Titeleroberung aus allen Richtungen

Germany1:0Logo Spanien

Deutschland ist U21-Europameister. Nach 2009 holt der DFB das zweite Mal diesen Titel und siegt im Finale verdient gegen Spanien. Die deutschen Junioren zeigten zunächst dominanten Ballbesitz und später hervorragendes Pressing.


Die Spanier gingen leicht favorisiert in dieses Finale, was vor allem an ihren Starspielern und dem überzeugenden 4:1-Halbfinalsieg über Italien lag. Dort zeigten sie ein sehr gutes Mittelfeldspiel, kamen aber eigentlich nur selten in gute Strafraumsituationen – dieses Problem sollte das Spiel entscheiden.

Spanische Abwehrmauer, deutscher Ballbesitz

GER - SPAZunächst einmal wardas Problem der Spanier aber, dass sie nicht einmal ihre Stärken richtig ausspielen konnten. Deutschland dominierte nämlich das Spiel und kam nach etwa einer halben Stunde auf 57% Ballbesitz.

Das lag zum einen am deutschen Defensivverhalten: So wie Italien in der Anfangsphase setzten sie auf ein Angriffspressing. Meist schoben Meyer und Philipp nach vorne und Arnold in den Zehnerraum, sodass sich das für Angriffspressing typische 4-1-3-2 ergab. Spanien musste viele lange Bälle spielen, die sie nicht oft unter Kontrolle bekamen.

Die Favoriten setzten ihrerseits überhaupt nicht auf Pressing. Sie ließen sich in ein 4-5-1 zurückfallen, hielten die Abstände zwischen den Linien gering und versuchten Deutschland den Raum zu nehmen. Daran beteiligten sich alle zehn Feldspieler; Mittelstürmer Ramirez half in einer Szene gar als Linksverteidiger. Innerhalb dieses Defensivblocks war Spanien eher lasch organisiert, durch die große Aktivität aber flexibel. Es entstanden 5-4-1-, 4-4-2- und sogar 5-5-0-Staffelungen.

Naturgemäß ist ein tiefes, aktives 4-5-1 nicht leicht zu bespielen; die verteidigende Mannschaft kann die Breite sehr gut kontrollieren und ist im Zentrum flexibel (und hat schlichtweg sehr viele Spieler hinter dem Ball). Im Umkehrschluss fehlt es aber vorne an Präsenz; sowohl um Druck auszuüben als auch für Konter. Spanien wurde also hinten reingedrückt und kam nur selten raus; zumal sie einige Kontersituationen mit viel Raum schlichtweg ignorierten und nicht in den Konter umschalteten.

Deutschland zirkuliert zentral und greift zögerlich an

Die Deutschen fühlten sich in der Rolle als dominierende Mannschaft einigermaßen wohl; sie entspricht schließlich dem Stil der Mannschaft. In eingen Situationen wirkten sie zwar etwas zögerlich, wählten eher Sicherheitspässe nach außen anstatt in Zwischenräume zu gehen und einige Male spielten sie auch untypische nervöse Fehlpässe, doch alles in allem gelang es ihnen gut, das Spiel zu kontrollieren und Spanien kleinzuhalten. Lobenswert war dabei auch das Gegenpressing, welches auch in etwas ungünstigen Staffelungen von allen Spielern sehr gut umgesetzt wurde.

Der Ball wurde dann hauptsächlich zwischen den fünf zentralen Spielern (abzüglich Mittelstürmer) laufen gelassen. Stark und Kempf formierten sich breit und hatten gegen den alleinigen gegnerischen Stürmer daher jede Menge Raum und standen permanent zur Ballsicherung zur Verfügung. Haberer und Arnold besetzten im Wechsel den zentralen Raum vor den beiden und fiel bei Bedarf als Verbindungspunkt nach hinten zurück. Der jeweils andere schob etwas höher in eine Achterposition. Meyer kam gelegentlich als zweiter Achter zurück, um zu unterstützen.

Die drei Zentrumsspieler spielten gegen die drei spanischen Sechser jedoch auf Sicherheit und versuchten nur selten, zwischen die Linien zu kommen. Meist driftete Meyer im Verlauf der Spielzüge mit auf eine Seite – meistens die linke – und der Ball wurde dann auf den Flügel gespielt, um von dort zu dritt oder zu viert Richtung Tor zu kombinieren. So konnten die Deutschen sich viel Zeit im Auslösen und Durchführen der Kombinationen lassen und bei Zweifeln leicht abbrechen und gefahrenlos über die Innenverteidiger verlagern.

Diese Herangehensweise brachte also eine gewisse Stabilität und Zuverlässigkeit ins Spiel und half bei der Ballbesitz-Dominanz. Große Chancen wurden damit aber zunächst kaum herausgespielt.Meist versuchte man dann über Flanken und vor allem die guten Eckballvarianten gefährlich zu werden. Solch eine Flanke verwandelte Weise schließlich spektakulär – und sicherlich etwas glücklich – zum 1:0.

Überzahl-Balleroberung aus dem Bilderbuch

Die wohl wichtigste Stärke der Deutschen in diesem Spiel war aber wohl das herausragend gute Verhalten in der Balleroberung. Egal, wie die mannschaftstaktische Situation gegen Spanien aussehen mag: Es besteht immer die Gefahr, dass man schlichtweg durch die große individuelle Balldominanz der Spanier die Kontrolle verliert. Ein Pressingversuch kann ganz schnell ins Leere laufen und offene Räume hinterlassen. Saúl, Ceballos und Asensio deuteten auch in diesem Spiel an, wie viel Gefahr sie in solchen Momenten erzeugen können – doch sie deuteten es eben nur an.

