Deutschland mit Raumdeuteproblemen

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Deutschland startet stark und lässt dann nach. Polen arbeitet sich zurück ins Spiel und hat sogar Chancen auf den Sieg. Die Offensivstruktur des DFB lässt im letzten Drittel zu wünschen übrig.

Deutschland beginnt druckvoll und taktisch mutig

Schon in der Anfangsphase überzeugte die DFB-Elf. Polens mannorientierte Pressingausrichtung bereitet vielen Mannschaften Probleme. Aufgrund der Mannorientierungen haben sie auf viele Anspielstationen direkt Zugriff, was bei vielen Teams zu langen Bälle und/oder (gefährlichen) Ballverlusten führen kann. Boateng, Kroos und Co. starteten aber nicht nur sehr gut, sondern auch sehr „mutig“.

Grundformationen

Grundformationen

Das Wort wird oft ohne Kontext überstrapaziert, doch hier soll es heißen, dass die Abwehr- und Mittelfeldspieler der Löw-Elf auch unter Druck und bei gegnerischen Mannorientierungen den Ball zirkulieren ließen. Sie liefen sich aktiv frei, spielten schnelle Kurzpässe unter Druck und umspielten die Mannorientierungen mit Doppelpässen, guten Ablagen auf vorstoßende Spieler oder Pässe in offene Räume. Damit offenbarten sie ein Lehrbuchbeispiel zum Überspielen von Mannorientierungen durch gutes individuelles Freilaufverhalten und gruppentaktisches Bewegungsspiel.

Im Mittelfeldband fand man dann auch die offenen Spieler und Räume vor, welche Polen aufgrund der Absicherung in der letzten Linie mit nicht-mannorientierten Spielern freigeben musste. Interessant war hierbei, wie sich die Rollen von Milik und Lewandowski auswirkten. Lewandowski versuchte einen der beiden Innenverteidiger zuzustellen, Milik orientierte sich wiederum am tiefsten Mittelfeldspieler der DFB-Elf. Zusätzlich pendelte Milik situativ immer wieder nach vorne und versuchte dynamisch den zweiten Innenverteidiger zuzustellen. Daraufhin reagierten die polnischen Mittelfeldspieler mit Nachrückbewegungen.

Das scheiterte allerdings weitestgehend. Stand Milik tief, wurde Lewandowski dank schneller Pässe zwischen Boateng und Hummels – unter Mithilfe der Sechser und Neuers – überspielt. Sobald Milik nach vorne rückte, boten sich Khedira, Kroos und Özil flexibel im Zentrum an und bewegten sich auch so, dass eine rechtzeitige neuerliche Mannorientierung nicht konstant zu bewerkstelligen war. Einzelne raumöffnende Bewegungen der Außenverteidiger brachten in der guten Anfangsphase weitere Vorteile gegen das 4-4-1-1 der Polen.

Polen fängt sich

Später spielte Polen vorrangig im Mittelfeldpressing und somit etwas tiefer; dies war jetzt selbstgewählt und nicht aufgrund des deutschen Ballbesitzspiels bzw. des daraus folgenden Raumvortrags erzwungen. Milik und Lewandowski kommunizierten etwas besser, hielten bessere Abstände und waren weniger mannorientiert, während die Mittelfeldspieler im Mittelfeldpressing ohnehin vorwiegend im Raum verteidigen.

Polen hatte dadurch wiederum mehr Ballgewinne, konnte mehr kontern und hatte auch generell wieder mehr vom Ball. Diese Konter drängten Deutschland zurück, dazu musste die DFB-Elf mehr im 4-4-1-1 verteidigen. Das 4-4-1-1 wurde gelegentlich durch das Herausrücken von Khedira und Kroos zu einem 4-1-4-1, allerdings offenbarten sich einige Lücken im Mittelfeld und einige unpassende Abläufe. Das Gegenpressing aus der Angriffsformation nach hohen Ballverlusten schien zuvor nicht nur besser umgesetzt, sondern auch passender gegenüber Polen.

Hier kamen Deutschlands Probleme etwas stärker zu tragen. Die Ballverluste fanden in anderen Situationen statt, dazu wirkte Polen etwas beweglicher. Insbesondere Lewandowski konnte den Ball einige Male gut festmachen. Das wichtigste war jedoch, dass Deutschland gegen die kompakte Polen-Abwehr in deren tieferem Pressing kaum zu Großchancen kam.

Deutschland mit strukturellen Problemen im letzten Spielfelddrittel

135 Minuten bei der EURO (bis zur Halbzeit dieser Partie) hatte Polen ohne zugelassenen Schuss aufs Tor überstanden. Die deutsche Elf war zwar kurz davor gewesen, doch schaffte es ebenfalls nicht. Erst direkt nach der Halbzeit war es Götze, welcher erstmals bei diesem Turnier polnische Torwarthandschuhe testen durfte. Ursache dafür war – trotz des anfangs sehr guten Eröffnungsspiels – das Spiel mit dem Ball im letzten Drittel.

Generell war das Problem keineswegs eine zu geringe Aktivität. Stattdessen lag es eher daran, dass die Aktivität nicht synchron war. Das Timing der Läufe ballferner Spieler passte nicht immer zu den Mitspielern und zu den Aktionen des Spielers am Ball. So gab es in der ersten Halbzeit eine Szene, wo Kroos am Ball eine halbe Sekunde zu spät den Diagonalball auf den gestarteten Müller spielen wollte und abbrechen musste, da dieser sich schon im Abseits befand. Auch in weniger offensichtlichen Situationen im kleinräumigen Kombinationsspiel gab es solche kleinen Mängel – und kleine Mängel wie diese können gegen eine gut am Strafraum verteidigende Mannschaft zu relativer Harmlosigkeit führen.

Neben dieser Unsauberkeit waren es auch die Raumbesetzung im letzten Drittel und die Flügellastigkeit in der Abschlussfindung, welche der deutschen Nationalmannschaft das (Torer-)Leben schwer machten. Immer wieder fehlten im letzten Drittel zentrale Anspielstationen, häufig war Götze isoliert vorne und es gab eine doppelte Flügelbesetzung. Problematisch war ebenfalls Müllers Präsenz bzw. der Mangel davon. Der selbsterklärte Raumdeuter ist zwar durch seine Funktion häufig unpräsent, doch meistens ist dies kein Nachteil. Andere Spieler übernehmen diese Aufgabe, besetzen den Flügel anstatt seiner oder gestalten das Offensivspiel, bis Müller punktuell zuschlägt.

Mit dem in seinem Blickfeld häufig von rechts nach links orientierten Özil, dem isolierten Götze, dem relativ breit bleibenden Draxler sowie dem gelernten Innenverteidiger Höwedes als rechtem Außenverteidiger konnte die DFB-Elf dies jedoch nicht kompensieren. Gelegentlich wirkte die Mitte in den tieferen Zonen sogar überladen, ebenso wie die Flügel in höheren Zonen, ohne konstante Präsenz zwischen den Linien und in den offensiven Halbräumen. Die Erfolgsstabilität im letzten Drittel war darum schwach, einzig Kroos konnte punktuell für diese sorgen, auch wenn er sich wegen seiner Rolle vorrangig auf das zweite Drittel beschränkte. Polen verteidigte also gut und negierte Deutschlands größte Waffe: Thomas Müller.

Wie löst man die Raumdeuterprobleme?

Zur Halbzeit versuchte Löw das zu verändern. Müller spielte nicht mehr konstant als rechter Flügelstürmer, sondern agierte immer wieder im Zentrum. Götze wiederum kam verstärkt über die rechte Seite. Grundsätzlich eine interessante Idee: Götze und Özil können hier kombinieren und enge Kombinationen lösen, gegebenenfalls sogar die Position tauschen, während Müller die gegnerische Viererkette beschäftigt. Dazu kann Müller sich aus der Mitte immer wieder auf die Seite bewegen und Götze besetzt dynamisch die Sturmmitte. Auch Draxler schaltete sich im Spielverlauf verstärkt in diese Rochaden zwischen Götze und Müller ein. Damit wollte Löw vermutlich die Flexibilität im letzten Drittel erhöhen und die polnische Abwehr vor Probleme stellen sowie Durchbruchsmöglichkeiten kreieren.

Eine große Veränderung gab es trotz der taktischen Anpassung nicht. Deutschland war ball- und feldüberlegen, aber Polen kam nach Kontern, einzelnen Angriffen und Standards immer wieder zu einzelnen guten Chancen. Insgesamt hatte Deutschland nach gut einer Stunde mehr davon (10:5), Polen jedoch die besseren. Darum reagierte Löw abermals: Schürrle kam für Götze und sollte noch mehr Vertikalität bringen. Auch die Einwechslung Gomez‘ für Draxler dürfte auf einen ähnlichen Effekt abgezielt haben. Das Problem war allerdings, dass Deutschland begann zu vertikal zu werden. Immer wieder gab es Verbindungsprobleme nach vorne, versuchte lange Bälle in die Spitze, welche an Polens Abwehr scheiterten, und Flanken aus dem Nirgendwo. Häufig fehlte es nun komplett an einer passsenden Besetzung der Mitte oder der Breite – meist gab es nur eines davon zu sehen.

Polen wiederum wechselte erst spät und positionsgetreu, man schien zufrieden mit der generellen Ausrichtung. Der Spielrhythmus veränderte sich kaum: Deutschland griff an, war dabei zu vertikal, Polen wiederum nutzte die kurzen Phasen in Ballbesitz gut und hatte ebenfalls Chancen. Für ein Tor reichte es bei beiden nicht mehr.

Fazit

Polen spielte nicht unerwartet, dennoch fand Deutschland nicht den perfekten Plan dagegen. Milik und Lewandowski ergänzen sich schlichtweg gut, obwohl sie vergleichsweise ähnliche Spielertypen sind. Sie bieten zwei Anspielpunkte für Flanken – ob aus dem Spiel oder nach Standards – und sind beide dennoch recht beweglich, oft anspielbar, aktiv in vielen unterschiedlichen Zonen und stören dennoch nicht das Jagdrevier des jeweils anderen. Diese Stärke der Polen sorgte auch in diesem Spiel für Torchancen – und beide waren auch im Spiel gegen den Ball sehr aktiv. Milik agierte später konstant in tieferen Zonen wie ein fünfter Mittelfeldspieler, trotz seiner Position knapp vor den Sechsern im 4-4-1-1.

Deutschland begann zwar gut, als Polen etwas zu hoch und mannorientiert pressen wollte und überspielt wurde, doch später hatte die Elf von Jogi Löw Probleme. Die Präsenz in den wichtigen Räumen zwischen den Linien im letzten Drittel war nicht passend, die Bewegungen wirkten noch unabgestimmt. In der zweiten Halbzeit wurde dies nicht besser, sondern verschlechterte sich. Die Wechsel sorgten für mehr Vertikalität, aber nicht wirklich für mehr Torgefahr. Stattdessen blieb es bei einer Nullnummer, weil Deutschland nicht erfolgsstabil Angriffe zu Ende spielte und immer wieder Entlastungsangriffe des Gegners zuließ. In beiden Bereichen ist eindeutig Verbesserungsbedarf zu sehen. Boateng sprach von „mehr Laufwege investieren“ nach dem Spiel – das kann man unterschreiben.

CHR4 22. Juni 2016 um 04:27

#Packing: solange man so schwer die Werte findet, interessiert es sinnfrei da groß drüber zu reden – oder benutze ich die falsche Suchmaschine?
– hab derzeit das Gefühl: wenn es passt werden die Werte von Scholli gezeigt und bei Spielen wie Belgien-Italien oder heute (NIR-DE, SPA-KRO) wird das ganze totgeschwiegen

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koko 22. Juni 2016 um 10:59

Die Sinnhaftigkeit des Wertes ist zweifelhaft. Man kann den Ball auch in tote Räume spielen, von wo aus der annehmende Mitspieler nur einen Rückpass spielen kann, und überspielt trotzdem Gegner.

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koko 22. Juni 2016 um 11:02

aus der taz:“Gezählt wird alles, was überlupft wird. Eine Passflanke von Boateng, die an der Eckfahne landet: Acht Ukrainer leiden unter Packing. Neuer schlägt einen Ball nach vorne, Götze kommt zufällig dran: zehn Ukrainer gepacked (sprich: gepäggt). Özil spielt eine Traumflanke zum Tor auf Bastian Schweinsteiger: Nur zwei Gegenspieler gepäggt. Nun ja.“

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koom 22. Juni 2016 um 11:16

Das ist halt wirklich kein sonderlich spannender Wert. Der ist extrem isoliert zu betrachten. Mit Blick auf die Mannschaft macht er sehr wenig Sinn, um ein Spielerprofil zu erstellen schon mehr.

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CHR4 22. Juni 2016 um 16:16

für SPA-KRO hab endlich ich auch was gefunden (350 zu 185, nur Verteidiger überspielt: 40:29), für BEL-ITA immer noch nicht, werde aber auch nicht weiter suchen – ich werde bei der Bevorzugung von ExpG bleiben 🙂

http://www.sportschau.de/uefaeuro2016/spielbericht-spanien-gegen-kroatien-100.html

@ koom: Na, hat die Begeisterung für Kimmich dich jetzt etwas gestreift? 😉

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Koom 22. Juni 2016 um 22:28

Ja, das war eine sehr ordentliche Vorstellung als RV. Natürlich war er defensiv nicht gefordert, trotzdem machte er das gut, spielte gute Pässe. Mal schauen, ob Löw ihn bei einem harten Spiel einsetzt.

AK 23. Juni 2016 um 07:28

Wird es eigentlich noch einen Bericht zu DE – NIR geben???

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HerthaFan 18. Juni 2016 um 09:46

Ich stelle mir manchmal vor, anstatt Höwedes kommt Mitchell Weiser nach Verlagerungen so frei im letzten Drittel an den Ball. Dann weine ich kurz.

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The Soulcollector 17. Juni 2016 um 20:31

Im Moment wüsste ich nur eine Möglichkeit um ein wenig mehr Offensivkraft einzubringen ohne Defensiv an Stabilität zu verlieren. Draxler muss raus, er bleibt zu oft außen auch wenn Özil mal nach links driftet und er eigentlich den 10er Raum oder die Spitze besetzen müsste. Dafür Götze links. Hector hinterläuft ja ganz ordentlich und sorgt ganz gut für Breite, da können Özil und Götze horizontal rochieren. Müller muss dann in die Spitze. Er ist dort näher am Spielgeschehen als auf der rechten Außenbahn und auch er kann sich bei den Rochaden einklinken. Der Spielaufbau bleibt dann weiterhin auf der linken Seite.

