Samstag, 25.10.2014

VfB Stuttgart – FC Schalke 04 3:1

Im Spiel der Stuttgarter gegen Schalke 04 kam es zum Duell der Verfolger der Verfolgergruppe.

Schalkes versuchte Fluidität

Die Königsblauen begannen mit einem 4-4-2, in dem Klaas-Jan Huntelaar und Ciprian Marica das Sturmduo bildeten. Dieser Formationswechsel war insofern interessant, als er gewisse neue Komponenten in das Schalker Spiel brachte beziehungsweise andere Aspekte etwas veränderte. Ein Beispiel ist die Bewegung Huntelaars, welche von mir in einem Artikel kritisch beäugt wurde.

Grundformationen zu Spielbeginn

Bei ihm ist es die große Frage, ob sein Verlassen der Sturmposition der Mannschaft hilft – auch deswegen, ob sein Mehrwert im Aufbau- und Offensivspiel eine Schwächung seiner Präsenz im Strafraum rechtfertigt.  Mit dem 4-4-2 stellte sich die Frage nicht wirklich, denn nun waren die Bewegungen Huntelaars keine Frage, ob mit Stürmer oder ohne, sondern nur mit welchem. Entweder Marica besetzte das Sturmzentrum oder Huntelaar tat es, gleichzeitig hatten sie mit Lewis Holtby und Julian Draxler eine passende Unterstützung.

Diese beiden bewegten sich sehr viel in der Horizontale und versuchten Räume zu füllen oder verwaiste Räume anzuvisieren. Mit diesen vielfältigen Bewegungen sowie dem regelmäßigen Aufrücken von Jermaine Jones entstand eine hohe Fluidität im letzten Spielfelddrittel, die für einige gute Kombinationen und passable Gegenpressingansätze sorgte.

Auffällig war dabei auch, dass den Schalkern auf dem rechten Flügel ein Akteur fehlte, da sich sowohl Holtby als auch Draxler sehr viel halblinks bewegten. Huub Stevens wollte wohl Huntelaars Bewegungen dazu nutzen, diese Räume situativ im letzten Spielfelddrittel mit Holtby oder Huntelaar zu besetzen, im Angriffsverlauf sollte dann der Japaner Atsuto Uchida gefährlich in die verwaisten Räume kommen können.

Ähnliches gab es in weniger extremer Form auf der linken Seite, wo Christian Fuchs enorm weit nach vorne schob und seine Rolle als Außenverteidiger offensiv interpretierte. Damit sollte Draxlers Torgefahr besser kommen, der in Ballbesitz hinterlaufen werden sollte. Kamen Angriffe über halbrechts oder rechts, war es wiederum Fuchs, der die Rolle Uchidas – dem Attackieren freier Räume auf der spielfernen Seite – übernahm. Durch diese Spielweise entstand auch im Pressing eine interessante Formation.

Die Schalker hatten immer wieder sehr unorthodoxe Ansätze, wo Lewis Holtby weit in die Mitte verschob, man aus einem 4-4-2 ein 4-1-3-2 machte oder gar mit einem asymmetrischen 4-3-3 presste. In gewisser Weise war das sowohl ein Problem als auch effektiv. Die Stuttgarter waren über längere Phasen unterlegen in puncto Ball- und Raumkontrolle, desweiteren hatten sie relativ wenige Angriffe aus dem Positionsspiel heraus. Allerdings lag ihr Fokus, spätestens nach dem frühen 1:0 und später dem 2:1, ohnehin auf möglichst schnellen vertikalen Angriffen in die Spitze.

Sobald sich Räume in der Schalker Anordnung öffneten, wurden diese von Stuttgart auch mit hohem Risiko auf Ballverlust bespielt und der Ball sollte nach vorne kommen. Ohnehin waren die Stuttgarter Offensivbewegungen aus ihrer kontrollierten  Defensive heraus interessant.

Die Rollen von Holzhauser und Gentner

Raphael Holzhauser und Christian Gentner bildeten einmal mehr die Doppelacht bei den Schwaben und hatten komplexe Aufgaben in Offensive und Defensive. Besonders Holzhauser war viel unterwegs, wich immer auf die Flügel und ging dort in die offenen Räume, die von Traore oder auch Harnik verlassen wurden. Sowohl Traore als auch Harnik waren viel unterwegs, bildeten in der Defensive eine Wechselformation aus 4-3-3 und 4-1-4-1 und mussten mit den gefährlichen gegnerischen Außenverteidigern mitlaufen. Die beiden waren auch – untypisch für so gut wie jede Mannschaft – die laufstärksten Akteure in ihrem Team, weil sie offensiv wie defensiv weite Wege gingen und dadurch die gegnerischen Außenverteidiger hervorragend beschäftigten.

