Niederlande – Slowakei 2:0

Wie in unserer EM-Vorschau zu lesen ist, gehört das Team von Bert van Marwijk zu den Mannschaften, bei denen fast alle Startpositionen wohl fest vergeben sind. Gegen die Slowakei galt es also vor allem, Spieler für die noch offenen Positionen zu testen.

Startformationen

Für den angeschlagenen Mathijsen rückte Bouma ins Team, der mit Heitinga die Innenverteidigung bildete.

Nach dem Ausfall von Pieters, der nach einem Mittelfußbruch nicht rechtzeitig zur EM fit wird und dementsprechend nicht nominiert wurde, ist der Startplatz auf der linken Verteidigerposition noch nicht vergeben.

In diesem Spiel durfte Stijn Schaars sich auf der vakanten Position beweisen. Auf der gegenüberliegenden Seite agierte wie erwartet Gregory van der Wiel als Rechtsverteidiger. Er agierte deutlich höher als sein Pendant Schaars. Im zentralen Mittelfeld spielte Sneijder vor der Doppelsechs van Bommel und de Jong.

Auf dem rechten Flügel kam Arjen Robben zum Einsatz, auf der anderen Seite lief der diese Saison lange verletzte Ibrahim Afellay auf. Im Sturmzentrum begann Robin van Persie, Huntelaar blieb also nur die Bank.

Die Slowaken, auf die im Folgenden aufgrund der Tatsache, dass sie für die anstehende EM nicht qualifiziert sind, nicht so detailliert eingegangen wird, formierten sich in einem relativ defensiven 4-2-3-1.

Ohne ihren etatmäßigen Abwehrchef Skrtel musste die Abwehr umgebaut werden, zumal auch noch Durica, ein weiterer Stammspieler in der Defensive fehlte.

Spielverlauf

Beide Mannschaften standen weder sonderlich hoch, noch sonderlich tief. Auch ein besonders ausgeprägtes Pressing war auf keiner Seite zu sehen. Die Niederländer hatten zeitweise Probleme im Aufbauspiel, die später noch genauer beschrieben werden. Große Experimente gab es nicht, außer vielleicht, dass der lang verletzte Afellay anstelle von Defensivstürmer Kuyt auflief.

Afellay zeigte sich risikofreudig, zog oft nach innen, wo er Dribblings und Abschlüsse suchte. Van der Wiel auf rechts agierte viel offensiver als sein Pendant Schaars auf der linken Seite der Viererkette. Wahrscheinlich wollte van Marwijk mit Affelay davor eine offensivere Variante austesten, falls Schaars zusammen mit dem etatmäßigen Linksaußen Kuyt nicht für genug offensive Durchschlagskraft sorgen kann.

Die Elftal spielte ohne großes Risiko – außer besagtem Affelay suchte lediglich Robben häufiger das Dribbling – und agierte ganz nach van Marwijks Philosophie sehr pragmatisch. Dies äußerte sich zumeist in langgezogenen Passfolgen durch die Abwehr und die Sechser. Da der Abstand zu den vorderen vier Spielern so häufig zu groß wurde, strahlten die Holländer kaum offensive Gefahr aus.

Die Tore waren weder starke Einzelaktionen noch Produkt taktischer Feinheiten. Das 1:0 resultierte aus einer abgefälschten Hereingabe Affelays, auch dem 2:0 ging ein abgefälschter Ball voraus: Huntelaar bliebt im Dribbling nahe der Strafraumgrenze hängen, van der Vaart verwertete den „Rebound“ mit einem humorlosen Rechtsschuss.

Gelegentliche Probleme im Spielaufbau

Keiner der niederländischen Innenverteidiger ist besonders schnell, was eine hohe Abwehrlinie nahezu ausschließt. Die Mannschaft steht dementsprechend nicht sonderlich hoch, was die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen manchmal zu groß werden lässt. Torwart Stekelenburg wirkte im Test gegen die Slowakei oft unsicher am Ball und schlug die meisten Rückpässe – auch die, bei denen er nicht sonderlich bedrängt wurde – relativ planlos nach vorne. Dass dort ausschließlich Spieler spielen, deren Stärken nicht im Kopfballspiel liegen, sorgte dafür, dass die Bälle fast nie gehalten werden konnten.

