Tuchels Trickkiste gegen Schmidts Pressing wirkungslos

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Im dritten Anlauf gelang Roger Schmidt der erste Sieg im direkten Trainerduell mit Thomas Tuchel. Eine in seiner dritten Saison erneut verfeinerte Ausrichtung im Pressing stellte Dortmund vor unlösbare Probleme, trotz zahlreicher Umstellungen Tuchels während der Partie.

Grundformationen

Grundformationen

Die Entwicklung des Leverkusener Pressings in den letzten Jahren

Leverkusen gegen Dortmund war das auch Duell des letztjährigen Drittplatzierten gegen den Vizemeister. In dieser noch jungen Saison kann der BVB jedoch nach fünf Runden bereits ebenso viele Punkte Vorsprung auf die Werkself vorweisen. Die Leverkusener kamen schlecht aus den Startlöchern und mussten in den ersten drei Runden bereits zwei Niederlagen einstecken, hinzu kommen die teils unglücklichen Unentschieden gegen Moskau, Augsburg und Monaco. Früh in der Saison stand die Mannschaft von Roger Schmidt unter Druck, während Tuchels Youngsters nach dem 2:2 gegen Real Madrid von den Medien gefeiert wurden.

Tuchel ließ im Vergleich zum Real-Heimspiel Mario Götze und Kapitän Marcel Schmelzer draußen und brachte dafür Sebastian Rode und Christian Pulisic. Bei Bayer rutschte Admir Mehmedi für Kevin Volland in die Startelf.

Die Mannschaft von Roger Schmidt agierte auch gegen den BVB im traditionellen 4-2-2-2 System gegen den Ball, wenngleich dieses im Laufe der letzten drei Jahre zahlreiche Anpassungen erhalten hat.

In der ersten Saison unter Schmidt wurde das 4-2-2-2 gegen den Ball eher zu einem 4-2-4, bei dem die Zehner gemeinsam mit den beiden Stürmern die gegnerische Zentrale besetzten und den Gegner so aktiv auf den Flügel zwingen wollten. Diese hoch riskante Ausrichtung fand jedoch ihr jähes Ende, nachdem die Werkself in ihrer zweiten Saison unter Roger Schmidt eine empfindliche 0:3 Niederlage gegen Borussia Dortmund einstecken mussten – das erste von drei Duellen zwischen Tuchel und Schmidt. In den darauffolgenden Spielen passte Schmidt die Ausrichtung im Pressing leicht an. Während der ballnahe Zehner weiterhin auf den Flügel rausschieben durfte, ließ sich der ballferne Zehner konstant auf die Höhe der beiden Sechser fallen. Dadurch bildeten die Leverkusener ein zum Ball versetztes 4-3-3. Doch auch diese Ausrichtung gehört immer weniger zum Pressing-Repertoire von Bayer. In dieser Saison formen sich die Leverkusener immer mehr zu einem 3-4-3 gegen den Ball, bei dem ballnah der Außenverteidiger eine Linie nach vorne rutscht, während gleichzeitig der ballferne Zehner eine Linie zurückfällt. Der ballnahe Zehner darf dabei weiterhin auf einer Linie mit den Stürmern agieren.

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Calhanoglu schiebt auf den Flügel, dahinter rückt auch Linksverteidiger Henrichs raus. Auf der Gegenseite lässt sich Mehmedi fallen und bildet ein 3-4-3.

In diesem 3-4-3 standen die Leverkusener bemerkenswert stabil, konnten ihre Pressing-Staffelungen dabei flexibel zu einem 4-2-2-2 zurückformen oder auf ein konventionelleres 4-4-2 zurückgreifen. Außerdem waren sie in der Lage bei Seitenwechseln das 3-4-3 binnen kürzester Zeit auf die Gegenseite zu verlagern. Die Übergänge hierbei waren fließend und die Heimmannschaft dadurch sehr variabel gegen den Ball. Der BVB hatte über 90 Minuten kaum Lösungen gegen das Leverkusener Pressing, auch wenn Thomas Tuchel Einiges ausprobierte.

Am interessantesten dürfte die Staffelung im Spielaufbau während der ersten zwanzig Minuten gewesen sein, eine Variante welche Tuchel bereits in der Sommervorbereitung einstudieren ließ.

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Nahezu identisch zum Aufbauspiel gegen Sunderland in der Sommervorbereitung. Guerreiro als einrückender Außenverteidiger.

Marcel Schmelzers Stellvertreter Guerreiro rückte von seiner linken Außenverteidigerposition ins Zentrum und besetzte dabei mit Julian Weigl die Doppelsechs, während der Rest der Verteidigungsline eine Dreierkette bildete. Das ermöglichte den beiden Flügelspielern Pulisic und Démbélé wiederum als Breitengeber zu fungieren. Es kann sein, dass Thomas Tuchel mit dieser Umformung Julian Weigl unterstützen wollte, nachdem immer mehr Gegner sich in ihrer Defensivausrichtung auf den jungen Nationalspieler konzentrierten. Andererseits konnte der BVB dadurch auf beiden Seite die Breite besetzen. Dass dies gegen die Leverkusener ein probates Mittel sein kann, bewies Pep Guardiola letztes Jahr.

Die Leverkusener konnten die Offensivpläne von Tuchel jedoch rasch neutralisieren. Guerreiro landete neben Weigl im dichten Netz der vorderen drei Linien in Leverkusens 4-2-2-2, Verlagerungen auf eine Seite wurden wiederum durch das asymmetrische 3-4-3 verteidigt und die Dortmunder dadurch in Ballbesitz harmlos gemacht. Nach knapp 25 Minuten folgte die erste Anpassung des BVB-Coaches. Er stellte auf eine „normale“ Viererkette im Spielaufbau um und ließ Guerreiro wieder die Außenbahn besetzen, von wo der Portugiese immer wieder nach vorne schob. Dadurch rutschte wiederum Ousmané Démbélé öfter in den linken Halbraum, wo dieser sich auch scheinbar wohler fühlte.

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Je weiter Leverkusen nach hinten gedrängt wird, desto mehr fallen sie in ein 4-4-2. Guerreiro wird zum klassischen Linksverteidiger, Démbélé rutscht in den linken Halbraum.

Auf der Gegenseite hielten sich die Ausflüge von Lukas Piszczek jedoch in Grenzen, weshalb Pulisic weiterhin als Breitengeber agieren musste. (Die äußerst tiefe und vorsichtige Rolle des polnischen Nationalspielers sollte im Laufe der Partie noch zum Hemmschuh im Dortmunder Aufbauspiel werden).

Bayer 04 konnten den Gegner aus Dortmund auch nach dieser Umstellung gut verteidigen. Ausschlaggebend dafür war Charles Aranguiz, der wohl eine spezielle Rolle im Leverkusener Pressing einnahm. Immer wieder rückte der Chilene mannorientiert auf die Dortmunder Zentrumsspieler – vor allem auf Julian Weigl – raus.  Dieser wurde dabei bereits durchgehend von den Leverkusener Stürmern flexibel mittels Mannorientierung oder Deckungsschatten aus dem Spiel genommen. Zeitweise wurde „der wichtigste Spieler der Dortmunder“ also von nicht weniger als drei Spielern bewacht.

Doch auch gegen zurückfallende Läufe der Dortmunder Achter ging Aranguiz mannorientiert vor. Hier war es vor allem Gonzalo Castro der den Spielaufbau unterstützen wollte und vom Chilenen gedeckt wurde. Rode hielt sich eher in den offensiven Halbräumen auf.

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Castros Zurückfallen wird von Aranguiz mannorientiert verfolgt

Nach 35 Minuten beorderte Thomas Tuchel seine beiden Achter zu sich und kritzelte ihnen auf einem Stück Papier vor, wie sie sich zu bewegen haben. Den Gesten und Bewegungen des 43-jährigen nach zu urteilen, verlangte er von Castro und Rode mehr vertikale Läufe in die beiden Halbräume. Ziel war es wohl zwischen den hinteren zwei Linien des Leverkusener 3-4-3 zu kommen. Tatsächlich gab es hier wohl potenziell am ehesten Raum für Dortmunder Angriffe. Diese kurze „Taktik-Schulung“ blieb auf dem Platz jedoch ohne Folgen. Die Werkself war zu diesem Zeitpunkt bereits 1:0 in Führung, nachdem Mehmedi eine Calhanoglu Ecke verwerten konnte. Dieses Ergebnis passte perfekt in den Matchplan von Bayer 04, welche sich auf ihr Pressing konzentrieren konnte, ohne den Druck zu haben selber Torchancen kreieren zu müssen. Dementsprechend wurde im Spielaufbau nicht lange herumgefackelt und oft der lange Ball in die Spitze gespielt. Die Dortmunder bissen sich an der Leverkusener Defensivformation die Zähne aus.