Holzhauser hatte eine gewisse Freirolle, denn er schob aus der 4-1-4-1-Formation im Defensivspiel immer wieder nach vorne, agierte teilweise als zweiter Stürmer und hatte somit im letzten Spielfelddrittel eine gewisse Omnipräsenz, welche Zdravko Kuzmanovic im Defensivspiel zwischen den Linien haben sollte. Der Serbe war als tiefliegender Spielgestalter und Abräumer vor der Abwehr aufgestellt, wobei er hierbei von Gentner unterstützt wurde.

Letzterer überließ die offensiven Aufgaben zumeist Holzhauser und diente als Stabilisator, wodurch er gelegentlich eine Art Doppelsechs mit Kuzmanovic bildete, um Holzhauser Vorstöße abzusichern.

„intelligent spielen!“ – Bruno Labbadia

Laut Kommentator war dies das Motto Labbadias für diese Partie. Damit war wohl gemeint: Chancen nutzen, keine unnötigen Wege am Ende dieser englischen Woche gehen und sich auf keinen offenen Schlagabtausch einlassen. In puncto Effektivität der Chancenauswahl und –verwertung konnte dies beobachtet werden; durch ihre Spielweise hatten die Stuttgarter zwar den einen oder anderen Abschluss weniger, wurden aber alles in allem gefährlicher.

Holzhausers offensive Rolle. Er ging in jene offenen Räume, die ihm Boka mit seiner oft tieferen Stellung und Traore mit seinen Läufen öffnete. Er hatte die meisten Flanken seiner Mannschaft und die zweitmeisten (hinter Fuchs) von allen Spielern auf dem Feld

Die größeren Chancen, die sich erspielten, nutzten sie letztlich auch. Aber zumindest läuferisch konnten kaum Defizite nach dem Spiel in der Europaleague unter der Woche festgestellt werden. Bereits zur Halbzeit war man im Kollektiv über 60 Kilometer gelaufen und lag somit klar über den üblichen 54-58km.

Zur 70. Minute – wo Rüdiger für Holzhauser nach der roten Karte Sakais kam – waren die Stuttgarter bereits 90 Kilometer gelaufen und auch fast drei ganze Kilometer mehr als der Gegner. Nach dem Platzverweis stellten die Stuttgarter schließlich auf ein 4-4-1 um, in welchem Rüdiger sich als defensiver rechter Außenverteidiger positionierte.

Man stand tief und ließ die Abwehrkette nicht auf die Außen, sondern die Außenstürmer gingen aus der engen Anordnung immer wieder schnell auf die Seiten. Stevens hatte reagiert, indem er Uchida auswechselte und Tranquillo Barnetta brachte. Schalke wollte die Überzahl nutzen, einen Defensivakteur opfern und eventuell noch einen Punkt gegen die führenden, aber hoffentlich müder werdende Stuttgarter erreichen. Problem war dabei, dass nur drei Minuten später Jermaine Jones ebenfalls eine rote Karte erhielt und dadurch eine Pattstellung entstand.

Schalke stellte nicht um, ließ den extrem offensiven Barnetta als Rechtsverteidiger spielen und Holtby sollte sich verstärkt um die Defensivarbeit in den zentralen Räumen kümmern. De facto aber entstand eine interessante 4-1-2-2-Formation; Roman Neustädter diente dabei als Absicherung und Taktgeber im Offensivspiel, doch Schalke war nicht nur mit ihren Offensivspielern sehr aggressiv. Sogar Höwedes ging mit nach vorne, suchte Räume, was schließlich zu einer taktisch interessanten Schlussphase führte.

Nachdem Schalke mit sieben Mann angriff, fehlte aber beiden Mannschaften die Balance. Stuttgart stand tief, suchte Konter und hatte weite Räume, die sie aber kaum bespielen konnte. Bei Schalke war es umgekehrt, denn sie hatten kaum Räume, standen aber hoch und hatten die nötigen Verbindungen in der Offensive zueinander. Letztlich war es eine Schlussphase geprägt von einigen Fehlpässen, Missverständnissen und Halbchancen, zumindest auf Schalker Seite.

