Donnerstag, 22.06.2017

Löw kopiert Tuchel

Dass Löw taktischen Trends stets aufgeschlossen ist, sollte kein Geheimnis mehr sein. Gegen Australien testete er mal wieder etwas Neues: die Tuchel-Hybrid-Formation.

Am Confed Cup scheiden sich die Geister. Interessantes Test-Turnier oder einfach nur unnötig wie ein Kropf? Joachim Löw hat seine ganz eigene Antwort auf diese Frage gefunden. Er nutzt das Turnier, um Spielern Einsatzchancen zu geben, die ansonsten hinten anstehen müssten. Zugleich testet er neue taktische Varianten. Diese Kombination aus taktischen und personellen Neuerungen ergab im Auftaktspiel gegen Australien einen interessanten Mix – zumindest in den ersten 45 Minuten.

Tuchels Löws Hybridformation

Die kurvenförmige S-Formation der deutschen Mannschaft.

Die kurvenförmige S-Formation der deutschen Mannschaft.

Thomas Tuchel etablierte in der vergangenen Saison in Dortmund eine recht komplexe Formation: Ein Außenspieler pendelt dabei permanent zwischen Außenverteidiger- und Außenstürmer-Rolle. Es entsteht eine flexible Mischung aus Vierer- und Fünferkette in der Abwehr. Die gesamte Formation ist durch diesen Kniff asymmetrisch angeordnet; die Spieler auf der rechten Seite spielen schematisch einen Tick höher als die auf der linken Seite. Es ergibt sich quasi ein verlängertes S auf dem Feld (siehe Grafik).

Der Vorteil dieser Formation ist, dass sie defensive Stabilität mit klaren Abläufen im Aufbauspiel kombiniert. Gegen den Ball kann sich die Mannschaft in einem kompakten 5-3-2 zurückziehen, indem der Rechtsaußen in die Abwehrkette fällt. Mit Ball lässt sich das Spiel gut diagonal aufbauen. Es gibt vom Flügel immer mindestens einen diagonalen Passweg zurück ins Zentrum, meist sogar mehrere. Die Akteure haben bei richtiger Ausgestaltung der Formation eine gute Beziehung zueinander. Man kann zudem mit Fokuszonen arbeiten: Auf links wird der Spielaufbau eher ins Mittelfeld gelöst, während die rechte Seite im Angriffsdrittel Überzahlen erzeugt.

Letzteres war die Strategie des deutschen Teams. Gegner Australien spielte ein zentrumslastiges 5-2-2-1-System. Im Mittelfeld rückten immer wieder Akteure aus, um eine Überzahl herzustellen. Australien störte früh und bewachte dabei das Zentrum mit vielen Akteuren, die bei Pässen auf den Flügel weit einschoben. Deutschland reagierte mit einer ruhigen Ballzirkulation in der ersten Linie, wobei sie häufig den Ausweg über die linke Seite suchten. Von dort verlagerten sie das Spiel schnell auf die freie rechte Seite, wo mit Brandt, Kimmich, dem aufrückenden Goretzka und dem herüber rückenden Stindl vier Spieler eine Überzahl schafften. Der Treffer zum 1:0 symbolisiert diese Spielweise:

Deutschland vor dem 1:0. Der Ball kommt von links zu Leno. Er sieht den freien Kimmich, der wiederum den Gegenspieler von Goretzka auf sich zieht. Goretzka reagiert clever und bewegt sich in den freien Raum. Er bedient den startenden Brandt, der wiederum den Ball ins Zentrum zu Stindl spielt.

Deutschland vor dem 1:0. Der Ball kommt von links zu Leno. Er sieht den freien Kimmich, der wiederum den Gegenspieler von Goretzka auf sich zieht. Goretzka reagiert clever und bewegt sich in den freien Raum. Er bedient den startenden Brandt, der wiederum den Ball ins Zentrum zu Stindl spielt.