Das lag gar nicht so sehr an mannschaftstaktischer Finesse, sondern war eine Mischung aus individueller Klasse der deutschen Mannschaft und toller Abstimmung in der Gruppe. Zunächst zeigten sich viele Spieler – Gnabry ist hier herauszuheben – sehr geschickt darin, die Spanier aus unangenehmen Richtungen zu attackieren. Immer wieder antizipierten sie gut, um mit Geschwindigkeit von seitlich-hinten in Zweikämpfe zu kommen. Obwohl schnelle Orientierung und Drehbewegungen mit Ball die Stärke der spanischen Edeltechniker sind, ließen sie sich im Eifer des Gefechts doch immer wieder davon überraschen oder zumindest durch den gut dosierten körperlichen Einsatz der deutschen Gegenspieler etwas aus der Balance bringen.

Dass sie sich nicht reihenweise simpel und stabil aus diesen Attacken wegdrehten lag aber besonders am Gruppenverhalten der DFB-Auswahl. Die Spieler in Ballnähe verließen sich nicht auf den ersten Zweikampf sondern spekulierten immer damit, dass der Ballführende sich vielleicht lösen könnte. Dementsprechend schoben sie sehr früh zum Ball und umstellten diesen aus mehreren Richtungen. So gab es etliche Szenen, in denen sich ein Spanier aus der ersten Attacke lösen konnte und sofort aus der neuen Spielrichtung erneut attackiert werden konnte. Viele Bälle konnten dann vom dritten oder sogar vierten deutschen Spieler erobert werden. Über 90 Minuten wurde diese Gruppenstrategie sehr konzentriert umgesetzt.

Hier ein Beispiel für das multidirektionale Zugriffsverhalten: Ceballos bekommt den Ball und wird nicht vom nahesten Spieler - Haberer - attackiert, sondern zuerst von demjenigen, der von hinten angreifen kann: Philipp. Der attackiert in der Folge Ceballos von links, der dreht sich nach rechts, diese Seite attackiert dann Haberer, Ceballos legt den Ball links an Haberer vorbei - und dort ist schon Gnabry, der ihn einfach aufsammeln kann, weil er frühzeitig in die Lücke eingerückt ist. Interessante Nebenbeobachtung: Sandros Position ist völliger Quatsch und Pollersbecks Position ist ziemlich gut.

Hier ein Beispiel für das multidirektionale Zugriffsverhalten: Ceballos bekommt den Ball und wird nicht vom nahesten Spieler – Haberer – attackiert, sondern zuerst von demjenigen, der von hinten angreifen kann: Philipp. Der attackiert in der Folge Ceballos von links, der dreht sich nach rechts, diese Seite attackiert dann Haberer, Ceballos legt den Ball links an Haberer vorbei – und dort ist schon Gnabry, der ihn einfach aufsammeln kann, weil er frühzeitig in die Lücke eingerückt ist.
Interessante Nebenbeobachtung: Sandros Position ist völliger Quatsch und Pollersbecks Position ist ziemlich gut.

Besonders wenn die Deutschen das in höherer Grundstellung oder im Gegenpressing anwenden konnten, war auch das Verhalten der tieferen Linien sehr gut; diese erkannten die Pressingmomente oft und orientierten sich dann nach vorne, um Pässe durch die Schnittstellen der direkten Balleroberer zu antizipieren. Spanien wurde fast nur dann gefährlich, wenn sie in solchen Momenten zuerst am Ball waren und sich sofort durchsetzen konnten.

Ballbesitz ohne Offensivabteilung

Das allerdings gelang selten und wenn doch, dann mussten sie den Ball meist nach außen verarbeiten und konnten keine gefährlichen Folgeaktionen starten. Beide Probleme lagen an der mangelnden Besetzung der Offensivräume. Noch stärker als gegen Italien ließen sich die spanischen Mittelfeldspieler aus dem Offensivzentrum herausdrängen und hatten kaum Anbindung an die Stürmer Deulofeu und Ramirez.

Gerade Ramirez zeigte sich erneut vollkommen wirkungslos und hatte überhaupt keine Idee, sich gewinnbringend einzubinden; er hing nicht nur in der Luft, er tat das auch noch in ungefährlichen Räumen. Deulofeu hielt die Breite und war an der Seitenlinie gefundenes Fressen für das deutsche Pressing. Auch Ceballos trieb es wieder enorm zum linken Flügel, wo . Asensio fiel teilweise extrem weit zurück und Saúls wurde beim Vorschieben oft von Arnold bewacht.

So begünstigte Spaniens sehr breite und defensiv ausgerichtete Ballzirkulation die deutsche Strategie. Die Europameister konnten dadurch nämlich so stark zum Ball schieben, ohne dass sich dadurch viel Gefahr in ihren Ausgangsräumen ergab. Wenn sich ein Spanier doch lösen konnte, dann hatte er oft nur Passmöglichkeiten in ungefährliche Zonen, meist nach hinten.

Ein bisschen Atletico

Die mannschaftstaktische Grundlage der deutschen Defensive war indes zwar nicht so unheimlich relevant, aber doch ein ganz interessanter Faktor. Vor allem deshalb, weil die Herangehensweise auf den ersten Blick womöglich recht riskant und potentiell sehr unbalanciert wirkt.