Noch mehr Umstellungen in der zweiten Halbzeit

In den zweiten 45 Minuten gab es auf beiden Seiten diverse Umstellungen. Roger Schmidt brachte für den angeschlagenen Lars Bender den Brasilianer Wendell, was wiederum zur Folge hatte, dass Youngster Henrichs auf die rechte Abwehrseite wechseln musste. Bei den Gästen kamen mit Emre Mor und Marcel Schmelzer gleich zwei neue Akteure in die Partie. Mor ersetzte Pulisic positionsgetreu, während Schmelzer den blessierten Castro ersetzte und damit die Besetzung in Abwehr und Mittelfeld änderte. Guerreiro rückte auf die linke Achterposition, während Kapitän Schmelzer seine angestammte Position links hinten einnahm. Am Spielrhythmus änderte sich jedoch kaum was. Die Leverkusener waren im Spiel gegen den Ball nach wie vor sehr gut choreographiert und konnten mit diversen taktischen Fouls immer wieder das Tempo aus den Dortmundern Angriffen nehmen.

Die Dortmunder reagierten mit noch mehr Umformungen, welche erneut über den umtriebigen Guerreiro liefen. Der Europameister tauschte immer wieder mit Schmelzer, Dembélé und Rode die Position und versuchte dadurch mehr Einfluss aufs Spiel zu nehmen. Doch Bayer verwehrte ihm diesen vehement.

Links: Guerreiro tauscht mit Dembélé damit dieser im Halbraum agieren kann. Rechts: Guerreiro wechselt auf den rechten Halbraum und lässt sich diagonal abkippen. Piszczek traut sich jedoch trotz Tuchels Zurufen nicht ganz nach vorne.

Links: Guerreiro tauscht mit Dembélé damit dieser im Halbraum agieren kann.
Rechts: Guerreiro wechselt auf den rechten Halbraum und lässt sich diagonal abkippen. Piszczek traut sich jedoch trotz Tuchels Zurufen nicht ganz nach vorne.

In der zweiten Halbzeit wurde auch die Problematik von Lukas Piszczeks Rolle im Spielaufbau immer augenscheinlicher. Der Pole hatte zu Beginn der Partie zwar die Aufgabe mit den beiden Innenverteidigern eine Dreierkette zu bilden, doch obwohl dieser Plan nach 20 Minuten ad acta gelegt wurde, blieb der Pole gewohnt sehr tief im Spielaufbau, weshalb diese Seite für die linke Achse der Leverkusener mit Henrichs-Calhanoglu (erste Halbzeit) und Wendell-Calhanoglu (zweite Halbzeit) relativ leicht aus dem Spiel zu nehmen war.

Mit Fortdauer der Partie fiel es der Werkself zunehmend leichter die eigenen Konter zielstrebig zu Ende zu spielen und das Spiel ging immer mehr in beide Richtungen. Dies lag auch daran, dass der BVB vermehrt hohe Bälle spielte um hinter die Bayer-Abwehr zu kommen. Fast gelang dem schnellen Aubameyang dadurch der Ausgleich, doch fast im Gegenzug erhöhte Chicharito nach einem schnellen Konter auf 2:0 und entschied dadurch die Partie.

Fazit

Gegen den Ball sehr starke Leverkusener ziehen dem Dortmunder Aufbauspiel den Zahn. Die zahlreichen Umstellungen von Tuchel waren allesamt wirkungslos, hierbei war wohl die Grundausrichtung mit Guerreiro als einrückenden Außenverteidiger noch die vielversprechendste. Das versetzte 3-4-3 von Bayer markierte die nächste Entwicklungsstufe im Pressing von Trainer Roger Schmidt, während die Dortmunder auch aufgrund der tiefen Rolle von Piszczek weitgehend harmlos blieben.

ode. 7. Oktober 2016 um 17:41

Tolle Diskussion hier und eine sehr schöne Analyse!

Ich möchte, wenn auch ein paar Tage später, noch gern dazu beitragen.

Meiner Ansicht nach sind sowohl Tuchel als auch Schmidt sehr verbissen. Das Spiel war sehr wichtig. Gegen einen direkten Konkurrenten. Zu was diese Verbissenheit führen kann hat man letzte Saison gesehen. Tuchel hat natürlich Recht, wenn er mokiert, dass seine Spieler oft gefoult werden. Ich denke, gestört hat ihn eher, dass Bayer dem BVB ein wenig den Schneid abgekauft hat. Castro hat in der Mixed Zone selber gesagt, dass er nach 3 Minuten im Spiel Probleme mit dem Muskel hatte. Tuchel stellt es nach dem Spiel so hin, als ob er wegen der Leverkusener Härte wechseln musste. Bayer hat vor ein paar Wochen selbst erlebt, wie es ist, wenn eine Mannschaft sich mehr reinhängt und hat in Frankfurt verloren. Der BVB hat gegen Real ein paar Tage zuvor selber 19 Fouls begangen. Der war einfach ein wenig pissig. Dumm wäre, wenn man da jetzt Theater drum machen würde. Als Bayer-Fan, der es jahrelang gewohnt war biederen Muttersöhnchen beim Schönspielen zuzuschauen, freue ich mich, dass in der BayArena endlich mal gefightet wird! Letzte Saison hat es die Bayern erwischt mit der harten Gangart…

Was mir noch an der Analyse fehlte war ein wenig, dass der BVB durchaus Wege gefunden hat, in die offensiven Halbräume zu spielen, die teilweise sehr frei waren. Nachdem unsere 6er verwarnt waren hatte besonders Kampl ein paar Probleme und wurde doch hin und wieder überspielt. Der Grund, warum ich Kampl lieber auf der 10 als auf der 6 sehen würde ist sein relativ schlechtes Timing im Rausrücken. Das wird immer besser, aber mit der Verwarnung im Rücken hat er die nötige Intensität vermissen lassen um die Bälle zu verhindern. Emre Mor hat da im rechten Halbraum des BVB einige sehr gute Zuspiele erhalten in der zweiten Halbzeit. Der Typ hat ja echt eine Wahnsinns-Ballführung! Erinnert wirklich ein wenig an Messi oder auch Robben. Sehr eng, sehr trickreich. Aus dem wird noch mal richtig was! Da können sich die BVB-Fans schon drauf freuen! Auch Dembele hat im linken Halbraum ein paar Bälle bekommen und Kampl und Aranguiz manches Mal umkurvt. Man kann nur hoffen, dass die beiden bald in ein Leistungsloch fallen (also, wenn man nicht BVB-Fan ist… 😉 ).

Meiner Ansicht nach hat Tuchel da zwischendurch recht gut umgestellt und diese Pässe in die Halbräume waren ja auch richtig gut, aber eben dann auch gut verteidigt. Ich hab zu dem Zeitpunkt jedenfalls eher mit dem Ausgleich gerechnet, bevor dann Chicharito (aus meiner Sicht glücklicherweise) das Tor gemacht hat.

Für mich war die Spielweise von Bayer ein kleiner Schritt zurück. In den letzten Spielen haben wir viel mit Ballbesitz gespielt. Das Pressing fungiert fast nur noch als Defensivsystem um schnellstmöglich den Ball zurück zu bekommen. Mainz, Augsburg und Monaco haben das schon zu spüren bekommen. Unser Ballbesitzwert steigt auch immer weiter. Ich weiß noch, das wir in der ersten Schmidt-Saison auch gegen „kleinere“ Gegner immer weniger Ballbesitz hatten. Immer sofort lange Bälle nach vorne und hinterher. Das gibt es seit Mitte der letzten Saison kaum noch. Das Spiel wird immer öfter lange vorbereitet und durch flache Bälle in die offensiven Halbräume aufgebaut. Der Umschaltmoment nach Gegenpressing immer seltener zum direkten Spiel in die Spitze genutzt. Das war gegen den BVB wieder komplett anders, wo Toprak, wieder in seinem Element, schnellstmöglich lange Bälle nach vorne gehauen hat…

Vielleicht war dieser Rückschritt nötig um wieder Sicherheit zu bekommen und nun weiter am Ballbesitzspiel zu feilen. Bremen wird es zeigen.

Gerne auch mal wieder eine Spielverlagerung-Analyse zum Leverkusener Ballbesitzspiel!