Aufregend war nicht nur das System an sich, sondern auch die Spielerwahl. Stindl, Goretzka, Kimmich und Brandt verfügen allesamt über eine großartige Antizipation, was offene Räume und mögliche Angriffsrouten betrifft. In Kombination mit Sandro Wagner, der mit Tiefenläufen die australische Abwehr nach hinten drückte, erarbeiteten sich die deutschen Raumkünstler immer wieder Freiräume auf der rechten Seite oder im rechten Halbraum. Es war kein Zufall, dass diese vier Spieler an allen deutschen Treffern beteiligt waren. Das 1:0 erzielte Stindl nach Vorarbeit von Brandt und Goretzka, dem Elfmeter zum 2:1 ging ein Doppelpass zwischen Stindl und Goretzka voraus, das 3:1 erzielte Goretzka nach Vorarbeit von Brandt und Kimmich.

Australien, die seltsame Nationalmannschaft

Formationen von Australien und Deutschland

Formationen von Australien und Deutschland

Dass sich die Deutschen in der ersten Halbzeit derart schnörkellos vor das gegnerische Tor kombinieren konnten, lag nicht nur an den eigenen Stärken, sondern auch an den australischen Schwächen. Australien ist unter Ange Postecoglou eine ambitionierte, aber nicht ausbalancierte Mannschaft. Postecoglou möchte weg vom Kick’n’Rush, das jahrzehntelang Australiens Marschroute war. Das Team soll flach passen, dominant agieren und den Gegner früh unter Druck setzen.

So nobel dieser Plan sein mag: Noch fehlt die Eingespieltheit, als dass dieser funktionieren würde. Das zeigt sich vor allem im Pressing: Australien lief gegen Deutschland früh an, störte schon Leno im Spielaufbau. Die Mittelfeldspieler agierten dabei aber derart plump mannorientiert, dass die Deutschen sie einfach aus dem Spiel ziehen konnten. Ein Verteidiger rückte dazu vor, der gegenüberliegende Außen stand automatisch frei (siehe dazu auch die Szene vor dem 1:0). In der Zweikampfführung fehlte den Australiern wiederum die individuelle Klasse, um diese taktischen Mängel aufzufangen, sowohl beim Pressing in der ersten Linie als auch in der Restverteidigung durch die Fünferkette.

Auch im Aufbauspiel traf bei Australien guter Wille auf fehlende Eingespieltheit. Die Abwehrspieler mieden hohe Bälle. Stattdessen ließen sie den Ball zunächst flach in der Abwehrkette laufen, bis sich die Möglichkeit zu einem flachen Pass ins Mittelfeld bot. Die Doppelsechs bewegte sich dafür aber zu überambitioniert (Luongo) oder zu wenig (Milligan), um sich wirklich anspielbar zu machen. Die gute Defensivarbeit der deutschen Stürmer sowie das mannorientierte Mittelfeld gaben Australien den Rest. Sie ließen den Ball praktisch nur zwischen den eigenen Verteidigern laufen, Raumgewinn gab es keinen. Somit kamen sie bis zum plötzlichen 1:1 praktisch nie aus der eigenen Hälfte heraus.

Deutschland nach der Pause ambitionslos

Das 1:1 legte leider etwas den Grundstein für die zweite Halbzeit. Nach einem unnötigen Fehlpass von Julian Draxler stand das deutsche Team zwar kompakt um dem Ball, übte aber keinen Druck aus. Australien konnte das Spiel ins Zentrum verlagern und Rogic lief allein auf die Abwehrkette zu. Bernd Leno schenkte ihm den Ausgleich (41.).

