Vitesse unter Peter Bosz

Kaum wahrgenommen, entwickelte sich Vitesse in den letzten zwei Jahren mit einer sehr dominanten Spielweise zum vielleicht interessantesten Team der ohnehin schon beachtenswerten Eredivisie. Was macht die Mannschaft besonders und stark?

Den höchsten Ballbesitz, die meisten Abschlüsse pro Spiel, die zweithöchste Passquote – das sind normalerweise die statistischen Kennwerte eines Spitzenteams. Kurz vor Ende der Hinrunde der abgelaufenen Saison war es in der niederländischen Eredivisie die Mannschaft von Vitesse, die diese Zahlen aufwies. Das hätte bei vielen wohl für Überraschung gesorgt, da das Team aus dem Westen des Landes zu jenem Zeitpunkt nur im unteren Mittelfeld der Tabelle lag und irgendwie partout nicht vorwärts kommen wollte. Doch wer die Mannschaft genauer beobachtete, der wusste, dass die Statistiken die Wahrheit über ein Team aussagten, das eigentlich viel besser war, als es die Punkteausbeute vermuten ließ. Vitesse dominierte viele Partien, brachte sich jedoch trotz starker Ansätze und einer lobenswerten offensiven Grundphilosophie ständig selbst um wertvolle Punkte – mal aus eigenem Unvermögen, weil sich kleinere Schwächen oder Problemzonen, direkt allerdings auch sehr ungünstig, exponentiell negativ auswirkten, oft aber auch einfach aufgrund von Pech, wenn sie mal wieder an unwirklicher Chancenverschwendung litten oder unglücklich Last-Minute-Gegentreffer kassierten. Wie sie manche Partien, die sie bei exorbitant überlegenen Schussstatistiken und klarem Ballbesitzübergewicht fast traumwandlerisch sicher im Griff zu haben schienen, nicht gewannen, wirkte mitunter ebenso grotesk wie ihre in der Hinrunde durchgehend unterdurchschnittliche Tabellenplatzierung.

vitesse-bosz-1314Das sorgte für Unruhe im Verein und brachte auch Trainer Peter Bosz, der die guten Leistungen des Teams auf dem Platz, unabhängig von den Ergebnissen, nicht zu betonen müde wurde, ein Stück weit in die Bredouille. Eineinhalb Jahre zuvor war er von Heracles aus Almelo zu Vitesse gekommen und hatte als einer der interessantesten – wenngleich insgesamt unbekannt – Trainer des Landes dort eine ebenso spannende Mission gestartet. Nach einem niederschmetternden Start mit dem Aus gegen Rumäniens Vertreter Petrolul Ploiesti in der EL-Quali in seinem ersten Amtsmonat, folgte im Herbst 2013 jedoch ein herausragendes erstes Halbjahr, das die Mannschaft – nachdem sie sich von den anfänglichen vertikalen Verbindungsproblemen immer weiter gesteigert hatte – als völlig überraschender Wintermeister abschloss. Damals sahen die Offensivmechanismen noch etwas anders aus, als man es mittlerweile gewohnt ist, da sie sich in viel klareren Seitenüberladungen darstellten, die durch weites Ausweichen des Mittelstürmers und der Achter über Kombinationen, kraftvolle Angriffe mit Rücklagen und oft auch nach langen Bällen in Richtung Havenaar ausgespielt wurden. Gerade über die starke linke Seite mit Fokusspieler Lucas Piazon, dem zudem oft Raum geöffnet wurde oder der diagonal in den anderen Halbraum zog, und dem angriffslustigen van Aanholt dahinter sowie einen beweglichen Dribbelachter wie beispielsweise Atsu war die Mannschaft sehr gefährlich.

Mit der Zeit wurde durch Piazons Einrücken auch das Überladen halbrechts häufiger gesucht, wofür dann statt dem Rechtsaußen der sich absetzende Havenaar oder situativ Atsu als Achter auswichen. Im Verlauf jener Hinrunde etablierte sich ihre Dominanzspielweise zunehmend klarer und die Durchschlagskraft in der Offensive steigerte sich ebenfalls, was in einem fulminanten 2:6-Sieg bei der PSV kurz vor der Winterpause gipfelte. Allerdings rutschten sie in der Rückrunde – ebenso wie die Form beispielsweise von Piazon – deutlich ab, mussten eine auch etwas unglückliche Niederlagenserie hinnehmen und litten unter einer Ansammlung kleiner, zusammen aber ungünstig wirkender Problempunkte: Ihre Mechanismen wurden etwas unsauberer, aus Ungeduld ließen sie sich häufiger zu einfachen Flügelakionen drängen, die Balance im Mittelfeld sank ab und wurde fahriger und schließlich machten sich die gewissen Defensivprobleme – beispielsweise im Rückraum aufgrund teils zu riskant hoher Achter – deutlicher bemerkbar. So endete die Saison im Zwist mit dem Absturz auf Rang sechs und dem Verpassen des internationalen Geschäfts durch das vorzeitige Play-Off-Aus gegen Groningen. Dass der Trainer nach diesem Abschluss überhaupt weitermachen würde, stand lange auf der Kippe und blieb beinahe über Monate offen.

vitesse-bosz-1415In der anschließenden Spielzeit fand das Team zu etwas mehr Stabilität, konnte darin den nächsten Entwicklungsschritt wagen und die aus taktischer Sicht zu erwartenden Hoffnungen weitgehend erfüllen. Von den Ergebnissen her scheint es im Rückblick die Spiegelung der Vorsaison gewesen zu sein, doch allein die Statistiken verrieten schon, dass die zweite Hinrunde unter Bosz für Vitesse eigentlich deutlich stärker war als der zehnte Rang. Nachdem der Trainer auch die durchwachsenen ersten Wochen im Jahr 2015 überstanden hatte, sollte dann auch – eigentlich angefangen mit dem Heimsieg gegen Titelverteidiger Ajax – eine überaus erfolgreiche Rückrunde beginnen. Grundsätzlich muss die Spielzeit 2014/15 allerdings als Einheit einer Mannschaft betrachtet werden, die sich unter ihrem Coach seit zwei Jahren in einem noch andauernden Entwicklungsprozess befindet – was macht es nun aus, dieses Vitesse unter Peter Bosz? Für den Anfang und auf den ersten Blick sollte es genügen zu sagen, dass es sich um eine teamorientierte und in ihren Strukturen weitgehend stabile Mannschaft handelt, die sich vor allem durch ihr starkes und konsequentes Aufbau- und Ballbesitzspiel mit viel Zirkulation und geschickten Positionierungen auszeichnet.

Konsequente Ballbesitzspielweise mit erfolgsstabilem Aufrücken

Mit weitgreifender Raumnutzung und bewusster Konsequenz gehört das Aufbauspiel also zu den Stärken der Mannschaft. Dabei gibt es im Detail verschiedene Anordnungen, Mechanismen und Varianten, in denen dies gestaltet wird. Zwar sieht man zwischendurch auch mal verschiedene Abkippbewegungen aus dem spielstark besetzten Dreier-Mittelfeld, doch besonders anschaulich wird das Ganze an den unterschiedlichen Rollen und Positionierungen, zwischen denen die Außenverteidiger in den ersten Angriffsphasen wechseln können. Wie sie sich in Breite und Höhe jeweils bewegen, hängt stark von Spielsituation, Gegner und weiteren Faktoren ab und wird im Laufe einer Partie meistens mehrfach gewechselt. So gibt es Phasen, in denen sie enorm weit aufrücken und als aggressiv ausgerichtete Breitengeber für Dominanz sorgen sollen, indem sie den Gegner nach hinten drücken und die diagonalen Verbindungsräume nach hinten für flexible Bewegungsmuster aus dem Mittelfeld freilassen.

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Schematische Darstellung verschiedener möglicher Aufbaumechanismen Vitesses

Manchmal binden sie sich aber auch viel präsenter und bestimmender in die mannschaftlichen Bemühungen ein, was sich beispielsweise in etwas asymmetrisch aufgezogenen Anordnungen  niederschlägt, in denen sie aus den hinteren Halbräumen viele eröffnende Aufgaben übernehmen. Zu erkennen ist die Konsequenz in den konstruktiven Aufbaubemühungen schließlich in situationsbedingten Anpassungen der Positionierungen, die auch auf diesen Positionen vorhanden ist. So schalten die ballfernen Außenverteidiger nicht ab, wenn sie bereits frühzeitig vorgeschoben sind, sondern lassen sich – falls der eigene Aufbau im gegenüberliegenden Halbraum unter Druck gerät – auch mal nach hinten fallen und bieten sich als tiefe ballferne Verlagerungsoption zum überraschenden Auflösen der Situation an.

Ein wichtiges Mittel in ihrer Systematik bilden bei Vitesse die aufrückenden Läufe der Innenverteidiger, bei denen vor allem van der Heijden bisweilen glänzen konnte. Dafür zeigen die hinteren Mittelfeldspieler zahlreiche, vielseitig ausgerichtete und mit gutem Timing ausgeführte Ausweich- oder Aufrückbewegungen, um den Kollegen hinter ihnen Platz freizuziehen. Über die geöffneten Bereiche können die zentralen Defensivakteure die Bälle nach vorne tragen und direkt selbst das Aufrücken sicherstellen, aber ebenso ist es im Anschluss möglich, dass sie den Ball in der Nähe abliefern und die strukturelle Staffelung verändern oder nach einem kurzen Antritt per Direktpass einen sich frei laufenden Mitspieler bedienen – einen raumsuchend einrückenden Flügel, den zurückfallenden Neuner oder einen Achter mit geschickten Läufen. Gelegentlich wurden diese zuarbeitenden Aktionen der defensiven Mittelfeldakteure auch schon mit hereinkippenden Bewegungen der offensiven Außen in die Sechser- oder Achterräume verbunden, wenngleich die Folgeaktionen in diesen Fällen weniger strategisch wirkten.

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Beispielhafte Szene für das Aufrücken eines Innenverteidigers mit möglichen, vor allem raumöffnenden Bewegungen, der zentralen vorderen Akteure sowie möglichen Anspielräumen.

Neben den aufrückenden Läufen gab es außerdem beispielsweise in Phasen, in denen Vejinovic als tiefster Sechser alleine knapp vor den Innenverteidigern agierte, oder vereinzelt in Verbindung mit den verschiedenen Offensivbewegungen in diesen Bereich auch viele direkte raumgreifende Eröffnungen in die Tiefe. Das funktioniert über einen sich zwischen die Linien absetzenden Kollegen oder über die in kleinen Gruppen sehr geschickten Raumöffnungsbewegungen gegen mannorientierte Elemente. In diesem Zusammenhang wurden die Zuspiele aus den hinteren Linien in der letzten Saison als Variante auch mal sofort hinter die Abwehr gespielt. Dabei fungierten die Achter mit leicht nach außen weichenden Bewegungen als horizontale Passwegsöffner. Die Bälle wurden direkt und diagonal hinter die gegnerische Linie geschlagen, wo Bertrand Traoré als beweglicher vorderer Angreifer immer wieder sehr aufmerksam lauerte. Diese Angriffsmuster bespielten vor allem die in der Eredivisie typischen Mannorientierungen, die einmal bei der Destabilisierung der Kompaktheit im Mittelfeld und einmal in der eher weiträumigen Spielweise der mannorientierten Abwehr attackiert wurden.

Mit direkten Vertikalpässen gelingt es ihnen oft, einzelne Akteure im Zentrum oder über die engeren Stellungen der Außenverteidiger die aufgefächerten und generell immer mal wieder als Breitengeber dienenden Flügelspieler an der Seite anzuspielen. Erstere können sich in Freiräume drehen und Raumgewinn erzeugen, die Außen entsprechend in seitlichen Zonen vorrücken. Insgesamt sorgen somit also vor allem einerseits solche direkteren Zuspiele und zum anderen die aufrückenden Läufe dafür, dass dem ballbesitzorientierten Team recht schnell, zuverlässig und konstant effektiv das Aufrücken gelingt – dies gehört ebenfalls zu ihren wichtigsten Stärken: zügig und erfolgsstabil die vorderen Zonen erreichen zu können. Dafür bespielen sie beispielsweise auch im weiteren Angriffsverlauf gegnerische Mannorientierungen auf dem Flügel gut, um entweder direkt Raum für dort vorstoßende Aktionen zu schaffen, durch verschiedene gegenläufige Rochaden Freiheiten zu erzeugen oder beispielsweise nach Verlagerungen zum Flügel anschließend dagegen von außen in einen zentraleren Kanal zu ziehen.

Vejinovic´ Schlüsselrolle und die Heracles-Vergangenheit

Von entscheidender Bedeutung für die Wirksamkeit dieser auch stark von Direktpässen und Aufrückbewegungen getragenen Aufbauspielweise ist in der bisherigen Entwicklung des Teams Sechser Marko Vejinovic gewesen. Der sehr intelligente Mittelfeldspieler erfüllte dabei neben seiner auffälligen Rolle als aus der Distanz gefährlicher Torschütze, situativ aufrückender und kombinierender, leicht unsauberer Spielgestalter und natürlich auch weitgreifender Ballverteiler noch eine weitere wichtige Funktion. Seine herausragende Unterstützung vertikal raumerschließender Aktionen erwies sich für Vitesse als enorm hilfreich. Bei seinen tiefen Positionierungen verhielt er sich immer wieder enorm geschickt, um durch gute Nutzung von Passivität für Läufe oder Pässe verschiedenster Art Raum zu öffnen, gelegentlich sogar als Strukturbeeinflusser aufzutreten.

