USA – Portugal 2:2

Die USA dominiert über den rechten Flügel und verpasst die frühzeitige Entscheidung. Erst Portugals 4-2-4 bringt einen Punkt in letzter Sekunde. Beide Teams bedanken sich beim Weltfußballer.

Beide Trainer stellten im Vergleich zu ihren ersten Gruppenspielen um. Während die Wechsel bei Portugal personeller Natur waren, stellte Jürgen Klinsmann das US-Team auch taktisch um.

Anstelle des 4-3-1-2/4-4-2-Hybrids aus dem Spiel gegen Ghana wechselte Klinsmann zu einem 4-2-3-1/4-4-1-1. Kyle Beckerman und Jermaine Jones bildeten die Doppelsechs hinter Michael Bradley, vorne wurde Dempsey von Zusi und Bedoya flankiert.

Die USA begann mit einem sehr passiven Mittelfeldpressing, bei dem sie die spielschwachen Innenverteidiger komplett frei ließen. Die US-Flügelspieler hielten dabei engen Kontakt zur Doppelsechs, sodass die Portugiesen gezwungen wurden, in die Breite zu spielen.

Doppelnde Doppelsechs

Grundformationen

Grundformationen

Die neue Staffelung im Mittelfeld brachte gleich mehrere Vorteile. Der höher stehende Bradley konzentrierte sich im Pressing in der Regel auf Moutinho, sodass dieser kaum in zentralen Räumen angespielt werden konnte.

Die Portugiesen ließen den Zehnerraum über weite Strecken komplett verwaisen, sodass das Team von Jürgen Klinsmann diesen Bereich klar kontrollieren konnten – 70 Prozent der portugiesischen Angriffe gingen insgesamt über die Flügel.

Beckerman und besonders Jones rückten immer wieder unterstützend in Richtung Flügel, um dort zu doppeln. Besonders der ehemalige Schalker Jones trat hier als Unterstützer von Johnson gegen Ronaldo in Erscheinung.

Der rechte Flügel der Amerikaner sollte eine elementare Rolle in diesem Spiel einnehmen.

Das alte Lied: Cristiano und das Zocken

Wer Lust, hat ja mal zählen, wie oft das Zocken von Cristiano Ronaldo bislang in Artikeln thematisiert worden ist. Der amtierende Weltfußballer interpretiert seine Rolle als Linksaußen eher als ein seitlicher Mittelstürmer (mehr dazu von Kollege RM).

Im Defensivspiel klinkt sich der vielleicht teuerste Spieler der Welt regelmäßig aus, um bei Kontern in aussichtsreichen Positionen seine unfassbare Athletik ausspielen zu können. Dies stellt die gegnerischen Teams Spiel vor Spiel vor die schwierige Frage, wie riskant man dieser Eigenheit Ronaldos am effizientesten begegnet.

Jürgen Klinsmann wählte hier eine andere Vorgehensweise als sein früherer Co-Trainer Joachim Löw.

Die Deutschen entschieden sich im ersten Spiel, Ronaldo über einen tief agierenden Rechtsverteidiger, in dem Fall Boateng, aus dem Spiel zu nehmen. Die USA gingen hingegen den umgekehrten Weg: Sie attackierten die defensive Lücke, die Ronaldo auf links ließ, immer und immer wieder.

Rechtsverteidiger Fabian Johnson stieß dynamisch nach vorne, während der Ex-Schalker Jermaine Jones in die Lücke hinter Ronaldo stieß und Johnson mit Pässen hinter die Abwehr bediente. Fast alle gefährlichen amerikanischen Angriffe liefen über die rechte Seite.

(Spielverlagerung-Mastermind TE in seinem Artikel für Welt Online)

Ronaldos Positionierung löste wieder einmal eine Kettenreaktion im eigenen Team aus. So musste der linke Achter, Raul Meireles, ständig auf der linken Seite verteidigen, Veloso und Moutinho mussten dementsprechend nachrücken.

Defensiv spielte Portugal ein 4-4-2.

Defensiv spielte Portugal ein 4-4-2.

Alles über rechts

Anfangs gelang diese Verschiebung so gut wie gar nicht – bzw. einfach viel zu spät. Erst im Laufe des Spiels wurde das portugiesische 4-4-2 gegen den Ball klarer.

Weil Postiga und Ronaldo jedoch keine ernstzunehmende Pressingversuche starteten, konnte die US-Doppelsechs nach Belieben schalten und walten – Beckerman waltete, Jones schaltete (sich mit nach vorne ein).

Zusammen mit Bedoya und Johnson erstellte er ständig Überzahl gegen Almeida und den bedauernswerten Meireles.