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rookie 5. Oktober 2016 um 12:44

Tuchel hat doch einfach das Problem, dass er hinten keinen Boateng und Neuer hat . So wie Bayern unter PEp genial hinten raus gespielt hat, das geht halt nur mit technisch hochklassigen Abwehrspielern wie Boateng, Alaba, Lahm. Die fehlen Tuchel, also ab zu den Bayern, ich ertrage Carlo nicht mehr lange

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Cristian 4. Oktober 2016 um 16:52

Was ich komisch finde, ist die Tatsache, dass zum zweiten Mal ein Spiel verloren wurde, in dem Rode, Weigl und Castro von Anfang an spielen. Beide Spiele auswärts und bei Spiele gegen Mannschaften die hoch pressen und aggressiv verteidigen. Kann es sein, dass die 3er Combo einfach nicht die optimale Lösung um geordnet nach vorne zu spielen? Gerade wenn ein spielstarker IV fehlt.

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Ibra Kadabra 4. Oktober 2016 um 22:59

In Grafik 28.min läuft Castro diagonal mit Verfolger Aranguiz den 10er Raum frei (kann zurückprallen lassen), nur kreuzt Rode da nicht rein … diagonal statt vertikal wär ein Mechanismus möglich gewesen – den es wohl nicht gab.

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Schlupp 4. Oktober 2016 um 12:44

Meiner Meinung nach haben wir das Spiel, wie auch die Analyse zeigt, aufgrund des geschickten Pressing von Leverkusen verloren. Da war kein Plan B-D von Tuchel zu sehen, die Mannschaft wusste sich auch leider nicht zu wehren.
Was mir etwas sauer aufstößt ist, das Leverkusen sehr oft mehr gegen den Gegner getreten hat und weniger den Ball.
Da schien mir von Leverkusen aus, eine gewählte Taktik zu sein, den Gegner durch viele Fouls, die teilweise an der Grenze oder drüber waren, zu bespielen.
Wenn das ganze Schule macht und die Schiedsrichter so etwas nicht frühzeitig mit mehr Karten unterbinden, können wir uns alle darauf freuen, das nun in der BL mehr getreten und weniger gespielt wird.
Man hätte Aranguiz gleich am Anfang mit Gelb bestrafen müssen, damit klar ist, Fouls die nur dazu dienen, dem Spieler des Gegners weh zu tun,nicht durchlaufen.

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Ibra Kadabra 4. Oktober 2016 um 09:17

Bei fehlenden Spieleröffnern in der ersten Linie ist doch die erste Wahl ein Herauskippen Weigls. So war er auf der 6 verschenkt, da kann genausogut ein weniger spielstarker Rode die Position besetzen. Andererseits haben gegen die 4er-Mittelfeldkette Kombinationsoptionen, bzw. Mechanismen gefehlt. Mit den vorhandenen Optionen sieht ein Dreieck herausgekippter Weigl mit hohem Schmelzer und Halbraum-Guerreiro (Grafik 57. Minute, Rode dann auf 6) doch gar nicht so schlecht aus?

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tobit 4. Oktober 2016 um 11:55

Das hilft aber auch nicht weiter, weil Rode als Sechser das Spiel nicht nach vorne eröffnet bekommen hätte.
Ich hätte lieber eine sehr breite 3er-Kette aus Ginter (links), Sokratis (zentral) und Rode (rechts) gesehen, Weigl und Guerreiro als Doppelsechs davor und Schmelzer und Piszczek aussen. Im offensiven Zentrum dann Auba, Mor und Dembélé.

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Ibra Kadabra 4. Oktober 2016 um 13:24

Breite 3er Kette zieht das Pressing wohl besser auseinander. Schmelzer (hoch) und (Sechser-) Guerreiro gehören auf jeden Fall zusammen, anders kommt man schwer über die 1. und 2. Linie. Das wird sonst zu behäbig. Spiel-Kombi Schmelzer/ Guerreiro macht dann Weigl auch mehr Raum.

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DrKlenk 3. Oktober 2016 um 23:15

Was Dortmund hätte machen können

1. Breitere Dreierkette im Aufbau – dadurch schwerer zu pressen für Leverkusen und mehr Zeit bei Pässen zwischen den Verteidigern.

2. Mehr Verlagerungen – Leverkusen rückt sehr weit ein. Wenn einer der Halbverteidiger andribbelt, entstehen durch das krasse Einrücken große Räume auf der anderen Seite. Bayern hat das letzte (?) Saison sehr gut gemacht
3. Mehr Bälle hinter die Abwehr – Leverkusen verteidigte sehr Kompakt, aber auch eher passiv. Die Verteidiger hatten viel Zeit am Ball. Macht Aubameyang (und die restlichen Offensiven) mehr Tiefensprints, könnten sie von den ersteigern bedient werden. Ebenfalls Bayern gewann letztes Jahr gegen einen passiven BVB sehr deutlich durch solche lange Bälle hinter die Abwehr. Wäre aber zugegebenermaßen in diesem Spiel schwieriger gewesen, da die Pressinghöhe der Leverkusener durchaus gut gewählt war.

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mba123 4. Oktober 2016 um 08:52

Mich hätte auch interessiert, wie sich eine breitere Dreierkette im Aufbau des BVBs ausgewirkt hätte. In der Anfangsphase als Guerreiro neben Weigl einrückte, spielte die aufbauende Dreierkette meistens gegen zwei Leverkusener. Allerdings hatte der BVB es nicht geschafft, die beiden Angreifer zu überspielen. Ein breiter stehender Halbverteidiger hätte vielleicht die Zeit gehabt, an den Leverkusener Angreifern außen vorbeizuziehen und den Angriff weiter in die Leverkusener Hälfte zu verlagern?
In dem zitierten Spiel gegen Sunderland standen die Halbverteidiger, meine ich, auch deutlich breiter. Der dadurch dünner besetzte Raum im Abwehrzentrum wurde dann, soweit ich mich erinnere, situativ zusätzlich von Weigl besetzt.

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Bouz 3. Oktober 2016 um 12:49

Zunächst einmal finde ich es schön, dass ich mir die Bildung eines 3-4-3 beim Bayer durch das Vorschieben des ballfernen Außenverteidigers in den letzten Spielen nicht eingebildet habe, sondern das wirklich eine bewusste Maßnahme ist.

Wo ich aber noch eher mal mit wirklichen Experten drüber diskutieren möchte ist, dass sich Tuchel zum zweiten Mal innerhalb von kurzer Zeit total auscoachen lassen hat. Genau wie in Leipzig wurde Weigl und das Zentrum generell total zugemacht und über die Flügel herrschte Ratlosigkeit, was dann in 70% Ballbesitz endet, der aber absolut nichts einbringt. Da muss sich Tuchel finde ich hinterfragen, auf der Pressekonferenz nach dem Spiel sprach er von extremer Dominanz. Ich fand aber eher, dass Leverkusen das Spiel diktiert und dominiert hat, da Dortmund schließlich durch ihr Verhalten zu diesem Ballgeschiebe gezwungen wurde. Allgemein finde ich, dass Tuchel keine gute Figur gemacht hat; ich meine den Zettel mit den Foulstatistiken scheint er ja schon vor dem Spiel gemacht zu haben. Zudem ist es bemerkenswert, wie Dortmund nichts mehr einfällt, wenn der Gegner presst und das Zentrum schließt. Das hätte ihm doch nach der Niederlage in Leipzig auffallen müssen?
Ich sehe Leverkusens Schwäche dazu immer noch darin das Spiel zu machen. Eventuell hätte es gereicht sich mit einem soliden 4-4-2 bzw. 4-4-1-1 erstmal aufzubauen und auf Konter zu warten. Mit Aubameyang, Dembele, Pulisic, Mor usw. sollte ja mehr als genug Tempo vorhanden sein. Aber wahrscheinlich ist das „unter dem Niveau“ von Tuchels BVB. Mir als Bayer-Fan soll es aber auf jeden Fall recht sein, wenn der BVB öfter patzt.

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KS 3. Oktober 2016 um 00:14

Was denkt ihr (@MA und natürlich alle anderen), warum die Achter der Dortmunder so offensiv standen und sich nicht konsequent für kurze Pässe der Innenverteidiger angeboten haben? Es war ja ziemlich auffällig, dass Dortmund sehr wenige Anspielstationen hatten und Castro und Rode hatten in der ersten Halbzeit auch wenige Ballkontakte. Wenn dann ein Sechser von Bayer herausgerückt wäre, hätte es viel mehr Platz im Zwischenlinienraum gegeben, wo z.B. ein Flügel hätte einrücken können. So wie der BVB gestanden ist, sah das nach einer passenden Staffelung für lange Bälle aus, oder täusche ich mich da?

Und zweite Frage: Denkt ihr, Rode ist für eine solche Position die er gegen Bayer gespielt hat passend? Ist er nicht eher auf einer defensiveren Position (die von Weigl) zuhause und Kagawa oder Götze von Anfang an wären passender gewesen? Oder hat Tuchel einfach mehr Defensivarbeit erwartet und wollte auf Nummer sicher gehen?