Durch das Abholen der Bälle durch van Bommel und de Jong waren die vier Offensivkräfte häufig zu weit weg. Der Spielaufbau verlief dementsprechend schleppend.

Die Sechser müssen sich also sehr weit zurückfallen lassen, da die Innenverteidigung auch nicht gerade als auffällig spielstark bezeichnet werden kann. Die Bälle werden häufig von van Bommel oder de Jong abgeholt.

Daraus resultiert dann häufig eine Isolation der vier offensiven Spieler von dem Rest der Mannschaft sowie auch voneinander. Dies liegt auch daran, dass die Flügelspieler in der Regel recht breit stehen, die Abstände unter den Vieren sind also ebenfalls groß.

Hat die Elftal es allerdings erst einmal geschafft, sich aus der eigenen Hälfte herauszukombinieren, so spielen sie sehr gefällig.

Das Nachrücken – vor allem in Form von Hinterlaufen – von van der Wiel ermöglicht es Robben, seinen geliebten Weg in die Mitte zu suchen, um dort entweder zum Abschluss zu kommen oder mit den anderen drei häufig rochierenden Offensivkräften zu interagieren. Gegen stark pressende Gegner dürfte der deutsche Gruppengegner mit diesem Aufbauspiel aber arge Probleme bekommen.

Da das Spiel taktisch nicht viele Erkenntnisse brachte, werden im Folgenden noch zwei weitere Aspekte im Hinblick auf die EM besprochen.

Das Sturmzentrum: Van Persie oder Huntelaar? Beide?

Im Sturm hat van Marwijk die Wahl zwischen Robin van Persie, der einen komplett anderen Stürmertyp darstellt als sein Konkurrent Klaas-Jan Huntelaar. Während Letzterer seine Stärken im Abschluss – also im gegenerischen Sechzehner – hat (O-Ton Huub Stevens: „Im Strafraum der beste Stürmer der Welt“), ist van Persie ein mitspielender Stürmer. Er lässt sich gerne ins offensive Mittelfeld fallen, um mit Spielmacher Sneijder zu kombinieren.

Effekt ist, dass er so die Innenverteidiger vor das Dilemma stellt, ob sie ihm nun folgen sollen oder nicht. Bleiben sie in Position, ermöglichen sie den Niederländern eine Überzahl im Mittelfeld. Folgt ein Innenverteidiger van Persie bei seinem Zurückfallen ins Mittelfeld, so entstehen Lücken zwischen dem verbleibenden zentralen und den äußeren Verteidigern – ein gefundenes Fressen für Kuijt und Robben, die beide einen starken Drang zum Tor besitzen. Mit Sneijder, van Bommel, van Persie und je nach Aufstellung auch van der Vaart gibt es gleich mehrere Mittelfeldspieler, die solche Lücken erkennen und über die technischen Fähigkeiten verfügen, einen solchen Lochpass zu spielen.

Eine Variante mit beiden Spielern in der Startelf ist eher unwahrscheinlich. Einerseits könnte van Persie auf den linken bzw. rechten Flügel rücken und somit Platz für Huntelaar im Sturmzentrum machen. Eine andere Möglichkeit wäre ein 4-4-2/4-4-1-1 Hybridsystem, bei dem der zur Zeit eher formschwache Sneijder seinen Platz verlieren würde. Van Persie würde bei dieser Variante um Huntelaar herum agieren.

Gegen die Variante mit van Persie auf dem Flügel spricht, dass van Marwijk eine eher vorsichtigere Spielweise mit einem defensiveren (Kuijt) und einem offensiveren (Robben) Flügelspieler bevorzugt. Um dies beizubehalten müsste also Robben weichen, um Platz für Huntelaar und van Persie zu machen. Auch die Umstellung auf ein System mit zwei Stürmern ist höchst unwahrscheinlich. Zwar ist Sneijder zur Zeit nicht in bester Form, allerdings würde van Marwijk den Kopf der Offensive wohl niemals opfern. Sneijder auf die Sechs neben van Bommel zu stellen, widerspräche hingegen van Marwijks Credo von defensiver Stabilität.