Johnson machte dabei viele, temporeiche und hinterlaufende Wege, Bedoya zog dafür ins Zentrum und suchte den Kontakt zum herumdriftenden Dempsey. Jones wechselte zwischen mehr oder weniger sinnvollen vertikalen Läufen und dem Absichern Johnsons.

Dass nahezu jede gefährliche Szene über die rechte Seite der USA entstand, war also wenig verwunderlich – insgesamt liefen 41 Prozent aller Angriffe über diesen Flügel.

So drehten die Amerikaner den frühen Rückstand durch Nani, der nach einem der zahlreichen harmlosen Flügelangriffe entstanden war.

Mit einer etwas besseren Chancenverwertung hätte die Überraschungsmannschaft der Gruppe G das Spiel schon früh entscheiden können, Bradley und Co. scheiterten nach Johnsons Hereingaben jedoch regelmäßig.

Portugal punktet dank Flügelfokus

In der Schlussphase griff Bento auf ein altbewährtes Mittel der Portugiesen zurück und stellte auf 4-2-4 um. Durch die starke Präsenz in vorderster Linie drängten die Südeuropäer den Gegner immer weiter zurück. Dabei fokussierte sich Portugal fast ausschließlich auf das Flügelspiel, das klar auf Flanken ausgerichtet war.

Mit klassischer Pärchenbildung und Einzelaktionen versuchten sie, auf dem Flügel möglichst weit in Richtung Grundlinie zu kommen, Halbfeldflanken scheuten sie jedoch auch nicht.

Klinsmann verpasste es, sein Team weiter vorzuschieben, Pressing und Konter fanden praktisch nicht mehr statt. Als Bento dann auch noch Alves in die Spitze beorderte, war der Last-Second-Treffer durch Varela nicht nur irgendwie absehbar, sondern ein Produkt der hohen Frequenz an Flanken kombiniert mit der Lufthoheit der Portugiesen.

Fazit

Portugal ist nach menschlichem Ermessen ausgeschieden – und das vollkommen zu Recht. Die Anbindung zwischen den Mannschaftsteilen war in keinem der beiden bisherigen Spiele wirklich gegeben. Ronaldos Rolle schadete dem Team viel mehr als sie ihm nutzte, das Zocken brachte kaum nennenswerte Konterszenen – und wenn, wurden sie durch Eigensinn oder technische Unzulänglichkeiten zunichte gemacht.

Die USA steht mit vier Punkten fast sicher im Achtelfinale. Gegen Deutschland werden die US-Boys ähnlich vorsichtig und passiv ins Spiel gehen wie gegen Portugal, um bloß nicht in Rückstand zu geraten.

Dem Team von Jürgen Klinsmann ist – vorausgesetzt sie scheiden am letzten Spieltag nicht doch noch aus – in der K.o.-Runde einiges zuzutrauen, zumal die möglichen Achtelfinalgegner bislang nicht wirklich überzeugten.

Izi 24. Juni 2014 um 21:08

Schon komisch, ich hatte wirklich gedacht, Portugal würde sich aktiv bemühen, gegen uns zu gewinnen, da sie unter Zugzwang waren… Gleichzeitig war es zum Haare Raufen, wie am Ende der Ball entweder am Kasten von Beto vorbeiging, dieser noch eine Hand an den Ball bekam, oder irgendwer noch ein Bein in den Weg stellen konnte. Vor der WM wäre ich über die 4 Punkte bisher glücklich gewesen, nach dem Spiel finde ich es einfach ärgerlich, dass es nicht zu mehr gereicht hat! 🙁

Klinsis Umstellungen im Vergleich zum ersten Spiel fand ich sehr passend gewählt, man hat schnell erkannt, dass die linke portugiesische Seite als Schwachstelle ausgemacht wurde. So wenig ich (und die SV-Autoren) von Jones halten, er hat sich oft gut in die defensiven und offensiven Halbräume bewegt.

Bradley auf der 10 scheint irgendwie nicht richtig zu funktionieren. Ich persönlich sehe ihn eher auf der 8 oder der Halbposition in der Raute. Es war schon auffällig, wie wenig wirkungsvoll er war, wenn er vorne blieb, und wie häufig er dann sogar hinter Beckerman (den ich ja schon seit Jahren toll finde) auftauchte… Wie seht ihr das?