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Koom 3. Oktober 2016 um 11:42

Rode: Ihn sehe ich noch nicht als Verstärkung und auch nicht als Idealbesetzung eines 6ers in der Tuchelspielweise. Ich finde ihn zu simpel, zu geradlinig. Er spielt mehr wie Khedira, also viel Aktionismus und mehr wie ein 8er, technisch auch nicht gerade feingliedrig. In Tuchels Spielsystem der schnellen, kurzen Pässe ist er momentan schlecht aufgehoben (wie er es auch schon bei Guardiola war). Chancen sehe ich für ihn eigentlich nur als RV, vielleicht als Halbverteidiger.

Und ja, er ist da definitiv Teil des Problems der Niederlagen gegen RBL und LEV und für das schwache Spiel gegen Mainz.

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m+m 3. Oktober 2016 um 14:41

Bei Rode hat Tuchel scheinbar etwas gesehen, was er bis jetzt noch nicht richtig umsetzen konnte. Rode wurde auch schon öfter etwas auf dem Feld hin und her geschoben und in den letzten Spielen, wenn er eingesetzt wurde, hat er sich bei eigenem Ballbesitz recht weit vorne aufgehalten, weil Tuchel ihm die Ballzirkulation nicht so zutraut (er ist einfach nicht genug pressingresistent). Ich könnte mir vorstellen, dass Tuchel Rode einsetzt um bei Kontern noch einen Spieler auf dem Platz zu haben, der mal dazwischen geht. Auf der Sechs kann er in Dortmund auch nicht bestehen, weil er auch nicht das Passspiel eines Weigls hat. Dabei hat Rode ab und zu schon mal einen guten Pass in die Tiefe auf dem Fuß, aber im Kombinationsspiel fällt er einfach im Vergleich zu den anderen Optionen (Götze, Kagawa, Guerrero, Castro usw.) ab. Ich hoffe, dass Tuchel Rode in den Spitzenspielen nicht mehr auf Rode setzt und eher mal langsam versucht Merino einzubauen oder Kagawa wieder Spielzeit gibt. Jedoch brauchte auch Castro letztes Jahr einige Spiele, bis er sich in Dortmund zurecht gefunden hat und vielleicht wird geht die Idee in der Rückrunde ja doch noch mit Rode auf.

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Bernhard 2. Oktober 2016 um 23:39

Guerreiro war ein toller Transfer. Je öfter ich ihn spielen sehe, desto mehr Gefallen finde ich an ihm.

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blub 2. Oktober 2016 um 21:22

Kann mir jemand erklären was Rode in diesem Spiel auf dem Platz sollte, während Götze auf der Bank saß?

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m+m 3. Oktober 2016 um 14:46

Ich glaube, dass Götze noch nicht alle 3-4 Tage über 90 Minuten gehen kann und deswegen eine Pause bekommen hat. Vielleicht hatte Tuchel auch angst, dass Götze sich bei der harten Gangart der Leverkusener verletzt. Auch wenn die Leverkusener es nicht zugeben werden, ist es ein Bestandteil des Spiels viele Fouls zu machen um den Gegner jede Art der Kombination zu erschweren (Das war schon in der letzten Saison gegen Dortmund und Bayern so).

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Zwslin 2. Oktober 2016 um 20:35

Hmm, nächste Entwicklungsstufe? Das Pressing soll doch eigentlich dazu dienen Torchancen zu generieren? Ich, mit meiner schwarz-gelben Brille, habe von Leverkusen nicht viele Torchancen gesehen, die aus Pressingsituationen resultierten. Nach dem Tor war es ja eher ein Konterspiel. Vielleicht vertue ich mich aber auch. Aber wenn es tatsächlich so war wie ich es gesehen habe, dann wäre es noch verfrüht, von der nächsten Entwicklungsstufe zu sprechen.
Den Rest habe ich dank jahrelanger Spielverlagerung.de-Taktikschulung ähnlich gesehen. Jedenfalls haben sich die Dortmunder nie so richtig durchkombinieren können. Ich hätte jetzt gesagt, dass das auch durch den relativ harten Einsatz der Leverkusener so zustande kam. Ärgerlich nur, dass ja wohl bekannt sein sollte, dass das zum Leverkusener Spiel dazu gehört. Das 1:0 aus der letzten Saison war ja schon recht ähnlich.
Ein Vorrücken von Piszczek hätte vermutlich viel mehr Kombinationsspiel im Offensivspiel ermöglicht. Nur warum er trotzdem nicht mehr ins Risiko gegangen, wenn laut MA Tuchel ihn auch noch dazu aufgefordert hat, will mir nicht so recht in den Kopf. War er diesbezüglich einfach zu schlecht vorbereitet? Hat Tuchel die Spielweise der Leverkusener also doch z.T. nicht so erwartet?
Ach so: „Unlösbare Probleme“: das hört sich so an, als hätte der BVB keine Tor- bzw. Schussmöglichkeiten gehabt. Da waren aber durchaus Situationen dabei, die nur durch beinharte Endverteidigung geklärt werden konnten. Der Plan von Roger Schmidt wurde meiner Meinung nach vom Spielglück begünstigt. Wenn da mal eine Situation daneben geht, sieht’s gleich anders aus und Schmidt hätte auch das dritte Spiel verloren. Von daher kommt er mir im Artikel zu gut weg, auch wenn ich nicht weiß, wie man es gegen Dortmund mit schlechteren Möglichkeiten besser machen sollte.
Ansonsten, weil ich noch nie kommentiert habe: Wahnsinnsseite! Super Artikel! Dieser auch – sind nur Details, denen ich nicht zustimmen mag.

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MA 2. Oktober 2016 um 22:06

ad „unlösbare Probleme“: der schwache Expected Goals Wert der Dortmunder war gestern durchaus bemerkenswert https://twitter.com/Caley_graphics/status/782291271222235137

ad „nächste Stufe“: Ziel des Pressings ist nicht das Generieren von Torchancen, sondern auch den Gegner vom eigenen Tor wegzuhalten und das Pressing auch über 90 Minuten durchziehen zu können ohne Stabilität und Spielrhythmus zu verlieren. Trotzdem ist Leverkusen nach wie die Mannschaft mit den meisten Toren aus Schnellangriffen. Bewertet man die Gesamtheit dieser Kriterien kann man vielleicht bald von einer Stufe sprechen, die nächsten Wochen werden es zeigen. Die Leverkusener sind unter Schmidt jedoch schon seit 2 Spielzeiten sehr gut darin nur sehr wenige gegnerische Torchancen zuzulassen.

Frage: wann wird ein Angriff durch Pressingsituation zu einem Konterspiel? Wo ist der Übergang? Gibt es überhaupt einen?

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aleader 2. Oktober 2016 um 22:31

Das spielt zeigt auch vor allem, dass Tuchel weiterhin keine Ansätze gegen Mannschaften hat, die gutes Pressing spielen. Nimmt man dann dazu noch, dass er keine Abwehr kann und keine Ansätze hat gegen Mannschaften die der seinen personell überlegen sind bleibt eigentlich nur ein Schluss: der BVB und auch Tuchel sind massiv überbewertet. Ich sehe da keine auch nur überdurchschnittliche Bundesligamannschaft nach 6 Spielen + 2 CL-Spielen. Pflichtsiege gegen Freiburg, Darmstadt und Warschau, 2 sehr glückliche Siege gegen Mainz und Wolfsburg, ein glückliches Remis gegen das schlechteste Madrid seit Ewigkeiten (das nichtmal gegen Eibar gewinnen kann) und 2 hochverdiente Niederlagen. Und trotzdem spricht man hier von einem Bayernkonkurrenten? Trotz eines Kaders, der auf so gut wie jeder Position schlechter ist als zB der von Leverkusen? Warum das ganze? Weil die Jungspieler von Dortmund gehyped werden im Gegensatz zu den qualitativ besseren von zB Leverkusen (Demebele und Mor spielen spektakulär, haben aber derartige Defizite, dass sie mMn niemals auch nur überdurchschnittliche Bundesligaspieler werden)?

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ts 2. Oktober 2016 um 22:52

Dann ist Roger Schmidt ja ein ganz schlechter Trainer. Denn mit seiner qualitativ besseren Mannschaft liegt er immer noch zwei Punkte hinter den Dortmundern in der Bundesligatabelle. Auch das schlechteste Real Madrid seit Ewigkeiten ist besser als AS Monaco. Und daheim gegen ZSKA ist ja wohl auch einfacher als in Warschau zu spielen. Also, Schmidt RAUS!

