Atlético Madrid – FC Barcelona 0:0

Madrid gegen Barcelona, das Spitzenspiel der spanischen Liga. In dieser Saison ist es aber bislang Atlético und nicht Real, welches Barcelona im Titelrennen enger auf den Fersen liegt. Die Rojiblanco befinden sich seit Amtsantritt Diego Simeones in stetigem Aufwind und hätten mit einem Sieg zuhause am letzten Spieltag der Hinrunde sogar den ersten Tabellenplatz erobern können. Vor dem Spieltag lagen sie mit den Katalanen gleichauf. Doch in einem sehr intensiven und von Mittelfeldgeplänkel gab es zwar viele Defensivaktionen, jedoch nur wenige Torschüsse und Torraumszenen.

Atléticos Variante des 4-4-2 neutralisiert den FC Barcelona

Die Madrilenen begannen im 4-4-2 und spielten dies auch eigentlich bis zum Ende der Partie durch. Dabei gab es jedoch unterschiedliche Arten, wie dieses 4-4-2 interpretiert wurde. Atlético begann nämlich nicht in einem tiefen und passiven Mittelfeldpressing, wie man es sich eventuell erwartet hätte, sondern spielte teilweise und insbesondere bei Abstößen Barcelonas mit einem hohen und aggressiven Angriffspressing.

Atlético im höheren Pressing

Atlético im höheren Pressing

Beim aggressiven Angriffspressing stellten die beiden Stürmer die Innenverteidiger des Gegners zu, das Mittelfeld verhielt sich ebenfalls situativ mannorientiert und Valdes sollte zu langen Bällen gezwungen werden. Nach den langen Bällen und generell in den hohen Zonen spielte Atlético mit hoher Abwehrlinie, stark ballorientiertem Verschieben und versuchte aggressiv Barcelona zu Fehlern zu zwingen.

Nach eigenen Ballverlusten tat Atlético Ähnliches. Auch beim Gegenpressing waren sie überaus aggressiv, zogen sich sehr schnell zusammen und konnten sich viele Bälle schnell zurückholen beziehungsweise gaben Barcelona nie die Chance auf einen ruhigen Angriffsaufbau in die eigene, unformierte Formation. Wenn Barcelona das Spiel beruhigen und sich über Kombinationen nach hinten befreien konnte, dann formierte sich Atlético tiefer.

Weit eingerückter Außenverteidiger Atléticos im Gegenpressing

Weit eingerückter Außenverteidiger Atléticos im Gegenpressing

Nun warteten sie in höheren Zonen ab, standen nahe der Mittellinie in einem 4-4-2-0 und orientierten sich mit der vorderen Pressinglinie an Sergio Busquets. Insbesondere in der ersten Hälfte wurde das Pressing dann immer kurz überfallartig gestartet, wenn Busquets nahe und meist zwischen den beiden Stürmern den Ball erhielt, die ihn sofort attackierten. Wenn Busquets sich zurückfallen ließ, wurde er jedoch nicht verfolgt. Dann blieb dieses 4-4-2-0 positionsorientiert und verhinderte Pässe in die Mitte auf Xavi und Iniesta.

Das 4-4-2 Atleticos

Das 4-4-2 Atleticos

Schaffte Barcelona es – meistens nur über die Flügel und selten – bis nahe an den Strafraum der Madrilenen, änderte sich an der Formation nichts mehr. Die beiden Stürmer halfen bis weit nach hinten mit und es entstand ein extrem kompakter Block, der insbesondere die Mitte extrem zusperrte. Einzig in der Staffelung gab es einen kleinen Unterschied.

Hier spielte Atlético in höheren Zonen meistens so, dass einer der beiden Sechser – meistens der ballferne – etwas tiefer stand. Der höhere Sechser orientierte sich leicht nach vorne in Richtung der beiden Stürmer, der ballferne ließ sich gelegentlich etwas zurückfallen und der tiefere Sechser pendelte leicht zum Zwischenlinienraum. Diese Staffelung wirkt in Standbildern überaus harmlos, hat aber in der Praxis interessante Konsequenzen.

Diagonalpässe von einem defensiven Halbraum in den gegenüberliegenden offensiven Halbraum waren nicht möglich. Vertikale Pässe in den Zwischenlinienraum konnten sofort mehrfach bedrängt werden; der ballferne tiefere Sechser rückte von der Seite drauf, der höhere Sechser orientierte sich nach hinten und presste rückwärts, der ballnahe Flügelstürmer presste von der anderen Seite und situativ orientierte sich einer der Innenverteidiger nach vorne. Stünde der zweite, ballferne Sechser höher, so wären direkte Ablagen nach solchen Vertikalpässen – Barcelonas bekanntes Spiel über den dritten Mann – zur Seite in den offenen Zwischenlinienraum möglich gewesen. So aber entstanden 4-3-2-1-Staffelungen und 4-1-3-2-Staffelungen, welche wegen der enormen Kompaktheit meist aber eben wie ein 4-4-2 wirkten, in welchem lediglich ein Sechser und ein Stürmer leicht tiefer zu ihrem Nebenmann versetzt standen.

Im Abwehrpressing wurde dies nicht mehr gespielt, da der Zwischenlinienraum ohnehin praktisch nicht mehr vorhanden war. Atlético zog sich so eng zusammen, dass kein Pass in den Zwischenlinienraum möglich war. Hier war es ein klares 4-4-2, die horizontalen Linien in den Bändern schienen wie am Reißbrett gezogen.

Die Kompaktheit bei Atlético

Die Kompaktheit bei Atlético

In diesen Phasen hatte Barcelona dann auch am meisten und am längsten den Ballbesitz ohne Unterbrechung, wurde aber gänzlich von den gefährlichen Zonen vor dem Tor abgedrängt. Dieses Leiten auf den Flügel gab es allerdings in allen Situationen zu beobachten. Dabei bediente sich Diego Simeone ebenfalls wieder eines kleinen Kniffs mit der Staffelung.