Zudem wirkte er manchmal als tiefer, pressingresistenter Nadelspieler, der sich um den Sechserraum herum vorausschauend so in Unterzahlen postierte, dass er nach Anspielen noch gerade genug Zeit für eine raumgewinnende Folgeaktion hatte, bevor der Gegner wirklich Zugriff erhielt. So zerstörte er immer wieder auch lasche Pressingstellungen, indem er innerhalb des potentiell isolierenden Blocks um ihn herum kurz aufrückte, über diese Distanz den Übergangsmoment überbrückte und das Leder vorne ablieferte. In diesen Szenen zeigten sich immer wieder die Qualitäten von Vejinovic. Allerdings trifft er gelegentlich – gerade im Passspiel – einige sehr seltsame, unbedachte Entscheidungen und könnte bspw. auch noch in Sachen Umschalten und Dynamikanpassung zulegen. Für Vitesse und Peter Bosz wird es nun eine sehr schwierige Aufgabe werden, diesen Schlüsselspieler zu ersetzen, nachdem er diesen Sommer für eine satte Ablöse zu Feyenoord gewechselt ist, um dort seinen steilen Karriereanstieg aus den letzten zwei Jahren in weitere Höhen fortzusetzen.

Dabei schien die Geschichte des ehemaligen U-Nationalspielers mit serbischen Wurzeln, der bei den Nachwuchsturnieren noch unter seinem Geburtsnamen Matic auflief, vor seiner Zeit bei Vitesse bereits im Sande verlaufen. Das einstmals große Talent von AZ, wo er bereits im Alter von 18 Jahren unter Louis van Gaal debütiert, sich letztlich aber zu selten eingesetzt gefühlt hatte, bekleidete nach seinem Wechsel zu Heracles keineswegs eine entscheidende Rolle, sondern pendelte zwischen Bank und Startelf – obwohl schon dort Peter Bosz sein Trainer war. Seine Vielseitigkeit verhalf ihm aber immer wieder zu wichtigen Einsätzen – ob als Innenverteidiger, Halbverteidiger, Sechser, Achter, Zehner oder Mittelstürmer, wo er seine individuelle Durchsetzungskraft und einzelne verrückte Aktionen vor dem Tor einbringen konnte – und dabei ließ er seine Qualitäten auch meistens aufblitzen. Bei seinem ablösefreien Wechsel zu Vitesse, wohin ihn Bosz mitnahm, erwartete dennoch kaum jemand etwas Großartiges und nach einer instabilen Anfangsphase mit vielen Bankplätzen kämpfte er sich letztlich ins Team und zeigte dort über eineinhalb Jahre jene herausragende Entwicklung, die der aufmerksame Beobachter schon länger hatte sehen wollen.

vitesse-bosz-heracles2013Ebenso konnte man bei Heracles schon die starke taktische und philosophische Arbeit von Peter Bosz erahnen, der in jener Zeit formativ noch mehr experimentierte und neben 4-3-3-, 3-5-2- sowie seltenen Rauten- und 4-4-2-0-Formationen häufig auf ein 3-3-1-3 setzte, in dem Vejinovic zahlreiche Rollen übernehmen konnte. Die sehr weiträumige Aufbauarbeit mit vielen Aufrückbewegungen und versuchtem Ballbesitzfokus sowie die gute Nutzung der Vertikallinien für konsequentes Ablagespiel zwischen den einzelnen Reihen über abtropfende lange Bälle und vor allem ansehnliche Kombinationen stachen besonders heraus. Auch wenn es manchmal etwas chaotisch wirkte, entstanden aufgrund des doch recht guten Raumgespürs immer wieder verschiedene, teils überraschend hergestellte Anordnungen, innerhalb deren gruppentaktisch gut zusammengespielt werden konnte. Allerdings wurde das Gesamtgebilde – insbesondere auf den Achterpositionen – sehr breit interpretiert. Zwar ergab das manche Möglichkeit zum Raumöffnen, sorgte aber auch für kleinere Schwächen, indem es beispielsweise die Gefahr erhöhte, zum Flügel abgedrängt zu werden. Diese Breite war auch ein Mitgrund für die etwas unkompakte Gesamtausrichtung, zumal die Konsequenz im Nachschieben an bestimmte Bereiche ebenso weniger ausgeprägt war wie das bei Vitesse nun stärkere Gegenpressing.

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Ein schön herausgespieltes Tor Vitesses im breiten 3-3-1-3 in einem Spiel 2013 gegen Willem II. Vejinovic agierte in dieser Partie als Mittelstürmer und in dieser Szene als ablegend weiterleitender Vorbereiter. Entscheidend auch der aus dem Deckungsschatten herausziehende raumgreifende Lauf von Sechser Vujicevic, für den die breiten Achter durchaus wirksam waren. Nach dem Pass zog sich dann Quansah für mehr Anschlusskompaktheit wieder ins Zentrum.

Während Vejinovic – nach seiner wechselhaften Zeit bei Heracles – im neuen Verein zu einer wichtigen Stütze wurde und über weite Teile der Ära Bosz bei Vitesse vor allem entscheidende Funktionen als raumöffnender, gegnerbindender Akteur für die Innenverteidiger auftrat, hatten die beiden vorderen Mittelfeldakteure des 4-3-3 überdies die Aufgabe, diagonale Zwischenraumpositionierungen für einzelne direkte Zuspiele einzunehmen. Dabei verhielten sie sich geschickt und wurden mannschaftlich zudem gezielt angespielt – Passgebung und Bewusstsein wissen in dieser Hinsicht zu überzeugen. Dadurch erhält Vitesse oft kleine Überzahlen oder bringt einzelne Akteure, die sich zwischen den gegnerischen Strukturen hindurch drehen, frei, was als beschleunigendes Element für den weiteren Verlauf dienen kann. In den verschiedenen vorbereitenden Mechanismen im zweiten Drittel und allgemein der dortigen Kontrolle macht die Mannschaft zusammengefasst also einen hervorragenden Eindruck. In Strafraumnähe zu gelangen, stellt sie nur selten vor größere Schwierigkeiten.

Staffelungsschwäche unmittelbar nach dem Aufrücken

Dort angekommen, ist aber manchmal im ersten Moment keine Anspielstation möglich. Fast schon rücken sie zu schnell auf, bringen sich dadurch selbst in statische Situationen, was gelegentlich durch Phasen mit etwas unreflektierten Bewegungen um dieses Aufrücken herum verschlechtert wird. Die umliegenden Spieler verhalten sich in solchen Situationen manchmal etwas zu passiv und zu wenig freilaufend, sondern lassen sich mit der eigenen mannschaftlichen Dynamik zu sehr in die Spitze treiben. Trotz ihrer eigentlich starken Anlage sind die Arnheimer hier dann etwas zu unambitioniert. Die attackierende Grundhaltung des Teams, teilweise auch die grundlegende Weiträumigkeit als eigentlich gegenteiliger Aspekt, verstärkt dies mitunter, so dass Vitesse letztlich in derartigen Fällen gegen die letzte Linie des Gegners, die man selbst nur flach besetzt hat, oft nicht so ganz durchkommt. Dadurch entstehen nach dem Aufrücken ins Angriffsdrittel dort also in manchen Fällen Problemsituationen, in denen die Ansätze dann etwas zu klar oder zu individuell über unpassende Schüsse oder improvisierte Aktionen beendet werden müssen.

Dies endet in derartigen Fällen entweder in notgedrungenen, breiten, flach und hoch gestaffelten Dribblings der Außenstürmer am Strafraumeck, bei denen man nur horizontal gute Verbindungen hat, oder kurzer Optionslosigkeit im Zehnerraum, da die Flügelspieler im Aufrückverhalten manchmal eher einfache Bewegungsmuster zeigen, so dass man dann entweder Dynamik und Staffelungsqualität verliert oder – in etwas tieferen Situationen –ungünstig weggedrängt oder nach außen geleitet wird. Überwiegend ist in solchen Szenen, dass die Außenstürmer seitlich bei abgebrochener Dynamik an der letzten Linie stehen und in eine ungünstige, von den Optionen nur mäßig ergiebige, statische Situation neben der Abwehrkette geraten.

Andererseits versucht sich die Mannschaft allerdings auch schon auf die Dribblings der Außenstürmer als eine mögliche taktische Variante zu fokussieren und kann über diese Einbindung der individuellen Akteure in Verbindung mit entsprechenden Positionierungen der übrigen Kollegen im und um den Strafraum auch aus den eigentlich festgefahren wirkenden Szenen bisweilen noch eine gewisse Effektivität herstellen. Wie beispielsweise auch die Münchener Bayern in manchen Phasen, werden die andribbelnden Aktionen der Flügelstürmer gelegentlich als Zielpunkt von Angriffen gewählt, um nach vorbereitenden Aktionen den dortigen Spielern direkte 1gegen1-Duelle zu ermöglichen oder den Gegner aus der Bewegung stoppen und dann zur Grundlinie durchbrechen – wobei das bei Vitesse in der Ausführung schwächer ist. Insgesamt gehört diese erste Aufrückphase noch zu den Schwachpunkten des Teams.

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Frühzeitiger, etwas überraschender Direktpass von van der Heijden auf den sich abnbietenden Pröpper, der gegen die Rückzugsbewegung kurz auf Olynyk weitergeben muss. Dieser setzt anschließend das Aufrücken am Flügel fort, doch nutzt Vitesse die hohe Offensivabteilung nicht konsequent zur Bildung von Anschlussverbindungen, sondern lässt sich zentral in den Strafraum mittreiben…

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…weshalb man dann die gute Struktur verloren hat, als man am gegnerischen Sechzehner angekommen ist, und stattdessen suboptimal so dasteht.

Grundsätzlich ist die Mannschaft bei ihrem Stil also auch darauf angelegt, den Gegner über schnelle und frühzeitige Eröffnungen etwas instabil zu erwischen, einzelne Spieler freizubringen oder Aufrückwege zu öffnen und dann durch diesen Übergangsmoment einfacher ins letzte Drittel zu gelangen. Das ist über jene verschiedenen Mittel und Wege auch meistens wirksam und erfolgreich, aber muss man dann einerseits aufpassen, den im Anschluss folgenden Aufrückmoment vernünftig zu gestalten, und zum anderen die drohende Gefahr des gegnerischen Rückzugsverhaltens beachten und ihr auszuweichen versuchen – dass man sich dadurch eben genau nicht zu solchen problematischen Aktionen, die man verhindern will, drängen lässt oder in eine Lage kommt, in der man gegen diese gegnerische Bewegung keine andere Wahl als eine suboptimale Folgeentscheidung hat.

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Eine andere Szene, in der diesmal nach Vejinovic´ Einleitung – ein gutes Beispiel übrigens auch für seine innerhalb gegnerischer Blöcke aufrückende Rolle – durchaus die Möglichkeit bestanden hätte, gegen den gegnerischen Rückzug zentral weiterzuspielen: der Raum war zwar ein wenig eng, aber nicht übermäßig und zudem gab es mit drei nahe stehenden Spieler eigentlich gute Optionen und keine wirkliche Unterzahl. Die Achter bewegten sich hier aber etwas zu sehr raumöffnend-aufrückend und Dauda drehte sich suboptimal in das Zuspiel hinein, so dass er letztlich doch nach außen spielen musste.

Das Problem ist also vor allem, dass sie sich beim direkten Aufrücken über außen oder in solchen Szenen, in denen sie der gegnerischen Rückzugsbewegung nach der Vertikaleröffnung entgangen sind und in einen Ausweichraum etwas zur Seite gewechselt haben, nicht optimal verhalten. Oft ziehen sie ihre Bewegungen in einer Dynamik weiter, setzen das Aufrücken nach den veränderten Verhältnissen fort und bringen sich dann dabei selbst um gute Strukturen und Staffelungen – sondern enden in jenen statischen Stellungen am Strafraumeck, während die zentralen Kollegen zu weit vorgeschoben flach in der Spitze gelandet sind. Entsprechend dieser Ambivalenz haben genau diese – was die Ausgangsverläufe angeht – gleichen Grundangriffsmuster in besseren Momenten aber oft große Wirkung und erzeugen spielerisch sehenswerte Szenen, wenn die offensiven Mechanismen der Mannschaft passend greifen.

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Eine Szene aus einem Spiel gegen Twente: Vejinovic agiert als Raumöffner für van der Heijden, der den sich anbietenden Pröpper hinter der gegnerischen Mittelfeldreihe findet, was…

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…diese Szene zur Folge hat: Pröpper nun im Ballbesitz, der Gegner in der Rückzugsbewegung…

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…wogegen sich Pröpper für einen Pass nach rechts heraus entscheidet. Über diese Entscheidung könnte man vielleicht schon diskutieren, doch problematisch ist vor allem, dass darauf einfach ein weiter aufrückendes Dribbling Ibarras zum Strafraumeck und eine zu durchziehende Bewegung der zentralen Akteure folgen, was in dieser suboptimalen Situation endet, in der man sich auf ein 1-1 oder den überlaufenden Außenverteidiger verlassen muss, was die Dynamik aber nochmals verringern würde.

Die Achter als Schlüsselspieler der teils ambivalenten Offensive

Gelingt dies also, wird also das Aufrücken balanciert durchgeführt oder kann der Angriff mit einer direkten Folgeaktion befeuert werden, sorgt Vitesse immer wieder für gute Spielzüge. In der abgelaufenen Saison gab es einige Grundtypen an positiven Aktionen zu sehen: Dazu gehörten beispielsweise Rechtskombinationen über die Achter und den situativ – gerade Dauda machte dies zu Saisonbeginn bisweilen hervorragend – ablegenden Mittelstürmer, bei denen sie sich im Halbraum nach Vertikalpässen durchspielten. Überhaupt nahmen die beiden vorderen Mittelfeldakteure stets herausragende Rollen ein, da mit Qazaishvili und Pröpper sehr kombinationsstarke und konstruktive Charaktere zur Verfügung standen: Der Georgier ist ungemein ruhig am Ball, technisch sauber und kann sich trotz einer gelegentlich angedeuteten Schwermütigkeit zuverlässig durch Engen hindurchbewegen, was ihn in verschiedenen Kontexten als Nadelspieler wertvoll macht, doch auch seine zuarbeitenden Ausweichbewegungen und sein gelegentliches Ballschleppen sind nicht zu unterschätzen.

