Hamburger SV – FC Schalke 04 3:1

Mit Raute zum verdienten Erfolg: Hamburg im neuen System klar besser, Schalke mit und ohne Ball zu eindimensional.

Grundformationen

Grundformationen

Der HSV, ohne die verletzten Van der Vaart und Son, liefen in einem 4-3-1-2 oder 4-3-1-1-1 auf. Die Innenverteidiger Westermann und Mancienne wurden von den sehr offensiven Außenverteidigern Diekmeier und Jansen flankiert.

Im Mittelfeld setzte Fink auf passstarke Spieler. Milan Badelj agierte als tiefliegender Sechser und ließ sich bei Ballbesitz seitlich oder zu den Innenverteidigern fallen. Auf den Halbpositionen spielten Per Skjelbred und Dennis Aogo hinter dem Zehner Tolgay Arslan.

Im Sturm liefen Rudnevs und Beister auf. Während Rudnevs seine Physis im Zentrum einbringen sollte, wich Beister immer wieder auf die Flügel aus.

Bei Schalke bekamen Holtby und Draxler eine Pause und wurden erst später eingewechselt. In ihrer Abwesenheit spielten die Königsblauen ein 4-2-3-1, in dem Pukki hinter Huntelaar aber eher als hängende Spitze agierte.

Für Draxler bekam Chinedu Obasi die Chance, auf der linken Offensivseite Eigenwerbung zu betreiben, ebenso wie Papadopoulos, der für Matip in die Innenverteidigung rückte. Auf den anderen Positionen kamen die derzeitigen Stammspieler zum Einsatz.

Badelj in der situativen Dreierkette: Der Start der Hamburger Angriffe

Im Spielaufbau ein 3-4-3. HSV findet Raum zwischen den Linien und dominiert das Spielgeschehen.

In der ersten Halbzeit hatte der HSV etwas mehr als 60% Ballbesitz und dominierte klar.

Schalke presste wie gewohnt im 4-4-2, gegen das die Hamburger sehr passende Mittel fanden.

Badelj war hier der Schlüsselspieler: Der Neuzugang bildete in Ballbesitz zusammen mit Westermann und Mancienne eine Dreierkette, mit der sie Schalkes erste Linie einfach umspielen konnten.

Mal ließ sich Badelj zwischen die Innenverteidiger fallen, mal agierte er links oder rechts versetzt.

Der öffnende Pass ins zweite Drittel kam in der Regel von ihm. Hier kann man Schalke den Vorwurf machen, dass Huntelaar und Pukki das Spiel nicht konsequenter auf Westermann lenkte, der der schwächste der drei im Aufbauspiel ist.

Schematische Probleme der Schalker 4-4-2-Ordnung: Farfan und Obasi in einem Dilemma

Schalkes Hauptproblem lag jedoch im Mittelfeld: Skjelbred und Aogo positionierten sich gut in den Halbräumen zwischen den Schalker Sechsern und Außenspielern. Jansen und Diekmeier preschten mit Tempo vor, sodass Farfan und Obasi immer wieder vor Probleme gestellt wurden: Sollten sie einrücken und den gegnerischen Außenverteidigern so Raum gewähren oder ihnen mit dem Risiko folgen, dass in der Mitte eine Unterzahl entsteht?

Farfan und Obasi entschieden sich nicht immer für die gleiche Möglichkeit, sondern variierten diese. Hamburg behielt jedoch stets den Überblick und traf die richtigen Entscheidungen. Rückten Farfan und Obasi in die Mitte, bediente der HSV Diekmeier oder Jansen, die dann mit hohem Tempo auf die Schalker Außenverteidiger zulaufen konnten.

Dies ist ohne helfenden Sechser oder Vordermann naturgemäß schwierig zu verteidigen, sodass folgerichtig einige vielversprechende Szenen über die Hamburger Außenverteidiger zustande kamen. Den Hereingaben fehlte es teilweise an Präzision, bei den gelungenen Versuchen blieb der Abschluss schwach.