Solche Momente des fehlenden Drucks häuften sich in der zweiten Halbzeit. Deutschland ließ nach der 3:1-Führung jegliche Ambition auf weitere Tore vermissen. Sie stellten das hohe Mittelfeldpressing der ersten Halbzeit ein und agierten mit einem passiven Verschieben um den Mittelkreis. Innerhalb des 5-3-2/4-1-4-1-Abwehrsystems übten sie praktisch kaum mehr Druck auf Australien aus. Diese fanden nun besser den Weg von der Abwehr ins Mittelfeld, was auch an der tieferen Rolle von Mooy lag. Er spielte nun im Mittelfeld, während der eingewechselte Robbie Kruse (für Luongo) von der Zehnerposition aus einige Male mit Tempo hinter die Abwehr startete.

Australiens Angriffsversuchen fehlten aber weiterhin Tempo und Dringlichkeit. Löw stellte mit der Einwechslung von Süle (63. für Brandt) endgültig auf ein 5-3-2-System um, das später sogar zum zentrumslastigen 5-4-1 wurde. Diese Formation brachte genug defensive Stabilität mit, um gegen die langsam zirkulierenden Australier die 3:2-Führung zu verwalten. Nach vorne hatte Deutschland aber keinerlei kollektiven Ansätze mehr zu bieten wie in der ersten Halbzeit. Chancen gab es nur durch Einzelleistungen des eingewechselten Timo Werners.

Fazit

Deutschland legte beim Confed-Cup-Debüt unbewusst die Stärken und Schwächen dieses Wettbewerbs offen. In der ersten Halbzeit ließ sich eine deutsche Mannschaft bestaunen, die ohne das Turnier wohl nicht zusammengefunden hätte. Deutschland fuhr in einem System, das Tuchels S-Formation stark ähnelte, einige schöne Angriffe. Besonders die rechte Seite aus Kimmich, Brandt und Goretzka brillierte. Solchen ungezwungenen, experimentierfreudigen Fußball trauen sich Trainer und Spieler nur in solchen Partien.

Die zweite Halbzeit zeigte die Kehrtseite dieses Ansatzes: Man merkte der deutschen Mannschaft deutlich an, dass es in diesem Turnier eigentlich um nichts geht. Defensive Organisation, Zweikampfführung, Druck auf den Ballführenden: In all diesen Bereichen gab sich das deutsche Team nicht mehr Mühe, als es musste. So avancierte die zweite Halbzeit zum lauen Sommerkick, auch weil Australien erst in die vom Trainer auferlegte Rolle der dominanten Flachpass-Mannschaft hineinwachsen muss. Für Löw dürfte das Spiel aber allemal ein paar interessante Kenntnisse abgeworfen haben, und sei es nur, dass er noch immer einer der besten Remix-Künstler der Branche ist.

rattenjoe 22. Juni 2017 um 11:19

Welche Spieler aus U21- und A-Kader könnten diese Aufstellung theoretisch noch verbessern? Neuer, Hummels und Boateng mit Sicherheit. Wer noch?

