FC Bayern München – Borussia Dortmund 0:1 | in-depth-Analyse

An diesem Spieltag kam es in der Bundesliga zum Gipfeltreffen.

das Spitzenspiel – der FC Bayern empfängt den BVB

Der FC Bayern München, Tabellenführer und Rekordmeister, empfing den amtierenden Meister aus Dortmund und wollte Revanche für die letzten sieglosen Spiele gegen den vermeintlichen Angstgegner nehmen. Mancher Fan wie auch Experte deklarierte dieses Aufeinandertreffen bereits als vorzeitiges Endspiel um die Meisterschaft und es schien, als ob beide Mannschaften sich etwas davon beeinflussen ließen. Die Bayern ohne Schweinsteiger und die Borussen ohne Subotic waren leicht geschwächt, doch auf dem Platz konnte man zumindest mental nichts davon erkennen, beide Teams attackierten und rieben sich in Zweikämpfen auf, abermals konnten sich die Zuschauer über eine intensive und hochklassige Partie freuen. Es scheint fast, als ob das Spiel zwischen den beiden Topteams der Bundesliga das Potenzial besitzt, um in den nächsten Jahren zum absoluten Klassiker zu werden.

Spielverlauf

 

Von Beginn an schien klar, wie dieses Spiel verlaufen würde – die Bayern kümmerten sich um den Ballbesitz und machten das Spiel, während die Dortmunder sich an ihrem erfolgreichen System der letzten Saison orientierten und mit einer leicht vertieften schematischen Grundstellung im Verbund mit extrem hoher Laufarbeit das Bayernspiel zerstörten, indem sie die einzelnen Mannschaftsteile voneinander isolierten.

Es war eine hochintensive Partie und beide Mannschaften kämpften um jeden Ball, doch die Bayern wirkten nach einer soliden Anfangsviertelstunde etwas nervös und häuften Fehlpässe im letzten wie auch im ersten Spielfelddrittel, was dafür sorgte, dass die Gäste aus Dortmund stärker wurden und einige Male fast zu gefährlichen Kontern gekommen wären. In der Schlussviertelstunde wirkte das Spiel dann etwas langsamer und weniger intensiv, beiden Teams schien die Puste auszugehen und so ging man in die Pause. Nach der Halbzeit wurden die Bayern wieder stärker und attackierten, doch am schwarz-gelben Bollwerk gab es kaum ein Vorbeikommen und die Dortmunder schienen nun direkter zu attackieren, spielten mehr und schnellere Vertikalpässe, was letztlich für den Siegtreffer sorgte. Die Bayern warfen alles nach vorne, doch gerieten einige Male in gefährliche Situationen für Konter und hätten beinahe ein zweites Gegentor bekommen. Lediglich in den letzten Minuten konnte man die spielerische Überlegenheit in wirkliche Chancen umwandeln, doch es war zu spät und Petersen sowie Ribéry vergaben große Chancen zum Ausgleich.

Wechselwirkung der jeweiligen Formationen

Der Gastgeber spielte mit seiner Standardformation, dem 4-2-3-1/4-4-2-Hybridsystem, welches unter Louis Van Gaal installiert und von Jupp Heynckes verfeinert wurde.

Grundformationen zu Beginn

Etwas überraschend war hierbei die Aufstellung Robbens, der erst von einer Verletzung zurückgekehrt war und sich auf dem rechten Flügel wiederfand. Mit dieser Entscheidung wollte Heynckes wohl die Dortmunder aus dem Konzept bringen und der eigenen Mannschaft psychologischen Aufwind geben, doch die Borussen zeigten sich keineswegs beeindruckt und man könnte meinen, sie hatten mit dieser Aufstellung gerechnet, denn Großkreutz agierte sehr tief und sorgte dafür, das der Niederländer kaum einen Ball erhielt. Ähnlich ging es Franck Ribéry auf der gegenüberliegenden Seite, beide Spieler hatten die Außenverteidiger als sehr defensivorientierte Gegenspieler vor sich und diese wurden auch noch von den zentralen Mittelfeldspielern der jeweiligen Seite und den Außenstürmern unterstützt. Ganz wie bei der 1:3-Niederlage im Frühjahr wurden die beiden Stars der Bayern ununterbrochen von zwei oder mehr Leuten in die Zange genommen und ihnen kaum Raum zum Atmen, geschweige denn Spielen, überlassen. Dieses Problem wurde dadurch verschärft, dass Thomas Müller im Zentrum keinen guten Tag hatte und besonders in der ersten Halbzeit deutlich von seiner Normalform abfiel. Er hätte die Aufgabe gehabt, sich als Anspielstation auf den Flügeln anzubieten und mit schnellen Kombinationen entweder die Flügelstürmer freizuspielen oder den Ball wieder zurück ins Zentrum für eine schnelle Ballzirkulation weiterzuleiten. Stattdessen hielt er sich für seine Verhältnisse extrem mittig auf und beengte den Raum für Gomez, welcher ohnehin das Problem hatte, vom gesamten Team isoliert zu sein und pausenlos gedeckt zu werden, obwohl er einige Male versuchte sich freizulaufen, bekam er keine Bälle in den Lauf und wenn der Pass bei ihm auf dem Fuß landete, dann agierte Gomez ohne Frage spielerisch sehr stark – doch diese Aktionen waren zu selten, auch wenn er in der zweiten Halbzeit nach einem langen Pass des eingewechselten Alaba durch einen wundervollen Akt von Spielintelligenz eine große Chance für Ribéry vorbereitete. Die Ursache für die wenigen Ballkontakte Gomez waren allerdings nicht nur seine Sturmpartner, sondern die Außenverteidiger und das defensive Zentrum.

Kroos und Gustavo traten auf der Doppelsechs statt dem verletzten Schweinsteiger und dem gesperrten Tymoshchuk an, doch sie zeigten sich unflexibel und ohne Kreativität im Spielaufbau. Gustavo hatte zwar einige Ballkontakte und verlor kaum einen Ball im Passspiel, dennoch kann er das Spiel strategisch nicht aufbauen und leiten. Dies wäre Kroos‘ Aufgabe gewesen – und die Dortmunder wussten das. Götzes leicht nach innen gezogene Rolle half dabei, dass immer genug Spieler in der Nähe von Kroos waren, um ihn entweder nicht anspielbar zu machen oder ihn nach hinten zu drängen, wo er zwar mehr Raum hatte, aber nicht mehr die Strippen im zweiten Spielfelddrittel ziehen konnte. Für die spielgestalterischen Aufgaben im ersten Drittel hatte man ohnehin Badstuber, der einige gute Kurzpässe zeigte, doch selten den Ball gefährlich in die Schnittstellen des Dortmunder Defensivverbundes spielen konnte, da auch er stärker angegriffen und gepresst wurde als sein Partner in der Innenverteidigung, Jerome Boateng, welchen es jedoch im Laufe des Spiels im Stile Lúcios vermehrt nach vorne zog.

Die beiden Innenverteidiger hatten aufgrund der Dortmunder Formation generell Probleme, den Ball zu den beiden zentralen Mittelfeldspielern zu spielen. Deshalb gingen viele Pässe auf die Außen, welche mehr Platz hatten, aber diesen nicht nutzen konnten. Extrem oft konnte man beobachten, wie die Außenverteidiger den Ball erhielten, ausreichend Raum und Zeit zur Verfügung hatten, aber keine Anspielstation außer den beiden Innenverteidigern besaßen. Problematisch wurde es, als sie den Ball dann immer wieder zurückleiteten, denn eigentlich hätten sie diesen Raum für offensive Vorstöße nutzen müssen, die zwar risikoreich wären, aber den Dortmunder Riegel aufgemacht hätten. Einige wenige Male konnte man bei Vorstößen Rafinhas und Lahms beobachten, wie die Dortmunder fast schon panisch ihre Positionen verließen und Räume öffneten, aber sie hatten Glück, dass die Bayern zu wenig Mut und Entschlossenheit zeigten, um mit einer riskanteren Spielweise alles nach vorne zu werfen, wie sie es letztendlich in den letzten Minuten des Spiels taten.

Die Gäste traten mit einem 4-2-3-1/4-4-2-Hybridsystem an – ganz wie die Bayern – und zeigten somit, wie ein und dieselbe Formation durch die Spielphilosophie gänzlich auf den Kopf gestellt werden kann.

Grundformationen zu Beginn

Weidenfeller im Tor organisierte seine Abwehr und Hummels war der Abwehrchef, doch der auffälligste der drei hintersten Spieler war ohne Frage Santana, welcher den Ersatz für Subotic gab. Santana hatte die Aufgabe sich um Ribéry nach erfolgreichen Dribblings zu kümmern, Hummels gegen Gomez zu helfen und Müller bei Läufen in die Schnittstellen abzuwürgen, was ihm alles in überzeugender Manier gelang. Andauernd tauchte Santana auf und gewann die wichtigen Zweikämpfe oder machte intelligente taktische Fouls, ohne dass er in große Gefahr einer roten Karte oder Elfmeters geriet. Des Weiteren zeigte er sich spielerisch sehr gut und beteiligte sich am Spielaufbau, indem er mit kurzen Pässen den Ball zu den Außenverteidigern bzw. dem Zentrum weiterleitete oder ihn Hummels überließ, welcher als Abwehrchef und primärer Spielmacher von hinten heraus das Spiel machte. Einer seiner weiten Pässe sorgte auch für die größte Chance bis zum Tor Götzes und alles in allem machte Hummels eine starke Partie, er montierte Gomez ab und brachte die nötige körperliche Robustheit in die Abwehrreihe. Robust agierten ebenfalls Piszczek und Schmelzer auf den defensiven Außenbahnen, sie hinterliefen nur selten und kümmerten sich primär um die Defensive, doch bei ihren Offensivausflügen waren sie entweder mit Halbfeldflanken oder mit guten Offensivzweikämpfen durchaus effektiv, aber ihr Augenmerk galt dennoch klar den defensiven Verantwortungsbereichen. Piszczek schaffte es, dass er Ribéry öfters ohne Foul ausschaltete und ihn nur selten vorbeiließ, doch selbst dann konnte er ihn zumeist vom direkten Weg aufs Tor abdrängen und dadurch in seiner Effektivität beschneiden.

Schmelzer hingegen machte sich sein Leben einfacher, er wurde nicht nur von Großkreutz hervorragend unterstützt, er riskierte oft das Foul und blockte Robbens Dribblingversuche schlicht mit seinem Körper und/oder knappen Grätschen ab, was eine hervorragende Methode war, da der Stürmerstar Bayerns nie Geschwindigkeit aufnehmen konnte und so perfekt aus dem Spiel genommen wurde. Damit dies jedoch konstant funktionierte, benötigte man naturgemäß Hilfe von den Vordermännern und den seitlich positionierten Mitspielern. Götze kümmerte sich zwar auch um Ribéry, doch sehr oft fand man ihn in der Nähe Kroos‘ oder er agierte direkt gegen Lahm, was den Hintergrund hatte, dass er sofort anspielbereit für das Umschalten war und somit quasi „zockte“ – er spekulierte auf einen baldigen Ballgewinn und positionierte sich dementsprechend.

Ganz anders spielte allerdings sein Pendant Großkreutz, welcher unablässig die Seite beackerte und sich extrem tief fallen ließ, um Robbens Aktionsradius einzuschränken und sämtliche Passwege zu ihm zu versperren, was eines der Schlüsselduelle in diesem Spiel war. Rafinha hatte zwar deshalb viel Platz und konnte einige Male gefährlich Richtung Zentrum ziehen, da die Außen versperrt waren, doch diese Ausflüge waren zu selten und im letzten Drittel schließlich zu ungenau, das kleine Loch in der Formation der Dortmunder wurde nicht bestraft, was allerdings ebenfalls an Kehl und Bender lag. Kehl hat den kleineren Bewegungskreis als sein Partner auf der Doppelsechs, doch beide zeigten eine defensivstarke Leistung, verschoben unablässig und insbesondere Bender bestritt eine exorbitant hohe Zahl an gewonnen Zweikämpfen, er war mit über 13km auch der laufstärkste Spieler auf dem Platz, eine beachtliche Leistung. Kehl hingegen agierte minimal tiefer und abwartender, teilweise schob er sich auf die Sechs, wenn Bender für antizipative Zweikämpfe aufrückte und man stand dadurch hinten extrem sicher. Vor der Doppelsechs kamen Kagawa und Lewandowski zum Einsatz, welche beide sehr flexibel agierten und mit ungemein starkem Pressing ihren Beitrag zur starken defensiven Leistung des Meisters leisteten.

Die bayrische Doppelsechs und ihre Aufteilung

Eine der entscheidenden Fragen lautete bereits vor dem Spiel, wie man Bastian Schweinsteiger ersetzen würde. Die meisten tippten auf David Alaba, doch aufgrund Robbens Genesung platzierte man stattdessen Toni Kroos auf die Position des halblinken Mittelfeldspielers.

Doch hier stellt sich die Frage, wieso abermals ein Rechtsfuß auf halblinks gestellt wurde und der Linksfuß Gustavo halbrechts agierte, obwohl man nun Schweinsteiger nicht aufgestellt hatte und mit Lahm und Ribéry ohnehin bereits zwei Rechtsfüße auf der linken Seite besitzt. Die Ursache dürfte wohl sein, dass Lahm in diesem Spiel ohnehin nicht derart offensiv spielen sollte, wie er es gegen schwächere Teams macht. Allerdings gibt es weitere Faktoren, welche diese Aufstellungen begründen. Einerseits erleichtert es das Passspiel, da man leichter weite flache Bälle in die Schnittstellen zum eigenen Außenstürmer spielen kann, ebenso wie diagonale Pässe für Spielverlagerungen einfacher sind, doch auch in der Defensive hilft es, denn Gustavo kann als Linksfuß von der rechten Seite bei Kontern der Dortmunder leichter von der Seite kommend mit seinem starken Fuß attackieren und grätschen, was bei der Asymmetrie auf dem Flügel extrem wichtig ist. Kroos trat also eins zu eins in die Fußstapfen Schweinsteigers, doch er kam nicht mit der Enge im Zentrum zurecht und obwohl er wenig Fehlpässe spielte, sich öfters freimachen konnte, so  hatte er kaum Zugriff auf das Spiel und überzeugte nicht als primärer Spielmacher. Problematisch war es auch, dass er trotz seiner herausragenden Schusstechnik selten zum Abschluss kam, was sogar Gustavo zu Ausflügen nach vorne bewegte, welcher mit einem Sonntagsschuss aus der Drehung beinahe getroffen hätte. Dennoch lässt sich konstatieren, dass die beiden zentralen Mittelfeldspieler der Bayern offensiv zu wenig gemacht haben und defensiv das ein oder andere Mal wackelten.

