Donnerstag, 26.05.2016

Frankreich arbeitet am Trauma

240px-DFBWomen.svg6:5 n.E.FRA

Im ersten Viertelfinale der Frauenfußball-WM in Kanada drängen dominante Französinnen den Deutschen ihr Spiel auf, zwingen diese zu ihrer schlechtesten Turnierleistung — und verlieren dennoch denkbar knapp im Elfmeterschießen.

Deutschland verzagt im 4-2-3-1

Frauenfußball-WM Kanada, Viertelfinale Deutschland-Frankreich, GrundformationenSilvia Neid schickte fast dieselbe Startelf ins Rennen, die gegen Schweden das Viertelfinalticket gelöst hatte. Nadine Angerer hütete das Tor, für die gelbgesperrte Saskia Bartusiak rückte Babett Peter in die Innenverteidigung neben Annike Krahn. Gegen schnelle und kreative Französinnen, die im Turnier bislang vor allem über die rechte Flanke angegriffen hatten, verzichtete Neid auf die spielstärkere Option, Lena Goeßling aus dem defensiven Mittelfeld zurück in die Innenverteidigung zu ziehen und einer kreativen Doppelsechs aus Dzsenifer Marozsán und Melanie Leupolz den eigenen Spielaufbau und das Unterbinden französischer Kombinationsangriffe anzuvertrauen. Auch Simone Laudehr wäre als Stellvertretung infrage gekommen. Das hatte sie in der abgelaufenen Bundesligasaison bereits unter Beweis stellen müssen, als Bartusiak in Frankfurt lange Zeit mit einer Knieverletzung ausgefallen war. Doch wäre diese Variante abwegig gewesen. Laudehr ist im deutschen Angriff derzeit nicht abkömmlich.

Für Linksverteidigerin Tabea Kemme stand die Mammutaufgabe auf dem Programm, Tempodurchbrüche der blitzschnellen Rechtsaußen Elodie Thomis zu verhindern. Auf der anderen Seite sollte Rechtsverteidigerin Leonie Maier Louisa Necib die Spielfreude aus- und das deutsche Offensivspiel mitantreiben. Beide tauschten innerhalb der ersten Halbzeit phasenweise die Seiten. Auf der Doppelsechs fand sich somit wie gehabt Melanie Leupolz neben Goeßling wieder. Die offensive Mittelfeldreihe bildeten Alexandra Popp links, Anja Mittag in der Zentrale und Simone Laudehr rechts. Wie Kemme und Maier tauschten auch Popp und Laudehr zuweilen die Seiten. Während Laudehr hauptsächlich die klassischen Aufgaben einer rechten Flügelstürmerin im 4-2-3-1 übernahm, stellten Popp und Mittag eine etwas unorthodoxere Besetzung ihrer Positionen dar. Beide fühlen sich eher in der ersten Angriffsreihe zuhause. Popp agierte somit mehr als linke Halbstürmerin neben der horizontal pendelnden und vor allem nach links rauskippenden Stürmerin Célia Šašić, während Mittag mehr die Rolle der hängende Spitze zukam als die der spielmachenden, letzte Pässe durchsteckenden Zehn. Im Turnierverlauf hatte sich diese Besetzung bislang ausgezahlt.

Die Équipe Tricolore aggressiv im 4-4-2

Philippe Bergeroo veränderte seine Startformation ebenfalls nur auf einer Position im Vergleich zum Achtelfinalspiel gegen Südkorea — ebenfalls gezwungenermaßen: Linksverteidigerin Laure Boulleau hatte sich im Abschlusstraining verletzt. Statt ihrer setzte der Trainer auf Amel Majri. Ihr Pendant auf der linken Seite hieß Jessica Houara, die Innenverteidigung vor Torhüterin Sarah Bouhaddi bildeten Wendie Renard links und Laura Georges rechts. Im defensiven Mittelfeld lief Amandine Henry neben Camille Abily auf, die offensiven Außenpositionen nahmen wie erwähnt Elodie Thomis und Louisa Necib ein. Vorne im Sturm teilten sich Eugenie Le Sommer und Marie Laure Delie Räume und Aufgaben, wobei Le Sommer etwas hängender aus dem Mittelfeld in die Spitze vorstieß.

Frankreich beginnt furios

Gleich in der ersten Minute hätten die Deutschen zurückliegen müssen. Nach einem von Le Sommer per Kopf verlängerten Einwurf konnte Thomis auf rechts durchbrechen, den Kopf heben und den Ball ohne Schwierigkeiten in die Mitte spielen, wo Necib sich im Rückraum freigelaufen hatte, den Ball dann allerdings links neben den Pfosten setzte. Fortan ließen die Französinnen den Deutschen keinerlei Luft zum Atmen, geschweige denn Räume, um Bälle zu verarbeiten oder sich zu entfalten. Deutschland fächerte im Spielaufbau mit den Innenverteidigerinnen Krahn und Peter weit bis jenseits der seitlichen Strafraumbegrenzung auf, die Außenverteidigerinnen rückten vor ins Mittelfeld und Goeßling bot sich auf der Sechs für Anspiele an oder kippte situativ zwischen die Innenverteidigerinnen, um beim Aufbau zu unterstützen.

