Donnerstag, 08.12.2016

Atlético Madrid – Chelsea: Fünf Fragen

Die erste Halbfinal-Paarung der diesjährigen Champions League verspricht ein hektisches Spiel mit zahlreichen Mittelfeldzweikämpfen bei einem Aufeinandertreffen zweier Defensivsysteme zu werden. Beide Teams sind nicht für hohe Ballbesitzzeiten bekannt. Wie wird sich dieses Duell gestalten? Welche Aspekte können den Vergleich entscheiden?

Wer wird dominanter auftreten? Wie wird sich die Dominanz darstellen?

Nicht nur die aufgeheizte Stimmung im Estadio Vicente Calderón wird dafür sorgen, dass Atlético Madrid im Hinspiel von Anfang an in den dominanten Part gedrängt wird. Diego Simeone wird seine Mannschaft in jedem Fall so einstellen, dass sie ihre gewohnten Stärken abrufen und vor allem über ihre Pressingmaschine das Spielgeschehen dominieren soll.

Mögliche Grundformation

Mögliche Grundformation

Die Halbfinal-Begegnung zwischen Atlético und Chelsea wurde schon kurz nach der Auslosung als Duell der „Defensivexperten“ betitelt. Sicherlich kommen beide Teams in erster Linie über ihre Stabilität, können an guten Tagen eine schier unüberwindbare Mauer vor dem Tor aufbauen und schmerzhafte Konter setzen. Doch die Gemeinsamkeiten sind geringer als man auf den ersten Blick meinen möchte.

Die Londoner sind unter José Mourinho eine sehr rational agierende Mannschaft, die kühl kalkulierend den Rhythmus wechselt, sich selbst Pausen gönnt und sich auch nicht zu schade ist, verstärkt auf die individuellen Qualitäten ihrer Offensivkräfte, allen voran Eden Hazard, zu setzen. Chelsea zeichnet keineswegs ein intensives Pressing oder trickreiche Fallen im Mittelfeld aus.

Das ist vielmehr die Stärke von Atlético, die im Heimspiel gegen die Londoner höchstwahrscheinlich über ihr hohes Pressing dem englischen Gegner die Luft zum Atmen nehmen möchten. Das Pressing der Madrilenen teilt sich dabei in drei Phasen ein, beginnend beim hohen, total aggressiven Angriffspressing. Dabei setzen fünf oder sogar sechs Akteure den Spielaufbau unter Druck und provozieren unkontrollierte Schläge, die durch die dahinter gestaffelten Spieler abgefangen werden sollen. Diese erste Stufe ist sehr gut dafür geeignet, um das andere Team zu verunsichern und den Aufbau zeitweilig komplett zu demontieren. Dieses extreme Aufrücken wird einerseits durch gute Absicherungen, kohärentes Nachschieben und mit der Überzeugung, dass man erfolgreich zweite Bälle gewinnt, durchgeführt.

Aber für Chelsea könnte die zweite Stufe, ein hohes Mittelfeldpressing mit zurückrückenden Angreifern, zum größeren Problem werden, wenn Simeone seine Mannschaft über lange Phasen derart agieren lässt. Dies würde bedeuten, dass, sofern die Londoner nicht sofort mit einem langen Abschlag aus der Tiefe herauskommen, bei Bällen ins Zentrum eine Überzahlsituation entstünde.

Hinzu käme die Aufbaukonstellation bei Chelsea, wo einer der Sechser in eine enge Dreierkette abkippt, während die Außenverteidiger weit aufrücken. Im Zentrum wäre dann beispielsweise Frank Lampard oder Ramires sofort von Gabi und Tiago eingekreist. Insgesamt würde das hoch angelegte Mittelfeldpressing der Madrilenen die strukturellen Schwächen der Londoner in tieferen Zonen gut bespielen. Natürlich sind David Luiz, Lampard oder Ramires pressingresistente Akteure, wären aber mit Isolationssituationen konfrontiert, die in der Regel nur schwer zu lösen sind.

2014-04-22_Atletico-Chelsea_AV-Loch

Derart vertikal darf sich Chelsea im Spielaufbau nicht staffeln. Besonders Oscar wird sich stets zurückfallen lassen müssen.