Entschieden sich Farfan/Obasi dazu, Diekmeier/Jansen zu verfolgen, konnte die situative Dreierkette der Hamburger leicht auf die etwas weiter nach außen rückenden Halbspieler Skjelbred und Aogo spielen. Diese hatten dann viel Zeit um sich zu drehen, zu schauen und gute Pässe in die Schnittstellen zu spielen.

Sie nutzten dabei den Übergabemoment zwischen Uchida und Farfan bzw. Fuchs und Obasi, um die Bälle auf Jansen oder Diekmeier durchzustecken. Wichtig waren hier die Rollen von Arslan und Beister, die mit ihren Bewegungen zwischen Sturmzentrum, Flügeln und Zehnerraum dafür sorgten, dass Jones und Neustädter tief bleiben mussten und somit kein Druck auf Skjelbred und Aogo entstehen konnte.

Keine Schalker Reaktion auf die offensichtlichen Probleme

Die Probleme der Schalker 4-4-2-Defensivordnung gegen das Hamburger Rautensystem waren schnell sichtbar. Ebenso, dass der HSV diese schematischen Vorteile konsequent nutzte und fast ausschließlich die beiden beschriebenen Angriffe nutzte.

Dass es seitens der Schalker keine Anpassungen gab, war bemerkenswert. Konsequenterweise hätte Stevens Holtby schon früh für einen der vier Offensivspieler bringen müssen, um die Außenbahnen und die Halbräume in einer 4-3-3/4-5-1-Ordnung besser in den Griff zu bekommen.

Vermutlich hoffte er aber auch auf leichte Fehler der Hamburger, die Schalke zu Kontern hinter den aufgerückten Außenverteidigern eingeladen hätten. Der Konjunktiv sagt es: Diese Fehler gab es nicht, Schalke trat in der ersten Halbzeit offensiv nur bei Ecken oder Einwürfen in Erscheinung.

Ohne Konter harmlos: Der geordnete Schalker Spielaufbau

In der zweiten Hälfte änderte sich das Bild zu Beginn nicht, Hamburg spielte weiter geduldig und kam zu mittelmäßigen Chancen, Schalke ließ sich im 4-4-2 weiterhin ausspielen. Der Plan, Hamburger Fehler für eigene Konter über die schnellen Farfan, Obasi und Pukki zu nutzen, ging einfach nicht auf.

Der HSV leistete sich kaum einfache Fehler, Schalke kam also nicht zu Kontern. Im geordneten Aufbauspiel versäumte es Schalke, die Seiten zu wechseln. Hamburg schob mit der Raute extrem weit auf die ballnahe Seite, was auf dem gegenüberliegenden Flügel natürlich für riesige Räume sorgte. Doch Fuchs und Uchida konnten Winken und Rufen, Spielverlagerungen waren Mangelware.

Wollten die Gäste über die andere Seite kommen, mussten sie den Umweg über die Innenverteidiger oder Unnerstall nehmen – genug Zeit für Hamburg also, wiederum rüberzuschieben. Schalke war nicht geduldig genug, die Hamburger laufen zu lassen und auf Nachlässigkeiten im Verschiebeverhalten zu warten.

Fuchs und Uchida, schematisch ja eigentlich ohne Gegenspieler, konnten keinen großen Einfluss auf die Partie nehmen, da ihnen aufgrund der engmaschigen Raute der Hamburger die Anspielstationen fehlten. Es blieb zumeist nur der Rückpass auf den Innenverteidiger, eine Halbfeldflanke oder ein recht aussichtsloser langer Ball die Linie entlang.

Hamburg mit weniger Risiko, dafür mit Toren

Da sich kein Schalker Spieler von seiner schematischen Position löste, konnte die defensive Ordnung der Gastgeber nicht durchbrochen werden. Da der HSV spätestens nach dem 1:0 etwas tiefer und risikoloser aufbaute, entstand auf beiden Seiten wenig Torgefahr. Schalke hatte nun ein Plus im Ballbesitz, sodass es am Ende zumindest in dieser Kategorie ein Unentschieden gab.

