PSG zlataniert inkonstantes Chelsea

chelsea1:2paris st germain

Chelsea gegen Paris: Dieses Aufeinandertreffen endete letzte Saison knapp für die Franzosen. Dieses Mal gingen die Pariser mit einer Führung ins Rückspiel, doch Chelsea hatte den Vorteil des Auswärtstors. Wie würde die strategische Herangehensweise der beiden Teams aussehen?

PSGs Pressing

Grundformationen

Grundformationen

Die Pariser starteten mit einem Tor Vorsprung in diese Partie, doch sie entschlossen sich – wohl auch aufgrund Chelseas Auswärtstor – zu einer dominanten Spielweise. Dazu gehört neben dem Ballbesitzspiel natürlich das Pressing. Die Franzosen stellten Chelseas Spielaufbau schon früh zu. Dafür wurde ein 4-1-4-1 genutzt, in welchem Matuidi und Rabiot durch Mannorientierungen auf Chelseas Sechser die Passoptionen Chelseas direkt versperrten. Weder Mikel noch Fabregas fanden die nötigen Freiheiten, um sich effektiv anzubieten oder in Ballbesitz das Spiel aufzubauen.

Mehrmals hatte Chelsea darum den Ball in der ersten Linie, ließ ihn aber meistens über Courtois, die Innen- und die Außenverteidiger zirkulieren, bevor er entlang des Flügels nach vorne transportiert wurde. Hazard und Pedro wurden dann häufig gegen mehrere Gegenspieler isoliert, Willian und Diego Costa sowie einzelne Vorstöße des ballnahen Außenverteidigers und Fabregas‘ konnten dies kaum verändern. Die meisten Flügelangriffe scheiterten darum beim Versuch in die Mitte zu kommen, wo Motta, Thiago Silva und Co. spätestens die Angriffsbemühungen beendeten.

Dabei hatte Hazard ein paar Mal die Möglichkeit, diese Spielweise PSGs etwas vor Probleme zu stellen. So gab es den zweiten Abschluss Chelseas in der zwanzigsten Minute durch Hazard, als sich die zentralen Mittelfeldspieler Chelseas bewegten und mannorientiert verfolgten – wegen Willians Bewegung musste nun sogar Thiago Motta heraus, wodurch Willian auf den weit eingerückten Hazard ablegen konnte. Diese Bewegungen hätte man deutlich stärker nutzen müssen; stattdessen wurden die Flügel unsauber bespielt und die Außenverteidiger PSGs konnten geschickt herausrücken und Drehungen in Richtung Trapps Kasten verhindern.

Chelsea war darum in der Anfangsphase im Spielaufbau komplett neutralisiert. Dazu hatten sie durch ihr kaum vorhandenes Pressing nur wenige Möglichkeiten effektiv zu kontern.

Chelseas 4-4-1-1 ohne große Veränderungen

Schon zu Saisonbeginn hatten wir in der Analyse zu ManCity gegen Chelsea geschrieben, dass Chelseas Pressing große Kompaktheits- und noch massivere Intensitätsprobleme habe. Dies war untypisch für eine Mourinho–Mannschaft, welche zumindest bei der Kompaktheit traditionell eigentlich eines der stärkeren Teams sein sollte. Nach der Entlassung Mourinhos hat sich wenig verändert. Zwar haben sich die Ergebnisse Chelseas wieder stabilisiert, doch man hat sich nur leicht verbessert.

Die Kompaktheit ist zwar grundsätzlich da, aber die Bewegungen sind nicht synchron; wer sichert ab, wenn er herausrückt? Wann rückt wer heraus? Das erzeugt auch Intensitätsprobleme. In der Anfangsphase verteidigte Chelsea dementsprechend passiv und konnte ansatzweise Räume versperren, doch sie rückten einige Male unpassend heraus und die spätestens in diesen Situationen waren die Abstände nicht mehr in Ordnung. Beim Gegentor war dies klar erkennbar.

