Deutsche Frauen zeigen ihre zwei Gesichter

240px-DFBWomen.svg1:1norwegen

Überragendes Pressing bis zur Pause, spielerisch schwach nach der Pause: Deutschland zeigt beim 1:1 gegen Norwegen seine zwei Gesichter.

Die Mission Titel hätte für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft gar nicht besser anfangen können: Der 10:0-Erfolg war nicht nur in der Höhe verdient, sondern auch spielerisch schön anzusehen. Gegen Norwegen, den schwersten Gegner in der Vorrundengruppe, wollte Silvia Neids Mannschaft den Auftakterfolg veredeln. Neid schickte ihre Mannschaft in der gewohnten 4-2-3-1-Formation auf das Feld und musste nur die angeschlagene Leupolz durch Goessling ersetzen. Norwegens Trainer Even Pellerud hielt dem amtierenden Europameister ein 4-1-4-1/4-3-3-Konstrukt entgegen.

Starkes deutsches Pressing

Grundformationen

Grundformationen

Norwegens Strategie war schnell klar: Aus einer stabilen Defensive heraus versuchten sie, mit langen Bällen die Angreiferinnen einzusetzen. Die Außenstürmerinnen waren nur auf dem Papier Außenstürmerinnen, sie zogen immer wieder in die Mitte und boten sich dort als Abnehmer für lange Bälle an. Die beiden Achter im System, Schjelderup und Mykjaland, rückten nach, um zweite Bälle zu erobern.

Kick’n’Rush mit vielen langen Bällen ist der klassische Spielstil Norwegens, den Trainer Pellerud über Jahrzehnte hinweg erprobt hat. Nur diesmal spielte Norwegen nicht ganz freiwillig die zahlreichen langen Bälle. Die Deutschen halfen mit ihrem starken Pressing nach. Dieses organisierte sich wie gewohnt als Mittelfeldpressing. Die gegnerischen Verteidigerinnen wurden am Ball in Ruhe gelassen, der Zugriff wurde erst im Mittelfeld gesucht.

Deutschlands Stürmerinnen ließen sich hierfür häufig auf Höhe der Außenstürmerinnen zurückfallen, sodass 4-2-4-0-Stellungen ohne Spielerin in vorderster Linie entstanden. Sobald Norwegen versuchte, das Mittelfeld mit kurzen Pässen einzubeziehen, schlug Deutschland eiskalt zu. Die clevere Antizipation der Stürmerinnen und ihr robustes Zweikampfverhalten sorgten dafür, dass Norwegens Mittelfeld nicht ins Spiel fand, zumal Sechser Ims praktisch nie zwischen die Verteidiger zurückfiel. Den Verteidigerinnen blieb nur der lange Ball – und den eroberte Deutschland meist mühelos.

Lücken im Mittelfeld und Flügelspiel

Nach vorne war Deutschland vor allem dann gefährlich, wenn Norwegen nach langen Bällen schlecht gestaffelt stand. Wenn die Achter herausrückten, um den zweiten Ball zu erobern, blieb die norwegische Verteidigung passiv. Es entstanden große Lücken im Mittelfeld, die Ims nicht alleine schließen konnte. Deutschland gelang es in diesen Situationen gut, das Tempo zu erhöhen und über die nachstoßende Maroszan zu Chancen durch Fernschüsse zu gelangen. So entstand auch der Führungstreffer nach einer Balleroberung im Mittelfeld und einem schnellen Konter mit anschließendem Fernschuss von Maroszan. Mittag vollendete (6.).

Nach rund 20 Minuten stand Norwegen weniger offen, sie zogen sich jetzt häufiger in ihre 4-1-4-1-Grundordnung zurück. Die Außenstürmerinnen genossen hierbei gewisse Freiheiten, sodass Norwegen oft in einer 4-3-Stellung am eigenen Sechzehner stand. Deutschland bespielte dieses Konstrukt vor allem über die Außen. Hier kam die altbekannte Asymmetrie zum Tragen: Popp zog als Linksaußen häufig in den Strafraum, während Laudehr auf rechts breiter stand und die Stürmerinnen mit Flanken fütterte.