Fazit

Falls es sowas wie psychologisch wichtige und passende Treffer gibt: Stuttgart erzielte sie. Zu Spielbeginn traf man, in der starken Schalker Phase kurz vor der Halbzeit erzielte man die neuerliche Führung und nach gut einer Stunde setzte es mit einem Konter den entscheidenden dritten Treffer, der auch den Schlusspunkt markierte. Schalke zeigte sich in einigen Aspekten verbessert, ihnen fehlte aber der letzte Schuss Präzision und Kreativität im letzten Spielfelddrittel. Die „erschöpften“ Stuttgarter kamen letztlich trotz 20 Minuten in Unterzahl auf starke 120km und können sich den Sieg auch auf ihre kämpferische Leistung zurückführen.

SEr 10. Dezember 2012 um 10:14

Danke für die Spielanalyse. Was ich interessant fand/finde, ist die Spieleröffnung von Schalke. habe ich jetzt schon bei dem ein oder anderen Team ebenso gesehen. Die IV`s machen sich breit und die AV stehen hoch. Eine 6 läßt sich im Zentrum hinter die IV`s fallen und eröffnet das Spiel. Dadurch erzielt man eine Überzahlsituation auf den Flügeln und Spieler wie Holtby und Draxler können sich durch fluide Bewegungen zwischen den Verteidigungslinien Auf den Halbpositionen anbieten. Nachteil ist das nach Ballverlusten ein sehr breites Feld herrscht und in der Regel ein IV fehlt (welcher sich Ballnah auf dem Flügel eingeschaltet hat). Siehe 1. und 3. Tor von Stuttgart.
Sicher eine interessante Variante, aber es erfordert eine sichere Spieleröffnung und ein sofortiges gutes Gegenpressing bei Ballverlusten, ansonsten ist man sehr anfällig für Konter….

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Rudi Ratlos 9. Dezember 2012 um 22:27

Hallo RM und BenHasna, danke für das Feedback
soweit ich mich ans Spiel erinnere scheint das genau so gewesen zu sein. Der VfB war nach dem 1:1 bis ca. 5 min. vor dem 2:1 mächtig unter Druck. Im offensiven Mittelfeld war immer ein Schalker frei, meistens verursacht durch eine Bewegung zwischen den Linien von Holtby. Kurz vor der erneuten Führung änderte sich dies deutlich, so dass Stuttgart sich befreien konnte. Dies führte dann auch sofort zum Tor. Offensichtlich ist es da gelungen durch die defensivere Position von Gentner die Lücken zu stopfen. Das umgehende Tor war dann aber doch etwas Glück.
Gruß
Rudi Ratlos

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Rudi Ratlos 8. Dezember 2012 um 20:28

Was war eigentlich die frühe taktische Umstellung, welche Labbadia in der PK nach dem Spiel erwähnte?

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RM 8. Dezember 2012 um 20:31

Womöglich das Gegentor und eine tiefere, offensiv konservative Ausrichtung? Eine Anpassung in der Aufgabenverteilung an die wohl unerwartete Ausrichtung des Gegners?

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BenHasna 9. Dezember 2012 um 13:39

Hab nur auf einem schlechten Stream gekuckt, aber jo, das da etwa so gesehen.

Das anfängliche 4-1-4-1 Stuttgarts wurde mit der Zeit eher zum 4-2-3-1. Gentner spielte deutlich tiefer, halbrechts, Kuzmanovic etwa auf der gleichen Höhe halblinks anstatt als alleiniger 6er im Zentrum. Holzhauser eher als 10er. Die Flügel dazu vielleicht eher etwas enger.

Stuttgart war so etwas kompakter gegen den Ball, lief v.a. Schalkes Aufbau aus einem kompakteren Zentrum heraus an und zwang Schalke vermehrt dazu, die Seitenbahnen zu bespielen. Anfangs hatte Schalke ziemlich leichten Zugriff auf die Halbräume, vor der Stuttgarter Abwehr sowieso, aber schon im Aufbau konnten alle vier Verteidiger ihre Kollegen in der Raute relativ problemlos bedienen, weil bei Stuttgart die Verbindungen nicht so passten. Müsste es nochmals sehen, aber hatte auch das Gefühl, dass die Stuttgarter Flügel den Schalker Aufbau anfangs eher ins Zentrum lenkten, was sicher nicht hilfreich war angesichts Schalkes zentrumlastiger Aufstellung. Später versperrten sie diese Wege besser, liefen eben auch eher von innen nach aussen an.

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RM 9. Dezember 2012 um 13:44

Also folgender Aspekt?:
“Holzhauser hatte eine gewisse Freirolle, denn er schob aus der 4-1-4-1-Formation im Defensivspiel immer wieder nach vorne, agierte teilweise als zweiter Stürmer und hatte somit im letzten Spielfelddrittel eine gewisse Omnipräsenz, welche Zdravko Kuzmanovic im Defensivspiel zwischen den Linien haben sollte. Der Serbe war als tiefliegender Spielgestalter und Abräumer vor der Abwehr aufgestellt, wobei er hierbei von Gentner unterstützt wurde.