Boateng und Badstuber

Bei der Innenverteidigung der Bayern konnte man auch große Unterschiede in der jeweiligen Positionsauslegung ausmachen. Zuerst muss man jedoch sagen, dass die Entscheidung für Boateng und gegen van Buyten absolut richtig war, da ersterer deutlich dynamischer ist und sich in einem Spiel gegen Lewandowski, Götze und Kagawa besser zurechtfindet als es der stämmige Belgier könnte.

Badstuber und Boateng hatten allerdings anders als ihre Pendants beim Gegner keine festen Gegenspieler, da die Dortmunder Stürmer viel zu flexibel agierten, um eingeengt werden zu können, was allerdings kein allzu großes Problem war, da die Bayern ohnehin die Majorität an Ballbesitz für sich beanspruchten und somit die offensiven Fähigkeiten der beiden Innenverteidiger mehr gefragt wurden. Holger Badstuber wurde hierbei von Jürgen Klopp als der spielmachende Innenverteidiger identifiziert und Kagawa sowie Lewandowski versuchten entweder auf ihn zu pressen oder seine Passoptionen einzuschränken, was gut gelang. Badstuber zeigte einige Male etwas ungenaue Pässe, die aber nur sehr selten bestraft wurden, da sich der Rest der Dortmunder Mannschaft zu tief aufhielt – bei einer höheren schematischen Position wäre dies allerdings ein echter Brandherd geworden. Boateng hingegen kann mit dem Ball zwar nicht so viel anfangen wie Badstuber, doch in diesem Spiel wäre dies ohnehin nicht möglich gewesen, da vor ihm zu wenig Bewegung stattfand und kaum vertikale Anspielstationen zu finden waren. Logischerweise schob Boateng also den Ball in der eigenen Viererkette herum, ohne Raumgewinn zu erzielen, doch ab Mitte der zweiten Halbzeit wandelte sich sein Spiel deutlich: Seine Zweikämpfe wurden stärker auf Antizipation ausgelegt, er attackierte umgehend nach Balleroberung den Raum vor sich und versuchte den Ball am Fuß nach vorne zu tragen, was durchaus klappte, einmal erhielt man sogar einen gefährlichen Freistoß in Sechzehnernähe dadurch, welchen Badstuber beinahe verwandelt hätte.

Bayerns Außenverteidiger

Ein weiterer Grund für die fehlende Bewegung im Angriffsspiel der Münchner waren die Außenverteidiger, die sich zwar brav in der Breite des Spielfelds anboten und versuchten, das Angriffsspiel zu unterstützen, doch sie hielten sich oftmals zu sehr zurück.

Aufgrund fehlender Anspielstationen vor sich und einem zugestellten Zentrum  sahen sie nur die Option, den Ball zu den Innenverteidigern zurückzupassen, doch stattdessen wären Vorstöße mit dem Ball am Fuß eindeutig die bessere Wahl gewesen. Durch das Zurückpassen zu den Innenverteidigern entstand nämlich eine Art Selbstbeschneidung der Offensivmöglichkeiten, denn sobald der Ball nach hinten gespielt wurde, waren die Außenverteidiger wieder dazu verpflichtet, sich nach hinten zu bewegen und den Innenverteidigern aufgrund des zugestellten Zentrums eine Anspielstation zu bieten. Somit entstand ein Kreislauf, denn die schematische Grundposition der Bayern stand oftmals lange Zeit still, der Ball und die gesamte Mannschaft wurde so weit nach vorne verschoben, wie es die Dortmunder erlaubten, doch spätestens am Ende des zweiten Drittels war im Normalfall Schluss. Auch hier war die Ursache die fehlende Entschlossenheit der Außenverteidiger Bayerns, welche selten hinterliefen und sich im Kombinationsspiel nur sporadisch beteiligten. Die besten Aktionen der Außenverteidiger waren ihre Alleingänge und diagonalen Spielverlagerungen auf den gegenüberliegenden offensiven Flügelspieler, aber diese blieben eine Seltenheit und es ist festzumachen, dass die Bayern hier eine große Chance liegen ließen.

Robben und Ribéry – der feine Unterschied

Eine wichtige Position war auch die von Arjen Robben, denn auf seinen Schultern lag die Hoffnung, Ribéry auf der gegenüberliegenden Seite zu entlasten und ihm mehr Raum zu gewähren, doch im Gegensatz zu Ribéry klebte er zu fest auf seiner Seite, war zu ausrechenbar und wirkte nur wie ein Schatten seiner selbst.

Ribéry versuchte beispielsweise seine Teamkollegen anzuspornen, er beschwerte sich über die fehlende Bewegung, versuchte sich unberechenbar zu geben und es mit seinem Gegenspieler aufzunehmen, einige Male rochierte er sogar mit Müller oder ließ sich bis ins Mittelfeld fallen – doch es fehlte die Unterstützung seiner Mannschaftskollegen, insbesondere Arjen Robbens. Letzterer verließ seine Seite nicht, versuchte immer das Gleiche. Sein Standardtrick ging allerdings nicht auf, weil er entweder bei Ballannahme bereits gestört oder zu Fall gebracht wurde oder bei erfolgreicher Ballannahme versperrte man ihm den Weg ins Zentrum und er musste den Weg über die Außen gehen, was ihm weder liegt noch gelang. Zweifellos kam dieser Einsatz zu früh und es fehlen die Automatismen, doch man darf sagen, dass die Dortmunder ihren Job herausragend absolvierten und Robben pausenlos getrippelt haben, was allerdings eben durch mehr Laufarbeit Robbens hätte neutralisiert werden können. Ribéry machte es vor, doch es fehlte bei Robben an der gleichen Bewegung, seine Laufwege stimmten nicht und hätte er mehr rochiert, dann wäre er viel schwerer zu decken gewesen und hätte sogar Räume für seine Mitspieler geöffnet – so verschloss er diese, die gesamte rechte Seite war bis zur Einwechslung Alabas komplett verriegelt und sorgte auch dafür, dass Gomez nur von einer Seite theoretisch hätte bedient werden können.

Müllers Wandlung

Neben Robbens statischer Positionsauslegung unterstützte auch Müller seine Partner zu wenig und bot keine reelle Anspielstation im letzten Spielfelddrittel. Interessant ist dies besonders im Kontext, denn Müller war der einzige Spieler, welcher keinen direkten Gegenspieler hatte und sich in seiner Paradeposition zwischen den Linien bewegen durfte, doch er hatte große Probleme mit seiner Rolle, da er zwischen vier gegnerischen Spieler eingeengt war und dadurch keine Bälle aus dem Zentrum erhielt, worauf er zu spekulieren schien.

Besonders problematisch wurde dies in Anbetracht der Tatsache, dass die beiden Außenstürmer (insbesondere Robben) kaum Bindung zum Spiel hatten und Müller dadurch schlichtweg von allen Mitspielern isoliert war, aber sich zu wenig bewegte, um dieses Problem zu lösen. Seine besondere Stärke, das Defensivspiel nach dem Umschalten, kam nicht zum Tragen, weil die Dortmunder den Ball bereits weiter vorne eroberten und zu schnell oder gar nicht konterten, doch dieser fehlende Einsatz seiner besonderen Fähigkeit hatte zur Folge, dass er die Orientierung auf dem Platz verlor und sich viel zu hoch und in Ballferne aufhielt – er schien sich im Laufe des Spiels fast zu fragen, wieso er denn keine Pässe erhielt. In der Halbzeit schien er genauere Instruktionen von Jupp Heynckes erhalten zu haben und wurde besser, er tauchte öfters auf den Flügeln auf und rochierte stärker mit Ribéry. Dennoch waren seine Läufe nur in der Horizontale vorhanden, die vertikalen off-the-ball-runs fehlten gänzlich, er konnte Gomez niemals Luft verschaffen oder sich im Mittelfeld als Anspielstation anbieten und wurde bis zu seiner Auswechslung vom schwarzen Loch der Dortmunder zwischen ihrer Doppelsechs und den beiden Innenverteidiger förmlich an- und ausgesaugt. Zu oft rieb er sich außerdem in ausweglosen Pressingsituationen auf, wo er nicht ausreichend von seinen Mitspielern unterstützt wurde. Diese Partie Müllers war das Paradebeispiel für einen Spieler, der viell, aber ohne viel Qualität, lief. Mit 63 intensiven Läufen hatte er die meisten bei den Bayern, doch kaum einer sorgte für Raum- oder Ballgewinn.

Bayerns Abstände zwischen und in den Mannschaftsteilen

Ein allgemeines Problem bei den Münchnern waren die Abstände zwischen den Spielern, welche sich zwar schematisch hübsch positionierten und die Grundformation leicht erkennen ließen, aber sowohl horizontal als auch vertikal zu weit auseinander standen.

die Bayern standen zu weit auseinander und hatten kaum Verbindung zu ihren Vordermännern. Müller war eingekesselt, Gustavo und Kroos im Dunstkreis von mehreren Gegenspielern. Rutschte Lewandowski ebenfalls nach hinten, so bewegte sich Götze auf das schwarze Kreuz und deckte einen weiteren Passweg, der ohnehin sehr riskant wäre, zu

Die Dortmunder füllten diese Löcher in der bayrischen Formation und verschlossen relativ simpel sämtliche Passwege in die Spitze, was unter anderem die Ursache für das Abtauchen Kroos‘ war, der zwar viele erfolgreiche Pässe spielte, aber die meisten quer zur Seite oder nach hinten, weil nach vorne schlichtweg nichts ging. Langsam, aber konstant schoben die Dortmunder Richtung Ball und umso länger die Pässe der Bayern wurden, umso schneller reagierten die Schwarz-Gelben, sie verließen nie ihre Positionen und hatten ab der eigenen Hälfte immer Überzahl in Ballnähe, davor gaben sie den Ball großteils auf, attackierten „nur“ mit zwei Mann und warteten auf die aussichtslos wirkenden Versuche des Rekordmeisters, dann startete man ein erbarmungsloses Mittelfeldpressing. Die Bayern konnten sich daraus nicht entwinden, da man nicht engmaschig genug war und kaum Doppelpässe oder direkte Vertikalpässe spielen konnte, was letztlich für einen extrem hohen Ballbesitz, aber nur drei Schüsse auf das Tor der Dortmunder sorgte. Eine kompaktere Grundstellung, zumindest in der Vertikale, wäre gegen die extrem kompakte und dichte Defensivformation der Dortmunder eminent wichtig gewesen, ebenso wie verstärkte Positionswechsel, um die Grundformation der Gäste aus der strikten Ordnung zu bringen. So machte man ihnen das Verschieben, welches sie in Perfektion beherrschen, zu einfach.

Spielverlagerungen zum Aushebeln des Dortmunder Pressings?

Eines der wenigen Mittel der Bayern, welches zumindest teilweise als erfolgreich zu bezeichnen ist, waren die Spielverlagerungen, die zumeist von Rafinha oder Ribéry ausgingen und dank ihrer Präzision für wichtigen Raumgewinn sorgen konnten, allerdings zu selten gespielt und noch seltener effektiv verwertet wurden. Dieses technisch höchst anspruchsvolle Mittel ist natürlich keine durchgehend erfolgversprechende Variante, aber in diesem Fall wäre es neben offensiveren Außenverteidigern und mehr Rochaden eines von wenigen Mitteln zu erhöhter Offensivgefahr gewesen. Da die Dortmunder immer Richtung Ball verschoben und mit einer sehr engen Viererkette spielten, konnte sich der gegenüberliegende Spieler jederzeit problemlos freilaufen, indem er die Spielfeldbreite nutzte und die Spielverlagerungen konnten somit erfolgreich gespielt wurden und insbesondere jene von Rafinha besaßen die nötige Schärfe, um schnell genug für einen folgenden Angriff zu sein, doch kamen sie nicht oft genug und sind ein weiterer Punkt, den die Bayern in diesem Spiel nicht nutzten, obwohl sie mit großer Wahrscheinlichkeit die nötigen Voraussetzungen dafür besitzen. Generell ist allerdings damit zu rechnen, dass mit einem solchen taktischen Mittel stark pressende Gegner gut ausgespielt werden können, doch die praktische Anwendung und Umsetzung ist bis dato bei kaum einer Mannschaft effektiv zu beobachten.

Bayerns Formation bei den Eckstößen

Ein weiterer auffälliger Punkt war das Verhalten der Münchner bei Eckstößen, die eine Mischung aus Raumdeckung und Manndeckung im Strafraum platzierten und keine eigenen Spieler bei den Pfosten platzierten. Die Ursache dahinter mag sein, dass die Dortmunder ohne Subotic kaum wirklich kopfballstarke Spieler besitzen, Santana und Hummels dürften die einzigen sein, die Manuel Neuer hätten gefährlich werden können, doch sie wurden gut unter Kontrolle gehalten und ohne die beiden Spieler an den Pfosten wollten die Bayern das Aufrücken der beiden gegnerischen Innenverteidiger für sich nutzen und schnell kontern, was allerdings nur selten klappte, allerdings konnte man stattdessen jenen Spieler Abseits stellen, welcher die Ecke schlug, indem man schnell aufrückte und Manuel Neuer den Fünfmeterraum überließ, was eine kluge Entscheidung war, denn der ehemalige Schalker gehört im Strafraum und beim Abfangen von Flanken wohl zu den besten Torhütern der Welt.

David Alaba, der flexible Österreicher

Ein Lichtblick in dieser Partie dürfte David Alaba gewesen sein, welcher gleich nach seiner Einwechslung auf dem rechten Flügel einige gute Aktionen zeigte und sich nur wenige Minuten später auf der rechten Außenverteidigerposition wiederfand – und absolut fehlerlos spielte, sich offensiv etwas zutraute und dank seiner Unbekümmertheit bereits im Spielaufbau nach vorne aufrückte, ganz im Gegensatz zu Lahm oder Rafinha, die Probleme hatten, ihre angestammte Position zu verlassen und das Spiel dadurch nach vorne zu verlagern.

Die zahlreichen Chancen in den letzten Minuten und das Einsperren der Dortmunder in ihrer eigenen Hälfte lag unter anderem eben auch an dem jungen David Alaba, der das Defensivspiel des BVB nach hinten verlagerte und ihnen Kopfzerbrechen bereitete, da er mit seiner offensiven Spielposition die Löcher in der Formation des FC Bayern verkleinerte und das Kombinationsspiel verbesserte.