So verteidigte die Mannschaft in einem 4-4-2-0, in dem auch bei tieferem Pressing immer wieder ein Sechser nach vorne schob; so musste Haberer als gelernter Offensivspieler alleine den Sechserraum kontrollieren. Das funktionierte aber sehr gut. Es ermöglichte rautenartige Strukturen und damit bessere Dreiecksbildung und ein massiveres Verschieben zum Flügel. Den potentiell offenen Sechserraum hielt Haberer gut unter Kontrolle und vor allem gab es dort schlichtweg selten spanische Gegenspieler.

Die oftmals emtstehende 4-1-3-2-Struktur mit recht breiten und tiefen Stürmern passte tatsächlich ziemlich gut zu den spanischen Staffelungen. Sie war recht breit angelegt, gleichzeitig aber nicht flach wie etwa das 4-5-1-0. Die zum Teil recht großen Zwischenräume bespielte Spanien zu träge und vor allem konnte Deutschland in diesen Räumen besonders gut von mehreren Seiten attackieren.

Ein wenig erinnerte das an die Spielweise der Portugiesen bei der EM 2016. Noch mehr ähnelte das deutsche Verschieben in einigen Phasen dem von Atletico Madrid. Besonders in der Flügelverteidigung gab es große Ähnlichkeiten: Hier ging immer wieder ein Flügelstürmer in die Angriffsreihe vor und es entstand ein 4-3-3, in dem der Halbraum mit zwei Sicheln abgeschirmt wurde. Bei Bedarf rückte auch der Außenverteidiger nach, sodass recht saubere 3-4-3-Strukturen entstanden. Alles in allem verhielten sich die Deutschen auch hier, in der Vorbereitung ihrer Balleroberung, schon sehr aufmerksam und clever. Das war erst die Grundlage dafür, dass sie dann immer wieder mit vielen Spielern den Ball attackieren konnten.

Hier ein Beispiel für die 4-3-3-Struktur. In der Folge rückt Toljan nach und es entsteht das 3-4-3. Man sieht zudem, welche Probleme Spanien hat. Der Verbindungsraum ist nicht besetzt, die ballfernen Spieler nicht einsetzbar, die Innenverteidiger werden nicht eingebunden, Asensio und Ceballos sind in uninteressanten Räumen und Saúl deshalb isoliert. Der Spielzug geht dann wieder nach hinten und am Ende spielt Asensio einen langen Ball auf Jonny, der nicht gefährlich wird.

Hier ein Beispiel für die 4-3-3-Struktur. In der Folge rückt Toljan nach und es entsteht das 3-4-3. Man sieht zudem, welche Probleme Spanien hat. Der Verbindungsraum ist nicht besetzt, die ballfernen Spieler nicht einsetzbar, die Innenverteidiger werden nicht eingebunden, Asensio und Ceballos sind in uninteressanten Räumen und Saúl deshalb isoliert. Der Spielzug geht dann wieder nach hinten und am Ende spielt Asensio einen langen Ball auf Jonny, der nicht gefährlich wird.

Die zweite Halbzeit

In der zweiten Halbzeit veränderte Spanien notgedrungen sein Defensivspiel und verbesserte auch den Passrhythmus und das Personal etwas. Zudem rückte die deutsche Elf seltener ins Angriffspressing auf. So hatte am Ende dann doch Spanien das Ballbesitzplus.

Das Angriffspressing der Spanier war weitestgehend ein sehr simples 4-1-2-3, indem mehr oder weniger fünf Spieler risikoreich pressten und fünf Spieler verteidigten. Spanien drohte hier permanent, zum „broken team“ zu werden und bekam zunehmend Probleme mit zweiten Bällen. Deutschland kam dadurch und durch Konter in der zweiten Hälfte trotz nachlassender Dominanz sogar zu den besten Chancen. Hierbei glänzte vor allem Weise, der nicht nur wegen seines Tores einen Sahnetag erwischte. Gnabry fehlte es jedoch an Effektivität und Philipp hatte Probleme, im richtigen Moment freizukommen.

Bei Spanien wurde – besser spät als nie – der Stürmer getauscht. Inaki Williams kam in die Partie und machte bedeutend mehr Dampf als sein Vorgänger. Er wich sehr aktiv nach außen aus und forderte dort Bälle für direkte Duelle, wodurch er Deutschland nach hinten drückte. Zudem rückten die Außenverteidiger deutlich weiter auf und die Innenverteidiger wurden häufiger eingebunden, nachdem der Ball erinmal bisschen nach vorne kam. Auch rückte Saúl weiter auf. Spanien war jetzt bedeutend stärker, hatte aber weiterhin Probleme, in den Zehnerraum zu kommen und rannte wegen der enorm offensiven Außenverteidiger zunehmend in Konter. In der Endphase kam noch Mayoral als zweiter Stürmer für Sechser Llorente, wodurch das noch verstärkt wurde.

Fazit

Die deutsche Elf zeigte sich als sehr reife, stabile und komplette Mannschaft, die den Spaniern auf zweierlei Weise den Schneid abkaufte – mit und ohne Ball. Der Favorit aus Spanien verließ sich zu sehr auf seine Stärken, investierte zu wenig im Pressing und wurde am Ende für die fehlenden Angriffsstrukturen bestraft. Besonders Deutschlands Zugriffsverhalten im Pressing bleibt in diesem Duell der Ballbesitzmannschaften als taktischer Fingerzeig hängen.