Deutschland hatte das Spiel bis zur Pause voll im Griff, auch weil das Gegenpressing sehr gut funktionierte. Einziger Wermutstropfen auf einer starken Leistung war (mal wieder) die Unfähigkeit, die Dominanz, die hauptsächlich durch das Pressing entstand, auch spielerisch zu nutzen. Deutschland konnte sich zwar zahlreiche Chancen erarbeiten, praktisch alle entstanden jedoch nach Standardsituationen, Flanken oder per Fernschuss. Das spielerische Element wurde manchmal vernachlässigt. So wurden oft nur unsaubere Dreiecke gebildet. Die wenigen gelungenen Kombinationen konnten nicht zu Ende gespielt werden, da das richtige Timing beim Lauf in die Spitze fehlte. Das war aber wie gesagt nur ein kleiner Wermutstropfen; Norwegen fand bis zur Pause überhaupt nicht ins Spiel.

Wer wagt, gleicht aus

Aus der Kabine kehrte eine veränderte Norwegen-Elf zurück – in personeller, aber auch in taktischer Hinsicht. Gulbrandsen kam für Ims und ging auf die Achterposition, Mykjaland übernahm die Sechs. Zugleich intensivierte Norwegen spürbar das Pressing und griff nun wesentlich früher an. Die deutschen Innenverteidigerinnen wurden nun in einem 4-3-3 angelaufen, teilweise entstand durch das weite Vorrücken der eingewechselten Gulbrandsen gar ein 4-2-4.

Jetzt hatten plötzlich die Deutschen Probleme im Spielaufbau. Die etwas undefinierte Rolle der Außenstürmerinnen schadete nun dem Team: Mal standen die Außenstürmerinnen sehr tief, wobei sie nicht anspielbar waren und in der Folge als Abnehmer für lange Bälle fehlten. Mal standen sie sehr hoch, während der Ball über die Flügel zirkuliert wurde, was Doppelpässe erschwerte. Stattdessen wurden sie mit langen Bällen hinter die Abwehr geschickt, was gegen die schnellen Norwegerinnen aber nicht funktionierte.

Offensiv war Norwegen nicht viel einfallsreicher als vor der Pause, das Zusammenspiel im Mittelfeld funktionierte nun aber besser. So machte Norwegen mehr Druck auf zweite Bälle, sicherte aber zugleich mögliche Konter besser ab, indem meist nur eine der zwei Achter nach vorne stürmte. Es kam, wie es kommen musste: Norwegen glich per Freistoß aus (61.).

Spiel trudelt aus

Etwas überraschend war der Ausgleichstreffer auch schon so etwas wie der Schlusspunkt der Partie – und das eine halbe Stunde vor dem Abpfiff. Norwegen vertraute der eigenen Offensivpower nicht so recht und fuhr das Pressing merklich zurück. Sie zogen sich jetzt wieder in einem 4-1-4-1 in die eigene Hälfte zurück.

Deutschland warf ebenfalls nicht alles nach vorne. Sie versuchten weiterhin, über die Flügel zum Erfolg zu kommen. Dabei hatten sie jedoch mit mehreren Problemen zu kämpfen: Die Ballzirkulation war nicht druckvoll genug, die Pässe liefen eher langsam. So konnte Norwegen immer zum Flügel verschieben, noch ehe der Ball dort ankam. Zur Verteidung der Deutschen sei gesagt: Das lag auch am Kunstrasenplatz, der den Ball spürbar abbremste.

Das Hauptproblem war aber, dass Norwegen meist gar nicht verschieben musste – Deutschland spielte ohnehin nur über die rechte Seite. Statt mit Verlagerungen das Spielfeld zu öffnen, lief sich das deutsche Team auf der rechten Seite fest. Norwegen konnte leicht Überzahlen herstellen, sodass Deutschland nicht einmal mehr zu Flanken kam. Da Silvia Neid auch positionsbezogen wechselte und nicht viel riskierte, blieb es beim 1:1.

Fazit

Gerne würde ich das deutsche Team für die dominante erste Halbzeit über den Klee loben. Das Pressing ist und bleibt das Herzstück von Silvia Neids Mannschaft. Wenn es gut läuft, erhält der Gegner keine Möglichkeit, sich spielerisch aus der eigenen Hälfte zu befreien. Somit kann Deutschland das Spiel aus der Defensive dominieren und offensiv für Nadelstiche setzen, sei es mit Standards oder Fernschüssen.