Wieso das 4-2-4 schief gehen musste und doch fast geklappt hätte

Am Ende der Partie traten die Bayern mit einem 4-2-4 an, Ribéry rückte noch etwas auf und mit Petersen und Olic neben Mario Gomez hatte man drei nominelle Mittelstürmer auf dem Platz.

noch größere Löcher, aber dank der weiten Bälle und der Spielausrichtung des BVB wäre man fast belohnt worden

Eigentlich extrem schlechte Voraussetzungen, da sich die Mittelstürmer auf dem Füßen standen, Ribéry nicht mehr Fahrt aufnehmen konnte, Alaba und Lahm den Raum noch stärker verengten und man hinten sperrangelweit offen stand. Dennoch konnten die Dortmunder kaum Konter fahren und trotz zahlreicher Ballverluste, insbesondere Olics, erhielten die Bayern in den Schlussminuten einige Möglichkeiten zum Ausgleich, doch man scheiterte knapp. Wieso also hatte man diese Chancen, wenn die Formation sich doch selbst einschränkte? Der Grund liegt auf der Hand: Die Dortmunder versuchten sich in jeder Spielsituation dem Gegner anzupassen und dann dessen Versuche zu neutralisieren, aber in diesem Fall gab es keine wirklichen spielerischen Versuche, es gab keine gewöhnliche Grundordnung mehr, das bayrische Kollektiv rückte nach vorne und besetzte viel mehr Raum in der Tiefe der Dortmunder Hälfte, was die Schwarz-Gelben dazu veranlasste, sich weiter hinten zu positionieren und ihre Spieler von vorne abzuziehen. Die Bayern operierten nun stärker mit langen Bällen, ließen es auf 50:50-Situationen ankommen und verlagerten das Spiel immer mehr in die dritte Dimension, was beinahe geklappt hätte. Die Brechstange konnte den Riegel zwar nicht öffnen, doch Lob und Mut ist Heynckes zu attestieren, welcher mit einer unorthodoxen Formation, welche in sich selbst nicht schlüssig ist, die gegnerische Formation aushebelte und fast dafür belohnt worden wäre.

Kagawa und Lewandowski – das fluide Sturmduo

Einer der Gründe für die Effektivität der Dortmunder war die Flexibilität, Spielintelligenz und Laufbereitschaft ihrer zwei schematisch höchsten Spieler, dem Mittelstürmer Robert Lewandowski und Shinji Kagawa, der versetzt hinter ihm auflief. Man konnte extrem gut beobachten, wie die beiden von signifikanter Wichtigkeit waren, ob im Offensivspiel oder im Defensivspiel. Bei letzterem äußerte sich ihr Einfluss sogar in der grundlegenden Formation, die beiden spielten nämlich oftmals nicht hintereinander, sondern nebeneinander und je nach Intuition verschoben sie ihre Höhe.

die beiden Dortmunder Defensivformationen inkl. der Deckungsschatten

Manchmal gab es so statt einem 4-2-3-1 ein 4-2-2-2, welches je nach Stärke des bayrischen Spielaufbaus zu einem 4-2-4-0 werden konnte, je nachdem, ob man die Innenverteidiger attackieren wollte, wie es normalerweise der Fall war, oder für mehr Kompaktheit im Mittelfeld sorgen wollte und sich deshalb Kroos bzw. Gustavo zur Brust nahm. Mit dieser Viererkette vor einer defensivstarken Doppelsechs machte man der gesamten Mannschaft das Verschieben extrem einfach und das Umschalten wurde erleichtert, wenngleich dazu gesagt werden muss, dass das Offensivspiel etwas beschnitten wurde, aber man Götze mehr Freiheiten überlassen konnte. Wenn die beiden Stürmer sich für ein 4-2-3-1 positionierten, so konnte man sehr oft ein Wechselspielchen zwischen ihnen beobachten, in welchem einer der beiden auf den linken oder rechten Flügel ausweichen würde (je nach Aufrücken Großkreutzes) und der andere in die Spitze stoßen würde. Dadurch bot man Götze jederzeit Anspielstationen an, brachte Unordnung in die Abwehr der Münchner und öffnete das offensive Zentrum, was das Herzstück der Abwehr des Rekordmeisters ist. Mit Gustavo und Kroos, die aus der Position gezogen wurden, hatte man zwei Spieler, die sich nicht so leicht hereinlegen ließen, doch einige Male klappte es und es entstanden gefährliche Situationen, unter anderem beim Treffer, wo Lewandowski, der ein herausragendes Spiel zeigte, abermals auf dem Flügel zu finden war und den Ball dann ins Zentrum spielte. Ein klassischer Spielzug einer hochkomplexen und –intelligenten Sturmreihe.

Mario Götze und Kevin Großkreutz – nach Vorbild Manchester Citys?

Generell erinnerte die Aufteilung der Außenstürmer bzw. –mittelfeldspieler Dortmunds an jene von Manchester City, auch dort agiert mit Silva einer der Außenspieler zentraler und offensiver, während der andere (bspw. Johnson oder Milner) sich stärker am Defensivspiel und am Spiel in der Breite beteiligt. Bei Dortmund ist es allerdings so, dass beide Spieler sich nochmals stärker in der Abwehr wiederfinden als es ihre Kollegen aus England tun, Götze zeigt sich deutlich engagierter und geschickter im Verteidigen als der Spanier, während Großkreutz Laufarbeit in höchster Geschwindigkeit wohl zum europaweit besten gehört, seine vertikalen Sprints in beide Richtungen entlang der Seitenlinie besitzen einen zu oft unterschätzten Anteil am Erfolg des Dortmunder Pressingsspiels, ob es jetzt Mittelfeld- oder Angriffspressing ist, seine Zahl an Sprints, die auch in ihrer Qualität sehr hoch anzusiedeln sind, sorgt für viele eroberte Bälle, direkt oder indirekt durch Großkreutz.

Ebenso kann er im Spiel nach vorne Schmelzer entlasten, welcher wiederum die gesamte Kette zur Seite verschieben und bildlich gesprochen Piszczek auf rechts nach vorne drücken kann, wovon wiederum Götze, seines Zeichens der dominanteste Spieler seit Sahins Abgang, profitiert und sich stärker ins Spiel einbringen kann. Gegen die Bayern war dieses seltene, aber vorkommende Herausdrücken Piszczeks und die folgende Unterstützung Götzes aufgrund der starken gegnerischen Flügelstürmer nicht der Fall und gerade deshalb war Großkreutz von unglaublicher Wichtigkeit, da er nun alleine ohne Schmelzer dem Spiel die nötige Breite geben und in weiterer Folge das Doppeln von Götze auf der gegenüberliegenden Seite erschweren sollte, was nicht immer vollends gelang, aber von der Grundidee richtig umgesetzt wurde.

Die beiden Außenverteidiger des BVB

Auffällig war in diesem Spiel die veränderte Rolle der Außenverteidiger der Borussen, welche sich offensiv merklich zurückhielten und nur mit vereinzelten Messerstichen Unordnung in die bayrische Defensivreihe brachten. Das Motiv ihrer primär defensiven Orientierung war klar, die nominell extrem stark besetzte Sturmreihe der Münchner wäre bei Kontern über die Flügel kaum aufzuhalten gewesen, man konnte nicht riskieren, dass man bei einem Ballverlust gegen den Rekordmeister ausgekontert wurde und Ribéry oder Robben zu viel Raum gewährt würde. Allerdings konnte man sehen, dass sich Piszczek einige Male dennoch nach vorne traute, wobei er sich hier einer Stärke Ribérys zunutze machte, denn jener arbeitet in den letzten Wochen und Monaten extrem stark nach hinten mit, was Piszczek etwas Freiheiten nach vorne erlaubte, so paradox es klingen mag.

Wäre Ribéry einfach stehen geblieben, wäre es wohl wahrscheinlich gewesen, dass Piszczek sich nicht nach vorne gewagt hätte bzw. bei Ballverlust seinen Gegenspieler offen gelassen hätte, was ein zweischneidiges Schwert gewesen wäre – mehr Freiheiten in der Offensive, mehr Risiko in der Defensive. Da Ribéry jedoch die Läufe Piszczeks verfolgte, ließ er seine Seite offensiv verwaisen und Piszczek konnte ein paar wenige Nadelstiche setzen, im Gegensatz zu Schmelzer, der sich fast ausschließlich auf das Ausschalten Robbens und lediglich leichtes Aufrücken zum Einsetzen seiner Mitspieler fokussierte. Dies war allerdings eine hervorragende Maßnahme Klopps, denn dadurch war Robben eigentlich die gesamte Zeit gedoppelt und er konnte dank Kehl nicht ins Zentrum ziehen, wurde somit seiner stärksten Waffe beraubt und zur Ineffektivität verurteilt, obwohl er sich mit kurzen Sprints freizulaufen versuchte. Ribéry hatte den Passweg zu Lahm offen und konnte dadurch einige Bälle erhalten, zog aber großteils im direkten Duell mit Piszczek den Kürzeren.

Kehl und Bender – Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Sinnbildlich für das Dortmunder Spiel stand auch deren Doppelsechs, welche sich zumeist auf einer ähnlichen Höhe befand und von zwei Spielern besetzt wurde, welche beide problemlos als eher destruktive Spielertypen bezeichnet werden können, wenngleich sowohl Bender als auch Kehl spielerisch durchaus über beachtenswerte Stärken verfügen.

Interessant war allerdings die Aufteilung der beiden: Kehl spielte auf jener Halbposition, wo weniger über den zentralen Mittelfeldspieler des Gegners nach vorne ging und kümmerte sich deshalb vermehrt um das Besetzen einer alleinigen, mittigeren Sechs, wenn Bender für Zweikämpfe aufrückte, oder deckte Robben und dessen Laufwege ins Zentrum beziehungsweise Passwege nach vorne ab, während Bender sich vorrangig um Kroos und Ribéry kümmerte sowie Müller vom Spielgeschehen abschirmte, wobei diese Aufgabe von beiden Spielern übernommen wurde. Das Zentrum wurde dadurch dicht gemacht und die inversen Winger des Gegners eingekesselt, was indirekt sowohl Gomez als auch die drei Spieler in der Reihe hinter ihm vom direkten Weg zum Tor absperrte. Sven Bender lief mit über 13 Kilometern am meisten in diesem Spiel und Sebastian Kehl mit knapp unter 11 Kilometern deutlich weniger, lag aber dennoch über jedem einzelnen Gegenspieler exklusive Luiz Gustavo. Diese hervorragende Laufleistung der beiden Sechser Dortmunds war eine der Schlüsselpunkte in diesem Spiel, sie waren allerdings nicht nur selbst hervorragend im Verschieben, sie organisierten und planten das kollektive Spiel gegen den Ball und hielten es am Laufen. Lediglich im Offensivspiel wären Verbesserungen notwendig – teilweise dauerte das Umschalten zu lange. Alles in allem war es aber von beiden Spielern auch offensiv eine solide Partie.

Hummels und Santana, Dortmunds geheimes Traumpaar?

Lange war spekuliert worden, ob der Ausfall Subotics den Bayern einen riesigen Vorteil verschaffen würde, da man Probleme mit Gomez Athletik und den inversen Wingern bekommen könnte, doch davon war nichts zu sehen, was an Santanas herausragender Leistung lag. Der Subotic-Ersatz rückte in die Anfangsformation und war wohl mit der beste Mann auf dem Platz, er gewann die meisten Zweikämpfe von allen und konnte weder in der Luft noch am Boden einfach bezwungen werden, ebenso waren seine antizipativen Fähigkeiten herausragend, seine Grätschen stimmten vom Timing und er ergänzte sich perfekt mit Hummels, welcher sich auf seine Aufgaben als Abwehrchef, Gomez-Manndecker und Spielmacher aus der Abwehr heraus konzentrieren konnte.

Nach dieser Leistung Santanas möchte man meinen, dass hier in Wahrheit die wirklich nominell stärkste Innenverteidigung gespielt hat, denn der Brasilianer zeigte sich eleganter und agiler als sein serbischer Kollege, wobei gesagt werden muss, dass nach einem Spiel keine solche Entscheidung zu treffen ist und Subotics körperliche Stärke zu den primären Eigenschaften seines Spiels steht, ganz anders als es bei Santana der Fall ist. Taktischer Natur passt dennoch Santana besser ins Dortmunder Spiel, insbesondere bei 4-2-3-1-Formationen des Gegners, weil er den Spieler aus dem Loch hervorragend okkupieren und abmontieren kann, was die Doppelsechs und Hummels entlastet und ihnen beim defensiven wie offensiven Umschalten mehr Raum gewährt, weil sie sich nicht den Läufen eines einzelnen gegnerischen Spielers anpassen müssen.

Kompaktheit und Enge – Deckungsschatten in Perfektion oder: Der Nutzen von Laufarbeit und die Wichtigkeit der schematischen Position

Spielentscheidend war aber sicherlich die Laufarbeit der Borussen, welche mit über 121 gelaufenen Kilometern mehr als 10 Kilometer weitere Wege gegangen sind, als die Münchner, trotz nur 39,5% Ballbesitz ihrerseits.

den roten Raum überließen die Dortmunder den Bayern, im orangen presste man und der gelbe Raum war verbotenes Territorium für die Münchner. Hummels und Santana rückten auf, machten das Spiel eng, ebenso wie es Lewandowski vorne tat, indem er nach hinten rückte und mit Kagawa die Formation veränderte

Es ist ein konstantes Merkmal bei den Dortmundern, dass sie ihre Gegner in nahezu jedem Spiel „zerlaufen“, sie bewegen sich offensiv so schnell und viel, dass der Gegner ihre Bewegungen nicht mehr effektiv verfolgen kann, im eigenen Defensivspiel pressen sie extrem aggressiv oder spielen ein herausragendes MIttelfeldpressing, in welchem sie dank ihrer Laufstärke die Räume durch das Verschieben so dicht machen können, dass es schwer wird, Räume für Pässe zu finden, da die Schnittstellen sich dermaßen schnell verkleinern. Wichtig für eine solche Umsetzung ist aber nicht nur die Breite im eigenen Defensivverbund, sondern auch die Tiefe bzw. Höhe der mannschaftlichen Positionierung. Die Mannschaft stand so tief, dass keine Lochpässe zugelassen werden können, die Weidenfeller nicht gehabt hätte, und dennoch so hoch, dass man spätestens ab der eigenen Hälfte den Gegner stark beengen kann und eine reelle Chance auf Ballgewinn besitzt. Um dies zu ermöglichen, müssen die Spieler nicht nur ununterbrochen verschieben, sondern die Anordnung zwischen den Positionen halten, die Dreiecke in der Defensive müssen bestehen bleiben und eine Engmaschigkeit um den ballführenden Gegenspieler herum erzeugt werden, was dank der exorbitanten Sprintleistung ermöglicht wird. In diesem strikt aufgeteilten und dennoch flexiblen Block kann der Gegner nur schwer eine Lücke finden und wird bei der Ballannahme bereits gestört.  Als weitere Folge agiert man mit möglichst geringen Seiten- und Tiefenabständen, was einen solchen Deckungsschatten erzeugt, dass sichere Pässe innerhalb dieses schwarz-gelben Blocks unmöglich sind.