Meine Wunschaufstellung gegen Deutschland: 4-3-1-2 mit
Howard – Beasley, Besler, Brooks, Johnson – Beckerman – Bradley, Zusi – Davis/Diskerud – Dempsey, Jóhansson
Mein Wunschergebnis (wenn auch total unrealistisch): 3:3 🙂

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Izi 24. Juni 2014 um 21:10

Deutschland kontert mit einem 4-1-4-1:
Neuer – Durm, Hummels, Mertesacker, Boateng – Lahm – Schürrle, Kroos, Götze, Özil – Müller
🙂

Antworten

air force 1 25. Juni 2014 um 01:50

@Izi

Ist dies die Wunschaufstellung der Amerikaner? Mustafi fehlt noch.
Sonst noch´n Wunsch?

Sorry, tiefes 4-2-3-1 wobei Schürrle und Poldi ( Draxler ) bei Ballverlust die Formation in ein 4-4-2 verwandeln. Poldi spielt mehr einen verkappten 2. LV um Johnson stets zu doppeln. Sollte er sich trotzdem einmal gegen die beiden durchsetzen dann klärt Hummels die Sache ganz souverän.
Man könnte sogar noch Kroos bei Ballverlust neben Schweinsteiger ziehen um im 4-5-1 mit zwei Megablöcken zu verteidigen.

Angriffsformation:

Neuer
Lahm – Boa- Hummels- Höwedes
Schweinsteiger – Khedira
Schürrle- Kroos – Poldi ( Draxler )
Müller / Klose

Sieht defensiv dann so aus:

Neuer
Lahm – Boa – Hummels – Höwedes ( Durm )

Schürrle – Kroos- Schweinsteiger – Khedira – Poldi ( Draxler )

Müller / Klose ( ab Minute 70 )

Jeder Ami der mit Ball zwischen die Blöcke gerät wird sofort von 2-3 Spielern attackiert und zum Ballverlust gezwungen. Die Blöcke halten etwa 15-20 Meter Abstand und freuen sich auf jeden der sich dort mit Ball am Fuss rein traut.
Diese Taktik ist sogar verfilmt worden ( Akira Kurusawa in “ Seven Samurai“ ).

Dort gibt es einen Block der nur die Aufgabe hat jeweils einen Reiter durch ihr Geflecht durchzulassen. Der zweite Block killt dann den Reiter der durch den ersten Block isoliert und von der Horde getrennt wurde. Einer nach dem Anderen wird so eliminiert. Nie darf der erste Block mehr als 1-2 Reiter durchlassen.
Simeone ist ein großer Anhänger dieser Taktik.

Bei Angriffen bauen wir ganz ganz ganz langsam auf bis das Pfeifkonzert im Stadion von Recife orkanartig wird ( wie die ersten Minuten gegen Ghana ). Die Meute wird toben.
Desto mehr die Brasilianer ( und Amerikaner ) pfeifen umso sicherer werden wir- eine innere Genugtuung.

NIE mit mehr als 3-4 Spielern die Mittellinie überschreiten. Weitschüsse auf das Tor der Amis sind gerne gesehen da die DFB Elf dann genügend Zeit hat sich wieder im 4-5-1 zu formieren. Bloss nicht auf das Tor zielen sonders stets weit darüber oder daneben. So erhält der Keeper NIE die Gelegenheit den Ball zu fangen, schnell abzuwerfen und einen Gegenangriff einzuleiten.
Im Übrigen eine Taktik die von MEX gegen BRA angewendet wurde.
Schnelle Kombinationen sind in jedem Fall zu vermeiden da viel zu kraft raubend.

Keine Sorge @Izi, Jogi Löw wird genau die Taktik wählen die den Amis exakt in die Karten spielt. Von Strategie hat der Bundesjogi genauso wenig Ahnung wie Guido Westerwelle.

Der Coach von MEX hat bereits die Brasilianer und Kroaten zur Verzweiflung getrieben- und dabei sieht der gar nicht so intelligent aus.
Pinto von Costa Rica hat bereits England, Italien und die Urus aufs Kreuz gelegt.
Beide Coaches haben mit ihren gut durchdachten Defensivtaktiken Erfolg.

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Izi 25. Juni 2014 um 14:53

Finde ich definitiv interessant! 🙂 Nein, die Aufstellungen sind beide unter folgenden Gesichtspunkten gewählt: 1. Aus jedem Spieler wird das Maximum herausgeholt. 2. Das Team ist durch die Wahl von Formation, Spielertyp und -rolle so am stärksten. Kann sein, dass ich mit dieser Einschätzung alleine auf weiter Flur stehe, aber ich hätte als jeweiliger Trainer diese Aufstellungen gewählt.

Zu der Samurai-Taktik: Gerade Mexiko und Costa Rica haben die angesprochene Taktik angewandt, wenn/weil sie gegen auf dem Papier stärkere Teams spielten. Beim Spiel U.S.A.-Deutschland sind die Deutschen wohl kaum der Außenseiter, hätten eine solche Vorgehensweise also nicht nötig… Eine ausgefeilte defensive strategische Grundausrichtung kann sehr effizient sein (insbesondere beim Militär), aber sollte man beim Fussball Effizienz über Attraktivität und Ästhetik stellen?

