50% Guardiola, 50% Ancelotti, 0% Skripnik

bayern6:0werder bremen

Ancelotti baut auf Arbeit seiner Vorgänger auf, seine Handschrift wird aber immer deutlicher. Aus dem Spiel gegen Skripniks taktisch desolate Bremer lassen sich jedoch nur wenig Schlüsse ziehen.

Bayern München gegen Werder Bremen – vor einigen Jahren war dies einer der absoluten Klassiker des deutschen Fußballs. Mittlerweile sind die Bremer froh, wenn sie mit weniger als drei Gegentoren nach Hause fahren dürfen. Dieses Vorhaben ist zum Saisonauftakt grandios gescheitert: Victor Skripniks Elf war völlig überfordert. Carlo Ancelottis Bayern mussten nicht einmal an ihre Grenzen gehen, um sechs Tore zu erzielen.

Kontinuität und Wandel bei den Bayern

bayern werderDie Bayern begannen das Spiel in der von Ancelotti favorisierten 4-3-3-Formation. Die Außenstürmer zeigten sich innerhalb dieser Formation sehr beweglich. Linksaußen Franck Ribery lief häufig ins Zentrum oder bot sich im Sechserraum an. Rechtsaußen Thomas Müller wiederum sprintete in den Strafraum und agierte situativ als zweite Spitze neben Robert Lewandowski. Das System wurde dadurch zeitweise zu einem 4-4-2, Thiago rückte in diesen Situationen nach Rechtsaußen. Diese Formationswechsel sind typisch für Ancelotti, schon Real Madrid nutzte sie unter ihm.

Vom Spielrhythmus entfernten sich die Bayern zunächst einmal aber kaum von der Blaupause, die schon Jupp Heynckes und Pep Guardiola bei den Bayern angewandt haben. Sie kontrollierten das Spiel mit einer ruhigen Ballzirkulation in der Tiefe. Von dort aus sollten die Flügel für Durchbrüche genutzt werden.

Die Unterschiede zum Vorgänger Guardiola zeigte sich in der Art, wie diese strategischen Ziele verfolgt wurden. Die Präsenz im Sechserraum war wesentlich größer. Hier bot sich neben dem Dreiermittelfeld auch häufig Ribery an, um das Spiel aus der Tiefe anzukurbeln. Somit waren Thiago und Vidal die Spieler mit den meisten Ballkontakten – unter Guardiola waren dies für gewöhnlich neben Xabi Alonso die Innenverteidiger.

Rechtsfokus

Neu war auch, wie sich der Übergang auf die Flügel gestaltete: Lahm und Alaba nahmen sehr geradlinige und offensive Rollen ein. Sie rückten früh auf, sorgten für die Breite im letzten Drittel und waren damit auch Abnehmer für die altbekannten, langen Diagonalbälle, die München so gerne spielt. Nach diesen Diagonalbällen suchten die Bayern den Weg an die Grundlinie, entweder direkt oder über Doppelpässe.

Durch die Asymmetrie zwischen Ribery und Müller ergab sich ein Rechtsfokus im Bayern-Spiel. Ribery wurde häufig im Spielaufbau auf der halblinken Seite gesucht. Von dort aus verlagerten er und Mats Hummels das Spiel auf die rechte Seite. Hier stand Lahm zum Doppelpass mit Müller bereit, um an die Grundlinie zu stoßen.

Auch wenn es manche taktische Änderung im Detail gab, erinnerte der Spielfluss in der Anfangsphase sehr an Guardiola-Zeiten: Die Bayern legten sich den Gegner in der Tiefe zurecht, öffneten das Spiel daraufhin mit weiten Vertikal- oder Diagonalbällen und kombinierten sich über die Flügel vor das Tor. Auch das typische Pressen auf zweite Bälle nach Flanken war erneut ein prägendes Stilmittel, so vor dem 1:0, als Xabi Alonso den zweiten Ball direkt ins Tor zimmerte (9.).

Bremen erfindet eine neue Form der Raumöffnung

Die Bayern konnten ihre Blaupause auch deshalb auf dem Platz umsetzen, weil Bremen sie ließ. Victor Skripnik schickte seine Elf in einem 4-5-1 auf das Feld. So ganz deutlich wurde diese Formation aber nie, denn Bremen fiel gegen den Ball vor allem durch völlige Orientierungslosigkeit auf.

Orientierungslosigkeit ist in diesem Fall wortwörtlich gemeint. Im Defensivverhalten gibt es zwei Extreme: Auf der einen Seite steht die totale Raumorientierung, bei der ein Team nur den Raum deckt, auf der anderen Seite die totale Mannorientierung, wenn die Verteidiger ihren Gegenspielern folgen. Die meisten Teams postieren sich zwischen diesen beiden Extremen, mal mehr raumorientiert, mal mehr mannorientiert. Ich bin mir immer noch unschlüssig, was Bremen in dieser Partie eigentlich spielen wollte – denn weder schlossen sie den Raum noch deckten sie den Mann.

Bremens Mittelfeld und die Außenverteidiger schienen den Bewegungen der Gegner zu folgen, allerdings immer zögerlich und nie dynamisch. Somit orientierten sie sich zwar am Gegner, standen aber nie am Mann, sondern zwei bis fünf Meter weit weg. Sie kamen damit nicht in die Zweikämpfe, öffneten durch ihre ständigen Bewegungen aber auch immer wieder Räume, in die München stoßen konnte. Vor allem auf die Bewegungen von Ribery hatte Bremen keine Antwort. Mal verfolgte der Außenstürmer ihn, mal der Außenverteidiger, mal Fritz. Keiner von ihnen kam je in einen Zweikampf mit Ribery, alle öffneten Räume für dessen Mitspieler.

Das ganze Bremer Elend lässt sich herrlich am zweiten Tor der Münchener beschreiben:

Das Mittelfeld der Bremer steht mannorientiert. Gleich zwei Spieler verfolgen Ribery Lauf in die Tiefe, ohne ihn dabei jedoch zu stören. Vielmehr öffnen sie die Gasse. Die Abwehr rückt nicht auf die ballnahe Seite ein und spielt zu allem Überfluss auch noch auf Abseits.

Das Mittelfeld der Bremer steht mannorientiert. Gleich zwei Spieler verfolgen Ribery Lauf in die Tiefe, ohne ihn dabei jedoch zu stören. Vielmehr öffnen sie die Gasse. Die Abwehr rückt nicht auf die ballnahe Seite ein und spielt zu allem Überfluss auch noch auf Abseits. So leicht muss man es den Bayern erstmal machen.

Münchener Rhythmuswechsel

Nach dem 2:0 deutete sich die wohl größte strategische Änderung an, die unter Ancelotti Einzug halten wird: Rhythmuswechsel im Pressing. Statt weiter früh draufzugehen, zogen sich die Münchener in die eigene Hälfte zurück. Sie verteidigten in einem 4-1-4-1 und überließen Bremen den Ball. Nach Ballgewinnen wurde zunächst der direkte Weg nach vorne gesucht, sobald dieser nicht funktionierte, brachen sie Angriffe aber auch ab und gingen wieder nach der üblichen Blaupause Kontrolle+Flügelangriffe vor.

Doch auch diese Phase lässt sich schwerlich bewerten, schließlich zeigte Bremen mit Ball keinerlei spielerischen Ansätze. Rechtsaußen Yatabare sollte wohl höher und breiter agieren als Bartels auf der anderen Seite, bekam aber praktisch keine Zuspiele. Auch ohne Druck verlor Bremen den Ball schnell wieder. Ob bessere Gegner die (durchaus vorhandenen) Lücken in der Kompaktheit der Münchener ausnutzen können, bleibt abzuwarten.

Eigentlich, so hatte man das Gefühl, war das Spiel nach dem 2:0 beendet. Bremen wagte ein paar taktische Änderungen, die aber wenig verbesserten. Die Außenstürmer agierten tiefer und mannorientierter, gerade Bartels ließ sich oft in die Abwehr fallen. Das machte den Bayern das Spiel im Mittelfeld noch leichter. Später wechselte Fritz auf die Sechs, konnte aber nicht für seine Kollegen absichern und öffnete den Sechserraum ein ums andere Mal. Die Bayern nutzten ihre Freiheiten ohne Bremer Gegenwehr, griffen ausgiebig über die rechte Seite an und erhöhten nach und nach auf 6:0.

Fazit

„Ein Feuerwerk, wie wir es unter Guardiola nie gesehen haben!“, ejakulierte Steffen Simon während der Partie. Eine seltsame Einschätzung, schließlich zeigt sich nach einigen Wochen Ancelotti, das dieser durchaus die Grundpfeiler von Guardiolas Strategie weiterverfolgt. Ruhige Ballzirkulation in der Tiefe, Flügelspiel und das Pressen auf zweite Bälle nach Flanken sind weiterhin die Grundpfeiler des Bayern-Spiels. Ancelotti würzt diese Strategie mit taktischen Elementen, die ganz typisch sind für ihn: mehr Rhythmuswechsel, mehr Asymmetrien, mehr Freiheiten für die Flügelstürmer.

Wie stark Ancelottis Bayern tatsächlich sind, lässt sich nach dem Bremen-Spiel aber kaum sagen. Bremen stand defensiv schlecht, übte keinen Druck aus, ließ ständig Räume offen und verlor den Ball auch ohne gegnerisches Pressing sofort wieder. Aus Bremer Fansicht lässt sich nur hoffen, dass diese Probleme der typischen Allianz-Arena-Lethargie zuzuschreiben sind. Denn die Lücken, die man gegen die Bayern offenbarte, könnte auch jeder andere Bundesligist ausnutzen.

Auf Bayern-Seite bleiben drei große Fragen: Kann ein stärkerer Gegner die Schwächen in der Kompaktheit ausnutzen? Durch die freiere Rollen der Außenstürmer war die Staffelung im Gegenpressing oftmals nicht gut, die Bayern konnten keinen Druck ausüben. Wie gut sind die Bayern im tieferen Pressing und im Konter? Bremen ließ hier keine Schlüsse zu, weil sie nie mit mehr als zwei Spielern aufrückten und den Ball verloren. Und last but not least: Kann Ancelotti taktisch reagieren, wenn der Gegner sich nicht kampflos ergibt, sondern ein passendes Gegensystem entwirft? Bereits in zwei Wochen könnte Weinzierls Schalke ein paar Antworten auf diese Fragen liefern.

Atütata 8. September 2016 um 13:22

Was mich mal interessieren würde, wäre warum Ancelotti mit seinen Teams international(also in der CL) immer so erfolgreich war aber in seiner gesamten Laufbahn nur 3 Meisterschaften gewonnen hat, was übrigens eine Parallele zu seinem Mentor Sacci ist der auch die Meisterschaft in seinen 3 Jahren bei Milan nur ein Mal gewinnen konnte, aber dafür 2 Mal hintereinander die CL. Fehlt Ancelotti da die Konstanz, die ganze Saison lang gegen jeden Gegner das Niveau hochzuhalten sprich sich taktisch vorzubereiten und Anpassungen vorzunehmen, oder ist es etwas anderes ?

Antworten

Koom 8. September 2016 um 17:48

Mal abgesehen von Deutschland, wo es seit Jahrzehnten eigentlich der FC Bayern individuell immer weit überlegen war und nur hin und wieder mal durch Pech/schwache Trainerentscheidungen/etc. mal einem anderen die Meisterehre verschuf, tummeln sich bei den meisten anderen Ligen meist 2-3 Teams an der Spitze, die dann sehr leistungsdicht sind (Italien mittlerweile auch ausgenommen).

IMO denke ich, dass Ancelotti ähnlich wie Hitzfeld seine Mannschaft weniger am aktuellen Gegner ausrichtet, sondern ihre Stärken forciert. Mit dem Risiko, dass sich ein Gegner auf die wenigen Schwachpunkte konzentrieren kann, weil Ancelottis Team ausrechenbar sind. Wobei das eher ein psychologischer Aspekt ist: Ancelotti passt sich nicht auf Gegner an, Mannschaft denkt, dass man das eh im Sack hat und fährt nur 98% Leistung – unerwartete Niederlage.

Ancelotti wird vermutlich auch in der CL keine riesigen Anpassungen machen, aber die Spieler wissen dann, dass es nun ernst wird und können mehr abrufen, weil sie im „Alltag“ weniger geistig und körperlich gefordert werden, als wenn man in jedem Spiel 100% abruft über 90 Minuten.

Antworten

HK 9. September 2016 um 14:41

Vielleicht reicht als Erklärung für die CL-Erfolge, etwas flapsig, CA’s eigene Begründung: Glück!
Ist jetzt vielleicht gar nicht so weit hergeholt. Er trainiert seit 20 Jahren Topmannschaften bei denen ein CL-Titel immer in der Luft liegt. Bei Real hatte er, wie in diesem Jahrzehnt auch Barca, Bayern, eine VF-Garantie fast egal was passiert. Und dann musst du dich in vielleicht zwei, drei Duellen auf Augenhöhe durchsetzen.
Bei einer so kleinen Anzahl an entscheidenden Spielen kann der Zufall, Glück, Pech oder wie auch immer natürlich massiv zuschlagen. Die eine oder andere SR-Entscheidung gegen dich, dein Stürmer knipst in der entscheidenden Szene vor dem Tor oder nicht, dein Spielmacher oder der des Gegners bricht sich das Bein usw., usw.
Vielleicht war der gute Carlo da einfach nur ein wenig mehr auf der guten Seite der Normalverteilung des Zufalls als andere.
Hätte z.B. nicht Ramos 2014 das Spiel gegen Atletico in der letzten Sekunde aus dem Feuer gerissen, wie würde man dann CA’s Erfolge in diesem Jahrzehnt beurteilen? Wohl als eher überschaubar.

Antworten

CHR4 9. September 2016 um 16:45

einer meiner Lieblingssprüche: „einmal ist Zufall – zweimal ist Können!“ 😉

schon komisch, dass genau dieser Ramos im Spiel zuvor (HF-Rückspiel) „zufällig“ auch „glücklich“ zwei solche Dinger gemacht hat …

also prinzipiell ja, im Fußball ist so wie du beschrieben hast, häufig das Glück auch der entscheidende Faktor – aber generell gilt für mich im Sport die devise von Bernhard Langer: „Ja! – Und wissen sie was mir aufgefallen ist? Je mehr ich trainiere, desto mehr Glück habe ich!“ (Antwort auf die Frage eines Journalisten nach seinem Master-Sieg, ob es nicht unheimliches Glück war, den Ball aus einer Astgabel heraus, in einem hohen alten Baum stehend, so gut zu retten.)

Antworten

tobit 9. September 2016 um 17:24

Ramos ist halt herausragend in diesen speziellen Momenten. Immer wenn Real verliert bzw. unter größtem Druck steht, gibts eine Ecke und Ramos macht ihn rein. Ramos ist mental so stark, dass er immer in diesen Momenten alles richtig macht.
Das ist etwas, was dem BVB z.B. letzte Saison gefehlt hat – das Wissen und der unbedingte Glaube nochmal einen machen zu können, und sei es reingestolpert.
Ich bin sonst sehr ablehnend gegenüber dieser Psychoanalyse-Geschichte, aber bei Ramos ist es zu auffällig um es zu ignorieren.

Antworten

DonAndres 10. September 2016 um 17:27

Ich denke, dass die CL in bestimmten Situationen einfacher zu gewinnen ist als die Liga. Wenn es in einer Liga 3 oder 4 Topmannschaften gibt, die in etwa gleich stark sind, wird dennoch die minimal konstantere Mannschaft 8 von 10 Titeln gewinnen. Denn durch diese Konstanz kann man verlässlich ein paar Punkte mehr als die Konkurrenz holen.

Aber in der gleichen Situation wird die minimal konstantere Mannschaft nicht in 8 von 10 Fällen in der CL weiter kommen als ihre Konkurrenten aus der eigenen Liga, weil es eben ein KO-Wettbewerb mit einer ganz anderen Balance ist. Und ich glaube, dass Milan und Real zu Ancelottis Zeiten genau solche Mannschaften waren (sind), die zur absoluten Spitze gehörten, aber die in Sachen Konstanz nicht ganz mit den Konkurrenten in der Liga mithalten konnten (Juventus, Inter, Barca, Atletico – auch wenn Atletico gegenüber Barca im Grunde in derselben Situation ist).