Staffelung beim ersten Gegentor. Cesc rückt heraus, Di Maria steht offen und erhält den Ball. Er läuft mit Ball vor, Chelsea rückt nun zu langsam heraus, Ibrahimovic läuft sich frei.

Staffelung beim ersten Gegentor. Cesc rückt heraus, Di Maria steht offen und erhält den Ball. Er läuft mit Ball vor, Chelsea rückt nun zu langsam heraus, Ibrahimovic läuft sich frei.

Hier lockt PSG Chelsea sehr gut heraus, die letzte Linie der Blues lässt sich allerdings hinten binden. Di Maria wird von Nicht-so-der-Schulterblick-Fan Cesc Fabregas übersehen, erhält den Ball nach einem Direktpass und kann durch die weit offenen Räume aufrücken. Kenedy und Ivanovic können ihn nicht rechtzeitig stellen, Ibrahimovic reagiert perfekt und marschiert hinter die herausrückenden Spieler. Daraufhin spielt Di Maria auf Ibrahimovic, der ballfern aufrückende Rabiot erhält die flache Hereingabe am zweiten Pfosten.

Generell hatte Chelsea einige Probleme gegen PSGs Überzahlen und Ibrahimovics herausrückende Bewegungen. Auch Di Marias sehr freie Rolle wurde nicht sauber abgedeckt; die Intensitätsprobleme im passiveren Pressing erlaubten die simple Suche nach Schnittstellenpässen und offenen Positionen. Die Führung veränderte dies jedoch. Chelsea musste anders spielen – und stieß gezwungenermaßen auf eine funktionierende Spielweise.

Aggressives Pressing öffnet das Spiel

Kompaktheitsprobleme können – in bestimmten Situationen bzw. teilweise – durch eine höhere Intensität ausgeglichen werden. Chelsea war hierbei ein Paradebeispiel. Durch die geringe Intensität bei unsauberen Bewegungen konnte PSG nicht nur den Ball sicher laufen lassen, sondern hatte auch viel Zeit, um sich freizulaufen und nach offenen Räumen zu suchen oder diese zu kreieren. Sobald die Kompaktheit auch nur ein Bisschen nachließ, konnten Gegenspieler und Räume überspielt werden. Di Marias freie Bewegungen waren hierbei besonders wichtig.

Chelseas Pressingprobleme bei passiverer Ausrichtung, PSG kann sich flexibel bewegen. Bei Außenverteidigern und Sechsern öffnen sich Räume, ebenso bei unsauberem Verfolgen der Flügelstürmer.

Chelseas Pressingprobleme bei passiverer Ausrichtung, PSG kann sich flexibel bewegen. Bei Außenverteidigern und Sechsern öffnen sich Räume, ebenso bei unsauberem Verfolgen der Flügelstürmer.

Dank der erhöhten Intensität wurden diese Probleme geringer. Chelsea bewegte sich mehr und agierte generell dynamischer. Dadurch wurden solche offenen Räume oder Spieler, wenn es sie gab, direkt zugelaufen und die jeweiligen PSG-Spieler unter Druck gesetzt. Außerdem hatte PSG weniger Zeit, um als Team die passenden Strukturen zu kreieren und als Einzelspieler sich freizulaufen.  Dies erklärt auch, warum PSG später große Probleme hatte. Man war das aggressive Attackieren des Gegners nicht gewohnt, die eigenen Freilaufbewegungen passten nicht dazu. Besonders Thiago Motta sah sich einige Male unter Druck gestellt und verlor auch den entscheidenden Ball vor dem Ausgleichstreffer.