Doppeln, Trippeln und Isolieren – „Situative Manndeckung“?

Obwohl die Dortmunder, alleine schon wegen ihrem komplexen Pressing, in Raumdeckung agieren, so schaffen sie es dennoch, die gesamte Zeit gewisse Spieler für die gefährlichsten Gegenspieler, in diesem Fall Robben, Ribéry, Kroos und Gomez, abzustellen.

hier erkennt man nochmal deutlich, wie Müller isoliert wird und dass sämtliche (offensiven) Bayernspieler im Dunstkreis mehrerer Gegner liegen

Hinzu kommt, dass diese Spieler von einem weiteren Mitspeler oder gar zwei unterstützt werden, wie es bei Robben mit Schmelzer, Großkreutz und tlw. Kehl der Fall war, diese Art zu verteidigen könnte man eventuell als situative Manndeckung bezeichnen, denn wenn der Ball auf der ballfernen Seite ist, so verschiebt der gesamte Block stark Richtung Ball und überlässt den Gegenspieler dem bzw. den freien Raum, aber sobald man in Gefahr ist, dieser Gegner erhält den Ball, wird der abgerichtete Block wieder zu einer Art kollektiver Manndeckung, welche sich vorrangig um einen bestimmten Spieler kümmert und dessen Pass- wie Laufwege destruktiv behandelt. Idealerweise wird dies im Verbund mit der Verteidigungstechnik des „Isolierens“ ausgeübt, damit man anderen Gegenspieler nzugunsten einer stärkeren Defensive gegen einen bestimmten Gegenspieler keine Räume öffnet und darum versucht man sich bei dieser situativen Manndeckung so zu organisieren, dass man die Schnittstellen zu höher postierten Spielern verschließt und diese somit indirekt aus dem Spiel nimmt – wie es bei Thomas Müller der Fall war.

Taktische Fouls und Wechsel

Ein weiterer wichtiger Punkt, wieso das Spiel der Dortmunder funktionieren konnte, waren die taktischen Fouls. Um nicht ausgekontert zu werden bzw. sich eine Verschnauf- und Ordnungspause zu gönnen, attackierte man oftmals bewusst den Mann und „setzte ein Zeichen“, welches in der Intensität so gewählt wurde, dass man keine gelbe Karte erhielt, aber dennoch eine Spielunterbrechung provozierte. Die Statistik spricht Bände, die Bayern hatten mehr gelbe Karten als ihr Gegner, aber foulten nicht einmal halb so oft (11mal, die Dortmunder lagen bei 23) und ließen dementsprechend weniger Spielunterbrechungen zu. In Verbund mit der Eckenstatistik wird die Auswirkung dieser taktischen Fouls besonders interessant, denn die Bayern hatten in der 78. Minute ihre erste Ecke, insgesamt sollten es drei sein – ebenso viele hatten die Schwarz-Gelben, trotz weniger Ballbesitz. Vereinfacht lässt sich also sagen, dass die Bayern mehr zuließen, weil sie das Spiel nicht bereits im Mittelfeld unterbrachen, wie es die Dortmunder taten – ähnlich agiert übrigens auch der FC Barcelona in engen Duellen. Ebenso waren die Wechsel Jürgen Klopps taktisch sehr gut platziert, er wechselte in den letzten Minuten, aber vor Beginn der Nachspielzeit und zog die richtige Karte, denn der Schiedsrichter zählte diese Wechsel zum normalen Spielgeschehen, verlängerte somit das Spiel nicht und es gab nur zwei Minuten Nachspielzeit, obwohl unter anderem Leitner mit einer kleinen Auseinandersetzung mit Gustavo und Boateng durchaus die ein oder andere Minute hätte kosten können.

Manuel Neuer vs. Roman Weidenfeller

Ein letzter Punkt war das Duell zwischen Manuel Neuer und Roman Weidenfeller, welche für viele den krassen Gegensatz der beiden Torwarttypen darstellen. Während der junge Bayerntorhüter aus der Schalker Torwartschule kommt, die vorrangig herausragende moderne Torhüter ausbildet, stammt Weidenfeller aus der Schule von Gerry Ehrmann, die in Fankreisen oftmals abwertend als eine einseitige und proletenhafte betrachtet wird, was allerdings der Wahrheit nicht entsprechen dürfte.

Roman Weidenfeller zeigt trotz seiner fußballerischen Begrenztheit eine durchaus gute Strafraumbeherrschung, starke Reflexe und ist stark im 1 gegen 1, gegen die Bayern kam er sogar mehrmals aus seinem Kasten und klärte riskant im Strafraum. Obwohl er im Gegensatz zu seinem Gegenüber die Bälle oftmals kompromisslos auf die oberen Ränge drischt, ist er deswegen kein schwacher Torhüter und es mag sein, dass er mit Manuel Neuer nicht mithalten kann, doch dieses Mal behielt er die Oberhand und es dürfte ihm eine Genugtuung bereiten, die er sich verdient hat.

Fazit

Hochklassig, sehr intensiv, aber mit Durchhängern, Fehlern im Kombinationsspiel ab dem zweiten Drittel bei beiden Teams und ein etwas glücklicher Sieg bei einer umstrittenen Schiedsrichterleistung – viel mehr kann man von einem solchen Spiel nicht wirklich verlangen. Es war nicht das große Varieté, wie es sich mancher Zuseher erhofft haben mag, doch die taktische und auch spielerische Leistung in diesem Spiel darf nicht unterschätzt werden. Beide Teams mausern sich zu absoluten nationalen Schwergewichten und es scheint, als ob sie an die frühen Jahre der letzten Dekade anknüpfen könnten, eine Rivalität, die sich ähnlich dem spanischen El Clásico entwickeln könnte, aber ohne die politische Vorbelastung, ohne den fast schon an Hass grenzenden Emotionen.

Eine gesunde Rivalität, welche halbjährlich für ein episches Event in der Bundesliga sorgen könnte, wäre der Traum für jeden Fußballfan in Deutschland. Das Spiel an sich ist natürlich noch steigerungsbedürftig, auch weil Schweinsteiger fehlte, doch wenn sich beide Vereine in den nächsten Jahren konstant (weiter) verbessern, darf man sich auf die nächsten Duelle freuen. In diesem behielt Dortmund die Oberhand und es scheint, dass die Borussen das ideale Gegenmittel zu den Bayern besitzen und manchmal wirkt es, als ob sich hier das Duell Muhammad Ali gegen Joe Frazier in den Bundesligafußball eingebracht hätte – zwei Schwergewichte auf Augenhöhe, der ewige Sieger gegen den unnachgiebigen, reaktiven, aber nicht minder talentierten Kämpfer, der durchaus den Sieg davontragen kann. Mit den Vorgeschichten Manuel Neuers, Mats Hummels‘ , den generellen Ansichten und traditionellen Unterschieden zwischen den beiden Teams ist zumindest für die Rückrunde ein wahres Fußballfest vorbereitet.

Dani 6. Januar 2012 um 16:04

„Die Daten, Grafiken und Statistiken ohne expliziten Verweis sind von bundesliga.de, whoscored.com und espn.go.com“

Gibt es eigentlich irgendwo eine Erklärung zu den statistischen Werten von Whoscored.com? Ich habe dort einmal angefragt, aber leider keine Antwort erhalten. Was bedeutet z.B. Interceptions, Clearances, Dribbled by other team players, Unterschied Key Passes / Assists, Dispossesed, Turnovers, Crosses, Through Balls? Welche dieser Positionen laufen grob wie in das Gesamtrating rein?
Die Daten werden ja live erfasst, also während einem Spiel kann man Veränderungen sehen. Woher kommen die Daten? Gibt es da EINE große Quelle (also die Firma mit den Kameras..) die alle anzapfen? Was mich wundert eine gelbe Karte führt direkt zu Punktabzügen im Rating, aber ein Tor gibt keine Verbesserung?!
Da ihr ja bestimmt mehr Routine und bestimmt Fach-& Hintergrundwissen habt, könnt ihr vielleicht was dazu sagen wie man die Daten lesen kann?
Ich will nämlich nicht immer nur auf die Kicker Noten angewiesen sein 😉
LG Dani

Antworten

Sunny 8. Januar 2012 um 02:52

Hallo!
Bin zwar auch nur User, wage aber dennoch mal einen Beitrag zu deinen Fragen.

Soweit ich das sehe, kommen zumindest die europäischen Daten von Opta. Wie sich die einzelnen Bewertungen (ratings) zusammensetzen, habe ich nicht gefunden, würde mich aber auch interessieren.

Opta hat ein Glossar mit Football Action Definitions. Die englischen Begriffe würde ich so übersetzen:
Interceptions – abgefangene Pässe
Clearances – Klärungsschüsse
Dribbled by other team players – ausgedribbelt (klarer wär’s, wenn der englische Begriff „opposing team players“ hieße, z.B.“our players get easily dribbled by Barcelona players“)
Assits- Torvorlagen/Assists
Key Passes – wichtige Pässe (der Pass zur Torvorlage=zweite Vorlage bzw. eine Vorlage zu einem erfolglosen Torschuss)
Dispossesed – abgefangene Pässe
Turnovers – Ballverluste
Crosses – Querpässe vors Tor
Through Balls – Steilpässe/Vertikalpässe

HTH

Antworten

Sunny 8. Januar 2012 um 02:58

Ich hätte gerne vier Augen 😉
Dispossessed – ist natürlich die Balleroberung durch den Gegenspieler (Sven Bender lässt grüßen), also auch ein Ballverlust.

Antworten

Danni 9. Januar 2012 um 18:55

Wow, danke das hilft mir sehr weiter. Habe auch noch weitere Links gefunden:
http://www.optasports.com/about/news/feature-opta%27s-football-action-definitions.html

http://twitter.com/OptaFranz
http://www.facebook.com/optafranz

Wenn man bei google nach Opta seinem Lieblingsverein und
Vorschaumappe sucht, findet man auch oft die Mappen für… Presse/Kommentatoren?

Antworten

m. 24. November 2011 um 01:10

Vielen Dank für diesen Bericht.

Zu den Anglizismen:

Da Ihr wahrscheinlich in die Geschichte des Fußballs eingehen werdet als “Pioniere einer neuen Form des Dialoges”, könnt Ihr meinetwegen auch gerne neue Wörter erfinden!!

Ich bin jedenfalls total beeindruckt von deiner Analyse – und deinem Schreibstil.
Danke.

(Als Luxemburgerin bin ich mit mehreren Sprachen aufgewachsen. Wörter wie “fluid”, “okkupieren” und “Majorität” fallen bei mir auch des öfteren. Ich zähle auf dich, dass du diese nun in die Deutsche Sprache einbettest!:-))

danke,
m

Antworten

EvS 24. November 2011 um 09:43

und es gibt sie sogar schon seit sehr langer zeit in der deutschen sprache. denn vermeintliche anglizismen kommen dann doch bloß aus dem lateinischen (occupare)

@rm: ich finde deine alltagssprache klasse um nicht zu sagen formidabel 😉

Antworten

Matthias 23. November 2011 um 22:54

Hallo,
erstmal danke für die Super Analyse!

1. zum Spiel:
Ich hatte den Eindruck, dass vorallem Lahm einen Teil der Schweinsteiger-Rolle, zumindest in den ersten 30min übernommen hatte. Da lief alles über ihn, er hatte entscheidenden Anteil am Spielaufbau und meist Ribery und Kroos bestens mit Bällen versorgt.
Zum Thema Robben: ist voll ok was er gezeigt hatte, kann nicht verstehen warum da einige so ungeduldig sind, nach 8 Wochen Pause geht (noch) nicht mehr.

2. zum bemängelten Sprach- bzw. Schreibstil:
Jungs, haltet mal alle die Luft an! Hier gibts ne absolut professionelle Analyse für lau und da ihr nix anderes findet, wird über ein vermeindlich hochgestochener oder mit vermeindlich zu vielen Anglizismen gespickter Sprachstil bemängelt.
Hab ich überhaupt kein Problem mit und würde nie auf die Idee kommen mich über sowas zu beschweren, jeder der damit ein Problem hat, kann ja seine eigenen Fussball-Taktik-Analyse-Homepage eröffnen und dann im angemessenen, nach- 5-Bier-und-2 Tüten-Chips-Style „analysieren“ (ei Alda, deine Mudda, kuck ma der Podolski …. SCHIEEEEESSS ….. musse rein machen Alda, mensch Poldi ….)

Schreibt so weiter wie bisher, ein bisschen Abwechslung im Sprachstil ist ok und es kann gerne mal über das Marcel Reif-Vokabular hinausgehen.

Antworten

Matthias 23. November 2011 um 22:56

ähhhm,
wollte eigentlich bei Bayern – Valencia posten …

Antworten

Matthias 23. November 2011 um 22:57

Katastrophe!!
Bayern – Villareal …. natürlich
Gibts hier keine „löschen“ Funktion ??

Antworten

my_heroine 23. November 2011 um 17:29

Gute Analyse, wollte aber noch eins sagen: Benutzt doch ab und zu mal Bilder aus dem Spiel um dies-und-das zu belegen. Bis auf Heatmaps, Durchschnittspositionen und gelegentlichen Chalkboards kommt da nicht so viel, leider. Manchmal hat man das Gefühl, man würde Sachen aus den Fingern saugen, damit die Gesamtanalyse irgendwie schlüssig wirkt. Mir fällt es nämlich schwer zu glauben die Analyse nach einmaligem Schauen des Spiels produziert zu haben, und dann noch im Lokal. Nicht noch zu Hause bei Sky eine Wiederholung des Spiels gesehen und in einigen Szenen das Spiel pausiert? Oder zumindest eine Zusammenfassung o.Ä.? Ich bin schwer beeindruckt.

