Türchen 6: Brasilien – Niederlande 1998

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Es ist wohl eine der stärksten ungekrönten Spielergenerationen der Fußballgeschichte: die Niederlande zwischen 92 und 2004 um Weltklasse-Spieler wie Edwin van der Sar, Dennis Bergkamp, Jaap Stam, Phillip Cocu oder Edgar Davids. Mehrfach scheiterten sie überlegen, mehrfach im Elfmeterschießen. Doch ihr Scheitern war nicht nur Pechsache, sondern oft fehlte es den vielen Stars an der mannschaftlichen Funktionalität.

So zum Beispiel 1998, als sich Oranje im WM-Halbfinale gegen eine individuell eher limitierte brasilibra-nedanische Mannschaft ins Elfmeterschießen retten konnte und dort ausschied. Die Analyse der Partie zeigt nicht nur viel Potential und viel Potentialvergeudung bei den Niederländern sondern auch einen Vize-Weltmeister, der sich untypischer Weise und in unorthodoxer Art stark über seine Defensivarbeit definierte.

Brasiliens Kompaktheiten im 4-2-2-2

Die Brasilianer um Kapitän Dunga und Shootingstar Ronaldo spielten in einem System und einer Ausrichtung, die in Teilbereichen bereits äußerst modern war. Besonders das laufstarke Mittelfeld machte eine gute Figur. Die beiden Abräumer Dunga und Sampaio agierten in einem engen Block mit den beiden Zehnern. Das, was Roger Schmidt heutzutage bei seinem 4-2-2-2-System immer wieder unterstreichen muss, wird bei der 98er-Selecao mehr als deutlich: Die äußeren Mittelfeldspieler waren keine Flügelspieler, es waren Zehner. Nicht nur weil einer von ihnen Rivaldo hieß, sondern weil sie sich fast permanent in den Halbräumen oder noch zentraler aufhielten und nur dann auf den Flügel schoben, wenn sie dort zum Pressing gezwungen waren.

Das kompakte Mittelfeld wurde immer wieder vom äußerst lauf- und pressingstarken Stürmer Bebeto unterstützt. Er leitete nach vorne gute Gegenpressingsituationen an und eroberte mehrfach Bälle im Rückwärtspressing, wenn der Gegner durch die Kompaktheit zu seitlichen Pässen gezwungen wurde. Auch die Außenverteidiger machten extrem lange und viele Wege und schlossen bei Bedarf die Räume neben dem Mittelfeld-Block.

Brasiliens Grundkompaktheit im Mittelfeld drängt die Niederlande nach außen. Cocu in seiner einrückenden Rolle.

Brasiliens Grundkompaktheit im Mittelfeld drängt die Niederlande nach außen. Cocu in seiner einrückenden Rolle.

In dieser Systematik versuchten die Brasilianer immer wieder, mit vielen Spielern in Ballnähe zu kommen. Die Abwehrreihe verschob allerdings nicht richtig mit und Ronaldo beteiligte sich nur sporadisch. Außerdem fehlte eben noch etwas die Athletik, die man von modernen Teams kennt. So mussten die Brasilianer in ihrer Ballorientierung viel improvisieren. Sie gingen immer wieder kurzzeitige Manndeckungen ein und Dunga stopfte Löcher in alle Richtungen. Aber die Gesamtausrichtung war äußerst unangenehm zu bespielen, da die offenen Räume um den Mittelfeldblock herum immer wieder flexibel und intensiv aus mehreren Richtungen zugelaufen wurde.

Die brasilianische Viererkette nicht ganz so kompakt: Zwei rücken zum manndecken heraus, die anderen beiden bleiben stehen. Cocu erkennt das entstehende Loch und schickt Kluivert. Dunga ist aber voll die Maschine und sichert als linker Sechser bis zum rechten Flügel durch. Zwischendurch reiht er sich noch als Innenverteidiger ein.

In Ballnähe ist Brasilien kompakt. Die Viererkette ist nicht so kompakt: Zwei rücken zum manndecken heraus, die anderen beiden bleiben (ebenfalls mannorientiert) stehen. Cocu erkennt das entstehende Loch und schickt Kluivert. Dunga ist aber voll die Maschine und sichert als linker Sechser bis zum rechten Flügel durch. Zwischendurch reiht er sich noch als Innenverteidiger ein.

Carlos Dunga. Über den macht Kollege TR sicher auch mal einen Artikel. Für das niedrige Niveau seiner Vereine und seinen unterstützenden Spielertyp ein immens hoher Peak-Goal-Impact.

Carlos Dunga. Über den macht Kollege TR sicher auch mal einen Artikel. Für das niedrige Niveau seiner Vereine und seinen unterstützenden Spielertyp ein immens hoher Peak-Goal-Impact.

