TEs Bundesliga-Check: Es geht dem Ende zu

Der Bundesliga-Check feiert seine letzte reguläre Ausgabe in dieser Saison. TE widmet sich den Hipster-Lieblingen Julian Weigl, Julian Nagelsmann und Alexander Nouri.

Spielverlagerung-Autor TE sucht sich nach jedem Bundesliga-Spieltag zwei bis drei Aspekte heraus, die er kurz und knackig analysiert. TEs Bundesliga-Check ist der Analysehappen für Zwischendurch – eine Spielwiese für taktische Beobachtungen, die in den “langen” Spielanalysen keinen Platz finden.

Warum Julian Weigl sein Spiel ändern muss

Wer als Fußballfan in den sozialen Medien zu Hause ist, dürfte die Diskussion sicher schon einmal mitbekommen haben: Wie gut ist Julian Weigl wirklich? Ein Jahrhundert-Talent mit dem siebten Sinn für das Spiel, sagen die Einen. Nur Querpässe spiele Weigl, die das Spiel nicht verändern, sagen die anderen. Die Frage wird sicher nicht nur on-, sondern auch offline diskutiert.

Das Schöne an solchen Diskussionen ist, dass sie für den Fan ergiebig sind. Den Protagonisten selbst sind sie egal. Weigl spielt, wie er spielt. Thomas Tuchel entscheidet, ob er Weigl aufstellt, und die gegnerischen Trainer entscheiden, wie sie darauf reagieren. Und je nach Reaktion lässt sich im Zweifel erkennen, für wie wichtig sie Weigl halten.

Die Antwort fiel zuletzt eindeutig aus: Sie halten Weigl für so wichtig, dass sie einen Manndecker auf ihn abstellen. Keinen Akteur, der in seiner Nähe spielt und ihn aufnimmt, wenn er in die Nähe kommt. Nein, ein fester Manndecker, der Weigl bei Dortmunder Ballbesitz verfolgt. „Notfalls bis auf die Toilette“, wie Sepp Herberger es früher so schön formulierte.

Diese rabiate Form der Manndeckung auf Weigl verwundert wenig. Argument A: Weigl ist tatsächlich ein wichtiger Akteur im BVB-System. Als oftmals einziger Sechser nimmt Weigl eine zentrale Rolle im System ein. Selbst wenn Dortmund mit einer Doppelsechs spielt, ist er meist der Anker vor der Abwehr – Gonzalo Castro oder Raphael Guerreiro rücken häufig nach vorne. Er ist also der Spieler, der oft den ersten Pass erhält und diesen dann weiterverteilt. Ob dieser dann ausschließlich quer geht oder nicht, ist letztlich zweitrangig – es sind Pässe, die Dortmunds Spiel strukturieren.

Argument B: Manndeckungen sind aktuell wieder im Kommen. Immer mehr Trainer nutzen mannorientierte Systeme, mit deren Hilfe sie feste Zuordnungen erzeugen. Oft wird die Formation des Gegners gespiegelt. Die Manndeckung ist weiterführend logisch: Wenn mein Defensivsystem nicht auf Leiten und Locken beruht, wie oftmals bei einer Raumdeckung, sondern auf Zugriff durch Deckung, ist es entscheidend, stetigen Zugriff auf die entscheidenden Akteure zu gewährleisten. Und dazu gehört Weigl zweifelsohne.

Augsburg war nicht der erste Gegner, der Weigl in rabiate Manndeckung nahm. Weitere werden folgen. Das dürfte große Auswirkungen auf Weigls Spiel haben. Er könnte sich vom aktiven Ballverteiler zum passiven Spielgestalter weiterentwickeln – eine Rolle, die er bereits gut, aber noch nicht perfekt beherrscht. Wenn ein Team einen Bewacher auf Weigl abstellt, verteidigt sie mit einem Mann weniger – wenn Weigl den Manndecker klug wegzieht. Dazu müsste er sein Bewegungsspiel etwas erweitern und weiträumiger agieren als aktuell. Zuzutrauen wäre es ihm. Oder er arbeitet noch weiter an seinem (ohnehin starken) ersten Kontakt und spielt seinen Manndecker aus. Im Verbund mit clever agierenden Spielern um ihn herum könnte er sich große Freiräume erarbeiten, wenn er seinen Manndecker abschüttelt.