Noch alles Roger bei dir? Normalerweise sind die Kommentare auf spielverlagerung.de ein bisschen fundierter…

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Matt Stone 3. Oktober 2016 um 05:16

Dein Kommentar zeigt auch vor allem das ein Taktik-Diskurs anhand von Vereinssport durch subjektive Fan-Position erschwert wird. Im Gegensatz zu Zwslin versuchst du ja nichtmal deine Argumente mit gefühlten Beweisen zu belegen.

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tobit 3. Oktober 2016 um 10:46

@aleader
Wo siehst du genau die Defizite von Dembélé und Mor (beide 19 Jahre alt), die in den nächsten 10 Jahren definitiv eine Entwicklung zu einem überdurchschnittlichen Bundesligaspieler verhindern werden? Siehst du diese/solche Schwächen auch bei Pulisic?

Zum Kader insgesamt: in der Abwehrzentrale ist Leverkusen stärker, da Tah und Dragovic aktuell besser einzuschätzen sind als Bender und Bartra. Die AV sehe ich ähnlich stark, da Guerreiro dort bisher wenig gespielt hat.
Das Defensive Mittelfeld ebenfalls.
In der Offensive hat der BVB die besseren Stürmer mit Auba und Ramos gegenüber Chicha und Kiessling und mit Götze, Reus, Kagawa und Schürrle auch eine Reihe sehr erfahrener Spieler, die auf ähnlichem oder besserem Niveau (Reus) wie die Leverkusener Pendants sind. Dazu kommen dann drei hochgehandelte Talente.

Dass sich nach dem Abgang der Anti-Pressing-Keyplayer ein Problem gegen die besten Presser (neben Atletico) Europas auftun würde, war zu erwarten. Die konnte man letztes Jahr eben durch die individuelle Klasse von Hummels, Mkhi und Gündogan sehr gut kompensieren, während an diesem WE auch der (sicher schwächere) Hummels-Ersatz und die etablierten Flügelstürmer fehlten.
Freiburg sehe ich nicht als absoluten Pflichtsieg, dafür sind sie taktisch wie individuell zu stark.

Antworten

Koom 3. Oktober 2016 um 11:48

Trotz eines Kaders, der laut dir auf jeder Position schlechter ist als der von Leverkusen und der zudem ganz frisch zusammengestellt wurde aus Beinahe-Jugendspielern und Ewig-Bankdrückern, während Leverkusen seine komplette Stammmannschaft aus der Vorsaison behalten hat, steht Dortmund immer noch vor eben jenen Leverkusenern.

Das Kernproblem ist in der Tat das neu zusammengestellte Team, dem das komplette Rückgrat genommen wurde. Normal wäre, wenn man ala Schalke und Werder am Tabellenende wäre. Stattdessen steht man erneut gut da. Das man gegen eingespielte Pressingteams als ballbesitzorientiertes Offensivteam sich schwer tut, ist ja nix Neues.

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Ronnie 3. Oktober 2016 um 13:52

…BEINHARTE ENDVERTEIDIGUNG :):):) das ist die Wortkombo zum Spiel…für mich war das def zu hart u zu rücksichtslos…Diego Schmidt…äähhh Roger Simeone Style??

Antworten

Patrick E. 3. Oktober 2016 um 14:29

Ja, das stimmt.

Aber wäre es dann nicht auch taktisch Klug gewesen, die sehr früh Gelb verwarnten Aránguiz und Kampl konsequent in Zweikämpfe zu verwickeln und so die Gelb – Rote zu provozieren? Ich habe teilweise das Gefühl, dass unter Tuchel kampf keine Option mehr. Also, so blöd es klingt, man muss ja in solchen Spielen eventuell auch öfter Foul spielen und annehmen, dass einem der Schiri diese Möglichkeiten bietet.

PS. Natürlich sind Verletzungen (z.B. Castro) keine tolle Sache…

Antworten

Schorsch 3. Oktober 2016 um 17:57

Ob es „taktisch klug“ gewesen wäre, weiß ich nicht. Clever wäre es mMn auf jeden Fall gewesen und ich halte es für einen Fehler, nicht den Versuch unternommen zu haben, diese potentielle Schwachstelle der Leverkusener auszunutzen (siehe anderer post von mir; Stichwort ‚Foul ziehen‘). Mich wundert es auch, dass keiner der BVB-Spieler von sich aus hier die Initiative ergriffen hat. Dembélé und Mor sind ausgezeichnete Dribbler, die doch das 1:1 geradezu suchen. In einer solchen Situation sind erfahrene Spieler viel wert, die solche jungen Mitspieler entsprechend ‚briefen‘ können, jenseits aller Traineranweisungen. Einem Kirjakow hätte das niemand sagen müssen…

Selbst die ‚härtere Gangart‘ einzuschlagen hielte ich eher für einen Fehler. Foult die andere Mannschaft einige Male hart und der Schiedsrichter lässt dabei vieles ‚laufen‘ und zeigt kein oder kaum Gelb, dann ist die Versuchung natürlich groß. Bringt aber letztlich nicht viel, weil ich zum einen mich selbst in ‚Gelbgefahr‘ begebe und zum anderen Gefahr laufe, meine spielerische Linie gänzlich zu verlieren. Von den zusätzlichen Verletzungsrisiken einmal ganz abgesehen. Da ist das ‚Foulziehen‘ schon wesentlich geschickter. Sportlich fair geht anders, aber sind diese vielen kleinen taktischen Fouls oder die rüpeligen Fouls fair?

Auch wenn es mit Taktik wenig zu tun hat und ich eigentlich keine Schiedsrichterdiskussionen mag: Ich halte rein gar nichts von der Devise ‚viel Laufen lassen‘, der viele Referees anhängen (z.t. auch aufgrund der Vorgaben). Noch weniger halte ich von der Praxis, die erste Verwarnung erst recht spät im Spiel auszusprechen. Grobes Foul bleibt grobes Foul, ob in der ersten oder letzten Spielminute. Ist der Schiedsrichter von Beginn an konsequent (und von mir aus ‚kleinlich‘), weiß aber auch jeder Spieler gleich, dass er sich mit unfairem Spiel zurückhalten muss. Was letztlich dem technisch und taktisch anspruchsvollerem Fußball entgenkommt.

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Aisn 3. Oktober 2016 um 23:17

Mir geht es schlicht auf den S***, dass Spieler, die bereits in den ersten 5 Minuten deutlich gelbwürdig foulen, NICHT verwarnt werden. In der Partie hätten mindestens Aranguiz vom Platz gestellt gehört!
Und wenn ich dann Roger S. in der Pressekonferenz höre, dass die BVB-Spieler „geschickt im Ziehen von Fouls“ seien, dann brech ich nur noch ins Essen.
Wenn Atletico spielt, dann hat das Style, deren Verteidigung hat NULL mit dem zu tun, was BL fabriziert…

Back2Game:
Tuchel hat mehrfach formuliert, dass die Mannschaft sich noch finden muss…, dabei hat er die sportliche Leitung immer wieder mit einbezogen! IMO weiss TT mit einigen Spieler (noch?) nichts anzufangen, Rode ist da ein deutliches Beispiel für. Jener ist geholt worden, damit im ZM die notwendige Präsenz herrscht, insbesondere, weil Weigl diese vollkommen abgeht. Es wird immer deutlicher, dass JW, wenn neben ihm nicht Spieler sind, die ihm den Raum „freiräumen/-spielen“, er vollkommen überfordert ist. Ich habe ihn am Samstag beobachtet über die gesamte Zeit, er ist nicht i.d.L., sich aus dem Deckungsschatten zu lösen, hierfür fehlt ihm ATM die Dynamik. Auch weißt er mitnichten Pressingresistenz auf, wenn ihm auf die Socken gestiegen wird, dann steigt seine Fehlpassquote auf das Maß, was von einem Spieler seines Alters erwartbar ist.

Auch die anderen Toptalente sind in solchen Spielen nicht in der Lage, die Spieler, die eigentlich die Qualität des Kaders ausmachten, nämlich Leute wie Götze, Reus(!!!!), Schürrle, Kagawa, über einen kräftezerrenden Zeitraum zu ersetzen. Dembélé, von dem mein 8jähriger Sohn ein großer Fan ist, verliert dermaßen oft den Ball, dass sich mir die Haare sträuben, das Gleiche bei Mor, beide spielen VIEL zu oft mit dem Kopf durch die Wand. Ich möchte ihnen da keinen so großen Vorwurf machen, IMO ist der Druck im Kader so extrem groß, dass sie meinen, unbedingt den genialen Coup landen zu müssen, damit sie beim nächsten Mal auch wieder dabei sind…

Castro ist übrigens IMO ein sehr spezieller Fall, er erinnert mich an Uwe Bein in den 90ern. Damals hatte die Eintracht das Spiel komplett auf diesen Spieler, der einige Defizite für das Gesamtkomplexum „Bundesligamannschaft“ aufwies, abgestellt, da er als einer der GANZ wenigen Spieler weltweit (dazu versteige ich mich) den wirklich tödlichen Pass in schöner Regelmäßigkeit spielen konnte. Diese Fähigkeit sehe ich auf bei Castro, nur hat keiner seiner Trainer diese Fähigkeit als so hoch eingestuft, dass das Team um ihn herum aufgebaut wurde… Ergo wird dieser wirklich geniale Spieler auf dem Platz wie auf einem Verschiebebahnhof hin- und hergeschoben… In meinen Augen eine wirkliche „Sünde“…

Abschließend:
Der Kader ist IMO vollkommen unbalanziert verstärkt worden, und so, wie TT nach meiner Wahrnehmung spielen lassen will, fehlt es, wenn Götze nicht spielt, an der Gesamtbalance.