Dagegen setzte Frankreich ein aggressives 4-4-2-Mittelfeldpressing. Die Stürmerinnen Le Sommer und Delie gingen dabei jedoch nicht ganz die Wege der deutschen Innenverteidigung Richtung Außenlinie mit, sondern hielten sich eher zentral und leiteten die Deutschen nach außen. Flügelspielerinnen Necib und Thomis positionierten sich zwischen Goeßling und der jeweiligen Außenverteidigerin Maier bzw. Kemme. Ging der vertikale Pass aus der deutschen Innenverteidigung dann die Linie entlang auf eine dieser beiden Außenverteidigerinnen, waren die französischen Flügel schon zur Stelle, zusätzlich schoben Le Sommer oder Thomis im Rückwärtspressing drauf, ohne Peter oder Krahn aus dem Deckungsschatten zu verlieren, und isolierten die Deutschen dann in Überzahl an der Außenlinie. Darüber hinaus war die französische Abwehrlinie enorm hoch positioniert und die ballfernen Spielerinnen verklebten mit geschickten Laufwegen die Schnittstellen, womit Frankreich die Räume für Deutschland massiv verengte. Immer waren zwei, drei blaue Trikots um die deutsche Ballführende postiert, die so zu unplatzierten Befreiungsschlägen und Fehlpässen gezwungen wurde. Aus dieser Dynamik kamen die Französinnen besser in die Zweikämpfe, führten diese aggressiv und entschieden sie nicht selten für sich.

Französisches Pressing erstickt deutschen Spielaufbau

Ein deutscher Spielfluss konnte so erst ab Mitte der ersten Halbzeit entstehen. Viel zu sehr waren die Deutschen damit beschäftigt, Bälle zu klären, Brandherde zu löschen und damit Ballbesitz zu verschenken, da auch die Kämpfe um die zweiten Bälle aufgrund der schlechteren Staffelungen verloren gingen. Aufgrund des massiven französischen Gegendrucks kam die DFB-Elf schlecht ins Spiel und ließ sich etwas den Schneid abkaufen. Das führte wiederum dazu, dass sie die richtigen Laufwege nicht entschlossen und konsequent genug gingen. Daraus entstanden Probleme für das richtige Timing im Kombinationsspiel. Der richtige Ansatz, Bälle in die Tiefe hinter der gegnerischen Abwehrlinie zu spielen, wo sich viel Raum bis zur Torhüterin bot, um das hohe Pressing zu bestrafen, schlug so fehl. Die Passabnehmerinnen liefen diese Räume einfach zu zögerlich und verzagt an. So konnte man kaum spielerisch ins letzte Drittel eindringen. Ungefährliche Versuche aus der Distanz und halbgare Flanken waren Ursache und Folge zugleich.

Defensiv setzte auch Deutschland auf ein 4-4-2-Mittelfeldpressing, brachte dieses aber wesentlich weniger aggressiv auf den Platz als ihre Gegnerinnen. Šašić und Mittag bildeten die erste, recht passive Pressinglinie und orientierten sich an Renard bzw. Georges, Laudehr und Popp rückten situativ auf die Außenverteidigerinnen raus oder liefen die Innenverteidigung diagonal an, um den Druck auf die Spieleröffnung zu erhöhen. Im Mittelfeld orientierten sich Leupolz und Goeßling an ihren direkten Pendants Abily und Henry, wobei gerade Goeßling immer wieder im luftleeren Raum schwirrte, während sich andernorts eine Französin über all den Platz um sich rum freuen konnte. Vor allem Krahn, die neben der bockstarken Angerer, die mit Abstand beste deutsche Spielerin auf dem Platz war, verfolgte Delie oder Le Sommer häufig weit aus der Innenverteidigung hinaus ins Mittelfeld oder auf den Flügel, bevor sie diese an eine Mitspielerin übergeben konnte.

Die Französinnen in der Offensive

Im Spielaufbau spielte Frankreich viele lange Bälle ins offensive Mittelfeld — sei es durch Bouhaddi, sei es durch eine der Innenverteidigerinnen — und gewann dort die Bälle. Alternativ ging der Ball über Henry im rechten Halbraum auf Thomis auf der rechten Flanke, die versuchte, über außen durchzubrechen, was nicht selten gelang. Links schlich sich Necib, die ihrer Verantwortung in diesem Schlüsselspiel mehr als gerecht wurde und ein fantastisches, äußerst präsentes Spiel ablieferte, immer wieder ballfern ins Mittelfeld und übernahm hier spielmacherische Aufgaben als Verbindungsspielerin oder lauerte im Rückraum auf Abschlussmöglichkeiten. Waren die Französinnen dabei, aus dem zweiten ins letzte Drittel einzudringen, versuchten auch die deutschen Flügel teilweise durch Absinken in die Abwehrkette, die Defensive zu unterstützen. Das hatte jedoch die angesprochene schlechte Staffelung zur Folge. Das Mittelfeld war dann nicht vorhanden und vor dem Sechszehner rissen Löcher für Frankreich auf, die dann auch von den zurückeilenden deutschen Stürmerinnen nicht mehr gestopft werden konnten. So schenkte man Frankreich der Reihe nach zweite Chancen. Insgesamt hatte die Équipe die bessere Raumaufteilung, spielte diese durch kluge Seitenverlagerungen aus und kreierte so mehr Möglichkeiten aus dem Spiel heraus. Einzig der Spielraum von Delie und Le Sommer, die überraschend wenig auffällig in Erscheinung trat, konnte gut eingedämmt werden.