Auf der rechten Seite bräuchte man dann einen vertikalen Spielertypen. Das wären dann Schürrle (den ich lieber als Joker hätte), Podolski und Sane. Da das Spiel eher nach links verschoben ist, könnte der Spieler rechts die 1vs1 Situation suchen und so zum Abschluss kommen. Unterstütz von Khedira, der ja auch mit seiner Dynamik glänzen kann. Höwedes wird dann etwas davon befreit vorne für Breite sorgen zu müssen und kann auf Höhe der 6er/8er bleiben. Allerdings bringt das eine ziemliche Asymmetrie mit sich (Spielaufbau und Kombinationen links, Durchbrüche und Dynamik rechts). Und Löw ist ja nicht unbedingt ein Freund solcher Asymmetrien.

Der Vorteil wäre aber, das man wenig Personal tauschen muss und die besten Spieler (Kroos, Özil, Götze, Müller) etwas enger beeinander sind für Kombinationen.

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AK 18. Juni 2016 um 07:11

Macht Sinn, allerdings würde ich im letzten Gruppenspiel ruhig mal einen offensiveren Rechtsverteidiger ausprobieren.

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Todti 18. Juni 2016 um 09:43

Eine solche Lösung erscheint mir aus mehreren Gründen sinnvoll. Zum einen gäbe es das Personal für eine asymmetrischere Ausrichtung: Hector, Götze und Özil (wie von dir beschrieben) auf der Seite von Kroos, der lange Verlagerungen auf – sagen wir- Sané, dann mit Möglichkeiten für direkte Duelle, oder einen zurückhaltenderen Höwedes spielen könnte. Khedira könnte seine Dynamik dort sicherlich auch gewinnbringend einsetzen. Wenn man dann Höwedes z.B. mit Kimmich ersetzen würde, könnte dieser sich sogar leicht eingerückt positionieren, was dann sowohl eine bessere Verbindung als auch Absicherung bei Ballverlusten mitsichbringen würde.
Zum anderen glaube ich, dass Müller von dieser veränderten Rolle profitieren würde (und das kann ja nur positiv für den weiteren Turnierverlauf sein^^).

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Michael 20. Juni 2016 um 00:56

Die sinnvollen Überlegungen offenbaren leider auch, dass es ein nicht nachvollziehbares Versäumnis war, Durm oder/und Schmelzer nicht mit zu nominieren (statt dem als RV ungeübten Kimmich sowie dem turnierunerfahrenen Weigl). Das soll mir mal bitte jemand erklären. Andererseits ist es jetzt natürlich halt, wie es ist … Höwedes / Sane scheint mir auch eine Option, Schweinsteiger perspektivisch statt Khedira, also 60 Minuten vielleicht…

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The Soulcollector 20. Juni 2016 um 07:12

Also Schmelzer ist nunmal kein Rechtsverteidiger. Und auf links ist Hector eben einen Tick besser.
Und zu Durm: Der ist technisch ähnlich limitiert wie Höwedes. Nur eben etwas offensiver in der Ausrichtung. Und im Zweifel setzt Löw immer auf die defensiv stabilere Variante.

Ich denke ab dem Viertelfinale wird eh auf 4-3-3 umstellen. Also Schweini(Can/Weigl), Kroos und Khedira. Das ist etwas stabiler gegen die großen Gegner (Italien, Frankreich, Spanien) und gleicht ebenfalls ein wenig Höwedes Spiel aus. Denn Kroos kann dann etwas höher und zentraler agieren.

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GatlingJ 17. Juni 2016 um 19:19

Ich hab mal zum Schweinsteiger Hokuspokus eine kleine Theorie, wär für Löw wohl zu abgewichst. Geht so:

Er bringt ihn im 3. Spiel und im AF ebenfalls nicht oder nur maximal 20-30 Minuten.
Signalisiert dadurch und vielleicht noch durch Aussagen, er wäre gar nicht fit für die Startelf und die volle Distanz.
In Wahrheit führt Löw und Schweinsteiger alle ins Bockshorn und Italien bemerkt genau eine Stunde vor Spielanpfiff des VF gegen uns, dass ein Schweinsteiger auf einmal in der Startelf drin ist wenn sie den Zettel in der Hand halten.
Kann schon sein, dass das in einer ersten Halbzeit zur gewissen Verwirrung des Gegners in taktischer und personeller Hinsicht führt.
Seis drum, das traut sich dieser BT eh nicht, da ist er nicht mutig genug.

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HW 17. Juni 2016 um 19:57

Ich kann mir vorstellen, dass Löw ab dem ersten wirklich starken Gegner in der KO-Runde ein anderes System wählt. Aber eben erst ab einem Spiel in dem es wirklich zählt, um nicht zu früh alle Karten auf den Tisch zu werfen. Das muss natürlich nicht funktionieren.

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GatlingJ 17. Juni 2016 um 23:18

Wenn er tatsächlich den wichtigsten Spieler der gesamten Mannschaft zur Überrumpelung des Gegners erst im VF bringt, kann das schon überraschen. Aber wie Du sagst auch mächtig scheitern.
Eigentlich wäre es ziemlicher Schwachsinn, denn um einen Spieler zu 90 oder 120 min Ausdauer zu bringen muss er stufenweise herangeführt werden. 10 min -> 25 -> 45 -> 70 Einsätze über mehrere Spiele; das macht er aber offensichtlich nicht; ich gehe deswegen aktuell von zwei Gründen aus:
– Schweinsteiger ist gar nicht in der Verfassung auch nur annähernd eine HZ zu spielen, aus was für Gründen auch immer, vielleicht ist die Ausdauer so weit im Keller, dass es nicht innerhalb 2-3 Wochen aufholbar ist
– oder eben die wenn auch für Löw wohl unwahrscheinliche Möglichkeit, dass er ihn absichtlich solange wie möglich raushält um eben so ein Trumpf-Ass zu spielen…vernünftiger Weise allerdings eine Harakiri Methode wenn ein Schweinsteiger in der VF Startelf steht und davor in den EM-Spielen gerade mal 10-20 min mit der Mannschaft auf dem Platz gespielt hat.

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AK 18. Juni 2016 um 06:52

GatlingJs Plan würde vielleicht Sinn machen, wenn es um Messi ginge und nicht um Schweinsteiger. Letzterer war bei der WM stark, aber seine heutige Bedeutung für das Team scheint mir derzeit durch WM-Nostalgie etwas zu verklärt. Ich kann mich gut an Spiele mit den Bayern erinnern (bevor er an ManUnited abgegeben wurde), in denen er vor allem durch Schnelligkeitsprobleme aufgefallen war. Finde es richtig, dass er dabei ist, aber er ist jetzt auch nicht die Superwaffe. Wenn er in der KO-Runde aus dem Hut gezaubert wird, anstatt schrittweise integriert, würde das wohl die eigene Mannschaft mehr irritieren als den Gegner…

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GatlingJ 18. Juni 2016 um 09:23

Wenn das der Fall ist/wäre, tendiere ich leicht dazu, ihn gar nicht mitzunehmen.
Es gibt ja leider nur zwei erfahrene auf seiner Position, Kroos und Khedira. Kroos kommt Schweinst. sicher am nächsten, aber er ist immer noch zu ruhig und eine freche Aktion wie das Durchrennen von Schweinst. gegen die Ukraine bringt er auch nicht – also genau das was ein aktiver Führungsspieler hin und wieder mal machen muss, die Grenzen eines Taktikgerüsts bei einer sich anbahnenden Törmöglichkeit auch mal zu sprengen.
Khedira…nuja…wissen wir ja alle, Box-to-Box, wird weder ein Kroos noch ein Schweinsteiger; scheint hin und wieder mehr mit sich selbst beschäftigt zu sein als die Fähigkeit zu haben relevante Spielzüge einzubringen.
Dann kommen die üblichen genannten Jungspunde Kimmich, Waigl und Can – in der Gruppenphase kann er da einen vielleicht noch hinstellen. Aber gegen Spanien und Italien werden die abgekocht.
Meine Tendenz ist aktuell, dass die Mannschaft in diesem Jahr nicht den Titel holt weil die Startelf Spieler nicht die Reife haben. Und neben Lahm in Wirklichkeit auch Schweinsteiger weggebrochen ist. Man hat ihn mitgenommen, um nicht von den Medien eine „Dauerbaustelle“ vorgeführt zu bekommen.
Schweinsteiger sollte mMn unmittelbar nach der EM zurücktreten, damit sich dieses Trauerspiel nicht in Russland 2018 wiederholt. Und damit Gündogan, Waigl, Kimmich wiederum mehr Erfahrung in der N11 als 6er bekommen.

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Talisker 18. Juni 2016 um 13:49

Das trifft die Sache sehr gut. Von dem Bild, das Schweinsteiger um 2012, 2013 und ansatzweise bei der WM abgegeben hat, müssen wir uns gründlich verabschieden. Nicht nur, dass für ihn selbst inzwischen dieses Niveau absolut unerreichbar ist, sondern es gibt auch keine 1:1-Kopie. Mir fällt überhaupt kein derartiger Mittelfeldstratege mit solchen Allroundfähigkeiten auf dem Niveau Schweinsteigers im besagten Zeitraum ein. Nicht für die letzten 10 Jahre, nicht weltweit. Die Verantwortung muss aufgeteilt werden. Und warum nicht Kimmich, Khedira und Kroos zusammenspielen lassen? Zumal dahinter eine 1a IV absichern und aufbauen kann?

Koom 18. Juni 2016 um 16:17

Kann mir jemand die Faszination an Kimmich mal erklären? Geht an mir irgendwie komplett vorbei.

tobit 18. Juni 2016 um 16:57

@Talisker
Welche Rolle würde Kimmich da denn einnehmen? Als tiefer Sechser wäre Weigl finde ich besser geeignet und auch ziemlich Schweinsteigeresk, auf der 8 hätte er ab nächstem Jahr wohl Gündogan und Dahoud als Konkurrenten vor sich. Kimmich braucht zügig Spielpraxis auf der 6 oder 8 um nicht wieder aus dem Kreis der Nationalspieler herauszufallen. Die hat ihm Weigl aktuell klar voraus, ebenso ist Weigls Profil bereits deutlich schärfer, während Kimmich noch keinen derart klar ausgeprägten Stil/Habitus hat.

@Koom
Geht mir ähnlich. Hatte eigentlich auch auf mehr Spielzeit für Kimmich in der Liga gehofft, da hat aber meist Vidal den Alonso-Vertreter gegeben.
Man muss aber auch betrachten, dass in der Saison besonders viele ZM/DM-Youngster (Weigl, Dahoud, Goretzka) den Durchbruch geschafft haben, was sich auch auf die Bewertung von Kimmichs Saison auswirkt. Ohne die drei wäre Kimmich neben Sane DER Newcomer der Saison und hätte in der Nationalmannschaft eine noch glänzendere Perspektive.

AK 18. Juni 2016 um 20:11

Wenn Kimmich spielt, dann wohl am Ehesten auf der rechten Außenbahn, und das hat weniger mit ihm als mit dem Mangel an Alternativen zu tun. Obwohl er eine gewisse Spielintelligenz und Adaptionsfähigkeit zu haben scheint, was seine Umschulung zum Innenverteidiger verdeutlicht. Das lief offensichtlich so erfolgreich, dass Gurdiola in wichtigen Spielen auf Kimmich als IV setzte und „echte“ Verteidiger wie Benatia und Tasci auf der Bank blieben.

GatlingJ 18. Juni 2016 um 20:27

@Talisker: das könnte eine Konstellation sein über die Löw wohl zumindest nachdenkt, dann müsste er allerdings auf das WM-System 4-3-3 oder genauer 4-1-2-3 umstellen. Ich würde allerdings auch auf Waigl plus die gesetzten Kroos und Khedira tippen, weil Waigl einfach das klarere weil erfahrenere ZDM Profil hat.
Wenn er das im AF oder VF macht, hat Löw halt das „Vercoachen“ Risiko. Wenns nicht funzt wird nachher ihm als Trainer die Schuld gegeben.
Für Nordirland hat Löw heute auf der PK jedenfalls mal eine 3/5er Kette kategorisch ausgeschlossen, mit der Begründung, dass sie nur eine Option bei zwei Spitzen ist.
Was allerdings natürlich ein 4-3-3 nicht ausschließt.

Talisker 19. Juni 2016 um 13:42

Ja, Kimmich als rechter AV, warum nicht? Spieler wie Kroos, Khedira, Boateng und eben Kimmich wären problemlos in der Lage, offensiv gut zu harmonieren und defensiv gut abzusichern – ohne fest an Positionen kleben zu müssen. Bei aller defensiven Solidität von Höwedes – bei dieser IV kann man ruhig etwas mehr Augenmerk auf die Offensive legen, und da kann Kimmich gar nicht schlechter sein. Damit will ich Höwedes nicht schlecht reden, aber sein Spiel ist das des klassischen IV von vor 20 Jahren. Der heutige Stil der dt. N-11 ist das eigentlich nicht, und für das heute eigentlich gewünschte Spiel holländischer Prägung hat die deutsche Elf eben vor allem Defizite im offensiven Mittelfeld. Wo ein AV Kimmich situativ einen weiteren schnellen Ballverteiler geben könnte. Weigl könnte dort sicher auch gut spielen, aber auch als AV? Und für wen sonst?

GatlingJ 19. Juni 2016 um 14:28

Ich meinte mit Waigl nicht die RV Position, sondern die eine defensive Mittelfeldposition im WM-System 4-3-3. Rechts ist Waigl natürlich kein Kandidat, da hat nach meinem Wissen noch nie im Spiel auf dem Platz gestanden.
Heute in der PK hat Löw einige Indizien für seine Spielweise gegen Nordirland geliefert, nichts handfestes, aber schon ein paar Fingerzeige. Er sprach u.a. von einem offensiverem Kroos und/oder Khedira. Kann sein, dass er nun einfach deren Einstellung ändert aber weiterhin im 4-2-3-1 spielt, könnte aber auch bedeuten, dass er das WM-System bringt. Indem z.b. Kroos auf der reinen 6er Position spielt, während Khedira und Spieler X in 8er Funktionen sind. Spieler X mag ein zurückgezogener Özil sein.
Meine Interpretation von dem was Löw von sich gab in der heutigen und gestrigen PK ist, dass er schon eine markante Änderung einbringt, aber nicht in Bezug auf die Anzahl der Spielerwechsel sondern indem er das System etwas umstellt.
Neben der 4-3-3 wäre für mich gegen Nordirland Kimmich oder Can als RV auch eine markante Umstellung. Ich denke jedenfalls, dass er ein signifikantes Offensivelement reinbringt. Wenn man die Zwischentöne hört, schätzt er den Gegner schon um einiges weniger gefährlicher ein als Polen – was wohl auch so ist.
Unabhängig vom System würde ich mir Gomez gg. Nordirland in der Spitze wünschen. Er ist einfach kein Einwechselspieler, da findet er immer nur schwer ins Spiel.