Der bereits in der niederländischen Nationalelf eingesetzte Davy Pröpper, der ab der kommenden Spielzeit für Meister PSV auflaufen wird, ist trotz einer gewissen Unsauberkeit und teils etwas grober Weitläufigkeit ein sehr eleganter, hünenhafter und defensivstarker Allround-Spielmacher, der aber im klassischen Gestalten etwas unbeständig agiert und eher in wechselweise dominant supportenden Umgebungen aufblüht. Seine vielseitigen Bewegungen, seine kraftvollen Rochaden nach außen, seine unorthodoxen Dribbling-Skills, die enorme Torgefahr aus weiten Radien und bisweilen auch schwierigen statischen Szenen sowie insbesondere seine phasenweise herausragend kombinativen und in ihrem Raumbezug angenehm variablen Ablagen – daneben einige gute selbst durch Doppelpässe eingeleiteten Szenen im Zusammenspiel oder mal Dreiecksweiterleitungen am Flügel – zeichnen ihn aus, wenngleich er bei der Erfolgsstabilität in den Zurückfallbewegungen sowie der Konstanz im Rhythmusgefühl noch Entwicklungspotential hat – leider nicht mehr bei Vitesse.

Im Vorjahr war er aber noch integraler Bestandteil des Teams und durch seine vielseitige Dynamikaufnahme sowie geschmeidig improvisierte Anpassungsfähigkeit innerhalb von Szenen in entscheidend verbindender Rolle an einigen weiträumig von hinten nach vorne gespielten Vertikalkombinationen beteiligt. Zudem beeindruckte bei den vielseitigen und schnell interagierenden Szenen im Zusammenspiel der Achter, wie stabil und vielseitig geschickt ihre Verbindungen untereinander sowie zu den jeweiligen Außenstürmern im Laufe von Offensivszenen blieben. Etwas problematisch war, dass sich in die kleinen Kombinationen und Mini-Überladungen, in denen beide Achter dominante und treibende Kräfte darstellten, die übrigen Kollegen noch zielstrebiger hätten einbinden müssen. Besser sah die umliegende Mitarbeit demgegenüber bei weiteren Angriffsmustern aus, in denen einer der beiden offensiven Mittelfeldmannen besonders prominent, der andere ein wenig passiver eingebunden wurden.

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Über Pröppers Bewegungen laufender zentraler Direktangriff aus dem Aufbau gegen zu riskant aufrückendes und mannorientiertes 4-4-2-Pressing

Typische Angriffsmethoden

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Positives Angriffsbeispiel über die von Pröpper für den einrückenden Rechtsaußen abgelegten Vertikalpässen mit potentiellen Anschlussbewegungen

So forcierte Vitesse in manchen Phasen die vom hoch aufrückenden Pröpper kurz für einen „hinter“ ihm einrückenden Außenstürmer abgelegten Vertikalpässe. Ein wichtiges Mittel stellten auch die Weiterleitungen des Mittelstürmers nach diagonalen Zuspielen direkt hinter die Abwehr auf den dorthin startenden linken Achter dar, wobei dies in der Saisonanfangsphase mit den teils herausragenden Läufen des dann überraschend torgefährlichen Kelvin Leerdam – ein solider, polyvalenter Roleplayer für die Defensive, in diesem Punkt einzelner langer Sprints hinter die Abwehr aber enorm stark – noch wesentlich häufiger vorkam als später mit dem spielerisch ausgewogeneren Qazaishvili. Hinzu kamen zum einen noch die bereits erwähnten Direktpässe aus dem Defensivzentrum direkt hinter die gegnerische Abwehr sowie die häufigen Abschlüsse aus dem Hinterhalt. Diese ergeben sich häufig aus den festgefahrenen Szenen, da Vitesses Stil generell zumindest den Rückraum konstant öffnen kann und sie mannschaftlich ruhig sowie recht gut darin sind, um Schüsse und Dominanz aus diesen Ausgangslagen zu kreieren.

Zum anderen gibt es auch bei flachen Staffelungen noch gewisse saubere und funktionale Möglichkeiten zur Weiterführung, gerade in der Horizontalen. So ist es immer auch möglich, dass sie am Flügel ihre guten gruppentaktischen Qualitäten in Verbindung mit der funktionierenden mannschaftlichen Gesamtorganisation nutzen, um sich zuverlässig nach hinten wieder in die Zirkulation zu lösen oder durch das Anstoßen von kleinen Dreieckskombinationen dem Angriff wieder neues Leben zu geben – was eben manchmal erst etwas zu spät passiert. Überhaupt zeigt sich hier die potentiell kombinative Ausrichtung des Teams, bei dem immer wieder geschmeidige unterstützende Nachstoßbewegungen mit passendem Dynamikgefühl zu sehen sind. So können sie in verschiedenen Räumen und Situationen kombinieren, wenn es nur nicht gerade diese bestimmten Aufrücksituationen zum Strafraumeck hin sind. Manchmal profitieren sie von der eher passiven und in jenen Bereichen nicht so pressing-kollektiven gegnerischen Ausrichtung wie in anderen Ligen, weshalb die zwischenzeitliche Isolierungsgefahr bei Eröffnungen oder Aufrücken am Flügel geringer ist, was dann das Lösen daraus etwas erleichtert.

Als kurze Zwischenzusammenfassung kann man sagen, dass das ballbesitzstarke Vitesse sich vor allem durch gutes und vielfältiges Aufbauspiel auszeichnet. Sie besetzten die Räume in dieser Spielphase flexibel und kommen durch sehr gute Nutzung von Raumschaffen im Mittelfeld, einzelnen Vorstößen – im Vorjahr gerade durch van der Heijden und Vejinovic – sowie schließlich zahlreiche Direktpässe schnell nach vorne. Dort zeigen sie einige starke Angriffsmuster, in denen die beiden Achter fast immer eine entscheidende Rolle spielen, und sind nicht nur nach längeren Zirkulationsphasen sehr gefährlich, sondern auch dann, wenn sie nach solchen Direkteröffnungen einen passenden Anschlussmechanismus anbringen können, wie beispielsweise Pröppers Ablagen für den Rechtsaußen. Ihr größtes Problem ist aber, wenn sie nach solchen Einleitungen zunächst nach außen verlagern oder verlagern müssen, sich dann im letzten Stadium des Aufrückens, durch problematisches Folgeverhalten, jedoch weiterführend zu leicht in die Spitze treiben lassen und entsprechend abflachende Staffelungen auf Strafraumhöhe mit etwas statisch am Sechzehnereck andribbelnd stehenden Außenstürmern resultieren.

Ein schmaler Grat im Rhythmus

Zwar ist es etwas wild und manchmal improvisiert angelegt, doch trotzdem weiß das Gegenpressing der Mannschaft von Peter Bosz insgesamt zu überzeugen. So sind beispielsweise die gelegentlich asymmetrischen Absicherungsstaffelungen und die damit verbundenen Halbraumpositionierungen des gerade tiefer bleibenden Außenverteidigers dafür wichtige Bestandteile. Verglichen mit der Intensität und den Bewegungsmustern im regulären Pressing fällt hier beispielsweise eine nochmal deutlichere und konsequentere Ballorientierung des Kollektivs auf, was sie in der Ballrückeroberung phasenweise zu einem absolut herausragenden Team macht. Gelingt ihnen per Gegenpressing dann ein Ballgewinn, gehen sie auch oft mit äußerst vertikalem und attackierendem Passspiel sehr zielstrebig und direkt wieder in den Modus für einen neuen Gegenangriff über – insbesondere die defensiven Mittelfeldmannen treiben dabei sofort wieder an. Manchmal ist dieses rasante „Gegen-Umschalten“ jedoch schon etwas übertrieben – hier bräuchte es noch etwas mehr Balance.

Aus den derart sofortigen Offensivübergängen entstehen immer mal hektische Momente, unsaubere Aktionen und etwas chaotisch umgeformte Staffelungen. So ziehen sie überengagiert umgehend wieder in die Spitze, neigen zu wilden Aktionen, pushen das Tempo der Partie unbeabsichtigt stark nach oben und verlieren dann in dieser aufgepeitschten Dynamik etwas an Kontrolle, so dass ihre eigentlich starken Strukturen und Mechanismen nicht mehr zur vollen Entfaltung kommen. Die Folge sind zu Instabilität neigende Rhythmusprobleme, die immer mal wieder auftreten und noch eine der zentralen Schwächen des Teams darstellen. Nicht immer resultieren sie aus dem suboptimalen Umgang mit erfolgreichen Gegenpressingmomenten, sondern ganz allgemein geht das Team in eigenen Druckphasen etwas zu sehr ins Risiko, überdreht, wird ungenau, überattackierend und tendiert dann bisweilen zu unreflektierten oder zu sehr auf Druck und Abschlüsse fokussierten Aktionen.

Dies erklärt, wieso sie besonders auf ihre prägende Kontrolle angewiesen sind, ohne die sie – bei passiverer Ausrichtung oder besonders erfolgreichem Pressing des Gegners – gleich deutlich schwächer spielen und sich nicht mehr wirklich in Partien hineinbringen können. Neben der teils sehr schlechten Chancenverwertung liegt darin ein wichtiger Grund, warum es unter Bosz in zwei Jahren schon zwei Schwächephasen von längerer Dauer gab. Wenngleich sie in den überattackierenden Phasen vereinzelt etwas zu flügelorientiert werden, muss man aber insgesamt sagen, dass Vitesse eine angenehme und geschickte Umsetzung und Art ihrer Weiträumigkeit pflegt. So gibt es beispielsweise zahlreiche Rochadebewegungen und mannschaftliche Umformungen, die in dieser Eigenschaft stattfinden, anstatt dass etwa eine aufgezogene Formation dogmatisch breit besetzt würde. Noch wichtiger ist, dass die Mannschaft diese Weiträumigkeit gar nicht als Grundprinzip, sondern eher als ein mögliches Mittel verwendet, und sie daher vor allem für Raumöffnen, die Ausführung der Fluidität, das situative Umspielen gegnerischer Pressingphasen gerade in tiefen eigenen Zonen oder Verlagerungen nutzt anstatt für wirkliches Flügelspiel im klassischen Sinne – denn Flanken findet man trotz der recht breiten Anlage nur situativ eingestreut, aber definitiv nicht übermäßig bei Bosz´ Team.

Natürlich gehören weite Verlagerungen – wie auch großräumige Phasen – immer wieder ins Repertoire, werden beispielsweise von den Innenverteidigern oder Vejinovic diagonal auf einen weit aufgerückten Außenverteidiger geschlagen und ebenso auch mal in höheren Zonen als ein Stilmittel eingesetzt, allerdings geschieht dies recht konstruktiv und endet – abgesehen von manchen suboptimalen Dribblings der Flügelstürmer, die aber eben phasenweise auch gezielt für Durchbruchsvarietät gesucht werden, und den gelegentlichen Problemen in der Aufrückrealisierung – nur selten zwingend in einer ebenfalls am Flügel stattfindenden Vollendung der Angriffe. Eine geschickte Nutzung solcher Verlagerungen besteht in der Erschließung eines neuen ballnahen Raumes, der direkt offen besetzt werden kann. Oft bewegt sich bei solchen Seitenwechseln auf einen sehr hoch stehenden Außenverteidiger der Mittelstürmer dorthin, um sich für eine kurze Ablage ins Zentrum anzubieten. Mit einrückenden Bewegungen öffnen der offensive Flügel und der jeweilige Achter den Raum – beispielsweise übernimmt Qazaishvili mal das Sturmzentrum oder nutzt den Platz. Indem der Mittelstürmer nach solchen Raumwechseln sehr schnell hilft und gewissermaßen die letzte Linie isoliert, zieht er sich selbst den Raum vor deren Abwehr für eine einleitende Aktion frei.

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Kashia rückt etwas auf und spielt einen langen Ball auf Achenteh. Olynyk rückt ein und zieht seinen Gegenspieler zunächst etwas mit, weshalb dieser letztlich nur verspätet herausrücken kann. Stattdessen bewegt sich Bertrand Traoré als Mittelstürmer (Labyad von rechts eingerückt, Qazaishvili von der Acht aufgerückt) bereits nach außen…

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Er erhält in zunächst freier Situation den Ball, umspielt dann noch den zurückrückenden Sechser, der bis dahin als einziger Zugriff herstellen konnte, und bedient dann den sich anbietenden Qazaishvili, von dem der andere Sechser herüberrückende weggezogen wird. So bietet sich dem Georgier – unterstützt von guten Detailbewegungen der umliegenden Kollegen – die freie Abschlussmöglichkeit aus achtzehn Metern, die er für einen Treffer nutzt. Das kann auch als Beispiel für die recht geschickte Rückraumöffnung Vitesses dienen.

Vitesses Defensivansatz

Gegenüber der durchaus aufregenden und taktisch sehr starken Entwicklung des Teams in ihren Aufbaustrukturen wirkt die Defensive bei Vitesse weniger spektakulär. Insgesamt praktizieren sie ein nicht großartig besonderes, sondern solides 4-4-2/4-4-1-1 mit manchmal etwas ungeschickter Endverteidigung, vielen Mannorientierungen, die aber insgesamt recht balanciert ausgeführt und im Verschieben gut auf- bzw. übergeben werden, und durchschnittlicher Kompaktheit – wobei das Ganze auf den ersten Blick etwas schwächer wirkt, als es eigentlich ist. Daneben gibt es auch 4-1-4-1-artigere Staffelungen oder – vor allem im hintersten Drittel nach den etwas inkonsequenten Rückzugsbewegungen – 4-5-1-Ansätze. Innerhalb der Mannorientierungen wird das dadurch bedingte Zurückfallen der Flügelstürmer gegen aufrückende Außenverteidiger – ohnehin häufig ein gewisser Problempunkt – manchmal nicht wirklich gut ausgeführt und führt dann zu Schwächen, wenngleich es auch viele Szenen gibt, in denen sie etwas enger bleiben, nicht ganz konsequent bis in die letzte Linie folgen und aus diesen Positionen stattdessen zumindest die Passwege nach außen zu blockieren versuchen.