Die perfekte Umsetzung klassischer Mittel in der Defensive

Viele Mannschaften agieren mit einem 4-4-2, in welchem die Abwehrreihe enger steht als die Mittelfeldkette. Der Fokus liegt natürlich auf Stabilität und Enge im ersten Band, auf mannorientierte Verfolgung der gegnerischen Außenverteidiger durch die eigenen Flügelstürmer, auf möglichst enge Schnittstellen in der Abwehrkette und diese Teams spielen dann generell mit einer eher passiven Spielweise.

Atléticos 4-4-2 und Busquets im Würgefang der Stürmer

Atléticos 4-4-2 und Busquets im Würgefang der Stürmer, Xavi kippte teilweise statt Busquets nach hinten

Manche Teams, besonders in England, spielen aber auch mit einem 4-4-2, in welchem die beiden Viererkette in den vertikalen Linien fast identisch positioniert sind. Auch Lucien Favre nutzte dies insbesondere in seiner zweiten Saison bei Borussia Mönchengladbach und hatte dabei durch die positionsorientierte Spielweise, das intensive Pressing und die Kompaktheit Erfolg, der den Engländern mit ihrer weniger kompakten und weniger intensiven Spielweise verwehrt blieb.

Diego Simeones Atlético geht hierbei jedoch einen anderen, seltener praktizierten Weg. Sie spielen grundlegend zwar positionsorientiert, bauen aber immer wieder mannorientierte Elemente in der Deckungsarbeit ein. Der wichtigste Unterschied bezieht sich jedoch auf die Staffelung; die Mittelfeldreihe positioniert sich bei Atlético nämlich sehr eng, die Abwehrkette jedoch breiter.

Die Außenstürmer agieren dann teilweise wie zusätzliche zentrale Mittelfeldspieler und stehen nicht auf dem Flügel herum, sondern in den defensiven Halbräumen. Durch diese Mittelfeldkette kann man wegen der horizontalen Kompaktheit kaum einen Schnittstellenpass spielen, durch die vertikale Kompaktheit wären Ballannahmen im Zwischenlinienraum ohnehin überaus schwierig.

Das 4-4-2 Atléticos und Barcelonas Staffelungsprobleme

Das 4-4-2 Atléticos und Barcelonas Staffelungsprobleme; keine Präsenz zentral, Cesc weicht auf die Seite aus, die Überladungen werden aber nur unpassend ausgespielt.

Im Gegensatz zur engen Viererkette, wo dann über Schnellkombinationen der direkte Abschluss nach Überladungen auf den Seiten gesucht werden kann, gibt es bei einer engeren Mittelfeldkette und breiteren Abwehrkette sofort eine Absicherung auf den Seiten. Der Vorteil dieser Spielweise liegt außerdem darin, dass diese Außenräume dem Gegner aufgezwungen werden.

Sobald der Ball dann auf die Flügel kommt, rücken die Außenspieler sehr aggressiv heraus, die restlichen Akteure in der Kette schieben nach und die Mitte ist durchgehend besetzt. Die Abwehrkette verschiebt ebenfalls ballorientiert und verengt sich, wodurch auch Schnellkombinationen in die Tiefe nach Seitenwechseln nur selten effektiv werden.

Atlético verfügt dabei in all diesen Aspekten über eine enorme gruppentaktische Sauberkeit, mit der sie ihre Formation in den jeweils unterschiedlichen Ausrichtungen in der Höhe nahezu perfekt umbauen können. Offensiv konnten sie sich aber gegen die Katalanen ebenso wenig durchsetzen, wie es diese gegen sie schafften.

Atlético mit Unterzahlangriffen und langen Bällen

Im Spiel nach vorne definiert sich Atlético zwar ebenfalls über eine tolle gruppentaktische Sauberkeit, einen genauen Plan und schnelle Bewegungen, allerdings können sie im Spiel nach vorne dem Gegner die eigenen Staffelungen nicht wirklich aufzwingen. So ließ sich Diego Costa immer wieder auf die rechte Seite gegen Jordi Alba fallen, erhielt lange Bälle und konnte diese eigentlich fast immer perfekt verarbeiten, blieb letztlich trotzdem ohne wirklichen Output.

Alba ließ ihn diese Bälle annahmen, bedrängte ihn danach erst und schob ihn auf die Außen, wo Costa keinen Zugriff mehr auf die Mitte hatte. Zwar konnte er die Bälle gut behaupten und teilweise dann auf dem Flügel zurückspielen, wirklich gefährlich wurde es aber nie. Dafür fehlte es an den Überladungsbewegungen auf dem Flügel; die Flügelstürmer gingen in die Halbräume, die Außenverteidiger hielten sich offensiv zurück. Zentral fehlte es wegen Diego Costas Ausweichen meistens an Präsenz.

Diego Costa vs. Alba

Diego Costa vs. Alba

Diese schnellen Flügelangriffe versandeten dann meistens in Barcelonas Defensive beziehungsweise in der eigenen Dynamik, bis auf einzelne Unterzahlangriffe, die durch Ardas tolle Fähigkeiten im Dribbling und als verkappter Nadelspieler entstanden, sowie Durchbrüche auf dem Flügel hatte auch Atlético nur wenige Chancen. Sie hatten zwar wieder gute Positionswechsel (Arda und Koke bspw.) und ähnliches (Kreuzen der Stürmer eben), aber konnten sich nicht durchsetzen.