Enge Kiste in Halbzeit 2

Silvia Neid reagierte in der Halbzeit und brachte Dzsenifer Marozsán für Anja Mittag. Ihr Team versuchte nun konsequenter hinten raus zu spielen, präsenter in die Zweikämpfe zu gehen, auch die Halbräume kombinativ zu bespielen oder kurz — Deutschland entschloss sich, ein Mittelfeld zu haben. Das gelang. Deutschland baute Druck auf und kam zu Torchancen. Frankreich brauchte eine Weile, um sich darauf einzustellen, zog aber auch seinerseits das Tempo wieder an. Die folge war ein packendes, temporeiches Spiel auf Augenhöhe mit leichten Vorteilen für Frankreich. Nicht der schönste Fußball dieser zwei Teams, dafür bereiteten beide einander zu viele Probleme, aber intensiv. Das Momentum schien schon auf die Seite Deutschlands zu kippen, da belohnten sich die Französinnen 25 Minuten vor Schluss doch noch für den Aufwand, den sie vor allem in Halbzeit 1 betrieben hatten. Ein langer Ball geht von der Mittellinie in den Sechzehner, wo Thomis beide Innenverteidigerinnen bindet. Die Doppelsechs lässt ein zu großes Loch klaffen, Peter kann den Ball zwar rausköpfen, doch hier stößt Necib mutterseelenallein aus dem Rückraum nach und platziert den Ball mit einem wunderschönen Linksschuss ins Netz. Deutschland behielt anschließend die Nerven, steckte nicht auf, wechselte Däbritz und Behringer für Popp und Goeßling ein, wühlte sich in die Angriffe und bekam kurz vor Schluss das Geschenk eines Handelfmeters, das den Französinnen auf der anderen Seite nicht gewährt worden war. Šašić verwandelt. Abnutzungsverlängerung. Souveränes Elfmeterschießen. Alle treffen, bis Nadine Angerer den Schuss der letzten französischen Schützin neutralisiert und die neu gekommene Claire Lavogez zum Unglücksraben avanciert.

So verlieren die Französinnen erneut als die bessere Mannschaft ein Spiel, in dem sie es versäumen, ihre massive Überlegenheit der Anfangsphase in einen satten Torevorsprung umzumünzen, sich so vom Glück abhängig machen und stattdessen Pech bei Abschlüssen und mit Schiedsrichterentscheidungen ernten. Glück hatten hingegen die Deutschen, die dieses mit Leibeskräften und starken Nerven auf ihre Seite zwangen. Ein dreckiger Sieg. Ein schöner Sieg.

jujuan 29. Juni 2015 um 13:48

Bin ich der einzige, der glaubt, dass Sasic seit Jahren das Spiel der Deutschen massiv schwächt? Erinnere an WM 2011, für mich sie der Grund, warum gegen die Japanerinnen verloren wurde.

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DM33 29. Juni 2015 um 13:23

„verklebten mit geschickten Laufwegen die Schnittstellen“ ist eine phantastische Formulierung. Danke dafür. In der ersten Halbzeit hatte D mehrere gute Möglichkeiten, die hoch stehende Abwehr auseinanderzunehmen, aber dann kamen immer Fehlpässe des Grauens ( Mittag, Sasic ). Mittag ist völlig zurecht in der Kabine geblieben.
Frankreich war in allen Belangen, auch körperlich/physisch, überlegen, hat aber die Chancen nicht genutzt und dann geht es halt wie so oft im Fussball, es muss nicht immer die bessere Mannschaft gewinnen…

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HW 30. Juni 2015 um 10:34

Rein pauschal betrachtet war der Wechsel logisch, weil es in KO-Spielen oft Sinn mach den kontrollierteren/defensiver ein Ansatz zu wählen. Unabhängig von der Leistung einzelner Spieler (Fehlpässe usw.) war es strategisch einfach richtig zu wechseln damit man irgendwie mehr Kontrolle bekommt.

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dummkopf 28. Juni 2015 um 00:44

Ich weiss nicht so ganz. Eigentlich ist das positiv, dass die Mädels mal genauer unter die Lupe genommen werden. Aber sorry, manchmal hat man schon ein wenig das Gefühl, da fehlt ein wenig die Zeit, was aber vielleicht auch verständlich sein mag. Dabei ist das taktisch grundsätzlich interessanter, als das was die Männer spielen, weil die taktischen Auswirkungen hier viel stärker zu spüren sind, und nicht so stark durch individuelle Einzelleistung übertüncht. Insofern könnten die Herren der Schöpfung taktisch viel Lernmaterial bei den Frauen finden. Ganz abgesehen davon, dass es nicht einfach ist, Männermannschaften zu finden, die taktisch mit der jap. N11 mithalten.
In dem Artikel ist es eben leider so, dass dem Frauenfussballfan beim Pressing tief in der eigenen Bauchgegend wirklich ein unsauberes Dreieck aus Verklebungen, vertikalen Passwegen, und horizontalen Laufwegen abkippt, wenn man Boulleau als Rechtsverteidigerin einsetzt.
Das Mädel ist so eine Art Philip Lahm des Frauenfussballs und spielt so links, linkser geht es nicht. Das ist, wie wenn man in einer Taktikanalyse Alaba als Rechtsverteidiger, oder Neymar als Innenverteidiger lesen würde. Irgendetwas wehrt sich da automatisch. Auf dem Tableau stimmt es ja, Majri links. (Btw ist Laudehr eher eine klassische 6 und keine Flügelstürmerin und Mittag keine klassische spielmachende 10)
Ich habe aus Sicht eines Frauenfussballinteressierten auch ua. das Spiel zusammengefasst, wenngleich nicht ganz so taktisch ausgerichtet.
https://football11women.wordpress.com/2015/06/27/france-germany/

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UncleJack 29. Juni 2015 um 06:50

Interessante These, daß bei (hochklassigem) Frauenfußball Taktik (noch) wichtiger ist als bei (hochklassigem) Männerfußball. Darüber würde ich gerne mal mehr hören/lesen.