Die Anglizismen finde ich aber auch oftmals unnötig, wie ein Vorposter schon geschrieben hat. Ich habe noch nie das Wort „fluid“ im Deutschen gehört, und wie oben schon geschrieben, finde ich z.B. „Majorität“ und „okkupieren“ alles andere als schön. Ich weiß wirklich nicht ob es diese Wörter im Deutschen gibt, aber selbst wenn, wird es wohl sehr selten benutzt.
Hingegen wird „Target Man“ als „Zielspieler“ oder „Wandspieler“ übersetzt, was sicher nicht falsch ist, aber die beiden Begriffe sind im deutschen Raum alles andere als etabliert, da kann man es auch beim Englischen belassen.

Weiterhin sollte man einheitlich bei den Begriffen sein. Mal wird z.B. „box-to-box midfielder“ benutzt, dann sehe ich den nächsten Artikel und es heißt plötzlich „Box-to-box Mittelfeldspieler“. Entweder ihr benutzt den englischen Begriff (was ich begrüßen würde), oder ihr benutzt einen komplett übersetzten Begriff (wie übersetzt man box-to-box? Strafraum zu Strafraum?), aber keinen Mix aus Deutsch und Englisch, bzw. „Denglisch“.

Tolle Seite dennoch, und ich freue mich sehr auf euer Special, wie ihr eure Spiele analysiert. Ein Weihnachtsgeschenk an die Fans? Und noch eine Frage: Könnt ihr ein paar Tage vor Spielen nicht bekanntgeben, welche ihr analysieren wollt?

Antworten

Bari 23. November 2011 um 17:43

Ich denke, die tatsächlichen Bilder vom Spiel lassen sich nicht ohne urheberrechtlichen Problemen hier reproduzieren. Man kann höchstens alles nachmalen / animieren, wie die komischen Videos auf spiegel.de, aber das ist für eine non-profit (Englisch!!!) Seite wie diese wohl viel zu viel Aufwand.

Das mit dem einmal Gucken glaub ich schon. Durch Übung wird man Meister – und durch Meister wird man üben… 😉

Und ja, das Wort „fluid“ gibts im Deutschen. Ich bin vom Beruf nämlich auch Fluidmechaniker 😀 Die anderen Anglizismen sind aber schon sehr gewöhnungsbedürftig…

Antworten

EvS 23. November 2011 um 18:36

obligatorisch…schöne analyse in rekordzeit. respekt dafür.

zur sprache: im endeffekt muss jeder selbst wissen wieviele anglizismen er benutzen will. ich für meine teil finde die analysen hier im großen und ganzen recht gut zu lesen v.a. wenn man bedenkt in welcher zeit selbige verfasst werden.

im endeffekt ein großes weiter so

Antworten

TE 23. November 2011 um 18:33

Ich nehme mir einfach mal das Recht heraus und antworte im Namen meiner Kollegen 😉

Zu Bildern: Das ist uns copyright-technisch leider nicht möglich, da die Sportverbände und die Fernsehsender die Verbreitung von Screenshots als Rechteinhaber verbieten. Die Seite ZonalMarking.net wurde bereits für dieses Vorgehen abgemahnt. Da wir mittlerweile relativ viele Besucher für einen Sportblog haben, wollen wir das Risiko, eine Abmahnung zu bekommen, nicht eingehen. Wir bitten dies zu respektieren.

Zu Anglizismen: Intern haben wir uns darauf geeinigt, als deutsche Seite Anglizismen nur dann zu nutzen, wenn sie wirklich unausweichlich oder anerkannt sind – niemand hat beispielsweise was an dem Wörtern „Pressing“ oder „Forechecking“ auszusetzen. Manchmal ist es aber auch ein Drahtseilakt, die richtigen Übersetzungen zu finden, da es schlicht keinen deutschen Begriff gibt. Wir sind daher für jede Anregung zu haben, bitten aber auch um Verständnis, dass es manchmal zu komischen Wendungen kommen kann, da der Sprachschatz der journalistischen Taktikanalysen größtenteils englisch geprägt ist (Jonathan Wilson, ZonalMarking etc.).

Zur Bekanntgabe, welche Artikel analysiert werden: Vor Wochenenden und Europapokalabenden werden wir in Zukunft bei Facebook und manchmal auch bei Twitter bekannt geben, welche Spiele auf jeden Fall im Programm sind. Intern haben wir eine Liste, wer welches Spiel analysiert. Natürlich könnten wir diese publik machen, aber da wir ein Freizeitprojekt sind, kann immer irgendwas dazwischen kommen. Oft genug passiert es, dass ein Autor passen muss, weil eine andere, wichtigere Sache dazwischen gekommen ist. Wenn wir vorab eine Liste veröffentlichen würden, wäre der Aufschrei groß, wenn wir ein Spiel plötzlich nicht analysieren würden, und ehrlich gesagt haben wir keine Lust, uns dafür rechtfertigen zu müssen. Daher werden wir in Zukunft die Spiele, die auf jeden Fall im Programm sind, über soziale Netzwerke besser ankündigen – aber solange wir Spielverlagerung als Freizeitprojekt machen, wird es auch immer „überraschende Analysen“ geben.

Antworten

my_heroine 23. November 2011 um 19:52

Achso, alles klar. Wusste nicht, dass das Benutzen von Bildern solche Ausmaße haben kann. Ist natürlich dann nachvollziehbar.

Genau, gegen Wörter wie Pressing kann man natürlich nichts gegen haben, zumal es fest im Fußballvokabular der meisten ist. Aber sowas wie „okkupieren“ geht nicht, dann entsteht zu sehr der Eindruck, als würde man Zonalmarking kopieren wollen. Ihr seid aber sehr wahrscheinlich die bekannteste deutsche Taktikseite, da könnt ihr doch ohnehin Trends für die deutsche Taktikanalyse setzen, indem ihr Begriffe etabliert.

@EvS: Auch ich finde insgesamt die Analysen sehr gut zu lesen, nur bleibe ich ab und an bei den Anglizismen stehen. Aber nun ja, lieber gute Analysen mit Anglizismen die ich nicht mag, als keine oder schlechte Analysen.

@Bari: Ok, wusste ich nicht. Man könnte sonst auch „dynamisch“ o.Ä. verwenden. Und zu den Analysen: Klar, ich kann auch ein Spiel von meinen favorisierten Teams einmalig schauen und könnte dann eine recht lange Analyse dazu schreiben, aber auch nur weil ich eben ein gutes Wissen über das Team habe. Auf dieser Seite sind aber fast alle Begegnungen unfassbar detailiert, sogar Zweitligapartien, die meiner Meinung nach oft sowas von schwer detailiert zu analysieren sind, weil oft genug Spieler sich taktisch ungeschickt verhalten, etc.
Sogar Frauenfußball wird analysiert! Und das habe ich persönlich immer für unmöglich gehalten.

Zur Bekanntgabe: Akzeptiere ich, aber ich finde ihr würdet wenn ihr irgendwelche Spiele aus irgendwelchen Gründen nicht schafft, keinem eine Rechtfertigung schulden. Zumal – wie gesagt – Spielverlagerung nur ein Freizeitprojekt ist und ihr sicher kein Geld (oder sehr wenig?) damit verdient.

Schön, dass auf Kommentare/Feedback so schnell eingegangen wird. 🙂

Antworten

RM 23. November 2011 um 20:33

Da ja meine Art hier kritisiert wird, möchte ich noch einmal kurz darauf eingehen. Zuallererst: Danke für die Kritik, wurde sachlich und konstruktiv geäußert, wird natürlich gerne zur Verbesserung angenommen. Des Weiteren möchte ich anführen, dass ich (leider) eine etwas gestochene Alltagssprache besitze und diese hier scheinbar zu stark einfließen lasse, bei kürzeren Analysen ist dies (hoffentlich) nicht in dem Ausmaß vorhanden. Zonalmarking und Co. lese ich nicht, deshalb der vorherige Verweis auf meine Alltagssprache: ich benutze dort ebenfalls viele Fremdwörter und dergleichen, bzgl. Anglizismen wurde bereits von meinem Kollegen TE erklärt, wieso sich diese schwer vermeiden lassen, außerdem gibt es meiner Meinung nach einfach einige Begriffe, die sich in einer anderen Sprache treffender beschreiben lassen. Als Gegenbeispiel könnte man versuchen, die Wörter Sehnsucht, Schadenfreude und Weltschmerz ins Englische zu übersetzen …

… dennoch noch einmal ein großes Dankeschön. Nur durch solche Kritik können wir unsere Fehler erkennen, sie verbessern und somit auch die Performance (äh, Leistung) unserer Seite weiter hochschrauben. Danke für die Kommentare und wir sind nur so schnell, weil wir uns freuen, darauf zu antworten.

Antworten

44² 24. November 2011 um 04:39

Fluid/Fluidität ist ja sowas wie mein persönliches Lieblingswort, deshalb will ich nochmal drauf hinweisen, dass dieser Begriff wirklich perfekt ist um schematische Flexibilität zu bezeichnen. Da diese wohl ein zentrales taktisches Phänomen der nächsten Jahre wird, sollte dieses Wort daher dringend etabliert werden, schließlich will wohl keiner ständig von „schematischer Flexibilät“ reden müssen. (Das vorgeschlagene „dynamisch“ passt da nicht, weil es ganz anders besetzt ist. Zum Beispiel spricht man ja von „dynamischen Konterspiel“ oder der Dynamik eines Spieles, oder gar dynamischen Sprints – das hat alles absolut garnichts mit fluid zu tun.)
Ich hab noch im Ohr, wie Klopp die Spielweise von Barcelona mit „sehr viel Bewegung, wahnsinnige Positionswechsel“ beschreibt – sein wir doch so freundlich und geben ihm die Möglichkeit, das in einem Wort zusammenzufassen. 😉

Mal noch was anderes zu dem Thema: ich finde ein paar der englischen Begriffe (deeplying playmaker, box-to-box-midfielder) deshalb (oft) überflüssig, weil sie überzogen kategorisieren. Die Engländer haben sich breitflächig durch diese ganzen Begrifflichkeiten (meiner Wahrnehmung nach) sehr in einem über-kategorisierten Taktikverständnis eingerichtet. Wenn man in englischen Foren oder den ZM Comments liest, dann wird da viel nach Baukasten-Prinzip argumentiert. Man kennt ein Repertoire von Spielertypen und wenn einer Mannschaft eine bestimmte Qualität abgeht, wird schlichtweg der entsprechende Spielertyp gefordert. Der Blick für das Ganze kann dabei verloren gehen und man verpasst neue Entwicklungen, die in das aufgestellte Muster nicht hereinpassen.
Wenn wir in Box-to-Box-Spielern und tiefen Spielmachern denken, was machen wir dann mit einem Bastian Schweinsteiger, der beides und nichts ist und eben gerade deshalb so wertvoll? Wenn wir in Tacklern und Passern denken, was machen wir mit Alex Song, der als extrem robuster, destruktiver Spieler plötzlich auf dem Flügel drei Gegner austanzt und die perfekte Flanke zum Siegtor schlägt?
Ich glaub, das ist teilweise der Grund dafür, dass man auf ZM zB immernoch niemanden über Gegenpressing schreiben sieht. Michael Cox hat ein bisschen sein eigenes Gedankengerüst vom Fußball aufgestellt, was auch deshalb so extrem erfolgreich war, weil es vereinfacht. Aber aus so einem Gerüst kann es schwerfallen auszubrechen. Man wird anfällig dafür, neuartige Details zu übersehen.

Ach Gott, jetzt bin ich arg abgeschweift. Naja, den Eindruck wollt ich mal teilen.

Antworten

44² 22. November 2011 um 16:57

Auch hier nochmal großes Kompliment für die wie üblich großartige Analyse.

Bei mir auf’m Blog gibt’s noch weiterführendes Material. Wen’s interessiert. 😉

Zu den Anglizismen: Ich kann das verstehen, in einigen Dingen ist die englische Sprache einfach kompakter und praktischer beim beschreiben von Vorgängen. Begriffe wie Pressing oder Fairplay sind ja nicht grundlos etabliert. Der Punkt, an dem’s mir befremdlich vorkommt, ist, wenn leicht übersetzbare Begriffe übernommen werden. Was spricht denn gegen „Detailanalyse“ statt in-depth? (Bei in-depth kommt etwas Abneigung dazu, dass ich keine Ahnung hab, wie man das aussprechen soll. 😀 ) Deeplying-Playmaker wird auch gern verwendet, wieso nicht einfach tiefer Spielmacher? Auch den oft zitierten „Wing Back“ gibt’s doch längst im Deutschen: Das war zu seinen Glanzzeiten mal der „Flügelläufer“. Finde, das kann man wieder nehmen, wenn’s wieder gespielt wird.
Wo das oben angesprochene „Hybridsystem“ aber aus dem englischen kommen soll, versteh ich nicht.

Ich glaub das wichtigste ist, dass die Begriffe nicht fremd und unpassend wirken im Text. Aber letztendlich ist das ja Geschmackssache.

Antworten

uk 22. November 2011 um 16:15

Est einmal Respekt für die detaillierte Analyse, allerdings ist mir der Text viel zu lang, auch wenn ich ihn durchaus interessant fand. Allerdings habe ich mittendrin aufgehört zu lesen….

Antworten

datschge 22. November 2011 um 17:37

Keiner zwingt Dich, alles zu lesen. =) (Der Kommentarteil bläht sich hier ja auch rekordverdächtig auf.)

Antworten

Franck 22. November 2011 um 10:27

Auch von mir mal wieder ein großes Kompliment zu dieser Diplomarbeit. Für mich als Bayernfan war es hart, die ganzen Schwächen im Bayernspiel schonungslos aufgedeckt zu bekommen, aber da muss man durch nach verdienten Niederlagen.

Einzig auch ich hätte mir 2, 3 Sätze zum Schiedsrichter gewünscht. Du führst zu recht seine diskussionswürdige Leistung an, ohne dann darauf einzugehen. Wie einer der Vorkommentatoren richtig bemerkte, war es für mich mit spielentscheidend, dass Schmelzer nach seinem rüden Fußdraufhalten zu Spielbeginn nicht die verdiente gelbe Karte sah. So erhielt er das klare Signal vom Schiri, weiter sehr rustikal Robben den Zahn ziehen zu dürfen. Umgekehrt musste Robben das Gefühl haben, dass der Schiedsrichter ihn nicht schützen würde.