Auf einen Ballgewinn erfolgt dann das schnelle und vertikale Umschalten. Entweder es gibt sofort den Pass in die Spitze auf Diego Costa, der dann durchbricht, oder das Spielgerät für das Nachrücken der Mitspieler sehr gut verteidigen kann. Eine zweite Option wird auf alle Fälle die Nutzung der Rückräume hinter den Außenverteidigern sein, die bei einem plötzlichen Ballverlust diese Zonen nur noch unzureichend zulaufen können. Da die beiden Innenverteidiger eher zurückgezogen, passiv und eng bleiben, würden sich in den Halbräumen Lücken ergeben, wo Arda Turan und Koke eindringen können und für gefährliche Durchbrüche sorgen würden.

Bleiben die Außenverteidiger konstant tiefer, was – wie noch ausgeführt wird – allerdings nicht zur Offensivstruktur, vor allem auf der linken Seite, passen könnte, kommt wiederum die Komponente Diego Costa ins Spiel. Bei tieferen Umschaltaktionen wird der Angreifer gerne per Vertikalpass nach vorn geschickt und weicht dann gegen den Innenverteidiger nach außen aus. Tut er dies beispielsweise auf dem rechten Flügel, könnte er Ashley Cole tief binden und bei entsprechender Ballbehauptung den diagonal einlaufenden Arda Turan anspielen. Insgesamt hat Atlético neben vielen Pressingvarianten zahlreiche Durchbruchoptionen.

Wie kann Chelsea darauf reagieren?

Doch Chelsea ist keineswegs waffenlos. Im Vordergrund muss die Befreiung aus dem intensiven Pressing im Mittelfeld stehen. Dafür müssten sie auf die Dynamik und die Pressingresistenz ihrer Mittelfeldspieler setzen. Mit Oscar hat Mourinho bereits den richtigen Zehner im Aufgebot. Der Brasilianer lässt sich temporär fallen und unterstützt mit seiner Ballsicherheit im Zentrum die Mittelfeldkollegen. Gerade eine versetzte Formation mit Oscar auf der einen Halbposition und dem dynamischen Ramires auf der anderen hätte gute Chancen gegen das Mittelfeldband der Madrilenen zu bestehen.

Im Anschluss an eine erfolgreiche Befreiung aus dem Pressing könnten Hazard oder auch Willian vom Flügel aus einrücken. Die Atlético-Außenverteidiger würden in diesem Fall den Weg nicht mitgehen und weiterhin auf Raumverteidigung des Flügels konzentriert sein. Dringt Hazard in die Zwischenraumlücke ein und wird in der Halbposition von einem präzisen Vertikalpass aus dem Zentrum angespielt, hätte der Belgier die Möglichkeit ins Dribbling gegen die herausrückenden Innenverteidiger Diego Godín oder Miranda zu gelangen. Gegen derartige Varianten ist die Defensive der Colchoneros ein Stück weit anfällig. Hinzu kommt die Möglichkeit für Konterstürmer und Tiefengeber Andre Schürrle diese instabilere Situation zu nutzen, indem er sich an der Abseitsgrenze postiert und auf einen Schnittstellenpass lauert.

“Mourinho’s team are very well prepared tactically and will come to play their game. We have to counteract their game with our game on the side-lines, searching for Diego. The one that’s most successful will win.” (Gabi)

Gegen Dribblings beziehungsweise im Anschluss an die Auflösung von Pressingsituationen ist Atlético in der Defensive wahrscheinlich am anfälligsten. Sie können dann die Pässe des Gegners nicht leiten und haben größere Probleme ihre charakteristische ballnahe Überzahl herzustellen. Insofern sind die Augen besonders auf Hazard gerichtet, der insbesondere dann von seinen Mitspielern gesucht werden wird.

Rückt Hazard allerdings zu konstant ein, ergibt sich ein neues Problem. Cole müsste permanent die Seite alleine belaufen und würde des Öfteren die bereits erwähnte Lücke im Grundraum des Außenverteidigers öffnen. Kann also Atlético in einem Transformationsmoment einen Pass abfangen und umgehend über die Flügel in höhere Zonen gelangen, wird es wiederum gefährlich.

Welche Alternativen hat Mourinho zur Ausnutzung der Atletico-Schwächen?

Es ist davon auszugehen, dass der portugiesische Trainer vornehmlich auf eine Mauer-Taktik in Verbindung mit langen Schlägen aus der Abwehr oder aus dem Sechserraum heraus setzen wird. In jedem Fall möchte er Sekunden des Kompaktheitsverlustes vermeiden und seinen Fokus auf Stabilität richten. Wie bereits angedeutet, wäre eine aus dem 4-2-3-1 entstehende Raute oder sogar eine konstantere Raute mit zwei variablen, situativ breiten Angreifern eine taktische Variante zum besseren Bespielen der Schwächen der Rojiblancos. Mit David Luiz als physisch präsenten Sechser vor der Abwehr in Verbindung mit Ramires und Oscar auf den Halbpositionen hätte Chelsea mehr Möglichkeiten beim Kampf um zweite Bälle und zum Durchbrechen der Pressingwand.