Ein wichtiger Punkt und eine Stärke sind die hohen Pressingansätze in 4-4-2-Grundstellungen mit vielen aufrückenden Elementen und aufmerksamen Bewegungen der ballnahen Offensivleute, die im Verlauf der vergangenen Rückrunde zunahmen, in den Play-Off-Spielen um die Europa League nochmals eine Steigerung erfuhren und darin sogar direkt für Tore nach Ballgewinnen sorgten. Schon gegen PEC Zwolle deutete sich dies in einigen Situationen als wirksam an, ehe im anschließenden Hinspiel gegen Heerenveen der zwischenzeitliche Führungstreffer so entstand: Durch die konsequente Nutzung der Asymmetrie zwischen den Flügelspielern und dem sehr schnellen sowie plötzlichen Diagonal-Nachrücken Qazaishvilis zwischen die beiden ballnahen Angreifer. Mal standen die 4-1-3-2-haften Ansätze stärker im Vordergrund, mal die unterschiedlichen Staffelungen der Flügel. Möglich sind auch sehr verschobene Stellungen, bei denen ballnah besonders weit aufgerückt wird, während der ballferne Außen als eingerückter und tiefster Sicherungsspieler agiert. Mitunter bewegt er sich sogar „hinter“ dem Sechser, der ebenso wie die Achter vor ihm enorm aggressiv verschiebt, wofür sie vom etwas weiter entfernt passiven Mittelstürmer den Rahmen erhalten.

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Eine der besten Pressingszenen der abgelaufenen Saison aus dem Spiel gegen Groningen: Mit geschickten Positionierungen, weitem Aufrücken der ballnahen und zentralen Akteure sowie tiefem Absichern Labyads. Die Nordniederländer verfangen sich trotz des aufrückenden Versuchs aus der Innenverteidigung in diesem Konstrukt.

In einzelne Lokalkompaktheiten hinein rücken

Ursächlich für die Effektivität dieser höheren Pressingphasen sind zum einen die generell in ihrer Abstimmung und im Timing verhältnismäßig starken Bewegungen der beiden vordersten Spitzen durch Qazaishvilis Aufrücken ins 4-4-2,die mit solchen geschickt versetzten Staffelungen in jenen aggressiv vorne attackierenden Umgebungen noch mehr Wirkung erzielen können. Zum anderen kommt hier das Herausrücken aus dem zentralen Mittelfeld zum Tragen, bei dem gerade Pröpper gerne überraschend aggressiv hinter die Sturmspitze herausschießt und deren Vorarbeit für unangenehme Staffelungen nutzt, während seine Mittelfeldkollegen dies gut absichern. Eine Linie weiter hinten gibt es im Grundsatz methodisch ähnliche Mechanismen, die durch die Mannorientierungen der Innenverteidiger und deren Herausrücken bedingt sind. Weil vor allem van der Heijden, aber auch seine verschiedenen Kollegen dies individuell oft sehr gut umzusetzen wussten und auch die mannschaftliche Ausführung recht geschickt daherkam, ergaben sich aus diesen vorschiebenden Bewegungen trotz der mit diesem Mittel verbundenen Gefahren situativ immer wieder wirksame Lokalkompaktheiten.

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Kompaktes Zusammenziehen der Mittelfeldlinie um den mannorientiert herausrückenden Kashia

Fiel der gegnerische Angreifer zurück, passte sich das Mittelfeld sehr gut an die dagegen ausgeführte Mannorientierung an, zog sich um den auf sich zukommenden Gegner zusammen und sorgte für eine Ballung zur Unterstützung des Innenverteidigers. Für kurze Zeit entsteht daraus eine kohärente Zugriffsstellung um den Ball – mit nahen Abständen zwischen dem aufgerückten Abwehrmann, den Sechsern und auch den Außenspielern einerseits, aber trotzdem günstigen Staffelungsschärfen und Ausweichräumen andererseits. Letzteres ist vorteilhaft, damit man aus der direkten Überzahl bei einem Ballgewinn etwas machen kann, wenngleich hier die guten Dribblertypen auf den Achterpositionen in der Vorsaison hilfreich waren. Auch beim verfolgenden Herausrücken durch einen Außenverteidiger gibt es solche Szenen zu beobachten, in denen der Gegner quasi in die kohärente Mittelfeldabteilung Vitesses hineinrennt und aufgrund deren guter Arbeit dort isoliert wird. Vor allem die Achter sind in dieser Hinsicht für ihre aufmerksam abdeckenden und kleinräumige Passwege belauernden Art zu loben.

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Aufmerksame Passwegsverstellung und Isolierung eines einrückenden gegnerischen Flügels durch Vitesses Mittelfeldakteure

Trotzdem muss man noch einmal auf die Gefahren und Schwachstellen der insgesamt stark von Mannorientierungen geprägten Ausrichtung des Teams hinweisen, die ungeachtet dieser gelegentlich sehr effektiv genutzten Szenen potentiell anfällig sind, gewisse Löcher öffnen können und das eine oder andere Mal den Zugriff rauben. Wenn die hinteren Verteidiger zu weit herausgezogen werden oder sich die Flügelstürmer mal unbalancierter nach hinten drängen lassen, kann der Gegner daraus direkt oder indirekt Kapital schlagen. Gegen einzelne Pässe in die Tiefe oder invers andribbelnde Flügelstürmer mit anschließend spielstarken Folgemechanismen – so gegen Heerenveen von Sam Larsson initiierte Szenen – hatten sie in der letzten Spielzeit Probleme. Ganz allgemein sind demgegenüber die Pressingbewegungen der beiden vorderen Angreifer und das vertikale Nachschieben der jeweils weiteren zentralen Akteure die wohl größten Stärken der Mannschaft gegen den Ball, die insgesamt auch durchgehend zu sehen und grundsätzlich für alle Moment defensiver Spielphase relevant sind, in den hohen Pressingphasen aber nochmal besonders griffig hervortreten.

Mit starker Rückrunde doch noch nach Europa

Der erwähnte Aufschwung in der vergangenen Rückrunde – nach dem Erfolg gegen Ajax gab es sechs Siege in Folge und eine Serie von zwischenzeitlich zwölf ungeschlagenen Partien – trug die Mannschaft schließlich souverän und problemlos in die ab dem siebten Platz zugelassenen Play-Offs zur Europa League, in denen vier Teams sich um ein Ticket stritten, und brachte ihnen sogar einen gesetzten Status. Nach einem sehr ansehnlichen Duell mit Ron Jans´ PEC Zwolle, das die Gelb-Schwarzen für sich entscheiden konnte, stand das Finale gegen die in der Rückrunde ebenfalls aufgekommenen Friesen aus Heerenveen an. Trotz einer recht kontrollierten Vorstellung und einzelnen auch in Unterzahlen gruppentaktisch klar ausgespielten Angriffen litten sie in dieser ersten Begegnung um das Europapokal-Ticket an überraschenden Verbindungsproblemen von der Aufbauarbeit um den Sechser herum nach vorne.

Die beiden Achter schoben bereits zu früh in die Offensive hoch und blieben dort – neben dieser ungewohnten Desbalance – auch noch weitgehend passiv. Normalerweise sind auch solche Bewegungen zu einem gewissen Grade eingeplant und sollen in der weiträumigen Aufbauanlage des Teams die aufrückenden Bewegungen der Innenverteidiger mit unterstützen oder deren Optionen für Direktpässe erhöhen. Doch passte das auch aufgrund einer etwas zu vorsichtigen Ausrichtung nicht so gut zusammen, so dass gerade das ansonsten so starke und vielseitige Aufrücken diesmal eher instabil daherkam und oft von einzelnen riskanten Raum-Dribblings oder weniger erfolgsstabilen langen Pässen gestemmt werden musste. Aufgrund der zwischendurch vereinzelten Gefahr solcher Angriffsmuster, einiger guter Momente bei zweiten Bällen und vor allem der Wirksamkeit der hohen Pressingphasen reichte es auswärts dennoch zu einem 2:2, das für die zweite Begegnung alles offen ließ.

Diese begann direkt mit einem frühen Rückstand, der beispielhaft für eine durchwachsene Anfangsphase stand. Ihre Rhythmusprobleme führten zu einer etwas hektischen Spielweise, die auch von manchen zu flügellastigen Offensivphasen und – teils dadurch mit bedingt – unvorsichtiger, zu raumgreifender Absicherung geschwächt war. Der nach der Pause durch einen umstrittenen Elfmeter erzwungene neuerliche Ausgleich zum 2:2 sollte sich schließlich jedoch als positiver Wendepunkt herausstellen. In der Endphase wurde der frenetische, teils etwas überwilde, aber letztlich doch sehr druckvolle Sturmlauf der Gastgeber noch mit einem zu deutlichen 5:2 belohnt – und führte in die 3. Runde der Qualifikation zur Europa League. In wenigen Tagen wird das Team von Peter Bosz dort – leider gegen einen sehr unangenehmen Gegner, Koemans Southampton – in die neue Saison starten und die bisherige Entwicklung – jedoch erzwungenermaßen mit einem neuen personellen Gesicht – fortsetzen wollen.

Ein kleiner Ausblick auf 2015/16

Wie jedes Jahr, war auch diesmal die Kaderstruktur zahlreichen Veränderungen unterworfen, was vor allem an der bei Vitesse seit einiger Zeit typischerweise ungewöhnlich hohen Zahl von Leihspielern liegt, wegen der sie häufig als „Chelseas Farmteam“ bezeichnet werden. In diesem Sommer waren es allein nach Leihen fünf Abgänge und vier Zugänge, die – acht dieser neun von Chelsea – nach einer Saison wahrscheinlich wieder gehen werden. Erneut muss Peter Bosz also mit stark verändertem Personal weiterarbeiten, wobei diesmal besonders schwerwiegt, da mit Vejinovic und Pröpper zwei absolut entscheidende Mittelfeldkonstanten der bisherigen Zeit ebenfalls gewechselt sind. Die personelle und detaillierte Interpretation der Grundspielweise ist also noch schwierig abzuschätzen. Erste Eindrücke lassen vermuten, dass der von Chelsea geliehene Lewis Baker als Sechser, der elegante, vielseitige und sich durch geschickte Ballmitnahmen auszeichenende Simbabwer Nakamba – bereits letzte Saison vereinzelt eingesetzt – halbrechts und Qazaishvili halblinks im Mittelfeld agieren werden. Spielte Nathan auf der linken offensiven Außenbahn, wurden dabei verstärkt Rochaden mit dem nach links ziehenden Nakamba und Rechtsüberladungen fokussiert, für die sich Qazaishvili stärker in jenen Halbraum orientierte.

Ansonsten gibt es personell vor allem im Sturmzentrum und rechts hinten großen Konkurrenzkampf im ansonsten eher dünnen Kader. Auf der rechten Außenbahn könnte mit dem 19-jährigen Rashica, der ablösefrei aus der Liga des Kosovo kam, ein Überraschungsmann auf sich aufmerksam machen. Er ist ein individuell recht starker, wenngleich vielleicht eher simpler Dribbler und zeigte bisher eine hohe, solide Erfolgsstabilität am Ball. In den Testspielen des Teams präsentierten sich bereits wieder die bekannten taktischen Elemente – so gab es beispielsweise viele der zahlreichen Aufbaumechanismen, wie direkte Eröffnungen durch die Mitte, zu sehen, während die zentralen Akteure als dominante Kräfte gegenüber den Breite haltenden, dribbelnden und situativ helfenden Außen auftraten. Noch häufiger als zuvor gab es lange Diagonalbälle von diversen Spielern aus dem Sechserraum heraus, die mit zahlreichen raumöffnenden- und nutzenden Läufen der Offensivabteilung verbunden wurden. Kleinere Schwächen zeigten sich beispielsweise noch in der defensiven Rückraumsicherung. Insgesamt dürfte die Mannschaft den bisherigen Weg fortsetzen und ihren grundsätzlichen Stil beibehalten. Neben der Stabilisierung des neuen Detailsystems sind dabei das Verhalten in mittleren Aufrückphasen, Feintuning in manchen offensiven Teilbereichen, einige Punkte im Defensivspiel und vor allem mehr Konstanz die nächst zu absolvierenden Entwicklungsschritte.

Ernie Berenbroek 9. Juni 2017 um 15:02

Als Niederländer verstehe ich die hohen Erwartungen mit Peter Bosz nicht. Er hat bislang noch keine bedeutende Preise gewonnen. Mit Maccabi Tel Aviv verpaßte er 2016 die Meisterschaft und verlor er das Pokalfinale. Mit Ajax Amsterdam verspielte Bosz viele Punkte in der Meisterschaft gegen niedrigere Vereine. Im Pokal schied Ajax aus gegen einen Zweitligist. Die Erfolge in der Europa League waren beachtlich. Dieser Wettbewerb ist jedoch europäisches Mittelmaß. Mit großem Einsatz wurden zuhause ein schwaches Schalke 04 und Lyon besiegt. In beiden Auswärtsspiele sowie im Endspiel gegen Manchester United wurde Ajax teilweise überlaufen.

Am meisten Sorgen bereiten mir seine taktischen Auffassungen. Mit seinem Pressing ist er seinen niederländischen Kollegen weit voraus; der Aufbau von hinten ist jedoch meistens sehr langsam und vorhersehbar (ein allgemeines niederländisches Problem). Das Tempo in den Angriffen stockt oft weil immer zuerst die Flügel benutzt werden müssen. Angriffe durchs Zentrum existieren in Holland kaum. Der Zehner ist fast ausgestorben. Ich wage vorauszusagen das Bosz spätestens mit Weihnachten entlassen ist. Viele Landgenoßen mit hogen Erwartungen gingen ihm vorhab, wie Frank de Boer bei Inter Mailand, Louis van Gaal bei Manchester United und Fred Rutten bei Schalke 04.