In weiterer Folge entwickelte sich ein offeneres, unterhaltsameres Spiel. PSG hatte Probleme an Chelseas Pressing vorbeizukommen und ließ einige vielversprechende Konter zu. Chelsea hatte aber nach wie vor gewisse Probleme in puncto Kompaktheit und konnte von Paris einige Male geschickt ausgespielt werden. Diese Varianz sorgte für Chancen auf beiden Seiten – mit Vorteilen für Chelsea, welche nach Balleroberungen den leichteren Weg zum gegnerischen Tor hatten.

Paris' Pressing.

Paris‘ Pressing.

Der angriffsbeschleunigende Effekt des Pressings der Blues sorgte nämlich ein paar Mal dafür, dass die Blanc-Elf überhastet attackierte. Mehrmals konnte man die offenen Räume Chelseas zwar bespielen, aber fand sich wegen des langsamen Nachrückens der hinteren Spieler plötzlich in einer isolierten Unterzahlsituation auf dem Feld vor. Der Ball wurde verloren, Gegenpressing war kaum möglich und Chelsea wieder am Ball. Am besten waren die Angriffe Paris‘, wenn sie über die engen Flügelstürmer offene Räume vorfanden und Chelseas Reaktion darauf bespielten.

Nach dem Ausgleich war darum die Frage, ob Chelsea weiterhin so pressen würde, aus einer rationalen Perspektive einfach zu beantworten: Ja, weil der Vorteil des Auswärtstors (bei einem 0:0 mit einem erfolgreichen Konter zum 0:1 wäre Chelsea weiter gewesen) weggefallen war und das Spiel mit Pressing schlichtweg deutlich besser funktionierte. Auch nach dem Seitenwechsel gab es keine Umstellungen auf beiden Seiten, woraufhin sich das Spiel so fortsetzte.

Chelsea begann aber nach ungefähr einer Stunde träger zu werden. Das Pressing war nicht mehr so dynamisch, häufiger wieder etwas tiefer und das Zulaufen offener Räume / Gegenspieler funktionierte nicht mehr so. In diese Phase fielen zwei Schlüsselereignisse: Costa musste ausgewechselt werden und wenig später erzielte Ibrahimovic nach einer Hereingabe Di Marias, der Azpilicueta nach einem tollen Pass Mottas davongelaufen war, das 2:1. Das Spiel war dadurch effektiv vorbei.

Staffelungen bei Paris' zweitem Treffer.

Staffelungen bei Paris‘ zweitem Treffer.

Fazit

Eine träge Anfangsphase mündete in einem sehr unterhaltsamen Spiel. Chelseas tiefes 4-2-3-1, welches ohne Ball zu einem passiven 4-4-1-1 wurde, hatte kaum Effekt auf PSG. Deren Pressing funktionierte besser und die ersten dreißig Minuten gehörten den Franzosen. Nach dem Rückstand presste Chelsea höher und aggressiver, kam besser in die Partie und zu ersten Chancen. Doch mit der Auswechslung Costas gingen auch die Kräfte verloren. Das Pressing wurde wieder tiefer und passiver, weswegen man nach dem zweiten Tor Paris‘ nicht mehr zurückkommen konnte.

P.S.: Eine gute Analyse von Oliver Kahn bei ZDF; Chapeau, werter Kollege!

AP 10. März 2016 um 13:18

Was hat der Titan denn trefflich analysiert? Hab leider weder das Spiel noch die Analyse gesehen.

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mb89 10. März 2016 um 13:03

gibts irgendwo einen link zur analyse von kahn auf zdf?

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drklenk 10. März 2016 um 14:10

In der ZDF Mediathek. Kurz nach Spielende. Analysiert u.a. Azpilicuetas mangelndes Umblickverhalten beim Gegentor und das Chelsea zu selten hoch und aggressiv gepresst hat, obwohl PSG da zu Fehlern neigte.

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Bernhard 10. März 2016 um 10:02

Sobald Chelsea aggresiver presste, wird auch von RM gut beschrieben, wirkte PSG sehr fehleranfällig, trotz einem relativ pressingresistentem Mittelfeld. PSG gegen Bayern – sollten sie weiterkommen – wäre spannend.