Leider trübt die schwächere zweite Halbzeit das Gesamtbild. Sobald Norwegen das Pressing intensivierte, bekam Deutschland große Schwierigkeiten. Wirklich problematisch fand ich persönlich eher, wie Deutschland auf den Ausgleich reagierte: Es war deutlich zu erkennen, dass dem Team in solchen Situationen die spielerischen Ideen fehlen, um eine sattelfeste Defensive zu knacken. So war es am Ende ein einseitiges Spiel – im wahrsten Sinne des Wortes, denn Deutschland attackierte immer und immer wieder über die rechte Seite. Etwas mehr Abwechslung hätte dem deutschen Spiel gut getan. Das ist aber Kritik auf sehr hohem Niveau, zumal angesichts des Torschussverhältnisses von 27:4 ein deutscher Sieg mehr als gerechtfertigt gewesen wäre. Es war allenfalls ein kleiner Rückschlag auf dem Weg zum Titel.

DM33 13. Juni 2015 um 17:54

Da unsere Damen ja das weit bessere Torverhältnis haben und die Norwegerinnen nach dem 1:1 sich wieder zurückgezogen haben, finde ich es sogar ziemlich clever, das Spiel einfach nach 60 Minuten nur noch zu verwalten. Es gibt jetzt schon sehr viele Zitate zur Hitze auf dem Platz ( angeblich wurden bei 23° Lufttemperatur knapp über dem Rasen 49° gemessen ), da kommt mir das taktische gesehen richtig vor, die Kräfte zu schonen.
Danke für die Artikel über die WM. Ich finde es immer fantastisch, wenn ich ein Fussballspiel sehe und hier kommt ein Analyse, bringt einen deutlichen Mehrwert.

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Zukurzpass 17. Juni 2015 um 16:58

Na, verwaltet haben es eher die Norwegerinnen, das hohe Anfangstempo von Sylvia Neids Mannschaft ließ in der zweiten Halbzeit schon die ein oder andere auf dem Zahnfleisch „laufen“. Was auch an der immer geringeren Spielübersicht der Akteurinnen ersichtlich war.
Zunehmend unverständlich ist mir aber, auch jetzt nach dem Spiel gegen Thailand, die fast völlig fehlenden Versuche im Angriffsdrittel sich mit Pässen durchzuspielen. Dürfen sie nicht, wird das nicht trainiert? Und gegen Norwegens auch nicht kleine Spielerinnen ständig hohe Bälle vor das Tor, vorallem aber zu dicht ans Tor zu schlagen, was soll das?

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Reiche 13. Juni 2015 um 03:15

Zuerst einmal ein rießengroßes Kompliment und Dankeschön an euch, dass ihr auch die Frauenfußball-WM so ausführlich analysiert!

Jetzt zu meiner eigentlichen Frage (ohne irgendwas schlecht reden zu wollen, habe auch mal ne U17-Juniorinnen-Mannschaft trainiert und schau mir den Spaß auch gerne an): Wie würdet ihr (sowohl die Community als auch das Team von sr) das Niveau im Vergleich zum Herrenfußball einschätzen? Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, ich weiß.. Aber es würde mich einfach mal interessieren 😉 Den Fokus würde ich jetzt mal auf die Topteams legen..
Dass das Tempo und die Intensität anders sind als bei den Männern ist sicher der unterschiedlichen Konstitution von Mann und Frau geschuldet, gar kein Problem. Wie sieht es denn im taktischen Bereich aus? Vor allem hier und im technischen Bereich scheint mir ein Vergleich noch am ehesten möglich. Wenn ich an die Relegationsspiele der 60er gegen Kiel zurückdenke, habe ich das Gefühl, dass die Damen zumindest hier durchaus mithalten können und ähnlich gut geschult sind.

Ich hab bei der Frage des Niveaus des Frauenfußballs immer eine „Spaß-Partie“ einer Herren-Bezirksliga-Mannschaft gegen ein Team der Frauen-Bundesliga mit 4 Nationalspielerinnen zu der Zeit im Kopf, das relativ deutlich mit 6:1 endete – ich denke, da kommen die Frauen zu schlecht weg, deswegen würden mich mal ein paar andere Meinungen zum Thema interessieren

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DAF 13. Juni 2015 um 14:38

Das Spiel 60-Kiel war so ziemlich das schlechteste das ich im Profifußball je gesehen habe – nach dem Ausschalten dachte ich mir dass beide Mannschaften in der zweiten Liga gar nichts verloren haben. Beide haben die Wochen davor wesentlich besser gespielt – Relegationsspiele scheinen nicht der richtige Ort für gute Spiele zu sein…