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Koom 9. Juni 2017 um 16:27

Seine Spielweise „passt“ ja wenigstens dann auf den Kader. Von hinten herausspielen kann der BVB auch nur mittelmässig, die Flügel sind stark und überrepräsentiert und einen 10er hat es nicht. Und sich mal hinten überrumpeln lassen konnte der BVB auch gut. 😉

Klassisch holländisch dürfte der BVB 4-3-3 spielen können. Gute 6er, gute 8er, Aussenstürmer, die auch mal nach innen gehen, viel Umschaltfokus.

Persönlich denke ich auch, dass Bosz sich nicht lange halten wird. Die Arbeit Tuchels wurde mir seitens des BVB sehr unterschätzt – und das trotz das Teile des Kaders vielleicht sogar ein Stück weit gegen den Trainer spielten.

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Schorsch 9. Juni 2017 um 21:55

Wie soll das denn gegangen sein, dass „Teile des Kaders vielleicht sogar ein Stück weit gegen den Trainer spielten“? Schmelzer lässt bewusst große Räume für gegnerische Spieler und Reus verletzt sich absichtlich? So oft können Sahin oder Bender ja nicht absichtlich Fehlpässe produziert haben, so wenig wie sie gespielt haben. Weidenfeller hat ja auch nicht so oft im Tor gestanden und Piszcek ist eigentlich eher durch positive Leistungen aufgefallen. Habe ich einen der ‚Verdächtigen‘ vergessen?

Beim BVB hat niemand die sportliche Arbeit Tuchels unterschätzt. Die Probleme mit ihm hatten damit nichts zu tun.

Zu Bosz: Ich persönlich hätte klar Favre bevorzugt. Das mit seiner Verpflichtung hat nun aber nicht geklappt, weil Nizza nicht den Wunschnachfolger bekommen hat und Favre deshalb keine Freigabe erhielt. Aber warum sollte Bosz sich nicht lange halten? Ich glaube, dass es nach einer vielleicht längeren Anlaufphase mit Umstellungsproblemen durchaus immer besser laufen kann. So war es auch bei Ajax. Was das „von hinten herausspielen“ anbelangt, so hat sich der BVB personell in der IV und im Mittelfeld schon verstärkt. Wer sagt denn, dass sich nicht gerade dies unter Bosz deutlich verbessern wird?

Jeder Trainer hat eine Chance verdient. Ohne Voreingenommenheit. Frühestens nach einem halben Jahr halte ich eine Prognose hinsichtlich der weiteren Entwicklung für möglich. Es sei denn, die Hinserie würde sich leistungs- und ergebnismäßig desaströs gestalten. Aber wie wahrscheinlich ist das?

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tobit 10. Juni 2017 um 15:12

Ich glaube nicht, dass da einzelne Spieler „gegen den Trainer“ gespielt haben. Ich denke aber schon, dass es sich auf die Leistung auswirkt, wenn man als Spieler nicht von seinem Trainer überzeugt ist (und sei es nur unterbewusst). Gerade Piszczek und Weidenfeller waren doch sehr unkonstant ( => häufige kleinere oder größere Fehler, besonders im Aufbau), was man davor nicht kannte bei den beiden.

Sollte das anonyme Spieler-Zitat bezüglich der zwei Wechsel zur Halbzeit stimmen, gab es möglicherweise schon den einen oder anderen, der Tuchels sportliche Expertise und den Wert seiner taktischen Arbeit unterschätzt (oder zumindest falsch eingeschätzt) hat.

Zu Favre hätte Philipp sehr gut gepasst als Halbstürmer oder tief gehender Außen.
Auf Bosz bin ich sehr gespannt, der hat bisher ziemlich viele erfolgreiche Stationen gehabt und überall seine Grundidee umgesetzt. Mal schauen, ob er weiterhin beim 433 bleibt oder sich da eine andere Formation herauskristallisiert. Ich fände ein 442(0)/4132 mit zwei aus Reus/Philipp/Schürrle/(Auba) als ausweichenden Stürmern und zwei aus Dembélé/Pulisic/Reus/Mor/(Larsen) auf weit eingerückten Flügelpositionen sehr interessant. Das könnte auch dem Pressing und Gegenpressing entgegenkommen.

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Koom 11. Juni 2017 um 19:46

1.) Deine Ausführungen haben auch wenig Anhaltspunkte, dass sie wahr sind. 😉
2.) Von den Äusserungen her ist klar, dass manche Spieler Tuchel nicht vertrauten und an seine Lehren nicht glaubten oder sie verstanden haben. Und das können schon die fehlenden 5-6% sein, wodurch der – Zitat sv.de – „Nebel in der Defensive“ entsteht. Also ein diffuses, unklares Abwehrsystem, das teilweise einfachste Basisregeln nicht befolgen kann oder will.

Und wg. Bosz: Alles hypothetisch. Ich will dem Trainer nichts schlechtes, kenne ihn einfach zu wenig. Aber mit nem klassisch-holländischen 4-3-3-Gegenpressing-Tralala wirst du in der Bundesliga auf die Fresse kriegen. Da ist die individuelle Klasse beim Gegner im Schnitt höher als in der niederländischen Liga und mit 4-3-3 und Gegenpressing ist hier jeder aufgewachsen und hat dessen Peak auch miterlebt (Klopp). Oder kennt es in moderner Fassung von Leipzig.

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BS 7. August 2017 um 17:17

@ Koom, Thema Kader:
1. Ich vermisse Kagawa bei den Testspielen und verletzt ist er doch nicht, oder? Der scheint bei Bosz schlechte Karten zun haben. Meint ihr, dass er noch verkauft wird?
2. Sollte Dembele nach Barca gehen, wird noch nach Ersatz gesucht werden oder reicht der ohnehin zu große Kader aus? 8er hats genug, Pulisic, Schürrle, Philipp, Passlack (Reus, wenn er wieder fit ist) auf den Außen.

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tobit 7. August 2017 um 19:53

Kagawa hatte eine Schulterverletzung (laut Transfermarkt bis zum 14.7.), weshalb er erst in Asien mit Grundlagen- und Lauftraining begonnen hat. Aktuell ist man sehr vorsichtig und lässt ihn ohne Zweikämpfe mittrainieren, um die Heilung nicht zu gefährden. Da sein Vertrag Mitte Juli verlängert wurde, glaube ich nicht an einen diesjährigen Abgang.

Passlack wird aktuell bei der Hertha gehandelt und hat auch sonst mit der Besetzung der Offensivpositionen nichts zutun (außer man verschiebt Guerreiro oder Durm, die er dann hinten ersetzen könnte), da man ihn sehr klar als AV sieht (wo aktuell viele verletzt sind, weshalb er nicht wechseln darf). Nur mit Pulisic, Philipp und Schürrle (wovon zwei zentral besser aufgehoben wären) die Saison zu beginnen halte ich für sehr unwahrscheinlich, da man bei Reus onehin die Tage bis zum nächsten Ausfall zählen kann.
Man würde also sicherlich nochmal nachlegen wollen. Problematisch wäre natürlich der Zeitrahmen (was die Kosten treibt) und die Integration ins aktuell schon ganz ordentlich funktionierende System. Alternativen gäbe es sicherlich, aber die individuelle Klasse von Dembélé wird kein Neuzugang ersetzen können. Grundsätzlich vorstellbar wären denke ich Spieler wie Felipe Anderson, Keita Balde, Berardi (auch mehr Halbstürmer als Aussen), Lucas, Mahrez, Perisic (sehr teuer) oder Rafa Silva (eher ein „Insider-Tipp“ nach seinem durchwachsenen Jahr bei Benfica) – viele potentielle Kandidaten sind halt schon vom Markt (z.B. Fekir ist nach dem Lacazette-Wechsel nicht mehr zu bekommen)

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BS 7. August 2017 um 22:08

1. Danke, das erklärt einiges. Bin mal gespannt, welche Startelf sich letzlich herauskristallisieren wird. Schließlich lässt sich das zentrale Mittelfeld beim aktuellen Kader ja dreifach besetzen (wenn ichs richtig gesehen hab, wurde ja sogar Schürrle als 8er getestet).
2. Könnte mir schon vorstellen, dass sie Durm vorziehen. Dann gibts noch die Leute aus der U23. Wie dem auch sei, von Pulisic erwarte ich einiges diese Saison.

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tobit 7. August 2017 um 22:43

Schürrle und auch Durm wurden in Abwesenheit vieler Zentrumsalternativen jeweils einmal auf der Acht getestet, wenn ich mich richtig erinnere. Beide mit eher mäßigem Erfolg, das dürfte also (auch wegen der mittlerweile vorhandenen Alternativen) kein Thema werden.
Im Zentrum sehe ich Weigl und Sahin auf der tiefsten Position. Davor dann zwei aus Götze, Dahoud, Kagawa, Castro und Rode.

Durm wird denke ich nur dann vorne auflaufen, wenn alle anderen ausfallen. Ihm fehlt es technisch und kombinativ an zu vielen Stellen um da eine echte Alternative zu sein – anders als Guerreiro. Außerdem wird er auf den defensiven Flügeln (wenn er denn Mal fit ist) dringender benötigt.

Aus der U23 werden wohl eher weniger Spieler ernsthaft an den Profikader heranrücken – wenn überhaupt die, die jetzt erst aus der U19 zu den Amas gewechselt sind (Serra, Beste, …). Da würde ich eher auf die U19 tippen, die in den letzten Jahren wesentlich enger an den Profis dran war. Aus der U19 kamen zuletzt Passlack, Pulisic, Burnic und Larsen direkt in den Profikader, aus der U23 kam meine ich niemand auch nur mit in die Trainingslager.

Schorsch 7. August 2017 um 22:19

Kagawa steigt nach seiner langwierigen Schulterverletzung wohl diese Woche voll in das Training ein. Er ist der pressingstärkste Offensivspieler des BVB und sein Gegenpressingverhalten dürfte auch zu dem besten zählen, was beim BVB vorhanden ist. Das dürfte ihn prädestinieren, in der von Bosz favorisierten Spielweise zu den bevorzugten Spielern zu gehören. Bosz hat sich zudem sehr positiv über ihn geäußert. Im übrigen kann ich mir auch vorstellen, dass Rode (sollte er nicht wieder lange und oft verletzt sein) bei dieser Spielweise seine Rolle im Team finden kann. Aktuell pausiert er wieder wegen Oberschenkelproblemen.

Passlack wäre bereits verliehen worden (Hertha), wenn sich nicht Guerreiro verletzt hätte. Überdies fällt Schmelzer momentan verletzungsbedingt aus, ebenso wie Durm. Piszczek wird nicht jünger und er scheint momentan (noch?) in keiner guten Verfassung zu sein. Auf beiden AV-Positionen besteht somit aktuell und langfristig Handlungsbedarf. Unter Tuchel hat Passlack allerdings schon nicht so sehr viele Einsatzzeiten bekommen und was er bislang in den Testspielen gezeigt hat (was man aber nicht überbewerten sollte) ist eher unbefriedigend. Bosz bevorzugt die ‚Kante‘ Zagadou, ein junger Innenverteidiger, auf der linken AV-Position in den Testspielen. Ob es nur Spielpraxis ist, die er benötigt, weiß ich nicht. Als Juniorenspieler gehörte er aufgrund seiner Physis immer zu den besten, aber ich habe den Eindruck, dass er sich nun im Seniorenbereich nicht wirklich weiterentwickelt. Gut möglich, dass der BVB auf den AV-Positionen noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv wird. Dann wird man wahrscheinlich einen Spieler verpflichten, der auf beiden Seiten eingesetzt werden kann. Dann würde Passlack mMn doch noch verliehen werden; Hertha ist nach wie vor interessiert.

Der eine oder andere Spieler soll wohl noch abgegeben werden. Park wäre erster Kandidat, aber der hat sich bei der U 23 häuslich eingerichtet. Gut möglich, dass er das eine Jahr Vertragslaufzeit einfach ‚aussitzt‘. Subotic ist nach wie vor ein Wechselkandidat.

Reus wird erst in der Rückrunde wieder auflaufen können. Bei Schürrle scheint es auch immer wieder Verletzungen zu geben. Pulisic ist noch jung und benötigt seine Regenerationspausen. Philipps Wird da eher als alternative zu diesen Spielern benötigt denn als möglicher Ersatz für Dembélé.

Dembélé möchte man natürlich nicht abgeben, aber bei diesen irrealen Summen, die aktuell den Transfermarkt bestimmen und nachdem Neymar ‚eine neue Herausforderung‘ gesucht und gefunden hat, wird es da auch beim BVB eine Schmerzgrenze geben. Ich gehe davon aus, dass man für diesen Fall einen ‚Plan B‘ hat hinsichtlich einer Neuverpflichtung, so wie man es bei einem Abgang Aubameyangs gehabt hätte. Dembélé wird man dabei nicht 1:1 ersetzen können und wollen.

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BS 7. August 2017 um 23:38

Wer wäre eine Möglichkeit auf der AV-Position? Toljan, Henrichs, (Kimmich) 😉 ? Sollte Dembélé gehen, wäre ja Geld da …

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tobit 8. August 2017 um 07:35

Toljan wäre wohl möglich (die anderen beiden nicht), würde mir aber nicht so gefallen. Ich sehe bei dem einfach nichts außergewöhnliches, dazu könnte er sich bei Hoffenheim nicht gegen Zuber und Kaderabek durchsetzen. Kaderabek fände ich interessanter, aber wohl auch schwieriger zu realisieren.
Eine Risikovariante wäre Florenzi. Er fällt aktuell mit Kreuzbandriss (der zweite direkt hintereinander) noch bis Ende August aus und wäre wohl auch relativ teuer (Roma braucht kein Geld mehr). Sollte man ihn bekommen und er wieder richtig fit werden, wäre man auf beiden Seiten sehr stark besetzt. Florenzi ist wie Guerreiro zudem auch im ZM einsetzbar, man könnte also auch a la Pep mit zwei einrückenden AV spielen (womit ich bei Piszczek Bauchschmerzen hätte).