Hazard wäre demzufolge der Freispieler, der sich konstant oder von seiner Grundposition auf dem Flügel  in den Rücken von Gabi und Tiago bewegen will und sich vor allem auf seine Stärken mit Ball am Fuß konzentrieren würde. Freiräume für den in die Spitze rückenden Schürrle und einen zweiten schnellen Angreifer wie Fernando Torres könnten sich ergeben und die Abwehrreihe der Madrilenen wäre mit dem konfrontiert, was sie nicht mag, mit Eins-gegen-Eins-Situationen. Hinzu kommen die ausweichenden Bewegungen der beiden Angreifer, die jeweils auf eine Seite herausklappen können, um Raum für nachrückende Mitspieler auf den Halbpositionen zu schaffen. Des Weiteren würde dies eine absichernde Haltung der Außenverteidiger ermöglichen, ohne die Breite im letzten Drittel völlig aufzugeben.

2014-04-22_Atletico-Chelsea_Raute

Raute gegen Atlético?

In jedem Fall kann eine Mittelfeldraute die kompakten Linien der Spanier, wenngleich selten Mannorientierungen zu erkennen sind, durcheinander bringen. Hazards Dribblings sowie ausweichende Bewegungen der Stürmer und Durchbruchmomente der Achter wären vermutlich ein probates Mittel. Auch wenn eine konstante Anwendung der Raute eher Mourinho-untypisch ist, so wäre eine entsprechende dynamische Umformung des 4-2-3-1 denkbar und vielleicht sogar noch gefährlicher. Ein Grund dafür wäre, dass Mourinho für eine Mauer-Taktik mit Fokus auf lange Bälle die richtige Solo-Neun zur Verarbeitung aufgrund Samuel Eto’os Ausfall fehlt. Hinzu kommen personelle Probleme, wodurch dem Portugiesen bei etwaigen Anpassungen die Hände gebunden sind.

Eine etwas konservativere aber vom herkömmlichen System abweichende Option wäre eine 4-3-3-Formation mit drei zentralen und zweikampfstarken Mittelfeldspielern. Folglich würde sich Chelsea mehrheitlich auf Einzelaktionen konzentrieren und auf kollektiv hohes Aufrücken nahezu verzichten.

Werden Diego Costa und David Villa zum Albtraum Mourinhos?

Ein hohes Arbeitspensum verrichten regelmäßig die beiden nominellen Spitzen der Colchoneros. Neben Diego Costa läuft meist David Villa auf. In der vertikalen Ausrichtung sind beide recht variabel, sodass der Zehnerraum trotz der 4-4-2-Grundformation nicht verwaist. So dient Costa tiefer als Prallstation oder Dribbelspieler. Anderseits ist Villa häufiger der tiefere Umschalt-Neuner oder Lückenreißer, der sich vor allem im linken Halbraum aufhält und kombinativ beteiligt. Beide sind zudem Teil der bereits erwähnten Pressingfalle, wobei sie im Bogen auf die Innenverteidiger beziehungsweise auf die Spielaufbau-Reihe zulaufen, dadurch die äußeren Spieler abdecken und den ersten Pass ins Zentrum leiten, wo sich die einrückenden Außenspieler sofort auf den Ball stürzen und durch Gabi und Tiago unterstützt werden.

Zusätzlich helfen die beiden Angreifer ihre Kollegen auf den Außenbahnen bei Attacken gegen die Außenverteidiger und in einer zentralen Formation rücken sie weit nach hinten. Dadurch sind die ersten Passwege beim Kontern kurz und der Abstand zwischen Mittelfeldband und Neuner äußerst gering, wodurch die Räume schon spürbar eng werden. Dabei fokussieren Costa und Villa beim tiefen Verteidigen seltener auf das Rückwärtspressing, sondern sind mehr eine Art Raumblocker, wodurch die Pässe zudem in die zweite Pressingfalle auf den Flügeln geleitet werden können.