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felixander 10. März 2016 um 09:52

Ein merkwürdiges Spiel. Auf den ersten Blick unterhaltsam, weil Premiere-League-Style. Auf den zweiten Blick aber so viele haarsträubende Fehlpässe und Stellungsfehler.

Ich fand wie Dr. Acula Costa auch beeindruckender als Zlatan. Muss ein extrem ekliger Gegenspieler sein, weil er einerseits einfach nicklig ist wie Maik Franz, andererseits aber auch Physis mit herausragender Technik verbindet. Der strahlt einfach immer Gefahr aus.
Kann es sein, dass Lucas eine ähnliche Dribble-Quote hat wie Leroy Sané? Gefühlt blieb der bei 9 von 10 versuchen hängen.

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Mike the Knight 10. März 2016 um 10:31

Ich fand Costa auch sehr beeindruckend. Nach seiner Auswechslung hat man einen deutlichen Qualitätsverlust gesehen. Allerdings hat mir Zlatan auch sehr gut gefallen.

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HK 10. März 2016 um 11:52

Ich war von Costa nicht sonderlich beeindruckt. Er hatte am Anfang zwei gute Szenen. Gut dabei das Tor geschossen, ist natürlich nicht schlecht.
Aber danach hat er für mich gefühlt jeden Ball verdaddelt.

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Svenner 11. März 2016 um 14:34

Ich fand Costa und Ibra beide gut, aber auch mit erkennbaren Schwächen.

Costas Dynamik ist beeindruckend, auch seine Laufwege. Ohne ihn war Chelsea vorn gar nichts. Allerdings versucht er vielleicht noch ein bisschen zu viel allein. Beim 1:1 hat er Recht damit, als er sich schön 1 gegen 1 durchsetzt. Danach gab es weitere vielversprechende Konter nach Ballverlusten PSGs in eigener Hälfte, wo Costa aber zu eigensinnig war und gar nicht oder zu spät abspielt.

Ibra hat nicht (mehr) die Dynamik eines Costa. Logisch, er ist halt 34. Das wirkt oft ein bisschen fahrig-überheblich-langsam bei ihm, aber er hat natürlich immer noch eine super Technik, Übersicht und ausreichend Masse. Dafür sind Laufwege und Passspiel überragend. Die beiden Tore beweisen es. Richtig laufen und einfacher Pass oder selber aus 3m das Ding machen – da muss man auch nicht mehr der Schnellste sein.

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Martin01 10. März 2016 um 06:02

Ich fand den Spielaufbau und die fluiden Bewegungen von PSG sehr stark.
Maxwell und Marquinhos schoben weit vor, Matuidi und di maria mit sehr guten Bewegungen im Zentrum, Rabiot oftmals auch mit ausweichenden Bewegungen auf außen und Rabiot als Passmonster.
als 6er.
Chelsea stand mir meiner Meinung nach auch im Ballbesitz oftmals zu tief (zu viel Mann in der eigenen Hälfte).
Ich denke ein Matic und Oscar hätten vielleicht das Spiel von Chelsea beleben können, mit einer veränderten Grundaufstellung.

PS: Kurios war die Staffelung von Chelsea bei Abstössen von PSG, dass kurze herausspielen aus dem Sechszehner wurde zwar ab und an zugestellt, jedoch war man überhaupt nicht präsent in den Halbdistanzen?!

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Martin01 10. März 2016 um 06:03

Motta als Passmonster

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Bernhard 10. März 2016 um 10:00

Di Maria das Dribbelviech.