Zu deiner Frage: Im technischen und taktischen Bereich würde ich die absoluten Topteams der Frauen irgendwo im unteren Bereich der 3. Liga einordnen, also knapp unter den von dir gebrachten Vergleichsteams (auch wenn diese vllt in dem einen Spiel nicht besser waren; siehe oben).
Übrigens hatte ich iwie schon mal das Gefühl dass der Frauenfußball weiter ist als aktuell. Von der letzten WM in Deutschland hab ich recht viel gesehen und fand es eig recht ansprechend. Im Vergleich dazu finde ich das was ich bisher gesehen habe eher enttäuschend. Das CL-Finale fand ich jetzt auch nicht so berauschend. Mag aber auch sein, dass sich meine Erwartungshaltung geändert hat 😉

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Schimanski 13. Juni 2015 um 18:26

Obwohl ich mir Frauenfussball durchaus mal gerne anschaue, finde ich die 3.Liga taktisch wesentlich stärker. Ich sehe die Frauen da eher auf dem Niveau der Topteams in den Bezirks- und Landesligen. Wobei ich hier ausdrücklich die Mannschaften meine, die sich nicht nur über Kampf, stabile Defensive und individuelle Durchschlagskraft definieren (was in den unteren Ligen ja oft der Fall ist).

Gerade die Entscheidungs- und Positionsfindung in Tornähe ist bei den Frauen viel schlechter als bei den Männern, also eher gruppen- und individualtaktische Aspekte.

Trotzdem meine ich eine Entwicklung bei der deutschten Mannschaft gesehen zu haben. Bei der EM 2013 war noch viel lange Bälle, zweigeteilte Mannschaft, Hau Ruck und wenig kollektiver Fussball. Ich habe hier gerade das Finale relativ negativ in Erinnerung.

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UncleJack 12. Juni 2015 um 21:13

Nachdem, vor dem Beginn dieser WM, der letzte Spielverlagerung-Artikel zu einem Frauenfußballspiel drei Jahre zurücklag, sehr erfreulich die bereits fünf Beiträge zu dieser WM. Danke!

Eine kleine Detailfrage zu “Das lag auch am Kunstrasenplatz, der den Ball spürbar abbremste.“: In einem FAZ Interview sagte Frau Neid, daß auf Kunstrasen “das Passspiel einerseits schneller, anderseits etwas schwerer zu kontrollieren und somit fehleranfälliger ist.“ Was ist es nun: Bremst oder ‘beschleunigt‘ der Kunstrasen den Ball relativ zu Naturrasen?

Eine sehr interessante, nachvollziehbare Analyse. Bitte weiter so und vielen Dank.

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CE 12. Juni 2015 um 22:49

Zumindest bremst der Kunstrasen den Ball enorm, wenn er aufspringt. Dann tropft die Kugel oft nur noch ab, was es natürlich schon schwierig macht. Lässt man den Ball flach über den Rasen gleiten, so hängt es meiner Erfahrung nach vom Material und auch von der Abnutzung des Rasens ab. Aber aus der Ferne lässt sich selbstverständlich nicht abschließend bewerten, welche Art von Kunstrasen das nun genau ist. Es ist aber zumindest kein Mischrasen. Die bisherigen Beschwerden bezogen sich einerseits auf die Verletzungsgefahr in Form von Brandwunden, andererseits wurde sich darüber beklagt, dass der Rasen hart wie Beton sei. Da muss man sich schon umstellen. Man kommt schlechter unter den Ball, was vielleicht auch die Präzision von längeren Zuspielen beeinträchtigt. Und zu guter Letzt ist die Belastung auf bestimmte Körperpartien, allen voran die Fußgelenke, eine andere, bedarf deshalb einer entsprechenden Umstellung. Vielleicht ist es ein Zusammenspiel aus alledem.