Es ist eine interessante Herausforderung für Weigl. Wer ihn diese Saison beobachtet hat, hat bereits gemerkt, wie er sein Spiel weiterentwickelt hat: weniger Querpässe, mehr Spiel in die Tiefe, mehr Packing-Pässe. Nun wäre die Bewegung gegen einen Manndeckung das nächste Kapitel, dass er erweitern könnte, um noch Busquets-hafter zu werden. Wer weiß, vielleicht arbeitet Weigl während seiner Verletzung weiter an seinen Fähigkeiten. Er fällt mit einem Knochenbruch drei bis vier Monate aus. Gute Besserung. Komm stärker zurück.

Nouris Rauten-Fail

werder hoffenheim raute flügelprobleme

Die theoretischen Probleme einer Raute gegen ein 5-3-2 auf dem Flügel: Auf dem Flügel sind die Außenverteidiger recht frei, auch weil die Achter im Zentrum gegen die beiden Achter stehen.

Die Partie Hoffenheim gegen Werder war wieder ein gutes Beispiel für die Frage, was eine Taktikanalyse leisten kann und was nicht. Trainer Alexander Nouri überraschte alle, indem er seine Mannschaft in einer Raute aufstellte. Er kehrte damit dem zuletzt erfolgreich praktizierten 5-3-2 den Rücken.
Nun zu dem, was eine Taktikanalyse nur schwerlich leisten kann: eine definitive Antwort darauf geben, warum Nouri das tat. Wollte er das Hoffenheimer System kontern? Schwer vorstellbar. Normalerweise agieren die Hoffenheimer in einem 5-3-2-System. Die Flügel sind bei einer Raute grundsätzlich die Schwachstelle. Zwar muss gegen ein 5-3-2 nur ein Flügelspieler verteidigt werden, dieser nimmt aber eine offensive Rolle ein. Theoretisch können sich die Flügelspieler in den Lücken der gegnerischen Formation postieren, gerade bei Spielverlagerungen (siehe Grafik).

Hat Nouri mit Nagelsmanns Umstellung auf eine Raute gerechnet? Auch das würde zunächst wenig Sinn machen, wenn man den Spielverlauf betrachtet. Hoffenheim hatte klar die Oberhand. Sie konnten wesentlich besser im Duell Raute gegen Raute Zugriff erzeugen. Ihr Spielaufbau war flüssiger, sie nutzten Spielverlagerungen auf den freistehenden Außenverteidiger extrem intelligent. Hinzu kam ein besseres Bewegungsprofil der Stürmer. Hatte Nouri diese Variante der Hoffenheimer unterschätzt?

Oder wollte er schlicht Angriffsfußball spielen? Bremen brauchte eigentlich einen Sieg im Rennen um Europa. Erstmals seit Wochen durfte Serge Gnabry von Beginn an ran. Er wäre schwerlich in das normale 5-3-2 integrierbar, durfte in der Raute aber als Zehner ran. Vielleicht hatte Nouri auch schlicht aufgrund des Fehlens von Moisander so gehandelt, der als Spieleröffner in der Dreierkette kaum zu ersetzen ist.

Hoffenheim gegen Bremen

Hoffenheim gegen Bremen

Wie gesagt, nur Nouri und sein Trainerteam wissen, welche Idee hinter der Raute steckte. Was eine Taktikanalyse leisten kann: Sie kann erklären, wieso diese Variante nicht funktionierte. Zum einen hatte dies wie oben beschrieben mit den Hoffenheimern zu tun, die eine wesentlich stärkere Raute auf das Feld brachten. Zum anderen ist bei den Bremern selbst die Schuld zu suchen, die die taktische Variante nicht gut umsetzten. Bauer wirkte als Rechtsverteidiger überfordert nach Verlagerungen, das Mittelfeld ließ sich viel zu leicht herausziehen und hatte so große Probleme, den Raum zu decken. Adam Szalai bedankte sich als Zehner.

Am Ende stand es 5:3 für Bremen. Die drei Tore erzielten sie erst, nachdem sie zur Dreierkette zurückkehrten. Und erneut verfängt die Erkenntnis: Wenn du versuchst, Julian Nagelsmann auszucoachen, coacht Julian Nagelsmann dich aus.

Abstiegskampf-Update

Liebe Reporterinnen und Reporter, haltet die Druckerpressen an! Historisches ist geschehen! Ich habe drei Spieltage vor Schluss eine Abstiegskampf-Prognose abgegeben, die nicht vollkommener Quatsch war!!!