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backabua 10. März 2016 um 16:29

also feier nicht nur ich motta?
bis auf dem fehler vorm gegentor für mich der beste mann auf dem platz wie findet ihr ihn alle?:-)

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Valentin 11. März 2016 um 14:44

Motta ist meistens top, aber wie schon unten in einem Beitrag angemerkt war das nicht gerade sein bestes Spiel. War ja nicht nur beim Gegentor unter Druck schwächer als sonst eigentlich. Wie auch unten angemerkt hatte das sicher auch mit dem Verratti-Ausfall zu tun. Aber allgemein bist du hier ganz sicher nicht der Einzige, der Motta feiert 🙂

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Bernhard 12. März 2016 um 13:31

Motta und Verratti ist schon ein geniales und extrem pressingresistentes Mittelfeld. Kombiniert mit Di Maria und Lucas auf den Flügel ist die Konstellation nahezu unrealistisch gut.

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DerTitan 9. März 2016 um 23:09

Hier Oliver Kahn. Nur durch diese Seite war ich in der Lage, zum ersten Mal im Rahmen meiner ZDF-Tätigkeit eine exakte Aussage zum Spiel zu machen. RM rockt!

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Dr. Acula 9. März 2016 um 23:07

zuerst einmal ein dankeschön für die schnelle analyse RM!
ist nicht-so-der-schulterblick-fan-fabregas der nachfolger von laserpass-boateng? verwundert doch, dass er das ignoriert, obwohl er mit den meistern dieser kunst in spanien zusammengespielt hat.
einige dinge sind mir stark aufgefallen:
1. wie einfach chelseas spieler sich haben locken lassen. ich habe mir eben nochmal das 1 tor angeschaut, das ist ja fahrlässig. der fehler, den auch kimmich beim [1]:2 gegen juve gemacht hat, nämlich auf den ballführenden rauszurücken, anstatt den stürmer-laufweg zu beachten, machen hierbei 2 verteidiger auf die maximal dumme art und weise. di maria hätte sich den pass zu ibra sparen können, der passweg zu rabiat in der mitte war ebenso frei. die verteidiger laufen direkt nebeneinander auf di mario zu..
2. wie „verspielt“ in der defensive paris wirkt und sich trotz hier beschriebenen kompaktheits-problem im londoner pressing nicht spielerisch befreien konnten, sondern eklatante fehlpässe gespielt haben, bzw unnötige ballverluste hatten. wenn chelsea eine dieser bestimmt 10 chancen über 90 minuten besser nutzt, geht geht das anders aus. mittlerweile erkenne und schätze ich die defensive dreicksbildung (2 vertikale spieler + einer der breite gibt) von guardiola um das gegnerische pressing zu umgehen.

PS: titel mMn falsch gewählt. das wirklich interessante duell hierbei war doch diego costa gegen thiago silva. beides exzellente kicker. wie hätte sich thiago silva eurer meinung nach verhalten sollen, um die drehung und den abschluss des spaniers beim 1:[1] zu verteidigen?

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DRIV 9. März 2016 um 23:40

zu 1. Ich würde im allgemeinen meinen, dass CFC sich ein bisschen verzockt hat was den Plan für das Spiel angeht. Es sah so aus als wäre die Idee Paris auf die Außen zu locken und sich im Zentrum auf die Lufthoheit zu verlassen oder den Außen zu isolieren, bzw. sinnlose lange Bälle zu provozieren die Curtois dann abfängt umschnell zu kontern.

Paris ist darauf aber gar nicht eingegangen und hat Chelsea totgespielt, ewiges Verschieben ist schwer für den Kopf und eben auch irgendwann für die Beine. Abgesehen davon hat man ständig verpasst in kritische Pariser Situationen zu kommen. Also etrem lässiges Passpiel in Situationen wie man es in nem Rondo vielleicht macht.

Bezeichnend wie wenig aus diesen Situation schief gegangen ist aus Pariser Sicht. Da muss Chelsea einfach öfter da sein und mehr unterbinden. Aber ja, da fehlte wohl die Koordination im Team, mit nur 2-3 Mann und einer großen Lücke dahinter wirds schwer.

War glechzeitig meine Antwort zu zweitens.