Antworten

tobit 22. Juni 2017 um 19:08

Kroos (oder Weigl) für Rudy, Gündogan (oder Dahoud) für Goretzka, evtl. Werner für Wagner, evtl. Sane für Brandt oder Hector. Hummels und Boateng für Rüdiger und Mustafi und Neuer im Tor sehe ich genauso, das wären nochmal sehr passende Spieler für die jeweiligen Rollen. Hummels benötigt aber Hector (analog zu Schmelzer beim BVB) zur Sicherung des Flügels an seiner Seite, da er dafür (anders als Rüdiger, Mustafi oder Boateng) zu behäbig ist.
Kroos bedeutet noch mehr Präsenz, mehr Passsicherheit und mehr Gefahr bei Standards als Rudy, der sich gegen Australien doch sehr versteckte (stand oft zu hoch oder wurde zugestellt).
Dahoud oder Gündogan könnten wesentlich balancierender aus der Tiefe kommen als Goretzka und würden (noch) größeres Spielmacherpotential mitbringen. Dazu könnte man den offensiven rechten Halbraum so für Stindl freihalten (der mir als Spielertyp da schlicht besser gefällt als Goretzka).
Werner könnte durch seine vielen Horizontal- und Diagonalläufe nach außen helfen, das Loch vor Hector zu bearbeiten. Das würde aber dann natürlich weniger Präsenz und Physis im Zentrum als mit Wagner bedeuten.
Sane müsste man etwas anders einbinden als Brandt, da er sich eher in sehr dynamischen Kontersituationen oder 1vs1-Duellen wohlfühlt und weniger in den zuletzt gezeigten „Kombinationsdurchbrüchen“ mit drei oder vier Spielern auf relativ engem Raum (meistens Goretzka, Stindl, Brandt und Kimmich), von denen jeder situativ jede der Rollen ausfüllen kann (und man nicht weiß, wer am Ende hinter die Abwehr geschickt wird). Gemeinsam mit Stindl und Dahoud/Gündogan würde ich das für ähnlich gefährlich (und auch weiterhin für sehr kombinativ, aber halt mit anderem Ziel) halten wie aktuell, Goretzka wäre dann wegen seiner Vertikalität für mich nicht mehr so passend (er geht zu oft selbst in die Tiefe und Breite, die dann Sane per Dribbling anvisieren sollte).
Brächte man Sane für Hector, würde die Aufstellung insgesamt etwas symmetrischer – aber auch deutlich offener auf beiden Flügeln (man hat im Prinzip nur zwei Verteidiger plus Kimmich, der auch sehr offensiv/weiträumig unterwegs war). Sane könnte zwar offensiv sehr effektiv als Isolationsdribbler eingebunden werden, bräuchte aber wohl mehr Absicherung als den jeweils gerade linksseitigen ZM/DM und den linken Halbverteidiger (man müsste also wohl jemanden wie Khedira statt Draxler im ZM bringen – oder es bleibt eine Option für Schlussphasen mit Rückstand).

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The Soulcollector 20. Juni 2017 um 14:30

Ein Problem dieser asymmetrischen Formation war gestern aber auch zu erkennnen. Wenn der Ball mal über links nach vorne kam, dann war Draxler doch oft allein. Das ist an sich vielleicht kein Problem, weil er solche Situationen lösen kann, aber er zieht dann immer nach innen (auf seinen starken rechten Fuß). Hector ist aber zu tief und Wagner zu zentral orientiert um Breite zu geben und so stauchte sich alles auf Höhe des 16ers zusammen. Vielleicht sollte da noch etwas feiner abgestimmt werden das Stindl oder Goretzka auf links driftet und dann dort die breite Position besetzt.

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MR 20. Juni 2017 um 15:37

Das ist allerdings kein Problem der Asymmetrie, das heißt einfach nur, dass Hector eher hinterlaufen muss. Dafür hat er in dieser Konstellation sogar mehr Freiheiten als in einer symmetrischen Viererkette.

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The Soulcollector 20. Juni 2017 um 16:29

In anderen Spielen hat Hector ja schon gezeigt, dass er ziemlich geradlinig die Linie auf- und ablaufen kann. Aber weil die Formation doch sehr neu war und diese Zurückhaltung von Hector mMn eher ungewöhnlich erschien, hab ich das jetzt mal auf die atypische Formation zurückgeführt. Kann natürlich auch eine Anweisung von Löw gewesen sein – Australien ist ja nicht San Marino.

Aber der große unbesetzte Raum vorne links war doch deutlich zu erkennen, auch für Laien. Da ist zumindest eine Stellschraube.

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Handtuch 21. Juni 2017 um 08:25

Und genau darin besteht ja für mich das Problem bei der Asymmetrie. Während die rechte Seite permanent überladen wird, ist die linke Seite oft unterbesetzt. Und Jonas Hector kann auch nicht überall gleichzeitig sein.