Oft war es in der Vergangenheit so, dass der Gegenspieler Robbens irgendwann gelb kassierte, danach zurückhaltender agieren musste und Robben so größere Räume bekam.

Übrigens war Robben zwar ziemlich wirkungslos im Spiel, man darf aber nicht seine eine (1) Aktion im Strafraum vergessen, wo er wunderbar zum freistehenden Ribery zurückspielt, der dann unglücklich Vollspann übers Tor schoß. Das hätte an einem glücklicheren Bayerntag das 1:0 und damit einen Assist von Robben bedeutet. Dann hätte man seine Rolle anders analyisert, nämlich von seiner großen Effektivität gesprochen.

Noch eine Anmerkung zu Deinem Sprachstil:
Ich freue mich über die teils bildhafte Sprache, wenn Du beispielsweise schreibst, wie Müller von den umstehenden Dortmundern an- und ausgesaugt wurde, ist das großes Kino, weils erstmal absolut korrekt wahrgenommen ist und dann auch noch so beschrieben wurde, dass beim Leser Bilder im Kopf entstehen.

Bitte weiter so!

PS: Die Vorfreude auf die Spielanalysen ist bei mir so groß, dass ich auch gut und gerne einen Tag länger darauf warten könnte. Von mir aus müsste diese sehr zeitnahe Veröffentlichung gar nicht sein. Bevor hier für Dich und Dein Team der Stress zu groß wird…

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vastel 23. November 2011 um 14:58

Hätte, tätte, Fahrradkette… 😉

Nein, im Ernst:
Ich bin sicher, dass Schmelzer eine Gelbe bekommen hätte, wenn Robben nicht jedes mal so theatralisch gefallen wäre. Konsequent vom Gagelmann wäre gewesen beiden Gelb zu zeigen: Schmelzer für (wiederholtes) Foulspiel und Robben für Schauspielerei 😉

Insofern hat sich da der Holländer mehr oder weniger selber ins Knie geschossen. Außerdem muss man fairerweise sagen, dass Schmelzer zwar sehr robust in die Zweikämpfe ging, aber keinesfalls unfair. Hart an der Grenze zur Verwarnung, aber eben nur an der Grenze. Eine Verwarnung hätte nur mit der Begründung „Du bist jetzt 3 mal hart reingegangen, jetzt reicht’s.“ Sinn gemacht.

(Harte) Zweikämpfe gehören zum Fußball dazu und Schmelzer hat in diesem Spiel alles richtig gemacht: Robben aus dem Spiel genommen, ihm sogar die Lust am Spiel verdorben und keine Verwarnung bekommen. „Job’s done.“ 😉

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Candis 23. November 2011 um 16:18

Wenn Robben nicht anzeigen würde, dass er gefoult wurde, würden seine Gegner noch munterer auf seinen Knochen herumturnen und Robben wäre noch häufiger verletzt als er es ohnehin schon ist.
Wenn ihn der Schiri nicht beschützt, muss er sich und seinen Körper hat selbst beschützen.
Ich seh Robbens Theatralik auch nicht gerne, kann sie aber bei seinem empfindlichen Körper verstehen. Ich kann mir vorstellen, dass er dadurch schon dem ein oder anderen schmerzhaften Tritt entgangen ist.

Gleich Schmelzers erstes Foul an Robben war für mich eine klare gelbe Karte. Die Aktion ging rein auf Robbens Knöchel ohne irgendeine Aussicht auf den Ball.

Da Schmelzer an diesem Spieltag imo 9 von 10 Bundesligaschiedsrichter, wenn nicht schon für sein erstes Foul, dann für die Summe seiner Fouls, in der ersten Halbzeit eine gelbe Karte gegeben hätten, ist die Frage, ob er alles richtig gemacht hat oder nicht eher der Schiedsrichter einfach einen schlechten Job gemacht hat.
Dafür, dass ein Spieler für seine Fouls keine Verwarnung bekommt sollte man ihn meiner Meinung nach nicht loben. Dafür, dass Schmelzer (jetzt mal abgesehen von den Fouls) gut verteidigt hat und seine Seite hinten gut dicht gemacht hat, sollte man ihn eher loben.

Antworten

vastel 24. November 2011 um 12:11

Wie gesagt, die beste Lösung wäre gewesen beiden Gelb zu zeigen.

Schauspielerei sollte nicht noch belohnt werden, egal wie verletzungsanfällig ein Spieler ist oder nicht! Das ist keine Bewertungsgrundlage für Verwarnungen. Dieses Risiko kennt Robben, sonst hätte er kein Profifußballer werden dürfen.

Antworten

Till Schreiber 22. November 2011 um 02:03

Super Seite hier! Ich habe sie ueber einen Hinweis in der englischen Zeitung Guardian gefunden. Das fuehrt jetzt dazu, dass ich hier mit grossem Interesse einen Beitrag lese, der so ziemlich das widerspiegelt, was ich waehrend des Spiels dachte. Allerdings war das bei mir eher: „Die Dortmunder scheinen ungefaehr 13 Feldspieler zu haben.“ Mit anderen Worten, ich lerne viel, vielen Dank. Jetzt werde ich noch mal ins Archiv schauen. Das english-deutsch stoert mich nicht, ich wohne in den USA, bei mir im Kopf hoert sich vieles English-deutsch an.

Als Bayern-Fan noch ein Wort zu den Diagonalpaessen. In vielen Spielen der Saison gab es den Pass von Badstuber ueber 50m zu Mueller. Durch das Pressing wurde das verhindert, aber auch durch Muellers zentrale Rolle.

Antworten

Torben 22. November 2011 um 01:33

Hallo zusammen.

Also Postings im Internet sind nicht wirklich meine Leidenschaft und kommen daher nur höchst selten vor. Aber irgendwie drängt es mich, euch mitzuteilen, dass hier ein neugewonnener Stammleser postet. Sofern das Niveau so bleibt, woran ich aber keinen Zweifel habe. 🙂

Ganz starke taktische Analyse des Spiels. Vielen Dank! Und zur Wortwahl…also ich finde es persönlich mal ganz nett, eine vermeintlich „hochtrabende“ Wortwahl zu lesen. Das ist im Bereich des Fussballs ja wahrlich nicht oft anzutreffen! 😉

Antworten

Artur Friedenreich 22. November 2011 um 01:13

Zunächst einmal ein grosses Danke für eure tolle Seite und die erhellenden Analysen. Die oft geäusserte Sprachkritik kann ich überhaupt nicht teilen.
Jeder hat seinen eigenen Sprachstil und in einer sich internationalisierenden Welt schleichen sich, mangels jeweiliger muttersprachlicher Alternativen, die besser treffenden fremdsprachlichen Worte wie von allein ein. Das gilt für viele Bereiche. Kurz, weiter so, Stirn in den Wind. Ich mag die klare Kante.

Mir drängt sich seit dem Ende des Spieles ein unbeleuchteter anderer Aspekt dieser Begegnung auf, der sich zumal an der Person Robbens entwickelte:
Nämlich die Frage inwieweit die Entwicklung der Bayernmannschaft gerade vor dem Hintergrund der Championsleague, genau eines Gegners wie Dortmund
bedurfte. Dies um zum einen Robben Spielpraxis auf höchstem Niveau zu verschaffen, sowie auch den Rest der Mannschaft einer Härteprüfung zu unterziehen, und somit dringend notwendige Lehren für die Saison bis zur Winterpause ziehen zu können. Natürlich hätte man auf Seiten der Bayern sicher gerne gewonnen, allein der Wert der zu gewinnenden Erkenntnisse war sicher grösser als ein Gewinn des Spieles als solchem. Gegen Dortmund kann man auch mal ohne Gesichtsverlust verlieren, schliesslich sind die wirklich oft Klasse. Insofern gehe ich fast von einem kalkulierten Risiko in Form des Einsatzes von Robben und der Formierung der Gesamtmannschaft vor dem Hintergrund der folgenden Aufgaben aus.
Bin übrigens weder Bayern noch Dortmund Fan. Ich liebe einfach gut spielende Mannschaften, wenn’s geht ohne Stinker. Im Herzen aber Fortuna, und da ist man wirklich Kummer gewöhnt. Schön, dass es gerade mal aufwärts geht…

An euch noch einmal: Super Seite, weiter so, bin Fan seit Wochen.

Artur Friedenreich

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Klaus Beyer 21. November 2011 um 20:40

Bin auch begeistert von der Analyse, ob in jeden Detail hundertprozentig richtig ist gar nicht so wichtig, da jeder das selbe Ereignis mit verschiedenen Augen sieht. Dein Deutsch ist in jedem fall flüssiger als Honigheim’s gestelztes Englisch, bei dem es mehr darauf ankommt möglichst viele „Idiomatics“ in einen Artikel zu zwängen. Auch die Leser sind in ihrer Schreibweise angenehm höflich und ausgewogen, was leider bei anderen Kommentarseiten selten der fall ist

Antworten

maba 21. November 2011 um 16:58

Absolut richtig finde ich den Abschnitt mit den Diagonalpässen von Rafinha.
Wenn eine Mannschaft wie Dortmund das Spielfeld, auf Grund des hervorragenden Pressings, derartige klein macht, sind Diagonale Pässe ein der wenigen Lösungen den Gegner auszuhebeln. In diesen Fällen hätte Ribery erfolgreich 1 gegen 1 gehen müssen, was er aber in diesem Tag nicht einmal ansatzweise schaffte.

Absolut unschlüssig ist mir, wir ihr nur auf 3 Schüsse der Bayern kommt?
Alleine Ribery hatte 3 Abschlüsse, dann kommen die Schüsse von Gomez, Badstuber und Boateng.

Meiner Meinung nach wäre ein Unentschieden gerecht gewesen, da sich Dortmund im Spiel nach vorne auch sehr schwer tat und eigentlich nur 3 oder 4 Torchancen erspielt hat. Aber am Ende zählen eben nur die verwerteten Chancen 😉

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OF 21. November 2011 um 15:28

Zur Szene in der ersten Halbzeit Schmelzer/Gomez: Ich finde, das war kein Foul. Von Schmelzer ging keine Aktion aus, er stand bloß da.

Antworten

sharpe 21. November 2011 um 13:49

hallo Leute,

ich bin auch seit einer Woche begeisterter Leser auf dieser Seite und fand auch obige Analyse sehr gut. weiter so. Noch ein Wort zum Schiedsrichter. In meinen Augen hätte es bei 2 Fouls an Gomez jeweils Freistoß knapp ausserhalb des 16ers für Bayern geben müssen. Das wären hervorragende Möglichkeiten gewesen, die der Schiri den Bayern verweigert hat.
Besonders die (nichtvorhandene) Rolle von Müller wurde erstklassig dargestellt und auch, was er anders hätte machen müssen.

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tactic addicted 21. November 2011 um 11:40

Diese sehr gute Analyse hat inzwischen auch Beachtung bei der Zeit gefunden:

http://www.zeit.de/sport/2011-11/bayern-goetze-ballack-reisinger

unter: Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

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Pascal 21. November 2011 um 10:43

Vielen Dank auch von mir, immer wieder eine Freude eure Artikel zu lesen.
Schon beachtlich wie viele Sachen dir mehr auffallen als mir und das beim betrachten des selben Spiels! 😉

Antworten

Richard Wiegand 21. November 2011 um 02:55

Vielen Danke fuer Ihre objektive und interssant Analyse. Wir muessen auch bemerken dass die Bayernspieler spielen viel mehr Spiele als die Dortmunder (fuer die Champions League, internationale Frendschaft und Qualis, sowie DFB Cup Spiele). Dortmund ist nimmer bei der Champions League dabei, und nur Goetze und Hummels sind fuer die Nationalelf verantwortlich. Obwohl das Klopp System sehr effizient und bewundernswert ist (besonders fuer im Durchschnitt billigere Spieler im Vergleich mit FC Bayern), warum hatt er nicht mehr in der Champions League erreicht? Also, welch ist die bessere Mannschaft? Als Deutscher Fussballfan aus Amerika (bin in New York geboren und habe Fussball zusammen mit Gerd Mueller and der Sebenerstasse gespielt bei Bayerns Trainingslager, habe Kaiser Franz bei Cosmos getroffen), es waer schoen wenn mehr Deutsche Clubs erfolgreich bei der Champions League sein koennen. Please excuse my German – bin a bissel eingerostet – and please check out my commentary about the Bayern-Dortgame game at http://prosoccertactics.com/2011/11/20/10-reasons-why-fc-bayern-munich-lost-to-borussia-dortmund/ Schoenen Gruss aus Amerika WE LOVE JUPP HEYNCKES!!!

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andi79 21. November 2011 um 01:04

Danke für diesen ausführlichen Bericht!
Bin vor ein paar Wochen auf diese Seite gestoßen und bin hellauf begeistert.
Für einen Fussball-Nerd, der gerne über Taktik diskutiert, ist diese Seite ein Traum.
Vielen Dank und macht weiter so.

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Garrona 21. November 2011 um 00:38

Sehr gute und ausführliche Analyse der Taktiken, Aufstellungen und wie man gegen bestimmte Muster bestehen bzw. diese aushebeln kann.

Macht weiter so – so macht die schönste Nebensache der Welt noch mehr Spass.

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jose mourinho 20. November 2011 um 23:05

Mich interessiert noch was du zu Moritz Leitner schreiben wolltest. Ausser dass der mehr als Kehl gepresst hat ist er mir nicht sonderlich aufgefallen.
PS.: Sehr schöne Analyse!!

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charles 20. November 2011 um 20:40

Ich finde es ebenfalls ausgesprochen angenehm, sich vom Boulevard auch sprachlich zu unterscheiden.
Und großes Lob für so eine umfangreiche Analyse in dieser Zeitnähe.

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Arne 20. November 2011 um 19:19

Grandiose Analyse, besten Dank! Und außerdem mal ein generelles Lob für Eure Seite, das ist famos, was Ihr hier macht.
Was mich aber jetzt tatsächlich interessieren würde: Wie oft hast Du Dir das Spiel angesehen, um das so herauszuarbeiten? Und: im Stadion oder im Fernsehen – oder beides?

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RM 20. November 2011 um 19:46

Ein einziges Mal auf einem Fernseher in einem Lokal.