Dennoch verdienter Sieg weil der Ansatz vom Fußball der Pariser deutlich besser war, sowohl off. als auch def.

Achja Ergänzung. Paris´ Art und Weise CFC auseinander zu ziehen hatte teilweise Ähnlichkeite mit dem BVB Stil der HInrunde, gegen recht tiefstehende Gegner.
Bei Chelsea war das grob gesagt, nicht halbes und nichts ganzes, strategisch gesehen.

PS was habt ihr denn hier auf SV.de ständig mit Guardiola, du dienst mir jetzt nur als Bsp.
Mag ja schick und clever sein, teilweise. Aber hier wird manchmal geschrieben als hätte er das Gegenmittel für Krebs gefunden. Es gibt genug andere Interessante Spielweisen. Darauf wird hier auch eingegangen, keine Fragen, aber im Verhältnis zu wenig.

Ich finde das nimmt langsam etwas Überhand.

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Dr. Acula 10. März 2016 um 11:19

naja das mit guardiola hat einige gründe, die ich mal versuche aufzuzeigen. 1. hat bayern die meisten fans im deutschsprachigen raum, somit ist die wahrscheinlichkeit hoch, dass ein großer anteil die bayern-spiele verfolgt. 2. packt guardiola halt mal den ein oder anderen taktischen hammer aus, den ich zwar nicht so sehen kann, der hier auf SV aber oft beschrieben wird (halbraumlibero, nur um ein bsp zu nennen). nicht mehr nicht weniger. und dass er ein genie ist, was (das bekämpfen von) pressing angeht, kann niemand abstreiten. daher mein fingerzeig

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Mike the Knight 10. März 2016 um 12:32

Ein anderes schönes Beispiel wäre auch das Einrücken der Außenverteidiger (Lahm) in vielen Spielen, also nicht nur Außenverteidiger die die Außenbahn stur hoch und runter rennen. Ich sage nur das WW-System.
Allerdings muss ich zugeben das selbst ich als gebürtiger Münchner den Fokus auf Pep etwas zu stark finde und gerne etwas mehr „Abwechslung“ hätte.

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August Bebel 10. März 2016 um 00:23

Beim ersten Gegentor verteidigt Chelsea wirklich furchtbar: Ivanovic und Kennedy rücken beide raus, ohne was auszurichten, und Cahill entscheidet sich auf halbem Weg, Ibrahimovic doch nicht zu verfolgen, vermutlich weil er ahnt, dass die Mitte völlig entblößt ist. (Ich würde sagen, er hätte trotzdem mitgehen sollen, um den Pass zu blocken.)
Ich fand PSG eigentlich sehr angenehm anzusehen, aber da waren wirklich einige katastrophale Ballverluste im Spielaufbau dabei wie der von Rabiot direkt zu Anfang.

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Schimanski 10. März 2016 um 06:35

@Dr.Acula: Kannst du das mit Pep und der Staffelung, um das Pressing zum umspielen, konkretisieren? Worin unterscheidet es sich von „gewöhnlichen“ Aufbaustrukturen (also zwei IV auf gleicher Höhe, ballnaher Sechser hoch, ballferner Sechser tief, AV breit und hoch).

Grundsätzlich mag ich PSGs Ballbesitzspiel. Es wirkt sehr lässig, obwohl es von den Bewegungen und der Abstimmung nicht so stark wie das der Bayern ist. Allerdings ist mir im Hin- und Rückspiel ein Muster augefallen. Man hat Angriffe abgebrochen, dann nochmal hintenrum gespielt, um dann aus einer eigentlich relativ flachen Staffelung mit kurzen Ablagenspiel und Tiefensprints Dynamik erzeugt und ist damit in die freien Räume hinter die Kette zu kommen. Wirkte so ein bisschen wie Katz und Maus und hat mehrfach funktioniert.