Wir gratulieren der U21 zum verdienten EM-Titel.

mustache pete 3. Juli 2017 um 19:28

Ich hab mich immer gewundert warum Weiser nie erwähnt wurde, wenn die Experten ihre Aufstellung für die WM aus den verschiedenen Kadern zusammengestellt haben. Die Rolle des rechten Flügelverteidigers ist ihm doch praktisch auf den Leib geschneidert.

Weiser wird hier im Text übrigens gleich zweimal falsch geschrieben.

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Daniel 4. Juli 2017 um 00:01

Find ich auch komisch. Der wird immer ignoriert, dabei muss er sich hinter so manchem hochgelobten Spieler nicht verstecken und ist auf seiner Position quasi konkurrenzlos.

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tobit 5. Juli 2017 um 00:01

Das könnte daran liegen, dass er oft sehr simpel eingebunden wird und – gerade wenn er vor einer 4er-Kette spielt (also als RA) – zumindest auf mich immer relativ langweilig wirkt. Er begeistert mich nicht, auch wenn sein Fähigkeitenprofil sehr gut z.B. für Brandts Rolle gegen Australien geeignet wäre.

Antworten

Daniel 5. Juli 2017 um 00:51

Ich sehe Weiser auch als Rechtsverteidiger/ Flügelverteidiger. In der Brandt Rolle begeistert er mich auch nicht, darin kann er aber auch nicht sein volles Potential entfalten mMn

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tobit 5. Juli 2017 um 07:32

Brandts Rolle gegen Australien war doch die eines offensiven Flügelverteidigers. Warum siehst du ihn dort nicht passend aufgehoben?

Antworten

Daniel 6. Juli 2017 um 12:41

Mein Fehler. Ich hab das Spiel gegen Australien nicht gesehen und weil du davor etwas über RA geschrieben hast dachte ich, dass Brandt da vor einer klassischen Viererkette gespielt hat. Ja, diese Position von Brandt wäre in meinen Augen von Weiser eher besser ausgefüllt worden. Brandt seh ich lieber im Halbraum (am liebsten im linken), wo er seine Kreativität und Tororientiertheit besser einbringen kann. In der Aufstellung gegen Australien hätte ihm zB die Draxler Rolle denk ich gut zu Gesicht gestanden.

tobit 6. Juli 2017 um 15:40

Das RA war auf seine Einbindung bei der Hertha (wo ich ein paar Spiele gesehen habe) und der U21-Nationalmannschaft (die ich nicht gesehen, nur hier gelesen habe) bezogen. Da waren eigentlich nie wirklich komplexere Rollen dabei, sondern immer eher simple Rollen als Breitengeber oder leicht diagonaler Tiefenläufer mit mehr oder weniger großem Fokus auf (1vs1)-Dribblings. Kann natürlich auch am Trainer liegen, aber auch vorher bei den Bayern war seine Rolle (für Pep-Verhältnisse) auffallend simpel mit sehr wenigen, dafür sehr klaren Aufgaben – gerade im Stellungsspiel und bei der Entscheidungsfindung wurde ihm da gefühlt das Denken „abgenommen“ indem man ihn nur in sehr spezielle Situationen brachte, die er seinem Instinkt entsprechend ordentlich lösen konnte. Ob dieser Eindruck stimmt weiß ich natürlich nicht.

Taktik-Ignorant 10. Juli 2017 um 13:52

Ich sah Brandt gegen Australien eher als klassischen Rechtsaußen/rechten Läufer, hinter dem Kimmich als eher klassischer Rechtsverteidiger positioniert war.

Tilm 7. Juli 2017 um 20:53

Also der mitch wäre gut im 343 von löw, weil giftig defensiv und auch mal querdenkend offensiv. …und keine ahnung warum der autor weise ¡ schreibt.

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FAB 3. Juli 2017 um 08:39

… es sollte den deutschen Vereinsmannschaften zu denken geben, dass beide Nationalmannschaften im internationalen Vergleich deutlich besser abschneiden.
Nicht nur was das Ergebnis angeht, sondern noch beeindruckender war ja die Spielanlage:
Taktik, Pressingverhalten, mannschaftliche Geschlossenheit, Intensität, Fehlerquote, Flexibilität, generelle Struktur und Ordnung und Positionsfindung.
In allen Belangen war das sehr nahe am Optimum, während man in der Bundesliga immer wieder technische und individualtaktische Fehler, schlechte Staffelungen unzureichende Absicherung oder mangelnde Intensität beobachtet.
Woran liegt das? Kuntz hat sehr viel über Teambuilding bzw. individuelle Förderung im Sinne des Teamspirits gesprochen. Kommt das bei den Bundesligamannschaften zu kurz? Wird Individualität in der Bundesliga zu groß geschrieben? Ist der Konkurrenzkampf zu groß, sodass diese Widersprüche nicht aufgelöst werden können? Leider habe ich aber auch den Eindruck, dass diese „negativen Faktoren“ sehr stark von der Vereinsführung vor gelebt werden. Alleine wenn man berücksichtigt, wie hoch die Fluktuation auf dem Trainerstuhl ist. Aber auch diese ständige Selbstüberschätzung so vieler Mannschaften … die irgendwie nichts auf den Platz bekommen, aber den Anspruch haben ganz vorne dabei zu sein.

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Koom 3. Juli 2017 um 09:42

Finde es schwer, Vergleiche zu ziehen. Trotz dass ein guter Schwung Spieler „frei“ hatte bleibt es dabei, dass es in Deutschland einfach wirklich sehr sehr viele gute Fußballer gibt, die solide ausgebildet sind. Da ist im Grunde für jeden Geschmack/Position was dabei, von den bekannten Problematiken der AVs mal etwas abgesehen. Die Breite können nur sehr wenige andere Länder aufbieten.