Ich finde also, dass Ancelottis CL/Liga-Bilanz mehr über seine Clubs aussagt als über ihn als Trainer.

PS: Was das Beispiel Atletico angeht – sie spielen jedes Jahr um den CL-Titel mit und sind auch in der Liga weit oben mit dabei, aber können die Liga nur unter sehr unwahrscheinlichen Umständen gewinnen wie 2014. Eine Situation wie damals wiederholt sich nur alle 10 Jahre, gerade wenn man auf den Formverlauf der Titelkandidaten zurückblickt. Aber in der CL haben sie jedes Jahr eine Titelchance und sie haben nur mit sehr viel Pech beide Finals verloren.

Der FC Liverpool unter Benitez war ein weiteres Beispiel für dieses Phänomen.

Antworten

talisker 1. September 2016 um 17:31

Schön, dass sich so viel um Taktik und den Vergleich Guardiola/Ancelotti dreht. „Karlchen“ ist ein feiner Kerl, der gut mit anderen kann, besonders bei den Bayern scheint seine Art sehr gut anzukommen. Allzuviel an Guardiolas Grundkonzept wird er garantiert nicht ändern, da er eineVergangenheit unter bzw. mit Sacchi hat. Diesen empfinde ich von der Spielanlage her als direkten Vorgänger des Guardiolaschen Dominanzfussballs. Über eine Aufklärung bzgl. sicher vorhandener feiner Unterschiede würde ich mich freuen.
Ganz generell aber wundert mich eines: In den letzten Jahren war immer mehr die Rede davon, dass es gilt, Räume zu schaffen, zu besetzen und zu bespielen. Überzahlsituationen zu schaffen, Anspielstationen zu haben. Dazu müssen sich die Spieler irgendwie koordiniert auf dem Platz bewegen. In der Saison 2012/2013 hatte Heynckes Robben und vor allem Ribery soweit, dass sie die Notwendigkeit einsahen, auch geordnet nach hinten zu arbeiten. Das Ergebnis ist bekannt – den Bayern war nicht beizukommen, natürlich auch, weil Verletzungen in dieser Sason praktisch ausfielen. Jetzt reden einige „Experten“ plötzlich von „Freiheit“ und „gelösten Fesseln“. Was werden diese Experten denn sagen, wenn die Gegner (und sicher nicht erst Real oder Barca im Halbfinale der CL) die gewährten Freiheiten in der Bayernformation ausnutzen und die Bayern ständig auskontern?

Kann es sein, dass Kommentatoren wie Scholl den Denkansatz mit den Räumen überhaupt nicht verstehen?

Antworten

tobit 1. September 2016 um 18:34

Scholl versteht das sowieso nicht – und will es wohl auch nicht (zumindest bringt er sich immer so rüber).

Die Bayern machen aktuell eine Veränderung durch, die es auch bei Barcelona nach Pep (und Tito) gab (mit zwischenzeitlicher „Krise“). Die generelle Idee des Ballbesitzes als Mittel bleibt erhalten, aber es wird nicht mehr so genau auf die „Mikropositionierungen“ der einzelnen Spieler geachtet. Es gab im Supercup eine Staffelung mit abgekipptem Alonso und rechts herausgekipptem Vidal ohne besetzten Sechserraum, die schön zeigte wie wichtig eben diese Mikropositionierungen sein können. Bayern konnte sich dort nur unter höchstem Druck rauswinden, während man unter Pep nur einen simplen Pass gebraucht hätte.
Durch diese „unkonzentrierten“ Momente können aber auch immer wieder Staffelungen entstehen, die für den Gegner völlig unbekannt und noch schwerer zu verteidigen sind – das Ausspielen erfordert hier aber eine höhere individuelle (und Improvisations-)Qualität der beteiligten Angreifer. Das wirkt dann „freier“, ist aber auch anfälliger für Scheitern sowie abhängiger von Einzelspielern wie Ribery oder Robben.

Um diese improvisiertere Spielweise ähnlich erfolgreich zu gestalten, fehlt den Bayern möglicherweise ein Balancegenie (im Mittelfeld), das solche Situationen auch ohne klassische Einzelaktionen auflösen könnte. Gerade Xabi, Vidal und Hummels würden enorm von einem solchen Spieler profitieren, da sie ein sehr klares und dominantes Spiel entwickelt haben. Boateng, Lahm und Thiago können das phasenweise, Kimmich hat das Potential dazu, sind darin aber nicht so gut wie Weigl oder Busquets. Spieler mit diesen Fähigkeiten, die auch sonst individuell nicht abfallen, sind leider brutal selten.

Antworten

Gh 4. September 2016 um 11:52

bayern wird sich wohl recht gut auf die überragende endverteidigung verlassen können, eine qualität, die guardiola ja so gut wie brachliegen ließ, die einem aber mal erlaubt, im positionsspiel fünfe gerade sein zu lassen um den gegner ein paar köder liegen zu lassen. ancelotti wird also den ein oder anderen ballverlust gar nicht so negativ sehen. ball landet bei hummels, boateng oder neuer ist kein schlechter start für einen konter.

Antworten

tobit 8. September 2016 um 20:34

Die überragende Endverteidigung von Boateng und Co hat er auch gebraucht (und genutzt), aber halt eher schon in hohen Zonen. Wenn man als Gesamtmannschaft so hoch steht, zieht das halt auch die letzte Linie nach vorne.
Endverteidigung heißt zumindest für mich nicht nur der Teil, wo man tief am/im 16er steht. Klar ist sie da am auffälligsten, da ein Abschluss/Tor allein schon durch die Kameraposition eher in Reichweite scheint als bei ähnlichen Situationen 20 Meter weiter vorne.

Antworten

Gh 9. September 2016 um 11:27

ja, gut, ich unterscheide schon zw. Gegenpressing durch meinetwegen die letzte Linie und Endverteidigung. Der Unterschied ist für mich, was der Gegener gerade macht: sich gerade von Abwehr zu Angriff umorientieren oder in den letzten Zügen des Angriffs sein. Ancelotti will Platz für seine Spieler, den gibts, wenn man den Gegner auch mal kommen lässt.

Antworten

Koom 9. September 2016 um 13:00

Etwas, das Guardiola ja überhaupt nicht ertragen konnte: Gegner in der eigenen Spielhälfte. Die meisten, die mit Guardiola als Trainer wenig anfangen konnten, störte genau das: Keinerlei Rhytmuswechsel. Selbst bei den seltenen abgefangenen Kontern wurde dann nicht das Chaos beim Gegner genutzt, sondern der Ball erneut quergeschoben. Das Maschinenartige daran mag halt nicht jeder, so durchaus beeindruckend es auch sein mag.

tobit 9. September 2016 um 15:37

Kann ich aber schon verstehen, dass man den Gegner nicht bei sich haben will. Wie oft fällt denn ein Tor aus der eigenen Hälfte? Den Gegner also da zu halten, wo er gar nicht erst aufs Tor schießt ist die beste (und schwierigste) Art zu verteidigen.
Klar limitiert das die eigenen offensiven Möglichkeiten, da man eben nicht durch offene Räume marschieren kann – wenn man aber auch noch fast immer den Ball hat, bekommt man auch ohne Konter genug gute Chancen für 1 oder mehr Tore.

Zum Rhythmus: den haben die Bayern schon Mal geändert, aber halt nie so krass wie einige andere. Die Pressinghöhe und Intensität hat sich schon je nach Spielstand verändert – fällt halt bei 70% BB weniger auf als bei 50%.

CHR4 9. September 2016 um 16:16

Gh und Koom stimme ich da zu – wobei ich gegen die Passmaschine gar nicht prinzipiell was habe: beim Hintenrauskombinieren unter Druck (statt Ball nach vorne schlagen) und zur Sicherung einer Führung finde ich diese Maschine schon Zucker (leider hab ich sie gerade auch bei der Sicherung einer Führung vermisst, dann wenn ich sie mir am meisten gewünscht hätte, z.B. 28.04.2015)
das einzige, was mir sonst außer dem bereits Genannten gefehlt hat, war die Kreativität bei offensiven und das sichere Gefühl bei defensiven Standardsituationen

Gh 9. September 2016 um 16:23

Um mal eine Parallele aus dem Boxsport zu nehmen: Ali war spektakulär, weil er sich nicht scheute, mal die Rübe zu präsentieren, damit der Gegner offensiv wird und er dann kontern kann. Dabei hat er dann auch öfter mal eingesteckt.

CHR4 9. September 2016 um 16:38

@ tobit: den Gegner da zu halten, wo er gar nicht erst aufs Tor schießt, muss aber weder heißen, dass ich ihn in seiner Hälfte halte, noch, dass ich den Ball habe!
Die meisten Treffer werden nach wie vor aus dem Strafraum und kurz davor erzielt. Es funktioniert daher durchaus auch den Gegner mit Ball über die Mittellinie kommen zu lassen und gerade im letzten Drittel gute Chancen zu verhindern
Paradebeispiel ist für mich natürlich das hier:
http://de.uefa.com/uefachampionsleague/season=2013/matches/round=2000350/match=2009609/postmatch/index.html

Ballbesitz: 37% – 63%
aufs Tor: 9 – 2
am Tor vorbei: 4 – 2
Ecken: 11 – 4

tobit 13. September 2016 um 16:14

Klar fallen die meisten Tore direkt am Strafraum, aber es ist wesentlich wahrscheinlicher (würde mal auf Faktor 10-20 tippen), dass jemand ohne Anspielstation (in aussichtsloser Situation) aus 30 m mal Richtung Tor schießt und trifft, als wenn er die selbe Situation in 60 m Torentfernung erlebt.
Das hat für mich zwei Gründe: Einen auch nach 60 m noch harten Schuss abzugeben erfordert Kraft – also Zeit – und jeder weiß, dass ein Treffer auf ein besetztes Tor aus der Entfernung fast unmöglich ist, also versucht man eher sich noch weiter nach vorn zu spielen und verliert den Ball – es gibt also gar keinen Torschuss.
Die seltenen Durchbrüche hinter die letzte Linie sind bei größerer Torentfernung auch besser zu kontrollieren, da Boatengs Beschleunigungsnachteil weniger ins Gewicht fällt und er einen Offensivspieler mit höherer Wahrscheinlichkeit einholen kann, außerdem hat Neuer mehr Zeit seine Position anzupassen. Auch die anderen Spieler haben mehr Zeit für ihren Rückweg, den sie durch den geringeren Beschleunigungsanteil am Weg „schneller“ zurücklegen können.

Ich halte diese Art zu verteidigen deshalb für langfristig überlegen – man braucht dafür aber tatsächlich die Besten der Besten, weil die Spieler sonst zu oft Fehler machen, die sie nicht immer korrigieren können.
Dass man auch anders sehr erfolgreich sein kann, streite ich in keinster Weise ab. Ich sage ja auch, dass es die offensiven Möglichkeiten begrenzt und daher für Stabilität und Durchschlagskraft hohe Ballbesitzwerte nötig sind.
Aktuell sehe ich weltweit zwei bis fünf Teams, die so verteidigen könnten. Bayern, Real (ohne CR7 als Flügel) und PSG, BVB und Barca mit Abstrichen. Allen anderen fehlt die Schnelligkeit und/oder taktische Ausbildung/Stabilität der Verteidiger oder schlicht die individuelle Klasse. Zusätzlich traue ich nur wenigen anderen Teams zu in dieser Ausrichtung konstant Durchschlagskraft zu erzeugen.

CHR4 14. September 2016 um 00:58

ich mache mir da auch keine große Sorge um Schüsse aus 60m, diese Tore gibt es, aber halt extrem selten … (mein Leibeling ist da immer noch der zu lange jubelnde H.-J. Butt 😉 ) – ABER: worüber ich mir die letzten drei Jahre leider enorm Sorgen gemacht habe: wenn ich soweit aufgerückt bin, habe ich nur noch wenige Leute hinten und darf dann keinesfalls eine 1:1 Situation mit nem Mismatch zwischen Verteidiger und Stürmer bekommen – und da hab ich leider die schmerzlichen Tore in entscheidenden Spielen direkt im Kopf, bei denen genau das immer wieder vorkam:
Beispiel Nr. 1: Duell Bale – Kroos HF Rück- 2014: Bale nimmt Kroos gefühlt ca. 10m auf 40-50m ab! (Mismatch im Speed)
Beispiel Nr. 2: Duell Messi – Boateng HF Hin- 2015: klar ist Boatend schnell, aber durch seine Größe hat er allein von der Physik (Drehmoment, Massenträgheit) her keine Chance gegen kleine schnelle Dribbler bei Richtungswechseln und Finten (Missmatch in der Wendigkeit)
usw. (ich hör lieber auf, denn das tut echt weh beim Schreiben 🙁 )

in den großen Spielen hast du da Stürmer wie Ronaldo, Bale, Messi, Neymar, Aubameyang, Griezmann – da sieht es für höher stehende Spieler extrem schlecht aus mit dem Aufholen, auch wenn der Weg länger ist

für alle anderen Spiele finde ich die Strategie durchaus ok, und daher halte ich sie auch für IM DURCHSCHNITT für eine der erfolgreichsten, aber generell so zu verfahren und gegen bestimmte Gegner immer wieder diese Mismatch-1:1-Situationen heraufzubeschwören, hab ich mir dann ehrlich gesagt auch lange genug angeschaut

tobit 14. September 2016 um 07:16

Die Situation von Messi gegen Boateng fand aber nicht bei so hohen Verteidigen statt, sondern in einer statischen Situation am Strafraum (wenn wir dieselbe meinen). Dass man in den ganz wichtigen/großen Spielen damit Probleme bekommen kann, so hoch zu verteidigen, sehe ich auch – mir ging es nur drum zu erklären, dass es in sehr vielen Spielen sehr gut funktioniert.
Das nächste Problem ist dann aber gegen alle genannten (außer Auba) sieht einer wie Boateng am Strafraum genauso schlecht aus, da seine Größe/Behäbigkeit hier noch krasser ins Gewicht fällt. Man braucht also auch bei tieferem Verteidigen eine Spezialbehandlung für Leute wie Messi.

Ich habe auch nie gesagt, dass es immer die beste Strategie ist, nur – wie du auch findest – eine sehr gute für sehr viele Spiele.

Gh 14. September 2016 um 08:45

um mal den armen boateng zu verteidigen: messi hat in der situation alle guten karten in der hand. er befindet sich im halbraum, könnte jederzeit abschließen, nach links hin alles frei, zur mitte hin ein zaudernder benatia, der auch nicht mehr groß eingreifen könnte. boateng will wenigstens den durchbruch durch die mitte verhindern, da aus spitzem winkel neuer noch chancen hätte.
das ganze tor war aus bayern sicht eine taktische katastrophe, man rückt auf ohne druck auf die kombinierenden gegner zu erzeugen und ist bald in einer matt in drei zügen position, die von busquets sofort erkannt wird.

CHR4 14. September 2016 um 13:34

ich wollte damit Boateng hier eher verteidigen, er war in der Situation wirklich der ärmste Kerl – ich hab soviele schlechte Kommentare damals gehört, weil er da halt unglücklich aussieht … und habe immer die Meinung vertreten, dass das Team ihn nie in so eine Situation bringen darf, wie von dir (Gh) beschrieben und bin da mit tobit einer Meinung, dass die Behandlung von Messi beim Verteidigen anders gelöst werden muss – ob es dann gleich Messi in cage sein muss, weiß ich auch nicht – aber zumindest einen kleinen wendigen Außernverteidiger oder Mittelfeldspieler sollte man meiner Menung nach immer in seiner Nähe oder zwischen ihm und dem Tor haben

@ tobit: Merci, für die angehme Diskussion 🙂

tobit 14. September 2016 um 15:01

Das Kompliment kann ich nur zurückgeben.
Ich war selbst überrascht, dass gerade Real eigentlich den perfekten Kader für dieses Spiel hat: Eine Zucker-IV aus Ramos und Varane, herausragende Strafraumstürmer (Benz, Morata, CR), passstarke ZMs (Modric, Kroos, …) und AV (Marcelo, Carvajal evtl. Bale, Vazquez) und dazu eine Reihe durchbruchsstarker Offensivspieler (Bale, James, …).