2014-04-21-Atletico-Chelsea-Pressingfalle

Pressingfalle von Atlético

Doch nicht nur die beiden Stürmer sind eine Gefahr und zugleich ein Erfolgsrezept beim Kontern. Atlético ist nur sehr schwer mit Pressing im Mittelfeld unter Druck zu setzen. Gabi oder Tiago kippen jeweils vereinzelt heraus und laufen sich dadurch frei, während die Flügelspieler einrücken – was insbesondere zum Spielertyp Kokes passt. Die Außenverteidiger sind zudem sehr konzentriert in ihren Vorwärtsbewegungen und fallen nur selten durch falsche Vorstöße auf. Vielmehr sind sie sehr klug in der Spielgestaltung und können auch intelligent in der Pressingbefreiung mithelfen, indem sie für Druckabbau durch geschickte Positionierungen sorgen.

Wie wird sich das Duell gestalten? Werden Standardsituationen eine wichtige Rolle spielen?

Die Zuschauer werden sicherlich ein hektisches Spiel erleben. Die Rollen sind nicht klar verteilt, es gibt in der Vorausschau kein aktives und kein reagierendes Team. Obwohl zwei so genannte „Defensivmannschaften“ aufeinander treffen, wird es für den taktisch interessierten Zuschauer keineswegs langweilig.

“I have watched Atletico play a lot of times and from the moment we got them in the draw I’ve watched them play with better eyes, and I’ve studied them a lot to try to be ready to make my players understand what Atletico is.” (José Mourinho)

Vielmehr ist eine Begegnung mit zahlreichen Zweikämpfen um den Mittelkreis herum, viele Pressing- und Gegenpressingszenen und ständige Kämpfe um zweite Bälle zu erwarten, wo es auch auf die physische Stärke der Akteure und die Nervenstärke in der Entscheidungsfindung ankommen wird. Atleticos Spieler bringen durchschnittlich 27 Tacklings pro Spiel in der Champions League an und sind damit Spitzenreiter in dieser Kategorie. Bei Chelsea sind es „nur“ 19,7.

Diego Simeone ist nicht nur der Kopf seiner Mannschaft, sondern auch gleichzeitig Chef-Animateur. Er treibt seine Mannschaft voran, wenn er es für richtig hält und bremst sie ein, wenn es seiner Meinung nach notwendig ist. Es geht für ihn darum, die richtige der verschiedenen Pressingoptionen zu wählen. Gegen Chelsea spricht vieles dafür, dass er sein Team nur ganz selten in der Tiefenverteidigung sehen möchte, während Chelsea ohne großen Druck Räume gewinnen kann.

Interessant wird sein, wer von beiden Mannschaften mehr Ballbesitz über beide Begegnungen hinweg verzeichnet. Atlético lässt sich ganz selten dazu zwingen, das Spielgerät längere Zeit in den eigenen Reihen zu haben. Dafür sind die Spanier auch zu abschlussfokussiert und suchen vielmehr rasch den Weg zum Tor oder versuchen es mit einem Distanzschuss. Das ist ebenfalls ein Ansatz der Gegenkontervermeidung.

„How will we approach the game, who will attack first? If Chelsea give us the ball, we’ll instantly give it back to them.“ (Gabi)

Gelingt Atlético durch höhere Attacken und schnelle Konter nicht der entscheidende Durchbruch, können die Rojiblancos immer noch eine andere Stärke einbringen. In dieser Saison erzielten sie bereits 25 Tore nach Standardsituationen. Chelsea traf  seinerseits 19 mal in Liga und Königsklasse. Also kann es bei allen taktischen Aspekten und Finessen am Ende auf ein sehr ausgeglichenes Spiel hinauslaufen und vielleicht sogar ein einziger Eckball für die Entscheidung sorgen. Lassen wir uns überraschen, ob Simeone seinem Stil treu bleibt, Mourinho den Mörtel anrührt und nach all den Zweikämpfen der Rasen im Vicente Calderón eine Generalüberholung benötigt. (Mitarbeit von TW)

An dieser Stelle sei auch nochmals auf den Spielverlagerung.de-Podcast zum Halbfinale verwiesen. Ab 16:47 geht es um Atlético-Chelsea.

Luís 23. April 2014 um 01:15

1) Simeone weiß, dass Chelsea Mauern wird –> viel Ballbesitz. Warum dann das 4-2-2-2 mit den beiden Diegos auf der 9 ? Wäre es nicht klüger gewesen entweder a) David Villa von Beginn an anstatt Diego zu spielen oder b) die Lücke im Zentrum mit einem Kreativspieler zu füllen ?
2) Wer war der furz, der im Spielaufbau IMMER auf den komplett überladenen rechten Flügel gespielt hat, von wo dann eine Flanke auf Raul Garcia geschlagen wurde ?