Zur U21: Kuntz hätte ich jetzt nicht als großen Taktiker erwartet. Da würde mich auch mal eine Einschätzung seitens SV.de interessieren. Kuntz scheint vor allem Motivator und Galionsfigur zu sein – was gerade bei einer U-Elf durchaus helfen kann. Für die „eigentliche Arbeit“ kann man ja einen guten Co-Trainer engagieren.

Und beim Vergleich deutsche Vereinsmannschaft vs. ausländische Mannschaft: Auf beiden Seiten werden dort Schwächen dann auch mit externen Kräften ausgemerzt. Wenn man gerade in die Spitze schaut, dann sind die Mannschaften dort ja auch weniger deutsch oder spanisch.

Gan widersprechen will ich dir ja auch nicht. Bin ja selbst ein Verfechter/Gründer der Folklore-Theorie, also dass man sich so verhält, wie es der Status Quo, also die Plotlinie vorsieht. Auf die Liga übertragen fordert niemand die Bayern (und ergibt sich teils vor dem Spiel), international macht man sich auch gerne vor den Traditionsklubs (selbst den runtergewirtschafteten) gerne kleiner als notwendig. Gar nicht mal in Fußballlehre und Anweisungen, mehr so als Sickereffekt von Presse, Medien, über Vereinsvorsitzende, Pressesprecher etc.

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FAB 3. Juli 2017 um 11:11

Ist Spekulation, ich denke dass Kuntz zwar kein großer Taktiker (also Laptoptrainer) ist, aber ich schätze ihn als sehr offen ein für taktisch intensiven Fussball. Ich vermute dass er eher die Rolle eines „Managers“ eingenommen hat und dass er seinen Trainerstab relativ große Gestaltungsspielräume gelassen hat.
Die Spielanlage in der Bundesliga ist ja im Wesentlichen auch sehr gut und hat sich gerade die letzten 2 Jahre nochmal stark verbessert. Aber irgendetwas fehlt. Bundesligaspiele wirken oft so verkrampft, mit vielen Fehlern, in vielen Situationen viel zu hektisch. Die Frage die ich mir stelle, warum ist das so?
Bei den Auftritten der beiden Nationalmannschaften wirkte das ganz anders … obwohl es ja durchaus um etwas geht. Spieler wie Can, Brandt usw. haben vermutlich ihren Platz bei der WM in Russland verspielt, dafür haben sich Goretzka und Werner aufgedrängt, genauso wie Rüdiger im Verteidigerranking an Mustafi womöglich vorbeigezogen ist. D.h. die Konkurrenz unter den Spieler war sicherlich genauso da wie im Verein.
Der einzige Unterschied ist doch, neben dem Fakt das Nationalmannschaft immer irgendwie zeitlich begenzt ist, was ich aber für nicht wesentlich einschätze, dass der DFB halt eine andere Kultur vorlebt, als der durchschnittliche Bundesligaverein.

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The Soulcollector 3. Juli 2017 um 11:37

In der Bundesliga ist es nunmal so, dass man sehr viel verlieren kann. Geld vor allem aber auch den Platz in der Bundesliga bei einem Abstieg. Solch ein (eher unbedeutendes) Sommerturnier ist ein netter Bonus. Da gibt es eigentlich überhaupt nichts zu verlieren und wenig zu gewinnen. Das ist eben eine ganz andere Situation. Da kann man viel probieren und auch mal ins Risiko gehen. Man nimmt sich ganz bestimmte Dinge vor und versucht diese dann in den 2-3 Wochen des Turniers umzusetzen.

In der Bundesliga gibt es einen solchen Höhepunkt nicht. Da muss man jede Woche liefern in Form von Punkten. Da müssen dann im Zweifel mal langfristig angelegte Dinge der Spielweise hintenanstehen. Außerdem wird man bei jeder Entwicklung sofort von allen anderen Mannschaften beobachtet. Während eines Turniers gibt es für die Gegner wenig Möglichkeiten zu reagieren, wenn eine Mannschaft ein neues Konzept/Pressing/Spielweise zeigt. Da fehlt einfach die Zeit. In der Liga kann man sich eine ganze Woche vorbereiten bzw. einiges vielleicht auch schon 2-3 Spieltage vorher langsam einführen um dann im Spiel die passende Antwort parat zu haben.

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Koom 3. Juli 2017 um 11:47

Ja, Psychologie wird eine Rolle spielen. Hoffenheim und Leipzig machten da letzte Saison eigentlich mit den besten Eindruck, hatten aber als Beinahe-Absteiger und Aufsteiger auch relativ wenig Druck. Innerhalb der Bundesliga sehe ich die Problematik auch nicht so schlimm. Wenn 2 Pressingteams miteinander rammeln, dann kann das immer mal blöd ausschauen. Generell würde ich am ehesten anmerken wollen, dass wir in der Bundesliga extrem wenig Mannschaften haben, die IHR Spiel durchdrücken wollen. Im letzten Jahr waren das hauptsächlich die Bayern und Leipzig, alle anderen hatten aus verschiedenen Gründen eine eher opportunistische Einstellung. Selbst die Dortmunder als gefühlte Nr. 2 traten öfter mal konternd-defensiv an.

Das scheint mir in anderen Ländern – vorzugsweise mal Spanien und England – weniger ausgeprägt zu sein.