Bzgl. des ‘Tippfehlers‘ (oder kurzzeitigem ‘Denkfehler,‘ denn, aus der Sicht des Gegners spielt sie ja auf der rechten Seite) bzgl. Boulleau … sowas passiert schon mal. Und mir persönlich ist das beim Lesen nicht mal ins Auge gesprungen, vollkommen wissend, was Du über Boulleau schreibst (während Houara ja offenbar sowohl rechts als auch links spielen kann). Zu Laudehr: Auf was für Positionen sie in der Vergangenheit auch immer gespielt haben mag … bei dieser Weltmeisterschaft spielt sie aber doch schon eine sehr offensive Rolle auf der rechten Außenbahn. Will sagen: Ich würde aus Deinen ‘pick-ups‘ keine Rückschlüsse auf die grundsätzlich hohe Qualität dieser Analyse ziehen. Mir hat sie sehr gut gefallen und ich bin froh, daß die Spielverlagerung dieser WM einige Aufmerksamkeit schenkt. Und würde mich freuen, wenn in Sachen Frauenfußball nach dieser WM nicht wieder eine mehrjährige Funkstille eintreten würde und stattdessen zumindest ein paar besonders interessante Spiele – ggfs. auch durchaus auf der Vereinsebene – beleuchtet würden.

Danke für den Link zu Deinem Blog.

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CE 29. Juni 2015 um 10:20

„Laudehr eher eine klassische 6 und keine Flügelstürmerin und Mittag keine klassische spielmachende 10“ – Das weiß jeder, der sich mit dem deutschen Fußball beschäftigt. Also wir hier natürlich auch.

„Interessante These, daß bei (hochklassigem) Frauenfußball Taktik (noch) wichtiger ist als bei (hochklassigem) Männerfußball. Darüber würde ich gerne mal mehr hören/lesen.“ – Eigentlich vermeide ich stets diese Vergleiche. Aber worin besteht hier die Logik? Sie sind individuell schwächer, müssen also kollektivtaktisch stärker sein? So ist es vom Grundsatz her ganz sicher nicht. Und es gibt natürlich einige Männermannschaften, die mit Japan mithalten können, wenngleich die Japanerinnen schon in manchen Partien mit ihrem JdP richtig Spaß machen.

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SuperMario33 29. Juni 2015 um 11:06

Taktik ist seit Menschengedenken DAS Mittel des individuell Schwächeren gegen den individuell Stärkeren, ob einzeln oder im Kollektiv. Die Logik ist nicht: wer individuell schwächer ist ist taktisch besser, sondern: wer individuell schwächer ist sollte versuchen das taktisch auszugleichen, was in der Realität tatsächlich oft dazu führt, dass individuell schwächere Teams taktisch stärker sind.

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Koom 29. Juni 2015 um 11:14

Ja, aber Frauenfußball ist ja nicht per se „individuell schwächer vs. individuell stärker“. Die Frauen spielen untereinander. Anders wäre es, wenn Damenmannschaften gegen Herrenmannschaften antreten würden.

Und untereinander trifft man das natürlich schon. Deutschland war (und ist) eines der physisch stärksten Teams und nutzen das auch immer, man konnte es sich auch immer ein Stück weit dadurch erlauben, taktisch nicht auf dem allerneusten/innovativsten Stand zu sein. Das das gerne auch mals in Auge geht, belegt die aktuelle U21 und die Turnierbilanz der Jahre vor Löw.

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Ein Zuschauer 29. Juni 2015 um 11:20

Nö. Wenn Bayern München gegen irgendein Bundesliga-Team spielt sind die ja auch meistens taktisch besser. – Bessere Spieler sind auch für Trainer interessanter – ergo: bessere Trainer bei besseren Spieler. Außerdem sind bessere Spieler ja meistens auch individualtaktisch besser was ja auch ein sehr gutes taktisches Verhalten überhaupt erst ermöglicht.

Des Weiteren ergibt das Argument schon grundsätzlich gar keinen Sinn, weil der Frauenfußball sich ja nicht mit dem Männerfußball messen muss und deswegen gar nicht in der Situation des „individuell Schwächeren“ ist. Überhaupt müsste man dann auch davon ausgehen, dass die ganzen Teams die in der Vorrunde ausgeschieden sind tatkisch besser sind als die Teams im Viertelfinale. Von daher kann man jetzt ja auch keinerlei taktischen Meisterleistungen erwarten.

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SuperMario33 29. Juni 2015 um 11:35

Selber Nö. Swansea, Rayo Vallecano etc. beweisen doch das Gegenteil. Und individuell top besetzte Mannschaften wie ManCity in umgekehrter Weise ebenfalls. Dass es Teams gibt, die beides vereinen ist doch kein Argument. Bei den Frauen sind zudem die Verwerfungen bei den individuellen Fähigkeiten und körperlichen Vorraussetzungen noch etwas größer, der Effekt guter Taktik also potentiell noch mal deutlicher. Hat ja keiner gesagt, dass es um Frauen spielen gegen Männer geht.

RM 29. Juni 2015 um 13:22

Bei den Frauen sind zudem die Verwerfungen bei den individuellen Fähigkeiten und körperlichen Vorraussetzungen noch etwas größer, der Effekt guter Taktik also potentiell noch mal deutlicher.