„Desto mehr die Brasilianer ( und Amerikaner ) pfeifen umso sicherer werden wir- eine innere Genugtuung.“ –> Ich denke, das trifft eher nicht auf die deutsche Mannschaft zu. Gerade, weil Löw immer so auf eine Wohlfühl-Atmosphäre bedacht ist, schienen mir die Nationalspieler bei Quali- oder Testspielen durch Pfeifkonzerte eher verunsichert als zufrieden…

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air force 1 25. Juni 2014 um 16:21

@Izi
Stimme mit Ihren Punkten vollkommen überein. Kompliment!

Laut US Medien sind die Amis sowieso die Besten und einer der WM Topfavoriten. Denke dass nach dem Turnier die 60- 100 Mio Angebote für Johnson, Jones oder Dempsey die Schlagzeilen beherrschen werden.

Man sollte also die Amerikaner mit ihrer spielerischen Qualität kommen lassen und dann in Halbzeit zwei eiskalt Auskontern- Energieeffizienz.
Körner sparen also für die Ko Runde- speziell bei diesem schwul warmen Klima in BRA.

Mit Schürrle, Müller und Poldi haben wir das geeignete Personal dafür.
Die Kontertaktik würde somit das Optimum aus diesen 3 Spielern herausholen. Für 15-20 Minuten ist auch noch Klose für diese Taktik zu verwenden. Reus ist ja leider nicht dabei.

Nach den Erfahrungen aus der Partie ITA- URU gestern muss ich die Spieltaktik jedoch noch einmal hinterfragen. Man muss mit einberechnen dass der Schiri ( aus nicht europäischen Erdteilen ) angehalten wird ( per „Blatter Entscheid“ ) allein schon wegen der Einschaltquoten der europäischen Defensivtaktik einen fetten Riegel vor zu schieben.

Frei nach dem Motto: “ Wenn ihr nicht vernünftig und unterhaltsam Fussball spielt, dann sorgt schon der Schiri für Partystimmung“.
Die Schiris agieren somit als die eigentlichen „special forces“.
Kleiner Filmtipp in diesem Zusammenhang: „Tropa de elite 1+2“- trifft die Sache ziemlich genau auf den Punkt.

Man stelle nur mal die im „NBA Werbe Modus“ kommentierenden US Reporter vor wie die ein 0-0 bis zur 85. Minute verkaufen würden. Gähn….Schnarch…
Da hätte die Hälfte der neu gewonnenen Fussball TV Enthusiasten längst umgeschaltet. Unzumutbar.

Ein frühes Tor ist wie der anfängliche Erfolg für einen Newcomer beim Roulette. Er ist dann voll bei der Sache und schöpft Mut…..
Wie lange hatte es gedauert bis Dempsey gegen Ghana getroffen hatte?

Antworten

tomci 26. Juni 2014 um 10:31

Unterhaltsam.. Nur (hoffentlich!) nichts davon wahr =) .. USA ist keine technisch anspruchsvolle Mannschaft (SPOILER Alert! !!), Deutschland wird keine Kontertaktik fahren und die Schiris sind von ganz allein so schlecht, keine Fifa-US-Media-Industrial-Complex-Conspiracy vonnöten… Ehrlich sorry fürs langeweilen aber es könnte Leute geben, die das sonst ernst nehmen was du so schreibst ;P
PS: NBA-Report hat schon was, aber gehen die US-Medien beim Fußball echt genauso ab? Kann ich mir irgendwie nicht mal bei nem Spiel mit Messi und Ronaldo-BEteiligung richtig vorstellen.. Wobei… =)

tomci 26. Juni 2014 um 10:39

„Mit 2 Megablöcken“.. Äh ja genau… Jogi würde glaube ich nie so einen klaren Defensivfokus gegen einen AUßenseiter bringen, erst recht nicht wenn das Spiel realtiv wenig Gefahr und Bedeutung birgt und somit die Möglichkeit bietet die Abläufe in unserem riskanten Offensivspiel einmal mehr einzustudieren.. Finde deine Beiträge ja immer unterhaltsam, aber wie schaffst du es immer wieder dich dazu zu motivieren, da du doch weißt wie weit du von der Realität on the ground bei Jogis 11 entfernt bist.. Respekt! =)

Antworten

tomci 26. Juni 2014 um 10:57

Ok, NBA-Report im „Soccer“.. Läuft das vll. wirklich ständig so (ein Brite) im US-Tv??!! ..Dann.. no comment: https://www.youtube.com/watch?v=gS6Np-g_h5w

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air force 1 26. Juni 2014 um 14:45

@Tomci

Cool. Danke für den Link. Aber please listen to this one here:
Ray Hundson

https://www.youtube.com/watch?v=o7zjhYKkOW0

Hat er auch schon eine 2014 Edition zum Thema aufgenommen?