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HW 3. Juli 2017 um 12:58

Wobei man in der Bundesliga eine langfristige Entwicklung viel besser prüfen kann als bei einem kurzen Turnier im Sommer. Viele Nationen zeigen es: da glaubt Magute Arbeit zu leisten und dann bricht alles in ein paar Wochen zusammen, ohne das reagiert werden kann. In einem ganzjährigen Ligabetrieb kann auch über mehrere Spielzeiten viel Wettbewerbsfähige entwickelt werden. Und das funktioniert auch, wie es einige Teams beweisen.
Nur kann eben nicht jeder erster werden.

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Taktik-Ignorant 3. Juli 2017 um 21:20

Sehe das komplett anders. In einer Vereinsmannschaft stehen eine laengere Saisonvorbereitung und anschliessend vor jedem Spiel eine Woche (+ gegebenenfalls Pokal- und Europapokalspiele, dann nur eine halbe Woche) zur Verfuegung. Dafuer ist die Abstimmung oft mangelhaft, bei den Nationalmannschaften (nicht nur der deutschen) oft angesichts der knappen Trainingszeit ueberraschend gut.
Was die Bedeutung oder Wertigkeit angeht, so bleiben die internationalen Titel den meisten Fans laenger in Erinnerung als die nationalen Erfolge einzelner Vereine, und die Turniere sind haerter: spaetestens in den KO-Runden bedeutet eine Niederlage das Aus. Vereine koennen in der Liga ueber 30 Spieltage hinweg Punkte sammeln, da ist es viel leichter, eine schlechte Phase zu korrigieren. Und selbst im Europapokal haben die Vereine noch ein Rueckspiel. In der Summe sehe ich da auch die groesseren Defizite im Vereins- als im Nationalmannschaftsfussball. Und gerade die taktischen Mannschaftsleistungen der deutschen, aber auch der italienischen U21 haben mich positiv ueberrascht.

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HW 3. Juli 2017 um 12:55

Vielleicht hast du Recht.
Allerdings ist es in der Bundesliga so, dass auf ein paar wenige Teams die gute bis sehr gute Leistungen abliefern mehr Teams kommen müssen die schwach oder schwankend sind. Man kann keine Liga mit 18 Spitzeteams haben. Und das zeigt sich auch im internationalen Vergleich. Wer in der Liga kaum Konstanz zeigt kann in Europa nur schwer etwas aufbauen.

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Taktik-Ignorant 3. Juli 2017 um 21:33

Da gibt es auch ein strukturelles Problem in der Liga. Viele kleine Vereine mit eher kleinem Einzugsgebiet leisten notgedrungen gute Ausbildungsarbeit. Spielen sie dann eine gute Saison und qualifizieren sie sich sogar fuer die internationalen Wettbezerbe, werden ihnen die Leistungstraeger weggekauft. Der kontinuierliche Aufbau einer Mannschaft ueber mehrere Jahre hinweg ist so nicht moeglich (selbst der BVB stoesst da immer wieder an die Grenzen seiner finanziellen Moeglichkeiten). Konsequenz: bis auf Bayern und eben noch den BVB (und Leverkusen, aber wie lange noch?) kann sich kein weiterer Verein in den Europapokalen festbeissen und sich so ueber laengere Zeit hinweg Zusatzeinnahmen sichern. Vielleicht bekommt die Liga ja mit Leipzig einen dritten Grossen.

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Dopu 5. Juli 2017 um 00:07

Den nationalmannschaften werden keine spieler weggekauft. Ueber jahre sieht man in der bundesliga mannschaften, welche eine gute saison spielen, in die champions league kommen und ihre besten spieler verlieren. Dann spielt man international mit einer weit schlechteren mannschaft als in der vorsaison, kriegt auf die hose und endet in der buli im mittelfeld. Mal sehen was hoffenheim dieses jahr so macht…

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Plotsch 5. Juli 2017 um 14:47