Der freie Platz im Mittelfeld: Van Marwijk und Löw mit ähnlichem „Problem“

Im zentralen Mittelfeld kann steht der niederländische Trainer vor einer Entscheidung, die Joachim Löw in ähnlicher Form treffen muss. Wie auch Deutschland wird das niederländische Team mit drei zentralen Mittelfeldspielern auflaufen. Der tiefste, eher horizontal agierende Mittelfeldspieler ist wohl gesetzt.

Bei Deutschland ist dies Schweinsteiger, bei unseren Nachbarn in den orangenen Trikots ist es Mark van Bommel, der ehemalige Kapitän der Bayern. Die Rolle im offensiven Mittelfeld ist ebenfalls bei beiden Teams vergeben. Während bei Deutschland Özil unumstritten ist, wird bei den Niederländern Inters Wesley Sneijder als Zehner auflaufen.

Es bleibt also jeweils die Position des Achters, zweiten Sechsers, Zwischenspielers oder wie auch immer man es bezeichnen möchte. Sowohl Bert van Marwijk als auch Jogi Löw können und müssen sich zwischen einem dynamischen, zweikampfstarken Läufer (De Jong/Khedira) und einem technisch starken, kreativen Passspieler (van der Vaart/Kroos) entscheiden.

Während erstere Variante für mehr defensive Stabilität sorgen sollte und die Schwächen des tiefliegenden Ballverteilers in puncto Dynamik ausgleichen kann, ist die zweite Variante mit van der Vaart (bzw. Kroos auf deutscher Seite) deutlich offensiver und soll mit einem zusätzlichen Passspieler für höhere Dominanz sorgen. Ein großer Unterschied zwischen den beiden Möglichkeiten ist, dass bei der ersten Variante die vertikale Unterstützung durch Läufe, in der zweiten Variante durch das Passspiel stattfindet.

Für die Niederländer kommt aufgrund ihrer nicht sonderlich starken Innenverteidigung eher die defensivere Variante mit einem Kämpfer in Frage, während bei Deutschland mehrere Möglichkeiten denkbar sind. Detaillierter wird diese Frage in einem gesonderten Artikel von den Kollegen MR und TR behandelt.

Fazit

Keine Galavorstellung der Elftal, gerade die Formschwäche von Sneijder war auffällig. Dass dieser auch noch angeschlagen rausmusste, wird bei van Marwijk Besorgnis auslösen. Schaars scheint wohl nach Pieters´ EM-Absage erste Wahl auf der Position des Linksverteidigers zu sein. Defensiv eine solide Wahl, offensive allerdings vielleicht zu ungefährlich, zumal mit Kuyt bei der EM wohl auch noch ein defensiverer Flügelspieler vor ihm spielen wird.

Eine Möglichkeit wäre, Robben über die linke und Kuyt über die rechte Seite kommen zu lassen, um die Asymmetrie in der Viererkette auszugleichen. Da die vier potenziellen Starter in der Offensive (Kuyt, Sneijder, Robben, van Persie) allesamt aber in der Regel viel rochieren, könnte Schaars´ vorsichtige Spielweise aber auch kaschiert werden. Denkbar ist auch, dass sich Schaars im Spiel gegen die Slowaken einfach erstmal auf die Defensive konzentrierte, um bloß nicht durch einen Patzer seinen möglichen Startplatz zu verlieren.

Der Spielaufbau war heute meistens zu langsam und zu wenig ambitioniert. Die Pässe waren häufig nicht hart genug, sodass den Slowaken ein sehr geringer Laufaufwand reichte, um die Niederländer daran zu hindern, den Ball zu den vier Offensivstars zu schaffen.

Bis zur EM gilt es nun also, die Passzirkulation wieder auf Vordermann zu bringen, Tempo und auch Präzision – es gab einige unbedrängte Fehlpässe in der eigenen Hälfte – müssen unbedingt verbessert werden.