Positiv formuliert: Das Team braucht noch Zeit:
Negativ formuliert: Einige Transfers waren sehr sinnlos und belasten das Team.

Mfg.

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tobit 4. Oktober 2016 um 11:46

Ich finde nicht, dass der Kader völlig unbalanciert ist. Offensiv wurde eine sehr starke Breite an verschiedenen Spielertypen geschaffen und defensiv auf Lücken reagiert (zweiter LV, Aufbau-IV). Im Mittelfeld hätte ich mir auch einen Spieler gewünscht, der den Ball nach vorne tragen/passen kann und dafür auf Rode und Sahin verzichtet.

Dass ein solcher Umbau auf zentralen Kaderpositionen Zeit benötigen würde, war absehbar, trotzdem steht der BVB auf Platz drei der Tabelle und hat mit Leipzig, Mainz und Leverkusen drei der übelsten Gegner schon hinter sich.
Was war denn deine Erwartung? Totale Dominanz?

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Patrick E. 4. Oktober 2016 um 11:07

Als BVB Fan fand ich natürlich die Spiele unter Klopp hammer. Die Art und Weise wie die Mannschaft Jahr für Jahr besser wurde und wie die Tore gefallen sind war Hammer.

Trotz der langweiligeren Spielart unter Tuchel freut es mich, wie Erfolgsstabil die Mannschaft nun ist. Aber sollte nicht jeder, der den BVB in den letzten Jahren verfolgt hat, verstanden haben, wie man eine Kontermannschaft bespielt? Ich erinnere mich halt daran, dass man einfach der Kontermannschaft den Ball gibt (etwas Naiv ausgedrückt)…

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tobit 4. Oktober 2016 um 11:37

Leverkusen ist aber keine Kontermannschaft!
Die können, wenn sie wollen, sehr gut mit dem Ball umgehen und dann auch mit Ballbesitz durchaus was anfangen. Leverkusen kann man nur schlagen, wenn man ihr Vertikalspiel komplett verhindert – also sie den Ball in der Abwehr zirkulieren lässt, aber keinen Weg nach vorne lässt und die folgenden langen Schläge gewinnt – oder ihr Pressing aushebelt – also entweder mit viel Personal oder mit viel Dynamik aus der ersten Line aufbaut.

Darmstadt ist die letzte echte Kontermannschaft, alle anderen sind entweder zu viel am Ball und/oder verteidigen zu hoch/aggressiv.

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Schorsch 4. Oktober 2016 um 12:59

Das ist sicher ein Weg, um diese Leverkusener zu schlagen bzw. sie nicht gewinnen zu lassen. Dann hätten aber mMn zwei, drei andere Spieler in der Startelf stehen müsen, z.B. Kagawa.


Jude 2. Oktober 2016 um 19:29

ist das nur ein Zufall, dass BVB in den beiden Niederlagen dieser Saison – und auch dem etwa glücklichen Arbeitssieg gegen Mainz – Rode in der Startelf gehabt hatte und in allen Siegen – und auch dem belobten Unentschieden gegen Real – Rode NICHT im Startelf gehabt hatte? Man kann natürlich argumentieren, dass die Exemplare statistisch nicht ausreichend sind. anderseits wenn man die Spiele gesehen hat, kann kann man schon ernsthaft befürchten, dass es nur eine Frage der Zeit wäre, statistisch bewiesen zu werden, falls es nicht sofort behandelt würde.

für mich ist Rode ein typischer Spieler, der im Kopf alles taktische welt-klassisch versteht und im Feld sogar alles sehen kann, dem aber leider die benötigte Technik fehlt, um alles in einem Spiel (auf hoher Ebene) umzusetzen. Der ist höchst gesehen ein Spieler, der am besten von der Bank startet und der z.B. in 70/80 Minuten eingewechselt werden kann, um eine gewissen Stabilität einzubringen bzw. ein Signal mitzubringen, dass man jetzt etwas ruhig und stabil spielen soll um eine Vorsprung bis Ende des Spiels zu behalten.

oder hat Tuchel ggf. sogar auch Guardiola?? was im Training gesehen, was ich in seinen bisherigen Spiele nie entdeckt habe? Dann hoffe ich dass er es ASAP in ein Pflichtspiel zeigen wird, falls Tuchel immer wieder versuchen wird, ihn in dem Startelf zu etablieren…

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Koom 2. Oktober 2016 um 19:49

Schwer zu sagen. Rode ist halt ein Spieler, der eigentlich eher nur ein Talent ist, trotz aller vermeintlicher Meriten und Vorschußlorbeer. Er hatte 1-2 sehr gute Saisons bei Frankfurt, dann direkt zu den Bayern, wo er schlichtweg komplett versauerte.

Ich würde ihn aus jeder zentralen Position erst mal weghalten, weil er das auf dem Niveau, wie es der BVB benötigt, nicht abrufen kann. Ich würde ihn als RV oder RMF einsetzen oder bei „gewonnen“ Spielen einwechseln. Als Starter hilft er der sich suchenden Mannschaft aktuell nicht weiter.

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TB65 3. Oktober 2016 um 13:19

Rode war auch im hervorragenden Supercupspiel des BVB auf dem Platz und hat eine sehr gute Partie gezeigt. Kein Wunder, dass der Coach auch ihm Spielzeit geben möchte. Auswärts im Duell der attraktivsten Spielweisen der Liga zu verlieren ist doch wahrlich keine Schande. 😉

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Torsten 2. Oktober 2016 um 18:58

Vielen Dank für die Analyse. Im Nachgang gab es ja eine Diskussion über die Anzahl der Fouls. Mich würde interessieren ob ein derart intensives Pressing zwangsläufig die Fouls nach sich zieht?

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Cheffe 2. Oktober 2016 um 19:46

Ich würde sogar soweit gehen zu behaupten, dass die vielen Fouls von Leverkusener Seite absolut bewusst strategisch eingesetzt wurden, um das schnelle BVB-Spiel zum Stillstand zu bringen. Schön finde ich das nicht, da kann ich Tuchels Beschwerde verstehen. Insofern hat das explizite Lob in der Analyse für die taktischen Leverkusener Ansätze für mich einen Beigeschmack, weil ich noch einen Unterschied sehe zwischen dem obligaten „taktischem Foul“ und der von mir (und wohl auch Tuchel) unterstellten schlichten Maßgabe: „Sobald ein Dortmunder an Dir vorbeigeht, liegt er, worauf wir wieder Räume schließen können“.

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Schorsch 2. Oktober 2016 um 21:10

Ich meine, dass hier diese offensichtlich Schmidt-typische Spielweise schon das eine oder andere Mal diskutiert wurde. Ich mache keinen Hehl daraus, dass mir diese Facette des Leverkusener Spiels nicht gefällt. Wobei ich dies auch explizit auf die ‚taktischen Fouls‘ bereits im eigenen Abwehrdrittel bzw. im Übergangsbereich zum Mitteldrittel beziehe, die so gut wie nie von den Referees gepfiffen werden. Sicherlich haben dies andere Teams (u.a. auch der BVB unter Klopp in dessen früher Zeit in Dortmund) auch schon praktiziert und solange die Referees nicht die mMn notwendigen Konsequenzen ziehen, mag dies auch legitim sein. Ein solches Pressingspiel bringt eben auch Risiken mit sich, und da sind solche taktischen Fouls in diesem Spielfeldabschnitt ganz offensichtlich ein probates Mittel. Leider.