Das halte ich für eine zu einfache Analyse. Gerade der U21 wurde ja binnen weniger Wochen quasi eine komplette Mannschaft „weggekauft“ (durch Confed-Cup und Verletzungen). Ich denke, bei vielen Bundesligisten liegt es oftmals an einer falschen Kaderplanung/Zusammenstellung und oftmals vernachlässigter Abstimmung mit der Trainerposition.
Was meine ich damit?
1) Sowohl Löw’s Team als auch Kuntz-Team haben anscheinend bei der Zusammenstellung der Kader einen klaren jeweiligen Plan vor AUgen gehabt und diesen dann konsequent umgesetzt. Mit Plan meine ich im Übrigen nicht zwangsläufig ausschliesslich spieltaktische, sondern auch gruppentaktische und Gruppendynamsiche Aspekte. Mir scheint, dass in beiden Mannschaften hierfür viel Zeit aufgewendet wurde, die einzelnen Zahnräder BEWUSST so miteinander zu vernetzen, dass ein schlüssiges Ganzes rauskommt. Dem Gegenüber fragt man sich bei vielen Kader- und Trainerentscheidungen in der Bundesliga dann doch eher, ob die Manager nicht kurz Blinde Kuh gespielt haben. Beispielsweise, die Entscheidung von Leverkusen nach dem Gegenpressing-Monster Schmidt mitten auf freier Strecke zu einem Ballbesitz-Verfechter wie Korkut zu wechseln sei da nur als ein Beispiel genannt (und möchte hier EXPLIZIT keine Qualitätsdebatte über Schmidt vs. Korkut auslösen. Fast alle Entscheidungen beim HSV in den letzten 48 Monaten gehören dazu, ebenso wie die von Schalke in den letzten 24 Monaten.
2) Sowohl Löw als auch Kuntz sind de-Facto „verdammt“ sich aus dem gleichsam unfassbar tiefen wie auch qualitativ hohen Reservoir von Kickern zu bedienen, die das Nachwuchssystem in Deutschland durchlaufen haben (und damit meine ich explizit nicht NUR die NLZ). Viele Bundesligisten haben in meinen Augen immer noch nicht verstanden, welche Ressourcen ihnen da zur Verfügung stehen und ignorieren diese mit einer beträchtlichen Ignoranz. Da wird munter aus allen Märkten ohne Sinn und Verstand zusammengekauft und sich schlussendlich gewundert, warum das weder zur Steigerung der Konstanz, noch zur Steigerung der Qualität führt. Insonfern finde ich beide Turniere extrem erhellend, weil Sie zeigt, in welchen Verhältnis die Qualität und Tiefe in Deutschland verglichen mit anderen „Märkten“ steht. Während also die B-Version der A-Mannschaft beim Confed Cup gegenüber den A-Versionen anderer Länder der mittleren bis guten Preiskategorie mithalten kann, geschieht das Gleiche eine Etage jünger mit Ländern der obersten Preiskategorie. Was sollte das im Umkehrschluss für die Bundesligisten bedeuten? Das möglicherweise Spieler aus der zweiten Reihe und/oder zweiten Liga in Deutschland, qualitativ möglicherweise höherwertig einzuschätzen sind, als Spieler aus der ersten Reihe anderer Märkte (im Übrigen eine Praxis, die in der Breite in Spanien seid nunmehr fast 15 Jahren gelebt wird und in meinen Augen die Grundlage für die Dominanz der spanischen Vereinsmannschaften – auch abseits der grossen drei – im Europapokal ist. Wozu also Jogi und Kuntz und all die anderen DFB-Kollegen qua Amt gezwungen sind (nämlich den Deutschen Markt mit einem ganz feinen Augen zu Beobachten), verkommt bei den Bundesligaklubs zu einem lästigen „Nice-To-Have“, weil ja das weltweite Angebot viel schöner, größer und schillernder ist als die Niederrungen der deutschen Provinz.

Nun ja…

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Taktik-Ignorant 5. Juli 2017 um 15:56

Niemand hindert die Vereine ja daran, sich beim inländischen Nachwuchs umzusehen. Und ich denke, das geschieht auch, Schalke hat beispielsweise viele eigene Spieler nach oben gebracht, und Vereine wie Hoffenheim, Freiburg und auch Leipzig greifen massiv auf einheimische (oder zumindest im Inland ausgebildete) Nachwuchsspieler zurück. Das ändert aber nichts an dem Dilemma, daß spätestens dann, wenn es besonders gut läuft, die in der „Nahrungskette“ höher angesiedelten, sprich finanziell potenteren Vereine (Premier League) die Leistungsträger wegkaufen. Dann hat man zwar viel Geld, muss aber rasch einen passenden und dann im Zweifelsfall wegen des kurzfristigen Bedarfs zu teuren Ersatz finden. Die große Kunst besteht dann darin, diese Verkäufe in der Kaderplanung zu antizipieren und so rechtzeitig gute Nachwuchsspieler in den Kader einzubinden oder günstig einzukaufen, bevor der Bedarf eintritt. Aber auch dann ist nicht gesagt, daß der Ersatzmann so gut einschlägt wie der verkaufte Leistungsträger, zumal Spieler, die wirklich gut sind, sich nicht unbedingt mit der Rolle des Backups zufrieden geben (auf hohem Niveau ebenso zu studieren bei den Bayern-Backups für „Robbery“ wie Shaquiri und Douglas Costa, und beim BVB wohl bald Emre Mor und Chr. Pulisic).

Die Bundesliga ist auf dem Weg, zu einem Zulieferbetrieb für die Premier League und die spanischen Großvereine zu werden, ganz so wie die Ligue 1 Frankreichs, aus der sich dann außerdem die Bundesliga bedient.
Die Franzosen setzen mangels finanzieller Möglichkeiten (Ausnahmen PSG und Monaco) ganz auf einheimischen Nachwuchs, in Spanien (und wohl auch Portugal) gibt es neben der exzellenten Nachwuchsausbildung noch ein zweites Standbein, nämlich den durch die gemeinsame Sprache erleichterten besonderen Zugang zu den südamerikanischen Spielermärkten.

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tobit 6. Juli 2017 um 15:53

Man sollte vielleicht auch beachten, dass das Gesamtniveau der Nationalmannschaften deutlich niedriger ist. Der erweiterte Herrenbereich (also A-, U21- und U20-Nationalteams) besteht aus insgesamt 600 Mannschaften (bei ca. 200 Nationen) mit etwa 12.500 gerade aktiven Spielern. Davon haben vielleicht die ersten 50 Nationen der Weltrangliste (vielleicht mittlerweile auch 60 oder 70) europäisches Profi-Niveau – bleiben also 150-200 Teams übrig, was etwa der Anzahl in den großen europäischen Ligen entspricht. Dort sammeln sich aber mehrheitlich Spieler der großen Nationen, die zu schwach für ihre Nationalmannschaft, aber immer noch wesentlich besser sind als alle Nationalspieler z.B. aus Samoa (um mal ein extremes Bsp. zu nehmen). Da aber auch die kleineren Nationen an den Turnieren teilnehmen, wird das Niveau dort viel stärker verwässert als im Klubfussball. Dieses Gefälle ist im Nachwuchsfussball noch deutlich größer, was man auch daran sieht, dass kleine Nationen oft einzelne Spieler mit sehr sehr vielen A-Länderspielen haben (die rücken halt viel früher nach ganz oben auf, wenn sie halbwegs talentiert sind).

