren machen das immer noch freiwillig! DANKE

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marus 5. Juni 2012 um 16:18

ps:
glaubt eig jemand dass llorente eine (grosse) rolle spielen wird?
fänd es schade wenn so ein toller stürmer bei einer em nur eine nebenrolle spielen würde…

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Lino 5. Juni 2012 um 16:29

Also ich glaube, dass das spanische Spiel zu wenig direkt ist, um mit Llorente als „Stoßstürmer“ zu spielen. Allenfalls wird er von der Bank kommen (siehe z.B. WM 1/8 Finale gegen Portugal), wenn man andere Optionen braucht oder im Rückstand liegen sollte.

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marus 5. Juni 2012 um 15:21

ich glaube alle teams der em waeren froh solch ein „problem“ zu haben (xabi vs busquets). versteh nicht ganz warum blockbildung in einzelnen teambereichen so beliebt ist, dann aber das barca mittelfeld auseinander gerissen werden soll. kann mir aber nicht vorstellen dass del bosque als ehem. real coach ein reines barca dreieck ins mittelfeld stellt…schade eigentlich obwohl ich xabi auch fuer einen spitzen 6er halte…
grüße marus

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C 5. Juni 2012 um 00:52

Bei der Balance Diskussion habt ihr mit keinem Wort Torres erwähnt. Mir ist klar dass er nicht wirklich der passende Stürmer für das spanische System ist in dem er für gewöhnlich sehr wenig Raum hat, oder hat es andere Gründe dass ihr ihn mit keinem Wort hier als möglich Lösung erwähnt?

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Lino 5. Juni 2012 um 10:59

Wie du schon erwähnt hast, wäre ein Einsatz von Torres eher dann sinnvoll, wenn er Raum vor sich hat. Das hängt natürlich davon ab, wie defensiv die Gegner gegen Spanien spielen werden. Prinzipiell halte ich einen Einsatz von Torres auch beim gegenwärtigen Spielstil von Spanien für denkbar, allerdings glaube ich, dass es bessere Alternativen (z.B. Fabregas) gibt. Entscheidend ist meiner Meinung nach, wie die restlicher Mannschaft aufgestellt wird. Da ich davon ausgehe (siehe oben), dass Xabi Alonso spielen wird, glaube ich auch, dass Torres spielen wird, da sonst der direkte Zug zum Tor gänzlich abhanden kommt. Aber selbst ich als „Spanien-Kenner“ tue mir momentan sehr schwer, die EM-Formation zu prognostizieren

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capi 4. Juni 2012 um 16:04

Ich muss mich korrigieren:
Ihr verwendet häufiger Iren anstelle von Irländer. Trotzdem witzig, dass niemand darüber gestolpert ist 😉

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HW 5. Juni 2012 um 10:46

Ist doch beides richtig, oder irre ich?

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EvS 5. Juni 2012 um 11:40

ja du irrst dich…es sind die iren und das land in dem sie leben wurde nach ihnen benannt (irland = land der iren) im gegensatz zu island und den isländern wo sich das volk nach dem land benannt hat (isländer = bewohner islands)

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HW 5. Juni 2012 um 11:52

Okay, bei dir ging es eben um Irland (Iren, Irländer) und jetzt um Isländer, das ist was anderes.

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HW 5. Juni 2012 um 11:54

Ich wollte nur sagen, dass wohl bei Irland beide Bezichnungen für die Bevölkerung richtig sind (nach meiner kurzen Recherche).

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EvS 5. Juni 2012 um 12:06

nee hast mich missverstanden ging bei mir darum warum die isländer isländer und nicht isen, und die iren iren und nicht irländer sind

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LW 5. Juni 2012 um 16:27

Ich glaube, Capi meint einfach, dass es seeeeeehr eintönig ist, wenn man die ganze Zeit nur von „Iren“ spricht und nichtmal abwechselt, indem man Synonyme verwendet. Ein „guter“ Lektor (soll jetzt keine Kritik ans EM Heft und den Mitarbeitern sein, das Heft ist nämlich klasse :D) hätte diese Wiederholung der Autoren nicht ins Endprodukt gelassen.

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mr 5. Juni 2012 um 18:12

aus gründen der sprachlichen diversität sollte auch vermehrt die alternativbezeichnung „deutschländer“ verwendet werden.