CHR4 22. Juni 2016 um 04:20

na Koom, hat die Faszination für Kimmich dich jetzt ein wenig gestreift? 😉

– auch wenn das, obwohl sie ihre Quali-Gruppe gewonnen haben, heute wohl nicht der große Maßstab war: ich konnte mir zwar vorstellen, das Kimmmich als RAV ganz gut funktionieren könnte, aber holla! SO hätte auch ich das nicht erwartet, das war ja was die Präzision der Hereingaben angeht und offensiv generell fast „lahm-esk“ – defensiv war es nicht so der große Test, aber da mach ich mir weniger Sorgen, allerdings fehlt da natürlich noch die Erfahrung eines Lahm oder Boateng (der ja vor einiger Zeit auch immer mal für nen Patzer gut war)

Talisker 20. Juni 2016 um 12:42

Unabhängig von der nominellen Aufstellung – da finde ich Guardiolas Vorstellung der Fluidität charmant – benötigt die Mannschaft mehr Spielfluss. Schnellere Ballzirkulation, gute Ballkontrolle, Übersicht. Da muss auch mal ein schneller Seitenwechsel eingebaut sein, den der Adressat ebenso schnell weiterverarbeiten kann. In so einem System würde ich eher Kimmich als Can sehen. Waigl kann ich schwer einschätzen. Die Idee, Kroos als alleinigen Sechser aufzubieten, kann nur ein Druckfehler sein – da hat er noch nie überzeugt und zudem fehlt er dann vorne. Und Khedira halte ich defensiven als Stabilisator für unverzichtbar. Eher Höwedes, da wir zwei schnelle, ballsichere IV haben. Und warum nicht, wie Guardiola es schon vorgemacht hat, auch mal mit fünf Offensivspielern antreten?

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Fabian 20. Juni 2016 um 13:14

Der Mann heißt Weigl. Wollte es nur mal einwerfen weil hier ständig die falsche Rechtschreibung kursiert.

Talisker 20. Juni 2016 um 19:29

O.k., hatte ich zwar auch so im Kopf, aber glaubte mich zu irren. Der mit dem „a“ hatte nach dem „g“ ja noch ein „e“ und war nicht als Fussballer bekannt… 😉

AK 18. Juni 2016 um 20:41

Bezüglich Schweinsteiger sehe ich zwei Szenarien:

1. Er ist für Löw tatsächlich so wichtig, wie momentan öffentlich dargestellt, und Löw versucht, ihn schnellstmöglich in die Startelf zu integrieren. Wenn dem so ist, müsste er gegen Nordirland mindestens 45 min spielen. Was gegen dieses Szenario spricht, ist der Fakt, dass Löw gegen Polen lieber auf einen dritten Wechsel verzichtete, als Schweinsteiger wenigstens 10-15 min Spielpraxis zu verschaffen.

2. Löw will Schweinsteiger fit bekommen und dann v.a. als erfahrenen Back-Up-Spieler einsetzen, falls Kroos oder Khedira verletzt oder gesperrt sind. Ich könnte mir schon vorstellen, dass ihm eine Doppel-6 mit dem eher offensiven Kroos und einem (mit Verlaub) eher langsamen und lange verletzten Schweinsteiger für die Startelf zu riskant ist.

Das Nordirlandspiel sollte bezüglich der Schweinsteiger-Personalie Klarheit bringen…

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Talisker 17. Juni 2016 um 18:58

Sehr guter und vor allem freundlicher Kommentar von RM. Müller war für mich neben Götze ein Totalausfall, wobei der von Müller noch schwerer wiegt, da er ja die heilige Kuh der Medien ist und sich selbst auch für unverzichtbar hält. Schon beim CL-HF klafften Anspruch und Wirklichkeit gigantisch auseinander und das Ausscheiden der Bayern laste ich vor allem ihm an. Damit kann man überleiten zu Löw: Wenn er cochones hätte (und das hat er ja im Spiel gegen die Ukraine offensichtlich überprüft) würde er Müller draussen lassen. Zur körperlichen und geistigen Erholung. Und er hätte dem Rest des Teams nur die Anweisung zu geben brauchen, sich ein paar Videos von den Bayern anzuschauen, wie man eine tief stehende Abwehr auseinanderzieht. Jeder BuLi-Trainer hat das nach drei Jahren Guardiola im Schlaf drauf und Löw hat einige Spieler zur Verfügung, die das technisch und intellektuell durchaus umsetzen können. Dazu abgesichert von der mit Abstand besten IV Europas. Wie wenig bei den eigentlich guten personellen Voraussetzungen dieses Zusammenspiel im letzten Drittel funktionierte, ist schon erstaunlich – zumal Löw diese Truppe ja auch schon länger betreut. Stellt sich die Frage, was er ausser cochones suchen und Werbefilmchen drehen noch so macht. Viel fussballtaktischen Sachverstand hat er jedenfalls nicht weitergegeben.

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Gh 18. Juni 2016 um 19:03

Besser als cojones staenden dem loew colchones bevorzgt rot weiss

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Martin01 17. Juni 2016 um 17:59

Hab gerade noch einmal Teile der 2. HZ gesehen: Boateng durfte bei Ecken überhaupt nicht in den Strafraum, sondern mußte absichern. Ist dies nicht schon ein wenig kurios?! Hatte man so viel Angst vor poln. Kontern?

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Rasengrün 17. Juni 2016 um 17:53

3-3-3-1 oder noch besser 4-0 vorne, macht keinen Sinn ohne _zwei_ vernünftige AV Viererkette zu spielen, wenn dazu dann auch noch die Flügel davor suboptimal besetzt sind. Man muss die defensiven Außen nicht permanent besetzt halten, es reicht, wenn man sie besetzen kann, falls es tatsächlich notwendig wird. Kann man dann gleich mit Pressingfallen verbinden. Hätte schon seit Jahren im Repertoire sein sollen, jetzt im Turnier natürlich schwierig zu improvisieren.

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AK 17. Juni 2016 um 18:30

Ich hätte gern mal ein System mit zwei defensiven Dreierketten gesehen, bei dem die erste Dreierreihe (Hector, Hummels, Boateng) etwas links versetzt steht und die zweite Dreierreihe etwas rechtsversetzt (Khedira, Kroos, Can), um die gesamte Breite abzudecken. Davor hätte man dann noch vier Offensivspieler, von denen die Außenstürmer extrem breit stehen könnten.

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AK 17. Juni 2016 um 18:40

PS: Bei Ballbesitz könnte Hector vorrücken und die Mittelfeldreihe zu einer 4er-Kette komplettieren und gegen den Ball könnte sich Can zurückfallen lassen und die Abwehrreihe zu einer 4er-Kette komplettieren.

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HW 17. Juni 2016 um 19:51

Also eine klassische Viererkette die sich je nachdem wo der Gegner angreift verschiebt? Vielleicht leicht asymetrisch in der Offensivarbeit, aber grundsätzlich eine klassische Viererkette.

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AK 18. Juni 2016 um 06:31

Ich würde das in der Grundausrichtung eher als zwei Dreierketten sehen: die Abstände zwischen den drei Verteidigern wären grösser als bei einer Viererkette; das Umformen in eine Viererkette wäre eine Option, aber kein Muss, wenn gegen den Ball gespielt wird; das Aufgabenprofil des linken Verteidigers wäre ein anderes von dem des rechten Mittelfeldspielers; und Letzterer würde in der Grundordnung deutlich höher stehen als alle Verteidiger.

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Rasengrün 20. Juni 2016 um 15:54

Wäre eine Möglichkeit. Ich bin aber auch davon überzeugt, dass wir, wäre Badstuber nicht der größte Pechvogel der letzten Jahre, wir längst eine Variante mit Badstuber, Hummels, Boateg gesehen hätten und damit wohl eine, wenn nicht die, aufbaustärkste letzte Defensivreihe der Welt. Wirklich schade. Aber auch so gibt es eher Kandidaten für Halbverteidigerpositionen als AVs, außerdem ist die Umschulung definitiv leichter. #Höwedes

So oder so aber, die Grundfrage bleibt: Warum auf ein System setzen, dass AVs erfordert, wenn man keine hat? Meine Grundthese ist, dass Breite in der Defensive etwas ist, das man vom Gegner aufgezwungen bekommt. Darauf muss man vorbereitet sein, aber man muss nicht zwingend vorgreifend die Außen besetzt halten.

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Enchillada 17. Juni 2016 um 15:18

Frage an die Experten
Was haltet ihr von einer 3er – Kette hinten (Hummels, Boateng, Mustafi), ähnlich wie Italien.
Wenn man schon keine AVs hat.
Frage ist nur wer die Außen im Mittelfeld besetzt?
Je nach dem Außen kann das System defensiv (wie Italien, dann mit Höwedes & Hector) oder auch offensiv
(mit Müller? & Schürrle?) interpretiert werden.

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Koom 17. Juni 2016 um 16:45

Den tieferen Sinn der Dreierkette hat sich mir noch nicht erschlossen, aber ich lasse mich da gerne aufklären.

Mal Rumspekulieren:
Die Dreierkette würde momentan Sinn machen, weil wir keinen 6er auf dem Feld haben. Der „neue“ Mann in der Kette würde dieser die abgesichertere Möglichkeit geben, dass die IVs als Quasi-6er rausrücken können, um defensiv den Raum vor der Kette zu schließen. Ansonsten wäre die Dreierkette vor allem dazu da, offensivstarke und vor allem defensivschwache Aussenbahnspieler mehr abzusichern und zu unterstützen.

Ersteres würde Sinn machen, zweiteres nicht ganz so sehr. Hector links kann man weiterhin bringen, weil er ein solider Allrounder dort ist. Rechts könnte man eine offensivere Lösung bringen – aber ehrlich gesagt haben wir da keinen klassischen Vertreter. Draxler mags lieber über links, Müller und Sane sind viel zu offensiv, Schürrle und Can wären da die Optionen. So richtig hauts mich nicht vom Hocker.

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AK 17. Juni 2016 um 17:36

Ich sehe zwei Varianten für die Dreierkette, aber beide überzeugen mich nicht wirklich.

In der defensiven Version verliert man einen Offensivspieler zu Gunsten eines zusätzlichen Innerverteidigers. Dreierkette plus zwei Außenspieler (z.B. Hector und Hoewedes) wird aber dann zur Fünferkette oder pendelnden Viererkette. In dieser Konstellation hätten wir allerdings 4 (!) Innenverteidiger auf dem Platz plus Hector. Gegen tief stehende Gegner macht die Fünferkette meines Erachtens wenig Sinn. Und auch gegen Gegner wie Spanien oder Italien bestünde das Problem, dass wir unsere offensiveren Außenspieler für so ein System (Schmelzer und Rudy), die das bei der Nationalmannschaft oder in ihren Vereinen auch schon mal erfolgreich gespielt haben, nicht dabei haben.

Die offensive Version wäre z.B. ein 3-3-3-1, bei dem man einen Verteidiger zu Gunsten eines zusätzlichen 6ers oder 8ers tauscht (also z.B. eine Dreierkette mit Hector, Hummels und Boateng). Das wäre absolute Offensivpower mit Außenstürmern statt Außenverteidigern. Allerdings entstehen bei so einem System schnell Löcher auf den defensiver Außenbahnen, und man wird extrem konteranfällig. Ich glaube, Bayern und der BVB haben das 2-3 Mal in dieser Saison gespielt (früher auch Barcelona), wenn Gegner nur 1 oder 2 Spitzen aufbieten und sonst super tief stehen, aber die Nationalmannschaft hat das nie probiert und wird sicher bei der EM nicht mit dem experimentieren anfangen. So eine Dreierkette könnte aber relevant werden, wenn man in den letzten 15 min unbedingt ein Tor erzielen muss und einen Offensivspieler für einen Verteidiger bringt (a la 3-2-4-1 oder 3-2-3-2).

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HW 17. Juni 2016 um 18:04

Ich würde eine 3er-Kette nicht aufgrund irgend eines Mangels im Kader definieren, sondern schauen ob sie Vorteile bietet,die andere Systeme nicht bieten. Wenn ich z. B. Im Mittelfeld oder im Angriff andere Abläufe oder Positionierungen erreichen will, kann eine 3er-Kette die Lösung sein um die Absicherung zu gewährleisten.

Man kann natürlich auch eine andere, asymetrische Grundausrichtung wählen. Eine Seite mit offensiven AV, die andere Seite mit defensiven AV o.ä. Aber das muss man alles mal durchdenken. Eine 3er Kette kann man dann machen, wenn man Kroos z.B. vorschieben will ohne dahinter die Absicherung zu verlieren. So kann man Boateng vielleicht auch mal auf rechts schicken.

3er-Kette ist für mich immer damit verbunden was man weiter vorne und im Aufbau erreichen will. Es kann nicht darum gehen 3er-Kette zu spielen, nur weil man glaubt mit den AVs Probleme zu haben. Probleme kann man nämlich genauso mit Wingbacks oder mit zwei Stürmern bekommen.

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AP 17. Juni 2016 um 14:06

Toller Artikel RM. Diese Handball Spiele um den 16er wird es ja bis zum HF geben. Konnte man doch auch als DFB Trainer erwarten oder. Also ich mein, wenn das die Profis von SV konnten…. Und da fallen mir direkt Weigl und Urlaubsschmelzer ein, die es in dieser Saison ja über links beim BVB top gelöst haben, Can über rechts, der auch nach Innen ziehen kann, Sane über Rechts und Müller vorne rein. Wer braucht Khedira, Götze schon in dieser Form… Aber dafür braucht man wieder Eier als BT. Weitere Wortspiele werde ich hier vermeiden…

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Daniel 17. Juni 2016 um 14:04

Ich habe zwar nur die letzten 30 Minuten gesehen, aber was mich sehr aufgestoßen hat, war die schlechte Einbindung von Hummels. Bestimmt 4-5 Passmuster funktionierten so, dass irgendwann Kroos auf der linken Seite zurückgesprintet ist und den Ball von Hummels in Empfang genommen hat.
Ich frage mich, ob das an der Verletzung lag, er dazu angewiesen war kurz zu spielen, damit er nicht seine Dynamik überschätzt (Lieblingsfehler) und ein leichtsinniger Ballverlust zu einem Konter führt.

Grundsätzlich dieses Andribblen des Mittelfeldes von Seiten der IV scheint mir einer der besten Methoden sein, Räume zu kreieren. Das Mittelfeld wird überladen, jemand wird aus seiner Position gezogen und auf einmal gibt es das, was Deutschland im ganzen Spiel nicht hatte: Räume hinter der Abwehr.