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SMR 13. Juni 2015 um 00:06

Zum Kunstrasen:
Ich habe mal kurz recherchiert, u.a. folgendes gefunden (http://de.fifa.com/mm/document/affederation/pitch&equipment/50/15/94/fqcbookletde.pdf):

Laut FIFA wird ein Kunstrasen im Vergleich zum Naturrasen mehreren Qualitätstest unterzogen.
D.h. u.a.:
Es „(…) werden die Aufpralldämpfung und die vertikale Deformation des Rasens gemessen. Zur Beurteilung der Interaktion von Spieler und Kunstrasen werden zudem die Griffigkeit, Haftung, Hautabschürfung und Hautabreibung analysiert.“

Weiterhin:
„Das Ballverhalten im Winkel. Einer von mehreren Tests betreffend Ballverhalten, der die Geschwindigkeit und Rücksprungkraft des Balles auf der Oberfläche misst.“

Aus physikalischer Sicht also prüft man im Vergleich u.a. die Haft- und Gleitreibung der Spielerinnen (und des Balls) auf dem Untergrund, die Reflexion des Balls unter verschiedenen Winkeln, wie stark da die Dämpfung ist, Reflexionswinkel etc.
Und gerade bzgl. des letzten Gesichtspunktes sind mir aus der ersten Hälfte einige Szenen in Erinnerung, in denen die Spielerinnen genau dieses Reflexionsverhalten nicht optimal antizipiert haben.

Über die Physik des Fußballspiels hat Prof. Metin Tolan (TU Dortmund) ein Buch geschrieben „Manchmal gewinnt der Bessere – Die Physik des Fußballspiels“ (Piperverlag, 2011). Leider findet man dort nichts zum Kunstrasen 🙁

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TE 13. Juni 2015 um 14:37

Das Problem war bei diesem Spiel wohl nicht der Kunstrasen, sondern (wenn man den Interviews und Kommentator Bartels glauben darf) die große Hitze. Bei internationalen Spitzenspielen ist es üblich, dass der (Kunst-)Rasen vor dem Spiel gewässert wird, damit der Ball schneller rollt. Da Kunstrasen (logischerweise) Wasser nicht so gut speichern kann wie normaler Rasen/Erde und da es ziemlich heiß war an dem Tag, war der Wässerungseffekt wohl schon nach wenigen Minuten dahin. Hinzu kommt, dass die kanadischen Plätze größtenteils keine professionelle Bewässerungsanlage haben, sondern per Hand bewässert werden müssen. Auf trockenem Rasen läuft der Ball einfach nicht so schnell wie auf nassen, sodass die Ballzirkulation langsamer ist, was grundsätzlich immer Ballbesitz-Teams schadet, die mit vielen Flachpässen operieren.

Fun Fact: Bei der EM 2012 hat Italien vor dem Spiel gegen Spanien verhindert, dass der Rasen gewässert wird. Der Effekt war ähnlich wie beim Spiel gegen Norwegen.

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The Soulcollector 12. Juni 2015 um 18:32

Was mich am deutschen Spiel sehr geärgert hat ist, dass viele Pässe sehr unsauber gespielt wurden. Keine Ahnung ob es nur am Platz lag, aber sowohl vor als auch nach der Pause gab es sehr viele Fehlpässe in unnötogen Situationen. In der K.O. Phase sollte sowas nicht mehr passieren!

Vom Gegner war ich doch etwas enttäuscht. Norwegen hat über das gesamte Spiel einfach kaum Chancen gehabt. Spielerisch gab es da nix zu sehen. Man wollte die Stürmer einfach nur mit Tempo ins 1vs1 bringen. Dazu sind unsere Abwehrspielerinnen aber wohl zu gut/erfahren. Allerdings würde ich die Wette gegen Frankreich nicht mehr machen.

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HW 12. Juni 2015 um 20:48

Alle Spiele finden auf Kunstrasen statt. Das hatte vor der WM schon für Ärger gesorgt. Ich habe keine Erfahrung mit Kunstrasen. Verändert sich das Verhalten des Balls bei Wetterveränderung oder im Gegensatz zu normalem Rasen?

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vanGaalsNase 13. Juni 2015 um 00:15

Es kommt darauf an. Ich habe schon auf vielen Kunstrasenplätzen gespielt, und jeder hat andere Charakteristika. Bei manchen wird der Ball unfassbar schnell. Wenn man da einen Pass nur einen Meter neben das Ziel bringt, ist der Ball weg. Andere Plätze sind hingegen langsam. Da kann man auch ungenaue Pässe noch leicht erlaufen. Das hängt von vielen Kleinigkeiten ab: „Halmlänge“, Federung … Lange Halme verlangsamen den Ball. Ich glaube, mittlerweile sind Kunstrasenplätze immer mit Gummigranulat. Ältere Plätze haben Sand. Zum Sprungverhalten des Balles auf den jeweiligen Belägen kann ich nichts sagen. Habe da nie drauf geachtet. Ich lass‘ die Kugel ja nicht aufkommen 😉

Auch aufs Wetter reagieren die Plätze unterschiedlich. Bei manchen führt Regen zu sehr rutschigen Angelegenheiten; bei anderen Plätzen merkt man hingegen kaum einen Unterschied.