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Rouven Fischer 20. November 2011 um 18:12

„Ein Akt von Spielintelligenz“ fand ich nun sprachlich sehr gelungen…
Vielen Dank für diese „Diplomarbeit“, normalerweise würde für ein derartige opus magnum 6 Wochen Arbeit ansetzen. Chapeau!

Antworten

laterookie58 20. November 2011 um 18:40

@alle Beteiligten bis hierher inkl. RM: Es ist sehr angenehm zu lesen, daß u.U. Aussagen erklärt bzw. richtig gestellt werden! Daß sich hier die Beteiligten nichts dabei abbrechen, wenn sie sich entschuldigen! Den Gedanken hatte ich vor Wochen schon: Wahnsinn, wie umfangreich, durchdacht und fachlich kompetent in verständlicher Form neunzig und mehr Minuten Fußball analysiert werden. Und: in einer Wahnsinns- Geschwindigkeit!!! @Rouven Fischer: „Diplomarbeit“ opus magnum… ; treffender geht wirklich nicht! Zu guter Letzt @RM: ich kann nur für mich schreiben: an Deiner Wortwahl ist nichts auszusetzen; auch wenn mein Team mal verlieren sollte oder wir Vollmond haben…

Antworten

RM 20. November 2011 um 19:52

Kurz noch an alle Diskussionspartner hier auf spielverlagerung.de, an alle, die Kommentare schreiben und sich am Meinungsaustausch beteiligen: ich möchte mich für das absolut hohe Niveau, die Konstruktivität, Objektivität und Sachlichkeit bedanken, die bei uns vorherrscht. Das gesamte Team dankt für das hohe Niveau und es ist wohl die größte Freude von uns, solche Kommentare nach einer Analyse zu lesen – auch die negativen, denn wir sind vor Fehlern nicht gefeit und dass diese gesehen, sachlich angemerkt und die korrekte(re) Sichtweise schlüssig und großteils emotionslos dargelegt wird, freut uns. Übrigens, weil ich zuvor einen Kommentar über den „Erguss eines Dortmunder Fans“ las: ich bin Fan des FC Bayern München und nein, zufrieden bin ich mit der Analyse nicht, mir fallen jetzt noch einige Dinge ein, unter anderem Moritz Leitner, die ich gerne noch herausgearbeitet hätte – aber ich hoffe, dass meine Subjektivität bzgl. „meines“ Vereines nicht exzessiv herausgequollen ist und man mir etwas Sachlichkeit attestieren mag; welche ich leider nicht habe, denn bei einem Sieg der Heimmannschaft wäre die Analyse wohl bereits mitten in der Nacht gekommen … das gestehe ich schamhaft ein, meine fehlende Professionalität entehrt mich.

Aber nun ein Fazit, wie man es von uns gewohnt ist: Danke für die herausragenden Kommentare, ihr seid das wahre Herz dieser Seite und ich hoffe, dass unsere extrem niveauvolle Taktik-Community(, ähm, natürlich wollte ich „Gemeinschaft“ sagen,) in Zukunft weiterwachsen wird, ohne dieses hohe Level zu verlieren.

P.S.: Hoffentlich nehmen meine Kollegen mir diesen fast schon romantisch anmutenden Exkurs nicht übel.

PP.S.: Die Fremdwörter werde ich wohl wirklich nicht so simpel los.

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datschge 20. November 2011 um 20:41

„fehlende Professionalität“, weil Sie sich einen schlappen halben Tag Zeit gelassen haben? =)

Diese Seite ist ein Glücksfall! Es gibt viele Taktikseiten, einige sehr gute, aber generell waren mir oft die zeitlichen Abstände zwischen neuen Analysen etwas groß so dass man sie dann doch mal aus dem Auge verliert. Hier dagegen gibt es fast zuviel des guten! Mir tuen schon alle Beiträge leid, die nicht soviel Feedback bekommen, denn das Niveau ist schon durchgehend hoch dass sie es verdienen. Das färbt sich sicher auch auf die Leserschaft ab. Wer auch immer auf die Idee gekommen ist, diese Seite mit einem größeren Autorenteam zu stemmen und die passenden Leute dafür zusammen zu bringen: Danke! Und sonst an Alle: Nur weiter so. =)

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RM 20. November 2011 um 21:10

„fehlende Professionalität“, weil ich bei einem Bayernsieg wohl um 3 Uhr früh diese Analyse veröffentlicht habe – und das Siezen mag ich nicht wirklich, fühle mich geehrt, aber das höre ich im Beruf oft und da finde ich bereits absolut abkömmlich und hinderlich: von mir aus sind wir mit unseren Lesern gerne per Du, außer der betreffende User (äh, Nutzer) möchte dies nicht.

@Stevie-B1980: Ich hoffe, ich falle bei diesem „bemerkenswert-sein“ nicht ab, weil ich -abgesehen von heute- sehr wenig auf das Feedback bei meinen Beiträgen antworte; berufsbedingt, bin nur am Wochenende, wenn überhaupt, zuhause. Durchlesen tue ich mir aber jeden einzelnen Kommentar und für solche warmen Worte bin ich immer offen wie dankbar.

Bezüglich Schiedsrichtern: einerseits wollte ich hier nicht näher darauf eingehen, weil es sehr viele 50/50-Entscheidungen waren, andererseits habe ich es im Absatz „taktische Fouls und Wechsel“ etwas verpackt, aber deine Idee ist hervorragend – sogar so gut, dass ich sie mir klauen werde und einen Artikel ausschließlich diesem Thema widmen möchte. Wann der kommt, weiß ich allerdings nicht, wir haben leider überaus wenig Zeit und es sind bereits über 140 Artikel in Planung und fünf sehr lange Beiträge haben wir bereits fertig im Reservoir, die kommen dann in den nächsten Wochen, spätestens der Winterpause …

… und schön finde ich es auch, dass wir nicht nur intelligente Nutzer haben, sondern auch (im richtigen Maße) selbstbewusste, die sich untereinander loben und respektieren können. Da freut sich das Herz von meinen Kollegen und mir.

Antworten

Stevie-B1980 20. November 2011 um 23:09

Hui, hätte natürlich nicht mit gerechnet, dass meine Anmerkung gleich der Anlass für einen ganzen Artikel ist…

Wobei dieses Thema wirklich bestens in einem gesonderten Beitrag untergebracht ist – losgelöst vom direkten Bezug zu einem Spiel. Da ja gerade das Thema „Schiedsrichterleistung“ vielfach kontrovers diskutiert wird – und da sind die Meinungen oft durch die Sicht mit der „Vereinsbrille“ stark beeinflusst.

Und ich hätte auch keine Angst, dass so ein Artikel – selbst wenn er erst am Sankt Nimmerleinstag erscheinen sollte – jemals an Aktualität einbüßen würde.

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Thomas Wörtche 20. November 2011 um 17:07

Ganz großartige Analyse, auf diesem Niveau soll man über Fußball reden!
Congrats und herzlich
TW

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Marvin Nash 20. November 2011 um 15:13

Wo ist denn Deine Stammkneipe? da würde ich gerne mal über Fußball reden.

Antworten

derde 20. November 2011 um 14:49

Eine kleine Anmerkung: Ich lese eure Analyse gerne und regelmäßig, aber in letzter zeit fällt mir auf, dass ihr scheinbar durch besonders hochgestochene Sprache glänzen, was aber durch zu häufigen Einsatz arrogant und angebracht wirkt. Setzt euch vom Boulevard bitte durch Inhalt und nicht durch übertrieben hochgestochene Sprache ab, das ist lächerlich.

„4-2-3-1/4-4-2-Hybridsystem“ kommt aus dem englischen, und sollte hier nicht grade eingedeutscht werden, denn wir haben deutlich passendere Ausdrücke dafür

„Akt von Spielintelligenz“ nehmt doch einfach „intelligentes Zuspiel“

„er montierte Gomez ab“ abmontieren?

„Majorität“ Um Gottes willen

„okkupieren und abmontieren“ okkupieren?

Bitte nicht alle Begriffe von ZonalMarking eindeutschen 😉

Antworten

RM 20. November 2011 um 14:56

Im Gegensatz zu meinen Kollegen lese ich Zonalmarking nicht und die Begriffe sind von mir so gewählt, damit ich mich innerhalb eines Artikels nicht x-mal wiederhole bzw. auch aus meiner Alltagssprache – dennoch Danke, werde das in meinen nächsten Artikeln beachten.

Antworten

derde 20. November 2011 um 15:19

dann entschuldige ich mich, der englische Einfluss ließ nur ziemlich stark darauf schließen 😉

aber ein anderer Diskussionsansatz:

Glaubt ihr wirklich dass eine Umstellung auf 4-2-4 so die Ansage war, oder hat sich das nicht einfach aus den sielertypen und der Drangphase ergeben, dass Außenstürmer und vorheriger Schattenstürmer höher standen?

Antworten

RM 20. November 2011 um 15:45

Wenn der Trainer in einer solchen Phase solche Spielertypen bringt, dann kann sein Ziel nur ein 4-2-4 sein. Hier kehrt man ja in gewisser Weise zur ewigen Frage zurück, ob zuerst das Huhn oder das Ei da war, sprich: hat Heynckes ein 4-2-4 gewollt und deshalb die Spieler gebracht oder wollte er diese Spieler und erstellte für sie diese 4-2-4-Formation?

Antworten

datschge 20. November 2011 um 17:02

Ich möchte mich hier der Skeptik von derde anschließen. Heynckes hat in meinen Augen bisher in der Saison mit seinen Auswechselungen nicht gezeigt, dass er Taktik und Formation mit viel Hintersinn ändern kann. Stattdessen sind es zumeist entweder „gleichwertige“ (like-for-like) Wechsel oder mehrere Defensiv- bzw. (wie hier) Offensivspieler von der Bank, um einen Spielstand heimzuschaukeln respektiv auf alles oder nichts das Ergebnis zu verbessern. Auch die Ausgangsformation und -Taktik krankt mMn an dieser Inflexibilität: Plan B scheint sich auf Plan A mit anderer personeller Besetzung (die nicht mal sonderlich eingespielt scheint) zu beschränken.

Antworten

Sunny 20. November 2011 um 15:07

Mir gefällt ja der Begriff „in-depth-Analyse“ nicht. „in-depth“ bedeutet ja nichts anderes als eingehend, gründlich, in die Tiefe gehend. Vielleicht wäre es gar nicht so schlecht, sich mit einem leicht ironischen „Tiefenanalyse“ o.ä. vom gängigen Taktikmarketingdeutsch abzugrenzen.

Antworten

RM 20. November 2011 um 15:43

Dazu möchte ich aber anfügen, dass es keine/kaum deutschsprachige Literatur, schon gar nicht frei erreichbare, im Bezug auf Fußballtaktik gibt und wir uns in sämtlichen Bereichen nur an Leuten aus dem englischsprachigen „Markt“ orientieren können (bspw. Jonathan Wilson oder eben das bereits erwähnte Zonalmarking) – wenn wir dies allerdings nicht tun würden, dann gäbe es durchaus von den zahlreichen Fans dieser Seiten große Kritik an uns, zumindest gehe ich davon aus. Wie gesagt, in naher Zukunft werde ich versuchen, meine Alltagssprache in der Schrift etwas zu vereinfachen, falls dies bei den Lesern geschlossen schlecht ankommt und möchte mich dafür entschuldigen, habe schlichtweg nicht darauf geachtet, da es gar nicht so einfach ist, einen Artikel mit fast 7000 Wörter unter Zeitdruck inkl. Grafiken in knapp über 4 Stunden zu schreiben.

Antworten

Louis 20. November 2011 um 15:59

„Wie gesagt, in naher Zukunft werde ich versuchen, meine Alltagssprache in der Schrift etwas zu vereinfachen, falls dies bei den Lesern geschlossen schlecht ankommt und möchte mich dafür entschuldigen, habe schlichtweg nicht darauf geachtet, da es gar nicht so einfach ist, einen Artikel mit fast 7000 Wörter unter Zeitdruck inkl. Grafiken in knapp über 4 Stunden zu schreiben.“

Es kommt NICHT bei den Lesern geschlossen schlecht an!
Weiter so!

Antworten

Sunny 20. November 2011 um 17:42

@RM
Oops, da bin ich mit meiner Anregung wohl über das Ziel hinausgeschossen… Es war nicht meine Absicht, euch zu kritisieren – auch wenn’s im Nachhinein nach „erst mal meckern“ aussieht. Ich weiß eure Spielanalysen zu schätzen, sonst würde ich nicht hierhin kommen. Lange Texte mit kohärentem Gedankengang unter Zeitdruck aufs Papier bringen, um eure Leser zufriedenzustellen, und dabei dem Fehlerteufel möglichst keinen Raum zur Entfaltung lassen, das ist gar nicht so einfach. Ich hoffe, nix für ungut – ich hab‘ mich doch gar nicht beschwert…

Antworten

grombrindal 20. November 2011 um 14:46

Sehr gute, ausführliche Analyse mal wieder! Und das in so kurzer Zeit, Respekt!

Schön auch, wie ihr die Isolation Müllers herausgearbeitet habt, fand ihn nämlich auch gestern ungewohnt unauffällig.

Dass Dortmund in Hälfte 1 eher selten zu gefährlichen Chancen kam, lag mMn an der starken Leistung der bayrischen Innenverteidiger, die Pässe in die Spitze auf Kagawa oder Lewandowski immer sehr gut antizipierten und sofort bei Ballannahme störten und meistens auch den Ball gewannen.

Eine Anmerkung zu dem Teil über Bayerns Formationsumstellung am Ende:

Ich fand nicht wirklich, dass die Formation des BvB ausgehebelt wurde, sondern stattdessen eben sehr viele lange Bälle in den Strafraum geschlagen wurden, welche kaum souverän zu verteidigen sind und mit Pech immer zu gefährlichen Situationen führen können. Diese Bälle konnten die Dortmunder oft nicht vernünftig klären und so entstanden mit etwas Glück ja auch einige der gefährlichsten Szenen der Bayern.

Abschließend will ich noch anmerken, dass ich manchmal das Gefühl hatte, Dinge mehrfach zu lesen, weil ihr Sachen halt oft nochmal anführt und dann noch ein bisschen weiterdenkt – vielleicht könnte man da noch ein bisschen Kompaktheit und Kürze schaffen.

Grombrindal

Antworten

Wursti 20. November 2011 um 14:43

Eine super Analyse, die sich gerade durch Objektivität, Nüchternheit und unglaubliche Vollständigkeit auszeichnet!
Macht weiter so – auf diese Art und Weise wird der Genuss am Fußball noch auf ein neues Niveau gehoben!