Der Effekt guter Taktik vielleicht, aber meiner Meinung auch nicht, ist jedoch zumindest streitbar. Die Grundthese beim Initialkommentar ist allerdings, dass die Damen taktisch besser sind. Dem würde ich schon widersprechen. Die Begründung dafür finde ich allerdings am problematischsten: Weil sie individuell schwächer sind, sind sie taktisch besser. Das wiederum sehe ich komplett anders. Mehr Physis und mehr Technik erlauben mehr Taktik (und „mehr“ ist hier durch „besser“ zu ersetzen).

Koom 29. Juni 2015 um 11:50

Grundsätzlich kann man sagen: Wenn man individuell unterlegen ist, muss man taktisch überlegen sein (oder viel Glück haben). Darauf kann man das ganze wohl reduzieren.

vanGaalsNase 29. Juni 2015 um 13:33

In dieser Diskussion werden aber ein paar gehörige Denkfehler gemacht.

Taktik als Mittel der schwächeren Teams anzusehen, deutet schon mal daraufhin, dass die Definition von Taktik nicht richtig ist. Das ist auch der Fehler, der in den Medien immer wieder gemacht wird: „Team X ist Team Y deutlich unterlegen. Darum müssen sie sich hinten reinstellen und taktisch agieren.“ – Also ist Taktik gleichbedeutend mit Defensive?!

Anderes Beispiel: „Team Y hat die besseren Einzelspieler. Darum muss Team X über die mannschaftliche Geschlossenheit kommen.“ – Also entspricht nur das mannschaftlich geschlossene Spiel der Taktik?

Taktik ist weder gleichbedeutend mit der Defensive, noch ist es der gesamtmannschaftlichen Ebene vorbehalten. Taktik ist schlicht der Einsatz aller Maßnahmen und Mittel, die dazu dienen, die Spielziele zu erreichen. Das kann ein einfacher Pass sein (um etwa Raumgewinn zu erzielen), ein Dribbling oder die Organisation im Raum, wenn der Gegner den Ball hat. Jede Entscheidung, die ich auf dem Platz treffe (Wohin spiele ich den Ball? Wie positioniere ich mich zu meinen Mit-/Gegenspielern? Etc.), ist eine taktische Handlung.

Es gibt Individual-, Gruppen- und Mannschaftstaktik. Bei der Individualtaktik geht es quasi um die spezielle Anwendung technisch-taktischer Aktionen des einzelnen Spielers und die dabei – z.B. im Zweikampf – erzeugten Wechselwirkungen mit dem Gegner. Bei der Gruppentaktik handelt es sich um Maßnahmen, bei denen das Handlungsfeld durch andere Spieler erweitert wird (Passspiel, Raumverengung, Doppeln etc.). Die Mitspieler treten in eine Wechselbeziehung und agieren gemeinsam. In der Mannschaftstaktik werden die Maßnahmen aller Spieler und Gruppen aufeinander abgestimmt (Verschieben im Block, Positionsspiel).

Zudem – ich weiß gar nicht, wie oft ich das schon geschrieben habe – kann man Technik und Taktik nicht voneinander trennen. Die Qualität der Technik entscheidet letztlich darüber, ob meine Entscheidung auch gut umgesetzt wird. Wer technisch stark ist, hat mehr Entscheidungsmöglichkeiten als ein technisch schwacher Spieler. Wenn ein Spieler bspw. herausragende Dribblingfähigkeiten hat und diese dazu nutzt, mehrere Gegenspieler zu binden oder gar zu überspielen und sich daraus gute Abschlussmöglichkeiten ergeben, handelt dieser Spieler taktisch klug. Wenn ein Spieler hingegen ein schlechter Dribbler ist, muss er eine andere Lösung finden, als das 1-gegen-1 zu suchen. Ansonsten würde er taktisch unklug agieren, da er hier einen Ballverlust riskiert. (etwas anderes gilt natürlich, wenn derartige Ballverluste bewusst in Kauf genommen werden, um den Ball im Gegenpressing zurückzuerobern.)

Andererseits kann es natürlich dazu kommen, dass ein Spieler seine ansonsten gute Technik durch schlechte Entscheidungen (also ein schlechtes taktisches Verständnis) neutralisiert. Wenn ich ein Taktikgenie bin und immer die richtige Entscheidung treffe, aber eine so schlechte Technik habe, dass meine Ausführung stets erfolglos endet, nützt mir das ebenfalls nichts. Somit ist es einfach nicht möglich, Technik und Taktik getrennt voneinander zu betrachten.

Barca unter Pep etwa ist wohl das taktisch stärkste Team aller Zeiten gewesen. Das waren/sind technisch herausragende Spieler, die extrem schnell denken und handeln konnten und dabei kaum Fehler begingen; weder in der Entscheidungsfindung, noch in der Ausführung.

Zuletzt:
Wenn Frauen langsamer spielen als Männer, haben sie mehr Zeit, um Entscheidungen zu treffen und diese auch auszuführen. Einen Pass unter großem Zeit- und Gegnerdruck zu spielen, ist wesentlich schwerer, als wenn man dafür den ganzen Tag Zeit hat. Je schneller ich mich nämlich entscheiden muss, desto höhere Anforderungen werden an mein taktisches Verständnis gestellt und desto schwieriger ist auch die Umsetzung. Ich muss nämlich vorausdenken können und mich ggf. schon vorab so bewegen, dass ich nach Erhalt des Balles, sofort weiterspielen kann.

Koom 29. Juni 2015 um 13:53

Pauschal gesagt stimmt die Aussage allerdings, dass man als individuell Schwächerer sich taktisch besser verhalten muss als der Gegner. Daran gibts ja nichts zu rütteln, man kann es nur noch weiter ausdefinieren.