Wer noch mehr über die Elftal erfahren möchte, sollte  in unserer EM-Vorschau nachlesen. Dort ist zu erfahren, was der Pragmat van Marwijk sich noch so überlegt hat, um den EM-Titel in unser Nachbarland zu holen.

 

urs 2. Juni 2012 um 22:57

Korrektur: Ich weiss nicht ob es bekannt ist, dass es eine taktische Richtlinie (besonders im 4231) ist dass der ballnahe AV nicht weit aufrückt um Raum für OM und AS zu schaffen. Der ballferne AV steht hoch. Von daher ist es taktisch bedingt, dass Schaars eine weniger offensive Ausgangsposition hatte als van der Wiel da mehr Angriffe über die linke als rechte Seite liefen. Zudem kommt hinzu dass Robben häufig(er) als Afellay ins Zentrum zieht und van der Wiel somit AS spielen muss (Dadurch bedingt seine so hohe Spielweise) Natürlich ist er auch der bessere offensiv Spieler dennoch ist seine offensivere Spielweise stark bestimmt durch Robbens Verhalten sowie dem klaren AS-Verhalten von Afellay.

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JAS 1. Juni 2012 um 10:38

PP, du ordnest Robben auch wie bei Bayern auf der rechten Seite ein und sprichst von dem etatmaessigen Linksaussen Kuyit. Dies entspricht auch meiner Erinnerung von den zugegebener Weise wenigen Spielen, die ich von Oranje gesehen habe. In eurer EM-Vorschau nimmt MB die Anordnung genau anders herum vor und spricht davon, dass auf der rechten Seite der Weg frei sei fuer den devensivstarken Aussenstuermer Kuyit und dass die linke Seite wohl sicher mit Robben besetzt sei. Mit der Besetzung der Aussenverteidiger Schaar und Van der Wiel macht MB’s Anordnung allerdings natuerlich Sinn. Auch halte ich Robben auf links fuer staerker, da er damit seine ausrechenbaren und egoistischen Inverslaeufe vergessen kann. Gab es in dieser Richtung eine Veraenderung bei Oranje, die ich verpasst habe? Ich hoffe nicht, da ich sicher bin, dass Lahm und Badstuber Robben auf Rechts sicher in den Griff bekommen… 🙂

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PP 1. Juni 2012 um 16:35

Ich bin mir nicht 100%ig sicher, ob er denn auf der linken oder rechten Seite spielen wird. Die Ausrichtung der Außenverteidiger würde für die Variante in der EM-Vorschau sprechen.

Allerdings glaube ich, dass Afellay rechts und Robben links gespielt hätte, wenn man wirklich mit Kuyt rechts bei der EM plant.

Mal schauen, wie sie am ersten Spieltag auflaufen.

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Tank 31. Mai 2012 um 18:58

Kann mich der sehr zurückhaltenden Bewertung der holländischen Mannschaft nur bedingt anschließen. Klar, ein Fußballfest haben sie nicht dargeboten, aber einige positive Punkte kann man schon noch hinzufügen:‘

1. Defensive Sicherheit: Sie haben kaum was zugelassen. Okay, das mag zum Teil am Gegner gelegen haben, aber zwei sehr tief stehende Sechser haben eben auch ihre Vorteile.

2. Sneijder: So schlecht fand ich ihn, im Gegensatz zu eurer Meinung und der vom Sport 1-Kommentator, gar nicht. Vor allem seine Versuche das Loch zwischen Sechsern und Angriff dadurch zu schmälern, dass er sich den Ball von van Bommel und de Jong abgeholt hat, waren meist sehr solide ausgeführt und zielführend.

3. Automatismen: Mehrfach hat man gemerkt, dass man es hier mit einer sehr eingespielten und seit langem sich gegenseitig bekannten Niederländischen Mannschaft zu tun hat. So funktionierte das Passspiel von hinten nach vorne oftmals so, dass sich kein Spieler mit dem Ball am Fuß umdrehen musste (meistens jemand der bei der Ballannahme mit dem Rücken zum gegnerischen Tor steht). Diese Passabfolgen mögen gestern noch zu langsam und zu wenig zielführend geschehen sein, aber doch sind sie ein Zeichen funktionierender Automatismen.