Dennoch fand ich Tuchels Einlassungen nicht unbedingt angemessen. Zum einen sind die beiden Gegentore nach Fehlern des BVB gefallen (u.a. wieder einmal nach einem schlecht verteidigten Standard; Stichwort Kopfballschwäche der Defensive). Zum anderen war recht schnell erkennbar, dass Schiedsrichter Gräfe seine ‚Linie‘ hatte. Tuchel hat aber genau darauf nicht reagiert. Damit meine ich nicht so etwas wie ‚Dagegenhalten‘, wie es so gerne zu meiner aktiven Zeit praktiziert wurde. Da hätten die BVB-Spieler eher den Kürzeren gezogen. Aber ganz ohne Gelbe Karten lief das Ganze nicht ab für Bayer. Aranguiz erhielt bereits in der ersten Viertelstunde Gelb. Wenn der Gegner ‚tricky‘ spielt, warum sollte ich es dann nicht auch tun? Schmidt sprach nach dem Spiel von ‚Fouls ziehen‘, was der BVB gut könne, was er aber entgegen Schmidts Wahrnehmung eben nicht getan hat in diesem Spiel. Der BVB hat Spitzendribbler in seinen Reihen. Da hätte Tuchel diese (sozusagen ganz old school) anweisen müssen, immer und immer wieder gerade die verwarnten Spieler in Zweikämpfe zu verwickeln. Irgendwann wäre es zum entscheidenden Foul = zweite Gelbe Karte = GelbRot gekommen. Hat nicht unbedingt etwas mit Taktik zu tun und ist auch nicht die feine englische Art, aber ein Mann weniger auf Leverkusener Seite hätte dem BVB die Räume gegeben, die er so nicht bekommen hat.

RB Leipzig ist beim Sieg gegen den BVB ansatzweise durchaus ähnlich wie die Leverkusener vorgegangen. So ganz überraschend kann es für Tuchel nicht gewesen sein, dass man einen Weigl aus dem Spiel nehmen wollte. Was ja auch gelang, Chicharito sprach gar von Manndeckung; der Spielaufbau wurde konsequent auf Sokratis gelenkt, und das ist nun einmal nicht seine Stärke, was auch Schmidt weiß. Ich frage mich, warum Tuchel genau auf die Mittelfeldkonstellation baute (Weigl-Castro-Rode), die das Problem schon in Leipzig nicht lösen konnte und eher zum Problem wurde. Götze und/oder Kagawa blieben außen vor. War Götze angeschlagen? Rotation ist richtig und wichtig, aber das war das letzte Spiel vor der Länderspielpause. Kagawa stand in den Spielen vorher nicht einmal im Kader, Gomez dürfte den Vorzug vor Götze erhalten bei Löw und Schmelzer hat ohnehin zwei Wochen Pause. Kagawas Einwechslung war im Prinzip richtig, kam aber viel zu spät. Überdies sehr undankbar, in einem solchen verkorksten Spiel aus BVB-Sicht zu diesem Zeitpunkt eingewechselt zu werden.

Tuchel hat also mMn einige Gründe, bei sich selbst die Gründe für die Niederlage zu suchen, bevor er die Spielweise des Gegners (durchaus zurecht) kritisiert.

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Zwslin 2. Oktober 2016 um 22:23

Ich denke auch, dass Tuchel auf die häufigen Foulspiele vorbereitet sein muss. Vielleicht hat ja auch gerade deshalb Rode gespielt, weil er robuster als Götze ist. Im Nachhinein vielleicht ein Fehler, weil’s mit Götze die Wahrscheinlichkeit auf Freistöße in aussichtsreichen Positionen höher gewesen wäre.
Entscheidend für mich aber, wie es auch im Artikel steht, dass Piszczek einfach kaum nach vorne gearbeitet hat. Dass er das nicht getan hat, liegt entweder daran, dass er keinen guten Tag hatte oder an nicht so optimalen Vorgaben.

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Schorsch 2. Oktober 2016 um 22:42

Sicher ein Punkt, dass Piszczek nicht nach vorne gearbeitet hat. Ob es aber der entscheidende war? Letztlich haben die Leverkusener das Spiel des BVB lahmgelegt. Für mich war es ebenfalls ein wichtiger Punkt, dass aus der Innenverteidigung heraus der Spielaufbau des BVB quasi nicht vorhanden war. Wird Weigl aus dem Spiel genommen, habe ich eben keinen Hummels mehr. Bartra wird wohl noch etwas fehlen, Ginter wurde das Leben auch schwer gemacht und Sokratis (den ich als robusten IV schätze) ist diesbezüglich halt eine Bank – für den Gegner. Hinzukommt, dass Rode auf dieser Position technisch/taktisch zu schwach ist und mit Castro bei intensiv pressenden Gegnern offenbar nicht funktioniert. So gilt halt die (sehr vereinfachte) Formel: Nimm Weigl aus dem Spiel und lege somit 3 bis 4 andere Spieler lahm. MMn sollte Tuchel hier an Alternativen arbeiten.

Apropos intensives Pressing. Ich weiß, dass man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen kann etc. pp. Dennoch, bei aller Unähnlichkeit, hat mich das Spiel Tottenham – ManCity heute ein klein wenig an gestern abend erinnert. Die Spurs haben auch über 90 Minuten intensiv gepresst und die Citizens mit 2:0 geschlagen. Wobei die Spurs nicht gefoult haben…

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rasenschiller 3. Oktober 2016 um 10:23

@Schorsch: Insofern schade, dass sich Fritsch erneut schwer verletzt hat. Der hat ein solides Aufbauspiel. Ich habe wie Blub bereits bei Bekanntgabe der Aufstellung gedacht, warum Rode spielt und nicht Götze oder Shinjii. Einzige Erklärung ist, dass er Leverkusen mehr Physis entgegensetzen wollte. Gefühlt hat das aber wenig gebracht. Gerade in solchen Spielen braucht man Entlastung für Weil und Götze zeigt da sehr gute Bewegungen und Shinjii ist im 10-erRaum häufig gut anspielbar und kann dann durchstecken. Mit Castro und Rode haben dann genau die beiden unpassendsten 8er gespielt (Shinjii, Götze und Gueirrero wären alle besser gewesen). Die schwache Leistung von Pulisic resultiert IMO auch daraus, dass er wegen Pisczcek und Rode als ihm zugewandten Achter kaum Bälle bekommen hat.

Schorsch 3. Oktober 2016 um 11:44

Patrick Fritsch ist sicherlich ein talentierter Juniorenspieler. Ob er allerdings eine Alternative in der IV der Profis sein könnte (zumal in einem Spiele gegen ein Spitzenteam) möchte ich einmal mit einem Fragezeichen versehen. Er war ja auch gerade erst nach seinem langen Ausfall wegen einer Kreuzbandverletzung zurückgekommen. Großes Pech für ihn, dass er sich nun wieder so schwer verletzt hat. Man kann ihm nur guten und schnellen Heilungsverlauf wünschen.

Zur Startaufstellung und NichtberücksichtigungGötze / Kagawa habe ich in ein oder zwei anderen posts hier in diesem Kommentarbereich bereits meine Meinung geäußert. Wie dort ebenfalls erwähnt halte ich die Mittelfeldkonstellation Weigl-Rode-Castro zumindest gegen Gegner, die Weigl aus dem Spiel nehmen, für nicht adäquat. Wobei ich natürlich immer dazu sagen muss, dass allen Außenstehenden wie mir die Einblicke fehlen, die ein Thomas Tuchel aus der täglichen Trainingsarbeit gewinnt.

Ich persönlich glaube, dass es in solchen Spielen, in denen es der Gegner auf die Isolierung von Weigl anlegt (und ihm dies durch das sehr gut ausgeklügelte Pressingverhalten wie das der Leverkusener Spieler auch hervorragend gelingt), darauf ankommt, an mehreren Stellschrauben zu drehen. Oder das Aufbauspiel anders zu gestalten.

Die häufigste Passstafette in diesem Spiel dürfte Ginter-Sokratis-Piszczeck-Sokratis-Ginter gewesen sein. Das lag zuallererst an den Leverkusenern, aber auch an der Schwäche der BVB-IV im Spielaufbau, die Schmidt ja bekannt war (wobei Sokratis hier gegenüber Ginter noch einmal abfällt). Bei zwei spielstarken IV wäre es hier Leverkusen nicht so leicht gefallen, mit ihren Mitteln den Spielaufbau des BVB zu unterbinden. Weigl ständig unter Druck zu setzen und zu ‚umzingeln‘ und gleichzeitig beide IV unter Druck zu setzen wäre nur sporadisch und erst recht nicht durchgängig möglich gewesen. Aber solche Spieler standen halt nicht zur Verfügung und sind ohnehin kaum im Kader (Bartra). Inwieweit Toprak als angeblicher ‚Wunsch-IV‘ Tuchels eine Optimierung in diesem Punkt dargestellt hätte, ist schwer zu sagen.

Mich hat ein wenig gewundert, dass der BVB erst so spät zum nicht sehr eleganten, aber in manchen Situationen durchaus probaten Mittel der langen Bälle gegriffen hat. Eine der seltenen Chancen und zudem noch die beste (Aubameyang) resultierte aus einem solchen langen Ball.