Hamburg stand bei Schalker Ballbesitz gegen Ende des Spiels immer tiefer, was die Schalker für ihre gefürchteten Flanken nutzten. Sie erarbeiteten sich so einige Standardsituationen, welche wie gewöhnlich oft gefährlich waren. Mit dem Anschlusstreffer durch Huntelaars Elfmeter-Rebound konnte Schalke nochmal kurzzeitig für Spannung sorgen, allerdings blieben ihre Bemühungen weiterhin durchschaubar und uninspiriert.

Stevens brachte noch Holtby und Draxler, um seiner Elf mehr Kreativität zu verleihen. Genutzt hat es nichts, Hamburg geriet nicht wirklich unter Druck und konnte mit dem Elfmeter zum 3:1 alles klar machen.

Hat die Raute beim HSV eine Zukunft?

Finks System passte heute sehr gut zum Gegner, da Schalke sehr gradlinig und wenig geduldig spielte. Gegen Mannschaften, die selbst auf Ballbesitz spielen und bereit/in der Lage dazu sind, Spielverlagerungen zu spielen, kann die Raute natürlich an ihre Grenzen stoßen. Der Ansatz ist auf jeden Fall hochinteressant, zumal vier technisch gute, passstarke Akteure die Raute bildeten.

Das dynamische Element brachten die Außenverteidiger ein, denen aufgrund ihrer körperlichen Fähigkeiten zuzutrauen ist, auch in Zukunft die gesamte Außenbahn alleine zu beackern. Unterstützt werden sie dabei ja zudem von Badeljs Zurückfallen zwischen oder neben die Innenverteidiger, sodass man bei Ballverlusten besser abgesichert ist.

Mit van der Vaart als Zehner und Son als zweitem, auf die Flügel ausweichendem Stürmer kommt demnächst weitere Qualität in das System, sofern Fink es beibehält. Die Raute bleibt auf jeden Fall eine Variante, die man auch ohne großen Personalwechsel im Spiel verändern kann.

Mit gleichem Personal wie heute hätte Fink auch ein 4-2-3-1 mit Jansen und Beister auf den offensiven Außenbahnen spielen können. Aogo wäre dafür nach hinten links gegangen, während Skjelbred und Badelj eine Doppelsechs gebildet hätten.

Fink hat also einige Möglichkeiten, taktisch zu reagieren, ähnlich wie es bspw. Tuchel in Mainz gerne während des Spiels tut. Heute gab es jedoch keinen Anlass dazu, da die Raute perfekt zum Schalker Spiel passte.

Fazit

Ein hochverdienter Sieg für den HSV, der in seinem neuen System sofort sehr sicher wirkte und Schalke über das gesamte Spiel hinweg nie ins Spiel kommen ließ. Finks Team hatte mit dem Ball zwei grundlegende Möglichkeiten im Aufbauspiel, die sie konsequent durchzogen. Gegen den Ball passte die Raute gut zum Gegner, da dieser zu selten auf Spielverlagerungen zurückgriff.

Schalke konnte Holtbys im Zentrum nicht ersetzen, die 4-4-2-artige Ordnung erwies sich als unpassend, Änderungen fanden aber nicht statt. Bei der ausgeglichenen Torschuss- und Ballbesitzstatistik kommen die Schalker zu gut weg. Ihre Torversuche folgten nahezu alle nach Standards oder Fernschüssen, ihr hoher Ballbesitzanteil lag an Hamburgs tieferer Stellung in der zweiten Hälfte.

Article by PP

PP studiert Journalistik in Hamburg und ist auf Twitter unter @PhilippPelka zu finden. Bis Ende September wird er sein Praxissemester in München absolvieren.