Und deiner Definition stimme ich türlich auch zu. Wobei ich gerne ausführen möchte, dass es ein individuell besseres Team auch einfacher hat, gewisse taktische Elemente zu benutzen (Dribbling, hohe Bälle/Kopfbälle als klarste Beispiele). Ergo erneut: der schwächere Gegner muss mehr taktische Hilfsmittel beanspruchen bzw. diese besser benutzen als der individuell stärkere Gegner.

Barca unter Pep etwa ist wohl das taktisch stärkste Team aller Zeiten gewesen. Das waren/sind technisch herausragende Spieler, die extrem schnell denken und handeln konnten und dabei kaum Fehler begingen; weder in der Entscheidungsfindung, noch in der Ausführung.
Zumindest „zu ihrer Zeit“. Ich kann mich dem Hype nicht so anschließen. Eigentlich tanzte man ja auch nur einen Sommer dort, das haben auch schon andere geschafft. Dortmunds 2 Meisterschaften waren auch faszinierend zu beobachten. Bayerns Triple ebenfalls. In Relation zueinander möchte ich diese Teams nicht setzen, weil die Bedingungen jeweils komplett unterschiedlich sind.

Der Reiz an Guardiola ist für mich weitgehend verschwunden. Seine Spielweise ist nicht so überlegen verfeinert und perfekt, auch seine Anpassungen nicht immer pures Gold. Böse ausgedrückt ist es ein modernes Ballverzögerungsspielsystem, dass in der Offensive auf sehr viel individuelle Klasse (vor allem: Schnelligkeit) setzt. Für den Anwendungszweck (lange Meisterschaft, CL) gut, aber keine Blaupause für eine Fußballrevolution an sich. Brauchen wir aber nicht weiter ausführen, ist auch nicht Thema hier. 😉

SuperMario33 29. Juni 2015 um 15:25

@vanGaalsNase: Rayo Vallecano und ähnliche Teams zeigen doch, dass Taktik nicht Defensivfußball bedeuten muss. Die ziehen das auch gegen Barca durch, auch wenns dann mal im Ergebnis deutlich wird. ImO kann man Taktik und Strategie schon relativ sauber von Technik und Athletik etc. trennen, es ist einfach eine andere Hirnfunktion (es gibt reine Taktik/Strategie-Spiele). Dass man in einem Mixsport wie Fußball das Training auch ensprechend ganzheitlich gestalten sollte ist davon unbenommen. P.s. ein wahres Taktikgenie würde sich nie in Situationen begeben, in dem seine technischen Defizite zum Vorschein kommen.

vanGaalsNase 29. Juni 2015 um 15:31

@SuperMario33:

Ich glaube, du hast nicht ganz verstanden, was ich geschrieben habe.

SuperMario33 29. Juni 2015 um 15:37

Na dann

Ein Zuschauer 30. Juni 2015 um 10:09

Okay SuperMario33, du hast jetzt zwei Beispiele für taktisch gute, aber individuell schwache Teams genannt. Und du hats eine individuell starke Mannschaft genannt, die im Vergleich zu vielen Ligakonkurrenten immer noch besser ist.
Betrachten wir mal kurz Europas Topligen: Deutschland, England, Spanien, Italien. Das sind 78 Mannschaften. von denen kann man wohl so 20 als stärkere und den Rest als schwächere zählen. Nach deiner These müsstenvon der Top 10 der taktisch stärksten Teams mindestens 8 zu diesen indiviuell schwächeren Mannschaften gehören. Denn wenn es 7 wären, wären die individuell unteregenen Mannschaften taktisch im Durchschnitt SCHLECHTER als die indiviuell überlegenen.

Sagen wir mal Rayo und Swansea kann man zu dieser Top 10 zählen (wobei das bei Swansea inzwischen ja sehr, sehr fraglch ist und Rayo auch schon mal taktisch besser war) Willst du wirklich behaupten die Top 10 würde noch aus 6 SECHS weiteren indiviuell schlechten Mannschaften bestehen? Und nicht zum Beispiel aus Juventus Turin, FC Barcelona, Atletico Madrid, Borussia Mönchengladbach, FC Chelsea, Bayer Leverkusen, Bayern München und FC Sevilla?

Außerdem ist das ganze Agument auf den Vegrleich Frauen gegen Männerfußball immer noch nicht anwendbar weil diese gar nicht miteinander in Konkurrenz stehen!!!! Frauen brauchen die Taktki ja nicht um sich gegen stärkere Männer-Teams durchzusetzen. Weil sie gar nicht gegen die spielen!!

SuperMario33 30. Juni 2015 um 10:20

Ich bin etwas lost, „ein Zuschauer“ und „VanGaalsNase“: über was und wen redet ihr eigentlich?? cada loco con su tema, ich will mich da nicht ausschließen, aber von meiner Seite aus dann doch hiermit beenden.

Ein Zuschauer 30. Juni 2015 um 10:49

Also ich sprach darüber, dass das hier „Taktik ist seit Menschengedenken DAS Mittel des individuell Schwächeren gegen den individuell Stärkeren, ob einzeln oder im Kollektiv. Die Logik ist nicht: wer individuell schwächer ist ist taktisch besser, sondern: wer individuell schwächer ist sollte versuchen das taktisch auszugleichen, was in der Realität tatsächlich oft dazu führt, dass individuell schwächere Teams taktisch stärker sind.“ zum einen inhaltlich falsch ist (darauf bezogen sich mein erster und zweiter Absatz der stark , dass im Durchschnitt die individuell stärkere Teams in Europa auch die taktisch stärkeren sind) und zum anderen völlig irrelevant für die Frage ob Frauenfußball taktisch besser ist als Männerfußball (worauf sich die zweite Frage bezog).