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capi 4. Juni 2012 um 16:02

Könnte es sein, dass die Grafiken im EM-Heft nicht mit den entsprechenden Varianten übereinstimmen?
So wird in Variante C von Busquets als alleiniger 6er gesprochen obwohl in der Grafik auch Xabi Alonso auf der 6 zu sehen ist. Auf ihn wird wiederum in der Variante überhaupt nicht eingegangen?!?

Allgemein hätte ich mir auch vllt 2-3 Taktiken weniger gewünscht und dafür eine nähere Erläuterung welche Gegenmaßnahmen/ Herangehensweisen man (insbesondere Deutschland) treffen kann um das spanische Spiel zu stoppen. Am Ende wird nicht klar, welche Variante die wahrscheinlichste ist.
Auch wird fast überhaupt nicht auf die Stürmer Llorente oder Negredo eingegangen. Das gleiche gilt abgeschwächt für die eigentlichen IV Pique, Raul Albiol oder die Variante mit Ramos als IV.

Und Abseits davon noch ein Fehler bei dem ich die Aussage, dass ihr Lektoren hattet kaum glauben kann. Wer kam auf die Idee die Iren DURCHGÄNGIG als Irländer zu bezeichnen??? 😀

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Lino 4. Juni 2012 um 15:17

Tja, das was ich gestern Abend beim mühsamen Spiel gegen China gedacht habe, wurde hier noch mal in dem Artikel zusammengefasst. Ich hatte/habe übrigens genau den gleichen Gedanken schon bei/seit der WM 2010: Xabi Alonso ist mehr oder weniger überflüssig. Das soll nicht heißen, dass er nicht einer der besten Spieler der Welt im defensiven Mittelfeld ist, aber er ist einer zuviel auf dieser Position. Xavi weiter vorne spielen zu lassen, halte ich für eine Todsünde und Busquets kann man eigentlich auch nicht opfern. Und Iniesta ist sowieso gesetzt. Als Referenz kann man sich sehr gut die Spielweise bei der EM 2008 im 4-1-4-1 mit einem reinen defensiven Mittelfeldspieler (Senna) anschauen. Das war wesentlich fluider und attraktiver.

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Flowbama 4. Juni 2012 um 15:38

Die Schlussfolgerung kann also nur lauten, dem Barcelona-Trio das Mittelfeld zu überlassen.

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Lino 4. Juni 2012 um 16:23

Das wäre auch meine Idee. Nix gegen Xabi Alonso, aber er wäre doch schwachsinnig, dieses perfekt eingespielte Trio aufzubrechen, welches perfekt alle Aufgaben eines Mittelfelds abdeckt (Busquets = Absicherung, Xavi, horizontaler Lenker, Iniesta = Vertikalität). Aber ich glaube, dass das aufgrund außersportlicher Gründe nicht passieren wird, weil sonst die Nationalmannschaft eindeutig von Barca-Spieler dominiert wäre, noch dazu wenn Fabregas auch noch als falsche Neun spielen sollte, wofür er meiner Meinungn nach am besten geeignet wäre.

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Ronnie 4. Juni 2012 um 22:55

genau das denk ich auch…XAlonso ist techn meines Erachtens zu träge, als das er in das Barca System sinnvoll integriert werden könnte…leave him out…wird aber aufgrund Linos Argumente wohl tatsächlich eher nicht der Fall sein…

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Pep 4. Juni 2012 um 11:12

In unserem E-Book zur EM stellen wir u.a. acht Varianten vor, mit denen Spanien agieren könnte.
Weniger ist manchmal mehr, 20 Varianten aufstellen kann jeder, die Kunst ist es, die wirklich 2-3 relevanten zu erahnen.

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MR 4. Juni 2012 um 11:55

Das ist richtig, aber wir sind ja Journalisten und keine Künstler. 😉

http://spielverlagerung.de/2012/05/30/9032/#comment-7074

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asti80 3. Juni 2012 um 16:55

Eine sehr gute Zusammenfassung der spanischen Situation, wie ich finde. Vorallem das Problem, des Versuches, das Spiel von Barca zu kopieren, wurde sehr gut dargebracht. 🙂
Ich finde Del Bosque sollte einige Grundideen des Barca-Spiels übernehmen (Ballbesitz, schnelles Umschalten von Abwehr auf Angriff), aber die Idee mit der falschen 9 finde ich falsch. Da wäre ein klassischer MS eigentlich die bessere Wahl, denn ein 4-3-3 klappt auch ohne falsche 9.

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isabella 1. September 2012 um 11:06

ich finde torres hat das bei der EM recht gut ausgefüllt

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