Selbst das Schuhwerk kann je nach Platzbeschaffenheit variieren. Ich persönlich bevorzuge grundsätzlich Hallenschuhe auf Kunstrasen. Mit der sogenannten „Bürste“ komme ich gar nicht klar. Wenn ich mit Hallenschuhen wegrutsche – was bei Regen immer der Fall ist – stelle ich auf Nocken um. Nocken gehen immer.

Es gibt ein paar Studien, die sich mit den unterschiedlichen Belägen (Rasen, Kunstrasen, Hartplatz) befassen. Im Ergebnis versprachen Kunstrasenplätze mehr Angriffssituationen als die anderen Beläge. Es wurde aber nur Vergleiche zwischen den Belägen angestellt. Welche Unterschiede zwischen den einzelnen Kunstrasenplätzen bestehen, wurde meines Wissens noch nicht erforscht.

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!?! 13. Juni 2015 um 13:01

Die Kunstrasenplätze mit Sand kenne ich auch noch das sind aber die ganz alten Modelle und werden vorzugsweise für Feldhockey benutzt.Zum Fussballspielen eignen die sich nicht besonders da sie sehr hart sind, wenn dir da einer die Beine wegzieht ist fast schlimmer als auf Asche.Wir haben auch immer bestimmte Bälle für Hartplätze benutzt, da der Ball sonst zu weit Abspringt und zu schnell veraschleisst.Am besten geeignet waren hier Tausendfüssler, die man auch auf Asche benutzt, da die Oberfläche sehr glatt und mit dem Sand bisschen zu rutschig für Hallenschuhe.

Die Plätze in Kanada sind neueste Generation mit Kunsthalmen und Gummigranulat, heisst ich kann Grätschen usw.Diese Plätze kommen einem Naturrasen am nächsten und unterscheiden sich nur durch die Menge des Granulats viel=langsam wenig=schnell.

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vanGaalsNase 13. Juni 2015 um 13:36

Ich mag die langsamen Plätze sehr gern. Wenn sie nicht zu klein sind (was leider bei vielen Kunstrasenplätzen der Fall ist), finde ich sie sogar besser als Rasenplätze. Jedenfalls im Amateurbereich, wo die meisten Rasenplätze eine Katastrophe sind.

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fs984 12. Juni 2015 um 16:43

Gratulation an die DFB Damen zu einem grossen Schritt in Richtung Gruppensieg. Das Ergebnis und die erste Halbzeit sind sehr gut. Das angeschlagene Tempo bei den Temperaturen konnten sie wohl nicht über 90 Min gehen. Es fehlten in der 2 Halbzeit die Verbindungen und die Kompaktheit zwischen den Mannschaftsteilen. Teilweise presste Sasic alleine und rieb sich auf. Das eindeutige Torverhältnis täuscht ein wenig darüber hinweg, dass viele Fernschüsse dabei waren. Den Norwegerinnen fehlten auch drei wichtige Stammkräfte, nichts-desto-trotz hat man bei den DFB Frauen sehr viel Potenzial gesehen und die Vorfreude aufs weitere Turnier geweckt.

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SMR 12. Juni 2015 um 23:46

Ich habe nur die erste Halbzeit verfolgt und war relativ beeindruckt, wie hoch die deutschen Damen standen. So ein Pressing und Gegenpressing hatte ich von Neids Team nicht in Erinnerung, die letzten Spiele, die ich von dem Team gesehen habe liegen aber schon ein Jahr zurück und die vergangene EM 2013 mit dem Titelgewinn hatte ich noch relativ gut in Erinnerung. Da hat sich auf jeden Fall was entwickelt. Schade nur, dass wie oben schon erwähnt, die Bemühungen schnell und direkt zu spielen zu einigen unsauberen Pässen und nicht gut zu Ende gespielten Angriffen geführt haben. Da wäre eine höhere Führung und eine Vorentscheidung bis zur Halbzeit schon drin gewesen.

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