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tomci 27. Juni 2014 um 12:24

=D Kein Plan, aber ich kann mir ja gut die Type hier als seinen Nachfolger bei EspnFC oder so vorstellen: https://www.youtube.com/watch?v=12SfLuU00KQ
Abgesehen von 5minütigen Sportsschau-Zusammenfassungen ohne Atem zu holen würde der dann auch am Ende des Spiels irgendeinen versagenden Abwehrspieler, beispielsweise DeMichelis, mit nem „Finish-Him!“ verabschieden können.. Would be different =)


air force 1 24. Juni 2014 um 17:10

@ThiloGraeber
Niveau war extrem schwach. POR und USA mit GROßEN Defensivschwächen.
@Pombo
Eder war ein Totalausfall- selbst die Rückpässe landeten noch beim Gegner. Offensichtlich hat Bento die Fähigkeiten von Eder falsch eingeschätzt.

Der Matchplan von Klinsi / Vogts ging bis zur letzten Minute voll auf. Man hatte analysiert dass POR nach den Ausfällen von Coentrao und Pepe genau dort seine Schwächen haben wird. Über die Coentrao Seite liefen dann mit Johnson die gefährlichsten Vorstöße der Amis- immer der selbe Spielzug und immer die selbe schwache Verteidigungsleistung bei POR.
Nein, es war nicht alleine das „Zocken“ von CR7, sondern zudem die Schnelligkeit von Johnson und das Fehlen von Coentrao die für „einen Tag der offenen Tür“ bei POR sorgten.

Aufgrund der geschwächten Defensivformation bei POR hatten Klinsi / Vogts die Order ausgegeben offensiver als gegen Ghana zu agieren. Man kann die Schwächen des Gegners eben nur dann ausnutzen wenn diese intensiv bespielt werden. Gesagt, getan.

Gegen Ghana und POR haben sich jedoch die großen technischen Schwächen der USA gezeigt. Werden sie mannorientiert unter Druck gesetzt dann können sie sich aufgrund ihrer fussballerischen Mängel kaum mehr befreien. Man versucht es dann noch mit einem langen Ball auf Dempsey und hofft auf den lieben Gott.

Grundsätzlich haben die Amis VERSUCHT eine 4-2-3-1 Formation auf den Rasen zu bringen. Tatsächlich aber wurden immer wieder Lücken offenbart die von POR nur teilweise ausgenutzt wurden ( Nani, CR7 ). Das Mittelfeld von POR gehört zu den Schwächsten dieser WM.

Wie werden die Amis gegen uns auftreten? Mit der typischen Mourinho Taktik werden sie versuchen ein schnelles Tor zu machen und sich nach etwa 10-15 Minuten wieder in ihr 5-4-1 zurückziehen um darauf zu warten dass die Deutschen konditionell nachlassen. Kontertaktik mit tiefer Staffelung.
Damit speziell die MF Spieler der DFB Elf müde werden muss man sie in häufige Zweikämpfe zwingen. Hat gestern MEX gegen Modric und Rakitic hervorragend gemacht.

Da Löw in seinem Offensivwahn wiederum mit seiner Brasilien Edition ( Lahm auf der 6. Özil, Götze ) sowie hoher Abwehrkette spielen wird ist es nur eine Frage der Zeit WANN Johnson auf der rechten Seite oder JJ über links in den freien Raum hinter der Kette geschickt werden.
Vielleicht setzt Löw ja sogar noch einen drauf und bringt Durm sowie Mustafi um über die Außenbahnen noch mehr Druck zu entwickeln. Mustafi macht den Rafinha und hinten klingelt es dann folgerichtig.

Auf die Pässe in die Spitze wartet dann wie gewohnt Dempsey. Spätestens ab Minute 70 wird Merte so müde sein dass Dempsey leichtes Spiel haben wird.

Welcher Spieler der USA würde es in die Anfangself unserer DFB Elf schaffen?
Genau, niemand.
Wer außer Dempsey und mit Abstrichen noch JJ ist in der Lage den Ball mal etwas länger zu halten.

Es geht für die USA also NUR über die Laufbereitschaft. Und wie Fuentes so schön sagt: die kommt nicht von Wasser und Brot alleine.