Nicht nur offensiv, auch defensiv wurde sauber getauscht. Hier ergab sich aus der mannorientierten Verfolgung eines Laufs die Situation, dass Koke eingerückt war und Tiago links stand. So spielte man einfach mehrere Minuten lang ohne Probleme. Jeder weiß, welche Aufgabe er und die anderen haben

Nicht nur offensiv, auch defensiv wurde sauber getauscht. Hier ergab sich aus der mannorientierten Verfolgung eines Laufs die Situation, dass Koke eingerückt war und Tiago links stand. So spielte man einfach mehrere Minuten lang ohne Probleme. Jeder weiß, welche Aufgabe er und die anderen haben

Bei Barcelona gab es ebenfalls Probleme im Spiel nach vorne.

Barcelona mit Staffelungsproblemen und Barcelona in der Defensive

Die Katalanen fanden nämlich über die gesamte Spielzeit kein wirkliches Mittel gegen die Abwehr der Madrilenen. Sie bauten im 2-1-4-3 auf, in welchem sich Fabregas als hohe spielmachende Neun oft zurückfallen ließ und in die Halbräume ging, aber keine wirkliche Hilfe darstellte. Bei Anspielen in engen Räumen konnte er die Bälle nicht schnell und präzise genug verarbeiten, suchte ohnehin meistens die freien Räume außerhalb der Formation Atléticos und dadurch hatte Barcelona keine Präsenz in der Mitte und nur wenige Tiefe über die Seiten.

Die Staffelung Barcelonas

Die Staffelung Barcelonas. Kaum Präsenz in der Mitte. Bei Atlético sehen wir die erwähnte Asymmetrie der Sechser und Stürmer.

Sogar Busquets hatte in der Anfangsphase einige Probleme mit dem aggressiven Pressing der Madrilenen, fand aber später immer besser ins Spiel und zeigte letztlich trotz einiger unerwarteter Fehler im Aufbau-, Kombinations- und Pressingspiel eine starke Partie. Von ihm gingen auch die einzigen Impulse aus der Tiefe aus. Dennoch fand er selten jemanden vorne. Fabregas war nicht anspielbar oder in ungünstigen Positionen, die Flügelstürmer wurden nach Anspielen meist isoliert, Xavi und Iniesta befanden sich fast immer in engen Situationen.

Besonders Xavi wirkte wie eine Durchlaufstation in der Ballzirkulation. Dabei war er natürlich wie üblich überaus stabil, technisch hochwertig und sicher, allerdings fehlten ihm eben in Ermangelung passender Anspielstationen und wegen des engen Raums die früheren strategischen Geniestreiche. Iniesta zeigte noch eine gute Leistung, seine Fähigkeiten als Nadelspieler wurden jedoch nur unzureichend eingebunden. Nach einigen bösen Fouls musste er zur Halbzeit ausgewechselt werden, für ihn kam Messi in die Partie.

Neue Staffelung Barcelonas im 4-2-4 und mit Neymar dann.

Neue Staffelung Barcelonas im 4-2-4 und mit Neymar dann.

Jetzt veränderte sich wieder etwas am Spiel. Fabregas wechselte ins Mittelfeld und Barcelona baute nun stärker in einer Art 4-2-4(-0)-Rollenverteilung auf. Die Grenzen zwischen Fabregas und Messi in der Position waren fließend. Messi spielte zwar gegen den Ball meistens höher, wurde dabei aber von Fabregas meist unterstützt. In der ersten Halbzeit hatte Xavi so etwas schon mit Fabregas gemacht, wodurch Barcelona gegen den Ball immer wieder zwischen 4-1-4-1, 4-3-3, 4-1-3-2 und 4-5-1 pendelte. Im Gegensatz zu früher war es aber keine klare 4-3-3-Rollenverteilung mehr bei Barcelona, sondern die Flügelstürmer agierten sehr oft sehr tief und verhielten sich wie Mittelfeldspieler.

Das 4-1-3-1-1 bei Barcelona im Pressing

Das 4-1-3-1-1 bei Barcelona im Pressing

Mit Messi war es in der Offensive nun kein 4-1-2-3 mehr, sondern eben eher ein 4-2-4. Diese Anpassung war auch irgendwo logisch. Da Atlético den Zwischenlinienraum zustellte, aber über die Flügel Barcelona nur Flanken in den Strafraum ohne Abnehmer spielen konnte, musste sich etwas ändern. Messi und seine Fähigkeiten in puncto Dynamik, Dribbling und Handlungsschnelligkeit sollten nach vertikalen Pässen in den Zwischenlinienraum das Unmögliche möglich machen: Atléticos kompakte Formation über die Mitte zu zerspielen.

Piqués Aufrücken war relativ ineffektiv und wurde nur sporadisch praktiziert. Offensiv kam er nicht an seine defensiv sehr gute Leistung heran.

Piqués Aufrücken war relativ ineffektiv und wurde nur sporadisch praktiziert. Offensiv kam er nicht an seine defensiv sehr gute Leistung heran.

Fabregas war dabei eine Unterstützung für Messi und sollte in seiner vorgeschobenen Mittelfeldrolle mehr Präsenz erzeugen. Einen Effekt hatte es nicht, obgleich drei Aktionen von Messi die besten Chancen für Barcelona in dieser Partie bedeuteten. Auch die Einwechslung Neymars und schließlich Sergi Robertos auf die Flügelpositionen und erhöhte Flexibilität im Bewegungsspiel brachte keine Veränderung.

Neue Staffelung Barcelonas in der Endphase

Neue Staffelung Barcelonas in der Endphase

Barcelona agierte offensiv harmlos und kam zu einigen wenigen Chancen, enttäuschte im Aufbauspiel weitestgehend, stand dafür aber defensiv sehr stabil, presste mit einem intelligenten hohen Mittelfeldpressing und die Abwehrkette zeigte im klassischen Defensivspiel eine tolle Leistung.