Beim letzten Punkt schien es mir als würdest du diesen Satz „Die Logik ist nicht: wer individuell schwächer ist ist taktisch besser, sondern: wer individuell schwächer ist sollte versuchen das taktisch auszugleichen, was in der Realität tatsächlich oft dazu führt, dass individuell schwächere Teams taktisch stärker sind.“ in Verbindung damit bringen, dass Frauenfußball individuell schwächer ist als Männerfußball. Zumindest weiß ich nicht worauf sich der Satz an der Stelle sonst beziehen soll. Aber dieser Bezug wäre eben komplett sinnlos, da es ja keinerlei Notwendigkeit für Frauenfußballmannschaften gibt taktisch neue Wege gegen die individuell überlegenen Männerschaften zu suchen.

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SuperMario33 30. Juni 2015 um 11:07

Lass mers einfach und reiten auf unseren Steckenpferden getrennte Wege.

Ein Zuschauer 30. Juni 2015 um 17:30

Bisschen Schade, dass du dich jetzt auf die Weise aus der Diskussion herausziehst. Lässt zumindest bei mir einen etwas bitteren Nachgeschmack zurück.

SuperMario33 30. Juni 2015 um 17:44

Na ja, was gibts denn da noch zu diskutieren, vanGaalsNase sagt lapidar, ich versteh ihn nicht, und du sagst, was ich sage ist schlichtweg falsch. Ist ja ok und kann beides richtig sein, aber was soll man da noch diskutieren?

HK 29. Juni 2015 um 12:00

In der Ausgangsthese hieß es nicht „wichtiger“ sondern „interessanter“ und „viel stärker zu spüren“.

Vor allem den letzten Ansatz kann ich durchaus nachvollziehen. „Gefühlt“ geht es mir ähnlich. Da Frauenfußball halt einen Tacken langsamer ist und folglich auch mehr „Platz auf dem Platz“ ist, kann man taktische Grundmuster und Anpassungen (da einem als Zuschauer auch die Sekunde mehr Zeit gelassen wird) leichter und schneller erkennen.

Geht mir zumindest öfters so. Das ist übrigens gerade ein Punkt den ich am Frauenfußball schätze.

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dummkopf 30. Juni 2015 um 00:27

Urps.
Da ist ja erfreulich viel Interesse losgetreten urplötzlich. Schön.
Und das wäre eine abendfüllende Antwort. Ich will aber noch eine Vorschau auf das USA-Spiel posten. Wird sicher morgen Abend online sein, wen es interessiert.
Möchte klarstellen, dass ich den Artikel sonst schon gelungen fand, auch wenn man immer über Details streiten kann. Zweitens: Individualtaktisch sind die Mädels im Durchschnitt meilenweit hinterher, oft in der Buli noch relativ grauselig. Mannschaftstaktisch sind sie auch nicht besser als Männer. Aber manche (einige wenige) nicht so viel schlechter. Japan sogar super und positives Anschauungsmaterial zur Nachahmung. Ich weiss leider nicht, was mit JdP gemeint ist.
Ein anderer Punkt: Frauentrainer ist kein guter Job, wo sich daher nur ausnahmsweise gute Trainer hinverirren. Karrieresackgasse. Nicht gut bezahlt. 12 Stellen in ganz Deutschland. Wer einen sicheren Job als Lehrer oder Kaminfeger hat, wird den wohl kaum aufgeben, um sich das anzutun.
Daher gibt es auch mannschaftstaktisch in der Buli oft ziemliche Fehler. Lernmaterial kann auch negativ gemeint sein. Stärker zu spüren – ein Beispiel für viele: Wenn die Mädels die Staffelung nicht stimmt, oder die Abstände in der Verteidigung, beispielsweise weil die Abwehrlinie zu tief agiert und nicht schnell nachrückt. Alles Sachen, die sich bei den Frauen viel gravierender auswirken. In der Folge davon wird es für den Männerbereich interessant: Auch die Vor- und Nachteile eine 3er zu einer 4er Kette und welche Fehler man vermeiden muss, oder wie man sie knackt, kommt bei Frauenspielen oft viel klarer zum Vorschein.
So übermässig habe ich darüber nicht nachgedacht. Vielleicht schreibe ich irgendwannmal im Blog. Auf die Schnelle würde ich sagen. Damit hilft man nun in der Regel nicht unbedingt Top-Teams weiter. (Ausnahme: mit Japan wohl schon) Eben weil die andere individuelle Könner haben um anders zu knacken. Aber auf jeden Fall sind die Basics zB für Jugendliche deutlicher. Eine Minute darüber länger nachgedacht. Hm vielleicht hilft es doch auch Topteams manchmal. Weil bei den Frauen schon auch manche Topspielerinnen ähnlich knacken können. Aber wirklich Raum zum Nachdenken. So und wie immer – wenn es über Fussball geht, könnte ich ewig verphilosophieren …
Und jetzt mache ich bei meinem Blog weiter.

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CE 30. Juni 2015 um 03:27

JdP = Juego de Posición

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JLE 29. Juni 2015 um 21:13

Da hatte ich in der Tat einen Dreher drin. Ist korrigiert.

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juwie 27. Juni 2015 um 20:03

Brutale 1. Halbzeit der Französinnen.
Auch aus meiner Sicht mit spielentscheidend war die Auswechslung von Thomis. Ich fand, Kemme war danach wieder auf dem Platz präsent und harmonierte auch mit der zugleich eingewechselten Däbritz gut.