Schon erstaunlich was deutsche Expertise ( Brain Drain ) gepaart mit Vitaminen aus diesem allenfalls durchschnittlichen Potential der Amis herausholt.

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Izi 24. Juni 2014 um 20:57

Ich habe lange überlegt, ob ich überhaupt auf diesen Kommentar antworten soll, konnte es mir aber dann doch nicht verkneifen…

Die Mängel im Spiel der U.S.A. werden von Ihnen richtig angesprochen, allerdings doch auch etwas karikiert. Ebenso habe ich – was die taktische Einstellung betrifft – durchaus ein anderes Bild von der Mannschaft gewonnen. Das darf man aber gerne anders sehen! 🙂

Sehr schade finde ich, dass unserer Mannschaft gegenüber Dopingvorwürfe erhoben werden und die spielerischen Fähigkeiten lächerlich gemacht werden. Sicherlich befinden wir uns nicht auf dem spielerischen Niveau Deutschlands, aber sie stellen es dar, als wären wir San Marino! Immerhin hat der Fußball bei uns das Image des „Weichei“-Sports abgelegt und meiner Meinung nach muss sich die MLS zumindest vor der Ligue Un und der Eerendivisie nicht wirklich verstecken.

Ihre ersten vier Absätze finde ich gelungen. Schade, dass die übrigen Absätze auch auf dieser Seite gelandet sind.

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Pombo 25. Juni 2014 um 01:51

ich bin mit Dir soweit einverstanden. Die USA hat Portugals schwäche erkannt und auch ausgenützt. Aber das ist ja genau der Punkt, hat Bento dies nicht schon nach 16min erkannt? Er hätte da die Chance gehabt zu intervenieren, hat aber aus irgendwechlen Ideen MS für MS gewechselt. Rafa wäre durchaus auch eine gute variante gewesen. Oder eben Varela, der meines wissens nach definsiv doch besser arbeitet als Rafa zudem über weitaus grössere erfahrung hat. Somit hätte man später auch die möglichkeit gehabt einen R. Amorim ins Spiel zu bringen, der mir beim EL-Final sehr gut gefiel.
Warum nimmt Bento eigentlich drei Stürmer mit zur WM? Almeida und Postiga haben den Zenit erreicht und Eder hatte zumindest in den zwei Spielen die Qualität nicht für eine Mannschaft wie Portugal. Quaresma wäre durchaus eine gute Option gewesen, ein Spieler den man in jeder offensiven Position gut einsetzen kann. Er hatte eine super Rückrunde bei Porto und schoss 9 Tore, mehr als Eder, Nani und Vierinha zusammen in der ganzen Saison.

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air force 1 25. Juni 2014 um 02:49

POR war 2012 bei der EM auf dem Höhepunkt. Nachdem CR7 ins Rollen kam lief auch das Spiel bei den Portugiesen. Macht CR7 seine Riesenchance in Minute 87 gegen Spanien rein dann wäre dies bereits das Ende der spanischen Ära gewesen. POR wäre in dem Falle mit guten Chancen gegen ITA ins Finale eingezogen.
2004 hat Porto mit Mou die CL gewonnen- ist lange her. Kein portugiesisches Team spielt in der CL eine große Rolle.
Sollte POR mit Mou einmal einen großen Angriff auf einen internationalen Titel mit der N11 planen? Mou ist ein Quick Fix und weniger bekannt für einen langfristigen und nachhaltigen Aufbau.

Die Ronaldodependencie bei POR war einfach zu groß. Man hat dem Team einfach angemerkt dass alle wussten dass CR7 nicht bei 100 % war. Dies hat das Team belastet und letztendlich gehemmt.

Das Gerüst von Portugals N11 kommt von Real ( Pepe, Coentrao und CR7 ). Keiner kam in Topverfassung zur EM. Auch bei SPA waren die Real Spieler ( Iker, Ramos, Alonso ) nicht auf der Höhe ihrer Leistungsfähigkeit- von Khedira bei der DFB Elf mal ganz zu schweigen.
Der einzige Real Stammspieler der seine starke Form mit zur EM hinüber gerettet hat ist Benzema. Modric wurde gestern von Herrera und Vazquez aus dem Spiel genommen. Varane war hauptsächlich Ersatzspieler.

Quaresma ist ein interessanter Spieler. Amorim ist mir beim EL Finale nicht besonders aufgefallen- eher Raketic und der ewige Luisao.

Denke Bento hatte ein Team zur Verfügung welches nicht auf der Höhe seiner Leistungsfähigkeit war. Auch bei POR steht wohl ein Umbruch an.
Von Almeida und Postiga müssen wir nicht weiter reden. Nani ist Auswechselspieler bei Man U. Die Real Spieler hatten keine Form und so ist POR diesmal wohl in der Vorrunde der EM gescheitert.