Leverkusen hat sich den erwarteten Punkt zusammengehamstert. Mainz ist nach dem 4:2-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt praktisch gerettet. Sie haben überraschenderweise nach einem 0:2-Rückstand mit 70% Ballbesitz die Frankfurter an die Wand gespielt. Augsburg hat theoretisch noch größere Chancen auf dem Abstieg als Mainz, hat aber immerhin ein 1:1 gegen Dortmund erkontert und ermauert. Wolfsburg, die alte Wundertüte, muss nach dem 1:1 gegen den HSV mindestens ein Unentschieden holen. Hamburg wiederum machte dort weiter, wo sie aufgehört hatten: gutes Pressing, spielerische Schwächen, viel Kampfgeist. Sie sind – wie prognostiziert – der größte Kandidat für die Relegation.

Und Ingolstadt? Für die tut es mir fast ein bisschen Leid. Auch gegen Freiburg haben sie gekämpft, sich zahlreiche Chancen erarbeitet. Genutzt hat es wenig. Trotzdem Respekt an den FCI und viel Erfolg im kommenden Jahr in der zweiten Liga.

Kommende Woche gibt es anstelle einer regulären Kolumne – analog zu den Weihnachts-Awards – die Saison-Abschluss-Awards.

tobit 26. Mai 2017 um 13:33

Wann kommen denn jetzt die Saisonabschlussawards? Oder wartest du erst noch das Pokalfinale ab?
Wo ich gerade in Fragestimmung bin: sind Analysen zu einem (oder mehreren) der ganzen anstehenden Pokalfinals geplant?

Antworten

tobit 6. Juni 2017 um 16:40

Kommen die Awards noch oder fallen die aus? Wäre schade, da es mich sehr interessieren würde.

Antworten

TE 7. Juni 2017 um 12:16

Hallo tobit, die kommen diese Woche noch. Wollte das Pokalfinale abwarten und hatte dann aber dooferweise vergangene Woche keine Zeit gefunden.

Antworten

tobit 7. Juni 2017 um 16:01

Sehr cool!
Danke für die Info

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tobit 19. Mai 2017 um 20:25

Auf der Spieltags-PK hat sich Tuchel zum Angriff der Bremer geäußert, den er rein von der individuellen Klasse sehr (spiel)stark sieht, und dabei besonders Bartels als „einen der unterschätztesten Spieler der Liga“ bezeichnet/gelobt.
Kann jemand den genauer beschreiben, da er mir zwar immer mal wieder aufgefallen ist, ich mir aber wirklich sicher bin, was er genau für ein Spieler ist. Er scheint sehr kombinationssicher und läuferisch stark (Laufwege – offensiv wie defensiv sehr gut)zu sein, aber alles irgendwie unscheinbar ohne die ganz spektakulären Momente.

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Schorsch 20. Mai 2017 um 00:37

„…, aber alles irgendwie unscheinbar ohne die ganz spektakulären Momente.“ Na, da kenne ich jede Menge Werderanhänger, die dieser Aussage vehement widersprechen würden. Was sich dann allerdings in erster Linie auf seine Abschlüsse beziehen würde. So nach dem Motto ‚Die einfachen Dinger lässt er liegen, die schwierigen macht er‘ – so z.B. sein Hackentor. Man kann das auch gar nicht von der Hand weisen, aber letztlich ist Fin Bartels auch kein Abschlussstürmer. Und vor dem Tor scheint es ihm des öfteren an Konzentartion zu mangeln. In dieser Saison jedenfalls scort er wie nie zuvor, aber sein Wert für das Team liegt mMn woanders.

Ja, ich teile die Einschätzung Tuchels, Bartels sei einer der unterschätzesten Spieler der Liga. Diese Wahrnehmung ist allerdings nicht neu, sondern in Bremen und umzu schon seit langem verbreitet. Er ist einer der besten Transfers Eichins und hat sich bislang unter jedem Trainer (Dutt, Skripnik, Nouri) durchgesetzt. Ein sehr untypischer Transfer, immerhin war Bartels ’nur‘ Zweitligaspieler gewesen und für einen solchen schon recht ‚alt‘, als er zu Werder kam. Bei St. Pauli hatte er recht gute Scorerwerte und Werder war nur noch ein Team zwischen Mittelfeld und Abstiegszone. Aber dass er sich gegen jede Konkurrenz im Kader immer wieder behaupten konnte, war nicht unbedingt zu erwarten gewesen.