4. Trainingsstand: Wie bei der deutschen Mannschaft auch, gilt es bei Holland zu beachten, dass die Spieler vielleicht noch keine 100% gehen konnten/wollten/sollten.

Dann noch was zu van Persie. Ich habe ihn diese Saison nur in Highlights und im ein oder anderen Champions League Spiel gesehen, aber ich frage mich, ob er im Strafraum wirklich so viel schlechter als Huntelaar ist. Natürlich befindet sich ein van Persie seltener im Strafraum als der Schalke-Stürmer, aber ist er, wenn er dann mal da ist, wirklich schlechter? (Klar, Vergleich auf hohem Niveau)

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PP 31. Mai 2012 um 20:06

zu 1) und 4) volle Zustimmung!

zu 2) Ja, der Sport1-Kommentator hat meiner Meinung nach auch übertrieben. Allerdings ist er meiner Meinung nach noch weit davon entfernt, eine dominante Rolle wie 2010 einzunehmen, mal schauen wie sich seine kleine Verletzung auswirken wird.

zu 3) Da muss ich dir recht geben, ist mir auch aufgefallen, gerade die vielen Direktpässe. Hab das nur kurz angeschnitten in dem Teil, wo es um die Probleme im Spielaufbau ging. Mit ein bisschen Training und Feinabstimmung sollte das Ganze also ansehlich werden.

zu van Persie/Huntelaar: Huntelaar dürfte mit dem Kopf eindeutig stärker sein als van Persie. Auch mit dem „schwachen“ linken Fuß finde ich Huntelaar stärker als van Persie (mit seinem rechten).
Da van Persie sich, wie du ja anmerkst, oft außerhalb des Strafraums aufhält, fallen seine durchaus starken Qualitäten im Sechzehner vielleicht nicht so auf.
Huntelaar hat also vielleicht minimal die Nase vorne, wenn es um das reine Strafraumgeschäft geht, bei van Persie stimmt aber das Gesamtpaket, was viel besser zum holländischen Spiel passt 😉 Es ist also stark davon auszugehen, dass van Persie bei der EM starten wird.

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Tank 1. Juni 2012 um 01:00

Die Meinung bezüglich der Huntelaar/van Persie-Frage teile ich völlig. Ich denke auch, dass die Aussicht Huntelaar und van Persie zusammenspielen zu lassen die Nachteile einer Verfrachtung von van Persie auf den Flügel nicht wettmacht. Den vielleicht besten zumindest halbwegs klassischen Mittelstürmer Europas von seiner Position zu ziehen macht wenig Sinn (halbwegs klassisch = klassischer als Messi und C. Ronaldo).

p.s.: Hab es schon einmal angerissen, aber bin nun durch zonalmarking wieder dran erinnert worden: Plant ihr noch, just for fun, eure jeweiligen Elf der Saison zu Papier zu bringen?

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PP 1. Juni 2012 um 08:08

Derzeit ist so etwas nicht geplant, aber wer weiß, was die Tage noch so kommt… 😉

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Tobi 31. Mai 2012 um 09:48

van der Vaart anstelle von Sneijder ist für euch keine Option?

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PP 31. Mai 2012 um 10:19

Ich glaube nicht, dass van Marwijk Sneijder auf die Bank setzt, auch wenn er zur Zeit noch nicht in guter Form ist. Könnte daran liegen, dass van der Vaart eher nicht der rochierende Typ Zehner ist. Glaube seine einzige Chance zu spielen ist als offensivere Alternative zu de Jong – entweder von Beginn an, oder im Verlauf eines Spiels.

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HW 31. Mai 2012 um 09:42

Ich fand das Spiel echt langweilig. Holland war sehr statisch und „konservativ“.
Dafür kann es nur zwei Erklärungen geben: Entweder Oranje ist wirklich so langweilig, oder das ist das beste Ablenkungsmanöver seit Deutschland 3:8 gegen Ungarn verloren hat.