Schorsch 30. August 2016 um 11:22

Gestern am späten Abend habe ich mir im TV auf ’sport1′ die ‚Spieltagsanalyse‘ angeschaut. Dies ist so ziemlich die einzige Sendung dieses Senders, die ich mir ansehe, wenn auch nicht regelmäßig (von dem einen oder anderen live übertragenen Fußballspiel einmal abgesehen). Sicherlich, sehr viel ‚Stammtisch‘ (um diesen ‚Kampfbegriff‘ zu benutzen), die ‚Experten‘ lassen dort mitunter mMn hanebüchene Kommentare ab. Dennoch halte ich die dortige Aufschlüsselung einiger Spielszenen für durchaus interessant. Die gestrige Besetzung (Thomas Helmer, Steffen Freund, Stefan Schnoor) ließ eigentlich nicht so viel Gutes erahnen hinsichtlich Plattitüden und Co.

Aber die Herren haben mich in einem Punkt angenehm enttäuscht bei ihrer Rückbetrachtung des Spiels Bayern – Werder. Aufhänger waren Überschriften einiger Artikel aus diversen Zeitungen (noch nicht einmal ‚Boulevardblätter‘), die eine starke Stiländerung der Bayern unter Ancelotti konstatierten (und mehr oder weder unterschwellig gegen Guardiola stichelten). In ihren Äußerungen stellten die genannten Herren dies allerdings in wohltuend sachlicher Art als nicht richtig heraus und belegten dies anhand von Spielszenen. Auch die Äußerungen zu Guardiola waren angenehm fair. Große Rückschlüsse könne man aus diesem Spiel aufgrund des Verhaltens der gegnerischen Mannschaft ohnehin nicht ziehen. Wahrscheinliche anzunehmende Änderungen Ancelottis entsprachen dem, was in TEs Artikel und diversen Kommentaren hier geschrieben wurde (z.B. hinsichtlich der zukünftigen Rolle der Außenverteidiger). Als hätten die Herren vorher hier hineingeschaut… 😉

Will sagen: Es gibt durchaus differenzierte Betrachtungsweisen auch dort, wo man es vielleicht am wenigsten vermutet. Man muss sie nur wahrnehmen.

Antworten

savona 30. August 2016 um 11:41

Hab ich auch gesehen und dasselbe gedacht. Dann fiel mir ein, dass Freund immerhin auch mal Trainer einer DFB -Juniorenauswahl war, die vor einigen Jahren ein spektakuläres Spiel (ich glaube, um Platz 3 einer WM) zeigte. Und ich fragte mich, warum ich eigentlich überrascht bin, von so jemandem ein sachliches, ausgewogenes Statement zu vernehmen.

Antworten

savona 30. August 2016 um 11:42

Das spektakuläre Spiel: ein 4:3 nach 1:3-Rückstand gegen Brasilien.

Antworten

Schorsch 30. August 2016 um 14:50

Warum dies bei Dir so ist, weiß ich natürlich nicht. Warum dies bei mir der Fall ist, muss ich mir seit langer Zeit immer wieder selbst eingestehen. Und obwohl Selbsterkenntnis der erste Weg zur Besserung sein soll, erlebe ich immer wieder Rückfälle. Weil der Mensch ein Mensch ist.

Ich spreche bei mir von Vorurteilen und Schubladendenken. Mahatma Ghandi habe ich nicht kennenlernen dürfen, der wäre vielleicht ein Mensch gewesen, der sich weitestgehend davon frei machen konnte. Ansonsten bin ich noch niemandem begegnet, der nicht voller Vorurteile stecken würde und in Schubladen denkt. Besonders ausgeprägt empfinde ich dies häufig bei Menschen bzw. Menschengruppen, die lauthals solches Denken bei anderen sehen, bei sich selbst allerdings nicht oder nur wenig ausgeprägt. Kann man sehr häufig im akademischen Bereich beobachten. Aber natürlich nicht nur da.

Antworten

savona 30. August 2016 um 15:55

Wenn Du es so beschreiben kannst, wird es schon nicht so schlimm sein. Viel lernen kann man in dieser Hinsicht auch durch den Umgang mit Menschen mit Handicap. Güte, Witz, unverblümte Offenheit, Willensstärke und einen ausgeprägten Sinn für Humor können einem da begegnen und regen dazu an, Menschen und Dinge nicht immer hauptsächlich vom Defizit her zu beurteilen.

Antworten

Schorsch 30. August 2016 um 17:57

Dem kann ich nur zustimmen.

Antworten

Koom 30. August 2016 um 13:02

Helmer ist ein sehr angenehmer Moderator geworden. Von Freund wusste ich auch schon, dass der fachlich nicht schlecht ist. Sehr erfreulich, dass man im Fernsehen mal einen dezidierten Umgang mit diesem Thema bekommt. Wäre wünschenswert, wenn man das so durchziehen könnte. Gerade in diesem Punkt finde ich die Öffentlich-Rechtlichen im Schnitt eine Frechheit: Tiefster Boulevard-Stil, keine Ahnung von nichts.

Antworten

Schorsch 30. August 2016 um 18:09

Vieles liegt bei den ÖR im argen, das sehe ich auch so. Allerdings gibt es mMn auch Lichtblicke. Ich finde z.B., dass sich die Aussagen Oli Kahns als ‚Experte‘ durchaus geändert haben; ich höre da schon mittlerweile treffende Kommentare (aus meiner Sicht jedenfalls). Auch Oliver Schmidt zeigt mMn durchaus fachliche Kompetenz, wenn er ein Spiel live kommentiert. Allerdings hat er sich mittlerweile auch dieses ‚Schreien‘ angewöhnt, dem ich persönlich nichts abgewinnen kann. Ist aber Geschmackssache. Meistens höre ich dem ganzen aber ohnehin nicht zu. Kurz vor dem Spiel einschalten, nicht allzu lange danach abschalten. Wenn man mit mehreren schaut, muss man sich sicherlich dem ‚Mehrheitsentscheid‘ beugen, ob man z.B. den Kommentator leise dreht oder nicht.

Antworten

tobit 30. August 2016 um 18:47

Das ZDF macht das ganz gut mit Welke und Kahn, die für alle Spiele zuständig sind und sich da auch gut ergänzen. Auch im ASS sind mit Voss und Breyer zwei kompetente und eloquente Moderatoren im Einsatz, die ich gerne mal in der live-Berichterstattung sehen würde. Müller-Hohenstein kann ich als Moderatorin einfach nicht abhaben, die wirkt immer unsicher und gekünstelt – da schalte ich sofort weg und kann zur fachlichen Qualifikation deshalb nicht viel sagen.
Die ARD hat mit Opti, Bommes und Delling drei Moderatoren im Wechsel aber nur einen Experten, der auch noch ziemlich Banane ist. Opti und Bommes könnten den Part von Scholl locker mitmachen, da der nichts anmoderiert und fachlich überfordert ist. Delling ist nur noch der Reservist für die anderen beiden und ab und zu als Reporter (z.B. im Teamhotel) oder bei anderen Sportveranstaltungen unterwegs. Mir würde da Zeigler als Vollzeitexperte mal gefallen – das wäre dann halt Arbeitsteilung in allen Bereichen zwischen Opti/Bommes und Zeigler. Oder man fragt mal einen jüngeren Ex-Spieler wie Hitzlsperger an, der bei seinen Besuchen immer gute und eloquente Antworten zu den aktuellen Themen geben konnte – da gäbe es ja einiges an Auswahl, auch wenn die meisten nicht das Bayern-Gen haben, das wohl unabdingbare Vorraussetzung für eine Anstellung bei den ÖR ist.

Antworten

Koom 8. September 2016 um 17:53

Welke-Kahn empfinde ich durchaus als Ideal derzeit. Kahn gibt sich sehr viel Mühe, den Experten zu geben, dabei aber mit einer angenehmen Lässigkeit, die man aus seiner aktiven Zeit nicht kannte. Finde ich sehr gut. Und Welke ist kein Experte, dafür ein überragender Moderator, der fantastisch rhetorische Bälle zuspielen oder auch mal verwandeln kann. Und auch spontan schlagfertig und gewitzt ist.

Das krasse Gegenteil dazu ist für mich Opdenhövel und Scholl. Opdenhövel ist ein Abziehbild von einem Moderator, der nur seinen Plan durchziehen kann und auf spontane Aktionen nicht reagieren kann. Und Scholl gibt den verbissenen Experten und Spielerdestruktivkritiker und haut BILD-druckreife Sätze raus und vernichtet dabei Menschen. Und zeigt immer wieder, dass er als Experte komplett untauglich ist, indem er auch einfache Dinge nicht erklären kann. Letztlich eine schlimme Urform eines Stehtribünenfans mit 3 Bier intus: Laut, proletenhaft, null Ahnung.

Antworten

tobit 8. September 2016 um 20:29

Kahn hat sich echt gemacht – am Anfang war das nicht viel besser als Scholl, aber in den letzten 2 Jahren hat er sich deutlich weiterentwickelt. Er ist quasi vom jungen, inkonstanten Talent zum gestandenen Fernsehexperten geworden. Gerade im Ausdruck seiner Meinung hat er sich gesteigert und spricht sehr angenehm und flüssig, ohne die Kahn’sche Klarheit abgelegt zu haben.
Opdenhövel ist einer, der seine Moderationskarten braucht – vor dem Spiel klappt das ganz gut, wenn er nur kurz die Einspieler anmoderiert, nach dem Spiel hängt er (auch mangels Fussballsachverstand) öfter in der Luft – und wird da von Scholl eiskalt hängen gelassen.
Bommes finde ich dagegen ziemlich gut in der Nachberichterstattung, weil er der bessere „Talker“ ist. Er kann mit verschiedensten Charakteren ein Gespräch führen und in eine bestimmte Richtung leiten, während Opti eher mal abrupte Themenwechsel vollzieht. Auch von der „sportlich/fachlichen“ Seite gefällt mir Bommes besser, da er einen klaren Hintergrund als Sportler und Sportjournalist hat. Ihm würde ich auch eine Ein-Mann-Moderation zutrauen, da er in beiden Bereichen ausreichend bewandert ist.
Möglicherweise könnte man da dann wechselnde Experten explizit zu einzelnen Spielen oder Themen – Schiedsrichter (nicht nur den Fehlentscheidungslegitimierer wie bei Sky), Statistiken, Training, Taktik (=>SV-Autoren!) … – dazuholen, um mal einzelne Sachverhalte etwas tiefer zu beleuchten. Sowas hat die ARD ja bei der EM mit Packing versucht, sind aber auf der einen Seite übers Ziel hinausgeschossen (zu oft/unpassend eingebaut) und an anderer Stelle nicht weit genug gegangen (unzureichend erklärt/zu stark vereinfacht).

Antworten

Koom 9. September 2016 um 12:58

Das ZDF hat das ja mit Stanislawski gemacht/versucht. Nicht ideal, aber ordentlich. Einen Klopp kriegt man halt nicht gebacken. Aber der Gedanke ist auf jeden Fall sehr gut, die Umsetzung ist grundsätzlich auch gelungen, es braucht nur jemand, der klarer auf den Punkt kommt als Stanislawski.

Bei Bommes kann ich dir nur zustimmen. Drängt sich nicht in den Vordergrund, kann gut Smalltalk und überleiten, klammert sich nicht an (s)ein Script.

Opdenhövel arbeitet hingegen nur das Script ab. Themensprünge sind da bei ihm nicht spontan, sondern von vorneherein geplant und werden auch durchgezogen, selbst wenn anderes interessantes diskutiert werden könnte (wie bspw. Scholls „Dreierkettedreierkettedreierkette“-Debakel). Einfach untauglich der Mann. Als früheres Gladbach-Maskottchen hätte ich da mehr Liebe und Leidenschaft zum Fußball vermutet, aber vielleicht fehlt ihm dafür auch die Nonchalance, die Welke tonnenweise hat.

Im Grunde ist die Kombination aus Experten und gutem Moderator schon i.O. Delling/Netzer waren anfangs auch nicht schlecht, später spielten die aber nur noch ihre Rollen und „alten“ Sketche nach, das war nicht mehr authentisch und echt. Scholl würde bspw. ein Welke gut tun, auch wenn Welke ihn dann manchmal einfach sauber im leeren Raum verhungern lassen würde. 😉


PeterVincent 29. August 2016 um 19:04

Ich erwarte gar keine Überraschungen von Carlo mehr.
Hitzfeld wurde vom Kicker mal „der Berechenbare“ genannt;
Carlo zähle ich mit in diese Kategorie Trainer.

Die wichtisten Änderungen sieht man seit dem 1. Training konstant durch die gesamte Vorbereitung bis zum letzten Spiel gg. Werder:

(i) klassische AVer-Rollen, linearer als unter Pep, auch offensiv Breite geben, hinterlaufen, Kombinationen.
Man könnte da von einer Asymmetrie (Alaba/Lahm) sprechen, wobei Lahm weniger vertikal agiert und dafür der RZM dann offensiv Breite gibt, damit der RA reinziehen kann.
(ii) variablere OA, die nicht mehr (wie zuletzt unter Pep) an der Linie kleben (siehe (i)).
(iii) Weniger hohes, konstantes und intensives (Gegen-)Pressing
(iv) mehr Aktionen aus einer tieferen Stellung (mehr Spieler hinterm Ball, tiefere Positionen),
woraus – wenn der Gegner mitspielt (wie SVW) – mehr Konteraktionen entstehen

Glaubt jemand ernsthaft, dass sich diese Muster nicht durch die Saison ziehen werden?
Ich nicht. Wir werden unter Carlo mE keine Überraschungen erleben.

Lewy, Müller, Boateng, Alaba, Lahm, Neuer, Thiago, Vidal und Ribery sind mE sowieso gesetzt (Schonungen etc. sind irrelevant).

Ribery——————-Lewy——————-Müller(Coman/Costa/Rob)
——-Vidal(Thiago)————-Thiago(Müller)—–
———————-Alonso(Vidal)————————
Alaba—-Hummels/Javi—–Boateng——-Lahm
————————–Neuer——————————

Die einzig noch interessante Frage ist mE, ob Carlo weiter auf ein starkes Dreier-ZM setzt oder einen ZM für einen RA opfert und Müller in die Mitte zieht. Da konnte man in der Vorbereitung leider zu wenig Rückschlüsse ziehen, weil Coman, Costa und Robben zu viel fehlten. Wenn es Flexibilität geben wird, dann mE zwischen starkes ZM vs. vierter Stürmer.

Die SV-Artikel werden mE also deutlich langweiliger als unter Pep. 😛

Antworten

CHR4 30. August 2016 um 00:45

Frage zu (ii): Robben und Ribery haben unter Pep an der Linie geklebt? oder meinst du damit die Zeit als Co/Co gespielt haben und Rib/Rob verletzt waren?

#confused

Antworten

koom 28. August 2016 um 21:31

Belangloses, aussageloses Spiel und trotzdem fast 70 Kommentare. Ich bitte darum, generell diese Guardiola-Ancelotti-Diskussion mal einschränken. Bspw. bei Spielen, wo es wirklich um Taktik geht. 😉

Antworten

HK 29. August 2016 um 13:29

Ja diese ganze Guardiola-Thematik versperrt nur den Blick für die aktuellen Entwicklungen.
Die wirklich brisante Frage ist doch ob Ancelotti seinen Vertrag bei Bayern verlängert und vor allem wann. Ich hör da sehr wenig von ihm und meiner bescheidenen Meinung nach sieht ein Bekenntnis zum Verein ganz anders aus.