Spielstarke Niederländer mit schlechter Struktur

Gegenpressing-Szene von Brasilien. Bebeto macht einen starken Lauf, durch das 4-2-2-2 ist Brasilien massiv auf die Seite geschoben. Aber van der Sar marschiert einfach seitlich aus dem Strafraum und die Niederlande spielt sich raus. Am Ende fängt Dunga Bergkamp im Doppeln ab.

Gegenpressing-Szene von Brasilien. Bebeto macht einen starken Lauf, durch das 4-2-2-2 ist Brasilien massiv auf die Seite geschoben. Aber van der Sar marschiert einfach seitlich aus dem Strafraum und die Niederlande spielt sich raus. Am Ende fängt Dunga Bergkamp im Doppeln ab.

Trotz der brasilianischen Pressingbemühungen dominierten die Niederländer das Spiel gegen den (zum Zeitpunkt) vierfachen Weltmeister. Die zweite goldene Generation des niederländischen Fußballs hatte drei Jahre zuvor in beeindruckender Manier die Champions League gewonnen und folgte stilistisch den Idealen des Cruyff’schen Voetbal Total. Die Mannschaft hatte das Selbstverständnis und die individuelle Klasse, um auch Partien auf höchstem Niveau spielerisch zu kontrollieren.

Die taktische Anlage, um das stabil und erfolgsversprechend zu tun, hatte die Mannschaft hingegen nicht. Kapitän Frank de Boer – einer dieser spielmachenden Innenverteidiger – und Stam – einer dieser spielerisch unterschätzten Brocken – zeigten eine kluge Spieleröffnung, bei Bedarf unterstützt vom äußerst modernen Keeper van der Sar. Auch Spielmacher Wim Jonk bewegte sich recht geschickt vor den beiden und Davids war mit seiner überragenden Athletik und sehr guter Orientierung ziemlich pressingreistent.

Die Rollenverteilung in der niederländischen Mannschaft war jedoch eine kleine Katastrophe. Bergkamp und Kluivert kamen bis in die Endphase kein bisschen ins Spiel, da sie als Doppelspitze viel zu wenig Abstimmung und Bewegung einbrachten. Beide schwammen wechselnd durch den Zwischenlinienraum, wo sie Dunga aber gut kontrollieren konnte. Dabei hielten sie sich fast immer nebeneinander gestaffelt. Das war eine Katastrophe, weil die brasilianischen Innenverteidiger sich sehr mannorientiert verhielten – und die Außenverteidiger ebenfalls. So entstanden immer wieder Löcher hinter den Außenverteidigern, die zu selten angelaufen wurden, und es entstanden keine Löcher – oder Überladungen – dadurch, dass die Stürmer durch kreuzende Bewegungen (bzw. vertikale oder asymmetrische Staffelung) die Mannorientierungen unter Druck setzten.

Die Problematik bei den Niederlanden: die offenen Verbindungsräume werden nicht angelaufen, weil es zwischen den Stürmern und den Sechsern keine Aufgabenverteilung gibt, sondern alle vier Spieler ohne Verbindungen den zentralen Streifen besetzen.

Die Problematik bei den Niederlanden: die offenen Verbindungsräume werden nicht angelaufen, weil es zwischen den Stürmern und den Sechsern keine Aufgabenverteilung gibt, sondern alle vier Spieler ohne Verbindungen den zentralen Streifen besetzen.

Diese Problematik ging Hand in Hand mit den simplen Rollen der Flügelstürmer. Zenden war ohnehin ein ganz klassischer Flügelspieler, der die Linie bearbeitete und vornehmlich ungezielte Flanken brachte. Ronald de Boer zeigte sich in der Partie als passstärkster Akteur auf dem Feld, spielte aber fast nur an der rechten Seitenlinie. Von dort agierte er zwar kreativ, aber seine Präsenz fehlte im Zentrum. Zudem spielte Reiziger sehr laufstark und offensiv, was durch de Boers breite Position aber wirkungslos war. Er wurde im ersten Durchgang fast gar nicht eingebunden, sodass der Niederlande quasi ein Offensivspieler fehlte.

So hatten die Niederländer die üblichen Verbindungs-, Synergie- und Kombinationsmängel, die ein „echtes“ 4-4-2 so gut wie immer mit sich bringt. Sie kamen vorerst nur selten hinter Dunga. Wenn doch, waren das vereinzelte Szenen, in denen sich einer der Stürmer weiter aus der Position fallen ließ, Ronald de Boer doch einmal einrückte oder Cocu seine interessante Rolle einbrachte: Der äußerst komplette, polyvalente Routinier nutzte die enge Rolle von Leonardo und die Mannorientierung auf Zenden, um in den linken Halbraum aufzurücken. So gab es häufig das Muster, dass die Niederlande über halbrechts aufbaute, Leonardo und die Doppelsechs dort hin zog und dann auf Cocu nach halblinks verlagerte. Das genügte aber mangels Verbindungen nicht für nennenswerte Chancen.