MPK 2. Oktober 2016 um 21:13

Die Aktion von Toprak in der er Aubameyang umreißt und bewusst eine aussichtsreiche Tormöglichkeit verhindert, dürfte wohl exemplarisch für Tuchels Kritik stehen…
Klar waren einige Fouls dabei, aber die Doppelsechs bestehend aus Aranguiz und Kampl war bereits nach 45 Minuten Gelb vorbelastet und musste sich in der zweiten Halbzeit dementsprechend zurückhalten. Die aggressive Spielweise von Leverkusen führt oftmals dazu, dass Gegener in viele Zweikämpfe verwickelt werden. Richtig unsportliche Fouls (bis auf Toprak) waren jetzt aber meines Erachtens nach nicht dabei.
Ich glaube aus tuchel hat auch der Frust gesprochen, dass er nun bereits zum zweiten Mal einer Pressingmannschaft unterlegen ist. Bei Dortmund fehlt es vlt an einem starken Achter, der Bälle in vorderen Zonen festmachen und weiterleiten kann.

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ts 2. Oktober 2016 um 22:56

Naja, da waren schon noch einige sehr harte Fouls. Calhanoglu z.B. hat es in der 88(!) Minute noch als notwendig empfunden Piszczek derart umzusensen, dass dieser dankbar sein kann ohne Verletzung aus diesem Spiel zu gehen.

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MA 2. Oktober 2016 um 21:56

Für mich hat die Diskussion vor allem viel zu wenig Substanz. Auf der einen Seite Roger Schmidt, dem in seiner ersten Saison zunächst vorgeworfen wurde seine Mannschaft sei nicht in der Lage den richtigen Moment zu finden um das Pressing mit einem Foul zu unterbrechen nur um ihm danach vorzuwerfen seine Spieler sind zu ungestüm im Zweikampf (rote Karte gegen Spahic zB). Seitdem wird auch regelmäßig argumentiert, dass die „Werkself zu wenig Einsatz zeigt“.

Auf der anderen Seite Tuchel, der gegen Freiburg bspw. fast 30 Fouls hinnehmen musste, dies medial jedoch damals nicht so erwähnt hat, weil … seine Mannschaft gewonnen hat?

Alles in allem sehe ich nicht was hier außergewöhnliches vorgefallen sein soll, manche Sachen sind im heutigen Fußball wohl eher längst Normalität geworden. Bereits einen Tag VOR dem Topspiel hat Autor TR hier eine Diskussion zu Zeitstrafen bei taktischen Fouls angerissen. Nicht ohne Grund. http://spielverlagerung.de/2016/09/30/blick-ueber-den-tellerrand-folge-35/

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sid 3. Oktober 2016 um 13:25

Tuchel erwähnt übrigens sehr wohl die 27 Freiburger Fouls. Finde nicht, dass Substanz am Ausmaß des Aufschreis festzumachen sein sollte.

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Patrick E. 3. Oktober 2016 um 15:39

Wer lesen kann ist klar im Vorteil:

MA sagte, dass die Fouls nach dem Sieg gegen Freiburg nicht angesprochen worden sind.

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sid 3. Oktober 2016 um 16:08

Und da hast du so aus dem Stehgreif auch gleich den Überblick über sämtliche Einlassungen nach den letzten Spielen.

Es ging bei meinem Kommentar auch darum deutlich zu machen, dass es das, selbst wenn er es nicht erwähnt, nicht besser macht. Zieht euch die Statistiken rein und lasst wenigstens die Kommentare in die Richtung, man wüsste gar nicht, worüber sich beschwert wird.
Am Ende rechtfertigt der Erfolg natürlich alles, als an der Grenze zu Unsportlichkeit kann man das trotzdem verorten. Stolz is der Roger auch noch, ganz grosses Tennis

Isabella 3. Oktober 2016 um 20:04

Also bitte, Dortmund hat gegen Real schon auch zum ein oder anderen taktischen Foul gegriffen. Schade, dass diese international weniger geahndet werden.. Aber ehrlich, selbst die größten Dortmundfans müssten einsehen, dass Dortmunds Spiel in der Partie nur langsames Ballgeschiebe war. Bei hochklassigen Kombinationen ist es eh meistens so, dass der Gegner gar nicht in die Zweikämpfe kommt, verstehe also nicht, warum man die Schuld nicht eher darin sucht, dass ohne dauernde Offensivzweikämpfe, also Dribblings, gar nicht erst zum Abschluss kommt. Warum der Trainer nicht versucht, Kagawa wieder aufzubauen verstehe ich auch nicht. Ich verstehe grundsätzlich den Transfer von Rode schon mal nicht. Wäre es nicht ein Mittel gewesen, die Außenverteidiger höher und dann Weigl zwischen die IV zu ziehen? Und die Achter dann tiefer? Oder mit Einrückenden AVern ? Tuchel sollte sich eher fragen, warum es die Gegner immer wieder schaffen, Weigl zu isolieren.

kirmoar 2. Oktober 2016 um 22:03

Ich denke das muss man machen bei so intensivem Pressing. Den wenn die erste/zweite Linie überspielt wird, läuft man automatisch in einen gefährlichen Konter weil man ja sehr weit aufgerückt ist. Entweder man kann den Ball erobern oder macht eben ein Foul in vorderster Linie. Das gibt auch selten Gelb.
Das hat man auch oft bei Barca unter Pep gesehen oder auch beim BVB unter Klopp. Vorne ein kleines Foul, keine gelbe Karte und Spielfluss unterbrochen.

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Edrik 3. Oktober 2016 um 19:43

Naja, das war in der ersten Vorrunde Bayer unter Schmidt auch in Leverkusen so, aber Samstag jetzt nicht wirklich, oder? Immerhin ist der gemeinhin erhobene Vorwurf ja einer gegen Kampl, Aranguiz und Calhanoglu in der 88., die jetzt keinesfalls die letzte Linie im Leverkusener Defensivspiel sind (die Ringereinlage Topraks lasse ich raus, das war ein klares taktisches Foul, wie man es aber von jeder Mannschaft zuweilen sieht). Überspielt wurde kaum einer. Auch haben jetzt ja nicht dauernd die Stürmer gefoult (Chicharito hat gelb wegen Meckerns gesehen, Calhanoglu war am Spielende, Mehmedi und Brandt/Volland habe ich jetzt gar nicht in Erinnerung), sondern die Sechser. Also genau die Spieler in genau den Zonen, in denen in jedem Spiel erfahrungsgemäß am meisten um den Ball gekämpft wird – in jedem System. Mir ist aber schon seit geraumer Zeit aufgefallen, dass die Dortmunder unter Tuchel es prinzipiell als Beleidigung ansehen, wenn sie im Zweikampf den Ball verlieren. Da fällt jeder immer, und zwar mit einem Gesichtsausdruck, der darauf hindeutet, dass es ja Foul gewesen sein muss, ansonsten wäre der Ball bei einer Ballbesitzmannschaft schließlich nicht weg. Tuchels Statistik belegt das für mich auch ironischerweise noch: Man kann Leverkusen ja vorwerfen, dauernd hart zu spielen (21 Fouls sind allerdings nicht überdurchschnittlich viel), aber Mainz und… Freiburg? Vielleicht ist es dann doch eher eine Frage der Standfestigkeit der BVB-Spieler (Sokratis, bitte stehen Sie auf) und der Perspektive. Wie es in dem alten Witz heißt: „Ein Geisterfahrer? Tausende!“ Und genau das wird Schmidt gemeint haben, als er vom „guten Foulziehen“ sprach. Ich habe es anlässlich des letzten B04-BVB-Spiels schon geschrieben und bleibe dabei: Die allermeisten Ballerorberungsfouls, die im gegnerischen Abwehrdrittel gegen Leverkusen gepfiffen werden, würden im eigenen Abwehrdrittel nicht gepfiffen. Weil es eben so Usus ist, dass ein Innenverteidiger dem Stürmer mal den Ball weggrätscht. Wenn das aber ein Stürmer gegen einen spielaufbauenden Innenverteidiger macht, pfeift der Schiri immer. Kurz: Klar muss man das so machen als Pressingmannschaft, weil das eben Pressing ist. Es ist nur der gleiche Fußball wie 60m weiter hinten, da muss man keine anderen Maßstäbe anlegen.

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mba123 4. Oktober 2016 um 08:39

Der BVB unter Klopp war, glaube ich, immer eine der fairsten Mannschaften in der Bundesliga. Intensives Pressing geht daher wohl auch ohne viele Fouls.
Vielleicht war das Pressing von Klopp eher darauf ausgelegt, die gegnerischen Pässe abzufangen und Leverkusen möchte mehr über Zweikämpfe den Ball gewinnen?

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