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Izi 22. April 2014 um 23:19

Ehrlich gesagt, hat mich Atlético einmal mehr beeindruckt. Hätte ich nur dieses Spiel gesehen, ich wäre nie darauf gekommen, dass sie eigentlich „Defensivexperten“ sind – das war fast schon Barcelona/Bayern… 😀

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Luís 23. April 2014 um 01:01

Mit dem Unterschied, dass jede der beiden genannten Mannschaften normalerweise irgendwann sowas wie “ Zug zum Tor“ entfaltet 😀

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blub 23. April 2014 um 01:07

Nn Menge sinnloser Flanken sind noch kein Ballbesitzspiel(auch wenn Bayern und Barca sich da zuletzt hervorgetan haben). Ich weis nicht was du gesehen hast.
Bei dieser gegnerischen ausrichtung kann jeder Bezirksligist so spielen.

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Luís 23. April 2014 um 01:17

Ich glaube nicht, dass Izi das ernst meinte…

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blub 23. April 2014 um 01:44

Wenn dem so sein sollte: Sorry mein Ironiedetektor streikt von zuviel zynismus.

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Izi 23. April 2014 um 14:24

Kein Problem! 😉

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Fünf Anmerkungen 22. April 2014 um 19:32

1.) Hazard ist verletzt.

Hazard hat seit seiner Verletzung nur einmal mit der Mannschaft trainieren und bei der heutigen Einheit ebenfalls nicht teilnehmen können.

2.) Andre Schürrle

Mourinho setzt ihn nur gegen hohe Abwehrreihen als Mittelstürmer ein, was Atleticos Viererkette zweifelsfrei nicht ist. Ich erwarte ihn am linken Flügel.

3.) Mittelstürmer

Auf der MS-Position erwarte ich Torres, was Mourinho ebenfalls angedeutet hat. Eto’o ist verletzt und Ba ist mehr die Option, wenn spielerisch nichts mehr geht.

4.) Abkippen der 6er

Chelseas Sechser kippen so gut wie nie ab. Ich glaube, dass du dich da zu sehr vom Auswärtsspiel gegen PSG beeinflussen lässt. Es ist so, dass beide Sechser im Spielaufbau eingebunden sind. Sie bieten sich meistens auf den Halbpositionen an, hauptsächlich auf der Seite des offensiveren AVs (Ivanovic). Ja, sie lassen sich oft tief fallen, aber ein Abkippen wie es bei Lahm/Bayern oder neuerdings Gerrard/Liverpool zu sehen ist, gibt es keinfalls.

5.) Stichwort AV

Chelseas AVs sind grds. konservativ eingestellt, d.h. entweder a.) halten sich beide zurück und erlauben es somit ihren Vorderleuten frei aufzuspielen oder b.) nur einer von ihnen ist in der Offensive aktiv. Azpilicueta ist sehr defensivstark und das wird von Mou auch ausgenutzt. Sein durchschnittliche Position ist meistens nur ein paar Meter vor dem halblinken IV (Terry) und sehr eng gehalten.
Ich weiß aber, dass Ivanovic gesperrt ist und die Achse demzufolge verändert werden muss. Sollte Cole als LV auflaufen, was sehr wahrscheinlich ist, erwarte ich, dass er die Rolle von Azpilicueta einnimmt. Dieser sollte dann auf der anderen wechseln und deutlich offensiver agieren.
Es gibt aber auch Gerüchte, wonach David Luiz als RV spielen soll. Weiß noch nicht, was ich davon halten soll.

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HW 22. April 2014 um 20:28

Hab die Aufstellungen gerade gesehen. Sieht auf beiden Seiten eher nach zurückhaltendem Spiel aus, bzw. nach Beton bei Chelsea aus. Und ich meine nicht den berühmten Bus, sondern Bunkeranlagen.
Aber man weiß ja nie, mal verteidigen Stürmer und vielleicht greifen heute defensive Mittelfeldspieler an.

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CE 22. April 2014 um 20:36

Sehr schöne Andeutung 😉
Bei Chelsea muss man von einer sehr tiefen Positionierung ausgehen. Ramires soll wahrscheinlich von rechts diagonal Räume überbrücken, Willian den Hazard geben und Torres die entsprechenden Räume schaffen. Interessant werden die Wechselwirkungen zwischen den Sechsern und auch die Ausrichtung der AVs. Da ist wirklich vieles möglich.