Antworten

CHR4 30. August 2016 um 00:50

liegt denke ich hauptsächlich daran, dass es Bundesligaspiel 1 unter neuem Trainer war, da ist natrülich die Veränderung zum Vorgänger Thema – denke, wenn dieses Spiel an Spieltag 10 stattgefunden hätte, sähe es anders aus

ich warte sehnsüchtig auf die Spiele, wo es wieder mehr um Taktik geht 😉 – Dortmund-Mainz hatte ich mir mehr von versprochen 🙁

Antworten

Carsten 30. August 2016 um 01:06

ich hab gerade ca 1.000 Worte als Antwort getippt auf deinen Kommentar geschrieben Koom. Am Ende hab ich doch alles geloescht.
Wie kann man denn traurig sein ueber 70 Kommentare bei einem belanglosen Spiel, statt zu sagen: 70! Kommentare bei einem belanglosen Spiel! Geil. Gut davon ist nicht jeder Kommentar eine neue Taktik Weissheit und SV-Power User wie du kennen jetzt schon die immer gleichen Argumente zu Pepi und Ancelotto aber mein Gott was solls. Immerhin wird diskutiert. Keine Beleidigungen, kein Muell wie Gruen ist besser als Rot. Ich finds super und wer nicht kann doch einfach ueber die sich wiederholende Diskussion drueber scrollen ist ja nicht so schwer.

Antworten

FCB 28. August 2016 um 18:16

Kann euer Fazit nicht ganz teilen und finde es auch nicht auf den Punkt gebracht.
Ancelotti hat bereits sehr vieles geändert, er hat an den Stellschrauben gedreht, an denen Guardiola bereits vor 2 Jahren hätte drehen müssen. Mehr ist auch gar nicht nötig. Dass Bayern auch weiterhin auf Ballbesitz setzt ist klar, nur mit Ancelotti wird auch auf die restlichen Komponenten des Spiels zurückgegriffen.
Die Spieler haben jetzt wieder mehr Freiräume und können unter Ancelotti ihr ganzes Potenzial abschöpfen, was unter Guardiola nicht mehr der Fall war. Deshalb kann man durchaus sagen und es war auch gefühlsmäßig gegen Bremen der Fall, dass die Spieler befreit von Guardiolas Taktikkorsett sind.
Finde ich sehr schwach von euch, dass ihr Ancelotti’s Änderungen unter den Tisch fallen lässt und etwas abwertet, nur um Guardiola in einem besseren Licht dastehen zu lassen.

Antworten

Onil 29. August 2016 um 09:06

So ist das halt bei den Guardiola-versifften Lügenmedien ;-(

Antworten

TE 29. August 2016 um 13:47

Ancelotti selber sagte, dass er vieles beibehalten möchte und nur einzelne Stellschrauben verändern will. Genau das steht im Fazit. Ich weiß nicht, was ich unter den Tisch fallen lasse oder abwerte. Ansonsten ist diese ganze Guardiola-Ancelotti-Taktikfessel-Diskussion nach einem einzigen Bundesliga-Spiel, und das auch noch gegen Werder Bremen, mühsam. Ist jetzt nicht so, dass unter Guardiolas „Taktikkorsett“ die Spiele gegen Werder Bremen groß anders ausgegangen sind. Dessen Heimspielbilanz gegen Bremen: 2:0 (Pokal), 5:0, 6:0, 5:2.

PS: Ich halte sowohl Guardiola als auch Ancelotti für gute Trainer.

Antworten

FAB 29. August 2016 um 14:57

Ich fand, dass Ancelotti zunächst mal sehr wenig verändert hat. Die von TE beschriebenen taktischen Elemente gab es ja durchaus schon unter Pep zu beobachten. Allerdings wirkte alles ein bißchen weniger Konsequent als bei Guardiola. Dafür entwickelt sich halt etwas mehr Individualität. Das hat weniger mit Taktik, als vielmehr mit der abweichenden Spielphilosophie von Ancelotti im Vergleich zu Guardiola zu tun. Auch die Menschenführung von Ancelotti ist sicherlich etwas anders, was sich eben auch auf das Spiel auswirken dürfte. Insgesamt ist meine Prognose, dass die Bayern in der Bundesliga im Gegensatz zu Peps Zeiten eher mal ein Spiel „vergeigen“ eben aufgrund dieser geringeren taktischen Konsequenz/Disziplin, dagegen in der Champions League ab der KO Runde mit mehr „Leidenschaft“ rangehen, weshalb ich Ancelotti eher als Pep den CL Titel zutraue.

Antworten

Koom 29. August 2016 um 15:06

Das war und ist auch meine Vermutung.

Umformuliert: Ancelotti begibt sich etwas mehr in Abhängigkeit zu den Spielern, in dem er ihnen mehr Freiräume und weniger taktische Zwänge gewährt. Und baut darauf, dass in den großen Spielen dann auch spezielle Einzelleistungen das Zünglein an der Waage sind gegenüber der durchgeplanten Taktikexerzierung von Guardiola, die eben auch in „großen“ Spielen alle Spieler in einem gewissen engen Rahmen hielt, aus dem sie nicht ausbrechen sollten. Wobei die Mannschaft IMO das etwas zu dogmatisch verfolgt hat, anstatt sich gesunde Freiräume zu nehmen, wie es vor allem Robben meistens machte.

Antworten

oskarshamn 28. August 2016 um 06:44

Nur so als Fußnote. Ich fand das langweilige Pep’sche Tiki-Taka im Unterschied zum Rest der Menschheit ziemlich geil und konnte mir das stundenlang ansehen. 🙂

Antworten

Gh 28. August 2016 um 13:05

mal sehen ob skripnik wegen erstes spiel bayern eine woche saisonvorbereitung extra eingeplant hatte.

Antworten

HW 27. August 2016 um 19:37

Aus dem taktisch desolaten Zustand von Werder lassen sich viele Schlüsse ziehen. Allerdings war das bei diesem Duell der erwartbare Ausgang. Die DFL sollte sich fragen ob diese Partie wirklich das Aushängeschild sein sollte um die Bundesligasaison zu starten und international Aufmerksamkeit zu erzeugen. Die letzte Saison hatte schon gezeigt, dass Bremen der denkbar unattraktivste Gegner ist. Insbesondere wenn man eine leistungsstarke Liga präsentieren will.

Antworten

CHR4 28. August 2016 um 16:23

dann mach mal einen Vorschlag als Alternative … Welches Spiel hättest du denn angestezt zum Auftakt?

Wolfsburg, BVB, Gladbach, Leverkusen, Schalke würde ich tendenziell gerne eher an den Spieltagen zw. 8/-12/13 bzw. 25/26-29/30 sehen

Frankfurt, Hamburg, Freiburg, Darmstadt sind für mich auch nicht attraktiver und gehören für mich auch nicht ans Saisonende daher vor Spieltag 8/9 bzw. 25/26

bliebe Köln, Ingolstadt, Hertha, Leipzig, Hoffenheim, Mainz, Augsburg, wovon Ingolstadt schwer einzuschätzen ist mit neuem Trainer und Hertha und Köln mich auch nicht vom Hocker reißen

somit bleiben für mich dann letztgenannten vier übrig

denke aber generell sollte der Supercup als Auftaktpräsentation der Liga gesehen werden und am gerechtesten finde ich generell eine Auslosung der Spieltage, um jegliche Zweifel von Bevorzugungen einzelner auszuschließen

Antworten

HW 28. August 2016 um 21:06

Wenn der Meister schon spielen muss, dann vielleicht nicht gegen einen Abstiegskandidaten.
Berlin, Mainz fallen mir sofort ein.
Klar ist das keine Garantie für ein packendes Duell. Aber bei Werder war doch nur die Vermarktungkatastrophe zu erwarten. Die sind im letzten Jahr deutlich gegen Bayern untergegangen, sie sind (nach dem HSV im letzten Jahr) auch wieder ein Nord-Team. Bremen ist auch kein Team von dem ich jetzt eine Überraschung erwartet hätte. Ich halte diesen Club für die denkbar schlechteste Wahl als Auftaktgegner. Sogar Frankfurt, Freiburg oder Darmstadt hätte ich attraktiver eingestuft.

Wie gesagt, ich erwarte kein Spitzenteam, aber irgendwas aus dem Mittelfeld oder den EL-Plätzen wäre doch sinnvoll wenn man die Liga halbwegs brauchbar präsentieren will.

Antworten

Schorsch 28. August 2016 um 23:24

Warum nicht einen Aufsteiger? Der hat am allerwenigsten zu verlieren ud kann eigentlich nur gewinnen. Es hätte sich in dieser Saison z.B. RB Leipzig angeboten. Weil es um so etwas wie ‚alt‘ gegen ’neu‘ gegangen wäre. Werder mag zwar immer noch als Name einen guten Klang haben, aber die goldenen Zeiten sind nun doch schon länger vorbei. In den letzten 6 Jahren dürfte man sich nur ausschließlich ‚Klatschen‘ gegen die Bayern abgeholt haben, ob auswärts oder daheim. Ein Aufsteiger, der die Chance erhält, sich vor einem großen TV-Publikum zu präsentieren, würde wahrscheinlich nicht ängstlich agieren, sondern diese Chance zu nutzen versuchen. Bei RB Leipzig weiß man, wie sie von der generellen Ausrichtung spielen und der neue Trainer steht auch für ein bestimmtes Konzept.

Antworten

CHR4 30. August 2016 um 01:01

wenn man wirklich Werbung machen will, d.h. die Zielgruppe erweitern / neue Fans ködern will ist da nicht ein Schützenfest mit vielen Torschüssen / Toren evt. durchaus für diese Zielgruppe passend – klar die Spannung, wer gewinnt ist Limes Null, aber im Gegensatz zu den „sowiesoschon“-Fans und den Taktik-Gourmets ködert man neue Leute doch mit nem taktischen Leckerbissen, der 0:0 / 0:1 / 1:1 ausgeht, eher weniger – kommt mir irgendwie so vor, als ob die Gäste sich im Sternerestaurant darüber unterhalten, ob Essen mit viel Geschmacksverstärker geeignet ist, bei ner Fastfood-Kette den Umsatz anzukurbeln, denn „das will doch niemand ernsthaft essen“

Antworten

Schorsch 27. August 2016 um 17:42

Die Analyse TEs und sein Fazit sind treffend und dem ist im Prinzip nichts hinzuzufügen. Die weitere Entwicklung sowohl hinsichtlich Bayern unter Ancelotti, als auch hinsichtlich Werder unter Skripnik bleibt abzuwarten. Das eigentlich spannende am gestrigen Spiel war die Frage, was diese Saison für beide Teams bringen wird (oder was beide Teams diese Saison bringen werden).

Was Werder anbelangt, so herrscht bei mir das Prinzip Hoffnung. Alte Verbundenheit lässt sich nicht abstellen. Was den Blick auf die Realitäten allerdings keineswegs verstellt. Und diese Realitäten sind grausam. Die Hoffnungen ruhen weniger auf der Rückkehr der aktuell nicht zur Verfügung stehenden Offensivspieler. Auch weniger darauf, dass sich der neuformierte Defensivverbund rechtzeitig findet oder sich die Dauerbaustelle des zentralen Mittelfeldes irgendwie flicken lässt. Sondern eher darauf, dass andere Teams in dieser Saison ebenfalls große Probleme bekommen werden und Werder vielleicht am Ende den 15. Platz oder über die Relegation den Klassenerhalt erreichen kann. Darmstadt wird es mMn sehr schwer haben diese Saison, und vielleicht gibt es ja noch 1, 2 andere Clubs mit Problemen. Warten wir es ab. Recht destruktive Hoffnung, dass andere vielleicht genauso schwach oder noch schwächer sind…

Oder Werder zieht rechtzeitig die Notbremse. Denn so sehr ich generell gegen Trainerentlassungen als ‚Lösung‘ von Problemen bin, so sehr muss ich leider die Kompetenz des sympathischen Viktor Skripnik als Trainer eines Bundesligateams infrage stellen. Aber nachdem sich Frank Baumann öffentlich für Skripnik als Trainer ausgesprochen hat, wird man sehr lange mit einer Trennung von Skripnik warten. Es sei denn, man würde bis zum 5., 6. Spieltag mit 0 Punkten dastehen. Thomas Eichin soll ja Kontakte zu Torsten Lieberknecht gehabt haben. Der ist jetzt nicht mehr zu bekommen, wäre in meinen Augen allerdings keine schlechte Wahl gewesen.

Apropos Eichin. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr musste gehen. Sein Auftrag war es, die Personalkosten im Lizenzspielerbereich auf eine bestimmte Größe zu minimieren. Was im Prinzip einem Austausch eines Großteil des Kaders gleichkam. Teure Spieler (oftmals Fehleinkäufe) wurden veräußert, kostengünstige Spieler geholt (inkl. Ausleihen). Operative Verluste sollten durch Transfergewinne im Rahmen gehalten werden, bis die ‚Wende‘ im Personalkostenbereich geschafft war. Maximen waren dabei, zum einen keine Schulden zu machen (‚Festgeld‘ war ja noch vorhanden) und zum anderen, nicht abzusteigen. Beides war knapp mit Ende der letzten Saison erreicht worden. Eichin hat zwar auch das eine oder andere Mal daneben gegriffen (auch bei der Besetzung der Trainerposition mit Robin Dutt), aber mMn insgesamt einen guten Job gemacht. Dass er intern allerdings keine Rückendeckung (außer von Willi Lemke) hatte, konnte man schon einige Male beobachten. Er wollte weder Skripnik als Trainer, noch Pizarro verpflichten. In beiden Punkten haben die Männer im Hintergrund ihn überstimmt. Und auch wieder, als es um die Weiterarbeit mit Skripnik ging. Jetzt ist mit Baumann wieder einer mit Stallgeruch dabei. Schaun mer mal, wie der so seine Arbeit machen wird. Für diese Saison ist ja für Werderverhältnisse einiges an Geld vorhanden gewesen für Spielerverpflichtungen. Wird interessant werden zu sehen, wie die Spieler einschlagen werden, die er verpflichtet hat.

Bei Werder hat es Tradition, dass ehemalige Spieler nach ihrer Karriere im Club andere Funktionen wahrnehmen. Nach der Trennung von Eichin, der als ‚Externer‘ die ‚Drecksarbeit‘ gemacht hat, ist nun mit Frank Baumann wieder ein ‚Interner‘ in der Verantwortung. Eichin hatte nur Willi Lemke (der ihn seinerzeit verpflichtet hatte) als Befürworter. Aber der nach meinem Dafürhalten oft zu Unrecht gescholtene Willi spielt bei Werder keine Rolle mehr und wird nicht mehr für den AR kandidieren. Baumann muss seine faire Chance haben und vielleicht kommt auch alles anders, als ich es befürchte. Aber Werder muss aus meiner Sicht aufpassen, nicht zu einem ‚Inzuchtclub‘ zu werden.

Antworten

HW 27. August 2016 um 19:51

Nach dem Spiel gestern müsste Bremen nicht nur den Trainer, sondern auch viele Spieler entlassen.

Was Tradition ist in Bremen oder nicht ist egal. Andere Clubs haben auch ehemalige Spieler im Management. Mit Erfolg!

Aber die Qualität im Verein ist wesentlich schlechter als vor vielen Jahren. Da kann man lamentieren, oder sich einfach Mal umschauen was Mainz und Co. besser machen.

Antworten

Schorsch 27. August 2016 um 22:58

Mainz macht vieles besser als Werder. So wie Werder früher vieles besser gemacht hat als viele andere Clubs. Aber Heidel, übrigens wie Lemke ein Nichtfußballer, wusste immer, dass die Einhaltung der eigenen Linie nur in Verbindung mit der stetigen Erneuerung den kontinuierlichen Erfolg gewährleistet. So wie man dies in Freiburg auch weiß. Werders Misserfolg begann im Erfolg, noch in der Ägide KATS.