Im Laufe der Zeit ist er bei Werder unterschiedlich eingesetzt worden. Mal im rechten offensiven Mittelfeld, mal als zweite Spitze, dann als hängende Spitze oder im offensiven zentralen Mittelfeld oder im Halbraum. Auch als einzige Spitze spielte er vereinzelt, als rechter wingback und punktuell sogar (spielsituationsbedingt) als rechter Außenverteidiger. Am besten ist er mMn als variabler, flexibler, einrückender tendenzieller Außenspieler, der zwischenzeitlich die Rolle der zweiten Spitze einnimmt. Ein reiner Außenspieler ist er auf keinen Fall, diese Rolle begrenzt ihn zu sehr. Seine größten Stärken sind mMn sein Tempo und seine Ballmitnahme. Deshalb kommt ihm das Werderspiel der Rückrunde (seit dem Spiel in Mainz) auch entgegen. Er ist dabei durchaus kreativ und immer wieder unorthodox in seinen Entscheidungen. Seine gute Technik und sein niedriger Körperschwerpunkt sind dabei hilfreich. Manche Drehungen und Wendungen oder Richtungswechsel gerade bei hohem Tempo wären bei anderen Spielern so gar nicht möglich. Öfters wird seine Zweikampfführung bemängelt, aber er ist durchaus auch durchsetzungsfähig, vor allem wenn er Tempo aufgenommen hat. Sokratis wird sich erinnern… 😉 .

Durch seine Läufe zieht er auch immer wieder Gegner mit und öffnet so Mitspielern Räume und ermöglicht Verlagerungen. Seine gute Übersicht kommt ihm da sicher zugute. Davon profitiert momentan Kruse, aber auch Pizarro in der letzten Saison, mit dem er im Halbraum sehr gut kombiniert hat. Das ist eine weitere, nicht gleich sichtbare Stärke von Bartels: Er passt sich sehr gut an seine (nicht nur offensiven) Mitspieler an.

Bartels ist ein idealer Spieler für das schnelle Umschalten. Das wiederum gehörte zu den wesentlichen Faktoren des Werderspiels der letzten Wochen/Monate. Je besser der Gegner organisiert ist, je weniger Lücken er dadurch zulässt, desto weniger kommen die Hauptstärken von Bartels zum Tragen. Dennoch erkennt er durchaus auch gegen solche Teams Lücken und kann sie sogar auch erzeugen – sofern er in dynamische Situationen kommt.

Sein Passspiel kann durchaus überdurchschnittlich sein, insbesondere bei schnellen Direktpässen oder ‚Durchsteckern‘ zeigt sich seine diesbezügliche Klasse. Es kann aber auch abfallen, mitunter sind da seine Entscheidungsfindungen für mich nicht so recht nachzuvollziehen. Bartels ist durchaus kombinationsstark, ob er allerdings bei einer betont ballbesitz- und ballzirkulationsorientierten Spielweise der Richtige wäre, möchte ich mit einem Fragezeichen versehen.

In der Defensivarbeit zeichnet er sich durch kluge Laufwege aus. Allerdings ist seine defensive Entscheidungsfindung nicht immer glücklich. Er wirkt da weniger antizipativ und reagiert auch mitunter zu langsam nach meinem Eindruck. Spielt die gegnerische Mannschaft mit hohem Pressing und versucht sie, die Werderangriffe auf außen zu leiten, muss Bartels versuchen auszuweichen. Das gelingt ihm dann nicht so besonders, wenn die gegnerische Mannschaft mannorientiert und robust nachrückt.

Für Werder ist Bartels ein sehr wichtiger Spieler und ich bin mir sicher, dass er auch bei vielen anderen Bundesligateams eine wichtige Rolle spielen würde, in Abhängigkeit von der präferierten Spielweise.

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tobit 24. Mai 2017 um 23:43

Danke für die detaillierte Einschätzung.
Mit dem „wenig spektakulär“ war gemeint, dass er selten offensichtlich besondere/anspruchsvolle/durchschlagskräftige Dinge tut (a la Dembele oder Neymar), sondern eher den unscheinbaren Weg bevorzugt (z.B. eine „simple“ Drehung in den Raum).
In gewissen Punkten erinnert er mich an Thomas Müller. Keine wirklich perfekte Ballkontrolle, kein Weltklasse Defensivverhalten, keine überragende Physis – aber trotzdem immer an den entscheidenden Aktionen beteiligt (gerade durch kluge Laufwege um den 16er) und auch immer wieder mit sehr starken kombinativen Ideen und Umsetzungen. Klar ist er trotzdem ein anderer Spielertyp, mehr Mittelfeldspieler und Umschaltmotor (vor allem mittlerweile dribbelstärker und wuseliger) als der (Halb-)Stürmer und Strafraumwühler Müller.