Schorsch 8. August 2017 um 10:28

Ich kann Toljan nicht wirklich beurteilen. Er ist noch recht jung und sicherlich wird er sich noch weiterentwickeln. Wie @tobit schon schreibt, bei der TSG spielte er in der vergangenen Saison eher die zweite Geige. Seine Statistiken sind nun auch nicht gerade überdurchschnittlich. Er hat wohl bei der U 21 – EM überzeugen können, wie ich mehrfach gelesen habe. Ich selbst war zu der Zeit in Urlaub und habe nur das Finale am TV verfolgen können. Freunde meinten zu mir, die positive Beurteilung beruhe eher auf seinen Offensivleistungen, defensiv hätte er durchaus Schwächen gezeigt. Auf jeden Fall wäre er auf beiden Seiten einsetzbar, was ihn für diverse Teams interessant macht. Bayern soll auch an ihm interessiert sein, ebenso einige PL-Teams. Letzeres gilt dem Vernehmen nach auch für Henrichs.

Wer Boszs Werdegang ein wenig verfolgt hat, der würde sich auch nicht darüber wundern, wenn er auf der linken Abwehrseite auf einen Nachwuchsmann wie Beste setzen würde. Zunächst als back up, um dann immer mehr zur Alternative für Schmelzer und/oder Guerreiro zu werden, der vielleicht eher im Mittelfeld gesehen wird. Mittelfristig könnte auf rechts Weiser ein Kandidat werden; je nachdem, wie sich die Hertha entwickelt. Auch Klostermann könnte eine Alternative auf rechts sein, wenn sich seine Entwicklung nach der langen Verletzungspause so fortsetzt wie vorher. Er ist zwar RAV, ist aber durchaus flexibel in der Viererkette einsetzbar. Er stammt aus einem Nachbarort von Dortmund und seine Familie hat es nicht gerne gesehen, dass er zu RB Leipzig gegangen ist.

Ich kann mir aber gut vorstellen, dass Pilawa und seine Jungs ihre Bemühungen auf ausländische Ligen konzentrieren. Das dürften neben Frankreich auch die Niederlande, aber auch Italien sein.

tobit 8. August 2017 um 10:36

Wer ist Pilawa? Oder war das nur die Autokorrektur?

Ansonsten stimme ich dir weitgehend zu. Interessante Info zu Klostermann, das wusste ich noch nicht.

Schorsch 8. August 2017 um 12:18

Markus Pilawa ist seit Januar Nachfolger von Sven Mislintat als Chefscout beim BVB. Pilawa war bereits seit einigen Jahren im Scoutingteam. Mislintat wurde ja zum ‚Leiter Profifußball‘ befördert, was hauptsächlich die Kaderplanung beinhaltet.

PS Ich schreibe ohne Autokorrektur. Daher auch der eine oder andere Buchstabendreher etc..

BS 8. August 2017 um 12:21

Weiser wäre für den BVB doch wirklich interessant, weil er rechts alles spielen kann: AV, RA und wingback (wo ihn ja manche am Stärksten sehen). Hab auch nur das U21 EM-Finale gesehen, aber da hat sein Pressing- und Gegenpressing verhalten für meinen (relativ ungeübten) Blick ziemlich gut ausgesehen, viele Balleroberungen aus Gegenpressingsituationen (war zudem sehr weiträumig unterwegs). Außerdem kann er nicht nur an der Linie, sondern auch auch eingerückt spielen.

Daniel 8. August 2017 um 13:10

Ich halte Weiser seit Jahren für einen der unterschätztesten Fußballer Deutschlands. Ich hätte ihn an Bayerns Stelle damals nicht gehen lassen, schließlich war die aufbrechende Lücke auf der RV-Position absehbar. Auch in die Nationalelf haben es in den letzten Jahren schon durchaus schlechtere Spieler geschafft. Seine Idealposition ist denk ich wirklich als rechter Wingback, aber auch RV und rechtes Mittelfeld kann er sehr gut spielen, und das wie du sagst durchaus auch eingerückt. Für Hertha ist er eigentlich zu gut, sowohl dem BVB als auch Bayern würde er sehr gut zu Gesicht stehen. Seine einzige Schwäche ist halt seine schon in jungen Jahren recht ausgeprägte Verletzungsanfälligkeit, womit er bei beiden deutschen Topteams in bester Gesellschaft wäre…

Schorsch 8. August 2017 um 13:54

@BS @Daniel:
Ich kann Euch da nur zustimmen bezüglich Weiser; Eure Eindrücke decken sich weitgehend mit meinen. Wobei die Verletzungshäufigkeit und die entsprechenden Zeiten schon auffällig sind, aber das kann auch einfach nur Pech gewesen sein. Die Scoutingfachleute werden sich mit der entsprechenden Historie wohl sehr genau beschäftigen.

Kürzlich äußerte der gute Mitch sich öffentlich in etwa so, dass er irgendwann auch gerne in der CL spielen möchte. Solche Äußerungen kommen nicht von ungefähr und werden oft von den Beratern gesteuert. Die Hertha hat sich zweifelsohne mit Dardai, einem ‚gewachsenen‘ Preetz, einer mittlerweile ‚vernünftig‘ agierenden Chefetage und nicht zuletzt mit den Investorengeldern sehr ansprechend entwickelt. Ob diese Entwicklung mittelfristig auch in die CL führt, versehe ich persönlich mit einem Fragezeichen. Es wird in der kommenden Saison schon schwer genug, die Mehrfachbelastung durch die EL so aufzufangen, dass man sich in der Liga nicht in unteren Gefilden wiederfindet. Sollte dies passieren, wird Weiser wohl einen Wechsel ins Auge fassen. Und in der Bundesliga gibt es nicht so sehr viele Clubs, die regelmäßig CL spielen und wo seine Fähigkeiten gefragt wären.

Es gibt allerdings etwas, was mich halt bei all diesen Überlegungen (die eben auch von mir angestellt werden), doch immer etwas stört. Kaum gelingt es einem Spieler, sei es ein junges Talent oder ein Spieler, der es woanders vielleicht nicht so recht geschafft hat, bei einem Club irgendwo in der Mitte der ‚Nahrungskette‘ zu überzeugen, so wird er gleich (wieder) für Clubs weiter oben auf der Leiter zum Objekt der Begierde. Und der abgebende Club schaut sich dann bei den Clubs um, die unter ihm angesiedelt sind. Ich weiß, so läuft das Spiel. Aber es läuft nach meinem Eindruck immer schneller und mit immer mehr Geld wird immer mehr Druck aufgebaut. Rennes konnte einen Jungspund wie Dembélé nach seinem ersten Profijahr nicht halten und der BVB wird denselben Spieler nach nur einem Jahr auch nicht halten können (vielleicht noch ein Jahr, wir werden es sehen). Für nicht wenige Clubs (wie z.B. Freiburg) ist dies ein regelrechtes Geschäftsmodell, um die Liga halten zu können. Ein wenig mehr Verweildauer würde ich mir persönlich ganz generell aber schon wünschen. Wobei es natürlich auch Ausnahmen gibt, z.B. Jonas Hector.

Daniel 8. August 2017 um 18:04

“ Ich weiß, so läuft das Spiel. Aber es läuft nach meinem Eindruck immer schneller und mit immer mehr Geld wird immer mehr Druck aufgebaut.“

Das ist inzwischen kein Eindruck mehr, das ist Fakt. Die im Fußball fließende Geldmenge nimmt mit rasender Geschwindigkeit zu, und zwar eigentlich überall, da sich das Geld von den wenigen Scheichklubs in Form von Ablösesummen auf die Peripherie verteilt. Die Folge ist eine Inflation historischen Ausmaßes. Wer vor wenigen Jahren noch 50 Mio gekostet hätte, kostet jetzt 100 Mio. Das sieht man z.B. daran, dass Vereine selbst dann noch Gewinne aus Transfers ziehen, wenn der Spieler selbst gar nicht überzeugt hat, wie z.B. Emre Mor oder Douglas Costa. In den letzten Jahren gab es wohl keine so gute Investitionsmöglichkeit wie einen jungen Fußballspieler, der konnte im Wert eigentlich nur steigen. Durch den Neymar-Transfer und Barcelonas Kompensationskäufe wird diese Inflation nochmal beschleunigt.

Die Frage ist zum einen, wielang dieses Spiel noch so weiter geht und ob der Neymar-Transfer der Höhepunkt dieser Entwicklung war oder der Katalysator für eine weitere Beschleunigung. Ewig wird diese Entwicklung jedenfalls nicht andauern: spätestens wenn die Beträge auch für die reichsten Sponsoren zu substantiellen Ausgaben werden, ist es mit immer teureren Transfers vorbei. Und zum zweiten, ob der Fußball sich dann langsam wieder „gesund schrumpft“ oder ob die Blase in einem kurzen Zeitpunkt platzt (wie vor ein paar Jahren die Immobilienblase), was den Bankrott vieler der jetzt superreichen Vereine zur Folge hätte. Denn hier werden absurde Geldbeträge in großteils fiktive Werte investiert

Schorsch 8. August 2017 um 20:41

Ich glaube auch, dass es keine Frage mehr ist, ob es zum Platzen der Blase kommen wird, sondern dass es nur noch eine Frage des Zeitpunkts ist. Was sich allerdings nicht allein auf den Fußball beschränkt, sondern mMn generell gilt.

Ein langsames ‚Gesundschrumpfen‘ wäre mir nicht nur im Fußball lieber. Dazu benötigte es aber nicht nur Regeln, sondern diese müssten dann auch eingehalten werden. Was wiederum effektive Kontrolle und strikte Sanktionierung beinhalten würde. Daran glaube ich allerdings am allerwenigsten.

Es macht mir als Fußballinteressierten nach wie vor viel Spaß, z.B. über die Chancen und Risiken eines pressing-/gegenpressingorientierten 4-3-3 beim BVB unter Bosz zu diskutieren. Oder über die tatsächlich oder vermeintlich schwindenden Strukturen der Bayernmannschaft unter Ancelotti. Wenn ich mir dann aber anschaue, wie PSG nun ‚aufrüstet‘, wie Barcelona nachzieht, welche Summen bei ManCity ausgegeben werde, was ManUnited so ausgibt, etc., dann sehe ich so etwas wie 2013 (als Bayern und der BVB sich im CL-Finale gegenüberstanden) für die Zukunft als illusorisch an. Clubs wie Ajax haben schon länger keine Chance mehr. Da interessiert es mich irgendwann einfach nicht mehr, was die Scheich- und Oligarchenclubs taktisch so auf die Beine stellen.

Ich gehe bestimmt nicht mit allem konform, was Christian Streich so von sich gibt. Im Gegenteil. Aber seine Frage, was Geld mit uns macht, die beschäftigt mich schon.

Koom 14. August 2017 um 12:58

Spaß am Fußball habe ich an sich grundsätzlich auch, allerdings wird mir mittlerweile zu viel mit Geld rumgeworfen. Die Bundesliga ist bspw. sehr spannungsarm und noch heute fehlt mir so ein bisserl der Beweis, ob Guardiola so erfolgreich war, weil er ein guter Trainer ist oder der Bayernkader so absurd viel stärker als die Bundesligakonkurrenz – es also wurscht war, wer da wie was trainiert. Die Ancelotti-Saison zeigte ja im wesentlichen keine anderen Ergebnisse. Das Peps Spielweise ästhetischer und anspruchsvoller war, bestreitet ja niemand.

Das Problem mit dem Fußball ist, dass die Geldschere zu sehr auseinandergeht. Es gibt die 1-2 handvoll Vereine die einfach die Creme de la Creme abschöpfen und die meisten taktischen Spielchen gehen dadurch unter, weil man einfach größere Kanonen nimmt. IMO ist „Taktik“ als vorherrschende Gewalt gerade rückläufig, der Spieler wird wieder wichtiger, quasi eine kleine Renaissance des Heldenfußballs.

Wobei man das nicht so schwarzmalerisch sehen darf: Trainer werden nun auch wesentlich mehr geachtet. Und taktisch ist das Niveau natürlich grundsätzlich VIEL besser als vor 10 Jahren. Aber gerade bei den großen CL-Vergleichen war es sehr viel weniger die Taktik und deren Umsetzung, die für den Sieg ausschlaggebend war, sondern eher die Wucht der Spieler und deren Klasse.

Schorsch 9. Juni 2017 um 22:33

Klopp und Tuchel hatten beide auch noch keine Titel gewonnen, als sie zum BVB kamen (sieht man einmal von einer A-Jugendmeisterschaft Tuchels ab). Gut, sie hatten beide auch nur einen Club trainiert, einen kleineren zumal. Relativen Erfolg hatten sie allerdings beide mit diesem Club. Den hatte Bosz allerdings auch bei seinen Clubs.

Was seine Arbeit bei Ajax anbelangt, so das Team nach einer gewissen Anlaufphase sein Spiel immer besser umgesetzt. In der Meisterschaft hätte man Feyenoord fast noch abgefangen (ein Punkt Rückstand). Die EL ist sicherlich nicht mit der CL zu vergleichen, aber das Vordringen ins Finale darf schon auch als Erfolg gewertet werden. Richtig ist, dass man sich auswärts schwer tat. Die Bilanz von Bosz nach einem Jahr Ajax ist sicherlich nicht die schlechteste. Außerdm hat er junge Spieler deutlich nach vorne entwickelt.

Mit seinem Pressing/Gegenpressing-Ansatz bei strukturiertem Ballbesitzspiel kann Bosz durchaus genau den passenden Fußball für den BVB-Kader implementieren. Das wird sicherlich nicht ohne Friktionen abgehen. Einige Offensivspiler des BVB sind nicht gerade vom Spiel gegen den Ball begeistert. Inwieweit das Zentrumsspiel an Bedeutung verliert, bleibt abzuwarten.

Was den ’10er‘ anbelangt, so hat der BVB unter Tuchel auch nicht so sehr oft mit einem 10er gespielt. Auch bei den Bayern unter Guardiola war das nicht so oft der Fall, auch nicht bei Real unter Zidane.

Warten wir es einfach einmal ab. Prognosen, dass Bosz zur Winterpause nicht mehr Trainer beim BVB sein wird, halte ich freundlich gesprochen für sehr gewagt.

