Donnerstag, 08.12.2016

Kurz ausgeführt: United bekämpft Southamptons Aufbau

Ronald Koeman und Louis van Gaal: Freunde werden diese beiden nicht mehr. Letzterer entführte auch noch drei Punkte aus dem St. Mary’s Stadium, was aber nicht unbedingt an einer glänzenden Leistung von Manchester United lag. Doch der Ansatz gegen den Spielaufbau von Southampton ist eine kurze Analyse wert. 

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Grundformation

Die Grundkonstellation des Spiels überraschte nicht. Die Saints traten erneut im 4-2-3-1 auf, da Koeman zuletzt aufgrund größerer Personalsorgen vom eigentlich üblichen 4-3-3 abrücken musste. Unter anderem ist Morgan Schneiderlin aktuell verletzt, Jungstar James Ward-Prowse derweil schon länger. Deshalb agierten Victor Wanyama und Steven Davis auf der Doppelsechs, davor spielte Dušan Tadić als Zehner.

Bei United nahm Van Gaal einen Wechsel der Grundformation vor. Im Vergleich zum 2:1-Sieg gegen Stoke City wandelte der niederländische Trainer das 4-1-3-2 zu einem 3-5-2 um. Michael Carrick positionierte sich dabei im zentralen Mittelfeld immer etwas hinter Juan Mata und Marouane Fellaini. Nachdem Chris Smalling verletzungsbedingt vom Platz musste und Van Gaal später auch noch Paddy McNair durch Ander Herrera ersetzte, rückte jedoch Carrick auf die Zentralverteidigerposition zurück.

Nach der Anfangsphase übernahmen die Hausherren die Kontrolle der Partie, wobei der Ballbesitzanteil nicht signifikant höher war. Allerdings konzentrierten sich die Red Devils vornehmlich auf Balleroberungen im Mittelfeld und damit verbundenen Umschaltaktionen. Gegen den Aufbau der Saints waren dabei mehrere interessante Facetten zu beobachten:2014-12-08_Southampton-ManUnited_38MiZunächst schien es, als würde der ballnahe Angreifer – Rooney und Van Persie standen auf einer Höhe – in Richtung des Außenverteidigers rücken, sobald Maya Yoshida und José Fonte nach außen spielten. Jedoch war das Herauskippen des linken Stürmers, meist Rooney, extremer. Demnach erkannte Van Gaal wohl in Nathaniel Clyne die größere Gefahr als Startpunkt einer geordneten Zirkulation der Saints, die sowieso in dieser Saison mit Vorliebe kleinteiligere Kombinationen auf dem rechten Flügel ausspielen. Die Formationsumstellung, wodurch Davis nicht mehr als höherer rechter Achter agieren kann und die Besetzung der Außenbahn mit dem kombinationsschwächeren Shane Long, verhinderten dies zuletzt mehr oder weniger.

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Die Bewegungen im Zentrum waren nicht immer optimal, wobei Davis die nicht derart intensive Deckung mehrmals nutzen konnte. Zudem öffnete Rooney auf seiner Seite den Halbraum häufiger.

Auf der anderen Außenbahn hatte Ryan Betrand größere Freiheiten. Er konnte ohne nenneswerten Pressingdruck einige Vertikalläufe starten. Allerdings entwickelten sich in der Folge meist nur einfache Zuspiele auf Sadio Mané, der wiederum ins Eins-gegen-Eins-Duell ging. Auf diesem Flügel bestand die interessante Facette zudem in der sehr fokussierten Deckung von Wanyama durch Fellaini, später durch Herrera.

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Fellaini blieb in der Regel mannorientiert an Wanyama kleben. Bertrand wurde die Außenbahn geöffnet, weil Van Persie im Zentrum blieb.

Noch eine Anmerkung zu Rooneys Positionierung: Da der United-Kapitän nicht nur breiter verteidigte, sondern außerdem nahe der Seitenlinie verweilte, wenn Southampton über den rechten Halbraum nach vorn kam, war er zudem automatisch die erste Anspielstation nach Balleroberungen der Red Devils auf dieser Spielfeldseite.

Ging Koemans Mannschaft nicht direkt vertikal über die Flügel, sondern spielten den Ball im mittleren Drittel wieder nach innen, zog sich United meist in einer 3-5- oder 5-3-Staffelung zurück. Das zentrale Mittelfeldtrio konnte so die Passwege für Davis und Wanyama in Überzahl blockieren. Tadić versuchte sich im Zwischenlinienraum anzubieten, was aber nicht konstant gelang.