Bei Bayern haben sehr viele ehemalige Spieler Funktionen im Club im Laufe der Zeit übernommen. Aber außer Uli Hoeneß, Franz Beckenbauer und Kalle Rummenigge keiner an den entscheidenden Positionen. Bei Bayern arbeiten Vollprofis im Hintergrund, die keine Bayern-Fußballvergangenheit haben. Beim BVB ist es übrigens nicht ganz unähnlich. Bei Werder sind an allen entscheidenden Positionen Seilschaftsmitglieder, sozusagen ‚alte Kameraden‘ aus Club und Stadt. Externer Sachverstand hat es sehr, sehr schwer an der Weser. Das bezieht sich auch darauf, sich an anderen Modellen zu orientieren. Der Bremer Kosmos hat einiges für sich, ist aber auch eng begrenzt. Vielleicht ist es kein Zufall, dass ein Rouven Schröder, kaum ein Jahr bei Werder, sofort die Chance bei Mainz 05 ergriffen hat.

So schlecht war das ‚Spielermaterial‘ Werders in jüngster Vergangenheit nicht. Wie sich die Neuerwerbungen machen werden, kann man jetzt noch nicht genau sagen. Allzuviel Grund zum Optimismus sehe ich da allerdings nicht. Jahrelang war es ein großes Manko Werders, dass aus dem eigenen Nachwuchs kaum jemand eine feste Größe im Profibereich wurde. Mir fallen da nur Hunt und Bargfrede ein. Solange die Transfers gelangen, war auch alles ok. Bis dies eben nicht mehr der Fall war. Man war sich einig, dass dies geändert werden muss, gerade bei der finanziellen Situation Werders. In der letzten Saison stufte Skripnik, dem schon von einigen Profis gesagt wurde, was er im Training machen solle, dann aber bis auf Grillitsch sämtliche jungen Spieler zurück. Ich hoffe nur, dass ein Eggestein kontinuierlich aufgebaut werden wird. Denn sonst ist der schneller fort, als es den Bremern lieb sein kann.

Noch zu Viktor Skripnik: Ein sympathischer Mann, der im Nachwuchsbereich bei Werder durchaus seine Meriten hat. Vielleicht ist er ja auch der Trainertypus, der im Nachwuchsbereich gut aufgehoben ist. Aber so schlecht fast alle Werderaner gestern auch waren, es ist immer noch der Trainer, der für Spielweise, System, Taktik zuständig ist. Ich habe nicht irgendetwas wie eine ‚Linie‘ bei Werder erkennen können. Gegen den Drittligisten Lotte war es im DFB-Pokal nicht anders. Und Skripniks Änderungen haben alles nur verschlimmbessert. Die Spieler, die man jetzt hat, die hat man nun einmal. Daran lässt sich jetzt nichts mehr ändern. Was man braucht ist jemand, der aus diesem ‚Spielermaterial‘ das beste macht, um nicht abzusteigen und vielleicht sogar Weichen in eine längerfristig positivere Zukunft stellt. Und wenn es erst einmal das ‚Busparken‘ im eigenen Strafraum ist, statt krampfhaft einer alten ‚Werderphilosophie‘ nacheifern zu wollen, ohne die Kompetenz und Besetzung dafür zu haben. Bei aller Sympathie, Viktor Skripnik ist dies für mich nicht und ich sehe bei Werder intern auch keinen besseren Kandidaten.

Antworten

tobit 27. August 2016 um 23:29

Es ist wirklich interessant, dass die einzigen „Externen“ in der sportlichen Leitung fast gleichzeitig den Verein verlassen und – nachdem Eichin jahrelang alle Transfererlöse sofort abgeben musste – jetzt plötzlich Geld für teure Spieler zur Verfügung steht. Bauer und Kruse sind mit 3 und 7,5 Mio. ja mit das teuerste seit dem Ende der Allofs-Ära. Klar hat man diesen Sommer nochmal mehr Geld eingenommen, trotzdem hat Werder da ganz schön viel in wenige Spieler investiert – noch dazu auf Positionen, wo ich nicht unbedingt den ganz großen Bedarf gesehen hätte.

Skripnik wirkt auf mich immer wie eine schlechte Nachmache von Schaaf – lange im Verein, unfähig hinten ein Konzept einzustudieren und vorne abhängig von ein, zwei guten Individualisten.
Im Sommer hörte man ja auch gerüchteweise von einem Zerwürfnis zwischen Skripnik und wichtigen Spielern (u.a. Junuzovic), die bei Verbleib des Trainers angeblich gehen wollten.

Antworten

Schorsch 28. August 2016 um 12:02

Auch Eichin hätte in dieser Transferperiode dieses Geld für Transferausgaben zur Verfügung gehabt (einige in der Wintertransfersperiode eingefädelten Wechsel sind dabei durchaus als ‚Vorgriff‘ auf die jetzige Saison zu sehen). Der Grund ist relativ simpel. In der abgelaufenen Saison hat Werder erstmals wieder (und das war eines der Ziele, auf die Eichin verpflichtet war) einen Gewinn im operativen Geschäft erzielt. Bei fast aufgebrachtem ‚Festgeld‘ mussten somit zum einen keine Schulden gemacht werden (eiserne Maxime Werders seit Lemkes Amtsübernahme 1980), zum anderen konnten die Transfererlöse dieses Sommers voll in Neuverpflichtungen gesteckt werden, da sie (zumindest ein Teil davon) nicht zur Verlustminimierung benötigt wurden. Die Spielerverkäufe Werders in diesem Sommer sind z.T. auch noch von Eichin in die Wege geleitet worden. Ein ganz wichtiger Punkt bei Werder, da die Finanzierung des Spielbetriebs aus Spielerverkäufen eine wichtige Rolle spielt. Ziel ist es, relativ junge (zumindest nicht zu alte) Spiler zu einem recht niedrigen Gehalt und zu einer möglichst niedrigen Ablösesumme zu verpflichten.Diese Spieler sollen bei Werder reüssieren und im Idealfall dann so teuer wie möglich verkauft werden (so wie es einige andere Clubs auch praktizieren). Di Santo, Selke oder Ujah wären da Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit. Das bedeutet aber, dass man überwiegend ‚jung / nicht zu alt‘ einkaufen muss. Ein ‚alter‘ Einkauf kann bei dieser Vorgehensweise sicherlich auch mitunter richtig und wichtig sein, sollte aber eher die Ausnahme darstellen. Insofern sind die aktuellen Spielerverpflichtungen z.T. mit einem gewissen Fragezeichen zu versehen. Zumal man in den letzten Jahren kein Glück mehr mit der Verpflichtung von ‚Schwererziehbaren‘ hatte… 😉

In der letzten Saison hat sich schon so einiges intern zwischen einzelnen spielern und Skripnik abgespielt, das ist kein Gerücht. Auch nicht, dass es dabei um die fachliche Kompetenz des Trainers ging. Junuzovic wollte definitiv gehen und Werder hätte ihn wohl auch bei einem guten Angebot ziehen lassen. Peter Stöger vom EffZeh hält große Stücke auf seinen Landsmann Junuzovic und er hätte vom Bedarf her auch gepasst in Köln, auch die PL war im Gespräch. Aber zum einen hat Juno eine bescheidene EM gespielt und zum anderen war er dafür wohl den Interessenten dann doch zu teuer, zumal er auch schon 29 ist. Nicht auszuschließen. dass sich da jemand verkalkuliert hat.

Ich selbst habe es begrüßt, dass man Skripnik eine echte Chance gegeben und nicht bereits nach den ersten Zweifeln das Trainerkarussel angeworfen hat. Allerdings hätte ich es auch nach den bisherigen Erfahrungen mit ihm als Chefcoach (wobei ich natürlich nicht die tägliche Trainingsarbeit beurteilen kann) für richtig gehalten, ihn zur neuen Saison abzulösen. Wobei er ja auch gewissen Zwängen unterworfen ist, die es ihm schwer machen. Aber er scheint mir von seiner Persönlichkeit (soweit mir eine solche Beurteilung zusteht) nicht derjenige zu sein, der sich gegen Widerstände durchsetzen kann. Jahrelang wurde er im Nachwuchsbereich als kommender Trainer der Profimannschaft aufgebaut. Quasi als der neue Thomas Schaaf. Er sollte dabei immer auf den ‚typischen Werder-Spielstil achten. Als Dutt dann zur Disposition stand, wollte Eichin Bruno Labbadia verpflichten. Damit ist er gegenüber den Clubgranden gescheitert. Viele meinten damals zurecht, ich persönlich habe dies anders gesehen und sehe dies noch anders. Skripniks Versuche, so etwas wie den ‚typischen Werderstil‘ zu implementieren (mit ‚Raute‘) endeten in einem Wirrwarr aus Systemen, taktischen Marschrouten und Stilen. Irgendwann wurden nur noch lange Bälle gespielt, ein Defensivkonzept war nicht wirklich zu erkennen, vorne halfen zunächst Junos Standards und in der letzten Saison der Alte Mann und der Ball (wobei ich die Verpflichtung Pizarros lange Zeit sehr skeptisch gesehen habe). Für ein Team wie Werder wäre es mMn wichtig gewesen, zunächst eine kompakte, eher defensiv orientierte Spielweise zu implementieren, defensive Stabilität zu schaffen. Z.B. in einem kompakten 4-4-2. Davon ausgehend hätte man dann im Laufe der Zeit peu á peu Elemente entwickeln können, um selbst spielbestimmend auftreten zu können. Das war aber nicht von den Clubgranden gewünscht und ob Skripnik dies hätte leisten können, weiß man nicht.

Vielleicht kommt es ja auch alles ganz anders als von mir befürchtet und Skripinik gelingt es, ein schlagkräftiges Team zu formen, um mit Werder diese Saison nicht gegen den Abstieg spielen zu müssen.

Antworten

Schorsch 30. August 2016 um 22:50

Zumindest hat Werder kurz vor Toresschluss noch auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Die Verpflichtung Serge Gnabrys ist sicherlich mehr als ’nur‘ eine Reaktion auf den etwas längeren Ausfall Kruses oder die Fragezeichen hinter Pizarro, wieviele Spiele er denn noch so schafft in einer Saison. Oder dass man mit Kainz noch nicht so recht zufrieden ist. Dann hätte es eine Ausleihe auch getan, sei es von Arsenal oder von Bayern, zu denen Gnabry ja nach den Meldungen des heutigen Tages zunchst wechseln sollte. Aber er erhält einen Vertrag bis 2020. Etwas verwirrend alles heute diesbezüglich, und ob Bayern tatsächlich keine Rolle spielt, wie Frank Bauman betont, weiß ich auch nicht.

Aber egal, ein Coup ist die Verpflichtung schon für Werder. Ein Verstärkung im defensiven/zentralen Mittelfeld wäre mMn zwar für wesentlich dringlicher gewesen, aber immerhin. Jetzt darf man gespannt sein, auf welcher Position Gnabry eingesetzt werden soll (eine gewisse Variabilität bringt er ja mit), welche Rolle er wahrnehmen soll und wie er mit seinen Stärken eingebunden werden soll (und wie man seine Schwächen neutralisieren will).


Dr. Acula 27. August 2016 um 15:50

danke für die analyse TE! der titel trifft es eigentlich ganz gut.
Finde es beängstigend, wie die medien gegen guardiola hetzen und noch beängstigender, dass es durchaus anklang findet. der böse böse guardiola ist wie der russe. verteufelt, dämonisiert und verhöhnt. aber die dummheit der menschen ist eben unendlich und so lebt die mehrheit im irrglauben, dass so eine leistung unter guardiola nie möglich gewesen wäre. davon, dass bremen mit dieser leistung vermutlich sogar in der 2. liga massive probleme hätte, kein wort. hoch lebe der sportjournalismus. hip hip

Antworten

CHR4 27. August 2016 um 16:53

@ Dr. Acula: Pep ist jetzt bei Manchester, wenn du ihn vermisst schau dort oder erfreue dich daran, wieviel von ihm immer noch im FCB-Team steckt – du bist gerade ganuso mießepetrig, wie du es anderen vorwirfst …
schaun wir doch einfach mal nach vorne: Wie hat dir das Spiel gefallen unter Aneclotti? Was hältst du von Rhythmuswechseln im Pressing? Wie findest du es, das jetzt mehr das Mittelfeld für die (tiefe) Zirkulation zuständig ist und nciht mehr Alonso und die IV?
Wenn du wieder bessere Laune haben möchtest, solltest auch jetzt mal nach vorne schaun!

Wer die Arebit von Pep nciht zu würdigen weiß, mit dem muss man sich nicht beschäftigen – trotzdem sollte es erlaubt sein, dass eine taktische Ausrichtung mit Formationswechseln und Rhythmuswechseln im Pressing von Leuten als abwechslungsreicher empfunden wird. Es geht mir nicht um besser oder schlechter … auch die 2015-Bayern hätten die Werderkogge ähnlich versenkt. Aber das ist halt Geschichte …

Antworten

tobit 27. August 2016 um 17:57

Ja – nur werden Rhytmuswechsel im Pressing von vielen doch überhaupt nicht wahrgenommen und von den Sportjournalisten auch nicht als Veränderung angeführt (weil nicht gesehen), sondern die angeblich defensivere Ausrichtung mit „weniger“ Ballbesitz.
Am Ende der Saison wird Bayern wieder über 60% Ballbesitz haben und Durchbrüche meist über die Flügel erzeugt haben – aber das ist ja dann ein völlig anderer Stil gewesen, weil da nicht mehr der „Ketten-Guardiola“ sondern der „Spielerversteher-Carlo“ an der Seitenlinie stand. Im zweiten Jahr wird man dann anfangen diesen für die Langeweile der Liga oder den ausbleibenden Championsleague-Titel zu kritisieren und die Geschichte wiederholt sich.

Antworten

HW 27. August 2016 um 19:52

Außer Bayern gewinnt die CL und der BVB die Liga.

Antworten

tobit 27. August 2016 um 21:50

Dann werden sie ihn kritisieren, weil er die Bundesliga unterschätzt bzw. nicht ernst genommen habe. Oder er wird zu früh entlassen um lange kritisiert zu werden (dann wird er auch später weniger kritisiert werden).

Dieser Mechanismus lässt sich übrigens fast überall anwenden – bei Bayern sind nur Medienpräsenz und Fallhöhe extremer.

Antworten

Dr. Acula 27. August 2016 um 23:20

so siehts aus. gut auf den punkt gebracht. wir alle sollten anfangen, diesen immer beschissener werdenden journalismus zu kritisieren. wer jetzt sagt, so ist das nun mal und die mehrheit will das sehen, der sollte sich fragen, wie angenehm die pre- und post-match-berichterstattung wäre, wenn beispielsweise ein TE als experte auftreten würde… dann würde ich auch nicht wie gestern um punkt 20:30 einschalten, um 21:15 schnell wieder wegschalten, um 21:30 wieder hin und sobald ich sehe, wie der schiri die pfeife in den mund nimmt für den abpfiff direkt wieder weg.

Antworten

CHR4 28. August 2016 um 02:20

mir persönlich ist relativ egal, was die Journalisten so schreiben, solange hier ein fundierter Austausch möglich ist – aber ich kann euch verstehen, Kritk ist wirklich angebracht, ich werde meine Zeit allerdings nicht da invertsieren, da nach meinem Gefühl die Mehrheit einfach nur „gut“ unterhalten werden und dabei den Kopf selbst abschalten möchte – das ist bei anderen Sportarten genauso

viel schlimmer finde ich, dass eines der wichtigsten Themen für nachhaltige Finanzen und sozialen Frieden in den Medien nur am Rande behandelt und darüber praktisch nicht diskutiert wird: Die Erbschaftssteuerreform!
Das regt mich auf, alles andere hake ich unter Unterhaltung/Zeitvertreib ab – es ist nur ein Spiel!

Ancellotti werde ich nach den gleichen Maßstäben beurteilen wie Pep, wobei ich überhaupt kein Problem mit 80% Pep beibehalten und 20% Ancelotti hätte (vom spielerischen her), um mal eine Sache zu erwähnen: Qualität und Kreativität bei Standardsituationen … da hat mir mindestens zwei Jahre was gefehlt und wenn das so bleibt, werde ich das genauso weiter kritisieren wie vorher auch, egal wer auf der Bank sitzt …

Antworten

Carsten 28. August 2016 um 02:49

Carlo selbst hat auch eine Meinung warum er entlassen wird. So zumindest in der SZ:
„Man stellt mich ein, damit ich freundlich und ruhig mit den Spielern umgehe – und sobald die ersten Schwierigkeiten auftreten, ist es genau diese Eigenschaft, die als Problem ausgemacht wird. Vielleicht ist das generell der natürliche Zyklus vieler Trainer, dass genau der Grund, aus dem man sie ursprünglich eingestellt hat, am Ende das Argument wird, mit dem man sie entlässt.“
Der Mann kann man ueber sich selbst reflektieren. Herrlich.
Ausserdem ja auch aehnlich zu Pepi (Gut der wurde nicht entlassen aber viele Fans haetten das ja am Ende gerne getan hehe) der wurde ja auch als Taktik-Meister geholt und am Ende wird er so wenig gemocht weil er zu viel Wert auf Taktik (Ketten) und so legt.