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AP 17. Mai 2017 um 16:35

Könnte Jemand bitte einen ganzen Beitrag zu Busquets Hackenpass im letzten Spiel machen. Danke

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DRIV 17. Mai 2017 um 20:33

Kann jmd. bitte nicht immer komplett übertreiben und auch eine eigene Meinung entwickeln. Danke.

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Dr. Acula 17. Mai 2017 um 12:45

ach und natürlich großen dank an TE für dieses geile format!!

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Bayern-Fan 17. Mai 2017 um 13:19

+1, auch ich finde das Format interessanter als die x-te Spielanalyse der immer gleichen Teams.

Und weil man zu selten dankt: Danke an das ganze Team von spielverlagerung.

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tobit 17. Mai 2017 um 17:15

Interessanter als die Spielanalysen finde ich es nicht. Es vervollständigt aber den Spieltag sehr gut und macht mir oft Lust mehr Spiele zu schauen (was ich unibedingt dann nicht schaffe ????).

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Todti 17. Mai 2017 um 23:55

Mir geht es irgendwie bei den Analysen wie bei den Spielen. Interessante Begegnungen schaue ich und freue mich dann, wenn ich sie hier analysiert finde. Für die anderen Spiele reicht mir der kondensierte oder fokussierte Inhalt von TE als Übersicht. Podcasts hätte ich aber gerne häufiger, falls ich mir etwas wünschen dürfte.^^

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Koom 18. Mai 2017 um 09:48

Ich finde diese Kurzberichte/Findings auch toll. Lese ich immer wieder gerne.

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csp 26. Mai 2017 um 21:22

geht mir auch so, wäre toll wenn das bebehalten wird.

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Dr. Acula 17. Mai 2017 um 12:44

„Wenn du versuchst, Julian Nagelsmann auszucoachen, coacht Julian Nagelsmann dich aus.“ hmm, also tuchels idee mit der abstellung dembeles auf rudy war doch ein ganz netter kniff. außerdem haben wir diese saison das duell pep – nagelsmann nicht sehen dürfen. das wäre mal interessant. ganz unabhängig davon, was man vom katalanen hält: dass er sich was hätte einfallen lassen, steht außer frage.

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Izi 16. Mai 2017 um 18:35

Ich schließe mich anderen Beiträgen an und möchte mich für die Saison dieses tollen Formats bedanken!!! ????
Wie jemand Anderes geschrieben hat: Gnabry war auf der Position nicht die beste Wahl — hätte die Raute eine Chance gehabt, wäre Kruse auf der 10 aufgelaufen? Das hätte ihm auch liegen können… Warum Nouri diese Taktik gewählt hat, ist klar: Werder muss einmal pro Runde in einer Raute spielen, sonst wäre es nicht Werder ????

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tobit 16. Mai 2017 um 20:06

Kruse auf der Zehn könnte klappen, gerade mit Bartels und Gnabry als „Stürmern“, die breit und tief gehen können und Junuzovic als vorstoßendem Achter dahinter hätte er etliche Anspielstationen für seine letzten Pässe.
Problematisch sind wohl (wie beschrieben) die AV, die kaum die richtige Balance hinbekommen (können) – das könnte aber mit breiteren Stürmern leichter werden.

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Schorsch 15. Mai 2017 um 21:54

„Vielleicht hatte Nouri auch schlicht aufgrund des Fehlens von Moisander so gehandelt, der als Spieleröffner in der Dreierkette kaum zu ersetzen ist.“

Ich glaube, dass genau dies der entscheidende Grund war. Zusammen mit der offensichtlichen Absicht Nouris, den üblicherweise praktizierten Aufbau des Spiels der Hoffenheimer zu stören. Und ich glaube auch, dass Nagelsmann sich sehr genau vorher überlegt hat, wie Nouri auf den Ausfall Moisanders reagieren könnte. Sonst hätte er seine übliche Formation nicht geändert. Man könnte das ‚Pokern‘ nennen, ich sehe es eher als logisches Ergebnis einer Auseinandersetzung mit dem Gegner im vorfeld des Spiels.