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Martin01 17. Juni 2016 um 14:57

Dieses Muster wird seit Jahren unter Löw so gespielt, obwohl Deutschland zwei der aufbaustärksten Innenverteidiger der Welt besitzt. Die Mittelfeldspieler sollen sich immer die Bälle der IV holen, war schon bei der WM in dieser Form zu beobachten. Andribbelnde IV’s wären eine der besten Varianten, jedoch verzichtet Löw komplett darauf.
Genauso kurios war die Ecke um die 70 Min und später um die 85 Min als weder Hummels noch Boateng im Strafraum waren, sondern absichernde Positionen 10-15 Meter außerhalb der 16ers einnahmen?
Auch die Rolle und Aufgabe eines Höwedes habe ich nicht verstanden: Weder sollte er den tiefstehenden absichernden AV geben, noch den weit bis zur letzten Linie vorgeschobenen AV, der die rechte Seite zum bespielen öffnet und poln. Spieler bindet. Es schien so als spielte er einen klassischen AV.
Hier hätten sich Möglichkeiten seitens Löw ergeben:
1. Wechsel zur HZ und Can oder Kimmich übernehmen diese Rolle
2. Höwedes schiebt weit vor und schafft Platz für Khedira und Özil
3. Höwedes spielt absichernd und Hummels, Boateng werden im Spielaufbau mehr eingebunden, dürfen andribbeln, Kroos und Khedira bieten sich in höheren Zonen an
4. oder sogar die Umstellung auf 3er-Kette mit Hummels-Höwedes(oder Mustafi einwechseln)-Boateng und ebenfalls besser eingebundenen LIV und RIV

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JFA 17. Juni 2016 um 15:51

Komisch, ich könnte schwören, dass Hummels mindestens 3 offensive Aufbaupässe gespielt hat (das waren die, die ich bewust wahrgenommen habe), davon einen auf Özil, wo mir der Sabber gelaufen ist. Boateng sowieso. Beide, besonders Boateng, hatten auch wenig Schwierigkeiten damit, einfach mal anzudribbeln. Wenn Du natürlich meinst, er sollte mal ins 1-gegen-1 gehen, nunja… als IV ist man üblicherweise die letzte Instanz, da sollte man sich sowas gut überlegen (nicht, dass ich das überhaupt nicht sehen will, aber gegen Lewandowski?)

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Martin01 17. Juni 2016 um 16:22

Natürlich spielen Hummels und Boateng ab und an öffnende oder Schnittstellenpässe, weil sie es können, aber im ruhigen geordneten Spielaufbau ist immer wieder zu erkennen, dass sich ein Kroos so weit zurückfallen läßt und die Bälle direkt abholt, Hummels+Boateng 5 Meter Bälle spielen.
Das es situationsbedingt zu einem kurzen andribbeln kommt, 2 HZ Boateng, ist klar.
Mir geht es aber um die grundsätzliche Auslegung der Spieleröffnung, die es bei der N11 unter Löw nun mal vorzieht, dass sich Kroos und Khedira in den tiefen Zonen anbieten oder abkippen und sich Bälle abholen.
Als Gegenbeispiel sei hier Spanien gegen Tschechien genannt, Cesc, Buskets, Iniesta haben sogar den Platz geschaffen, damit Ramos und Pique immer wieder andribbeln konnten. Die Mittelfeldspieler haben die Halbräume überladen und somit auch die Möglichkeiten geschaffen bei Ballverlusten in ballnähe immer in Überzahl zu agieren, sofort ins Gegenpressing zu gehen.

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JFA 17. Juni 2016 um 21:53

Zu Spanien kann ich leider nichts zu sagen, das konnte ich nicht sehen.
Deine Kritik an Kroos und Khedira kann ich durchaus nachvollziehen, zumindest im ersten Spiel habe ich das auch manchmal so gesehen, gestern ist es mir weniger aufgefallen. Wobei ich da eher Khedira in der Pflicht sehe, denn das tiefe Abkippen von Kroos hat durchaus Sinn.
Vielleicht ist das auch einer Sicherheitsstragie geschuldet? Aufbau nicht zu risikoreich, dafür aber auch nicht optimal. Letztlich kommt man ja auch mit dieser Art und Weise weiter.

Aber Boateng, Hummels, und gegen Ukraine Mustafi, haben eigentlich so gespielt, wie ich es von einem modernen IV erwarte.

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nougat 17. Juni 2016 um 13:41

Wie will man von der linken Seite her Druck machen, wenn man keinen Linksfuß nach vorne schickt ? Jede Aktion von Draxler war vorhersehbar und hatte null Überraschungsmoment. Bei jedem seiner Läufe hat man gemerkt, dass er in die Mitte ziehen will, weil er als Rechtsfuß Probleme an der Grundlinie kriegen würde. Wie soll dann aber ein vernünftiges Durchkombinieren links möglich sein ?

Wenn Löw keine kombinierenden Duos oder Dreiecke bilden will, wie es mit Özil, Götze, Sané möglich wäre, sind die Dribbelkünstler allein auf weiter Flur, und dann kann er auch gleich Gomez von Anfang an bringen und muss nicht Götze als Alibi in die Mitte stellen. Höwedes ist ein Verteidiger und kein Flügelstürmer. Mit diesem Spieler kann ich Spiele halten oder ihn als Kopfballmonster verwenden in Drangperioden bei Standards. Technisch limitiert wie er ist geht von ihm ebenfalls null Gefahr aus.

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JFA 17. Juni 2016 um 21:41

Draxler ist als inverser Flügel auf der Seite, das Verhalten also normal, für die Arbeit bis zur Grundlinie runter ist Hector angestellt. Man kann über das Zusammenspiel der beiden meckern (ich fand es nicht optimal, was dann meist an Draxler lag), aber nicht darüber, das Draxler sich so bewegt, wie er soll.

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Tiberius Blofeld 17. Juni 2016 um 12:31

Ich denke, dass sich ein psychisches Problem bei Löw einschleicht: Er leitet die Nationalmannschaft viele Jahre und hat Spieler, denen er vertraut. Er vertraut denen nicht, weil sie jetzt gerade Leistung bringen, sondern weil sie ihn früher überzeugt haben. Bei zB Khedira kommt dazu, dass er aus Baden-Württemberg kommt. Das ist beim Jogi ein unheimliches Plus an sich. D.h. Khedira kann in seiner Funktion als Baden-Württemberger einfach nicht auf die Bank, solange er unverletzt ist. Ebenso ist wohl wichtig, dass man charakterlich nicht zu viel Stress macht. Das führt dazu, dass wir eine Mannschaft wie eine Meute niedlicher Beagle haben, die werden auch so selektiert, dass ja keiner den anderen beißt. Ähnliches Problem bei Höwedes, dem Beagle mit den eckigen Füßen. Den kennt Jogi, der bleibt. Schweini (trotz Tor und wegen Bierbauch) hätte ebenso wie Poldi zuhause bleiben müssen. Natürlich wäre das ein gewisses menschliches Risiko, weil sich ein neues Beziehungsgefüge bilden muss. Jogi muss die Mannschaft jetzt eigentlich um die konstante Achse Boateng, Hummels, Kroos, Özil herum neu (a. WMZeit) aufbauen. Dabei müssen die alten Größen leider weg, weil die sinnlos Aufmerksamkeit verzehren. In dieser Zeit könnte Jogi eigentlich mehr Neue heranführen (er macht das ja teilweise, aber nicht konsequent genug, warum sucht er nicht einen rv – zur Not aus der zweiten Liga – und baut den auf??). Weiteres Problem: Die besten Beagle des Zentrums – Kroos, Özil – sind eher introvertierte Typen (vgl. auch Messi), brauchen also ein Umfeld, dass damit umgehen kann, d.h. die Qualität dieser Spieler trotz fehlenden verbalen Auftritts unbedingt anerkennen. Wie soll das aber gehen wenn andere Chef spielen, die auf dem Platz keine Zentrale Rolle einnehmen können? PS: Müller ist nicht Schuld (schönen Gruß an Thomas, er ist einer derjenigen Spieler, die mit Sicherheit diesen Spielbericht lesen).

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sverebom 18. Juni 2016 um 05:18

Da haben wir vorliegend eine wunderbare, umfassende Analyse der taktischen Spielweise und der Mängel unserer Mannschaft im Spiel gegen die Polen, und du redest nur von „pflegeleichten Lieblingen“ und dem ominösen „Schwabenbonus“, garniert mit dem alten Irrglauben. Das gehört erstens in das Jahr 2009, und zweitens auch eher unter einen BILD-Artikel, wo die Fußballweisen des Landes genau wissen, dass es nur mit „Lieblingsspieler soundso“ besser werden kann.

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Isabella 19. Juni 2016 um 23:28

Ist sicherlich viel Krampf dabei, aber die Kaderzusammenstellung sehe ich bei Löw auch nicht für optimal an. Das Geschrei nach Führungsspielern kann ich auch nicht immer nachvollziehen. Im Gegenteil, da finde ich überschätzt Löw den Einfluss ein wenig. Beziehungsweise hält er mir ein wenig zu sehr an den grundlegenden Strukturen in der Mannschaft fest. Das Muster ist schließlich immer: Es kommt kein Spieler mit einem auffälligen Lebensstil in die Mannschaft, die Führungsspieler sind die, die 2010 die wertvollsten Spieler waren und ausgewechselt werden seit 4-5 Jahren nur noch die Jungen. Beispiel Poldi oder der garantierte Startelfplatz für Özil oder die Nichtnomminierung eines Kießlings. Das lässt sich für mich nur dadurch erklären, dass Löw offenbar nicht das Gefühl hat, die Stimmung in der Mannschaft selbst zu bestimmen und im Griff zu haben (durch etwa Ansprachen und ausreichend Beschäftigung oder was auch immer Guardiola und Ancelotti oder Simeone da machen). Er scheint sich da auf die Eigendynamik in der Mannschaft zu verlassen, die durch die Konstellation immer ähnlicher Charaktere gleich zu bleiben verspricht. Am Festhalten an Schweinsteiger kann ich nichts Schlechtes finden, für mich war es bei Bayern schon ein Unding Alonso Schweinis Rolle zu geben und glaube, dass Schweinsteiger mit dem Vertrauen des Trainers schnell wieder annähernd auf sein Niveau kommen kann. Aber Spieler nur aufgrund ihrer Erfahrung aufzustellen ist doch Schwachsinn, bestimmend für den Erfolg ist doch, ob die Stärken eines Spielertyps richtig eingebunden werden und alle zusammen ein harmonisches Gesamtkonzept abgeben . Und dabei hakts iwie bei Löw mittlerweile deutlich. Pep ist ein Typ, der hat bei ganz vielen Spielen Varianten gebracht, die er so noch nie ausprobiert hat(was nicht immer richtig war) und Löw ist das gerade Gegenteil. Kein Spieler wird da aufgestellt, wo es noch nicht schon einmal ausprobiert wurde. Oder wie will man sich erklären, dass Müller nicht den Stürmer gibt und Sanè und Kimmich nicht die rechte Seite bilden (oder dahingehend nicht einmal im Laufe des Spiels umgestellt wurde). Nein, es bleiben immer die gleichen Wechsel mit Schürrle für Draxler und Gomez für Götze, die dazu auch noch ziemlich die selben Bewegungsmuster abspulen. Wie schnell junge Spieler zu Leistungsträgern werden können, hat man ja gesehen, also raus mit Höwedes, mit dem hat man zwar vill die WM gewonnen, war aber auch damals nicht die optimale Lösung und wurde nicht besser, also am besten gleich eine bessere suchen gehen

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Talisker 20. Juni 2016 um 19:38

mit Ausnahme der Einschätzung Schweinsteigers (seine ganz grosse Zeit ist seit längerem unwiederbringlich vorbei!) stimme ich voll und ganz zu. Sane und Kimmich rechts und Höwedes raus klingt sehr attraktiv – zumal bei dieser IV! Und wenn dann noch Khedira im defensiven Mittelfeld absichert, kann hinten eigentlich nichts mehr passieren. Und vorne können es die von Dir Genannten ja gar nicht schlechter machen. Müller UND Götze brauchen auch eine lange Pause. Und es stimmt schon, dass unter einem Guardiola, Simeone oder auch Tuchel die Mannschaft anders aussehen würde. Und viel gefährlicher wäre.

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Talisker 20. Juni 2016 um 19:46

@Isabella: Sehe ich zumeist auch so. Bis auf Schweinsteiger (seine grosse Zeit ist einfach vorbei) und Özil, der zwar ein Schönspieler, aber wenigstens in der Lage ist, den Ball am Laufen zu halten und einen präzisen Pass in die Spitze zu spielen. Ansonsten – Müller, Götze, Höwedes raus und Kimmich, Sane und Gomez rein wäre wirklich mal eine Ansage. Gegen Khedira, Hummels und Boateng durchzukommen dürfte für fast alle Mannschaften schwer sein, also warum nicht nach vorne was anderes versuchen? Und Dein Einwurf mit den erfolgreichen Vereinstrainern lässt Löw natürlich ganz alt aussehen. Ist aber leider die Wahrheit.

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Koom 18. Juni 2016 um 11:59

Was eine Ansammlung von Blödsinn…

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guesswhosback 21. Juni 2016 um 05:07

Vereinstrainer haben eine ganze Saison plus Sommer- und Wintervorbereitung mit ihrem Kader. Natürlich können sie mehr ausprobieren…

@Koom: danke

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Gh 21. Juni 2016 um 16:54

Heutzutage sind alle Profis mit den gängigen Taktiken v.a. defensiv vertraut. Eine stabile Defensive aufzubauen ist in kurzer Zeit in einer Nati möglich, wenn die primäre Auswahl stimmt. Schlimme Defensivreihen hab ich folgerichtig bei dieser EM selten gesehen. Offensiv wirds schon schwieriger. Bisher sahs doch recht annehmbar bei Löw aus.

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Koom 21. Juni 2016 um 22:57

Jepp. Verteidigen hat heutzutage eigentlich jeder Profifußballer drauf. Das ändert sich auch nicht groß, egal ob Dreier-, Vierer- oder Fünferkette bzw. nur in Nuancen. Das Verschieben, Zulaufen, Stellungsspiel bleibt ähnlich, der Risikofaktor beim Rausrücken ist halt jeweils etwas anders. Das merkt man eben auch.

Offensiv glänzt primär Spanien, die profitieren aber auch von der sehr klaren, strikten Spielidee, die im wesentlichen eine Art tiki-taka ist. Da viele Profis irgendwie mit BArcelona oder Guardiola Kontakt haben, wissen sie, worauf es dabei ankommt. „Die Mannschaft“ [tm] setzt mehr auf individuelle Qualität und Umschaltmomente, das Ballbesitzspiel wirkt unsortiert und nicht abgestimmt, weil sich kaum einer in den Strafraum traut.

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hunter 17. Juni 2016 um 12:15

Nach zwei Spielen merkt man, dass die Abgänge von Lahm und Klose schwerer wiegen als bislang gedacht.

Zur aktuellen Situation:
Ich denke nach wie vor, dass Khedira nicht in die Mannschaft [sic!] gehört. Er ist technisch nicht der stärkste und taktisch undiszipliniert. Lieber sähe ich einen „echten“ 6er wie Weigl. So würde man defensiv noch sicherer stehen.
Der Rest ist tatsächlich Übungssache: zu den Avs gibt es keine überzeugenden Alternativen. Die hier genannten Spieler sehe ich ebenfalls kritisch. Man muss also damit klar kommen was man hat. Das selbe gilt im Prinzip für die Angriffsreihe. Keiner der Bankspieler drängt sich wirklich auf. Man könnte höchstens anders aufstellen, also beispielsweise Müller als (f)9 aufbieten.