Ganz interessante Szene: Zum einen hat Oranje zum Beginn eine Dreierkette mit dem Rechtsverteidiger tief und dem Linksverteidiger als Sechser. Anschließend gehen beide nach außen. Zum anderen sieht man erneut wie die zentralen Spieler einigermaßen unbeweglich sind. Jemand könnte in den Raum vor Cocu oder hinter Carlos ausweichen. Stattdessen das übliche Muster mit der Verlagerung auf Carlos. Hierbei aber schlechte Orientierung von Jonk, der sich staksig bewegt und Bebeto nicht sieht, stattdessen den Pass blind aus seinem Sichtfeld herausspielt. Bebeto fängt den Ball ab, Konter. Bemerkenswert erneut die Horizontalkompaktheit im brasilianischen Mittelfeld.

Ganz interessante Szene: Zum einen hat Oranje zum Beginn eine Dreierkette mit dem Rechtsverteidiger tief und dem Linksverteidiger als Sechser. Anschließend gehen beide nach außen. Zum anderen sieht man erneut wie die zentralen Spieler einigermaßen unbeweglich sind. Jemand könnte in den Raum vor Cocu oder hinter Carlos ausweichen. Dann hätte de Boers seltenes Einrücken potentiell immense Wirkung. Stattdessen das übliche Muster mit der Verlagerung von halbrechts auf Cocu halblinks. Hierbei aber schlechte Orientierung von Jonk, der sich staksig bewegt und Bebeto nicht sieht, stattdessen den Pass blind aus seinem Sichtfeld herausspielt. Bebeto fängt den Ball ab, Konter. Bemerkenswert erneut die Horizontalkompaktheit im brasilianischen Mittelfeld.

Cocu konnte allein in diesem Spiel demonstrieren, was für ein außergewöhnlicher Spieler er war. Er bewegte sich mit einer herausragenden Souveränität sehr flexibel durch die Positionen und war in puncto Entscheidungsfindung klar der reifste Spieler auf dem Platz. Eine Aura der Komplettheit umgab ihn.

Cocu konnte allein in diesem Spiel demonstrieren, was für ein außergewöhnlicher Spieler er war. Er bewegte sich mit einer herausragenden Souveränität sehr flexibel durch die Positionen und war in puncto Entscheidungsfindung klar der reifste Spieler auf dem Platz. Eine Aura der Komplettheit umgab ihn.

Oranje manndeckt 6-2-2-artig

Auch gegen den Ball waren die Niederlande taktisch eher schwach – aber die Ausrichtung passte zumindest gut gegen die Brasilianer. Kluivert und Bergkamp machten wenig Druck im Pressing, was beide in ihren Vereinen durchaus auch anders zu spielen wussten. Zumindest positionierten sie sich einigermaßen tief, sodass sie meist zumindest einen oder beide Sechser abdeckten.

Dahinter gab es klare Mannorientierungen auf allen Positionen, die aber bei Bedarf etwas justiert wurden. Die Flügelspieler gingen die Bewegungen der sehr aggressiven brasilianischen Außenverteidiger mit. Ronald de Boer übergab den stürmischen Roberto Carlos aber gelegentlich an Reiziger, was auf links teilweise zu Problemen führte. Zudem schob Sampaio manchmal etwas in diesen Raum nach, sodass Jonk Zuordnungsprobleme mit Rivaldo bekam.

Bei einem Freistoß kann man mustergültig die niederländische Grundorientierung beobachten. In Ballnähe wird dann enger manngedeckt.

Bei einem Freistoß kann man mustergültig die niederländische Grundorientierung beobachten. In Ballnähe wird dann enger manngedeckt. Man erkennt auch, warum Brasilien trotzdem nicht schafft, im Zentrum Überzahl zu erzeugen.

Um die Doppelsechs herum gab es wegen der breiten Flügelspieler immer wieder große Räume, die für dynamische Dribblings nutzbar waren. Allerdings hatte Brasilien wenige Spieler, die in diese Räume reingehen konnten. Die niederländischen Innenverteidiger rückten gegen die umtriebigen Bebeto und Ronaldo immer wieder weit heraus. Das passte und funktionierte gut, weil die Außenverteidiger – vor allem Cocu – oft nicht beschäftigt waren und aus einer guten Horizontalkompaktheit heraus dann eine klare Dreierkette bilden konnten.

Für die Stabilität der Niederländer war Davids ein Schlüsselfaktor. Er war der Spieler auf dem Platz, dessen Athletik am ehesten an moderne Spitzenspieler erinnert. Auch sein Umblickverhalten war den meisten anderen überlegen - schlichtweg ein handwerklich sehr guter Fußballer, wie es ihn zu dieser Zeit kaum gab.

Für die Stabilität der Niederländer war Davids ein Schlüsselfaktor. Er war der Spieler auf dem Platz, dessen Athletik am ehesten an moderne Spitzenspieler erinnert. Auch sein Umblickverhalten war den meisten anderen überlegen – schlichtweg ein handwerklich sehr guter Fußballer, wie es ihn zu dieser Zeit kaum gab.