Antworten

CHR4 28. August 2016 um 03:08

@tobit: ob die Journalisten die Rhythmuswechsel im Pressing erkennen ist MIR schnuppe – ICH möchte sowas sehen und habe es genauso vermißt, wie Dr. Acula die Pressing-Duelle mit Tuchel fehlen werden 😉

Antworten

R10 27. August 2016 um 15:25

Ich denke zu Bayern gibt es nach gestern nicht viel neues zu sagen. Klar, einige von Ancelottis Ideen sind sicher schon zu sehen, aber das war erst das zweite Pflichtspiel, zudem fehlen diverse Spieler verletzt und auch die EM-Fahrer sind ja noch nicht so lange im Training. Hinzu kommt, dass das gestern leider nur ein Trainingsspiel vor 80’000 Leuten war. Insgesamt also wirklich nicht aussagekräftig. Was ich aber erwähnen will, ich habe Thiago als so stark wie selten zuvor gesehen. Viele Ballkontakte, viele Zweikämpfe und weniger Schnick-Schnack. Ich hoffe, dass die Trennung von Guardiola nun endlich dafür sorgt, dass er sein Potenzial voll abrufen kann.
Zu Bremen bleibt leider auch nicht so viel zu sagen. Der Rauswurf von Eichin anstatt Skripnik, war wohl der Anfang vom Ende für die Bremer. Zudem haben sie mit Vestergaard die einzige Konstante in der Abwehr verloren. Die traditionell schwache Defensive ist somit noch schwächer geworden. Ich finde das Tor von Ribery zeigt ganz gut, dass eigentlich kein erkennbarer Plan im Abwehrverhalten zu sehen war. Zuerst steht Müller völlig frei auf der rechten Strafraumseite und anschliessend steht wiederum Ribery unbedrängt am Elfmeterpunkt. Ich denke, dass es dieses Jahr für die Bremer leider runter geht. Unter Skripnik ist leider wirklich kein System oder keine taktische Verbesserung erkennbar und offenbar kann er die Mannschaft nicht mal mehr was den Einsatzwillen anbelangt motivieren. Das Bode und Baumann nun an ihm festhalten müssen ist wohl klar, ansonsten verspielen sie sich ihre Glaubwürdigkeit komplett. So leid es mir für die Bremer tut, aber dieses Jahr sieht es ganz nach dem Abstieg aus. Dass bereits am ersten Spieltag eine völlig desorientierte und mutlose Elf ohne Selbstvertrauen aufgestellt werden muss, kann kein gutes Zeichen sein.

Antworten

Rasenschiller 27. August 2016 um 14:11

Danke für die Analyse. Sehr treffend. Aussagekraft ist gering. Bremens drei wichtigste Offensivakteure fehlten, dazu eine umeingespielte Abwehr und die Talente (Eggesteins, Grillitsch) sind noch nicht so weit. Ich hatte 5:0 getippt, fast alle anderen im Tippspiel ähnlich. Warum die DFL so ein Spiel ansetzt, ist mir ein Rätsel. Generell haben die Bayern nach allen (!) CL-Spielen ein Heimspiel und einen Spielplan wie gemalt für einen ordentlichen Vorsprung in der Hinrunde. Schalke übernächste Woche ist durch Olympia, Trainerwechsel, späte Neuzugänge auch nicht in Topform.
Kontrastprogramm: BVB spielt jetzt gegen noch nicht EuroLeague-belastete Mainzer und ist Gast beim ersten Buli-Heimspiel der Leipziger. Undankbar.

Ansonsten bin ich gespannt, wie Vidal/Alonso gegen starke Gegner funktioniert. Ob es manchen Gegnern gelingt, das größere Risiko in der Staffelung zu bespielen und wie das In-game-coaching von Ancelotti ist.
Einige Spieler sind zudem verletzungsanfällig, mal sehen wie dasin puncto Fitness mit dem Kader über die Saison funktionieren wird.

Antworten

HW 27. August 2016 um 20:43

Für Schalkes späte Transferaktivität und den Trainerwechsel kann die DFL nichts. Dazu haben auch die Bayern den Trainer gewechselt.

Trotzdem schreit die Ansetzung nach negativer Kritik.

Antworten

Tocovsky 27. August 2016 um 13:28

Woher kommt/kam eigentlich dieser regelrechte Hass auf Guardiola? Erinnert mich irgendwie an die Schulzeit, als man sich über die Streber lustig machen konnte, um seine eigene Unfähigkeit zu pathologisieren.

Aller Voraussicht nach wird also Bayern unter Ancelotti insgesamt wieder etwas „normaler“ spielen und riskantere Staffelungen bzw. Angriffsmuster wählen, sowie des öfteren tiefer verteidigen. Das wird vermutlich „spannender“ zum Zusehen, aber auch instabiler für die Bayern. Ich prognostiziere mal, dass sie mehr Gegentore erhalten werden, als unter Guardiola. Dafür schießen sie vielleicht mehr Tore, mal schauen.

Antworten

kendaw 27. August 2016 um 15:15

Auf deine frage hast du schon selbst geantwortet.

„Erinnert mich irgendwie an die Schulzeit, als man sich über die Streber lustig machen konnte, um seine eigene Unfähigkeit zu pathologisieren.“

Antworten

HW 27. August 2016 um 19:59

Ich glaube es liegt auch daran, dass man jetzt über einen Trainer reden kann, der nicht mehr da ist. Als Guardiola neu in der Liga war, wurde er wie ein Wunderheiler behandelt. Jetzt ist er in England und kümmert sich kein Büschen um die deutsche Presse. Für die deutsche Öffentlichkeit ist es dagegen gerade hip, auch weil Guardiola so ein einfaches Ziel ist. Er kann jetzt in der Bundesliga nicht mehr das Gegenteil beweisen. Dass Ancelotti wahrscheinlich mit Bayern ganz vorne landet, ist für einige Guardiola Kritiker eine self forfilling prophecy. Dass Bayern aber unter Guardiola drei Titel am Stück, scheinbar Mühelos, gewonnen hat, wird dabei geflissentlich verschwiegen. Ist eh alter und kalter Kaffee.

Antworten

tobit 27. August 2016 um 15:20

Ich glaube es liegt vornehmlich an zwei Dingen:

Einerseits an den Kommentatoren/Moderatoren/Experten und deren Vorstellung wie Fussball zu sein hat – nämlich ein Kampfsport. Dabei soll es eben nicht technisch hochwertig sein, sondern der der mehr kämpft/will soll gewinnen (deutsche Tugenden und so). Diese Idee von Fussball als Rauf- und Runter-Gebolze wie in den dunkelsten Stunden des deutschen Fussballs scheint in der Gesellschaft und entsprechend auch in der Medienlandschaft immernoch sehr tief verwurzelt zu sein.
Wenn dann eine Mannschaft sich dieser „deutschen“ Spielidee dermaßen offensichtlich widersetzt und damit auch noch erfolgreich ist, kommt das nicht gut an.

Andererseits liegt es an der völlig überzogenen Erwartungshaltung an Guardiola doch gefälligst bei einem Dreijahresvertrag auch dreimal das Triple zu holen – er sei schließlich der beste Trainer der Welt mit dem besten Kader der Welt. Das ganze muss natürlich auch spielerisch überzeugend und leicht aussehen, sonst wärs ja nicht Guardiola-like.

Also erwartete man von ihm alle anderen technisch/spielerisch überlegen abzuschlachten, aber gleichzeitig genau das nicht zu tun, sondern seine Idee des Fussballs zugunsten des „deutschen“ Fussballkampfes aufzugeben – Schizophren, oder?

Dazu kommt, dass er bei Pressekonferenzen sein Missfallen an den Boulevard-Fragen kaum verhehlen konnte und auch quasi keine Interviews gab – alles natürlich zum Missfallen der (Boulevard-)Journalisten – und er als Person zuerst gar nicht, dafür später umso mehr hinterfragt wurde (Katar-Verbindung, Götze-Scheitern, …).

Antworten

CHR4 27. August 2016 um 17:02

interessanterweise hat man zum Schluß nichts mehr gehört von der Presse zum Thema „der arme Götze versauert auf der Bank“ – bei Guariola hatte es Gründe (Verletzung, vorher mit am häufigsten gespielt), bei Löw saß er bei der EM dann auch draußen: Reaktion/Beschwerden/Mitleid: Null! und der „böse“ Tuchel soll ih nauch im Supercup draußen gelassen haben: Medien-Echo: Fehlanzeige!

Klares Fazit: mehr Spielverlagerung lesen! weniger „Massenmedien“ konsumieren! 😉

Antworten

Guergen 27. August 2016 um 19:07

Die Götze-Geschichte war ja schon damals lächerlich. Als die Sportjournalisten schrieben: Der arme Götze bekommt vom Jogi Vertrauen, während der böse Pep ihn auf die Bank setzt, da war das schon damals Unsinn. Lustig ist nur, dass man die beim Fußball-Pöbel eigentlich unbeliebte Person Jogi nutzt, um Pep noch schlechter zu reden.

Das Problem ist natürlich einerseits, dass sich Pep dem deutschen Kampffußball verweigert und mit seiner eher intelektuellen Art nicht unbedingt ankommt. Viel problematischer ist aber, dass sich die Medien vor Guardiolas Ankunft regelrecht vor dem neuen Supertrainer in den Staub geworfen haben, aber Guardiola hat ihnen dafür nichts gegönnt, war nicht dankbar. Weder der wilde Carlo vom Kicker noch einer der unzähligen Sportbild-Dödel hat ein Exklusiv-Interview bekommen, bei PKs war Guardiola genervt, weil nicht über Fußball geredet wurde. Ancelotti dagegen hat jetzt schon lustige Interviews gegeben, hauptsächlich übers Essen. Daraus lassen sich Storys stricken. Der Fußball im Sinne des Sportjournalismus ist in Deutschland, spätestens mit der Übernahme der Übertragung durch das Privatfernsehen, insb. Sat1 mit ran, nicht mehr an Taktik, Spielweise etc. interessiert, sondern an Storys. Am Kampf auf dem Platz, spektakulären Einzelaktionen und das Gerede und Gehampel von Trainern und Ersatzspielern auf der Bank ist auch zentraler in der Berichterstattung als das Spielsystem. Ancelotti ist das egal und er gibt den nervigen Journalisten das, was sie wollen. Guardiola hat sich dem konsequent verweigert. Und wenn man mal die Sportpresse in z.B. Spanien und England dagegen setzt, dann ist die auch unglaublich boulevardesk, schreibt Spieler binnen Tagen hoch und runter etc. Der Unterschied ist aber: Die schreiben mitunter tatsächlich über Fußball (wenn man sich mal die PKs anschaut, dann wird in England neben allem möglichen Unfug auch nach Spielsystemen gefragt, bei Bayern-PKs – und ich habe viele gesehen – kamen fast nie Fragen zum Gegner, zur Taktik o.ä., sondern nur zu Verträgen und geplatzten Hosen. Ich hab das teilweise ungläubig vor gesessen und mich gefragt, was diese Leute überhaupt machen. Das ist aber auch ein Unterschied in der Journalismus.Tradition. Es gibt in Deutschland kaum kompetenten Sport-Journalismus (wer in Deutschland zum Sport- oder Regional.Ressort kam war meistens zu schlecht für Politik, Wirtschaft oder Kultur) reine Sport-Magazine in England, Spanien, den Niederlanden oder Frankreich füllen zwar auch Seiten mit Mumpitz, aber auch mit viel Kompetenz. Hier hat man die Taktikexperten von SV.de und Doping- und Sportpolitik-Leute wie Hajo Seppelt (von der ARD ja teilw. geschasst) oder Jens Weinreich und ein paar Fuzzis die über Fußballkultur-Berichten und dann aber meistens nur zitiert werden, wenn es darum geht: „Wie reagieren die Fans von Verein A auf Ereignis X)“, das war es aber. Ein Medium wie die L’Equipe sucht man hier vergebens.

Das Problem ist dann auch, dass die Besserwisser vom kicker und der Bild sich auch noch ungeheuer ernst nehmen, der britische Sport-Boulevard nimmt sich nicht so ganz ernst, da gibt es zwar auch viel Müll, aber häufig mit einem Körnchen Salz, während hier jeder Mist mit deutscher Ernsthaftigkeit behandelt wird.

Und die ARD hat mit Scholl jetzt noch genau den Typen als Experten, der auch immer wieder zitiert wird, der dem sehr ernsten Pöbel nach dem Munde redet. Blöde Sprüche über Laptop-Trainer. Mario Gomez, Fesseln u.ä. werden so breitgetreten und erfreulich darüber berichtet.

So lang der Sportjournalismus unbedingt eine „Story“, mit Pro- und Antagonisten bringen will – und dabei auch ganz rasch privatbeleidigt ist, wenn man das Spiel nicht mitmacht, da ist ja nicht nur von Guardiola, sondern z.B. auch von Klinsmann oder Vogts vs. Bild zu reden, wird das auch nix mehr. Ein paar turns in der Berichterstattung, mit 11Freunde ein kultureller und mit SV.de ein taktischer, haben aber den Unfug über Spiele weiter zu berichten wie weiland in den 90er Jahren nicht geändert. Beckmann, Hansch und Wontorra haben in bunten Hemden Rehhagel und Lorant irgendwelche lustigen Meckereien in den Mund gelegt und so läuft es weiter. Schnappt euch in einer Bibliothek mal einen kicker aus den 70er oder frühen 80er Jahren und vergleicht die Berichterstattung mit heute. Irgendwie war damals klar,dass Fußball ein Mannschaftssport ist, jetzt nimmer.

Antworten

koom 27. August 2016 um 18:57

Im öffentlichen Umgang ist Guardiola nicht sympathisch. Er hat gegenüber jedem Mikrofon gerne dreist gelogen (seine ewigen super super toptop-Huldigungen). Kann man als Kritik gegenüber Boulevard auslegen, kann man aber auch einfach scheisse finden. Oft genug klang das eher nach Verhöhnung der entsprechenden Spieler. Zudem war sein Verhalten während des Spiels unerträglich. Gipfelnd in Umarmungen von Linienrichten im laufenden Spiel. Auch das eher eine Geste der Verarschung denn der Anerkennung. Guardiola ist ein exzellenter, kreativer Trainer. Sein persönliches Verhalten ist aber wirklich scheisse.

Und dieser Streber-Vergleich: Ein Streber ist nicht zwingend ein hochintellgenter Superschüler. Sondern oftmals nur ein übler Arschkriecher, der wohlgefällig links und rechts Klassenkameraden opfert für ein Fleißbienchen. Eine falsche Schlange. Der Vergleich passt also durchaus. Gute Noten kann man auch ohne Streber-Verhalten erreichen.

Antworten

HW 27. August 2016 um 20:24

Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich.

Als total scheiße würde ich Guardiolas Verhalten aber nicht bezeichnen. Sicher nicht das was man bei jedem Trainer sieht. Aber scheiße ist was anderes. Trainer sind aber im allgemeinen kein Gradmesser für gutes Benehmen. Das liegt sicher auch an der Komprimierung von Druck, Stress, Leistung und Ergebnis auf 90 Minuten bei gleichzeitiger öffentlichen Zurschaustellung.
Intern ist kein Verein eine grenzenlose Wohlfühloase. Die Bayern waren früher regelrecht stolz auf ihr Haifischbecken.