Fazit:
Mit Glück ist ein HF drin, der EM Titel ist diesem Trainer und dem Kader aber wohl nicht möglich.

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Sven 17. Juni 2016 um 11:19

Toller Kommentar, sehr verständlich.

Er zeigt ein grundsätzliches Problem des Fussballs auf – offensiver Fussball muss mit vergleichsweise höherer Qualität (bzgl. Technik und Laufwegen) gespielt werden, als defensiver Fussball. Deswegen auch so wenig Tore bei der EM, das Pressing fast aller Teams ist schon sehr ordentlich, selbst die Außenseiter rennen wie die Hasen.

Und auch wenn ich mich über Götze, Özil, Müller und Co. schon im ersten Spiel sehr geärgert habe, ist ja klar, dass sie an und für sich die nötige Qualität mitbringen (außer – leider – Durchschlagskraft). Wenn also vorn wenig rumkommt muss es andere Ursachen haben als „die können nix“. Ein paar kleine Ungenauigkeiten in den Laufwegen und der Ausrichtung und schon wirkt alles planlos.

Was es sicher nicht ist, denn Polen hat eine der besten Defensiven dieses Turniers. Gegen andere Gegner wird es mehr Chancen geben. Gegen Nordirland sollte es reichen und AF mit mittelstarkem Gegner sollte auch machbar sein. Wie halt vor dem Turnier schon vermutet.

Aber ab VF, spätestens HF werden die Defensiven wieder polnische Qualität haben und dann wird es eine 50-50 Angelegenheit. Ist ja auch nicht so, dass die deutsche Defensive so schlecht wäre. Und eine bessere Offensive als die deutsche habe ich bisher auch noch nicht gesehen. Aber das werden dann klassische 0:0 oder 1:1 Spiele oder einer von beiden hat Glück und schießt das 1:0.

Aber so ist Fussball halt. Die allerbesten Offensiven brauchen Monate und sehr gute Trainer um so gut zu funktionieren, auch gegen hochklassige Defensiven Chancen zu erarbeiten. Vielleicht kommt unsere Mannschaft ja doch noch etwas besser ins Rollen und der Trainerstab findet eine Aufstellung, die besser passt.

Die meisten Vorschläge a lá „Sane auf rechts, Kimmich AV“ oder so überzeugen mich daher nicht … das würde sicher „nicht schlecht“ funktionieren, aber es muss eben „ziemlich gut“ sein, um so eine Defensive wie die polnische in Verlegenheit zu bringen. Naja, Kimmich anstelle Höwedes als AV wäre vielleicht einen Versuch wert, insbesondere gegen ein offensiv nicht furchterregendes Team wie Nordirland. Aber die Trainer sehen die Spieler ja jeden Tag und spielen vieles durch, wenn sie es nicht tun, wird es Gründe haben.

Schaun mer mal

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HW 17. Juni 2016 um 13:40

Michael Cox hat glaube ich gesagt, im Fußball ginge es oft vorrangig darum Fehler zu verhindern. Genau das sehen wir bei vielen Teams.

Defensive Struktur kann man lernen. Kreativität dagegen ist nur schwer zu steigern, wenn die passenden Spieler fehlen. Natürlich braucht man für Offensive wie Defensive die richtigen Abläufe. Der Fokus liegt aber oft auf der Defensive, so verhindert man wenigstens die Blamage.

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Koom 17. Juni 2016 um 13:42

Gutes Beispiel: Guardiolas Bayern. Eingespieltheit und individuelle Klasse absurd hoch. Trotzdem tun die sich gegen tief stehende Teams, die eine gute Defensividee haben, so dermaßen schwer, dass sie das Führungstor auch oft irgendwie erkrümeln müssen.

Und Defensivstrukturen sind schnell aufgebaut. Zerstören ist immer einfacher als Erschaffen.

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HW 17. Juni 2016 um 14:33

Wobei in der Defensive ein Fehler fatal sein kann. In der Offensive muss nur eine Aktion passen (Pippo!!!).
Gute Ballbesitzteams spielen den Gegner also auseinander.

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Koom 17. Juni 2016 um 16:18

Schon wahr. Aber gerade im Defensivspiel hast du ja doch einige Absicherungen, wenn du es richtig machst. Um ein Tor da zu erzielen, braucht es schon sehr viel Können und immer ein wenig Glück. Selbst Messi macht nicht gegen jede Defensive ein Tor.

Und ja, trotzdem reicht in der Offensive eine Aktion (und sei es eine Schwalbe) um ein Tor zu erzielen.

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Talisker 20. Juni 2016 um 19:52

Guardiolas Bayern ziehen durch schnelleres Spiel die Defensivreihen auseinander und wenn der Ball dann mal weg ist, gibt es ja noch das Gegenpressing, das dann ja kurzfristig einen nicht organisierten Abwehrverband erzeugt. Und gerade in der letzten Saison haben die Bayern so ziemlich jede Defensivreihe der Welt geknackt! die Probleme kamen erst bei gut pressenden teams, nachdem Boateng verletzt war. Sie die Probleme gegen Juve und Atletico ohne bzw. mit Boateng.

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luckyluke 17. Juni 2016 um 13:56

Einfach aus einer idealistischen Lehramtsstudentensicht heraus würde ich hier gerne kurz einhaken 😀
Ich denke schon (und habe jetzt in meinem Studium auch schon viele Untersuchungen, Studien, etc.) um die Ohren gehauen bekommen, dass Kreativität sehr wohl steigerbar ist. Es ist natürlich erstmal die Frage, welche Art von Kreativität gemeint ist. Natürlich wird aus einem Höwedes kein Özil mehr, aber dennoch sind in der Mannschaft viele Spieler mit Kreativitätspotential (Müller, Götze, Kroos, Khedira, Boateng, Hummels, Hector), die offensiv in die Kategorien „Kreativität mit Ball“ (Özil, Kroos, Götze, Boateng, Hummels) und „Kreativität ohne Ball/durch Positionierung/Laufwege“ (Müller, Khedira, Hector, Özil, Götze) eingeteilt werden könnten. Oder wie auch immer man das nun vornehmen will. Eigentlich wollte ich mit dieser Aufzählung auch nur verdeutlichen, dass durchaus kreatives Potential vorhanden ist, aber evtl. schwerer/nicht als solches zu erkennen ist. Hieran schließt sich dann auch die zweite Problematik der Erlernung von Kreativität an, nämlich dass diese durch Kreativität (kreatives Umfeld, kreative Aufgabenstellungen etc.) gefördert werden. Und das ist als Trainer natürlich viel schwieriger umzusetzen als disziplinierte defensive Strukturen, da zuerst die Kreativität erkannt (Ausführung zu den kreativen Spielern), diese individuell, aber in gruppentatktische Abläufe eingebettet, gefördert und mit möglichst Kreativen, also in der Planung zeitaufwändigen und schwierigen, Aufgabenstellungen (Training und Spiel) erhöht werden muss.

Abschließend will ich einfach darauf hinaus, dass es nicht unbedingt an den passenden Spielern fehlt, sondern eher an der Zeit, dem Willen oder vielleicht auch der passenden Ausbildung, um Kreativität zu fördern.

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HW 17. Juni 2016 um 14:42

Natürlich kann man Kreativität steigern. Das Gegenteil will ich nie behauptet haben. Ich meine nur, dass im Fußball a) immer alles in Relation zum Gegner gesehen werden muss. Es ist dann einfach ein Unterschied ob man ein Spieler mit einer gewissen Gabe ist (an der man arbeitet) oder ob man ’nur‘ durchschnittlich kreativ ist (für einen Fußballer). B) Können Nationaltrainer, als Projektmanager, weit weniger effektiv an den Talenten der Spieler arbeiten. Wenn also in der schwedischen N11 ein sehr guter kreativer Mittelfeldspieler fehlt, dann kann man die Mannschaft irgendwie umbauen und diesen Mangel irgendwie taktisch kompensieren oder umgehen. Man kann aber keinen Modric in zwei Jahren erfinden, züchten oder klonen.

Sicher kann man auf Kreativität hinwirken, aber das ist eher ein langfristiger Prozess. Jetzt, im Turnier, kann man nur noch mit dem arbeiten was man hat. Deutschland hat aber diese Talente, daher kann man wirklich an den Abläufen arbeiten und Verbesserungen erwarten.

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HW 17. Juni 2016 um 14:44

PS
Und man muss neben der Kreativität einzelner Spieler auch die Kreativität der gesamten Mannschaft betrachten: durch Laufwege, Bewegung, Verschieben, Passwege usw. Also die Kreativität, die durch Taktik entstehen kann.

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luckyluke 17. Juni 2016 um 15:39

Ich hatte es auch nicht so gelesen, dass du diese Möglichkeit des Erlernens total ausschließt. Wie gesagt war das eher aus einer idealistischen Haltung heruas, weil ich die teilweise zu absolute Setzung des Talents eines Menschen oder auch das „es ist zu aufwändig“ Argument problematisch finde, weil es Ausreden liefert.
Wir scheinen da schon im großen und ganzen das selbe Verständnis zu haben. Wobei ich gerade das „durchschnittlich kreativ“ auch oft einfach für ein Fehlurteil halte, weil die Art der Kreativität nicht erkannt wird. Wieder unter der Annahme, dass „Kreativität“ auch das ist, was ein Thomas Müller macht und nicht nur der tolle Pass durch die Schnitstelle.

Und ja man kann keinen Modric bauen, aber man muss das Problem auch nicht umbedingt im klassischen Sinne umgehen, sondern könnte auch ein kreatives Umfeld schaffen, das auf die kreativen Eigenschaften der Spieler zugeschnitten ist. Also im Endeffekt ist das natürlich auch „nur“ Taktik, aber eben vielleicht in einem weniger starren Kontext, wie diese oft verstanden wird. Also im Sinne von absichtlich weniger Anweisungen geben im kreativen Bereich des Spielers, um eben diese zu fördern (Gott ich hör mich an wie Scholl, davon würde ich mich gerne distanzieren, weiß aber auch nicht, wie ichs besser ausdrücken soll :D)

Und ja jetzt im Turnier ist das schwer, aber, wie ich glaube, auch nicht so unmöglich, wie man im ersten Augenblick zu denken geneigt ist. Schon kleine Impulse können da einen großen Effekt erzielen…

Das Gesamtkonstrukt darf natürlich niemals vergessen werden.

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HW 17. Juni 2016 um 18:17

Ich weiß nicht ob zum Spiel Italien – Schweden eine Analyse kommt. Aber Schweden ist für mich der Inbegriff eines Teams, dass keine Kreativität besitzt und auch kein Umfeld für Kreativität schafft.

Natürlich schaffen gute Trainer ein Umfeld (Taktik, Kommunikation, Training usw.) in dem die Spieler sich entsprechend ihrer Stärken entfalten können. Wie gesagt: GUTE Trainer.

Aber hier geht es ja um den Kontext eines Turniers mit begrenzter Zeit für Spieler und Trainer. Die Deutschen haben Jahre gebraucht um a) den Nachwuchs so zu entwickeln um mehr kreative Talente zu finden und zu fördern und b) den Stil der N11 so zu entwickeln, dass man kontern und dominieren kann. Und noch viel mehr. Und beim DFB wurde weitestgehend an einem Strang gezogen. Wenn eine Nationaltrainer eines anderen Verbandes solche Ideen hat, ist er meist alleine. Oder er ist eh nicht lange beim Verband und dann kommt jemand mit neuen Ideen. Die meisten Nationaltrainer sind volleicht vier Jahre beim Verband und haben mit der Quali genug Druck. Natürlich hängt es auch von der Fußball Kultur ab. Kroatien hat einfach eine andere Fußballkultur als Schweden oder Albanien.

Das sind aber alles langfristige Themen. Nichts für ein Turnier und kaum für die zwei Jahre zwischen zwei Turnieren.

GatlingJ 17. Juni 2016 um 19:22

Stichwort ITA-SWE; told you, see you in the VF – davor ist es eigentlich relatives Bananengekicke. Mal sehen ob sie gegen ITA bestehen oder wieder in eine mentale Verlierergrube einsteigen.

August Bebel 20. Juni 2016 um 01:02

Italien hat mich gegen Schweden nicht gerade überzeugt, obwohl Schweden nun wirklich schlecht war. Ich erwarte, dass Italien dann im Achtelfinale auf Kroatien als 2. der Gruppe D treffen wird (wär ein tolles Spiel, denke ich), und auch wenn Kroatien als spielstarke Mannschaften den Italienern vielleicht ganz gut liegen könnte, kann ich mir gut vorstellen, dass Italien gegen Kroatien rausfliegt. Ich hoffe das zwar keineswegs, aber es scheint mir gut möglich.


HK 17. Juni 2016 um 10:40

Löw hatte offensichtlich drei Hauptprioritäten. Und die hießen alle „bloß nicht verlieren“. Dementsprechend waren dann auch Spiel und Taktik.
Will ich aber gar nicht groß kritisieren, kann man so machen. Ergebnisse zählen und die Ausgangsposition ist weiter gut.
Leider ist der offensive Impact unserer AV auf diesem Niveau nahe Null. Wird sich wohl auch schwerlich ändern lassen. Woher nehmen und nicht stehlen. Auch Kimmich würde ich da nicht so gerne sehen. Hat er bei Bayern vielleicht eine HZ und einmal in der Nati gespielt. Und jetzt bei der EM? Und als Flügelläufer sehe ich ihn auch nicht gerade. Eher als Sechser statt Khedira und mit vorgeschobenem Kroos. Aber natürlich wird eher die Hölle einfrieren als Khedira nicht spielen.
Ansonsten kann ich mich auch nur der Meinung von Thomas Müller anschließen. Uns fehlen die Spieler für die 1:1 Situationen, was uns vor allem gegen defensive Gegner sehr limitiert.
Erinnert mich an Bayern der Rückrunde 2015 als Robbery verletzt und CoCo noch nicht da waren. Da lief der Ball auch ganz gut, aber die Offensive wirkte vor allem gegen stärkere Gegner impotent.

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Josef 17. Juni 2016 um 11:03

Volle Zustimmung.
Die Analysen hier und fixiert auf das Spiel und die Taktik, lassen aber Löws Strategie außen vor: Safety first.

Mich erinnert die aktuelle Diskussion an die WM 2014. Auch damals kam wenig über die AV, und Kontrolle war oberstes Gebot (man erinnere sich: 4 Innenverteidiger (!), 3 ZM davor), auch damals viel kritisiert.