Die Grunddynamik des Spiels und das Fazit

Letztlich war es kein spektakuläres Spiel. Atlético offenbarte alle defensiven Stärken, die sie besitzen, konnte diese aber in eigenem Ballbesitz nicht replizieren. Bei Barcelona war es überraschenderweise ähnlich der Fall, die Katalanen hatten im Spiel nach vorne kaum zündende Ideen, überzeugten defensiv aber bis auf sehr wenige Ausnahmen und konnten letztlich einen Punkt aus dem Calderon entführen. Das Meisterschaftsrennen bleibt (vorerst) spannend.

Danke an laola1.tv für das Bildmaterial!

Der Buchhalter 19. Januar 2014 um 08:56

auf mich wirkte die spielweise von madrid genauso, wie es der fcb im letzten jahr in der cl gegen barca praktiziert hat, insbesondere was die störung des spielaufbaus im ersten drittel betrifft

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pacman 17. Januar 2014 um 12:30

Hallo. Mich würde mal interessieren wie hier die Rolle von Iniesta eingeschätzt wird.
Meiner Meinung nach ist er der wichtigste Spieler bei Barca, als Taktgeber in der Offensive, beispielhaft in dieser Szene im Spiel gegen Athletico Madrid in diesem Video bei Minute 1:42-2:00 (http://www.youtube.com/watch?v=kDH-t4RwC0E). Diese Ballbehandlung in Verbindung mit Übersicht in allerengstem Raum hat bei Barca weder Messi noch Xavi.
Des Weiteren kann man bei Iniesta eine deutliche Entwicklung bemerken: vergleicht man das legendäre 5:0 von Barca gegen Madrid mit dem Classico aus dieser Saison sieht man mittlerweile einen sehr viel strukturierter spielenden Iniesta, der auch viel kommunikativer auf dem Platz agiert und Anweisungen gibt. Vor allem sein Positionssspiel ist eminent verbessert. Sicherlich ist die Euro 2012 für diese Entwicklung verantwortlich.
Was meint ihr dazu?

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RM 17. Januar 2014 um 14:30

Ich habe vor circa zwei Jahren prognostiziert, dass Iniesta sich stärker in Richtung Xavi entwickeln und dessen Rolle in anderer Interpretation übernehmen könnte. Gleichzeitig finde ich, dass Iniesta in einzelnen Sachen nachgelassen hat, was aber wohl an Fitness und an der inkonstanteren Einbindung unter Martino liegt. Prinzipiell natürlich ein unglaublicher Spieler, potenziell also eine lässige Option und deine Einschätzungen kann ich durchaus unterschreiben, obgleich ich nicht mehr so viel Barcelona ansehe wie noch unter Guardiola. Eventuell also ein Fall für Tank.

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CF 14. Januar 2014 um 15:08

Was mir auch gefällt hat war die Anpassung an den Gegner seitens von Barca die verscheidenen Strukturen oder die einzelnen Bewgunsgmsuter der Spieler die schon ein großer und übergeordnete Rolle bei Atletico spielen wurde zum Teil nicht richtig gepressst und es war auch kein wirklicher Plan zusehen wie man die Strukturen (die schon relativ klar sind) pressen wollte. Siehe Kreiselbewegung ins Zentruk von Arda Turan wurden von Alves sehr weit verfolgt was aber negativ war anstatt Arda zu übergeben oder eine Pressignfalle um seinen Raum wie Bayer im rechten Halbraum mit Alves, Xavi und Sanchez. Alves verfolgt ihn Arda kreiselt weiter in dei Mitte lockt Mitspieler. Xavi steht im toten Raum und bewegt sich startegsich unklug dazu. Gabi spielt Luis in den Alves Raum bei besserer Staffelung hätte man auch den Raum hinter Xavi und Alves bespielen können aber egal. Luis läuft in Xavis leeren Raum spielt eienn Keypass auf Villa der nicht im Abseits steht aber trotzdem zurück gepfiffen wird.

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Zack 13. Januar 2014 um 16:11

Wieder einmal hat man gesehen, dass es nahezu unmöglich ist einen geordneten Kettenverbund zu durchbrechen mit spielerischen Mitteln. Man sollte jedoch berücksichtigen, dass Barca auf die Kombi Iniesta-Messi verzichten musste. Da geht einiges verloren.

Was einige hier ignorieren ist die Disziplin die Tata Alves und Alba verordnet hat. Unter Pep/Tito hätte es mich nicht gewundert, wenn einer wieder zu weit aufgerückt wäre und Barca ausgekontert worden wäre. Von daher hat man alles richtig gemacht. Es war ja auch offensichtlich, dass hier niemand volles Risiko gehen würde.

Wenn gegen City alle fit sind, würde ich zusätzlich Song a la Keita bringen auswärts. Mit Messi/Neymar/Iniesta sollte da schon ein Törchen drin sein. Glück gehört halt immer dazu und davon haben die Bayern doch reichlich gehabt. Die müssen erstmal gegen Arsenal weiterkommen, wäre interessant zu sehen was passiert wenn sie mal in Rückstand geraten und nicht immer der Gegner aufmachen muss.

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Koom 13. Januar 2014 um 09:43

Mal in die Runde gefragt:
Wie bewertet man bisher die Entwicklung von Barca zur Vorsaison (und eventuell zur letzten Saison mit Guardiola)?

Hat man sich weiterentwickelt? Oder wird man eher „normaler“ und nur das altgediente Spielermaterial sorgt noch für tiki-taka-Gefühl? Oder ist das nach einer halben Saison noch nicht so richtig zu bewerten?