Antworten

koom 27. August 2016 um 22:21

Zwei Punkte:
1.) Mich nervt ernsthaft die Reduzierung der Guardiola-Debatte auf „die Dummen mögen ihn nicht, die Intelligenten verehren ihn“. Das ist halt einfach Quatsch,

2.) Im Vergleich zu den meisten Profitrainern mit Medienpräsenz ist Guardiolas Verhalten falsch und arschig. Mourinho ist sicherlich auch ein Pöbler, aber der wirkt mit seiner Art wenigstens nicht falsch, während Guardiola dir lächelnd verbal den Dolch in den Rücken steckt. Da braucht man sich nicht zu wundern, wenn er generell (!) wenig geliebt wird. Die ganze Diskussion wird ihm sicherlich auch am allerwertesten vorbei gehen, aber darum geht es ja auch nicht.

Antworten

tobit 27. August 2016 um 23:05

Das ist ja gerade der Punkt: Guardiola wurde in den Medien zuerst überhöht um ihn dann genüsslich von diesem Podest herunterzureißen.

Ich stimme dir aber weitestgehend zu, dass Mourinho durch seine Geradlinigkeit (ob das alles immer wahr und ehrlich ist, wage ich nicht zu beurteilen) besser ankommt und Guardiola eine durchaus unangenehme Persönlichkeit ist.
Für mich hat das ganze eine interessante Parallele zu Messi und Cristiano: auf dem Platz ziehe ich jederzeit Pep und Messi vor, abseits davon eindeutig nicht.

DonAndres 27. August 2016 um 23:58

Was mich persönlich extrem nervt, ist die künstliche Trennung von „Leidenschaft für den Fußball“ und „Intelligenz“. Es gibt ja viele verschiedene Möglichkeiten, die eigene Leidenschaft für den Fußball zum Ausdruck zu bringen. Dinge wie die häufig angesprochenen mehrstündigen Videoanalysen gehören sicherlich dazu. Nur weil die Leute vom Doppelpass das nicht verstehen, ist es ja nicht gleich falsch.

Aber es ist auch nicht so, dass eine Handlung allein dadurch an Wert gewinnt, dass sie einen intellektuellen Aspekt hat. Als Fußballfan bin ich definitiv dafür, dass Leidenschaft für den Fußball respektiert wird, egal in welcher Form, ohne dass jemand als „zu dumm“ oder „zu nerdig“ bewertet wird.

Dem Vergleich mit Mourinho kann ich nicht zustimmen, denn obwohl ich ihn als Trainer respektiere, gibt es eine Sache, die er anscheinend nicht kann: Den Umgang mit sehr unabhängig denkenden Spielern bzw. Personal. Ich habe immer den Eindruck, dass Spieler, die Mourinhos „alle sind gegen uns“- Mentalität nicht mitmachen wollen, schnell aussortiert werden. Das trifft für mich persönlich zu 100% die Definition von „falsch“ und „arschig“.

Abgesehen davon ist Mourinho sicherlich ein Top-Trainer, der seine Spieler tatsächlich sehr stark unterstützt – aber nur, wenn sie die vorgegebene Mentalität voll mittragen.

Im Gegensatz dazu sehe ich kein Problem mit „super super“ Aussagen über bestimmte Spieler. Das ist doch das mindeste, was man von einem Trainer erwarten kann: Dass er seine Spieler in der Öffentlichkeit stärkt, auch wenn es mal nicht so läuft. Ich glaube nicht, dass die Aussagen sarkastisch gemeint waren. Guardiola äußert Kritik halt lieber intern als in den Medien und ich gehe auch davon aus, dass diese Vorgehensweise für die Spieler fairer ist.

HW 28. August 2016 um 10:08

Deine Aussage ist also: Der eine ist ein Arsch und der andere auch, den zweiten mag ich persönlich nur mehr.

Tja, kann man so sehen. Man kann das aber auch ganz anders sehen.
Beim Verhalten an der Seitenlinie kann ich Guardiola nicht viel vorwerfen. Er umarmt den Schiedsrichterassistenten. Mein Gott, erschießt ihn! Immerhin sticht er nicht seine Finger in die Augen des Assistenten (oder Co-Trainer). Das wäre eine andere Qualität.
Die Auseinandersetzung zwischen Mannschaftsarzt und Trainer wurde bei Bayern zwar auch kontrovers, aber doch besser als bei Chelsea geführt.

Was den Umgang mit den Spielern betrifft, ist das immer eine Gratwanderung wenn man es nur von außen beurteilen kann.
Das Verhältnis von Spielern zu Trainern ist auch immer von persönlichen Präferenzen abhängig. Dass Ribery Trainer lieber mag, die ihm viel Freiraum geben ist keine Neuigkeit. Trotzdem muss das nicht besser für die Mannschaft sein, nur weil Ribery das toll findet.
Wenn Guardiola Spieler in einer PK als Super bezeichnet, dann kann man das nur bedingt ernst nehmen. Genauso wie man Mourinho in PKs nur bedingt ernst nehmen kann. Trotzdem hat Guardiola nicht grundsätzlich Unrecht, die Spieler sind super. Nur müssen sie auch super im Kontext der Mannschaft funktionieren. Ich glaube nicht, dass Guardiola Götze Steine in den Weg gelegt hätte, hätte er gehen wollen. Es lag doch nicht an Guardiola, dass es mit Götze bei Bayern nicht klappte. Phasenweise sah es sogar vielversprechend aus, wenn Götze Mal fit war.

Trotzdem muss ein Trainer harte Entscheidungen treffen. Das bleibt nicht aus und nicht jeder Spieler wird glücklich. Der eine Trainer spricht trotzdem gut über den Spieler, wenn auch oberflächlich (das hat mit Messer im Rücken nichts zu tun). Andere Trainer schieben die Spieler einfach in die zweite Mannschaft. Das kann man gradlinig nennen. Oder auch unfair, weil der Spieler keine Chance bekommt.

Man kann Mourinho lieber als Guariola mögen. Rein objektiv hat Mourinho aber öffter und tiefer ins Klo gegriffen wenn es um gutes Benehmen geht als Guardiola.

HW 28. August 2016 um 10:23

@DonAndres
Mangelnde Leidenschaft kann man Guardiola doch nicht vorwerfen.

Im Gegenteil, es wird ihm doch sogar vorgeworfen zu leidenschaftlich zu sein.

Die Argumentation dreht sich immer so wie die Kritiker es brauchen. Bei Guardiola, Klopp und Co. heißt es, die Spieler verstehen die Zeichen und die Zurufe im Spiel eh nicht.
Bei anderen Trainern heißt es dann, sie würden nicht reagieren oder wären nicht mit dem Herzen dabei.

DonAndres 28. August 2016 um 12:44

@HW
Also ich würde ihm ganz klar keine mangelnde Leidenschaft vorwerfen, aber einige Stimmen gingen definitiv in die Richtung. Ich nenne nur mal die Begriffe „Kälte“, „ist mit dem Herzen nicht dabei“ und so weiter. Von einigen Leuten wurde Guardiola schon als „leidenschaftsloser Taktiknerd“ eingestuft und das hat mich gestört, da es sich hier eben um einen Scheinwiderspruch handelt.

HW 28. August 2016 um 21:15

@DonAndres
Habe dich auch nicht als dieser Typ Kritiker verstanden.

Auf der Seite des Guardian wurde Guardiola aktuell Zitiert wie er über die Kritik spricht. Und was er sagt, könnte auch jeder andere Trainer sagen. Weil nur elf Spieler spielen können, sind einige Spieler einfach unzufrieden. Selbst wenn zwanzig Spieler super trainieren, können nur elf spielen. Und man kann nicht alle drei Tage zehn bis neunzehn Spielern erklären warum sie diesmal nicht spielen.
Die Spieler müssen sowas auch selbst verstehen und nicht ständiges Händchenhalten erwarten. Ein Trainer wie Guardiola rotiert einfach viel und gibt auch genaue Anweisungen. Wenn Spieler damit nicht klar kommen liegt das nicht immer am Trainer.

https://www.theguardian.com/football/2016/aug/27/pep-guardiola-manchester-city-happy-west-ham

Am Ende wird einem Trainer dann vorgeworfen, dass er emotional nicht ganz bei der Sache ist.

HW 27. August 2016 um 20:14

Ich glaube nicht, dass Fußball für die Kommentatoren nach Prinzip A oder B gespielt werden sollte. Es gibt vielmehr bestimmte Methoden zu Berichten. Viele Kommentatoren wenden daher ähnliche Schemen an. Man konzentriert sich nicht mehr aufs Spiel sondern will die Geschichte dahinter bringen. Die aktuelle Geschichte bei Bayern ist Ancelotti (und bei Bremen ist es Skripnik) und die will man bedienen (weil man glaubt der Konsument will das hören/sehen). Daher glaubt man als Kommentator schon nach zehn Spielminuten ein Fazit zur neuen Spielidee der Bayern liefern zu können (das nach dieser Zeit nicht fundiert sein kann). Daher liefert man dann auch nur Vorurteile oder formuliert Erwartungen als Fakten, die (so glaubt man) konsensfähig sind oder die dank anderer Medien schon allgemeine Meinung sind.

Die Übertragung ging mir schon vor dem Spiel auf den Keks. Da wurde alles aus Bayernperspektive aufgebaut (bis auf den kurzen Einschub über Werder, der aber auch nur das bediente was man schon vor drei Monaten wusste). Im Spiel wurde es dann durch Steffen Simon nicht besser. Ancelotti ist nicht so ein wilder Kerl an der Seitenlinie, Ancelotti will dem Gegner auch Mal den Ball überlassen (was man gegen Werder nicht nachprüfen kann). usw. usw. Da wurden alle Klischees, Vorurteile und Erwartungen schon in den ersten 30 Minuten artikuliert. Höhepunkt war die Erwähnung von Packing als Ribery einen tödlichen Pass spielte.

Dabei hätte das Spiel garkeinen Kommentator gebraucht. Es war doch offensichtlich sichtlich, dass Bayern machen konnte was sie wollten. Da hätte Ancelotti auch um 20:00 Uhr mit seiner Frau schick Essen gehen können.
So ein Spiel kann man ohne Kommentar laufen lassen. Ist eh ein Massaker. Das braucht niemand 90 Minuten anzuschauen.

Antworten

tobit 27. August 2016 um 23:15

Ich merke das immer wieder, wenn ich mit älteren diskutiere, dass die Vorstellung von Fussball bei vielen so ist, wie Fussball zu ihrer aktiven Zeit gespielt wurde. Also schnell den Ball hinten raus befördern und danach erst mit dem eigentlichen „Fussballspielen“ anfangen – geht halt in Zeiten von Angriffspressing und Kompaktheit nicht mehr.
Zu dieser Generation gehören auch die meisten Kommentatoren, die dann jede längere tiefe Zirkulation (besonders mit Torwarteinbindung) als riskant und tlw. implizit als überheblich auslegen oder sich bei Gegentoren auf einen Einzelspieler – der „seinen Mann“ nicht gedeckt hat – einschießen.

Klar hat sich da in den letzten Jahren einiges getan, aber ganz weg ist die (Traum)vorstellung von Fussball wie in den 70er/80er/90er-Jahren noch nicht.

Antworten

HW 28. August 2016 um 10:15

Steffen Simon ist doch nicht so alt und auch nicht aus der Hoch und Weit Generation.

Ich sehe eher ein Problem darin, wenn man krampfhaft versucht eloquent, authentisch und Up to Date zu sein. (Nicht nur im Fußball.) Einfach Mal die Klappe halten wenn das Spiel sich selbst erklärt. Aber das geht halt nicht, wenn man so viele Themen zum Saisonauftakt vorbereitet hat und wenn man glaubt ständig was erzählen zu müssen. Es ist momentan leider cool ein Hipster zu sein. Nicht dass Simon einer wäre. Aber man muss jung und frisch sein, so will man den Fußball präsentieren. Wäre auch seltsam wenn man absichtlich altbacken ist.
Leider sind aber manche Spiele einfach altbacken oder ein Klassenunterschied. Da ist Saisonauftakteuphorie eigentlich fehl am Platz.

Antworten

HW 28. August 2016 um 10:18

PS

Authentisch wäre es gewesen, wenn Simon gesagt hätte: „Liebe Zuschauer, erwarten Sie bitte trotz der Vorfreude auf den Bundesligaauftakt nicht zu viel von dieser Partie. Es wäre eine Überraschung etwas anderes als Einbahnstraßenfußball zu sehen.“

Das hätte alle seine Kommentare in die richtige Perspektive gerückt.

Antworten

HW 27. August 2016 um 19:45

Steffen Simon hatte gestern schon nach ein paar Minuten die neuen Bayern durchleuchtet. Meiner Meinung nach ist es etwas zu früh um jetzt schon die Analyse, bzw. das Fazit, zu ziehen. Natürlich wird Bayern in dieser Saison anders auftreten. Das ergibt sich alleine schon aus unterschiedlichen Arbeitsweisen der Trainer. Je mehr Zeit vergeht, umso mehr Unterschiede (oder Entwicklungen) wird man erkennen. Ob das dann erfolgreicher sein wird, muss sich zeigen und hängt von vielen Faktoren ab. Auch von den Gegnern.
Selbst wenn Ancelotti aber die gleichen inhaltlichen Ziele wie Guardiola hätte, würde aufgrund unterschiedlicher Methoden ein anderer FC Bayern entstehen. Trotzdem sollte man am ersten Spieltag nicht schon die endgültige Spielidee erwarten. Alleine der Druck und der Verlauf einer Saison zeigt was wirklich in einem Team steckt.
Das Spiel gestern war eh keine Gradmesser. Aufgrund des Klassenunterschieds war es eher zum Abschalten.

Antworten

CHR4 28. August 2016 um 02:41

genau aus diesem Grund wünsche ich mir eine richtige Europäische Liga und daneben einen europäischen Pokal wie früher – jede Saison mindestens 2x gegen Real, Barca, Atheltico, City, ManU, Chelsea, Liverpool, Arsenal, Juve, Neapel, PSG, Benfica, Porto – für mich der absolute Traum

Antworten

HW 28. August 2016 um 10:28

Ich brauche das nicht. Noch mehr Hype und mit der Zeit eine Betonierung der Vormachtstellung von drei oder vier europäischen Clubs. Da entsteht am Ende die gleiche Schere wie in nationalen Ligen. Außerdem kann die Schwäche von Werder nicht zum Schluss führen die Bayern müssten in eine andere Liga. Werder muss sich bessern oder absteigen.

Antworten

CHR4 28. August 2016 um 15:53

ok, wir sind hier bei den Kommentaren zu FCB-Werder – aber meine Aussage ist nicht von diesem Spiel abhängig – ich würde einfach gern mehr Top-Mannschaften gegeneinander sehen – und zum anderen ist es dringend nötig, die Zahl der Spiele für die Top-Spieler zu reduzieren – und da würde ich lieber auf solche Spiele verzichten (gleiches gilt für die tollen Testspiele der DFB-Elf, bei denen ich erst gar nicht mehr einschalte) – leider ist die Belastung derzeit so hoch, dass mittlerweile meine größte Sorge immer das Verletzungs-Roulette ist

meine Vorhersage ist, dass wir in Zukunft noch mehr und verstärkt, die von der DFL unerwünschten „B-Elfs“ sehen werden – für die großen Vereine macht es zunehmend weniger Sinn ihr Top-Spieler vor wichtigen Partien einem Risiko auszusetzen und viele kleine Vereine arbeuten gelbe Karten ab … – von daher ist so eien Ansetzung der DFL durchaus nachzuvollziehen, klar muss nicht das erste Spiel sein, aber Top-Mannschaft gegen Abstiegskandidat sollte nicht am Ende stehen, sonst bescheren sich die Mitkonkurrenten über Wettbewerbsverzerrung, d.h. ans Ende gehören Spiele Top gegen gesichertes Mittelfeld und kurz vorher die direkten Duelle um die Meisterschaft (macht man die ganz am Ende kann es schon entschieden sein …)

ich halte es auch durchaus für nachvollziehbar, den Vereinen die international spielen, danach nicht noch ein Auswärtspiel reinzuhauen – wieso sollte man da seine Vereine nciht unterstützen – macht man es anders, beschwert sich die Konkurrenz auch wieder nach dem Motto „Die waren noch platt von der englischen Woche.“ Die Verlegung der Bundesliga-Spiele auf So nach ner englischen Woche ist auch nichts anderes

Eine Schere sehe ich auch auf europäischer Ebene, die ist schon längst da. Letzlich ändert sich nur etwas, wenn mal wieder irgendwo frisches Geld einsteigt oder wenn mal jemand im Management oder Trainerbank total daneben haut.

solange die Gelder (TV-/Werbeverträge) nicht „sozialistisch“/sozial/gerechter/gleich verteilt werden wird sich an der Schere auch nichts ändern – dass der Teufel immer auf den größten Haufen scheißt, ist in unserem Wirtschaftssystem so und kann nur durch Regeln der Mehrheit begrenzt werden

Antworten

HW 28. August 2016 um 21:21

Die Zahl der Spiele für die Topspieler reduziert sich, wenn man auf die Einführung des Nationscups verzichtet. Wenn man in der CL-Gruppenphase, Liga und im Pokal rotiert (was beim Kader von Bayern problemlos möglich ist) und wenn man so was wie den Confed-Cup streicht.