Auch deine Einschätzung zu Kimmich stimmt, ich (Bayern-Fan) mag ihn, würde ihn gerne sehen, aber woher kommt die Annahme, er könne unsere Probleme auf der rechten Seite lösen? Wie du richtig schreibst, das hat er nie gespielt. Und durch Dribblings, Flanken oder gar Torgefährlichkeit hat er sich bisher nicht ausgezeichnet.

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ES 17. Juni 2016 um 12:11

Bin nun kein Kimmich-Experte, aber der Vortrag von Höwedes war doch sehr holzschnitzartig. Dabei sind die Bewegungen ohne Ball alle gar nicht verkehrt (siehe Großchance zum Schluss), aber wenn er den Ball am Fuß hat, fällt das schon schwer ab im Vergleich zu der Weltklasse-Qualität um ihn herum. Ein bisschen mehr spielerische Klasse wird da ein Kimmich schon mitbringen. Wie gesagt: Für Polen war Höwedes wegen der Gefährlichkeit der Polen im Konterspiel die richtige Wahl. Es geht jetzt erst mal nur um Nordirland.

Enttäuschend finde ich dagegen Draxler. Da kommt nicht mal der Versuch, ein 1:1 erfolgreich zu bestehen. Und dann wird das deutsche Spiel zu leicht ausrechenbar. Wenn die Kombinationen mangels gutem Bewegungsspiel statisch wirken und auch kein 1:1 gelingt. Da würde ich den Sané (wieder Nordirland) eintauschen, nur auf die andere Seite, Raumdeuter in die Mitte, und links Götze oder Draxler.

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sanojb 17. Juni 2016 um 12:40

Wobei mit Sane ja durchaus eine dribbelstarke Option für den Flügel auf der Bank sitzt. Er hat schon in der Champions-League gezeigt, dass er auch großen Aufgaben (zumindest phasenweise) gewachsen ist. Natürlich wird er dem Spiel nicht komplett seinen Stempel aufdrücken, aber er kann mMn für die 1-2 besonderen und wichtigen Momente sorgen. Mindestens als Einwechselspieler sollte er eine Chance erhalten.

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Josef 17. Juni 2016 um 13:40

Gar keine Frage: Mit Ball am Fuß ist Kimmich bärenstark. Aber zugespitzt formuliert ist er das u.a. deshalb, weil er den Ball nie lange am Fuß hält sondern schnell und gut weiterspielt.
Die Frage ist ob er das richtige taktische und strategische Gespühr für die Rolle als offensiver AV hat. Und das weiß ich nicht.

An Sane hab ich auch schon mehrfach gedacht.

Ich rechne gegen Nordirland mit einer deutlich mutigeren, offensiveren Strategie, zumindest wenn wir Platz 1 wollen. Man muss damit rechnen, dass die Ukraine gegen Polen abschenken wird, also kann es ein Wettschießen um Platz 1 werden.

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FAB 17. Juni 2016 um 10:31

Man sollte aber auch bedenken es ist nur Vorrunde. Noch dazu eine Vorrunde, in der die Topteams fast gar nicht ausscheiden können, die also eher noch eine Verlängerung der Vorbereitungszeit darstellt.
Es geht also nicht darum alles in Grund und Boden zu spielen, sondern darum sich als Mannschaft zu finden, möglichst alle Spieler bei Laune zu halten und nochmal ein paar Dinge auszuprobieren.
Ob Deutschland nun 1. oder 2. wird, ist für den weiteren Verlauf vollkommen egal.
Mein einziger Kritikpunkt an Löw wäre, dass er das Polen-Spiel auch dazu hätte benutzen können, um z.B. Gomez ein Spiel von Anfang an zu geben. Nicht weil Gomez jetzt die Lösung gebracht hätte, sondern damit er eine Chance bekommen hätte, sich in die Mannschaft zu finden und sich zumindest als Alternative hätte anbieten können (oder eben auch nicht). Strenggenommen geht die EM doch erst ab Viertelfinale richtig los. Erfahrungsgemäß wird dann nochmal auf Reset gedrückt, was davor war, zählt nicht mehr und dann kommt es eben darauf an ob eine Mannschaft gefunden hat, mit Spieler die zusammenpassen und seine beste Form findet. Die 11 die gegen Polen gespielt hat scheint mir dabei noch nicht optimal zu sein. Wie aber die beste 11 aussieht, Gomez statt Götze, Schweinsteiger statt Draxler .. das muss Löw halt nun ausprobieren.

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ES 17. Juni 2016 um 10:30

Kimmich und Sané auf rechts, Müller in die Mitte, dafür Draxler oder Götze draußen. Ist zwar defensiv rechts deutlich anfällger, wird aber egal sein gegen Nordirland, weil der Rest der Mannschaft das auffängt. Sané macht die Dribblings, die mal so eine defensive Formation zerfetzt. Gegen Polen unklug, weil Sané 3 von 5 Dribblings verliert und den Polen 1a-Konterchancen gegeben hätte. Aber gegen Nordirland….

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ES 17. Juni 2016 um 10:18

Schwache Standards waren ein echtes Problem. Wenn eine Mannschaft so kontrolliert feldüberlegen ist, aber gegen eine starke Abwehr die Durchschlagskraft aus dem Speil heraus fehlt, dann gibt es zumindest Chancen durch Ecken. Dass dabei bei Höwedes, Hummels und Boateng so wenig rauskommt, ist erstaunlich.

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Gh 17. Juni 2016 um 10:16

Generell denke ich, dass der moderne Nationalmannschaftsfussball daran scheitert, die individuelle fussballerische Überlegenheit auszuspielen. Mag daran liegen, dass man zu sehr beschäftigt ist die unvermeidlichen taktischen Bruchstellen zu kitten. Würde mir Mut zur Lücke bei Fokus auf individuelle Stärken wünschen. Teams mit solider disziplinierter Taktik stellen die Grosskopferten vor immense Probleme, die diese häufig erst in den Schlussminuten lösen können, wenn die „Kleinen“ körperlich platt sind. Polen wirkt physisch sehr auf der Höhe, Teams diesen Kalibers könnten diesmal ne grosse Rolle spielen. Sensationssieger a la Griechenland wär schon was Feines. Oder wieder Spanien, weil taktisch kohärent plus Iniesta.

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Tom 17. Juni 2016 um 09:57

Nächstes Spiel wird 3 er-Kette gespielt.
Hummels – Boateng – Mustafa
Kimmich- Kroos- Özil – hector
– Müller – Götze – Schürrle

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Jay 17. Juni 2016 um 09:40

Khedira ist einfach der falsche für die Aufgabe, eine tiefe Abwehr zu zerspielen. Warum nicht mal Weigl versuchen – so passsicher wie der ist wäre das kein Risiko. Fände ich spannend, den neben Kroos zu sehen. Und dass Höwedes als Rechtsverteidiger spielerisch zu schwach ist, sieht auch ein Blinder. Jeder Angriff war sofort beendet, wenn der Ball zu Höwedes gespielt wurde. Würde mich sehr wundern, wenn da nicht Kimmich oder Can gegen Nordirland starten würden. Dann bekommt der von Euch kritisierte Müller auch wieder mehr Boden unter die Füsse.

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ZY 17. Juni 2016 um 10:42

Sehe ich genauso, Khedira ist technisch zu limitiert für diese offensiv spielmachende Aufgabe. Gündogan wäre hier genau der Richtige gewesen (wenn Kroos tiefster MF ist). Warum genau hat Löw Tah statt Brandt nachnominiert?
Höwedes zieht es nicht nach vorne, aber leider blieb Hector zusammen mit Draxler auf links auch sehr wirkungslos. Dribblings oder Durchbruchversuche gab es kaum, evtl. aus Angst vor Ballverlust und Kontern?

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voetball totaal 17. Juni 2016 um 11:50

Es ist halt recht unglücklich, dass der defensivste AV der N11 hinter dem RA spielt, der am ehesten bzw. immer in die Mitte zieht. Da sind Löcher auf dem rechten Flügel vorprogrammiert. Diese Lücke soll dann Höwedes ohne jegliche Unterstützung stopfen und gleichzeitig hinten alles dicht halten. Dafür ist Höwedes mMn einfach der falsche Spielertyp und wird dort von Löw falsch eingesetzt. Von dem Gedanken, dass Höwedes iwie offensiv Gefahr ausstrahlt sollte sich Löw vlt langsam verabschieden. Das wäre meine neue Wette gegen den N11 Co-Trainer: ich wette, dass die N11 während des ganzen Turniers kein Tor nach Vorlage von Höwedes auf rechts außen schießt!
Mir hat Emre Can im letzten Testspiel vor der EM echt gut gefallen, er sollte mal eine Chance bekommen, da er einfach ein technisch versierterer Spieler als Höwedes ist und auch mal Flanken schlagen kann, die wenigsten innerhalb der Grenzen des 16ers runterkommen.
Des Weiteren ist mir aufgefallen, dass Draxler nicht den Weg zur Grundlinie sucht, sondern immer nach innen zieht und dann feststellt, dass mind. 8 Gegner zwischen ihm und dem Tor stehen. Das macht ihn ziemlich berechenbar und ist für die gegnerischen AV natürlich viel zu leicht zu verteidigen.

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Partizan 17. Juni 2016 um 15:15

Can wäre auch in meinen Augen die einzige Alternative zu Höwedes. Technisch sowie im Kombinationsspiel ist er ein klares Upgrade zu Höwedes, ein Alves ist er aber ebenfalls nicht.
Ich denke aber nicht das Löw die Startelf groß verändern wird, wenn dann wird es wohl Draxler erwischen falls Löw überhaupt noch Änderung vornehmen wird.

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GatlingJ 17. Juni 2016 um 09:34

Wenn ich mir die weiteren Kommentare nach meinem durchlese, scheint ja die Position und Personalie von Schweinsteiger wie von mir selbst recht hoch eingeschätzt zu werden. Tatsächlich spielt Löw ja nicht „traditionell“ wie bei der WM 2014, denn da war 4-1-2-3 mit eben einem zentralen 6er, jetzt lässt er auf 4-3-2-1 spielen. Meine Befürchtung ist mittlerweile, dass diese Gedöns herum um Schweinsteiger alles nicht so easy ist, wie das außerhalb der N11 ankommen soll. Es mag ja sein, das er grundsätzlich schmerz- und Beschwerdefrei ist, aber möglicherweise ist seine Ausdauer stark im Soll. Nur wie soll er die während einem Turnier trainieren und verbessern wenn er keine Spieleinsätze bekommt!?! Glaubt Löw im Ernst, dass er ihn etwa einschließlich AF draussen lässt und er dann im VF 90 oder 120 min aus dem Nichts zur Verfügung steht?

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Josef 17. Juni 2016 um 09:54

Trotz der etwas tieferen Position von Özil im Vergleich zu Draxler und Müller würde ich die gestrige Formation nicht als 4321 bezeichnen. 4321 meint ja in der Regel eine Tannenbaum-/Keil-Ausrichtung. Das war bei Draxler/Müller nicht der Fall.

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GatlingJ 17. Juni 2016 um 11:00

meinte natürlich nicht 4321 sondern 4231, mein Fehler. Gemeint war, dass bei WM eben ein zentraler 6er spielte, zuerst Lahm, dann Schweinsteiger. Und beide fehlen leider, Lahm grundsätzlich und Schweinsteiger wird nicht mal eingewechselt, obwohl öffentlich immer wieder auf „er ist fitter als vor der WM“ und so weiter gemacht wird.

Bei seinem Fitness Zustand stimmt was nicht, was aber nur intern bekannt ist. Jedenfalls wird diese Behauptung immer wahrscheinlicher, je mehr er keine einzige Einsatz-Minute bekommt.

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sanojb 17. Juni 2016 um 12:50

Ich vermute sogar, dass Schweinsteiger bei dieser EM grundsätzlich keine große Rolle spielen soll. Er ist der Kapitän und wird noch ein paar Minuten bekommen. Intern ist mMn aber bereits klar, dass mit ihm als wichtige Säule auch in der KO-Phase nicht geplant wird. Dazu kommt er auch einfach auf zu wenig Einsatzzeiten während der Saison. Andere Spieler (Kimmich, Weigl) haben sich in den Vordergrund gespielt und stehen „voll im Saft“.

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Koom 17. Juni 2016 um 13:07

Naja, Schweinsteigers Spielzeit ist um Faktor unendlich höher als der von Weigl und Kimmich zusammengerechnet. Ich vermute sogar, dass das so weiter gehen wird. Wenn gegen Nordirland keiner der beiden spielt, dann spielen die im Restverlauf des Turniers nur dann noch mal ne Rolle, wenn Sperren oder Verletzungen kommen.

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dis 17. Juni 2016 um 14:12

Schweinsteiger wurde im Prinzip damals seit der Niederlage gegen Italien und spätestens bei der letzten WM kaputt gespielt, der hat sich seit dem nie wieder berappelt, oder war mal eine konstante Zeit richtig fit. Der ist, leider, fertig.
Am Ende wird sich zeigen, ob man nicht doch einsatzfähige Spieler hätte mitnehmen sollen statt Planstellen mit Schweini, Poldi und Co. zu besetzen


Dummbeutel 17. Juni 2016 um 09:18

Vorweg: Ich habe nicht die Ahnung, die die meisten haben, die hier posten. Ich traue mich aber trotzdem mal, eine ketzerische Frage zu stellen: Kann es sein, dass die deutschen Offensivspieler das letzte bisschen technischer Extraklasse vermissen lassen, die es braucht, wenn man ein Kombinationsspiel gegen derart tief stehende Gegner durchbringen will? Du brauchst dann eben Spieler, die mit starken, dynamischen Dribblings Raumgewinne erzielen oder dies mit engen, blitzschnellen und präzisen Kombinationen erzwingen. Bei den Deutschen sieht man stattdessen Ballgeschiebe um den Strafraum, einen versuchten Pass in die Spitze und dann Ballverlust oder Rückpass.
Götze zuzusehen ist eine Qual. Man WEIß einfach, dass er vielleicht an einem ohne Raumgewinn vorbeigeht, aber am zweiten hängen bleibt. Müller verspringt bei Anspielen in die Enge der Ball zu weit, so dass er keine kombinative Dynamik erzeugen kann. Für Özils Pässe fehlt die Abstimmung im Timing und den Laufwegen. Khedira, Draxler, evtl. auch Müller, bestimmt auch Schürrle sind einfach besser, wenn sie etwas mehr Platz haben bzw. ungleich schlechter, wenn sie ihn nicht haben.

Das Muster ist ja nichts Neues: Deutschland beißt sich vorne fest und bleibt ungefährlich, die besseren Chancen hat mit deutlich einfacheren Mitteln der Gegner. Das weiß inzwischen die ganze Welt – und der polnische Trainer hat es in der Pressekonferenz ja so unverblümt wie triumphierend als Grundlage seines Matchplans offenbart.