Unkreative Brasilianer

Dribblingaktionen hätten die holländische Defensivorganisation stark beschädigen können. Das passierte aus mehreren Gründen nicht. Zum einen hatten die Brasilianer schlicht keine besonders dribbelstarke Elf. Beide Sechser waren in dieser Hinsicht limitiert. Leonardo und Bebeto waren zwar gute Techniker, aber hatten nicht die Athletik, um sich konstant gegen Manndeckungen von Spielern wie Stam oder Davids durchzusetzen.

Auch Rivaldo war in dieser Hinsicht sehr enttäuschend. Generell bestand seine berüchtigte Kreativität eher aus plötzlichen, durchschlagskräftigen Technik-Aktionen in Strafraumnähe; als Raumüberbrücker und Stratege im Mittelfelddrittel fehlte ihm die Konstanz, Dynamik und teilweise auch Sauberkeit und Timing. Insofern war seine Einbindung hier etwas fragwürdig, auch wenn er letztlich mit einem schönen Diagonalpass aus dem Halbraum das Führungstor vorbereitete.

Dieses Tor erzielte Ronaldo, der bis dahin wenig Präsenz hatte. Das lag zum einen daran, dass er zu wenig Bälle bekam und sich selber auch nicht viel bewegte. Zum anderen lag das daran, dass die Niederländer ihn schlichtweg immer sofort foulten, sobald sie in seine Nähe kamen. Mein Erinnerungsprotokoll verzeichnet im ersten Durchgang sieben Aktionen, fünf davon wurden sofort mit Fouls unterbrochen. Keine harten Fouls, sondern einfach kleine Eingriffe in die Laufbewegung, die ihn zu Fall brachten. Football-Lineups zählt in der Partie ganze 24 Fouls der Niederländer gegenüber 10 auf brasilianischer Seite.

Dennoch kamen die Brasilianer auch einfach zu selten kontrolliert in die hohen Räume. Der Spielaufbau war nicht gut. Dunga versuchte zwar das ganze zu strukturieren und kippte dafür auch geschickt ab, doch Sampaio war bei weitem kein Spielmacher und auch die Innenverteidiger waren in dieser Kategorie schwächer als ihre Gegenüber. Gerade Aldair bolzte seine langen Bälle des häufigeren ins Nichts.

So funktionierte die brasilianische Offensive tatsächlich mehr über Bewegung als über Technik. Bebeto unternahm immer wieder die ausweichenden Läufe, die den Niederländern fehlten, und tauchte praktisch überall auf. Auch Leonardo bewegte sich geschickt verbindend durch das offensive Mittelfeld. So entstanden oftmals gute, kombinativ nutzbare Strukturen, die aber zu selten mit dem Ball ausgespielt wurden.

Ein wesentliches Element waren stattdessen die berüchtigten Vorstöße von Roberto Carlos. Das Kraftpaket von Real Madrid überrannte Ronald de Boer und manchmal Reiziger gleich mit. Teilweise wurde er schon zu viel gesucht, sodass lange Bälle überfrüht gespielt wurden. Einige Male kam er jedoch an der Strafraumseite zum Zug und brachte ein paar sehr scharfe und unangenehm platzierte Flanken vor das Tor.

Ausgleich per 3-2-4-1 in einer klassischen Endphase

Direkt zu Beginn der zweiten Halbzeit erzielte Brasilien die Führung. Aldair dachte sich, dass er ja mal Fußball spiele könne, dribbelte über links an, sodass nach Pass auf Carlos und einer Rückgabe in den Halbraum Rivaldo etwas Zeit am Ball bekam. Halbrechts bewegte sich Ronaldo zwischen Cocu und de Boer. Der Kapitän wollte wohl auf Abseits spielen oder drehte nur kurz durch, rannte fünf Meter nach vorne, Ronaldo ging in den Raum, Rivaldo brachte den Ball, Ronaldo schob ihn van der Sar durch die Hosenträger.

Zunächst lief das Spiel weiter wie gehabt mit wenigen Torchancen auf beiden Seiten. Allerdings wurden die niederländischen Ballbesitzphasen noch länger und Brasilien fiel mehr zurück, verteidigte noch dauerhafter und etwas tiefer in der eigenen Hälfte. Dabei beteiligte sich jetzt auch zunehmend Ronaldo und zwar sehr geschickt: Er ließ sich halbrechts zurückfallen und blockierte damit den Aufrückraum für Cocu.

Das Spiel in der Endphase der regulären Spielzeit.

Das Spiel in der Endphase der regulären Spielzeit.

Nicht nur deshalb war Guus Hiddinks Wechsel in der 75. Minute logisch: Er löste die Linksverteidiger-Position auf, schob Cocu vor und brachte mit van Hooijdonk einen wuchtigen Mittelstürmer für Zenden. In der Folge ließen sich Kluivert und vor allem Bergkamp verstärkt ins Mittelfeld zurückfallen. Zudem spielte nun Aron Winter – seines Zeichens eher ein Achter – für Reiziger. Winter rückte vereinzelt wie Cocu durch den Halbraum vorwärts, sodass Ronald de Boers breite Position effektiver wurde.