10 Comments

  1. 5
    mananski says:

    Ich habe das Spiel nicht gesehen, frage mich aber wie es möglich ist, dass der HSV ohne Van der Vaart und Son Schalke dominiert, die von den Einzelspielern klar die drittstärkste Mannschaft der Liga sind. Das von Fink geliebte Abkippen des Sechsers hat das erste Mal funktioniert, liegt wohl an Badelj. Überraschend auch das Aogo im Mittelfeld aufgelaufen ist, hat er lange nicht mehr gemacht.

    • 5.1
      King_Cesc says:

      Die Verpflichtung von Badelj seh ich eigentlich auch sehr positiv, da er die Bälle, die ein abkippender 6er spielen soll auch spielen kann.

  2. 4
    HSVoss says:

    So wirklich schlau werde ich aus den Leistungen des HSV in dieser Saison nicht. Spielerisch überzeugenden Auftritten wie gegen Schalke und Gladbach stehen eine ganze Menge enttäuschende Auftritte gegenüber.

    Als Hauptproblem sehe ich den häufig planlos wirkenden Spielaufbau. Mit einem technisch so versierten und auch talentierten Mittelfeld sollte der HSV eigentlich ein ordentliches Aufbauspiel aufziehen können. Und zwar regelmäßig, denn die Voraussetzungen sind da.

    Arslan hat sich fantastisch entwickelt und überzeugt, für mich überraschend, auch kämpferisch. Er macht seinen Part sehr gut, neben der für mich größten Überraschung der Liga. Milan Badelj ist in der Form von gestern, einer der besten Sechser, der Liga. Seine Antizipation und seine Technik sind fantastisch. Er wirkte in den letzten Wochen beinahe etwas überspielt und war etwas schludrig in seinen Aktionen. Aber gestern hat er wieder so überzeugt wie zu Beginn der Saison.

    Und dann hat man im “Normalfall” mit Rafael Van der Vaart einen Spieler, der das Spiel immer entscheiden kann, wenn man ihm den Raum gibt. Wie zum Beispiel seine Vorlage zum 2:0 in Augsburg.

    Aber solche Spielzüge sind wie gesagt Mangelware und man kann sagen, dass das Potenzial des HSV in dieser Saison höchstens aufgeblitzt ist. Jetzt bin ich wirklich auf die nächsten Spiele gespannt, ob man Konstanz reinkriegt oder ob es wieder eine dieser Nichtleistungen gibt.

    Der HSV 2012: Schwer einzuschätzen für Gegner, eigene Fans und scheinbar auch für sich selbst.

  3. 3
    MR says:

    Unglaubliches Spiel von Hamburg. Badelj mit der Leistung der Saison, sensationell. In der Form ist der HSV ein Topteam, bisher waren sie unterer Durchschnitt. So eine Verbesserung auf einen Schlag hab ich noch nicht gesehen.

  4. 2
    Felix says:

    Der HSV hat sicher gut gespielt, aber man muss auch sagen, dass Schalke zur Zeit einfach schlecht spielt. Am Anfang der Saison hat man in einigen Spielen unglücklich und unverdient verloren/die Punkte geteilt (H96, Montepellier, Düsseldorf..). Mittler Weile spielen sie aber so schwach, dass sie einen Sieg auch einfach nicht verdient haben.
    Die Defensive ließ in der Saison anfangs wenig zu, die wenigen Chancen waren dann aber zu 80-90% drin. Dafür spielte man aber nach vorne noch erfrischender, konstruktiver und effektiver.
    Ich frage mich, woran es liegt, dass das Schalker Aufbauspiel so schwach geworden ist. Liegt es daran, dass einige Spieler überspielt sind oder an taktischen Dingen, die Stevens falsch macht oder die der Gegner mittler Weile richtig macht?
    Meiner Meinung nach passt Jones im aktuellen Team nicht mehr rein. Den defensiven Part auf der 6 übernimmt Neustädter, für den offensiven Part ist er spielerisch zu limitiert. Der bringt Dynamik mit, aber aktuell wäre ein spielstarker Partner für Neustädter sinnvoll. So hätte man eine gute Anspielstation mehr im Mittelfeld. Höger wäre dafür wohl die aktuell beste, aber leider verletzte Option. Er geht auch mal auf den Flügel und hilft dort mit.