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sverebom 18. Juni 2016 um 05:37

Es hängt wohl weniger am kreativen Potential der Spieler, sondern vielmehr an der Umsetzung des Potentials. Um es in einer unsäglichen Motorsport-Metapher auzudrücken: Der Motor ist, aber das Getriebe hakt, und die Reifen bringen die Power nicht auf den Boden. Die Zahnräder im Offensivspiel greifen nicht gut ineinander, was der Artikel ausführlich dargelegt hat. Im Angriff fehlt oft die letzte Abstimmung, und einige Spieler haben in dieser Aufstellung vielleicht auch nichts verloren (auf jeden Fall nicht in ihren zuletzt zugewiesenen Rollen). So können die eingesetzten Spieler ihre natürlich Fähigkeiten nur schwerlich ausspielen. Und das Resultat ist dann ein erbärmliches Gewürge.

Die gute Nachricht ist, dass wir eigentlich genug Optionen im Kader haben, um über die taktische Ausrichtung und das eingesetzte Personal zumindest einiger dieser Mängel abzuschalten. Wir müssen diese Optionen nur nutzen, und wenn nicht gegen den wahrscheinlich schwächsten Guppengegner, wann denn dann?

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Koom 17. Juni 2016 um 08:07

Solide Leistung gegen den stärksten Gruppengegner. Das man sich nach dem Ukraine-Spiel etwas mehr auf die Defensive konzentrierte, war zu erwarten.

Vorne scheint mir etwas die Eingespieltheit zu fehlen. Müller findet keine Räume, Götze ist kein (momentan notwendiger) Strafraumstürmer. Bei Draxler fehlen mir etwas die klaren Aktionen.

Ich wiederhole mich, aber: ein 6er würde der Mannschaft gut tun. Er würde Kroos (und Khedira) in ihrer Aufgabe spürbr entlasten und würde neue Wege und Optionen ermöglichen. Und über Gomez muss man auch zwingend nachdenken und ihn starten lassen. Götze spielt nicht schlecht, aber in der Offensive sind momentan zu viele Spieler, die einen Zielspieler vermissen (Draxler, Özil, Götze selbst) und Müller bräuchte einen, der ihm Räume schaffen könnte.

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felixander 17. Juni 2016 um 09:23

Meinste, Gomez findet noch rein?
Ich wünsch es mir, aber sein Kurzauftritt (ich weiß, die liebt er nicht) gestern gibt mir jetzt wenig Hoffnung, dass es mit ihm deutlich besser läuft.

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Koom 17. Juni 2016 um 09:28

Ich würde es mir auf jeden Fall wünschen.

Gomez ist zum einen kein Joker, zum anderen war das Spiel da schon zu verfahren. Nimmt man jetzt insbesondere mal die ersten 20 Minuten vom Spiel, dann wäre Gomez da Gold wert gewesen. Polen war noch unsortiert, Deutschland noch etwas offensivfreudiger – da hätte Gomez vermutlich zugeschlagen (oder wie gesagt: den Raum geschaffen für andere).

Ist übrigens auch kein Veto gegen Götze. Fand den nicht so schlecht, aber es tut ihm besser, wenn er mit Tarnkappe reinkommen kann. Gomez wuchtet eine Abwehr durchaus müde, der sehr anders geartete Götze sorgt dann nach einem Wechsel für große Probleme. Nimmst du so einen Fixpunkt wie Gomez raus, ist das wie, wenn du den Stöpsel in nem vollen Waschbecken ziehst. 😉

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Truu 17. Juni 2016 um 07:55

Ich bleibe dabei: Der Deutschen Mannschaft fehlt ein zentraler 6-er. Khedira und Kroos als Hybrid-Spieler fuehrt dazu, dass zum einen eine geringere defensive Stabilität vorhanden ist, und zum anderen diese beiden als Anspielstationen im letzten Drittel fehlen, umgekehrt wären sie näher an den Stürmern positioniert, womit eine bessere Synchronität herzustellen möglich gewesen wäre.

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HW 17. Juni 2016 um 07:42

Auch mir ist das Spiel im letzten Drittel aufgefallen. Ich erwarte da die tödlichen Pässe von Kroos, Özil & Co. auf Spieler die hinter die Abwehr starten – sei es im Zentrum oder auf den Flügeln (für Hereingaben). Leider wurden diese Pässe selten gespielt. Man spricht gerne von Handball um den Strafraum. Das liegt oft an der fehlenden Synchronisation. Ein deutscher Spieler empfängt den Ball, will weiterspielen und dann entsteht erst Bewegung. Da geht einfach Zeit/Dynamik verloren. Der nächste Pass geht dann wieder in den Fuß und nicht in den Lauf eines Mitspielers.
Ein Problem ist sicher, dass Höwedes kein Dani Alves ist und daher nicht alleine rechts die Angriffsgefahr und Breite darstellen kann. Vielleicht sollte man gleich Müller diese Breite geben lassen und dafür im Zentrum einen anderen Spieler nach vorne drücken. Aber es liegt glaube ich auch daran, dass die Spieler im Zentrum nicht genug Dynamik in die Tiefe zeigen.

Das Gute am Joker André Schürrle ist, dass er diese Bälle in den Lauf gespielt bekommt. Da funktioniert es dann, auf dem Flügel zumindest.

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olaf 17. Juni 2016 um 02:17

Also Deutschland hatte weder gegen die Ukraine noch gestern gegen die Polen ein (klares) Chancenplus. Die Franzosen überzeugen genauso wenig wie die Belgier oder die Engländer. Auf Grund des Gezeigten sehe ich momentan die Spanier als Favoriten (schade gab es zum Spanienspiel keine Analyse), wobei diese die Leistung gegen die Tschechen heute Abend zuerst mal bestätigen müssen…

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HW 17. Juni 2016 um 13:35

Noch sind nicht einmal zwei Spieltage beendet. Ich tue mich da schwer Favoriten zu nennen. Genauso wie es schwer ist jetzt schon den Spieler des Turniers zu kennen.

Ich denke, Gruppen mit nur drei Spieltagen und eine ‚Durchfallquote‘ von 1/3 sorgen dafür, dass die Gruppenspiele fast KO Spiele für die Außenseiter sind. Es geht nur darum ein gutes Ergebnis zu erzielen und den Schaden in den anderen Spielen gering zu halten. Dadurch stehen die sogenannten Favoriten fast immer vor Gegnern, die nicht mitspielen wollen. In den eigentlichen KO-Runden wird das anders aussehen.
Dazu müssen die großen Teams ihr Turnier managen. Die Spieler kommen aus einer langen Saison und die wenigsten Nationalteams sind eingespielt. Da bietet es sich an noch in der ersten Turnierwoche am Feinschliff zu arbeiten, auch damit einem hinten raus nicht die Luft ausgeht.

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Sir Hadinger 17. Juni 2016 um 01:23

Offensive gewinnt Spiele, Defensive Turniere. So hätte ich die Auftritte der deutschen NM bisher eingeordnet. Zusehends wird auf die Spielkontrolle geachtet. Dadurch geht die Dynamik verloren. Auch das System spricht dafür 4-2-3-1. Keine Experimente. In Summe finde ich das beruhigend, denn offensiv hat de Mannschaft immer Potential. Eine sichere Defensive war eigentlich bis auf die WM 2014 das Problem. Bisher versuchen sie immer die Räume zu verknappen. Dadurch denkt sie Mannschaft eher defensiv als offensiv. Aber kann auch täuschen…

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AK 17. Juni 2016 um 07:10

So doll war die Defensive aber auch nicht. Das gesamte Spiel war chancenarm, aber die besseren Chancen hatten die Polen! Gegen Ende des Spiels hätte Löw ruhig noch mit einem dritten Wechsel taktisch etwas probieren können. Obwohl Höwedes defensiv gut steht und offensiv wie defensiv die Kopfballstärke bei Standards erhöht, würde ich an Löws Stelle gegen Nordirland mal mit Kimmich experimentieren (wenigstens für 45 min), bevor die Gruppenphase vorbei ist. Höwedes bewegt sich gut auf der rechten Seite, aber spielt zu viele Sicherheitspässe, versucht es nie 1:1, spielt kaum vertikale Bälle und kreiert einfach keine Chancen (Hector flankt wenigstens mal ab und zu).

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ES 17. Juni 2016 um 10:10

Ich gehe fest davon aus, dass Kimmich gegen Nordirland kommt. Der robuste Defensivbedarf ist deutlich geringer als gegen Polen (geringere Kontergefahr), und man brauch mehr spielerische Möglichkeiten, auf beiden Seiten, um den Riegel zu knacken

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GatlingJ 17. Juni 2016 um 00:09

Fakt ist mal das die letzten Pässe gefehlt haben oder nicht angekommen sind. Zweimal nur kam einer durch, einmal auf Özil in der Mitte und einmal auf Höwedes auf rechts.

Beim Interpretieren bin ich allerdings ziemlich ratlos. Im Vergleich zur WM Mannschaft fehlt offensiv ein Klose und ein Lahm von rechts. Klose hat jedoch gar nicht immer gespielt und Lahm auch erst ab VF auf der Außenbahn nach vorne.

-> Ich stelle mal die Frage, wie kann ein nahezu gleicher Kader so stark an Offensiv Durchsetzungsvermögen verlieren?
Mir fällt auf, dass an der letzten Linie, genau der zum Strafraum, die 1:1 Duelle vermieden wurden wenn gegangen, dann wurde der Zweikampf verloren. Mir fällt auf, dass in diesem Bereich keine Bissigkeit zu sehen war während in der Defensive definitiv mit Biss und Leidenschaft verteidigt wurde.

-> Das betrifft die ganze Offensiv Reihe, wieso schalten ausnahmlos alle am gegn. Strafraum einen Gang zurück? Fang jetzt nich wieder mit Özil und Götze an, genauso wenig bewirkt hat ein Müller und ein Draxler, auch Kroos oder Khedira haben dahingehend keine Wirkung gehabt.

-> Muss es vielleicht jetzt intern mal so richtig krachen!?! Soll der Boateng mal einen Wutausbruch fahren und einen Streit anzetteln. Das ist doch alles zu viel „Wir ham uns alle lieb“ Kuschel-Blödsinn. Die sollen jetzt mal bei der Mannschaftssitzung kräftig aneinander rasseln – das ganze Harmonie Gequatsche geht mir gehörig auf den Sack. Wenn die in der KO Runde weiterkommen wollen, dann sollten sie mal mindestens intern Tacheles reden und nicht immer mit der „guten Stimmung“ ankommen – wenn die „gute Stimmung“ wollen sollen sie auf ne Party gehen, aber eine EM gewinnst Du nicht mit pausenlos guter Stimmung.
So, musste mal raus. Leider glaube ich das an meiner rant was dran ist, da stimmt irgendwas an der Einstellung nicht, von außen wohl nicht zu konkretisieren.
Sind die Elemente Lahm als Kapitän und Schweinsteiger als fehlender Kapitän möglicherweise doch viel einschneidender für ein Turnier als man es vorher dachte?
Schweinsteiger ist im Kader – ok – aber lediglich auf der Bank bewirkt er nur einen Bruchteil als wenn er auf dem Platz agiert, selbst wenn es nur eine Halbzeit ist.
Wird da nicht seine Fitness schöngeredet? Sollen wir das ernsthaft glauben, dass er jetzt in der Gruppe fast null spielt und im AF/VF… auf einmal 90 oder 120 Minuten?

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HW 17. Juni 2016 um 09:26

Ist für Durchschlagskraft wirklich so viel schlechter? Ich finde Deutschland hatte da immer Probleme. Die Polen sind nun auch noch eine extrem defensivstarke Mannschaft.
Wir haben zwar die Spieler für die Schnittstellenpässe, aber entweder fehlt die Abstimmung oder es fehlen vielleicht die Spieler, die diese Pässe in Empfang nehmen. Gegen eine gute Strafraumverteidigung ist es natürlich immer schwer, aber auch die Spanier standen vor diesen Problemen (und haben oft erst durch Standards Speile entschieden). Man muss einfach schnell vor der Abwehr kombinieren und das Spiel verlagern um die Ordnung des Gegners zu brechen. Dann kann man irgendwann mal den tödlichen Pass spielen, sei es vertikal oder diagonal, oder auf die freie Seite wechseln.
Aber dafür muss das Spiel im letzten Drittel sehr gut synchronisiert sein, man braucht Geduld und Übersicht, die Ballverarbeitung muss gut und schnell sein. Und man muss den Mut haben die tödlichen Pässe zehn Mall als Fehlpässe zu spielen bis er dann ein mal ankommt. (Die Fehlpässe müssen dann als direkt in Gegenpressing münden.)

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CHR4 17. Juni 2016 um 22:59

1. weniger Durchschlagskraft als … ? vll. verklärt hier das glorreiche 7:1 etwas die Erinnerung, aber im VF gegen Frankreich hat’s eine Standardsituation gebraucht, im Finale ein Traumtor, vom AF möchte ich gar nicht reden …
2. Lahm ist für mich immer noch einer der Spieler mit den präzisesten Hereingaben, Schweinsteiger ist noch nicht voll da – daher darf man meiner Meinung nach höchstens Gruppenphase mit Gruppenphase vergleichen … (auch bei der WM fand ich Schweinsteiger rein und Lahm wieder als RV als die wichtigste positive Veränderung) – und Klose ist nicht umsonst WM-Rekord-Torschützenkönig und der Spieler mit den meisten Treffen für die N11 … reicht das nicht als Erklärung? ok dan noch
3. zu dieser Zeit haben Schweinsteiger, Kroos, Lahm und wie jetzt auch Neuer, Boateng, Müller in EINEM Verein gespielt und über Jahre zusammen trainiert, d.h. über die Hälfte der Mannschaft waren TOP EINGESPIELT. Wie viele hier schreiben geht es im letzten Drittel ums Feintuning (passende Anspiele, Laufwege, Raumbesetzung, Timing). Kroos spielt seit 2 Jahren woanders, Schweinsteiger seit einem und ist noch nicht voll da, Lahm gar nicht … – ok dafür gibt es jetzt Götze, aber dem fehlt einfach nach der Verletzung noch was: Macht in der Summe statt nem kompletten eingespielten 6-Mann-Block von vorne bis hinten, 2 hinten und 1,75 vorne die öfter zusammenspielen.
Der feingetunte, eingespielte Block/Netz nochmal als Vergleich:
2014:
——————NEUER————–
LAHM-BOATENG——mh—–bh
——–SCHWEINSTEIGER——–
MÜLLER—–KROOS———-mö
——————-mk—————–
Da kann z.B. Lahm rechts wunderbar nach vorne gehen und Müller einrücken. Man kann auf rechts verlagern und hat da kombinationsstarke Abnehmer mit Özil, Klose (Kroos). Einfach viele Möglichkeiten, da kann man vertraften, dass der LAV nicht soviel Offensivpotential hat.
2016:
——————NEUER————–
bh—–BOATENG——mh—–jh
———–sk————-tk———–
MÜLLER——–mö———-Jd—
—————–GÖTZE————-
Es geht fast alles über links (und da ist Hector halt um Längen von der Weltklasse eines Lahm entfernt) und wenn auf rechts verlagert wird tun sich Müller und Höwedes schwer die Verlagerung schnell umzusetzen … und schon ist die Abwehr wieder auf die Ballseite verschoben.