Wobei so dumm fand ich Plan Nouris eigentlich nicht, angesichts der eigenen personellen Ausfälle und dem sonst praktizierten Aufbauspiel der TSG. Aber Werder hatte schon in den beiden Spielen zuvor Probleme offenbart, wenn der Gegner Schlüsselspieler und übliche Mechanismen der neuen Bremer Rückrundenspielweise matt setzt. Die nun angewandte Viererkette und rautenähnliche Formation war so noch nie gespielt worden vorher und das konnte man leider deutlich sehen. Auch Gnabry als eine Art 10er erwies sich als Flop. Sein Anlauf- und Defensivverhalten ist eher mäßig und nicht abgestimmt. In 1:1-Situationen auf dem Flügel ist er deutlich stärker als zentral und seine Pässe waren in diesem Spiel mMn z.T. desolat. Kruse war überhaupt nicht eingebunden. Insofern waren die personellen Entscheidungen (auch z.B. Grillitsch nicht in der Startformation aufzustellen) nach meiner Einschätzung kontraproduktiv zur eigentlich durchaus logischen Rautenformation, auch wenn man die personellen Engpässe in Rechnung stellt.

Gut gedacht, schlecht gemacht – so könnte man es sagen. Das muss sich Nouri mMn ankreiden lassen. Er wusste um die fehlende Eingespieltheit in dieser Formation. Und dass bestimmte Spieler in einer solchen Formation auf bestimmten Positionen und mit den dortigen Aufgaben überfordert sein könnten, hat er entweder falsch eingeschätzt oder er ist zu hohes Risiko gegangen.

Wie auch immer, Werders Stärke in den gewonnen Spielen der Rückrunde war die Kompaktheit. Diese hat Nouri mit der Raute preisgegeben. Und seine aufgebotenen Außenverteidiger waren in der neuen Formation eingermaßen orientierungslos und überfordert.

Nouri hat gerade einen Zweijahresvertrag unterschrieben. Ich persönlich bin mir unsicher, wie die weitere Entwicklung der Mannschaft aussehen wird. Nicht wegen der Zu- und Abgänge; mit Augustinsson hat man zumindest im Bereich der AV schon etwas getan. Formationswechsel und taktische Anpassungen werden weit oben auf der ‚to do – list‘ Nouris in der Vorbereitung stehen. Schaun mer mal, was die nähere Zukunft bringt.

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mrb 15. Mai 2017 um 19:47

„Am Ende stand es 5:3 für Bremen“. Ein Escher, ein Escher, ein echter Escher!

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Daniel 15. Mai 2017 um 17:39

Inwiefern ist Alexander Nouri ein Hipster-Liebling? Das hör ich gerade ehrlich gesagt zum ersten mal, dass er als solcher tituliert wird.

Zu Weigl: bittere Verletzung, aber der Zeitpunkt dürfte noch relativ ok sein. Genau ein Jahr später wäre das für alle Beteiligten bei weitem ärgerlicher. Gegen Frankfurt sollte der BVB im Normalfall auch ohne ihn gewinnen können.

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Koom 15. Mai 2017 um 19:41

Den fanden Hipster halt schon cool, bevor Hipster ihn cool fanden! *wirr*

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HW 15. Mai 2017 um 20:59

Mit Nouri kann es nur noch bergab gehen. Ein neuer Vertrag ist schon ein schlechtes Zeichen. Die zweite Saison auch. Aber dann auch noch Hipster-Liebling.

Mach’s gut Alexander. Es war eine schöne Zeit.

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The Soulcollector 15. Mai 2017 um 22:15

Der Zeitpunkt von Weigls Verletzung ist schon recht blöd. 3-4 Monate Pause sind extrem blöd auch wenn es im Sommer ist. Er wird möglicherweise die gesamte Vorbereitung verpassen was dann die ganze Hinrunde schwierig macht. Erst recht falls es noch zum Trainerwechsel kommt. Da kann es schnell passieren, dass er seinen Stammplatz an Dahoud, Sahin oder jemand anderen verliert.

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Daniel 16. Mai 2017 um 21:23

Natürlich ist eine Verletzung immer doof, keine Frage. Aber wenn schon, dann finde ich den Zeitpunkt jetzt noch am wenigsten schlimm.

Dass Weigl seinen Stammplatz verlieren könnte seh ich eigentlich nicht. Dahoud ist als Weigls Partner geholt worden, nicht als sein Konkurrent. Beide haben sehr unterschiedliche Stärken und passen mutmaßlich perfekt zueinander.