    Das Grundproblem scheint zu sein, dass Hunterlaar nicht mehr trifft (den Elfer ja auch erst im Nachschuss), Jones ungeeignet ist in unserem System die offensive Rolle auf der 6 zu übernehmen, die fehlende Frische durch die Dreifachbelastung und ein relativ schwacher Torwart, der die meisten Bälle hält, die man halten muss, aber leider kaum mehr. Mit teilweise schwachem Stellungsspiel macht er eigentlich weniger gefährliche Bälle trotzdem unhaltbar für sich.

    Daher meine Frage: Wie seht ihr die Entwicklung auf Schalke und wie sollte/konnte Stevens da reagieren? Vom sogar ansehnlichen Fußball zu Beginn ist kaum noch was zu sehen.

    • 2.1
      Taisumi says:

      Meiner Meinung nach ist es momentan besonder die fehlende Frische besonders mental, im Zuge der hohen Belastung, andererseits die mangelnden Alternativen im Kader für die 1. Elf. Zudem kommt noch die aktuelle Formschwäche bei einigen Spielern. Schalke kann froh sein sich bislang einen kleinen Vorsprung erspielt zu haben, der aber mit einer Niederlage gegen Gladbach am Samstag schnell aufgebraucht ist.

      Einen Spieler wie Jones braucht man unbedingt. Jermaines Leistungen sind in den letzten Spielen auch nicht das Wahre. Jedoch ist er kämpferisch immer einer der Besten und engagiert dabei.

      • 2.1.1
        Felix says:

        Wenn man Jones rausnimmt, dann fehlt er sicher als Kämpfer. Aber aktuell läuft der Spielaufbau eben gar nicht. Neustädter ist defensiv sehr stark, offensiv kann er ebenfalls seinen Anteil leisten, allerdings eher, wenn die Offensive an sich schon funktioniert. Damit meine ich, dass er gute Pässe spielen kann, wenn es die Möglichkeit gibt (länge Bälle die das Spiel öffnen, wenn sich Räume öffnen). Kreativ im eigentlichen Sinne ist er aber nicht, bzw nicht alleine. Ein Nebenmann wie Höger würde da wohl eher helfen, weil der ebenfalls technisch gut ist, taktisch gut ist und auch stärker bei Gegenpressing. Ich denke eine spielerische Lösung auf der 6 würde aktuell mehr helfen.
        Das nur dazu…

    • 2.2
      RP says:

      Hallo, als für mich ist das Hauptproblem, dass Schalke teilweise sehr schlechten Fußball offensiv spielt. Hamburg war schon stark, aber die Abwehr des HSVs ist sicher nicht eine der stärkeren der Bundesliga.
      Schalke steht extrem tief, wahrscheinlich wollte Stevens nach den letzten Spielen, in denen sie das Spiel mehr an sich gerissen haben, wieder die defensive Stabilität erhöhen. Nach vorne werden sehr viele hohe Bälle geschlagen, dabei haben sie nicht mal einen klassischen Wandspieler wie der BVB mit Lewandowski.
      Jones und Neustädter sollten mMn. nicht zusammen spielen. Wie du schon oben beschrieben hast, übernimmt Neustädter, der gestern speziell offensiv sehr schlecht war, den defensiveren Part, und Jones ist außer bei Umschaltmomenten überhaupt nicht präsent, und spielerisch komplett limitiert.
      Für mich muss Lewis Holtby auf die 6 und auf die 10 ein dynamischerer Spieler als er. Pukki fand ich gestern eigentlich interessant und hatte ein paar gute Szenen.
      Ich sag ja nicht das Schalke den HSV auswärts mit 70 Prozent Ballbesitz dominieren muss, aber im eigenen Aufbauspiel, sofern kein Konter möglich ist, sollte man wesentlich ruhiger und kombinationsfreudiger spielen. Im Moment sind nur gefährliche Momente bei Standards bzw wenn Fuchs links durchbricht da. Die restlichen Offensivhoffnungen ruhen alle auf Farfans Einzelaktionen.