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Taktik-Ignorant 10. Juli 2017 um 14:12

Auf der anderen Seite war die U-21-EM dann doch ein relativ kleines Turnier, und das Leistungsgefälle nicht so ausgeprägt. Bei den großen Turnieren ist das Leistungsgefälle hingegen offensichtlich (die Mammut-EMs und künftigen -WMs sind da sicher kein Lustgewinn für den Fußball-Feinschmecker).

Das Leistungsgefälle zwischen einem internationalen Top-Verein und einem – sagen wir mal – Champions-League-Qualifikanten oder einem Erstliga-Durchschnittsverein ist allerdings auch extrem, obwohl letztere aus den von tobit genannten Gründen ein qualitativ besseres Spielerreservoir zur Verfügung haben müßten als „kleine“ Nationalmannschaften.

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tobit 11. Juli 2017 um 10:42

Im Vereinsfussball lässt sich das Leistungsgefälle auch durch die sehr ungleichen Spielpläne immer wieder kaschieren oder gar auf den Kopf stellen. Die „kleinen“ Teams (aus den Top-Ligen) haben wesentlich mehr Trainings- Abstimmungs- und Regenerationszeit als die Top-Mannschaften, was z.B. Leicester, Leipzig oder Hoffenheim (neben einer Menge unterschätzter Individualisten) zu ihren jüngsten Überraschungserfolgen verholfen hat.

Bei den Nationalmannschaften haben alle den fast gleichen Spielplan, dort ist der Impact der Kaderbreite bei den Top-Nationen also größer – was man ja auch gut an den Leistungen des deutschen „B-Kaders“ (gegenüber der „Stamm-11“ der Chilenen z.B.) sehen konnte.

Taktik-Ignorant 11. Juli 2017 um 23:22

Die grossen Teams im Vereinsfussball koennen die Mehrbelastung dank finanzieller Potenz aber mit einem auch in der Qualitaet breiten Kader kompensieren. Vereine, die dazu nicht in der Lage sind, erleben dann oft nach einer guten Saison das boese Erwachen. Wir werden sehen, wie sich Hoffenheim und Leipzig naechste Saison schlagen, in der Buli und europaeisch.


DRIV 2. Juli 2017 um 23:11

der spanische LV hat hier kaum Optionen, eine mögliche ist er kann einen langen chipball oder eben flach hinter die kette mit spin nach innen, spielen. Vorraussetzung wäre aber das Sandro Ramirez irgendwo zwischen Toljan und Stark positioniert sein müsste um dann den beschrieben Pass mit einem Laufweg zu fordern.

Das würde wahrscheinlich ein Sprintduell mit Stark auslösen. Pollersbeck würde den Ball mehr oder weniger in die Füße bekommen und höchstwahrscheinlich eher am Ball sein, als die beiden anderen. Theoretisch könnte er sogar ein paar Meter höher stehen.

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luckyluke 2. Juli 2017 um 22:32

Was genau ist denn an Pollersbecks Position in der Grafik so gut?

P.s. irgendwo fängt mal ein Nebensatz mit „…, wo“ an und hört dann einfach auf…vielleicht willst du das ja noch verbessern. Vielleicht auch nicht 😀

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DRIV 2. Juli 2017 um 23:12

der spanische LV hat hier kaum Optionen, eine mögliche ist er kann einen langen chipball oder eben flach hinter die kette mit spin nach innen, spielen. Vorraussetzung wäre aber das Sandro Ramirez irgendwo zwischen Toljan und Stark positioniert sein müsste um dann den beschrieben Pass mit einem Laufweg zu fordern.

Das würde wahrscheinlich ein Sprintduell mit Stark auslösen. Pollersbeck würde den Ball mehr oder weniger in die Füße bekommen und höchstwahrscheinlich eher am Ball sein, als die beiden anderen. Theoretisch könnte er sogar ein paar Meter höher stehen.

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TZui 3. Juli 2017 um 08:49

Noch höher kann er aber eigentlich nicht stehen. Der Ball befindet sich schon hinter der Mittellinie und von dort aus wird (selten) mal versucht den Torhüter zu überlupfen, wenn dieser zu weit vorne steht. Und wenn Pollersbeck außerhalb der 16er-Grenze rumlungert, ist das in meinen Augen zu weit vorne. Dann schafft er es nicht rechtzeitig zurück. Auch wenn der ballführende Spieler keine gute Schussposition innehat, muss man mit soetwas rechnen.
Ich denke Pollersbeck steht dort, wo er steht schon ziemlich gut.

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DRIV 3. Juli 2017 um 20:46

Ja ist ein Argument, aber ich denke, dass es SItuationsabhängig ist. Man beobachtet als Torhüter ja realtiv in Ruhe die Situation. Sieht als ob der Speierer aufblicken kann bzw. auf welchen Fuß der Ball liegt, hat er Druck etc.

Sollte für den Ballführenden alles perfekt sein, dann steht er so ziemlich gut ja. Ist er eher in einer Position wo so ein „Kunstschuss“ eher unrealistisch ist. Denke ich kann er schon noch ein paar Meter vor. Es gibt ja Torhüter die das ganze mit den Jahren perfektionieren. Geläufigstes Bsp. ist hier Neuer z.B. gegen Algerien.

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