Grundsätzlich empfinde ich das Pressing von Chelsea in der Intensität als lächerlich. Ich kenn keine deutsche Mannschaft, die so lasch anläuft. Sowas würde selbst beim abgeschlagenen Tabellenletzten der 2.Liga (also bei uns in Duisburg) ausgepfiffen werden und beim Stammtischvolk als fehlende Einstellung und Arroganz gewertet werden.

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kaum 10. März 2016 um 09:47

PSG hat ja echt Potential, aber die Fahrlässigkeit im defensiven Mittelfeld gehört eigentlich bestraft. Mich wundert, dass es so wenige Spielverlagerungen von PSG gab, da hätten sie doch mal aus der Mitte ausbrechen können. Gefühltermaßen standen sich bei Paris 5-6 Mann innerhalb von vielleicht 10 Metern auf den Füßen. Zudem fand ich auch das Pariser Tempo als langsam. Ich weiß nicht, ob das den Fernsehbildern geschuldet war, aber ich habe da eine gewisse Trägheit im Ballbesitzspiel Paris‘ wahrgenommen. Nur in einigen wenigen Szenen haben sie das Spiel schnell gemacht – ich fand das für die Klasse der Mannschaft als zuwenig. Zudem ihnen bei dieser Trägheit ja auch etliche Male der Ball stibitzt wurde. Mich würde die Mannschaft mal interessieren, wenn die dauerhaft in der Bundesliga spielen würde – ich könnte mir vorstellen, dass das ein Fest wäre, denn sie wären viel stärker gefordert und hätten so meine Spekulation auch mehr Potential für die CL, aber so reicht das gegen Bayern oder Barcelona nicht.

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FAB 10. März 2016 um 11:13

Sehe ich ähnlich. War ein seltsam langsames Spiel. Heute abend bei BVB-Tottenham ist sicherlich wieder mehr Tempo zu sehen von 2 Mannschaften die beide in der Lage sein sollten PSG zu schlagen. Aus meiner Sicht ist BVB-Tottenham aktuell das Spiel um Platz 4 in Europa … also hinter Barca, Bayern und Real.

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DonAndres 10. März 2016 um 15:19

Ich beantrage hiermit, dass PSG in der Bundesliga aufgenommen wird. Sollte Katalonien unabhängig werden, würde ich Barca auch ganz gerne nehmen.

Okay, ernsthaft: Ich kann das zu 100% unterschreiben, ich fand PSG von den Strukturen her stark aber von der Intensität her etwas langsam. Hängt das eventuell mit der Spielweise in der Ligue 1 zusammen? (Ich weiß nicht viel über die taktische Situation in der Ligue 1 im Moment – gibt es z.B. nach Bielsas Abgang noch Teams in der Liga, die gerne intensiv pressen?)

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LM1895 11. März 2016 um 19:33

Diese teilweise riskante Lässigkeit von PSG war schon auffällig und hat tatsächlich einige gefährliche Ballverluste verursacht. Das hat mich wie auch DRIV oben schreibt oft an Rondo (oder wie’s bei uns heißt: Ecke) im Training erinnert. Hier nochmal mit der Hacke und dann da nochmal ein Doppelpass…das sieht dann zum Teil sehr hübsch aus und hatte ja auch immer wieder mal gute Effekte gegen dieses schlampige Pressing von Chelsea, war aber unnötig riskant. Hatte was von „ein paar gute Freunde und herausragende Fußballer zocken ein bisschen 5gg2“. Dieses auch von anderen schon beschriebene Auf-den-Füßen rumstehen ist glaub ich auch schon in der Mannschaftsanalyse zu PSG thematisiert worden und gegen Chelsea war das wirklich sehr auffällig. Bezeichnend für das lasche Pressing von Chelsea zu Beginn, dass PSG da immer wieder ganz in Ruhe noch 2-3 Bälle Spielen konnte, bis die Staffelungen wieder besser waren.
Ich denke aber, dass Verratti da PSG sehr gut getan hätte, weil ihm einfach diese ganz blöden Fehler wie die von Rabiot nicht passieren. Rabiot war zwar immer wieder stark, aber halt nicht konstant. Andererseits…welcher Mannschaft tut ein Verratti nicht gut? 😉