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HK 27. Juni 2015 um 14:29

Das war eine der Schlachten wie man sie bei einer WM erwartet. Nicht immer hochklassig, aber immer packend. Wir können uns schon auf das Halbfinale freuen.
Leider habe ich die ersten 30 Minuten verpasst, in denen Frankreich wohl ziemlich dominiert hat. In den 90 Minuten die ich gesehen habe war es ein Duell auf Augenhöhe.
Respekt vor der deutschen Mannschaft, die am Schluss kämpferisch alles rausgehauen hat. Wer solche Spiele so gewinnt kann am Ende auch den Titel holen.

Für mich unbegreiflich, dass Bergeroo nach dem 1:0 die sensationelle Thomis vom Feld genommen hat.
= Epic fail

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Alexander 27. Juni 2015 um 14:40

Naja bei den vielen Tempoläufen..sie wird einfach kaputt gewesen sein!

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Philo 27. Juni 2015 um 18:02

Ich fand Deutschland keineswegs schlecht, aber Frankreich war schon sehr stark. Die Französinnen hatten aber Probleme, sich hochkarätige Chancen herauszuspielen. Im letzten Drittel wurde es zu häufig mit Flanken (nach Flügeldurchbrüchen) oder Fernschüssen probiert. Wenn Frankreich da noch bessere Strukturen gehabt hätten, hätte es einen Kantersieg geben können.

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Zukurzpass 27. Juni 2015 um 14:15

Danke für die sehr treffende Spielanalyse. Vorallem beim „Zusammenspiel“ der deutschen Mannschaft sowohl mit und ohne Ball stellt sich mir zunehmend die Frage, ob nur die Kondition trainiert wird.
Das Spiel von Annike Krahn kann garnicht hoch genug bewertet werden, da hat wohl auch ihrfußballerische Alttag in der französischen Liga stark geholfen.

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DAF 27. Juni 2015 um 14:10

Schöne Analyse, der ich in den wesentlichen Punkten uneingeschränkt zustimme. Der wichtigste Aspekt dieses Spiels war Frankreichs bärenstarkes Pressing, dem Deutschland insbesondere in HZ 1 so gut wie nichts entgegenzusetzen hatte. Positiv fand ich die hervorragenden Elfmeter (bis auf den letzten 😉 ), die eigentlich alle scharf und platziert und deshalb unhaltbar waren. Sieht man leider oft auch anders.

Negativ aufgefallen ist mir bei den Franzosen die Entscheidungsfindung bei eigenen Schnellangriffen. Mehr als einmal haben sie richtig gefährliche Überzahlkonter, bei denen ich schon halb das Tor erwartet habe, richtig kläglich zu Ende gespielt und sind dann deswegen teilweise nicht mal zum Abschluss gekommen.

Bei Angerer hätte ich mir bei langen Bällen teilweise ein aktiveres Rauskommen gewünscht, womit sie einige gefährliche Situationen hätte unterbinden können.

Versteht eigentlich jemand, was sich der französische Trainer bei der Auswechslung von Thomis gedacht hat? Für mich war sie mit die stärkste Spielerin auf dem Feld und hat auf dem rechten Flügel sehr konstant für Gefahr gesorgt-das konnte ihre Nachfolgerin dann nicht mehr und ab da ging es bergab für Frankreich…

Hätte Silvia Neid ihre Mannschaft auf das starke Pressing der Franzosen nicht besser einstellen können/müssen? In der ersten HZ wirkte Deutschland überrascht und total überfordert damit, obwohl das doch wahrscheinlich nicht so überraschend kam (hab die Französinnen bei diesem Turnier noch nicht gesehen, aber normalerweise weiß man das doch, ob der Gegner stark presst). Nach der Pause wurde es mit den Umstellungen dann besser, aber mit etwas Pech ist es da schon zu spät…

Auch wenn Schadenfreude da nichts zu suchen hat, aber mit Lavogez hat es beim Fehlschuss irgendwie schon die richtige getroffen. Davor hat sie (ich glaube in der Verlängerung) eine der peinlichsten Schwalben der letzten Jahre begangen…

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LV 27. Juni 2015 um 18:41

Re Thomis: Bergeroo hat auf der Pressekonferenz gesagt sie habe um ihre Auswechslung gebeten. Falls er den genauen Grund genannt hat (Krämpfe, müde, sonst angeschlagen?) ist mir dieser leider entfallen – aber naja, vor die Wahl gestellt eine angeschlagene Spielerin drinlassen obwohl sie nicht mehr kann oder eine frische Kraft zu bringen hat Bergeroo meiner Meinung nach dann doch eine ziemlich leichte und nachvollziehbare Trainerentscheidung getroffen.

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Robert 27. Juni 2015 um 13:43

War das schrecklich. Nur Fehlpässe auf der deutschen Seite. Kein brauchbarer Spielaufbau. Einzig eine gewisse Zweikampfstärke am eigenen Sechzehner hat ein Debakel verhindert.

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HW 30. Juni 2015 um 10:40

Und die Ungenauen Abschlüsse des Gegners. In ein paar Szenen war das Tor eigentlich frei. Ich meine nicht, dass Deutschland ein Debakel erlebt hätte, aber eine knappe Niederlage wäre an jedem anderen Tag wohl das Resultat gewesen.
Am Ende ist es wurscht, wie man im Turniermodus weiterkommt. Deutschland ist in der starken KO-Hälfte. Wenn sie es ins Finale schaffen, dann haben sie eigentlich nur schwere General besiegt und das schafft man meist nur mit knappen Ergebnissen. Bei einer WM erwartet niemand einen Spaziergang im Park.

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