Im Falle Sahins fürchte ich leider, dass seine Verletzungsanfälligkeit verhindern wird, dass er nochmal längere Zeit einen Stammplatz hat. Er ist ja jetzt auch wieder verletzt und wird sich deshalb keinen nennenswerten Vorsprung aufbauen können. Ich fürchte er ist da ein ähnlicher Fall wie Badstuber oder Gündogan.
Unabhängig davon: Weigl passt in meinen Augen besser zu Dahoud und der generellen taktischen Ausrichtung Dortmunds als Sahin. Sahin ist in seinem Passspiel deutlich weiträumiger und dominanter als Weigl. Da bestünde denk ich die Gefahr, dass Dahoud häufig überspielt wird und seine Fähigkeiten am Ball nur unzureichend zur Geltung kommen. Weigl ist in seinem Passspiel deutlich mehr darauf ausgerichtet andere Spielmacher neben sich zu unterstützen und einzubinden. Umgekehrt ist Weigl defensiv beweglicher, antrittsschneller und spielintelligenter, weswegen Sahin eher neben einem Achter aufblüht, der sehr defensiv-, pressing- und laufstark ist, aber am Ball selbst nicht besonders kreativ sein muss (eben weil er oft von Sahins langen Pässen überspielt wird). Also ein Typ Kehl, Bender oder im aktuellen Kader auch Rode.
Weigl hingegen ist am besten aufgehoben neben einem hochgradig kreativen, passstarken und auch als Nadelspieler einsetzbaren Achter (Gündogan, Dahoud, auch mit Thiago oder Kroos wäre das sehr interessant). Dieser Spielertyp kann stark von Weigl profitieren, da Weigl ihm die Verantwortung im ersten Drittel abnimmt, so dass sich sein Partner darauf konzentrieren kann, das Angriffsspiel aufzubauen. Zum BVB nächstes Jahr wird das denk ich besser passen.

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HK 17. Mai 2017 um 09:50

Ist der Zeitpunkt nicht eher der maximal glückliche?
Da würde ich mir mehr über die Verletzung Gedanken machen. Sprunggelenk ist heikel. Und nachher läufst du noch monatelang mit irgendwelchen Platten und Schrauben im Fuß rum.

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tobit 17. Mai 2017 um 12:32

Ich sehe den Zeitpunkt sehr zwiespältig. Einerseits muss er nicht zum ConfedCup und die meiste Zeit der Verletzung liegt in der Sommerpause, Andererseits verpasst er die komplette Vorbereitung (unter einem evtl neuen Trainer) und den Saisonstart.
Aktuell kann man von Glück reden, dass Sahin wieder im Mannschaftstraining ist, sodass man zumindest die Option eines tiefen Sechsers im Kader behält.

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The Soulcollector 17. Mai 2017 um 13:01

Die Vorbereitung ist schon ziemlich wichtig. Man sieht das ja oft, wenn ein Spieler sehr spät transferiert wird, dann tut er sich oft sehr schwer während der Hinrunde. Und wenn die Saison erstmal losgeht, dann wird bei Vereinen wie Dortmund fast nur regeneriert aufgrund der zusätzlichen Belastung in CL und Pokal.
Und wenn es wirklich zum Trainerwechsel kommt, dann wir dieser womöglich andere Stärken/Schwächen bei den Spielern erkennen und dann sehe ich Weigl nicht automatisch als gesetzt. Dortmund hat auf der Position halt extrem viele Möglichkeiten (Dahoud, Castro, Sahin, Rode, Bender). Sollte Tuchel bleiben wird es für Weigl wahrscheinlich leichter, aber so ganz ohne Vorbereitung ist es halt blöd.

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Max 15. Mai 2017 um 17:12

Schade, gibt es nächste Woche keine Spieltags-Check? Ansonsten schonmal Danke für die interessanten Beiträge durch die ganze Saison, ich hoffe dass es das nächste Saison wieder gibt.
Zu Weigl: Gute Besserung. Er ist halt ein sehr guter 6er. Ist schon erstaunlich dass er in seinem Alter auf dieser wichtigen Position schon so überzeugt. Ist halt auch die Frage was man mehr von einem 6er erwarten soll. Er macht halt nicht die 50 Meter Pässe a la Xabi Alonso, dafür ist er eben kurzräumig sehr stark. Das ist nunmal das Los der unspektakulären Spieler (siehe auch Querpass-Toni). Der BVB wird schon wissen, was sie an ihm haben.