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AP 12. Januar 2014 um 22:17

„aber es gab mal ne Zeit, da war Barcelona die beste Mannschaft der Welt, was Pressing und Gegenpressing anging. Um Teams wie Athletico wieder deutlich dominieren zu können, müssten sie da wieder näher rankommen. Die erste Vorraussetzung dafür wäre, dass wieder alle kollektiv gegen den Ball arbeiten. Nur wenn das geschieht, kann Barcelona wieder deutlich stärker werden als sie es jetzt sind“.

Tank. Ich hab das Spiel nicht gesehen. Wen oder was kritisierst du mit deinen Worten genau.

Barca streicht wohl gegen City die Segel oder? Und AM wird am BVB oder den Bayern im viertelfinale scheitern. Nehme Wetten an 🙂

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Tank 12. Januar 2014 um 22:31

Also, zunächst einmal handelt es sich um Kritik auf hohem Niveau. Das nur vorweg. Barcas Pressing muss ja nicht schlecht sein, damit es deutlich besser sein könnte.

Eigentlich kritisiere ich auch wirklich nur das Pressing als solches, nicht unbedingt Einzelpersonen. Darüber, dass Messi mehr mitarbeiten sollte, wurde hier ja schon die letzten Tage gesprochen. Wichtiger als das ist jedoch die Umsetzung als Kollektiv vom Kollektiv. Pressing ist ja bekanntlich ne Mannschafts- und keine Individualtaktik. Da sehe ich noch Luft nach oben in Sachen Intensität, Lücken schließen, Staffelung, etc..

Wann nun wer rausfliegt will ich nicht sagen. Dafür sind KO-Spiele zu zufallsanfällig. Ich denke, dass Barcelona gegen City weiterkommt. Gegen Bayern, Dortmund, Real, PSG und Athletico sehe ich Barcelona hingegen nicht als klaren Favoriten. Hauptgrund hierfür ist die Arbeit gegen den Ball.

Aber hey, auch nicht unmöglich, dass sie ein paar sehr gute Tage erwischen, vielleicht etwas Losglück haben und am Ende holen sie den Pott.

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CF 12. Januar 2014 um 23:16

Das Pressing ist wirklich schwächer geworden. Sie pressen jetzt in tieferen Zonen dafür aber lokal Kompakter und etwas ruhiger. Trotzdem finde ich die Entwicklung des Pressings eigentlich ganz interessant. Bestimmte Punkte werden aufgegriffen und zum Teil sehr stark fokussiert so ist der Einsatz des Deckungsschatten zum fressen bestimmter Räume auch in der Mitte stärker in den Fokus gerückt. Aber auch Busquets Bewegungsmuster in der Defensive haben sich verändert.
Trotzdem ist es aus meiner Sicht eine totale Fehleonschätzumg oder sogar ein extreme Denkfehler zu Glauben das ein ruhiges und symmetrisches Pressing für Defensive Stabiliät sorgt. Das ist schlicht falsch vergleicht man die zugelassenen Torschüsse mit der Höhe des damaligen Pressings und der Ausführung des hohen Pressings stellt man fest das die Barca Teams die das höchste und Intensitäts rechste Pressing gespielt haben mit Abstand am wenigsten Torschüsse zuliessen. Unter Guardiola zwischen 7.2-7.5 glaube ich. Vilanova 9.1, Tata 9 (Champios League aber 6.8 Momentan verglichen mit den andere 5 Ligen übrigens mehr als Weltklasse. Pilsen mit 21.3 zeigt das die Schere zu groß ist in der Gruppenphase) durschnittliche zugelassenen Torschüsse.

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HerrHannibal 13. Januar 2014 um 12:25

Bei extrem starkem Pressing erobere ich viele Bälle aber ich riskiere auch, dass sich der mehr Gegner hochkarätige Eins gegen Eins Chancen herausspielt. Wenn weniger stark gepresst wird und sich Teile der Mannschaft zunächst wieder hinter dem Ball sammeln sieht das umgekehrt aus… Insofern ist das statistisch anhand der Anzahl der Torchancen nicht so einfach messbar.

Generell:

Martino macht einen guten Job und hat die Kernprobleme der vergangenen Saison klar erkannt… Abhängigkeit von Messi, fehlende Rotation, schwaches und halbherziges Pressing, Schwächen bei Standards/fehlende Physis

Der erste Punkt wurde durch Neymar entschärft aber die variablere Spielweise kommt auch eindeutig Sanchez, Pedro und Cesc entgegen. Die haben unter Martino mehr Raum für ihre Runs bzw Pässe hinter die Abwehr.

Rotation ist ein ganz wichtiger Punkt. Vilanova hat die Mannschaft in der Hinrunde ja nahezu durchspielen lassen. Am Ende häuften sich die Verlezungen und alle Spieler wirkten müde im Kopf und in den Beinen. Das läuft unter Martino sehr gut. Er hat auch keine Angst Messi mal frühzeitig rauszunehmen wenn ein Spiel entschieden ist oder lässt ihn und Neymar draußen wenn sie nicht ganz fit sind…Wäre unter Tito undenkbar gewesen.

Pressing ist deutlich besser als unter Vilanova aber noch nicht konstant auf sehr hohem Niveau. Man sah zu Beginn der Saison, dass daran gearbeitet wurde aber man erkennt auch, dass Tata nicht immer pressen lassen will. Gerade bei Führungen soll sich die Mannschaft auch mal zurückziehen und sich eher auf Konter verlassen. (Was angesichts der individuellen Klasse und der Dynamik der Einzelspieler noch viel besser funktionieren müsste, da passt oft das Timing noch nicht)
Barca wird sich sicher nicht mehr zur Nr 1 im Spiel gegen den Ball entwickeln aber wenn sie das auf dem aktuellen Niveau beibehalten bin ich schon ganz zufrieden.