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tobit 21. Juni 2017 um 10:58

Dieses Problem war für mich schon vorher absehbar, da die zwei präsentesten Zentrumsspieler Stindl und Goretzka einen sehr klaren Rechtsfokus haben. Draxler und Rudy (in der Nationalmannschaft) sind insgesamt weniger präsente Spielertypen und haben sich im Verlauf der Partie auch sehr oft nach rechts eingeschaltet.
Der Rechtsfokus der ZMs im Kader ist insgesamt ziemlich auffällig. Goretzka, Stindl und Demirbay sind alle sehr stark auf den rechten (offensiven) Halbraum festgelegt, während es für den selben Raum links nur Draxler im Kader gibt, der auch noch mehr Offensiv- als Mittelfeldspieler ist.
Am Anfang war Hector offensiv noch sehr aktiv, da gab es immer Mal die Möglichkeit zu verlagern. Nach der Führung und besonders nach der Pause wurde er (wie das ganze Team) immer defensiver und rückte kaum noch wirklich nach vorne.

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tobit 20. Juni 2017 um 14:12

Die Australier haben für mich gegen den Ball drei Hauptprobleme (abseits der individuellen Klasse) gehabt:
1. Die 5er-Kette kam bei schnellen Angriffen der Deutschen kaum zum Tragen, da Leckie und Behich nach Ballverlusten nicht schnell genug zurückkamen, was immer wieder einfachen Raumgewinn auf den Flügeln oder den äußeren Halbräumen ermöglichte. Dabei war auch die sehr zentrale Position der Mittelfeldspieler und Stürmer ein Problem, da sie in Ballbesitz weder für die Wingbacks absicherten noch in höheren Zonen auswichen, was dazu führte, dass sich Behich und Leckie sehr hoch positionieren mussten. Auch die IV waren nicht in der Lage die Flügel zu schließen, da sie damit zu viel ballfernen Raum geöffnet hätten.
2. Bei langsameren deutschen Angriffen agierten sowohl die Wingbacks als auch die Halbverteidiger wenig abgestimmt. Sie rückten teilweise beide heraus oder ließen eine viel zu große Schnittstelle, was gerade auf Deutschlands rechter Seite zu etlichen Durchbrüchen hinter die letzte Linie führte. Auf der anderen Seite wurden die Räume von den deutschen nicht entsprechend bespielt, so dass sich Leckie hier sehr plump mannorientiert gegen Hector verhalten konnte.
3. Das Pressing war viel zu individuell. Meist warteten sie kurz vor dem Mittelkreis auf die Deutschen, waren da aber vertikal durchaus kompakt. Wenn die deutschen länger tief zirkulierten, rückte Juric auch ganz ordentlich heraus, wurde dabei aber in der ersten Hälfte fast nie unterstützt. Die „Restverteidigung“ blieb einfach in ihrer Position und rückte nicht nach (die Formation wurde also sehr löchrig um die beiden Zehner herum). Das hätte bei einer tieferen Position Rudys deutlich gefährlicher werden können, hätte dann aber wohl nicht exakt so stattgefunden (wegen der starken Mannorientierungen im Mittelfeld). Später rückten sie auch mal stärker nach, waren da aber wie beschrieben zu mannorientiert um die Deutschen ernsthaft zu gefährden.

Mit Ball war das australische Hauptproblem (neben dem beschriebenen Mangel an Raumgewinn aus der Abwehr) die Passauswahl der Sechser wenn sie mal an den Ball kamen und aufdrehen konnten. Diese Pässe waren oft viel zu scharf in die grobe Richtung eines der zentralen Offensivspieler und wurden sehr oft abgefangen (meist von Rudy oder Kimmich), was dann zu Kontermöglichkeiten führte (die Deutschland aber nicht gut ausspielte). Bei diesen Angriffsversuchen (meist durch den linken dt. Halbraum) fehlte dann oft die Verbindung zur anderen Seite, so dass sie eigentlich nie die kleinen Lücken im Rücken von Brandt (oder seltener Hector) bespielen konnten.

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blub 20. Juni 2017 um 14:02

wenn Jogi doch in wichtigen spielen mal so innovativ wäre….