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HW 22. April 2014 um 20:42

Ich dachte zunächst an ein 4-2-2-1-1, es könnte aber auch eine Raute geben. Abwarten, aber ich vermute Mourinho will das Auswärtsspiel möglichst unspektakulär überstehen und dann in London das Duell entscheiden.

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Izi 22. April 2014 um 23:19

„Eine etwas konservativere aber vom herkömmlichen System abweichende Option wäre eine 4-3-3-Formation mit drei zentralen und zweikampfstarken Mittelfeldspielern. „

Ich denke, das haben wir heute bei Chelsea gesehen… 🙂

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HW 23. April 2014 um 08:53

Ich hatte die Hoffnung Chelsea würde trotzdem Angreifen. Aber dann hab ich mich erinnert, dass Mourinho dort Trainer ist. Defensiv, 4-3-2-1 o. ä. ist genau sein Ding in so einem Spiel.


FalscherAV 22. April 2014 um 15:32

Super Analyse. Man kann die Vorfreude hier förmlich aufsaugen.

Ist Raul Garcia gesperrt? Wenn nicht geh ich davon aus das er für villa spielt.
Er ist defensiv stärker und wichtig für die Kompaktheit. Er geht zwar weniger hinter die gegnerische Abwehrreihe ist aber deutlich kopfballstärker und sowohl bei defensiv wie auch offensiv Standards stark.

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CE 22. April 2014 um 17:01

Raul Garcia ist nicht gesperrt.Es kann gut sein, dass er aufläuft. Genauso ist in meinen Augen die Frage völlig offen, ob Lampard oder Ramires spielt.

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AlexF 22. April 2014 um 13:54

Sehr gute Erklärungen, ich bin gespannt, was Mourinho sich einfallen lässt. Im Hinspiel glaube ich, er wird auf die langen Bälle aus der Abwehr heraus bauen, selbst wenn ihm ein passender Stürmer fehlt. Sein Fokus wird wohl sein, dem pressing zu entgehen und selbst stabil in der Defensive zu stehen.

Sehr gute Grafik zu der Pressingfalle von Atletico, sehr deutlich erklärt. Super!

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Herthaner 22. April 2014 um 12:12

Tolle Analyse – die Brasilien-Connection (Oscar, Luiz, Ramirez) im Chelsea MF wird in meinen Augen spielentscheidend sein. Luiz als ZDM ist ein irrer Schachzug von Mou – dessen Zweikampf- und Kopfballstärke bleibt dem Team erhalten, während seine Launen kein unmittelbares Risiko in der 4er Abwehr darstellen. Darüberhinaus kann – und wird spätestens in HZ 2 – mit Lampard die offensive und der Spielaufbau gestärkt, falls Chelsea im Rückstnad ist, bzw. (noch) ein Tor benötigt. Torres als Ex-Atletico-Spieler der in Lodon nicht das gewünswchte Standing geniesst, würde ich eher nicht aufstellen. Ich freue mich schon auf das Spiel heute abend

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Bernhard 22. April 2014 um 14:13

Ob das so ein irrer Schachzug ist wage ich zu hinterfragen.
Hier ist eher die Not ausschlaggebend, denn wie du schon richtig anmerktest wäre David Luiz in der Viererkette wahrscheinlich ein großes Risiko. Aber auch auf der 6 ist eine gewisse Gebundenheit an einen bestimmten taktischen Raum wichtig, sprich es hat wenig Sinn wenn David Luiz einen Spieler der Madrilenen bis in deren Strafraum verfolgt, um einen Ballgewinn zu erzielen (vorischt, Extrembeispiel!).
Gegen PSG war der Brasilianer auf der 6 einer der besten Akteure des Spiels, aber ob er diese Form konstant wird bestätigen können?

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Foxtrott 22. April 2014 um 21:59

Ich finde der Adventskalenderartikel zu David Luiz beschreibt vor und nachteile schon sehr gut…

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Bernhard 22. April 2014 um 12:00

Feiner Vorbericht zum Spiel, danke hierfür.
Vor allem die letzte Grafik ist sehr gut gestaltet und hilft beim Verstehen des madrilenischen Pressings.

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Isco 22. April 2014 um 09:26

Tolle Analyse, aber spielt Chelsea nicht immer mit Azpili… Dave links und Ivanovic rechts?

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CE 22. April 2014 um 09:31

Ivanovic ist im Hinspiel gesperrt. Deshalb wird sicherlich Ashley Cole in die Mannschaft rücken und Azpilicueta geht auf seine „alte“ Position.

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