Mario Zagallo hatte indes Denilson für Bebeto gebracht, diesen auf die linke Seite gestellt und Rivaldo in den Sturm – oder auf die Zehn – nach vorne gezogen. Rivaldo und Ronaldo konnten sich in dieser Konstellation und aus der tiefen Verteidigung heraus besser einbringen und fuhren einige hochgefährliche Konter. Ronaldo lief zwei Mal auf van der Sar zu, ein Mal schob er mit Davids an den Hacken am Tor vorbei, ein Mal kam der Torwart gerade noch an den Ball.

So waren es dann doch die Niederländer, die von den beidseitig sinnvollen Wechseln profitierten. Brasilien musste gegen Bergkamp und Co. immer enger und zentraler verteidigen. Gleichzeitig bekam die Abwehr mit dem zusätzlichen Mittelstürmer große Zuordnungsprobleme. Beim Ausgleichstor konnte deshalb Ronald de Boer völlig ungestört flanken und Baiano ließ Kluivert ungestört einköpfen.

Entscheidend beim Tor ist wiederum Cocu. Voraus ging ein langer Ball von Frank de Boer auf Kluivert. Cocu erkennt früh den Kampf um den zweiten Ball, erreicht dann knapp vor Dunga den Abpraller und kann ihn im Grätschen auf Vorlagengeber Ronald de Boer verlagern.

Entscheidend beim Tor ist wiederum Cocu. Voraus ging ein langer Ball von Frank de Boer auf Kluivert. Cocu erkennt früh den Kampf um den zweiten Ball, erreicht dann knapp vor Dunga den Abpraller und kann ihn im Grätschen auf Vorlagengeber Ronald de Boer verlagern. Der ist frei, weil Roberto Carlos von van Hooijdonk gebunden wird.

Ein großer Fehler der Brasilianer war in dieser Phase auch, dass sie kaum mehr für Entlastung im Spielaufbau sorgten. Mehrere Abstöße und Aufbausituationen endeten mit langen Bällen direkt ins Seitenaus. So leicht Präsenz und Zeit herzuschenken ist ein typisches Problem von Defensivmannschaften in Endphasen.

Verlängerung mit instabilen Niederländern

Die Systeme ab der 91. Minute.

Die Systeme ab der 91. Minute.

Angesichts der gefährlichen brasilianischen Konter ist es wohl als recht kurios zu bewerten, dass Hiddink seine Mannschaft nun unverändert in die Verlängerung schickte. Den nicht besonders schnellen Frank de Boer ohne Linksverteidiger gegen den vielleicht durchschlagskräftigsten Stürmer der Fußballgeschichte antreten lassen – kann man mal machen. Aber eigentlich nicht.

Ronaldo konnte dementsprechend noch einmal aufblühen. In den ersten Minute konnte er einen Abpraller per Fallrückzieher auf’s Tor bringen, der gerade noch von Frank de Boer von der Linie geköpft wurde, und anschließend nach einem Dribbling noch einen starken Distanzschuss platzieren, den van der Sar aus der Ecke holte.

Oranje blieb indes natürlich auch weiterhin spielstark und wurde vereinzelt auch gefährlich. Die Brasilianer rückten nun auch wieder mit mehr Spielern in die Angriffe; mehrere Angriffe liefen über links mit Kombinationen von Denilson, Carlos und Rivaldo. Wenn die Südamerikaner dabei hängen blieben konnten die Niederländer auch gefährlich kontern. Ansonsten kombinierten sie nun teilweise auch lockerer.

Alles in allem stabilisierte sich Brasilien aber etwas, da die ganze Formation etwas zur linken Seite hing, wo die Niederländer durch ihre Umstellungen ja effektiv einen zusätzlichen Spieler hatten und vermehrt angriffen. Dunga bewegte sich nun auch primär auf halblinks und orientierte sich viel an Bergkamp. Dadurch wurde Oranje oft auf die Seite von Ronald de Boer gelenkt und dort dann sehr dicht zugeschoben.

Fazit

Die Brasilianer gewannen das Elfmeterschießen 4:2, weil Ronald de Boer und Philip Cocu an Taffarel scheiterten. Es war ein Sieg der Stabilität und der Lokalkompaktheiten gegen eine Mannschaft, deren große spielerische Klasse 75 Minuten lang ein bisschen zu sehr am eigenen 4-4-2 zerschellte. Es war ein Dunga-Sieg. Gegen die taktisch starken Franzosen in ihrem 4-3-2-1 um Zinedine Zidane reichte das dann nicht mehr. Die Niederlande scheiterten zum zweiten Mal in Folge bei einem großen Turnier im Elfmeterschießen, ein drittes Mal sollte 2000 gegen Italien folgen – das war übrigens ein taktisch noch deutlich stärkeres Spiel. Dieses hier war eines mit viel Licht und Schatten.