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Joe Doe 15. Mai 2017 um 17:07

Auf die Gefahr hin, als alt und gestrig durch zu gehen: Mit einem intelligenten Libero (Sammer, Blanc), der situativ in die Sechser-Rolle schlüpft und damit auch Junuzovic und Delaney erlaubt, auf die Flügel auszuweichen, hätte Nouri Nagelsmann übertrumpfen können.

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LMey 15. Mai 2017 um 23:44

Und wenn es dann kein Libero ist, der defensiv irgendwie seine Rolle verloren hat, sondern ein Kevin Vogt, dann bist du Hoffenheim, wo Vogt zwischen IV und 6 spielt, und Demirbay und Rudy ausweichen können.

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Roland Wohlfarth 15. Mai 2017 um 16:46

„Am Ende stand es 5:3 für Bremen“. Am Ende stand es 5:3 für Hoffenheim *Klugscheiß*. Aber sehr nachvollziehbar und verständlich Bremens „Rauten-Fail“ erläutert. Schade dass dies das die mindestens 3. Woche in Folge ist, in der nur sehr wenige Artikel erscheinen. Baby-Pflichten und Beratung des RedBull Nachwuchses. (Hat SV eigentlich jetzt die Champions League geholt?) scheinen doch sehr zeitintensiv zu sein. Hoffe das Projekt steht nicht vor dem Ende…

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blub 15. Mai 2017 um 16:33

Eine weitere Möglichkeit für die verstärkten Manndeckungen auf Weigl(in der Rückrunde, in der Hinrunde häufiger passives zustellen durch die stürmer) ist das es jetzt einfach effektiver ist. Weigl ausschalten bringt wenig wenn daneben noch Hummels und Gündogan rumrennen die das spiel auch ganz gut alleine machen.
Solange er diese Mitspieler hatte bracuhe er auch nicht selbst gefährliche Pässe spielen. Einfach den Ball bei Gündogan abliefern tuts ja gegen die meisten Gegner.
Es ist alles nicht so einfach.

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tobit 15. Mai 2017 um 21:16

Naja einfach den Ball abgeliefert hat er da auch nicht. Er hat auch letzte Saison immer wieder das Pressing des Gegners mit zwei, drei kleinen Bewegungen ausgehebelt oder Mal nach vorne gespielt – nur halt generell eher kleinräumig und nicht als DER Fokusspieler im Aufbau.
Diese Saison wurde er in der Hinrunde oft passiv abgeschnitten, dagegen hat der BVB dann einen zweiten Sechser gesetzt, den dann die Stürmer nicht auch passiv verteidigen konnten. In der Folge kam Weigl wieder öfter „frei“ an den Ball (und Bartra wurde auch noch deutlich besser), was dann mit der Manndeckung beantwortet wurde.
Eigentlich eine logische Idee mit Reaktion und Gegenreaktion. Die nächste Gegenreaktion ist jetzt der Fokus Weigls auf Dribblings vor der eigenen Abwehr. Er ist da mittlerweile so sicher und stabil, dass der Manndeckungstrend schnell wieder vorbei sein könnte um nicht dauernd einen Verteidiger früh aus dem Spiel genommen zu haben. Gerade in Kombination mit Weigls langen Bällen oder (seltener) ballschleppenden Aktionen (auch eine Stärke seines kommenden Partners Dahoud) nach dem Durchbrechen der Manndeckung kann es sehr schnell gefährlich für einen Gegner werden.
Ein weiteres Problem der Manndeckung ist, dass der Manndecker offensiv oft den Zehnerraum bespielen oder Ablagen des Stürmers aufsammeln soll, wo dann Weigl schnell und effektiv in seiner Nähe ist und die Situation oft bremsen kann (gerade bei versuchten Schnellangriffen).

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blub 16. Mai 2017 um 01:12

Es ist alles ne sache von aktion/reaktion. Da spielt noch die umstellung auf 3er kette rein, da haben es die HVs leichter auf die 8er zu eröffnen und können weigl überspielen wenn der zugestellt ist.
Ich hoffe echt das er seine dribblingstärke noch weiter entwickelt (Einschub: Wenn du mehr wie Busquets werden kannst, solltest du mehr wie Busquets werden), aber wie du schon sagtest, mit der verletzung und dem vielleicht trainerwechsel weis man da nicht was kommt.

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