Das Hauptproblem sehe ich beim vierten Punkt…Defensivverhalten bei Standards oder aber auch in Situationen wo Barca eigentlich geordnet hinter dem Ball steht und individuell überpowert wird… Alves und Pique sind die Konstante noch aus den Zeiten unter Pep aber wo früher Puyol und Abidal abräumten stehen heute mit Mascherano und Alba zwei kleingeratene Jungs. Gerade der Spanier ist defensiv sowieso wacklig.
Man hat jetzt bei Standards von Zonenverteidigung auf Manndeckung bzw Mischformen umgestellt aber solange Pique und Busquets die einzigen Spieler sind, die man ein Kopfballduell gewinnen können wird man da weiter große Probleme haben und das sehe ich sehr kritisch im Hinblick auf die CL KO Spiele. Martino hat das Problem offensichtlich erkannt und ich begrüße auch, dass er ein wenig mit Song experimentiert…Der könnte in schwierigen Auswärtsspielen in der CL als 8er eingesetzt werden und der Mannschaft mehr Stabilität/Physis geben (Siehe Keita unter Pep)

Für die neue Saison wäre mein einziger Transferwunsch daher einen IV/LV Hybrid im Stile von Abidal.

Der könnte in der Innenverteidigung eingesetzt werden (Bin da zuversichtlich, dass Bartra sich weiterhin gut entwickelt aber man weiß ja auch nicht wie Puyol mittelfristig eingeplant werden kann…) und gleichzeitig eben auch die defensivstärkere Option als Linksverteidiger sein. Alba war eine gute Verpflichtung und der spielt das ordentlich aber er ist eben defensiv anfällig und körperlich schwach. Im Nationalteam sichert Arbeloa für ihn auf der anderen Seite und man hat zwei 6er um seine Läufe abzusichern. Beides gibt es bei Barca nicht. Gerade in schwierigen Spielen wäre da ein defensivstarker Mann eine nette Option zumal das dann auch eine zusätzliche Hilfe bei den Standards wäre…

Verthongen wäre so ein Spieler…

Was die CL angeht ist City ein ganz harter Brocken. Habe gerade die physischen Schwächen angesprochen und da ist das natürlich der Alptraumgegner mit der Power von Yaya, Negredo, Kompany und Co.
Allerdings sind die defensiv auch unkonstant und wacklig wenn der Ball schnell bewegt wird.

Vor einem Duell mit Bayern hätte ich keine Angst. Zu dem Zeitpunkt lief ja bei Barca alles schief und dann hatte man auch noch richtig Pech in beiden Spielen. Die Müncher wären wohl leichter Favorit aber da wäre ich gespannt wie Pep das angeht…Pragmatisch/Defensiv a la Jupp oder würde er versuchen den Ballbesitz zu dominieren. Wäre spannend…

Atletico ist die defensivstärkste Mannschaft aktuell und ich traue denen zu jede Mannschaft rauszuwerfen. Die könnte allerdings den Nachteil haben, dass sie einen kleinen Kader haben. Die spielen immer am Limit und tanzen noch auf 3 Hochzeiten… Wenn da mal 1-2 Schlüsselspieler ausfallen werden die einbrechen. Wenn die fit bleiben und Simeone es schafft, dass man in der Liga ein wenig rotiert ist das in der CL ein ganz ekliger Gegner.

Die haben in den letzten 5 Spielen gegen Barca und Real genau 2 Gegentore kassiert und dabei 2x gewonnen und 3x die Punkte geteilt…

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CF 14. Januar 2014 um 14:09

Zu Manchester City bin mir ziemlich sicher das die echt eine Klatsche bekommen wenn Pellegrini sich nicht an den Gegner anpasst wird das ganz schwer.
1. Pressing ist extrem schwach und haben einen formativen Nachteil gegen Barca da sie in bestimmten Räumen alleine wegen der Formation eine Unterzahlsituation hat. Traue ihnen nicht zu den Balll aus diesen Räumen weg zu lenken. (Siehe Bayern mit Rafinha, Kroos, und Schweini Toure und Fernandihno jede Dynamik genommen und die albernen rausrück Bewegungen aus dem Zentrum mit sofortiger Überzahl bestraft)

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Tank 12. Januar 2014 um 13:11

Athleticos Umsetzung ihrer taktischen Marschroute wird im Artikel vollkommen richtig als sehr „sauber“ bezeichnet. Das trifft den Nagel auf den Kopf. Besonders ihr Spiel ohne Ball haben sie glänzend durchgezogen und damit dem Spiel schlussendlich auch ihren Stempel aufgedrückt. Die haben genauso verteidigt, wie sie es vorgehabt haben. Dabei haben sie allerdings auch von der laxen Art der Spielleitung profitiert. Es wäre sicher auch nicht gänzlich falsch vom Schiedsrichter gewesen, so 7-8 Spieler von Athletico eine Gelbe zu geben und Turan hätte womöglich glatt Rot sehen können. Da der Schiedsrichter jedoch dafür bekannt ist, viel laufen zu lassen, war es wohl nur klug eine so handfeste Zweikampfführung durchzuziehen.

Zumal Athletico das schon geschickt macht: Die foulen vergleichsweise selten völlig eindeutig, sondern gehen meistens „nur“ mit extremer Wucht in die Zweikämpfe. Dabei erwischen die dann auch was vom Ball, aber eben auch den Gegner.