Letzterer überließ die offensiven Aufgaben zumeist Holzhauser und diente als Stabilisator, wodurch er gelegentlich eine Art Doppelsechs mit Kuzmanovic bildete, um Holzhauser Vorstöße abzusichern.”

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Taisumi 8. Dezember 2012 um 19:14

Hey, ihr! Ich als inzwischen ziemlich ratlos werdender S04-Fan frage mich langsam was genau seit dem Heimspiel gegen den Glubb falsch läuft auf Schalke. Die letzten 7 BL Spiele und nur 5 Pkt. , da läuft etwas verkehrt und zwar massiv. Der Sieg gegen Werder war doch nur Ergebniskosmetik. Vielleicht gibts ja ein “Kurz Ausgeführt” zum momentanen Abwärtstrend.

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RM 8. Dezember 2012 um 19:32

Hmm. Crs, hättest du Ideen? ;-)

Mangelnde Verbindungen im letzten Spielfelddrittel, gelegentlich unpassende Rollenverteilungen und Stafellungen, außerdem gute Anpassung der Gegner + etwas Pech; um es kurz zu sagen. Auch individuelle Formschwächen, bspw. empfand ich Holtby zu Saisonbeginn etwas stärker, kommen dazu. Mal als kurze Punkte ohne ausführliche Erklärung.

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MR 8. Dezember 2012 um 19:57

Denke, da könnte es evtl einen kurzen Artikel zu geben. Angedachter Titel: “Die Schalker Spielplanskrise”

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Taisumi 8. Dezember 2012 um 20:10

Klasse! Würde mich freuen über einen solchen Text.

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Felix 8. Dezember 2012 um 20:30

Ich glaube es liegt nicht nur am Spielplan. Für gibt es auch klare taktische Probleme, beispielweise die Rolle von Jones, bzw das Jones die Rolle spielt, die er aktuell spielt. Und vorallem mental dürfte einiges nicht stimmen. Da geht ihr als Taktikexperten wohl weniger drauf ein, aber wenn man sich die Ursachen der meisten Gegentreffer ansieht, dann ergibt ein Muster: Völlig unnötiger Ballverlust, teilweise ohne erkennbaren Grund.

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BenHasna 9. Dezember 2012 um 12:56

Ich finde die Schwierigkeiten im kollektiven bzw. taktischen Bereich ziehen sich bei Schalke fast durch die ganze Saison. Anfangs gabs ein paar Elemente im eigenen Spiel, die besser funktionierten, dazu paar passendere Gegner und teils half das Glück etwas mit. Diese Dinge fehlten zuletzt und deshalb sind die Ergebnisse negativer ausgefallen als vielleicht hätte sein müssen, waren aber eben anfangs auch zu positiv gewesen.

Die zweite Halbzeit in Düsseldorf beispielsweise wurde taktisch schlecht gelöst. Die luftige, linksseitige Raute oder wie man das System bezeichnen mag, funktionierte ganz gut in der ersten Halbzeit, hätte aber danach gegen aggressivere, auf den Seiten viel offensivere Düsseldorfer auf jeden Fall angepasst werden müssen. Tuchel z.b. hätte da ohne Zweifel auf 4-1-4-1 umgestellt. Schalke tat nichts und danach wurden die Spieler an den Pranger gestellt, angeblich die zweite Halbzeit auf die leichte Schulter genommen zu haben, bzw. die Spieler glaubten das wohl selbst. Das hilft dann auch dem Selbstvertrauen, der Stimmung nicht.

Gegen Augsburg und Fürth gewann Schalke dank individueller Klasse, Standards, Konter eh verdient und mehr oder weniger souverän, aber die beiden Teams hätten so viel mehr angeboten noch zu jener Phase der Saison (Zentrum war bei beiden offen, bzw. nicht kompakt). Die hätte man aus dem Stadion schiessen können. Aber selbst klare Problemzonen der Gegner wurden da im Kollektiv nicht wirklich gut bespielt. (Holtby z.b. aber vermochte zu glänzen in jenen Spielen.) Auch gegen Wolfsburg z.b. bespielte man die hohe Abseitslinie der Wolfsburger viel weniger gut als letzten Februar. Gegen Mainz hatte man null Zugriff auf die Raute, aber dank Standards, Kontern und Mainz’ Harmlosigkeit beim (zweit-)letzten Pass doch ganz gut ausgesehen letztlich.