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HW 17. Juni 2016 um 09:50

Und was soll ein Streit bringen? Damit muss sich nichts ändern, außer vielleicht ein stärkerer Vertrauensverlust.

Das Harmoniegequatsche ist nach außen richtig. Man muss nichts für die Medien inszenieren, aber man muss auch nicht in den Tim Wiese Modus schalten und Aktionismus vortäuschen. Intern werden alle kritisch miteinander umgehen, darauf kommt es an. Kritisch, nicht streitsüchtig!

Ich weiß auch nicht was das Problem ist. Deutschland steht nicht vor einer Katastrophe. Vier Punkte nach zwei Spielen ist eine normale Ausbeute. Das Team hat sich vom ersten zum zweiten Spiel gesteigert und kann sich weiter steigern. Warum soll man da jetzt ganz andere Baustellen aufmachen.

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Koom 17. Juni 2016 um 10:46

Nachdem jetzt fast alle die Nationalhymne singen, ist ein Streit halt das nächste, was eindeutig fehlt. Danach kommt vermutlich das fehlende Saufgelage und das einer im Spiel mal einen übel umgrätscht, um ein Zeichen zu setzen. 😉

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GatlingJ 17. Juni 2016 um 12:08

„Streit“: war pointiert gemeint, sie müssen aber intern mal alle Schwächen ansprechen, dass das gemacht wird ist aktuell nicht mein Eindruck.

Koom: Mein Kommentar zielt letztlich darauf, dass es nichts bringt jetzt die halbe Mannschaft auszutauschen, es bringt auch nicht drei Jungspunde auf einmal (Kimmich, Waigl, Sane) zu bringen – die werden in der Masse von erfahrenen Gegner absorbiert.
Das führt zu der Frage, wie so eine Offensiv-Vorstellung zu erklären ist. Und da sind für mich fehlende Bissigkeit im Zweikampf, fehlendes Timing und fehlender Wille den Torschuss zu suchen ganz oben auf der Liste. Diese Dinge liegen leider in der Einstellung und im Training.
Es wird im TV-Interview zwar immer fleißig erwähnt „wir wollen Titel gewinnen“ usw., aber in keinem der beiden Spiele habe ich diese Einstellung auf dem Platz gesehen.

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felixander 17. Juni 2016 um 12:35

Hat man ja bei Belgien schöne gesehen, was der anwesende „Wille den Torschuss zu suchen“ bringt.

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Koom 17. Juni 2016 um 12:40

Ich fand beide Auftritte der Deutschen gut, es ist eine klare Entwicklung zu erkennen. Aber das Problem ist ja meistens: Wenn man nicht alle 5 Minuten ein Forechecking auf den Torwart anbringt oder einen umgrätscht, dann ist das halt eine leidenschaftslose Vorstellung. Und die deutsche Offensive besteht aus braven frisierten Jungens, da ist keine schlechtgelaunte Offensivkante drin.

Jaja, ist provozierend.

Meine Meinung: Offensiv alles ok. Die Eingespieltheit fehlt ein wenig, wenn des Gegners Defensive ihrerseits mal steht. Da ist das Kernproblem. In den ersten 20 Minuten zerwirbeln wir jeden Gegner – treffen aber nicht. Deswegen wäre mir Gomez mal ganz lieb von Beginn an. Gute Form, klares Profil – da wäre mal ein Fixpunkt für die ganzen Wirbler um Özil im Strafraum.

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HW 17. Juni 2016 um 13:43

Haben wir den Beweis, dass intern nicht Klartext gesprochen wird? Das ist mir alles zu polemisch und spekulativ.

Jedes Spiel bringt neue Aufgaben und Verbesserungsmöglichkeiten hervor. Das liegt in der Natur der Sache.
Viel schlimmer fände ich es, wenn wir den Spielern jetzt schon auf die Schultern klopfen würden. Kein Turnier wird am zweiten Gruppenspieltag gewonnen.

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Chris 17. Juni 2016 um 17:10

Wie oft muss man sich – ausgerechnet als Teilnehmer im SV-Forum – noch anhören, dass einem Fußballprofi, der Ego-, Bonus-, Ruhm-, Ehre- oder vielleicht sogar intrinsisch motiviert seit Kindesbeinen an spielt, „die Einstellung“ und ausgerechnet der „Wille den Torschuss“ zu suchen (ich könnte ja verstehen, wenn es bei einigen Divenstürmern hieße „die Defensivarbeit“), und nochmal ausgerechnet: in einem EM-Spiel fehle.
Bitte solchen Unsinn in Zukunft unterlassen, und ggf ins Bild-Forum wechseln, wenn dir nach 4 Punkten aus zwei Spielen schon die Düse geht. Danke!

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HW 17. Juni 2016 um 19:55

Ibrahimovic singt die schwedische Nationalhymne auch nicht mit. Aber der ist auch nur Standfußballer.

sverebom 18. Juni 2016 um 05:48

Was für den Zuschauer wie ein Mangel an Wille aussieht, ist in der Regel ein Abstimmungsproblem. Die Spieler haben ohne Zweifel den nötigen Willen. Einzig ist die taktische Ausrichtung so verdreht, dass sich die Spieler oft schwer tun, die Räume und Laufwege nicht erkennen, keine Anspielstationen anbieten und keinen Kombinationsfluss etablieren können. Im Resultat drehen die Spieler dann ratlos vor der gegnerischen Abwehr ab, und Zuschauer, Sportjournalisten und Der Spiegel faseln dann was von mangelndem Einsatz.

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rodeclown 16. Juni 2016 um 23:45

Auch wenn es keine Rolle mehr spielt finde ich es bei der aktuellen Spielanlage der Deutschen schon sehr unverständlich, warum Brandt nicht dabei ist. Gerade umrahmt vom dermaßen dominanten Kroos, hinterlaufendem Hector und Götze und Özil in den Halbräumen/Zentrum müsste man sich so einen einrückenden, kombinativen und im Positionsspiel starken Spieler wie Brandt doch wünschen? Die größere Durschlagskraft von Draxler (und gegen müde Verteidiger auch Schürrle) ist dagegen in der Rolle doch kaum zu gebrauchen, da durch das deutsche Spiel die gegnerische Mannschaft ja permanent auf die Seite geschoben ist.

Alternative dazu wäre wohl auch Khedeira rauszunehmen und einen aus Weigl/Schweinsteiger zu bringen oder halt Kimmich als einrückenden rechten AV. Das würde das Spiel wohl etwas mehr balancieren und damit auch auf den Linken Flügel etwas Räume für Draxler schaffen.

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pb 17. Juni 2016 um 01:00

Brandt soll angeblich schon im Trainingslager mit dem Druck überfordert gewesen sein. Als Spielertyp hätte ich ihn auch gerne im endgültigen Kader gesehen, gerade weil er diese andere Option bietet.

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Todti 17. Juni 2016 um 05:18

Wie äußert sich denn, dass jemand mit dem Druck überfordert ist? Keine rhetorische Frage oder Kritik, darüber hatte ich tatsächlich nichts gelesen. Gab es dazu konkrete Aussagen?

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HW 17. Juni 2016 um 09:42

Keine Leistung? Kann die gestellten Aufgaben nicht erfüllen?

Aussagen, dass oder wie sich ein Spieler im Trainingslager gemacht hat, erwarte ich nicht. Vor allem keine negativen Aussagen. Sowas würde dem Spieler ewig nachhängen. Was gerade bei einem jungen Spieler eine Schande wäre.

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Todti 17. Juni 2016 um 22:39

Deswegen bin ich ja überrascht, dass er „angeblich schon im Trainingslager mit dem Druck überfordert gewesen sein“ soll.

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pb 17. Juni 2016 um 23:49

Das kam auch nicht über offizielle Kanäle sondern geht als Gerücht in diversen Foren herum. Deswegen ja auch das vorweg gestellte angeblich.

HW 18. Juni 2016 um 10:06

Wann denn sonst?

Aber wir sollten hier keine Gerüchte anheizen. Das wäre den Spieler gegenüber nicht fair.

Todti 17. Juni 2016 um 05:15

Ich denke, heute wurde (hinten heraus) einfach nur auf Sicherheit gespielt. Man hat weiterhin gute Chancen, als Gruppensieger in die K.O.-Phase einzuziehen, und das wollte man nicht verspielen, weswegen das Spiel durch die tiefe Positionierung und Ballzirkulation kontrolliert werden sollte. Ich vermute, wenn man auf Sieg hätte spielen müssen, wäre früher oder später der Wechsel von Schweinsteiger (oder Weigl) für Khedira gekommen, sodass sich Kroos in einer höheren Position befunden hätte. Mein Eindruck war, dass Khedira in der Schlussphase oder sogar großen Teilen der zweiten Halbzeit ein wenig überflüssig bzw. nicht die optimale Wahl war, da seine Weiträumigkeit und Dynamik weniger gebraucht wurde, als ein weiterer technisch und kombinativ starker Spieler im Zentrum. Als ich dann auf den Kader geschaut habe, ist mir allerdings aufgefallen, dass es soo viele Optionen dieser Art gar nicht gibt. Entweder man bringt Schweinsteiger/Weigl/Kimmich, wodurch Kroos weiter nach vorne geschoben wird, oder es kommt Sané. Aber so richtig überzeugende Optionen stehen gar nicht zur Verfügung, was, wie du bereits gessagt hast, auch daran liegt, dass Brandt nicht im Kader steht.

Davon abgesehen, wie bockstark ist Kroos eigentlich?! Ich sehe nicht allzu viele Spiele von Real, weswegen es mir regelmäßig entfällt, aber Kroos zuzuschauen ist purer Zucker. (Ähnlich, und auf etwas niedrigerem Niveau, ging es mir heute bei Rooney. Dass viele Engländer und/oder Journalisten ihn nicht richtig schätzen können, ist eine Schande.)

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HW 17. Juni 2016 um 09:45

Man kann auch Götze zurückziehen und Gomez oder Sané für Khedira bringen.

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rodeoclown 17. Juni 2016 um 10:07

Ja da sind wir sehr ähnlicher Meinung. Es muss halt irgendwie eine größere Variabilität in der Anbindung vom linken zentralen Halbraum (Kroos) gefunden warden. Aktuell gehen die Bälle von dort entweder in den rechten offensive Halbraum zu Özil, was zwar prinzipiell sehr wünschenswert ist aber eben auf Dauer auch vorhersehbar, oder eben auf den doppelt besetzten linken Flügel (ohne Mehrwert). Ob man nun den linken offensive Halbraum stärkt (Brandt ware da eben ideal, aber ich könnte mir auch einen Götze-Draxler Tausch vorstellen), den rechten zentralen Halbraum kombinativer besetzt (Weigl, Schweinsteiger, Kimmich/Can als einrückende RV) oder sogar den rechten Flügel mit direkteren Spielern besetzt (da ware dann Bellarabi als RV wieder schön gewesen) ist Geschmackssache.
Beim Löw’schen Sicherheitsfokus rechne ich persönlich mit einer Umstellung aufs 4-3-3 mit Schweinsteiger statt Götze/Draxler, wobei ich es mir nicht wünsche. Schweinsteiger als RZM würde zwar schick sein, aber Khedeira als defensivster 6er ist halt immer nur so naja und andersrum würde sich nicht viel zum jetzigen Spiel ändern.
Eine recht simple Umstellung ware vielleicht auch Sanè auf rechts und Müller auf links zu setzen, auch wenn ich kein großer Sané-Fan für diese Mannschaft bin.

Zu Kroos: Ja man vergisst manchmal wie gut und komplett der wirklich ist. In seiner fast schon mechanischen Präzision ist er da seit 2 Jahren eigentlich nur mit Messi zu vergleichen, wennauch natürlich auf sehr unterschiedliche Art und Weise. Aber diese pure Kontrolle, die seine Aktionen beherrscht (übrigens auch defensive mittlerweile) hat schon seine eigene Ästhetik.
Das seltsame bei Rooney finde ich ja, dass er selbst bei sehr guten Journalisten häufig kritisiert wird. Sogar in Analystenkreisen wurde ja vor der EM geunkt, dass eine Verletzung von Rooney das beste ware, was dem Kader passieren könnte. Mit Kane und Sturridge hat man ja nun auch extreme gute Stürmer im Kader, aber wann immer ich Rooney diese Saison als 8er gesehen habe hat er mir da auch sehr gefallen. Bei der EM für mich bislang ebenfalls bester Mann der Engländer, kann die öffentliche Meinung über ihn da auch nicht nachvollziehen.

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ES 17. Juni 2016 um 12:26

Das England-Spiel konnte man sich wirklich nicht anschauen, jede Aktion katastrophal. Der Einzige, der was Sinnvolles gemacht hat, und zwar konstant, war Rooney.

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HW 17. Juni 2016 um 13:46

Ich kann mir Weigel nicht wirklich als RV vorstellen. Dann kann man ihn oder Kimmich besser gleich als DM bringen, Kroos und Özil davor. Müller auf den Flügel und Höwedes defensiver oder sogar raus (sprich 3er-Kette).

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pb 17. Juni 2016 um 16:29

Im 4-3-3 gibt Schweinsteiger den defensivsten Mittelfeldspieler, nicht Khedira.

Ich könnte mich mit einer Umstellung gut anfreunden. So würden auch zwangsläufig mehr Staffelungen im Angriffsdrittel entstehen, dieses Handballspiel mit 5-6 Spielern auf einer Linie ist Quark.

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sverebom 18. Juni 2016 um 06:00

Das mag mit Sicherheit auch eine Rolle gespielt haben. Das Unentschieden hat der deutschen Mannschaft ja nicht wirklich weh getan. Man ist noch Gruppenerster, und der einfachste Gruppengegner kommt erst im dritten Spiel, während Polen die Ukraine erst einmal überwinden muss. Und bei dem zu erwartenden Sieg gegen Nordirland (ich will nicht überheblich wirken, aber als Weltmeister muss man die Nordiren schlagen) wird den Polen ein knapper Sieg gegen die Ukraine auch nicht zum Gruppensieg reichen. Kurzum, Vorteil Deutschland, und die größte Katastrophe wäre gewesen, wenn man diesen Vorteil durch einen dummen Konter verloren hätte.

Dieser Gedanke hat sicherlich auch in den Köpfen der Spieler gesteckt: Lieber abdrehen oder gar nicht erst bis in die Spitze gehen, als sich einen dummen Konter zu fangen. Bei aller berechtigter Kritik darf man nicht vergessen, dass Deutschland mehr zu verlieren als zu gewinnen hatte, und manchmal muss man auch „turniertaktisch“ denken.

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