Barcelona kann das schon deshalb nicht genauso machen, weil ihren Spielern dafür ca. 20 kg Körpergewicht fehlen. Aber die Intensität und Kollektivität mit der Athletico ihr Pressing und Gegenpressing aufzieht – das könnte Barcelona durchaus auch so spielen. Im Artikel wird Barcelonas Pressing ja eher gelobt, aber im Vergleich zu Athletico wirkte es mMn eher schwach. Klar, das liegt vorallem daran, weil das von Athletico hammer gut war, aber es gab mal ne Zeit, da war Barcelona die beste Mannschaft der Welt, was Pressing und Gegenpressing anging. Um Teams wie Athletico wieder deutlich dominieren zu können, müssten sie da wieder näher rankommen. Die erste Vorraussetzung dafür wäre, dass wieder alle kollektiv gegen den Ball arbeiten. Nur wenn das geschieht, kann Barcelona wieder deutlich stärker werden als sie es jetzt sind.

Zu Busquets habt ihr alles gesagt. Erst einige merkwürdige Fehler in der Entscheidungsfindung, insbesondere wann er sich vom Ball trennen muss. Dann aber wieder der Spieler, der diesen einen touch weniger braucht und so Barcelonas Spiel aus der Ausrechenbarkeit erhebt.

Insgesamt ein Spiel zweier guter Mannschaften. Stand heute würde ich aber sagen, dass Athleticos Chancen auf den CL-Gewinn höher sind als die von Barcelona.

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CF 14. Januar 2014 um 14:29

Zu Busquets auch strategsich am Anfang nicht so gut wie man es von Busquets gewohnt ist. Er hatte das Pressing glaube ich ein bisschen unterschätz in Dynamik, Stärke und Wucht. Am Anfang wollte er wahrscheinlich ein paar Mal Engen erzeugen in dem er den Ball in sehr enge Zonen spielt diese dann aber schnell gepresst wurden und zu einigen Ballverlusten führten.

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Bergkamp 12. Januar 2014 um 12:56

Starker Artikel. Schätzt du das Simeone Diego Costa mit Absicht auf Alba angesetzt hat? War für mich schon verwunderlich wie oft er es versucht hat nach rechts zu pendeln und dort somit die Bälle als Ziehspieler aufzunehmen,wahrscheinlich aufgrund der physischen Vorteile gegenüber Alba? Dennoch eine grandiose Defensivleistung von ihm. Zu der fehlenden Präsens Barcas im und um den Strafraum herum : Mit Diego Costa wäre dieses Probleme beseitigt und man hätte eine Verwendung für die gestern zumeist unnötig gespielten Flanken 😉

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Mike 12. Januar 2014 um 12:41

hm…ich hab va ein überhartes AM gesehen…17Fouls AM (die hätte man locker verdoppeln können) zu 9 von Barca…
2 gelbe bei AM zu 3 von Barca.
Seltsam…
Auf zonalmarking gehn sie das Spiel von einem andern Blickwinkel an, basierend auf einem Interview das Xabi Alonso btf Tackling gegeben hat.
Ein Spiel, das darauf basiert, wichtige Spieler rauszufoulen (Torriecher) oder sich an des Schiris Subfoul Toleranz heranzutackeln find ich einfach nicht gut.
Ich anerkenne AMs Leistung und Disziplin, mehr aber nicht.
Barca war sehr vorsichtig, sich wohl bewusst, dass der Schiri ne hohe SF-Toleranz hat.
Andere Teams haben das in der Vergangenheit auch erfolgreich gemacht (Bayern, oder Brasilien gegen Spanien im CF Cup FInal).
Mir ist klar, dass dem sehr schwer beizukommen ist, resp, die Entscheidung für den SChiedsrichter ausserordentlich schwer ist (teilweise).
Gestern allerdings hätte man locker 6-7 gK an AM geben können.
Guter Artikel, danke dafür…

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daidn 12. Januar 2014 um 12:18

Wichtigste Erkenntnis für mich aus dem Spiel: der Grund warum ich immer seltener LaLiga schaue, bleibt bestehen.
Viele hässliche und versteckte Fouls, ständiges Lamentieren und Provozieren etc etc. Die Hauptakteure sind bekannt, muss man, glaube ich, nicht extra erwähnen.
In der Buli nervt mich dieses Verhalten schon, aber in LaLiga sind das nochmal andere Ausmaße. In der Hinsicht muss man die BPL einfach lieben.

Sonst war ich von Barca enttäuscht. Ihr brilliantes Kurzpassspiel blitzt nur noch selten auf, Messi wie gewohnt – aus meiner Sicht – viel zu passiv im Spiel gegen den Ball.
Barca spielt tatsächlich mittlerweile mehr mit Flanken, einen positiven Effekt hat das allerdings nicht, da der Abnehmer in der Zentrale fehlt. Bin mir also nicht wirklich sicher, ob das der richtige Weg für die Katalanen ist.

Atletico hat eigentlich das gezeigt, was man erwarten konnte, nur in der Offensive fand ich sie zum Großteil etwas zu vorsichtig.

Man hat halt doch gemerkt, dass beide mit einem Unentschieden nicht komplett unzufrieden wären.

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Cliff 12. Januar 2014 um 12:12

Zunächst vielen Dank für den Artikel, der das Spiel sehr gut nachvollziehen lässt.
Ein Aspekt wird jedoch ausser Acht gelassen. Die Ergebnisorientiertheit auf Seiten Barcas und wie diese (wahrscheinlich) deren Spielweise beeinflusst hat.
Barca konnte offensichtlich sehr gut mit einem 0 zu 0 Leben und wollten deswegen hauptsächlich ein Gegentor vermeiden. Dies gelang mit einer auch von RM bestätigten sehr guten Defensivleistung(3tes Spiel in Folge ohne Gegentor und 12 Gegentore in 19 Ligaspielen). Das dies wiederum mit einem reduzierten Risiko im Angriffsspiel einherging, ist dann also teils gewollt.
Insgesamt habe ich ein sehr intensives Spiel gesehen, bei dem ich in keiner Phase das Gefühl hatte(trotz der ergebnisorientiertheit) es könnte kein Tor fallen. Bei beiden Mannschaften ist die (individuelle)Qualität so hoch, dass jederzeit der kleinste Fehler ausgenutzt werden kann.