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Ceud 31. Mai 2012 um 08:45

Schwieriges Team.
Glanzvolle Offensive, biederer Durchschnitt in der Defensive (fängt schon im DM an).
Van Marwijk versucht eine Balance herzustellen, setzt deshalb auf eine geordnete Defensive & Pragmatismus.
Ich habe immer noch einen Freund im Ohr, der behauptete, die Niederländer hätten bei der WM kein einziges gutes Spiel gemacht und wären doch beinahe Weltmeister geworden.
Das gefährlichste an den Oranjes zur Zeit.

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Lino 31. Mai 2012 um 00:20

Die Holländer sind in ihrer Spielweise schon sehr konservativ geworden. Für mich – und diesen Eindruck habe ich schon seit der WM 2010 – sind die Holländer taktisch gesehen paradox ausgerichtet. Einerseits eine durch ihr Selbstverständnis intendierte dominante Spielweise und andererseits ein Spielsystem, das immer mehr einem 4-2-4 ähnelt, welches aufgrund der großen Abstände sowie der geringen Dominanz im Spielfeldzentrum wenig dominant daherkommt. Meine Idee: Eine Art kompaktes 4-4-2 à la Gladbach. Die geringen vertikalen Abstände würden die Geschwindigkeitsdefizite der Innenverteidiger ausmerzen und die offensive Qualität (schnelles Umschalten, individuelle Qualität) würde perfekt zum Tragen kommen: Stekelenburg – van der Wiel, Heitinga, Mathijsen, Schaars – Robben, van Bommel, de Jong, Sneijder – Van Persie, Huntelaar

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VeryGaylord 2. Juni 2012 um 15:43

Super Idee. Und wer übernimmt offensiv die Seite, die Robben nicht beackert? Gerade bei einem Huntelaar im Sturmzentrum muss über die Flügel gespielt zu werden. De Jong und van Bommel kannst du da vergessen, Sneijder dorthin zu beordern wäre Verschwendung der dringend in der Zentrale gebrauchten Kreativität, da Sneijder quasi Taktgeber, Passspieler, Vorbereitet und Vollstrecker in einem ist. Das wird zu nix anderem führen als Van Persien auf den Flügel und damit wieder 4-2-3-1 oder man schwächt sich und den Stürmer Huntelaar durch das Offenlagen einer Seite noch mehr. Ich würde es ja tatsächlich mal mit Sniejder auf der 8 (Hat er auch bei Real schon gespielt) und van Persien auf der 10 probieren. Dann könnte van Persien quasi die „Bergkamp-Role“ spielen: Vorbereiten, vorstoßen, tricksen und Sneijder das Spiel aus der Tiefe lenken zudem ist er defensiv stärker und lauffreudiger als van der Haart.

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Lino 5. Juni 2012 um 14:41

Natürlich wäre das ein sehr asymmetrisches System und kein klassisches 4-4-2. Die Position von Sneijder und Robben wäre in entscheidendem Maße von der jeweiligen Rolle der Außenverteidiger abhängig. Prinzipiell gilt, dass auf der Seite, auf der Robben nicht spielt, der Außenverteidiger mehr Offensivaufgaben übernehmen muss, als auf der Seite Robbens. Eine sinnvolle Option wäre bspw. Robben auf links mit dem defensiveren Außenverteidiger Schaars zu stellen und als „Ausgleich“ der offensivere Außenverteidiger van der Wiel auf rechts. Sneijder würde dann auf einer Art Halbposition (halbrechts) vor der Doppelsechs spielen und Van Persie in der von dir erwähnten „Bergkamp-Rolle“. Alternativ könnte auch Van der Vaart die Halbposition im Mittelfeld einnehmen und Sneijder eine Art Acht spielen, was er übrigens zu Beginn seiner Karriere auch schon gespielt hat. Da die Holländer ihrem Selbstverständnis nach aber sowieso keine reine Konter-Mannschaft sind, sind diese Überlegungen ohnehin recht theoretisch und waren nur dazu angedacht, eine mögliche defensive Grundordnung anzudenken, da die jetzige Formation meiner Meinung nach weder Fisch noch Fleisch ist, d.h. weder dominanter Offensivfussball noch kompakter Konterfussball. Aber vielleicht liegt genau darin die holländische „Balance“ !?

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