Auf früh gespielte, längere Bälle reagierten die Red Devils vor allem mit einer Fallbewegung von Carrick, der von der zentralen Sechserposition in die nun gebildete Innenverteidigung zurückging und die Bildung einer Viererkette auslöste. Nach der Hereinnahme von Herrera und der Zurückversetzung von Carrick fielen diese Bewegungen aus, weil Fellaini als neuer zentraler Sechser eher einen herausrückenden Balleroberungsansatz verfolgte.

Wie fielen die Tore? Manchester ging in der 12. Minute in Führung. Dabei kam Rooney an Clyne vorbei, legte sich jedoch das Spielgerät zu weit vor. Fonte wollte den Ball zurück zu Forster spielen, der aber wie gewohnt sehr stark in seinem Fünfmeterraum klebte. Allerdings war Fontes Pass so oder so zu kurz. Van Persie konnte einschieben. Graziano Pellè konnte nach 31 Spielminuten ausgleichen. Dem Ping-Pong-Treffer in Uniteds Strafraum ging ein katastrophaler Fehlpass von Fellaini an der Mittellinie voraus. Der Belgier wollte eigentlich quer spielen, hätte aber den lauernden Davis sehen müssen. Davis ging dann ins Engendribbling, legte den Ball an die rechte Strafraumseite ab. Die anschließende Flanke leitete Pellès Treffer ein.

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Wanyama setzte durch ein kurzes Anlaufen Fellaini unter Druck, der den Ball in die Füße von Davis spielte.

Nach einer sehr zerfahrenen zweiten Halbzeit, als Southampton die eigene Spieldominanz nach und nach verlor, United aber auch nicht wirklich torgefährlich wirkte, entschied Van Persie in der 71. Minute die Partie. Ein Halbfeldfreistoß vom linken Flügel flog an den langen Pfosten. Forster blieb auf der Linie, wurde dafür vom Niederländer bestraft, indem Van Persie das Spielgerät einfach mit der linken Außenseite durch die Beine des Southampton-Torhüters brachte.

LM1895 9. Dezember 2014 um 14:34

Ich hab nur die letzte knappe halbe Stunde nach Nürnberg – 60 gesehen und war fast schon sauer, dass United noch gewonnen hat. Das war nach vorne ja mal gar nix. Bloßes hoffen auf Rooney und RvP und dann klappt das im Endeffekt auch noch -.- southampton war’s aber auch irgendwie selbst schuld, ManU hat alleine in der kurzen Zeit gefühlte 100-mal den Ball in völlig aussichtslosen und unbedachten Aufbaudribblings verloren, aber die Saints meinten die Bälle dann immer wieder durch ungenaue Pässe nem Verteidiger in die Füße spielen zu müssen. Noch dazu war es irgendwie enttäuschend, dass selbst van Gaal vs Koeman viel unkompakten Premier League Durchschnitt geliefert hat :/

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Shamp0o 9. Dezember 2014 um 14:00

Unglaublich wie sie es Woche für Woche schaffen Tore zu schießen ohne sich wirklich Chancen zu erspielen.

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blub 9. Dezember 2014 um 13:40

Was wirklich alles über dieses Spiel sagt: United hatte genau 3 Schüsse. #omg #aweful

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Todti32 9. Dezember 2014 um 15:29

Es ist einfach nur traurig, wie United 6 Punkte gegen Arsenal und Southampton geholt hat.

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Erkinho 9. Dezember 2014 um 12:38

War das im United-Aufbau wohl so geplant, dass Rojo als li. Halbverteidiger immer mal wieder zum Dribbling ansetzte?
Die Saints konnten ja dadurch einige augenscheinlich vielversprechende Kontermöglichkeiten erpressen…

Alles in allem war das echt ’n mageres Spiel…direkte Flügelverlagerungen statt durchs bespielbare Zentrum, von Gegenpressing keine Spur…wäre ich so groß wie Forster, ich würd‘ Eintrittsgeld für meinen Straufraum verlangen.

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Partizan 9. Dezember 2014 um 15:01

Hab jetzt Untied gegen City / Arsenal und gestern gegen den Saints gesehen, und kann mich an keine Chance für die Red Devils aus dem Spiel heraus erinnern.
Seit der Verletzung von Di Maria, hat man keinen strukturierten Spielaufbau mehr, das war gestern schon ziemlich schwer als Zuschauer zu ertragen.

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