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MR 20. Juni 2017 um 15:39

WM-Finale im 4-3-3 mit Özil als Achter? Extrem asymmetrisches Rautensystem beim Ausscheiden gegen Italien 2012? Dreierkette gegen Italien 2016? Umstellung auf das damals noch unübliche 4-2-3-1 gegen Portugal 2008?

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Felix 20. Juni 2017 um 16:13

Eigentlich war es doch immer genau das, was man ihm vorgeworfen hat? Das er in entscheidenden Spielen die bisherigen Ansätze über den Haufen geworfen hat und rumexperimentiert hat??

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CHR4 21. Juni 2017 um 00:19

Will mir hier jemand, das asymmetrische System aus dem HF 2012 als Innovation verkaufen? wtf?
Ich frage mich heute noch, wie man sich das als Trainer ein komplettes Spiel ansehen kann ohne einzugreifen … vorne links alles dicht, kein Durchkommen, rechts alles frei – vorhandene Räume nutzen (SPIELVERLAGERUNG ?), für mehr Balance sorgen – ach was! wir sind mal „innovativ“ – selten so schlecht gelacht, eine der größten taktische Fehlleistungen (vor allem das fehlende in-game-coaching!)

schlimm genug, wenn der Plan A in wichtigen Spielen trotz eingehender Gegneranalyse Mist ist (wie wärs mal mit ner 3er-Kette gegen MSN?) – noch schlimmer, wenn man wie versteinert daran fest hält

PS: oh Überraschung: fehlender Druck auf den Ball führenden und lasche Zweikampfführung … (hätte mir diese Saison mehr Spielanalysen von den großen Spielen gewünscht … 🙁 )
PPS: sorry, ich hab heute den ganzen Tag schon heftige Kopfschmerzen … vll. hätte ich hier heute nicht reinschauen sollen …

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Michael 20. Juni 2017 um 20:14

First-(Football)-World-Problems – Wenn wir Österreicher doch nur einen halb einen innovativen Trainer hätten… (ist nicht ganz ernst gemeint)

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Peda 20. Juni 2017 um 13:00

Was mich bei Australien grübeln lässt:
Postecoglou ist jetzt seit 3,5 Jahren und über 40 Spielen Trainer der Socceroos.

Warum, wann und wie kam man zu der Erkenntnis, dass man dominanten Fußball spielen möchte?
Von 2014 war mir das noch nicht so in Erinnerung.

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Koom 20. Juni 2017 um 13:07

Ist das nicht so, dass Australien in ihrer Kontinentalzone eigentlich gegen fast jeden Gegner Favorit sind? Wenn ja, dann ist das ja durchaus nachvollziehbar, dass man sich eine Spielweise zulegt, die damit zurechtkommt, dass sich jeder eher hinten reinstellt gegen einen.

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tobit 20. Juni 2017 um 13:30

Australien ist vor etwa 10 Jahren genau aus dem Grund in den Asiatischen Verband gewechselt. Dort gibt es einige Mannschaften, die mindestens auf ihrem Niveau (Japan, Südkorea) sind oder zumindest eine Herausforderung darstellen (Saudi-Arabien, Iran).

Im Ozeanischen Verband dominiert jetzt Neuseeland fast nach Belieben, da sie ienfach wesentlich größer sind als ihre Konkurrenten.

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HK 20. Juni 2017 um 14:37

Ist Australien nicht hauptsächlich deshalb gewechselt, weil sie als Ozeaniensieger in den Playoffs gegen die jeweilige südamerikanische Mannschaft chancenlos waren?

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Felix 20. Juni 2017 um 16:15

Das könnte durchaus auch einer der Gründe gewesen sein, aber der Hauptgrund war m.W. die fehlende Konkurrenz im OFC. Und ohne diese Konkurrenz kann man sich auch nicht wirklich auf wichtigere Turniere vorbereiten, weil man eh jeden Gegner abschießt und quasi keine wirklichen Pflichtspiele auf relevantem Niveau hat. Und dann bekommt man in den Playoffs zur WM direkt den ersten richtigen Gegner und kassiert meist eine Klatsche.