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Dr. Acula 10. März 2016 um 11:24

hier auf SV gibts dazu einen tollen artikel. ich versuche es mal textlich zu beschreiben, hab den artikel nicht gefunden :-((
bayern praktiziert bei einem hohen pressing mit 1 oder 2 stürmern oft folgendes (ich spare mir mal die positionen, das ist bei guardiola ja so ne sache): der tiefste spieler, der meist mittig ist (bisher war das meistens boateng), wird vom gegnerischen stürmer angelaufen. statt aber nach außen zu spielen, was eigentlich immer das ziel des gegners ist, um dort isolieren zu können, läuft sich der „sechser“ aus dem deckungsschatten des stürmers, wird anspruchsvoll angespielt und leitet direkt nach außen (meist rafinha, lahm, kimmich). warum das so ist, werden dir die autoren besser erklären können, aber beim zuschauen merkst du irgendwie, dass das pressing verpufft ist. schwer zu erklären, achte am besten einfach mal darauf.. seit ich besagten artikel hier gelesen hab, fällt es mir dauernd auf. klingt simpel, ist es vrmtl auch, aber scheint wahnsinnig effektiv zu sein

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Josef 10. März 2016 um 11:58

Sehr cool und verständlich erklärt Dr. Acula.
Danke!

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Schimanski 10. März 2016 um 15:15

Dank dir, Ich sehe die Szene vor meinem geistigen Auge und muss dir recht geben. Irgendwie ist das oft ein Drucklöser. Mir ist aber nicht ganz klar wieso…? Weil der Stürmer überspielt wurde? Eigentlich kann der Außen danach trotzdem angelaufen und unter Druck gesetzt werden, oder?

Ich schätze, dass liegt daran, dass die Stürmer sich instinktiv am Ball orientiert, also sich erstmal Richtung Zentrum aufdreht/bewegt und nach dem Pass auf Außen den direkten Zugriff verliert.

Eigentlich erschreckend einfach, oder?

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Svenner 11. März 2016 um 14:46

Ich sehe da einige Gründe:

– ein One-Touch Ableger vom 6er auf den Außen ist schneller gespielt (kaum Ausholbewegung notwendig)
– hat einen kürzeren Weg zum Außen
– Gegner muss für einen Moment in Richtung 6er verschieben, da der ja nicht auf den Außen weiterleiten muss. Nach dem Abspiel zum Außen muss das Pressing quasi in die entgegengesetzte Richtung erfolgen
– Ball kommt vom 6er in einem besseren Winkel zum Außen. Er kann weiter nach vorn schauen, sieht die Pressingbewegung des Gegners und muss sich nach Annahme nicht drehen. Im Gegensatz zum Anspiel des letzten Mannes, da muss er seitlich nach hinten schauen

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cali 10. März 2016 um 18:43

An Silvas Stelle hätte ich das das rechte Bein voll durchgezogen, noch bevor sich Costa den Ball auf links vorlegt. Das sehe ich Pepe und Terry sehr oft machen, und damit haben sie in 95% der Fälle Erfolg. Ein Drehung über links und eine anschließende Grätsche als Block wäre auch möglich gewesen. Koordinativ natürlich sehr anspruchsvoll, aber das sind Fähigkeiten, die ich von Thiago Silva grds. erwarte.

Thiago Motta, von dem ich an sich sehr, sehr viel halte, hatte gestern ein vergleichsweise schwaches Spiel. Ohne seinen kongenialen Partner Verrati, der für mich der pressingresistenteste Spieler der Welt ist (shots fired!), war es für viel einfacher für Chelsea sich Motta herauszupicken.

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