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rafael 25. Juni 2014 um 03:04

bento hätte immer mit W.Carvalho anfangen müssen und ohne Veloso….Veloso hatte keine geschwindigkeit und sein stellungspiel lässt viel zuwünschen übrig. Erst lief es schief in der mitte dann auch als linkerverteidiger.Die frage ist warum wurde Antunes oder Eliseu nich mit genommen? R.Amorim für meireles wär mehr als angepasst. Moutinho ist im moment ausser form und ronaldo…verteidigt nich, so ist es schwer für die manschaft. USA gewinnt nich weil USA stark ist sondern weil portugal im moment kein mittelfeld besitzt, die seleção muss fast complett renoviert werden. Die frage ist was soll man mit ronaldo machen…422 spielen aber portugal hat keinen mittelstürmer um neben ronaldo zu spielen, vieleicht nelson oliveira oder bebe.

Noch ein problem waren die 10 muskelverletzungen der mannschaft, ich kann es nicht nach vollziehen. Die physischen aspekte der portugiesen waren mindestens fraglich.

Und ja ich denke das quaresma portugal nütztlich gewessen wäre, nur das problem ist wer quaresma da gewesen hätte erspielen müssen, aber für wen? Nani?hum…kompliziert meiner meinung nach.

Viel arbeit für Bento oder für seinen nachfolger bis 2016

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Pombo 24. Juni 2014 um 15:14

Was war wohl Bentos überlgung als Postiga ausfiel Eder ins Spiel zu bringen. In beiden spielen konnte er nicht überzeugen, weder schnelligkeit noch technik. bereits nach 16min konnte man gut erkennen dass die USA das zocken von Ronaldo sehr gut ausnützen konnte. Wäre es nicht besser gleich Varela ins Spiel zu bringen. So hätte man die linke seite besser abgesichert. Und Ronaldo könnte vonre als alleinige Spietze alle Freiheiten geniessen.

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Remiel 24. Juni 2014 um 16:24

naja, der schablonenhaft: MS fuer MS… wobei ich mich, seitdem der WM-Kader feststeht, frage: warum man nicht ein 4-3-3 ohne richtigen MS spielen laesst? CR7 in die Mitte und dann links Varela (oder Rafa)… einen soliden MS hat Portugal seit Pauleta nicht mehr und mich stoert ungemein, dass Bento nichts Neues probiert/getestet hat. Seit der EM 2012 hat sich die Mannschaft nicht weiterentwickelt, es ist die gleiche Besetzung und immer das Spiel auf Konter.
Ohne Coentrao ist die linke Seite hinter CR7 eine Einladung an den Gegner.

Ich gehe mal davon aus, dass „CR7 in die Mitte“ nicht in der WM-Vorbereitung getestet/trainiert wurde, und somit hier nicht gespielt wird…

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Pombo 25. Juni 2014 um 01:40

Portugal fehlt es definitiv an variabilität. Sie waren eigentlich schon an der EM12 ziemlich berechbar. Für mich konnte sich Portugal in den letzten zwei Jahren nicht mehr weiterentwichlen. Es fehlt an Ideen.

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Thilo Graeber 24. Juni 2014 um 13:25

Auch wenn das jetzt kein Kommentar ist der sich mit der Taktik befasst, aber ich fand beide Mannschaften schwach. Portugal sah in der 2. HZ aus wie nach 120 Minuten und die USA hatte soviele Schwächen in der Defensive sowie generell mit der Ballbehandlung, da reicht es auch nicht dass Dempsey und Jones etwas besser mit dem Ball sind. Nur rennen und Vollgas kann meiner Ansicht nach nicht gegen Deutschland reichen und auch gegen bessere Mannschaften nicht. Ich gehe von einer Niederlage der Portugiesen und der USA aus. Deutschland und Ghana kommen weiter und werden auch das Achtelfinale überstehen.

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Josef 24. Juni 2014 um 13:01

Fürs Weiterkommen zählt bei Punktgleichheit zunächst das Torverhältnis. Also genau wie Michael sagt: USA verlieren 0-1 und Ghana gewinnt 2-1, dann ist Ghana im Achtelfinale.
Der direkte Vergleich greift nur bei Punkt- und Torgleichheit, also im obigen Beispiel bei 1-0 Sieg Ghana.

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Josef 24. Juni 2014 um 13:02

Sorry, in der Zeile verrutscht. Sollte ein Antwort auf 1.1 sein.

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cliff barnes 24. Juni 2014 um 10:10

USA-Formation sah aus wie ein 4-5-1, aber 4-[Raute+1]-1.