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Dr. Acula 14. Juni 2017 um 10:55

„Er hat bislang noch keine bedeutende Preise gewonnen. “ herzlichen glückwunsch, du hast es direkt im zweiten satz geschafft, dich zu disqualifizieren. lahm und busquets haben meines wissens auch noch nie einen individuellen preis gewonnen und sind trotzdem weitaus bessere fußballer als ronaldo zum beispiel, der davon doch einige hat.

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Gh 14. Juni 2017 um 14:00

ich glaube, dass unser holländischer sportsfreund titel meinte, er hat noch keine nennenswerten titel gewonnen. ob er krawattenmann des jahres mal geworden ist oder die goldene himbeere gewonnen hat ist in der tat unwichtig. lahm hat im übrigen, so heisst es stolz auf des fc bayerns heimseite, viele individuelle titel „darunter drei Mal die höchste sportliche Ehrung der Bundesrepublik Deutschland, das Silbernes Lorbeerblatt (2006, 2010, 2014), sowie der Bambi (2014).“ gewonnen

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fabian984 1. August 2017 um 15:16

@Ernie muss ich zustimmen. Das System wirkte in den Vorbereitungsspielen sehr konteranfällig. Da die Dortmunder Verteidiger fast durchgängig ein Geschwindigkeitsdefizit haben, wird dies noch prekärer. Da die AVs fix die Aussenlinie halten, bin ich gespannt wie kreativ sie die erste Reihe überspielen möchten. Das Pressing war in einzelnen Momenten schon recht intensiv und unterhaltsam. Die individuelle Klasse in der offensive ist bei Dortmund noch einmal eine Klasse besser als bei Ajax. Aber ich kann es mir auch nicht vorstellen, dass er mit diesem System 2017/2018 einen bedeutenden Titel gewinnt.

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Schorsch 3. August 2017 um 20:50

Welche bedeutenden Titel gäbe es für Borussia Dortmund in der kommenden Saison zu gewinnen? Meisterschaft, DFB-Pokal, CL. Mit welchem anderen System (und von mir aus mit welchem anderen Trainer) hätte man denn eine realistische Titelchance in welchem Wettbewerb? Im DFB-Pokal kann es immer durch Losglück und die Gunst des Augenblicks eine Überraschung geben. In den beiden anderen Wettbewerben müsste man an den Bayern respektive Real, Barcelona, etc. vorbei. Das ist keine Frage des Systems und der Spielweise.

In den bisherigen Vorbereitungsspielen zeigte der BVB sich in der Tat konteranfällig. Was ich persönlich weniger bemerkenswert fand als die Tatsache, dass man in den verlorenen Spielen keine oder zu wenig Tore erzielt hat. Aber: Es sind Vorbereitungsspiele. Es gilt, die Mannschaft an das neue System und die neue Spielweise heranzuführen, Rekonvaleszenten und neue Spieler (wieder) zu integrieren. Gegen unterklassige Teams würde man dabei sicher auch hohe Siege in den Testspielen einfahren, die tatsächlichen Defizite würden vielleicht aber nicht aufgezeigt. Gegen höherklassige Teams sieht die schon anders aus. Dies bringt dem Trainerteam möglicherweise die besseren Erkenntnisse für die weitere Arbeit. Die Vorbereitungsspiele von Ajax vor der letzten Saison verliefern übrigens sehr ähnlich, und auch die Anfangsphase der Saison war noch eine Lernphase. Im Laufe der Saison hat sich dies dann allerdings geändert. Ich persönlich erwarte es beim BVB nun ähnlich.

MMn sind System und Spielweise (sofern beides zu den individuellen Qualitäten der Spieler passt) weniger entscheidend. Wichtiger ist mMn die Intensität und vor allem Qualität, mit denen ein System / eine Spielweise umgesetzt wird. Jedes System hat potentielle Schwächen. Je besser eine Mannschaft es beherrscht, desto weniger wird es den Gegnern gelingen, diese auszunutzen.

Was die Chancen in der Saison 2017/2018 anbelangt, so halte ich alles für möglich. Vom Meistertitel bis zum Absturz. Warum sollte das neue System / die (für diverse Spieler nicht ganz so neue) Spielweise nicht gerade der Schlüssel sein, um an den Bayern vorbeizuziehen? Da ich Optimist bin, gehe ich nicht von einem Absturz aus… 😉

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Daniel 4. August 2017 um 18:10

„Mit welchem anderen System (und von mir aus mit welchem anderen Trainer) hätte man denn eine realistische Titelchance in welchem Wettbewerb?“

Mutmaßlich in allen dreien mit einem Trainer, der die Mannschaft bereits kannte, weil er sie bereits im Jahr davor trainiert hat 😉 Dadurch würde die Schwächephase durch das erforderliche Kennenlernen der Mannschaft wegfallen. Aber ist egal, das Thema hatten wir schon zur Genüge. Zu Bosz selbst kann ich nix sagen, da ich ihn nicht kenne.
Abgesehen davon weiß ich nicht so Recht, was du damit sagen willst. Die Kompetenz des Trainers ist egal, weil auch ein besserer womöglich keinen Titel einfahren würde? Man sollte immer auf sich selbst schauen und für sich selbst die beste Lösung finden. Wofür das dann reicht liegt außerhalb des eigenen Einflusses.

„Meisterschaft, DFB-Pokal, CL. Mit welchem anderen System (und von mir aus mit welchem anderen Trainer) hätte man denn eine realistische Titelchance in welchem Wettbewerb? Im DFB-Pokal kann es immer durch Losglück und die Gunst des Augenblicks eine Überraschung geben. In den beiden anderen Wettbewerben müsste man an den Bayern respektive Real, Barcelona, etc. vorbei. Das ist keine Frage des Systems und der Spielweise.“

Dass man für eine Meisterschaft an den Bayern vorbei muss ist seit Jahrzehnten so und wird auf absehbare Zeit auch so bleiben. Aber seit mindestens fünf Jahren war das wohl nicht mehr so leicht wie es dieses Jahr werden wird. Die strategische und taktische Grundausrichtung ist unklar, es fehlt an Intensität und Abstimmung im Pressing und Struktur, Überraschungsmomenten und Kreativität im Spielaufbau. Das ganze Offensivsystem ist darauf ausgerichtet, dass es durch die schlichte individuelle Klasse der Ausnahmekönner Thiago, Robben und Lewa irgendwie gerettet wird. Die leitenden Funktionen werden von Strohmännern der Vereinsführung (Brazzo, Sagnol) ohne die nötige Erfahrung besetzt. Das wird sich rächen. Und RB Leipzig wird der dieses Jahr erstmals erlebten Dreifachbelastung Tribut zollen müssen.
Ich hab vor nem halben Jahr hier geschrieben, dass der BVB für mich diese Saison Meisterschaftsfavorit Nummer Eins ist. Allerdings war das vor dem Tuchel Abschied, derzeit kann ich den BVB nicht einschätzen. Wenn Bosz jedoch die Schwächen der letztjährigen Tuchel-Mannschaft beheben kann, hat er die in meinen Augen beste Bundesligamannschaft zur Verfügung. Auch eine komplette Überraschung, bspw eine Meisterschaft von Schalke oder Leverkusen, ist durchaus im Bereich des Möglichen, falls die drei oberen alle nicht überzeugen. Trotzdem folgende These: der kommende Meister, ob nun Bayern, BVB, RBL oder wer anderes, wird der spielerisch und punktetechnisch schlechteste der letzten mindestens fünf Jahre sein. In der Spitze hat die Buli an Qualität verloren, dafür in der Breite vielleicht gewonnen. Erstmals seit Jahren sehe ich auch keine deutsche Mannschaft in den Halbfinals der europäischen Wettbewerbe.

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Schorsch 4. August 2017 um 22:29

Vorab: Schon in der vergangenen Saison erreichte kein deutsches Team ein Halbfinale eines der beiden europäischen Wettbewerbe. In der EL seit Jahren keine große Überraschung; in der CL spielten allerdings in den Viertelfinalbegegnungen auch besondere Umstände eine Rolle (Bombenanschlag/BVB; Zulosung des stärksten Teams/Bayern).

Wie es in der kommenden Saison aussehen wird, wage ich nicht zu prognostizieren. Da ist mit zuviel Spekulation dabei. Bekommt man Verletzungsprobleme oder bleibt man verschont, werden eventuelle Trainerwechsel in der laufenden Saison vollzogen, gibt es unerwartete Entwicklungen bei einzelnen Spielern positiver wie negativer Art, und noch so vieles mehr – die Unwägbarkeiten sind mir da einfach zu hoch. Vor der letzten Saison wurde Leverkusen als Geheimfavorit gehandelt. Ein gehypter Trainer, alle Leistungsträger konnten gehalten werden. Am Ende war man froh, nicht abgestiegen zu sein. Oder der BVB in der Saison 14/15. Die Bayern jedenfalls schreibe ich grundsätzlich in der CL nie von vorneherein ab. Und wenn der BVB nach einer (von mir erwarteten) Schwächephase zu Beginn im Laufe der Saison immer mehr ins Rollen kommen sollte (was ich ebenfalls erwarte), dann ist hier vieles möglich. Zu Deiner These: Dass die Bundesliga in der Breite vielleicht an Qualität gewonnen hat, kann ich nicht auf den ersten Blick jedenfalls nicht sehen. In der letzten Saison hatte ich vielmehr den Eindruck, dass es eine große Anzahl schwacher Clubs gab. Freiburg ist heuer in der EL bereits draußen, was dem Club aber nach dem Abgang diverser Leistungsträger (business as usual für den SCF) durchaus für den Meisterschaftswettbewerb entgegenkommen dürfte. Die TSG findet sich vielleicht eher in der EL wieder, die Reds sind schon eine Hausnummer. Hertha hat letzte Saison sich gleich zu Beginn verabschiedet, wie es diese Saison in der EL läuft ist kaum vorherzusagen. Der EffZeh ist diesbezüglich mMn ein einziges Fragezeichen. RB Leipzig könnte die Mehrfachbelastung zum Stolperstein werden, aber möglicherweise schlägt man sich besser als gedacht – wer weiß das schon? Rangnick kommt nicht auf der Brennsuppe dahergeschwommen.

Was die Bayern anbelangt, so lassen mich so einige Entscheidungen doch staunen. Brazzo als Sportdirektor? Der dann auch nicht so sehr viel zu sagen haben wird? Hm. Struktur scheint zumindest momentan hinsichtlich der Mannschaft nicht gerade großgeschrieben zu werden. Dennoch bleiben die Bayern Aufgrund ihrer individuellen Klasse Meisterschaftsanwärter Nr. 1.

Ich persönlich weiß genausowenig wie alle anderen auch nicht, wer in der kommenden Saison Meister werden wird. Mein ‚Bauchgefühl‘-Favorit ist dabei der BVB. Gerade weil nicht mehr der akte, sondern ein neuer Trainer in der Verantwortung steht. Wie ich bereits schrieb, es kann mit Bosz genauso gut voll in die Hose gehen. Aber auch wenn man die niederländische nicht unbedingt mit der deutschen Liga vergleichen kann, so glaube ich an eine Entwicklung beim BVB diese Saison wie bei Ajax letzte Saison. Und warum sollte es dann am Ende in der Meisterschaft nicht zu einem Punkt Vorsprung reichen statt mit einem Punkt Rückstand Zweiter zu werden? Wie qualitativ gut oder schlecht die Clubs agieren werden, kann mMn dabei zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorhergesagt werden.

Zu Deiner Frage, was ich mit meiner zitierten Äußerung sagen wollte: Eben das, was ich geschrieben habe. 😉 Ohne Flachs, natürlich stelle ich die Trainerkompetenz als solche nicht infrage. Aber mein Vorpost war eine Antwort auf den post eines Mitforisten, und da ging es mir schlicht etwas zu einfach um das Thema ‚Titel‘. Selbstverständlich muss man immer zuerst auf sich schauen und die eigene Entwicklung forcieren, keine Frage. Aber bei drei möglichen Titeln ist es für einen Club wie es der BVB ist eben sehr unwahrscheinlich, einen davon zu gewinnen. In der letzten Saison wurde man mit Ach und Krach Dritter in der Meisterschaft. Im DFB-Pokal hatte man sehr viel Losglück bis zum Halbfinale und in der CL wäre selbst bei einem Erreichen des Halbfinales der Titelgewinn doch sehr unwahrscheinlich gewesen. Von Bosz wird erwartet (wie es bei seinem Vorgänger auch war), sich mit dem Team direkt für die CL zu qualifizieren, in der CL in die K.O.-Runde zu kommen und möglichst weit im DFB-Pokal. Das ist realistisch. Dass ich persönlich den BVB als Anwärter auf die Meisterschaft sehe, ist da sicherlich ein Widerspruch. Aber ich spreche da auch von einem Bauchgefühl. Womit ich eben auch völlig daneben liegen kann. Reus wird erst 2018 wieder auflaufen können, Weigl wahrscheinlich in der anfangsphase auch fehlen. Wie Götze sich präsentieren wird, kann niemand wissen. Schürrle ist auch dauernd verletzt, ebenso Durm. Schmelzer fällt auch vorläufig aus. Und verlässt Dembélé vielleicht doch noch den Club? Und wenn er bleibt, wie werden er und Aubameyang es mit dem Spiel gegen den Ball halten? Aber ich sehe dies alles positiv. Weil es für eine gute Rückrunde spricht… 😉

Noch zu Schalke und Leverkusen, aber auch Gladbach und Wolfsburg: Diese Clubs werden mMn besser abschneiden als in der letzten Saison. Kunststück, zumal ohne internationale Spiele. Aber bis auf Gladbach sehe ich momentan zumindest von den Kader her keine Verbesserung, eher im Gegenteil. Was Tedesco und Herrlich bewirken können, wird sicherlich interessant werden. Die große Überraschung erwarte ich persönlich allerdings nicht.