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Peda 20. Juni 2017 um 16:23

Wie tobit richtig schreibt haben sie ja deswegen bereits den Verband gewechselt, sind aber auch in Asien unter den Topnationen.

Mir ging es aber nicht darum, ob dieser Sinneswandel nachvollziehbar ist, sondern wie er von statten ging.
Die Australier spielen momentan strategisch mit einer klaren Idee, die im Detail aber noch sehr plump daherkommt. So als ob man sich jetzt seit einem Jahr darauf festgelegt hätte und man das ungeachtet einzelner Ergebnisse und Rückschläge jetzt erstmal durchzieht, bis die Grundlagen sitzen.
Postecoglou sitzt aber schon 40 Partien im Amt. Also entweder entwickelt sich die Mannschaft unter ihm im Schneckentempo – wobei ich mir schwer vorstellen kann, dass Verband und Spieler so viel Geduld hätten – oder er hat sich während seiner Amtszeit um 180° gedreht – was in der Form dann ja wohl deutlich interessanter wäre als die Spielweise an sich.

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pb 21. Juni 2017 um 01:31

Könnte es nicht auch einfach daran liegen, dass sie trotz des Verbandswechsels praktisch nie gegen Teams mit einer Taktik aus dem europ. Klubfussball der letzten Saisons und Offensivspielern wie den deutschen spielen ? Weder in der Nationalmannschaft noch im Verein, bis auf ganz wenige Ausnahmen im Kader.

Wie oft sieht denn überhaupt eine individuell so schwache Truppe mit einem offensiven, spielerischen Ansatz gegen ein Topteam ( in solider Tagesform ) gut aus ? Nur Neuseeland ist bei diesem Turnier noch schlechter besetzt.

Wenn man individuell und taktisch schwächer ist, verliert man in einem offen geführten Spiel fast immer und sieht dabei noch blöd aus. Deswegen macht das ja auch nahezu niemand.

Insgesamt sind Postecoglous Ergebnisse aber absolut ok und das sollte realistischerweise der Anspruch sein, nicht Spiele gegen Deutschland oder Brasilien. Mal schauen, wie sie sich gegen Kamerun schlagen. Das ist schon eher die eigene Kragenweite, auch wenn ich die Afrikaner doch noch eine Ecke stärker sehe.

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studdi 21. Juni 2017 um 08:56

Er verfolgt dieses kurzpassspiel schon seit er dort Trainer ist. Wurde in der WM Vorschau auf 2014 schon erwähnt. Bei der WM selbst ist es gegen Holland ebenfalls in der Analyse erwähnt das man versucht hat Fussball zu spielen.´
Denke es ist bei der WM vl nicht so aufgefallen, da man mit Spanien und Chile noch zwei weitere sehr dominant spielende Mannschaften in der Gruppe hatte.

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Koom 20. Juni 2017 um 10:52

Strategisch gesehen war Australiens Idee gut. Man hoffte wohl, dass man die uneingespielte, experimentierfreudige deutsche Elf mit frühem Pressing knacken kann. Denn „Offensive“ kann die Nationalelf immer, vor allem, wenn man sie lässt. Sie in der Defensive zu beschäftigen war auf jeden Fall eine gute Idee, wenn auch zum einen nicht ideal umgesetzt, zum anderen war Deutschland aber schon ganz passabel eingestellt.

Finde das Fazit aber auch gut: Experimente mit einer Mannschaft, die interessant ist, finde ich gut. Löw macht das tatsächlich gut, da kann er dann sogar auch was für die A-Elf mitnehmen.

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TE 20. Juni 2017 um 11:38

Es war keine Anpassung. Australien spielt tatsächlich immer so. Gegen Brasilien haben sie sich so beispielsweise bei der 0:4-Testspielniederlage auskontern lassen.

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