      Kurz zum HSV: Die Raute hat mir gut gefallen, vorallem bei Arslan sehe ich sehr großes Potential wenn er in seinen Aktionen noch präziser wird.
      Auch Beister vorne war sehr gefährlich, besonders beim offensiven Umschalten war er sehr präsent wie auch beim Gegentor.

      • 2.2.1
        Felix says:

        Ich sehe die Probleme eigentlich anfangend beim TW. Unnerstall strahlt keine Ruhe und Sicherheit aus, kann Fehler der Vorderleute nur sehr selten ausbessern (Kicker-Statistik: Jeder 3.!!! Ball aufs Tor ist drin). Dadurch sehen wir defensiv nicht gut aus. Um das zu kompensieren müsste man insgesamt defensiver agieren, dadurch offensiv anders spielen, wohl eher auf Konter. Jones ist zwar dynamisch, aber technisch nicht so stark, daher passt er da auch nur bedingt. Und Hunterlaar vorne ist kein Konderstürmer.

        Die Spiele zu Saisonbeginn waren besser und da stand noch Hildebrandt im Tor. Ich würde mir eine andere Lösung als Unnerstall im Tor wünschen, aber ich bin mir nicht sicher ob es nur daran liegt.
        Draxler und Höger sind beide bei starker Form von Verletzungen gestoppt worden, der Hunter trifft einfach nicht mehr, was eigentlich seine primäre Stärke ist, Holbty wirkt platt (der war in der Vorbereitung in Frühform, vllt liegts daran), Matip ist hinten plötzlich wieder unsicher, Uchida war verletzt und Höwedes fehlt als RV einfach was.

        Ich frage mich halt nur, ob es auch eine taktische Grundlage für das aktuelle schwache Spiel der Schalker und wie man das vllt beheben könnte. Gedanken machen tue ich, aber mir fehlt das taktische Verständnis, welches die Autoren hier eben haben und die sicher eine bessere und detailierte Analyse abgeben könnten.

  5. 1
    Chris-J says:

    In der ersten Halbzeit, gerade zu Beginn des Spieles spielte der HSV taktisch sehr erstaunlich.Häufig ging selbst Aogo mit in die Spitze, sodass in vordester Reihe teilweise 3 Spieler standen, wobei auch Rudnevs häufiger auf die Außen ging und Beister dann das Zentrum besetzte. Dafür wurde der Raum vor der eigenen Abwehr teilweise komplett aufgegeben und das Zentrum nur spärlich besetzt. Der HSV spiele überwiegend (bzw. es kam mir so vor) flache Bälle und suchte immer wieder die Schnittstellen, die auch häufig gut angelaufen wurden. Insgesamt eine extrem interessante Partie des HSV.
    Schalke agierte dagegen absolut unerklärlich für mich. Gerade in Halbzeit 1 stand man zum Einen dermaßen tief und zum Anderen wurde selbst in der eigenen Hälfte nur reagiert. Der HSV konnte kaum einfache Fehler machen, da es m.E. kaum ein konsequentes Pressing gab (weder Mittelfeld, noch Abwehrpressing). Dies änderte sich in der kompletten ersten Halbzeit nicht. Der HSV hatte gefühlte Ewigkeiten Zeit das Spiel zu gestalten und wurde bei den Pässen in die Schnittstellen nur bedingt gestört.
    Auch in der zweiten Halbzeit wirkte Schalke mehr als nur lustlos und stand bei den Kontern des HSV äußerst schlecht.
    Ein absolut verdienter Sieg des HSV, wobei ich selten einen so unmotivierten und Gegner im Stadion gesehen habe.

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