Ernie Berenbroek 2. Januar 2017 um 15:33

Nach dieser erfolgreichen WM wurde der Grundstein für den heutigen Niedergang des niederländischen Fußballs gelegt. Louis van Gaal schaltete bei der nächsten WM-Qualifikation zurück auf 4-3-3, mit dem er einige Jahre zuvor erfolgreich gewesen war bei Ajax Amsterdam. Nachdem Guus Hiddink und dessen Nachfolger Frank Rijkaard 1998 im 4-2-2 noch mit zwei zentralen Topstürmern spielten (Kluivert und Bergkamp), war es bei Van Gaal unmöglich daß das damalige Topduo Kluivert-Van Nistelrooy gleichzeitig auflief. Statt dessen spielte im entscheidenden Gruppenspiel gegen Irland Jimmy Hasselbaink (erfolgreicher Mittelstürmer bei Chelsea) als ein Gelegenheitsrechtsaußen. Er war völlig wirkungslos. Oranje verlor mit 1:0 und verpaßte mit einer hochkarätigen Mannschaft die WM 2002. Van Gaal verteidigte seine Wahl indem Hasselbank in seiner Jugend einige Zeit Rechtsaußen gespielt haben soll. Brasiliën wurde mit dem Stürmerduo Ronaldo-Ronaldinho Weltmeister.

Mit 4-3-3 enttäuschte die Niederlande unter Marco van Basten auf der WM 2006. Bondscoach Bert van Marwijk wurde vier Jahre später hatte mit dem in den Niederlanden unbekannten 4-2-3-1. Bei der EM 2012 verzichtete auf das Topduo Van Persie-Huntelaar (gleichzeitig Torschützenkönige in der Premier League und Bundesliga). Es wurde ein Disaster. Van Gaal wurde zwei Jahre später WM-Dritter als er trotz heftiger Kritik 5-3-2 mit dem Topduo Robben-Van Persie spielte.

Trotz Erfolgslosigkeit mit 4-3-3 setzten seine Nachfolger Hiddink und Blind wieder auf diese veraltete Taktik. Die EM-Qualifikation wurde ein neuer Tiefpunkt. Auch die WM-Quälifikation drohtwieder zu scheitern.

Grafiken dazu auf: http://www.voetbalfinales.webklik.nl/page/worldcup-wm-wk

Antworten

HK 3. Januar 2017 um 10:24

Mich wundert immer wie negativ viele heute den holländischen Fußball sehen.
Die Niederlande sind im Fußball, mit Verlaub gesagt, ein ziemlich kleines Land, dass im Grunde seit Jahrzehnten über seine Verhältnisse performt.
Ist es da nicht mal völlig normal auch hin und wieder einige Mißerfolge einstecken zu müssen?

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Ernie Berenbroek 5. Januar 2017 um 12:30

Die Probleme im niederländischen Fußball sind komplex und vielfältig. Die Klubs haben einen großen Rückstand zum internationalen Fußball und scheiden aus gegen zweit- und drittklassige Gegner wie FK Rostov, Fenerbahce, Rapid Wien oder Molde FK. Hauptgrund ist meines Erachtens das dogmatische, bedingungslose Festhalten an nur eine einzige Spielweise und ein einziges System: das überromantisierte 4-3-3.

Man schwärmt noch immer vom längst überholten Flügelspiel mit zwei Linienläufern und einem statischen Strafraumstürmer. Fast jeder Angriff geht über die Flanken, die Halbräume sind kaum besetzt und Kombinationen durch das Zentrum haben Seltenheitswert. Daß es keine niederländische Übersetzung für den Begriff ‘Halfspaces’ gibt, ist exemplarisch. Weiter ist der Aufbau von hinten viel zu träge. Es findet statt in Räumen, die für den Gegner ungefährlich sind: auf eigener Hälfte und danach dicht an den Außenlinien, weit entfernt vom Tor. Van Gaal nennt dies ‘steriles’ Ballbesitz. Bei Ballverlust ist es eher für sich selbst eine Gefahr. Weiter gibt es fast nur vorhersagbare Angriffe über den Flanken und kaum durch das Zentrum, wie es im heutigen Topfußball wohl geschieht. Die Zehnerposition ist verschwunden und kaum bemannt ist die oft spielentscheidende Zone 14 (von den 18 Bewegungsräume nach AC Milans Erfolgstrainer Arrigo Sacchi), in der Nähe des Strafraumteilkreises. Konterfußball ist dabei schon längst ein Fluchwort. Bei Balleroberung im Mittelfeld folgt oft ein Rückpaß zum Torwart statt Vorwärtsbewegingen. Kontern wird nich trainiert. Vereine wie Ajax Amsterdam sind sogar stolz darauf daß sie es nicht beherrschen.