Wenn es eine Europäische Super Liga gäbe, würden sich die Spiele doch nicht reduzieren. Im Gegenteil, man erwartet dann von den Spielern noch öfter super Leistung gegen starke Gegner. Außerdem werden die Reisen länger und das ist für die Regeneration schädlich.

HW 28. August 2016 um 21:24

Was die Gelben Karten und Sperren betrifft, bin ich für ein neues System. Jede gelbe Karte sollte nur für eine gewisse Anzahl von Spielen auf dem Sünderkonto bleiben. Kassiert man schnell fünf gelbe Karten, muss man aussetzen. Benimmt man sich ein paar Spiele gut, werden Karten gestrichen.

CHR4 30. August 2016 um 01:11

d’accord: – Nationscup nicht einführen! – check
Confed-Cup streichen! – check
und bei Europäischer Liga + europäischem Pokal für die Topvereine spielen die dann nciht mehr in nationaler Liga und Cup … 😉 => weniger Spiele, aber viel mehr Top-Spiele

muss auch nicht jedem gefallen, versteh das schon – trotzdem darf ich ja träumen …

FAB 30. August 2016 um 13:27

Das mit dem Topspiel ist ja immer relativ. Es gibt ja auch in unterklassigen Ligen spannende und durchaus taktisch hochwertige Spiele.
Der Haken an der europäischen Superliga wäre wohl, dass du dann 100 EUR im Monat bezahlen müsstest um dir die Spiele anzuschauen. Für mich wäre das der Zeitpunkt um komplett auzusteigen und anderen Interessen nachzugehen, als mein Geld in diesen dann noch irrsinnigeren Markt reinzustecken. Davon abgesehen wäre die Euphorie sehr schnell verflogen und ein Bayern-Porto wäre nach 3 Jahren sogar eher noch langweiliger als ein Bayern-Werder.

L 28. August 2016 um 20:56

Am Ende ist es vielleicht viel simpler als wir denken. Heynckes war auch der Triple-Verlierer 2012. Hat aber letztlich doch die CL gewonnen und sich unsterblich gemacht. Es ist finde ich überhaupt keinen Spekulation, wenn ich behaupte, dass Guardiola mit der CL oder gar dem Triple der heilige Pep wäre. Ganz einfach eigentlich aus der Sicht der Medien.

Antworten

CHR4 30. August 2016 um 01:25

mag aus der Sicht der Medien so sein – die Kritkpunkte wäre hier meinerseits aber trotzdem die gleichen – wenn man sich vom Ergebnis löst und mal Prozess orientiert denkt, kann man Spiele, gerade im Fußball, wo eher mal das Matchglück reinhaut – wesentlich entspannter und objektiver beurteilen

Ich hätte es Pep gegönnt dieses Jahr noch etwas weiter zu kommen.
aber genauso fand ich die Saison 2012 in der Champions-League überhaupt nicht schlimm, zwar schade – aber hey am ende haben wieviele cm/Grad am Pfosten gefehlt? – meine Kumpels verstehn es heute noch nicht, wie ich das 2012 so ruhig hingenommen habe, aber für mich war das zu der Zeit die überzeugendste Leistung eines FCB-Teams im Finale seit Jahrzehnten – was aus Chelsea danach zum Vergleich wurde (oder zu Inter nach 2010) ist bekannt … ok, ein Finale im eigenen Stadion gibt es nicht so oft – mir aber schnurz, wo das Finale gespielt wird, gibt auch andere tolle Stadien und Fußball-Geschichstbücher sind mir etwas zu trocken

PS: glaube nicht das Heilige höhnischen Beifall geben …

Antworten

L 30. August 2016 um 13:07

😀😀

Antworten

RadicalEd 27. August 2016 um 11:49

Viktor Skripnik sollte sich warm anziehen. Der Bremer Kader ist bemerkenswert unbalanciert zusammengestellt und Skripnik hat schon letzte Saison gezeigt das er kein Trainer ist, der aus wenig bis nichts etwas kreieren kann.

Bayern kann sich bedanken für einen leichten Aufgallop und die Länderspielpause nutzen um die Rückstände der verletzten und EM-Fahrer aufzuholen.

Antworten

Phil 27. August 2016 um 11:52

Das Traurige ist, dass da gar nicht so viel aufzuholen möglich ist, weil die meisten ja wieder irgendwo beim Länderspiel unterwegs sind.

Antworten

tobit 27. August 2016 um 12:29

Skripnik hätte doch ohne das „Werder-Gen“ den Sommer nicht überstanden. Der ist für mich Topkandidat auf die erste Entlassung der Saison.
Baumann hat ja – anders als Machtkampfverlierer Eichin – im Sommer groß (teuer und alt) eingekauft, trotzdem erwarte ich Bremen ganz tief im Abstiegsstrudel. Alle Hoffnungen ruhen da auf Pizarro und Kruse, die beide (aus verschiedenen Gründen) kaum zu einer ganzen konstanten Saison in der Lage sind.

Antworten

Phil 27. August 2016 um 11:41

Glaubst du, wenn Boateng wieder da ist, dass der Spielaufbau trotzdem hauptsächlich über die die 6er geht? Mit Hummels und Boateng hat Ancelotti doch zwei, die für den Spielaufbau perfekt geeignet sind, oder? Fände ich persönlich zu schade, dass die beiden nur als Absicherung hinten drin stehen.

Antworten

CHR4 27. August 2016 um 17:09

Die dürfen sich von mir aus dann beide vorne gerne bei Freistößen und Flanken mit einschalten, wenn sie hinten als Absicherung „zu schade“ sind. Es könnten aber auch vereinzelt wichtige Spiele kommen, bei denen ich froh sein werde, wenn da eben noch ne Absicherung da ist. Das erlaubt dann eben auch vorne mal „riskoreicher“ (mehr Risiko bzgl. Ballverlust aber eben dann nicht wesentlich mehr Risiko bzgl. Kontertoren) bzw. schneller, imrpovisierter zu spielen.

Antworten

TE 28. August 2016 um 16:29

Ich kann es dir nicht mit letzter Gewissheit sagen. Aber bei den letzten Trainerstationen von Ancelotti (PSG und Real) war der Sechserraum immer relativ voll. Ich kann mir aber vorstellen, dass die IV etwas präsenter werden. Martinez ist ja in dieser Partie auch einige Male vorgestoßen und hat sich seine Freiräume gesucht. Ich kann mir auch vorstellen, dass gerade Vidal bei höherem Gegnerdruck eine vertikalere Rolle einnimmt. Das war gegen Bremen ja schlicht nicht nötig, so drucklos wie diese im Sechserraum agierten und so frei wie diese die Stürmer ließen. Da konnte man ja einfach direkt aus dem Sechserraum die Flügelbälle oder die Vertikalpässe in die Spitze spielen.

Antworten

Daniel 27. August 2016 um 11:25

Bayern- Bremen ist für mich eine fragwürdige Ansetzung der DFL gewesen. Das Eröffnungsspiel ist (national wie international) eines der Spiele mit den meisten Fernsehzuschauern. Ausgerechnet da sollte man nicht die stärkste Mannschaft der Liga gegen die schlechteste (Darmstadt hat zumindest eine funktionierende Defensivstruktur) spielen lassen. Alle Leute, die das Klischee der langweiligen Bundesliga im Kopf haben, werden sich jetzt eins zu eins bestätigt sehen. Bayern gegen Gladbach, Leverkusen, Schalke oder Mainz wäre wesentlich interessanter und für dieses repräsentative Spiel geeigneter gewesen als Bayern gegen Bremen.

Ansonsten hat es der Kommentator tatsächlich geschafft, die unterirdisch schlechte Leistung der Bremer noch zu unterbieten. „Ein Feuerwerk, wie wir es unter Guardiola nie gesehen haben!“ Letztes Jahr gab es gegen den gleichen Gegner ein 5:0, das ist kaum schlechter. Und unter Guardiola gab es Feuerwerke gegen ganz andere Kaliber, z.B. ein 7:1 auswärts gegen Rom. Ich mag Ancelotti ja auch ganz gern, aber Lobhudelei nach diesem Spiel ist bizarr…

Zu Bremen fällt mir nicht viel ein, das war die vielleicht schlechteste Leistung einer Bundesligamannschaft, die ich je gesehen habe. TE hat das ja sehr gut herausgearbeitet…

Antworten

tobit 27. August 2016 um 12:19

Die gesamte Berichterstattung der ARD um das Spiel war doch eine einzige Hetzkampagne gegen den „Ketten-Guardiola“ von dem Ancelotti die Spieler befreit hat. Da war Steffen Simon tatsächlich noch ein Lichtblick, da er sich tatsächlich ab und zu auf das Spiel bezog – auch wenn ich trotzdem etliche „Schnauze Simon!“-Momente hatte.

Vor allem Scholl hat die ganze Zeit nur den einen Satz „Ancelotti hat die Spieler von den Fesseln Guardiolas befreit“ wiederholt – ohne ein einziges Mal wirklich das aktuelle Spiel zu analysieren.
Man muss die Person Guardiola nicht mögen – ich finde ihn auch nicht besonders sympathisch – aber muss das die sportliche Einschätzung dermaßen beeinflussen? Oder haben die Berichten den tatsächlich die völlige Abkehr von Ballkontrolle und Flügelspiel gesehen?

Bayern war ganz okay, die Staffelungen waren nicht so sauber – was durch mehr Personal in tiefen Zonen ausgeglichen wurde – und die Chancenverwertung in der ersten Hälfte war geradezu katastrophal.

Antworten

DonAndres 27. August 2016 um 13:12

Die Debatte „Ancelotti vs Guardiola“ wurde doch schon vor einiger Zeit von einigen Boulevard-Journalisten gestartet (ich denke da an Bild, Doppelpass, etc.). Mit der Zeit sind auch die Leute von ARD, ZDF und Sky auf den Zug aufgesprungen, da es ihnen an Reflexionsvermögen mangelt. Die nehmen halt die vorhandenen „Strömungen“ auf und plappern es dann ständig nach.

Dabei wäre ja Kritik an der Zeit mit Guardiola in Ordnung gewesen bzw. die Aussage „ich finde Ancelotti besser bzw. er passt besser zu den Bayern“. Aber wenn dort ein und derselbe Satz ständig wiederholt wird, ist das einfach nicht ernstzunehmen. Ich bin mir aber sicher, dass dieselben Personen heftige Kritik an Ancelotti üben werden, sollte es mal nicht so laufen. Nach dem Motto „erst hypen, dann draufhauen“.

Antworten

savona 27. August 2016 um 13:32

Genau dies prognostizierte Ancelotti himself gestern im Interview mit der SZ. Um da einen falschen Zungenschlag zu vermeiden, verallgemeinerte er seine Vermutung hin zu der These, Trainer würden mutmaßlich aus denselben Gründen entlassen, aus denen man sie dereinst engagiert hätte.

Antworten

HK 27. August 2016 um 15:50

Diese Prognose ist auch nicht allzu gewagt.
Alles was momentan an CA gehypt wird, wird sich im Falle von Niederlagen gegen ihn wenden.
Da wird der gelassen, souveräne Trainer zum trägen Lethargiker und der die Bayern taktisch entfesselnde zum konzeptionslosen Langweiler.
Alles wie immer halt.

Antworten

CHR4 27. August 2016 um 17:31

Ja.
Ja.
Ja und Nein. den Verwurf „konzeptionslos“ könnte ich mir vorstellen (auch wenn es natürlich Käse ist) Langweiler wünsche ich mir dagegen nicht zu hören. Passt für mich auch nicht zusammen, denn die Folge von Konzeptionslosigkeit wird Chaos sein und das ist alles aber eben nicht eintönig. Und bevor das bestimmte Leute jetz wieder in den falschen Hals bekommen: Hier geht es um den derzeitgen Trainer und nicht um den wohlverdienten ehemaligen …
Ja.

Wie Ancelotti sagt: Er ändert nicht so viel und so sehe ich das auch: Es kann sehr viel gutes bleiben. Ich wünsche mir nur ab und an mehr Pep! 😉

Ich freue mich auf die neue Saison und versuche nun nach vorne zuschauen. In die Vergangenheit zu blicken sollte man nur um Lehren zu ziehen, wo es nötig ist – sonst macht das zurückschauen generell wehmütig, traurig, depressiv. Man sollte im hier um jetzt leben und sich darauf konzentrieren.

DonAndres 28. August 2016 um 00:08

Was mir an möglicher Kritik noch so einfällt:

– altmodischer Italiener
– Vergleich mit Trapattoni
– kann dieser Trainer wirklich noch auf höchstem Niveau arbeiten
– alle Entlassungen aufzählen
– zu wenige nationale Titel gewonnen
– mit PSG nur Zweiter geworden
– abhängig von Starspielern (das klassische Argument)

(Nur um sicher zu sein: das ist alles natürlich nicht meine persönliche Meinung)

HW 27. August 2016 um 20:32

Sinatra hat Mal gesungen: „Flying high in April, shot down in May“

Wenn Anchelotti lange genug bleibt, dann wird er auch Leuten auf den Keks gehen. Vor allem sollte er nicht mit der CL abtreten.
Er gewinnt sie vielleicht sogar, aber wer zu lange bleibt wird angreifbar. Das liegt auch daran, dass sich Trainer und Mannschaft abnutzen. Auf Dauer wird es auch zu langweilig. Anchelotti (und auch Bayern) wäre schlau, wenn sie nach zwei Jahren Schluss machen. (Ich fange das Thema jetzt schon an. Gute Nacht.)

Antworten

Marlon 27. August 2016 um 12:29

wieso dann nicht gleich Supercup auf gestern Schieben und gleichzeitig als 1. Saisonspiel werten?!

Antworten

tobit 27. August 2016 um 12:36

Weil Sky das Spiel kaum unterlizensiert hätte, oder wird das Eröffnungsspiel als eigenes Paket vermarktet? Außerdem braucht man dieses Spiel später als „Endkampf um die Meisterschaft“.

Werder war halt absehbar schlecht – hätte da lieber Leipzig oder Mainz gesehen, die zumindest einen Kampf geliefert hätten. Leipzig hätte man medial auch toll ausschlachten können.

Antworten

Marlon 27. August 2016 um 13:49

genau, gestern war eines der wenigen oder gar das einzigste Spiel der BL-Saison, das im Free-TV lief. die „besseren“ Spiele will man eben hinter der Bezahlschranke halten. daher Bremen

Antworten

CHR4 27. August 2016 um 17:15

Danke Marlon! Man muss es nur einmal deutlich aussprechen!

Oder glaubt wirklich jemand, dass es andere Gründe hat und nicht genauso geplant war?

Antworten

HW 27. August 2016 um 20:38

Niemand erwartet das Saison-Topspiel. Die DFL tut sich mit Meister gegen Abstiegskandidat aber auch keinen Gefallen. Vor allem nach den Auftritten von Werder gegen Bayern in der letzten Saison.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*