Auch defensiv wars im Kollektiv anfangs schon nicht immer restlos überzeugend. Da wurden im Ansatz den Gegnern schon viele Konterräume geboten, allerdings wurde es dann nicht allzu oft gefährlich, weil bei den Gegnern die Klasse fehlte und v.a. weil Papadopoulos, Matip und Neustädter individuell wahnsinnig stark waren anfangs.

Zuletzt gings halt vermehrt gegen Teams, die nicht so viel anboten und mehr Klasse (im Konter) mitbrachten. Schalke fand kaum je Lösungen im Kollektiv, die es aber wirklich gebraucht hätte jetzt, da einzelne Dinge, wie Holtbys Leistungen in den grossen Räumen im Zentrum in einigen der ersten Spiele, nicht mehr möglich waren.

Ich glaube schon, dass man Stevens’ Arbeit in dieser Hinrunde ziemlich kritisch sehen muss. Dass die Resultate fast gänzlich ausblieben zuletzt, hatte sicher auch mit Pech im Abschluss zu tun. Die eigene Chancenverwertung lag deutlich unter der Norm – die Chancenauswertung der Gegner einiges darüber. Diese Dinge sind in der kurzen Frist stark zufallsabhängig und werden sich normalisieren, aber jo, da war vieles taktisch zu wenig ausgefeilt. Könnte mir auch vorstellen, dass er die Leistungen und Resultate im ersten Saisonviertel etwas überschätzte, den Fussball des Teams zu wenig weiterentwickelte, bzw. mit taktischen Fehlern (wie z.b. gegen Düsseldorf) einiges kaputt machte.

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Taisumi 17. Dezember 2012 um 18:10

Wow, sehr ausführlich was du da schreibst. Je öfter ich das lese, umso mehr kann ich nachvollziehen, was mit S04 momentan los ist. An das Spiel gegen Mainz z.B: kann ich mich genau erinnern. Das war wirklich kein gutes Spiel von S04. Besonders die mangelnden (taktische) Variationen in der Schwächephase wurden Stevens ja vorgeworfen. Wie sieht die Spielverlagerung, das denn? Wie wird der Trainerwechsel beurteilt und gibt es vllt. einen Bericht zur momentanen “Schalker-Krise”?

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crs 8. Dezember 2012 um 19:08

Der Sechser gehörte übrigens nicht in meine Aufzählung. -_-’

Hohe Positionierung, unvorteilhafte Staffelung und das Beschneiden des bespielbaren Raums (rechter Flügel) war mMn der Grund dafür.
Dadurch wirkte es manchmal, als ob der Strafraum geflutet werden sollte um mit der reinen Spieleranzahl Torszenen generieren zu können. Vor allem bei Fuchs-Flanken.

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crs 8. Dezember 2012 um 18:04

Schalke hat mit einer klaren Raute gespielt, aus der Draxler bei Ballbesitz lediglich sehr früh in den hohen Bereich ausgebrochen ist.
Die rechte Seite war in der Offensive meist unbesetzt, da Uchida ziemlich große Probleme mit Traore an sich hatte sowie den überladenden Bewegungen von Holzhauser/Boka.

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RM 8. Dezember 2012 um 18:19

Ich hatte mit dem Gedanken gespielt, das als Raute zu bezeichnen, aber diese Bewegungen von Draxler waren mir dann zu abstrus, fandest du nicht?
Auch Jones’ Laufwege waren mir zu zentrumsorientiert, um das als Raute von der Rollenverteilung her zu sehen.
Von der positionellen Verteilung dürftest du aber wohl Recht haben.

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crs 8. Dezember 2012 um 18:33

Ein Vorzeigemodell der Raute war das wahrlich nicht.

Draxler war auch Defensiv öfters von der “Norm” weg, war evtl. von den taktischen Aufgaben ein wenig überfodert.

Das mit Jones ist mir jetzt nicht so aufgefallen, aber die vorderen 5 der Schalker (Secher,Achter,Zehner,Stürmer) waren ja generell sehr zum Zentrum orientiert und teils auch sehr hoch.

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RM 8. Dezember 2012 um 18:35

Von der Positionsverteilung dürftest du Recht haben – wo auf dem Platz sie nominell standen (habe auch die erste Grafik klarer gemacht) – aber von der Rollenverteilung war das wahrlich abstrus. Draxlers frühes, hohes und seitliches Ausbrechen, Holtbys weiterhin stark raumfüllende Rolle, Jones tororientiertes Aufrücken und Huntelaars Bewegung … merkwürdig einfach. Denkst du, das war mit ein Grund für die mangelnde Präzision in den finalen Aktionen?

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