Bezeichnend ist weiter daß die vorletzten zwei Bondscoaches heftig kritisert wurden, als sie sich bei der WM für ein anderes System als 4-3-3 entschieden und viele Tore wohl aus Kontern entstanden: Bert van Marwijk 2010 mit 4-2-3-1 und Louis van Gaal 2014 mit 5-3-2. Beide waren sehr erfolfgreich. Grafiken dazu auf voetbalfinales.webklik.nl/page/worldcup-wm-wk

Auf http://www.catenaccio.nl (eine niederländische Äquivalente von Spielverlagerung.de) gibt es einige gute Analysen zur niederländfschen dieser Krise. Hier eine kurze Übersetzung:

1. Kompaktheit
1974 war die Niederlande noch Vorlaüfer auf diesem Gebiet durch die Erfindung der Abseitsfalle; heutzutage fehlt vor allem horizontale Kompaktheit. Befindet sich der Ball auf einer Flanke, dann sollten die Spieler an der anderen Seite nach innen kommen, damit die Räume enger werden. Daß der Gegner an der anderen Seite Freiheit hat, muss nicht unbedingt gefährlich sein, da lange Pässe dorthin auch lange unterwegs sind. Niederländische Teams halten das Feld bei Ballbesitz jedoch meistens zu breit. Auch die vertikale Kompaktheit ist mangelhaft. Die Verteidiger fühlen sich unbequem mit viel Raum hinter ihren Rücken. Auch dadurch werden die Räume zu groß.

2. Flügelspiel
Die Niederlande schwärmt noch immer vom längst überholten Flügelspiel mit zwei Linienläufern und einem statischen Strafraumstürmer. Mit einem Rechtsfüßler auf rechts und einem Linksfüßler auf links, die mögichst viele, hohe Bälle vor dem Tor schlagen sollen. Zahlen weisen aus, daß nur ein Viertel solcher Flanken ankommt, nur die Hälfte führt zu einem Torversuch und nur eine auf 71 Flanken führt tatsächlich zu einem Tor. Die Erklärung ist logisch: hohe Flanken sind lange unterwegs und dadurch leichter zu verteidigen; kommt der Ball trotzdem an, dann geschieht der Torversuch meistens per Kopf, während Schüsse oft präzieser und kräftiger sind.

Auch strategisch sind die Außenbahne kaum effektiv. Die Spieler sind in dieser Zone beschränkt in ihren Möglichkeiten und das Tor steht weit weg. Immer mehr Toptrainer im internationalen Fußball fordern deshalb Dominanz in den Halbräumen.

3. Positionsspiel
Oft wird in einer U-Form gekreiselt. Das führt nicht zu Raumgewinn und ist eher Beschäftigungstherapie. Guardiola haßt diese Variante des Tiki-Takas. Um wirklich Dominanz zu haben, braucht man Spieler mit späzifischen Qualitäten. Die Elftal verfügt momentan aber nicht über derartige Spieler. Klaassen und Wijnaldum sind laufstark und torgefährlich, sind jedoch technisch zu schwach um in engen Räumen mit einem Steilpass einen Mitspieler in Tornähe zu bringen. Sneijder hatte seine Glanzzeit in einer Kontermannschaft (Internazionale, 2010); auf gegnerischer Hälfte weicht er of nach links aus, wo er weitaus ungefährlicher ist. Daley Blind (Sohn des Bundestrainers) beherrscht zwar das Positionsspiel, ihm fehlt jedoch die nötige Kreativität.

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Schorsch 6. Dezember 2016 um 21:13

Ich habe das Spiel zwar (am TV) gesehen, kann mich aber nur sehr, sehr dunkel daran erinnern. Aus dieser sehr unzuverlässigen Erinnerung heraus, aber auch nach dem Lesen der Analyse von MR bin ich der Meinung, dass das Remis das im Prinzip folgerichtige Resultat dieser Begegnung war. Im Elfmeterschießen auszuscheiden kann passieren – auch mehrfach.

Der niederländische Fußball, zumindest seit man ihn auf der europäischen und Weltbühne wahrgenommen hat, war immer gekennzeichnet von internen Streitigkeiten. Irgendwer konnte irgendwen immer nicht verknusen, was dann immer auch auf Gegenseitigkeit beruhte. Ein niederländischer Kollege meinte einmal zu mir, dass dies am (mitunter zu stark) ausgeprägten Individualismus vieler Niederländer läge. Ag sein, ich weiß es nicht. In den 90ern war das nicht anders, wobei Gruppenbildungen innerhalb des Nationalteams nicht unbedingt den Gemeinschaftsgeist steigerten (‚Surinam-Fraktion‘), freundlich gesprochen. 2010 und 2014 hat es zwar auch nicht zu einem Titel für Oranje gelangt, aber es war schon erstaunlich, wie man mit ‚mannschaftlicher Geschlossenheit‘ und relativ einfachen, aber konsequent durchgeführten taktischen Konzepten wesentlich mehr erreicht hat, als alle vorher erwartet hatten. Die Generation der Kluiverts, Seedorfs, de Boers, Cocus, etc., die als Fußballer jener der beiden letzten Weltmeisterschaften um Längen voraus war, ist mMn als Nationalteam letztlich an sich selbst gescheitert. !988 hatte man ähnlich (vielleicht sogar höher) veranlagte Spieler, aber ausnahmsweise keine Zwistigkeiten. Was nicht allein, aber zu einem Teil sicherlich auch zum EM-Titelgewinn beigetragen hat.