Antworten

Sunny 20. November 2011 um 14:40

@sash
Dir gefällt der Artikel nicht? Dein gutes Recht. Beim Fazit lässt sich der Autor zugegebenermaßen von den Erwartungen an zukünftige Spiele hinreißen. Aber ist daher der gesamte Artikel bzw. die Wortwahl (Doppelsechs, Intensität, Spielunterbrechungen, situative Manndeckung, Mittelfeldpressing usw.) im Analyseteil wirklich schlecht? Auch wenn du ob des Spielverlaufs oder -ergebnisses enttäuscht bist und der Artikel deine persönliche Wahrnehmung nicht bestätigt, muss man dann so undifferenziert nachkarten? Keine Argumente, was?

Kompliment an die Macher, mir gefällt eure Seite echt gut.

Antworten

Frank 20. November 2011 um 14:28

Besten Dank für diese tiefgründige Analyse!

Ein sehr intensiver Spiel auf Augenhöhe, wobei eine der wenigen Chancen bei den Dortmundern saß. Letztendlich auch verdient, denn es waren eher Klopp und die Dortmunder, die dem Spiel ihren Stempel aufdrückten. Was ein Pressing!

Insofern hätte ich mir von Heynckes etwas mehr offensives „Chaos“ durch ständiges rotieren zwischen Ribery, Müller, Kroos und Robben gewünscht, um die super Zuordnung dureinander zu wirbeln. Vor allem Olics Einwechslung für Robben war nicht wirklich förderlich. Links vorne hätte lieber Alaba für mehr Kombinationen mit Rafinha sorgen sollen.

Hoffen wir nur, dass die Dortmunder auch gegen Arsenal an diese Leistung anknüpfen können.

Antworten

FiLiPiNi 21. November 2011 um 02:04

Also so kann man das sicherlich nicht stehen lassen.

M.m.n. war Dortmund zwar defensiv wirklich hervorragend eingestellt, aber ansonsten war vom BVB in der Offensive nicht viel zu sehen (Kagawas Lupfer sei dahingestellt) und wie Jens Lehmann während des Spiels schon richtig bemerkte: „Es ist immer einfacher den Gegner das Spiel machen zu lassen.“ Dortmunds Sieg war demnach extremst glücklich, denn das dieser nach vorne gestolperte Ball dann irgendwie noch vor Götzes Füße fällt, war für Bayern pures Pech. Allerdings muss man auch fairerweise sagen, dass sich die Roten aus ihrer Ballbesitztechnischen Überlegenheit kaum mehr Chancen erspielt haben (was nicht zuletzt an der Dortmunder Taktik lag). Dennoch wäre ein Remis für beide Seiten angemessen gewesen und Lüdenscheid-Nord hätte sich über eine Niederlage wesentlich weniger beschweren dürfen, als Bayern jetzt. Aber im Fußball gilt immer noch (ACHTUNG 5€,- ins Phrasenschwein :-)) wer ein Tor mehr als der Gegner schießt gewinnt halt das Spiel, fertig aus.

Abschließend würde ich mir gerne allgemein noch wünschen, dass dieser Irrsinn über die Laufdistanz zu diskutieren, endlich wieder in der Versenkung verschwindet, denn diese Statistik ist, so schön sie auch sein mag, meistens nicht sehr aussagekräftig. Dortmund ist in diesem Spiel weiter gelaufen als die Bayern. Fazit der Medien: „BVB läuft mehr, gewinnt verdient“. Der FCB läuft aber in jedem anderen Spiel ebenfalls weniger als der Gegner und gewinnt dennoch die Mehrzahl dieser Spiele eindeutig. Es kommt also immer darauf an, wie gelaufen wird. Jetzt könnte man sagen: „Dortmund hatte aber mehr intensive Läufe, ist also viel aktiver gewesen und hat demnach ebenfalls verdient gewonnen“. Aber auch dieser Zweig der Statistik ist ein Trugschluss, denn wenn man in der Defensive ständig die Lücken auffüllen muss, und dies in ausreichender Geschwindigkeit um den Gegner zu stellen, muss man ergo auch ständig häufiger schnell und gleichzeitig mehr Laufen als der Gegner ohne in irgendeiner Form aktiver am Ball zu sein. Man sieht ergo, dass man diese Statistik quasi im Hals wieder herumdrehen kann, um sie sich passend zu machen. Es ist wie an der Börse, wo quasi Ereignis X sowohl einen Kursfall als auch einen Kursanstieg verursachen kann und es sich dann passend gedreht wird, weil im Grunde genommen keiner mehr weiß, wie er die Ereignisse zu deuten hat. So verhält es sich auch mit dieser Statistik, denn man muss das Spiel als Ganzes betrachten und es hilft leider nicht, das Spiel in solch unnütze Atome zu zerlegen und die Einzelteile auf Teufel komm raus in irgendein Schema pressen zu wollen und es auf ein paar Zahlen niederzubrechen. Die Artikel auf dieser Seite wo man mehr Abseits dieses Statistikirrsinns gearbeitet hat, waren für das Nachvollziehen von Spielabläufen und den taktischen Einstellungen wesentlich ergibieger. Worte sind dafür einfach viel eleganter und besser geeignet als plumpe Zahlen, die nur den von Menschen leider viel zu oft begangen Fehler des Versuchs der Berechenbarkeit entspringen. Lasst also den Fußball in Zukunft bitte einfach leben ohne ihn durch die Statistikmühle zu treten.

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hans peter 20. November 2011 um 14:24

Das mit den Gelben Karten stimmt nicht ganz. Die Dortmunder waren nicht kleverer, hatten nur Glück mit der Regelauslegung des Schiedsrichters. Schmelzer hätte in der ersten Halbzeit schon zwingend Gelb sehen müssen.

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Jim 20. November 2011 um 14:45

Dem kann und muss ich zustimmen. Hätte der Schiedsrichter aufgrund der Menge – nicht der Härte – der Fouls der Dortmunder mal ein paar gelbe Karten gezückt, dann wäre das Spiel vollkommen anders ausgegangen, weil die Dortmunder sich zurückhalten hätten müssen, um nicht in Unterzahl zu spielen.
Dennoch eine starke Leistung der Dortmunder, vorallem wie sie dafür gesorgt haben, dass der Ball zu Badstuber geht, der aber keine Passmöglichkeiten hatte. Leider für einen Fan, der nur Fußball mit Toren sehen will etwas langweilig, dafür aber eine gute Taktik, die Klopp da benutzt hat.
Die Bayer-Offensive hätte mehr rochieren müssen und in meinen Augen hat sich Kroos viel zu wenig nach vorne getraut, vorallem im Abschluss. Ich kann mir vorstellen, dass ein Schuss von ihm durchaus hätte drin sein können.

Freue mich schon auf das Rückspiel im nächsten Jahr 🙂

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Stevie-B1980 20. November 2011 um 20:31

Zwar schon fast obligatorisch, aber dennoch nach so einem Artikel mehr als angebracht: Zunächst mal Glückwunsch zu dem gelungenen Artikel! Und vor allem großen Respekt an die Leistung, solch eine Analyse in der kurzen Zeit abzuliefern.

Möchte aber an dieser Stelle auch mal den Part des Schiedsrichters einbringen bzw. welche Auswirkungen dessen Leistung auf die taktische Ausrichtung einer Mannschaft haben (kann).

Wie die Vorredner zutreffend anmerkten, wäre eine frühe Verwarnung Schmelzers (inkl. Gelber Karte) stark vertretbar gewesen. Ich bin mir daher ziemlich sicher, dass eine Gelbe Karte innerhalb der ersten 30 Minuten wohl eine starke Verlagerung des Bayern-Spiels auf die rechte Seite zur Folge gehabt hätte, da sich Schmelzer sein – an diesem Tag robustes – Zweikampfverhalten gegen Robben nicht mehr hätte erlauben dürfen.

Ist zwar an dieser Stelle natürlich auch nur eine müßige hätte-wenn-und-aber Diskussion, aber fände da doch mal einen kleinen taktischen Diskussionseinwurf interessant.

P.S.:
Neben den wirklich hervorragenden Artikeln dieser Seite find ich am bemerkenswertesten die Stellungnahmen der jeweiligen Autoren zu den (zum Glück fast ausschließlich sachlichen) Diskussionsbeiträgen. Dafür mehr als zwei Daumen hoch!

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Petri Pasanen 20. November 2011 um 23:00

Ich bin regelrecht erstaunt, dass hier die nicht gezeigten gelben Karten gegen Dortmunder Spieler thematisiert werden. Ich habe diese auf der anderen Seite gesehen. Meines Erachtens ist die Regelauslegung relativ eindeutig bei Schwalben, die zwingend gelbe Karten nach sich ziehen müssen. Derlei gab es bei Bayern gestern drei offensichtliche, auf deren Bestrafung verzichtet wurde (Ribery, Robben, Olic). Angewidert war ich zudem von Badstuber, als dieser sich nach der Aktion gegen Leitner zehn Zentimeter über ihm positionierte und ihm direkt ins Gesicht schrie. Contenance

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fidel77 21. November 2011 um 01:12

So ein Unsinn!!

Ganz im Gegenteil hat der Schiedsrichter zu kleinlich gegen Dortmund gepfiffen. Insbesondere das hier thematisierte Duell Robben vs. Schmelzer lief komplett anders ab. Robben fehlte noch die Spritzigkeit und das einzige Mittel das ihm zur verfügung stand war Pfiffe von Gagelmann zu provozieren. Wenn es in diesem Spiel glasklare gelbe Karten gab dann waren das die drei Schwalben von Robben, Ribery und Olic.

Letzlich hat Hynckes die Niederlage zu verantworten. Er hat das asymetrische System mit Lahm, Ribery, Kroos, Müller zu gunsten von Robben gesprengt. Robben in seiner jetzigen Form (und vielleicht auch grundsätzlich) ist aber eine klare Schwächung für die Bayern. Ein schwarzes Loch das nicht nach hinten arbeitet und in der offensive zu Stagnation führt. Ausserdem sind die Dortmunder in Sachen Pressing und Verschieben den Bayern immer noch meilenweit überlegen. Einzig das Umschalten klappt ohne Sahin nicht mehr so gut, sonst wäre das Spiel wohl höher zu gunsten der Dortmunder ausgegangen.

Bin im übrigen kein dortmund Fan, mag aber ihre Spielweise.

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heiner 22. November 2011 um 16:52

Ein kroos hätte unter normalen umständen auch schon in der 3. minute gelb sehen müssen, nur spielt er halt beim fcb…

Antworten

datschge 22. November 2011 um 17:35

Ich finde, derartige Diskussionen über Schiedrichterentscheidungen gehören nicht zu Taktikbesprechungen, sondern auf dafür spezialisierte Seiten wie wahretabelle.de. Taktisch gesehen ist der Schiedrichter einfach eine weitere Variable, die es zu berücksichtigen und darauf anzupassen gilt. Das nachträgliche sezieren in „falsch“ und „richtig“ ist müßig und zumeist von mangelnden Respekt vor dem Schiedrichter getragen.

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sasch 20. November 2011 um 14:14

Die Analyse ist offensichtlich geistiger Erguss eines Dortmundfans. Wortwahl und Satzstruktur sind schrecklich .. liest sich im Grossen und Ganzen wie ein Beitrag in der Stammkneipe. Bin besseres von euch gewohnt.

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vastel 20. November 2011 um 14:34

Was würdest du denn besser machen?

Antworten

Marvin Nash 20. November 2011 um 15:14

Das würde mich auch interessieren. Aber vielleicht ist er einfach in einer höchstqualifizierten Stammkneipe unterwegs.

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Daniel 21. November 2011 um 10:38

Ja genau, lass mal alles raus. Vielleicht gewinnt ihr ja nächstes Jahr, wenn ihr Reus und Götze gekauft habt.

Antworten

vastel 23. November 2011 um 15:02

Götze bei den Bayern?

Wunschtraum vom Uli 😉

Antworten

tom24 20. November 2011 um 13:30

wow was für eine gute analyse,

erstmal ne frage an uns alle: weshalb haben wir nicht schon vor vielen jahren begonnen auf einer solchen ebene über fussball zu sprechen, zu diskutieren, analysen vorzustellen ….

ich konnte das spiel gestern nicht sehen.. aber nach dem lesen der analyse habe ich genaue bilder vor den augen..

und ich möchte weiter mich über spiele auf einem solchen level austauschen und so darüber lesen.

auch wenn ich diesen sonntag wie ein geprügelter hund rumlaufe, ich sag nur 0:5

tom24

Antworten

laterookie58 20. November 2011 um 18:18

@Tom24: Mir aus dem Herzen gesprochen! Wenn ich für mich interessante nationale oder internat. Spiele nicht sehen kann, habe ich seit ein paar Wochen- leider erst!- diese Wahnsinns- Analysen. Ich habe sie gestern „Kopf- Kino“ genannt; ich fühle mich wirklich mittendrin. Erstaunlich bei mir: trotz der „Wortgewalt“ kann ich bis zum Schluß konzentriert folgen… Danke an den „Fußball- Gott“, daß es Euch gibt! Die anschließenden Kommentare ebenfalls auf sehr angenehmem hohen Niveau. Tom24: zu Deinem versauten Sonntag: auch ich habe Werder im Herzen! Gladbach ist zur Zeit, verdient!, überirdisch drauf. Werder hat sich gestern leider ohne Gegenwehr ergeben… Dafür versauen wir Bayern den Titel!!!

Antworten

vastel 20. November 2011 um 13:23

Klasse Analyse! Vielen Dank dafür!

Eine taktisch und läuferisch absolut hervorragende Leistung vom BVB gegen einen uninspirierten FC Bayern München.

Dass der BVB zum Ende hin gegen die „bayrische Brechstange“ noch einmal wackeln würde, war zu erwarten. Dennoch verteidigte man souverän und hätte auf Grund des hohen Risikos der Bayern vielleicht auch noch den einen oder anderen Konter führen können.

Die Schiedsrichterentscheidungen waren sicher ab und an für beide Seiten strittig, aber zumeist vertretbar und nicht spielentscheidend. Ich fand es recht gut, dass Gagelmann das Spiel nicht vollkommen zerpfiffen bzw. mit gelben/roten Karten zugepflastert hat, denn trotz einer gewissen Härte und kleinen Schauspieleinlagen war das Spiel absolut fair.

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