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Isco 24. Juni 2014 um 08:36

Wenn sich das 4-4-2 erst später herauskristallisierte, dann war es doch Eder vorne anstatt Postiga?

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mh 24. Juni 2014 um 00:07

Klar kann man Ronaldo krotisieren, dass er defensiv so wenig arbeitet und so Lücken auf der linken Seite zulässt. Allerdings ist mir auch ein Rätsel, wieso Pprtigal nicht 4-4-2 spielt und einen weiteren Mittelfeldspieler als Absicherung bringt (ähnlich Real vs Bayern). Dann könnte man seine Stärken nurzen, ohne das Risiko so hoch zu halten – zumal er eh zur Mitte zieht und Portugal keinen Neuner imternationaler Klasse hat, da würden Romaldo/Nani reichen.
Umgekehrt hat Johnson den Platz gut genutzt, schon zum zweiten Mal mach Ghana. Das wird auch für Deutschland spannend. Vermutlich werden die USA wieder die rechte Seite überladen wollen. Nur wenn Götze (oder Podolski) sowie Kroos hier Höwedes diesmal besser unterstützen, wird das gutgehen…

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Michael 23. Juni 2014 um 23:57

Die USA als fast sicher im Achtelfinale zu bezeichnen ist ein Irrtum, den Klinsmann sicher nicht begehen wird: Ein 0:1 gegen Deutschland und gleichzeitig ein 2:1 von Ghana gegen Portugal (oder ein höherer Sieg) und die USA sind draußen….kein besonders unrealistisches Szenario…

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Acias 24. Juni 2014 um 12:51

Ghana kann durch den direkten Vergleich nicht mehr an den USA vorbeiziehen, nur Portugal bei zusätzlich 5 Toren aufzuholender Differenz.

Wenn in Brasilia am Donnerstag also nichts Außergewöhnliches passiert (beide Seiten brauchen wohl einen Kantersieg), gehts bei USA-GER wohl wirklich „nur“ darum Belgien und vermutlich darauf folgenden Gegnern wie Argentinien oder den Niederlanden auszuweichen.
Die Amerikaner können also relativ unbefreit aufspielen, ich erwarte daher einen druckvollen Beginn mit hohem Pressing ähnlich wie der der Ghanaer. Und je länger nichts passiert, halt immer tiefer, passiver, raumverengender.
Vermute auch, dass das Spiel der USA sich i.A. wieder näher an ihrem Spiel gegen Ghana orientieren wird, hier wurden ja ziemlich eindeutig Portugals durch Ronaldo entstehende strukturelle Schwächen bespielt.
Und sollte es ab der 65. Unentschieden stehen oder Deutschland knapp führen, werden sich beide Seiten mit dem Ergebnis weitgehend zufriedengeben.

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Pommesdieb 24. Juni 2014 um 13:24

Den direkten Vergleich mögen die USA gegen Ghana gewonnen haben. Aber dieses Kriterium käme nur bei gleicher Tordifferenz und bei gleich viel geschossenen Toren zum Tragen. Somit wäre bei dem von „Michael“ skizzierten Szenario tatsächlich Ghana und nicht USA im AF.

Für die ganzen Rechenspielereien kann man festhalten: Wenn Ghana gewinnt und zwei Tore mehr schießt als die USA bei einer Niederlage gegen DEU, dann ist Ghana weiter.

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nougat 24. Juni 2014 um 15:35

„Für die ganzen Rechenspielereien kann man festhalten: Wenn Ghana gewinnt und zwei Tore mehr schießt als die USA bei einer Niederlage gegen DEU, dann ist Ghana weiter.“

und wenn deutschland 0:1 verliert und ghana den portugiesen 4 stück einschenkt, dann darf auch deutschland die heimreise antreten.

weil das so eng für die amis ist, kann man davon ausgehen, dass klinsi defensiv mit starkem mittelfeldpressing agieren wird und auf konter setzt.

ein echtes endspiel für alle beteiligten bis auf portugal, insofern kann deutschland über ein weiterkommen froh sein – egal wie.

Antworten

mentaloman 24. Juni 2014 um 16:16

*ein echtes endspiel für alle beteiligten bis auf portugal*

Sind wir denn schon soweit, dass wir dem FIFA-Weltranglisten 4. , noch nicht mal die theoretisch Chance einräumen, dass er den Weltranglisten 37. mit 3:0 besiegt und damit in die nächste Runde einzieht..?? (natürlich den Sieg Deutschlands mit 2 Toren Unterschied mit eingerechnet) ..

Aber auf der anderen Seite wird ein 4:0 Ghanas gegen Portugal angemahnt und als realistisch eingestuft…

Antworten

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