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MR 6. Dezember 2016 um 23:32

Deckt sich mit dem, was Bergkamp in seinem Buch berichtet. Besonders für die EM 96 betont er die internen Konflikte sehr stark.

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Koom 7. Dezember 2016 um 09:22

Ein großer Mannschaftsgeist war eigentlich schon immer wichtig. Oder fällt jemandem ein EM/WM-Sieger ein, der aus einer zerrütteten Mannschaft bestand? Natürlich schließt das eine das andere auch ein wenig aus: Erfolg schweisst auch gerne zusammen. Die 1990er Nationalelf hatte vermutlich sicherlich ihre internen Probleme gehabt, bspw. Matthäus vs. Klinsmann. Da waren auch recht viele dominante, eckige Charaktere am Start. Aber wohl gut genug unter der Fuchtel Beckenbauers, damit das im Turnierverlauf nicht relevant war. Die Dänen 92 sind wohl auch ein Paradebeispiel, die überalterte Elf Italiens 2006 etc.

Aber auch in der kürzeren Historie: Portugal lebte IMO auch einen großen Mannschaftsgeist, natürlich verkörpert von Ronaldo. Die Nationalelf 2014 wurde in der Vorbereitung ganz offensichtlich auch auf charakterliche Kompatibilität geprüft etc. Spaniens Dominanzmeister bestand auch aus einem Guß, da trat auch kein Streit zu Tage.

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Guergen 6. Dezember 2016 um 12:07

Kann es sein, dass die Niederländer auch so schwach waren, weil sie in jedem Spiel wegen Verletzungen und Sperren massiv umstellen mussten? Brasilien hatte mit der zweiten Halbzeit des Eröffnungsspiels Stammelf und Formation für das gesamte Turnier gefunden (nur einmal muss ein IV ersetzt werden.)

Bei der Niederlande ist Bergkamp am Anfang nicht fit und Kluivert holt sich mit einer strunzdummen Tätlichkeit Rot und wird mehrere Spiele gespielt. Die spielen erst im Viertelfinale wieder zusammen. Auch Overmars ist angeschlagen, Zenden muss immer wieder für ihn übernehmen, ist dabei aber nicht so stark. Seedorf kriegt immer wieder Chancen zu spielen, dabei läuft über ihn nichts. Cocu spielt mal im Mittelfeld, mal auf dem Flügel und auch mal als Mittelstürmer für Kluivert, vor dem Halbfinale sind dann Numan gesperrt und Bogarde verletzt, so dass er Außenverteidiger spielen muss. Scheint mir logisch, dass sich dabei strukturelle Probleme ergeben.

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studdi 6. Dezember 2016 um 12:01

Super Artikel das ist genau die Zeit in der ich als kleiner Junge vorm Fernseher Fußball guckte und meinen Stars nacheiferte. Einfach schön Spielanalysen aus dieser Zeit zu lesen.
Vl kommt ja auch noch was zu meinen beiden Lieblingsteams dieser Zeit das Barca mit den ganzen Holländern + Rivaldo/Figo/Guardiola und das Arsenal Anfang der 2000er.

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Guergen 6. Dezember 2016 um 11:58

Könnte es sein, dass die strukturellen Probleme der Niederländer (auch) daran lagen, dass sich über das Turnier hinweg kaum eine Stammelf finden konnte? Brasilien hatte mit der zweiten Halbzeit des Eröffnungsspiels eigentlich die 11 Spieler auf dem Platz, die fast in jedem Spiel starten sollten (mussten nur einmal einen IV ersetzen), bei den Niederländern ist Bergkamp am Anfang noch nicht fit, Kluivert holt sich aus purer Blödheit eine rote Karte samt Sperre für mehrere Spiele ab, die spielen erst im Viertelfinale wieder zusammen. Der überzeugende Overmars holt sich auch einige Blessuren und muss immer wieder vom schwächeren Zenden vertreten werden, Seedorf spielt einen Käse zusammen bekommt aber immer wieder Chancen, Cocu muss wegen diverse Umstellungen mal im Mittelfeld oder auf dem Flügel und auch als Mittelstürmer ran. Vor dem brasilien-Spiel ist dann Numan gesperrt und mit Bogarde der zweite Linksverteidiger verletzt, also muss Cocu jetzt dorthin ausweichen. Bei dem ganzen Chaos kein wirkliches Wunder, dass sich da Strukturschwächen zeigen, während Brasilien zwar enttäuschend, aber dafür relativ systematisch durch das Turnier gehen kann.

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