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Daniel 5. August 2017 um 02:13

„Zu Deiner These: Dass die Bundesliga in der Breite vielleicht an Qualität gewonnen hat, kann ich nicht auf den ersten Blick jedenfalls nicht sehen. In der letzten Saison hatte ich vielmehr den Eindruck, dass es eine große Anzahl schwacher Clubs gab. Freiburg ist heuer in der EL bereits draußen, was dem Club aber nach dem Abgang diverser Leistungsträger (business as usual für den SCF) durchaus für den Meisterschaftswettbewerb entgegenkommen dürfte. Die TSG findet sich vielleicht eher in der EL wieder, die Reds sind schon eine Hausnummer. Hertha hat letzte Saison sich gleich zu Beginn verabschiedet, wie es diese Saison in der EL läuft ist kaum vorherzusagen. Der EffZeh ist diesbezüglich mMn ein einziges Fragezeichen. RB Leipzig könnte die Mehrfachbelastung zum Stolperstein werden, aber möglicherweise schlägt man sich besser als gedacht – wer weiß das schon?“

Die Europapokalteilnehmer gehören ja auch zur (erweiterten) Spitze. Auf diese Mannschaften trifft das bestimmt nicht zu. Bei der These dachte ich wirklich an die Breite, also an die unteren Mannschaften. Vergangenes Jahr gab es mit Darmstadt und Ingolstadt zwei Teams, die von vornherein ganz klarer Außenseiter waren und dann auch beide recht deutlich abgestiegen sind. Im Jahr davor stand Hannover auch früh als Absteiger fest. Eine solche Unterlegenheit sehe ich heuer bei keinem Team, alle 18 haben sehr realistische Chancen auf den Klassenerhalt und ein Stück weit kann jeder jeden schlagen.

„Was die Bayern anbelangt, so lassen mich so einige Entscheidungen doch staunen. Brazzo als Sportdirektor? Der dann auch nicht so sehr viel zu sagen haben wird? Hm. Struktur scheint zumindest momentan hinsichtlich der Mannschaft nicht gerade großgeschrieben zu werden. Dennoch bleiben die Bayern Aufgrund ihrer individuellen Klasse Meisterschaftsanwärter Nr. 1.“

The Empire strikes back. Mit Pep, Sammer, Clement und jetzt Reschke sind vier unabhängige Experten mit großem Fachwissen gegangen (worden). Jetzt liegt alle Macht wieder in den Händen von Rummenigge und Hoeneß. Willkommen im Jahr 2000. Ich bin skeptisch, dass die nachlassende individuelle Klasse das rausreißen kann.

„Was Tedesco und Herrlich bewirken können, wird sicherlich interessant werden. Die große Überraschung erwarte ich persönlich allerdings nicht.“

Ich auch nicht. Das halt ich nur für möglich, wenn sowohl Bayern als auch Dortmund und Leipzig ein schwaches Jahr haben.

Koom 6. August 2017 um 10:37

Huch, Reschke weg? *google* Stimmt. Woah… Naja, das heißt, dass wir zumindest in absehbarer Zeit doch noch mal andere Meister als Bayern sehen werden. Strukturell ist die Mannschaft jetzt schon wirr zusammengestellt, das wird nicht besser werden.

Schorsch 6. August 2017 um 12:53

„Eine solche Unterlegenheit sehe ich heuer bei keinem Team, alle 18 haben sehr realistische Chancen auf den Klassenerhalt und ein Stück weit kann jeder jeden schlagen.“

Kann durchaus sein. Die Aufsteiger sind auch aus meiner Sicht nicht die krassen Außenseiter wie dies schon des öfteren der Fall war. Das eine oder andere Team wird sich wohl auch verbessert haben. Die Frage für mich ist nur, ob sich die Mehrzahl der Teams nicht verschlechtert hat und somit diese (tatsächliche oder vermeintliche) Ausgeglichenheit ergibt. Aber das ist ein Thema für sich.

„The Empire strikes back. Mit Pep, Sammer, Clement und jetzt Reschke sind vier unabhängige Experten mit großem Fachwissen gegangen (worden). Jetzt liegt alle Macht wieder in den Händen von Rummenigge und Hoeneß. Willkommen im Jahr 2000. Ich bin skeptisch, dass die nachlassende individuelle Klasse das rausreißen kann.“

Dass Pep seinen Vertrag nicht verlängern würde, war absolut erwartbar. Bei Barcelona war er auch nur 4 Jahre und bezeichnete es später als Fehler, ein viertes Jahr dort als Trainer geblieben zu sein. Bei Sammer spielten wohl auch seine gesundheitlichen Probleme eine Rolle, was für mich absolut verständlich ist. Welchen Einfluss er tatsächlich in seiner Funktion hatte, ist mir nicht so recht klar. Clement hat ein Angebot als Cheftrainer in der PL bekommen; dass er dies angenommen hat, finde ich absolut nachvollziehbar. Ancelotti und die Clubverantwortlichen haben ihm keine Steine in den weg gelegt, was nicht selbstverständlich ist. Dasselbe könnte man nun auch im Fall Reschke sagen, nur sehe ich hier einige Ungereimtheiten. Er übernimmt sehr kurzfristig die Position des Sportdirektors beim VfB. Warum hat er diese Position nicht bei Bayern wahrgenommen? Sollte er nicht oder wollte er nicht? Braucht man ihn nicht mehr als Kaderplaner? Wollte er nicht an Brazzo berichten?

Jeder hat eine faire Chance verdient, wenn er eine neue Position antritt. Bei Brazzo fällt es mir allerdings sehr schwer, diese Personalie nachzuvollziehen. Eigentlich macht sie mich ratlos.

Den Wechsel bzw. das Ausscheiden von Pep, Sammer, Clement oder auch Reschke sehe ich persönlich nicht unbedingt (mit der Ausnahme Reschke vielleicht) mit der ’neuen alten‘ Machtkonstellation im Club im Zusammenhang. Es handelt sich größtenteils um normale Prozesse und immerhin haben Hoeneß und Rummenigge diese Personen ja auch eingestellt, ja z.T. unbedingt haben wollen. Mit einem großen Fragezeichen versehe ich allerdings aus meiner Sicht von außen, wie und mit wem und in welcher Konstellation die Nachfolge getroffen wurde. Ob hier tatsächlich die Uhr auf das Jahr 2000 zurückgedreht wurde, vermag ich nicht zu beurteilen. Wenn sich dann allerdings im nächsten Jahr das gleiche Ergebnis einstellt wie 2001, dann soll es mir recht sein… 😉

tobit 6. August 2017 um 16:26

@Koom:
Reschke zum VfB hat mich auch ziemlich überrascht, aber wer lässt sich schon gerne einen Grüßaugust ohne jede Erfahrung im Geschäft vor die Nase setzen.
Die Kaderzusammenstellung wirkte auf mich auch mit Reschke schon relativ „ungeplant“ und eher an Verfügbarkeit orientiert. Er scheint auch bei der Bedarfsdefinition nicht besonders stark involviert gewesen zu sein, sondern eher für die Übersetzung der Ideen der Oberen (Hoeneß, Rummenigge, Trainer) in „Scouting-Profile“ und die dann folgende Suche verantwortlich gewesen zu sein.
Ich fände ja eine Dunga-Raute interessant. Vidal, Tolisso, Sanches, Thiago als Achter; James, Thiago, Ribery als Zehner; Thiago, Rudy als Sechser; Lewandowski, Müller, Robben, Coman als (Halb-)Stürmer. Das würde auch gut zu den AV-Typen passen: links die dynamisch aufrückenden Alaba und Bernat, rechts die variableren (und eher einrückenden) Kimmich und Rafinha hinter dem stärker ausweichenden Stürmer (=> Müller). Man müsste sich halt im Zentrum perspektivisch noch dominanter und auch dribbelstärker aufstellen, was aber eher machbar erscheint als neue Weltklasse-Winger zu finden.

@Schorsch & Daniel:
Ich denke auch, dass da viel Qualität/Expertise bezüglich vieler Mangementbereiche verloren gegangen ist und, dass es Zeit für einen Generationswechsel (in der Mannschaft und im Management) wäre. Auffällig finde ich, dass jeder von den genannten aus eigenem Antrieb den Verein verließ. Klar sind Rummenigge und Hoeneß nicht mehr dieselben wie vor 17 Jahren, aber gewisse strategische Muster kann man durchaus wiedererkennen (Kaufen von teuren IV, wenig Konkurrenz für die offensiven Stars, wenig Vertrauen in eigene Jungspieler).
Reschke wird in Stuttgart jetzt Sport-Vorstand. Einen solchen Posten (mit der entsprechenden Machtfülle) wollten die Bayern aktuell wohl nicht vergeben, woran wohl auch Lahms und Eberls Engagements gescheitert sind.
Wenn es dann in zwei Jahren dasselbe Ergebnis wie 2002 gibt, wäre ich als Dortmunder auch sehr zufrieden 😉

Eine Vorhersage für die Liga finde ich nach der letzten Saison sehr schwierig. Davor sah es nach einer relativ klar gefestigten Spitzengruppe (Bayern, Dortmund, Leverkusen, Gladbach), ein paar Teams in Lauerstellung (Schalke, Leipzig, Wolfsburg) und einem großen Block dahinter aus. Diese Gewichtung muss sich jetzt erst wieder neu beweisen und wird durch Hoffenheim, Hertha und Köln in Lauerstellung ergänzt.
Am Tabellenende ist die Qualität insofern gestiegen, dass in den letzten zwei Jahren drei Teams mit starken Kadern den direkten Wiederaufstieg geschafft haben und Leipzig dazukam, während sonst immer mindestens ein völliges Überraschungsteam (Ingolstadt, Darmstadt, Paderborn, Fortuna, …) ohne ernsthaft erstligatauglichen Kader dabei war. Die aktuelle zweite Liga ist auch wesentlich stärker als noch vor einigen Jahren und hält einige grundsätzlich erstligareife Teams bereit, die dank der technisch-taktischen Weiterentwicklung (weg von einer reinen Kampf- und Konterliga) ihre Klasse auch besser durchbringen können (Braunschweig, Union, Bochum, Ingolstadt, evtl. auch St. Pauli).
Ernsthaft verschlechtert hat sich im unteren Bereich der Tabelle eigentlich niemand. Mainz (Mangementwechsel hinterlassen immer Spuren), Augsburg (viele langjährige Leistungsträger müssen nach und nach ersetzt werden) und Freiburg (wie jedes Jahr werden da die Rosinen rausgepickt) sehe ich da noch am ehesten, da sie auch (infra-)strukturell am Limit agieren. Bremen, Hannover (mit Abstrichen), Stuttgart und Frankfurt scheinen ihr Potential wieder besser zu nutzen als vor 3-4 Jahren, Hamburg läuft dank Kühne etwas außerhalb der Wertung (da liegt immer noch vieles im Argen). Wolfsburg und Leverkusen werden hier auch interessant (geht es wieder nach oben, oder werden sie trotz Finanzkraft durchgereicht?) zu beobachten sein, da dort viele (frühere) Leistungsträger gegangen und unterschiedlich (teilweise auch gar nicht) ersetzt wurden.

Schorsch 6. August 2017 um 21:07

@tobit:
Die Tatsache, dass man bei Bayern die Sportdirektorenposition mit nur eingeschränkter Verantwortung versieht und nicht im Vorstand ansiedelt, hat wohl ziemliche Schwierigkeiten bei der Besetzung dieser Position hervorgerufen. Letztlich frage ich mich, warum man überhaupt diese Position besetzt.

Prognosen für die jeweils kommende Spielzeit sind immer auch gute Gelegenheiten, mit seinen Vorhersagen dann am Ende der Saison voll daneben gelegen zu haben. 😉 Bayern als Meister zu tippen ist jetzt dabei als ‚Prognose‘ einmal ausgenommen. Dass Bayern aber auch in der Spielzeit 2017/18 Meister werden wird, ist aber eigentlich nicht möglich. Meister kann nur der BVB werden. Das ‚Gesetz der Serie‘ lässt keinen anderen Schluss zu. Ein Blick auf die bisherigen Meisterschaften der Dortmunder zeigt dies klar auf: 1956, 1957 – 1963; 1995, 1996 – 2002; 2011, 2012 – 😉

Eine andere Prognose halte ich ebenfalls für nicht gewagt: Schalke wird ein 60jähriges Jubiläum begehen… 😉

Gh 7. August 2017 um 11:16

Brazzo hat im TV-Auftritt vor dem Super-Duper-Cup-Spiel den Rummenigge gegeben. Kalle hat wohl einen gewissen Überdruss der Öffentlichkeit an seiner Öffentlichkeit bemerkt und sich in Brazzo zweit-inkarniert, Brazzo ist ja sprachbegabt, den Kallesprech hat er jedenfalls in wenigen Tagen perfektioniert. Kann heiter werden.


rodeoclown 25. Mai 2016 um 08:31

So einen Artikel kann man doch nicht zu Beginn der Sommerpause rausbringen. Jetzt musste ich ein Jahr und den Wechsel von Peter Bosz zu Ajax abwarten um in den Genuss zu kommen. Wirklich außergewöhnlicher Artikel.

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HK 30. Juli 2015 um 14:52

Das ist mal ein Pfund von Teamporträt!

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woody10 30. Juli 2015 um 14:07

kann „king_cesc“ nur zustimmen! herausragender Artikel, der durch die vielen Grafiken und die hervorragenden Ausführungen wirklich gut verständlich ist. Super auch die schöne zeitliche Einbettung, die einen angenehm zu lesenden, erzählenden Charakter aufweist. Trotz der hohen Spielerfluktuation bei Vitesse kann man die eintrainierten Muster schön wiedererkennen, was auch gleichzeitig ein Lob für den Trainer ist!

Ich werd mir die in dieser Saison sicherlich ein paar mal ansehen.

Highlight des Artikels: Vejinovic in der Heracles-Grafik 4mal in einer sich in einer vertikalen Linie befindenden Position angeordnet. Sieht gut aus!

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king_cesc 29. Juli 2015 um 08:16

Toller Artikel, de mit den vielen Grafiken verständlich bleibt!

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