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Torriecher 12. Januar 2014 um 11:18

Die Marschrichtung war klar. Ein schneller Führungstreffer in den ersten Minuten für Atletico und dann Beton anrühren. Eine vergleichbare Aggressivität wie in den ersten 6 Minuten hab ich selten gesehen. Das war schon sehr beeindruckend auch wenn es nicht zum erwünschten Resultat führte.
Was mich an solchen Spielen aber stört: Das Rausfoulen der wichtigsten Spieler als legitime gruppentaktische Maßnahme. Mit zunehmender Kombinationssicherheit und mehr Spielanteilen seitens Barcelona hieß die Devise nämlich plötzlich, Iniesta aus dem Spiel zu nehmen und zwar am besten durch überhartes Einsteigen.
Das war schade, war die Partie doch ansonsten von vielen fairen Gesten geprägt.
SP muss ich ein wenig wiedersprechen. Man hat gestern mehr Flanken und hohe Bälle von Barcelona gesehen wie gefühlt in den letzten 3 Saisons zusammengenommen. Ein ums andere Mal wurde es dadurch sogar gefährlich (Flanke Iniesta von der Grundlinie und Pedro kommt nur Sekundenbruchteile zu spät mit dem Kopf hinter den Ball, Halbflanke auf Messi der mit seinem Kopfball den besser postierten Hintermann um seine Chance bringt) ich finde da hat sich seit Tatas Amtsantritt eine ganze Menge getan. Auch Piqués gefährlicher Aufsetzer aus der Ferne war ein Beleg dafür, dass der Ball nicht immer nur durch die Mitte ins Tor getragen werden muss. Ich glaub die lange Verletzungspause von Messi kam da genau zur rechten Zeit (zieht man die momentane Tabellensituation zu Rate). Es ist für die Mitspieler, wie man in zwei drei Aktionen auch gestern wieder bestaunen konnte, sehr attraktiv den Floh durch engste Räume hindurchschlüpfen zu sehen und in Abschlüsse suchen zu lassen die niemand sonst suchen würde. Man hat dann immer den Eindruck, dass in solchen Momenten alles stehen bleibt und der Rest der Mannschaft nur noch zur Bande wird für den Flummi. Darauf hat man sich gerade in den letzten 1 1/2 Jahren zu sehr verlassen.
Ich habe Barcelona gestern sehr flexibel wahrgenommen. Wie RM so schön beschrieben hat, hat Atletico aber einfach wirklich sehr konsequent verteidigt und eine beeindruckende gruppentaktische Leistung abgeliefert. Ich war gestern fast froh, dass der Defensivverweigerer Diego nicht mehr in den Reihen der rojiblancos stand. Der passt da irgendwie nicht mehr so richtig rein ins Gefüge. Arda Turan der für mich der Man of the Match war schon viel eher…

Ich fands cool – La Liga bleibt spannend und Atletico ist für mich der Geheimfavorit auf den CL Gewinn. Schönes Spiel. Danke RM für die Analyse.

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SP 12. Januar 2014 um 12:10

Dennoch sind sie über Flanken nicht so gefährlich, wie sie sein könnten, wenn sie einen größeren Stürmer in ihren Reihen hätten. Und darauf wollte ich eigentlich hinaus. Dass es dagegen unter dem neuen Trainer in diesem Bereich eine Verbesserung gibt, ist auf jeden Fall gut zu wissen. Danke also für die Aufklärung.

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HerrHannibal 13. Januar 2014 um 11:39

Guter Beitrag… Würde ich alles unterschreiben…

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HerrHannibal 13. Januar 2014 um 11:42

(auf Torriecher bezogen)

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Isco 12. Januar 2014 um 09:39

Danke, wieder ein sehr guter Artikel 🙂 (Ich komme mir komisch vor das zu schreiben, das impliziert ja schon fast, dass es eine Ausnahme ist, was definitiv nicht der Fall ist)
Vom Spiel war ich leider etwas enttäuscht, nicht weil es praktisch keine nennenswerten Torchancen gab, sondern weil Martino nichts einfiel, um Atleticos Kompaktheit zu „knacken“.
Die Konter von AM fand ich etwas eigenartig, weil mMn zu wenige Leute beteiligt waren um wirklich Gefahr zu erzeugen; natürlich muss man da aber auch Barcas ausgezeichnete Abwehrkette hervorheben, speziell die zwei IV.
Was wären denn eurer Meinung nach Möglichkeiten für Barca gewesen, um mehr Gefahr zu erzeugen?

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SP 12. Januar 2014 um 10:17

mMn sollte sich Barca langsam mal überlegen, von dem reinen Kurzpassspiel wegzugehen und sich wenigstens ein paar kopfballstärkere Offensivleute zu kaufen. Ich kann zwar die Spiele von Barcelona nicht sehen, aber ich habe den Eindruck (und der hat sich in dieser Analyse wieder bestätigt), dass man bei Barcelona durch Kompaktheit im Zentrum und das Lenken des Spiels auf die Außenbahnen eigentlich schon den Großteil des Offensivpotenzials von Barca ausgeschaltet hat, wenn man das gruppentaktisch gut hinbekommt. Wenn sie einfach einen kopfballstarken Stürmer vorne drin stehen hätten, oder ihn wenigstens einwechseln könnten, dann würde das nicht mehr so einfach funktionieren.
Deshalb war ich eigentlich sehr lange der Meinung, dass Barcelona sich um die Verpflichtung von Lewandowski bemühen hätte sollen. Mit ihm hätten sie einen spielstarken Stürmer gehabt, der allerdings durch seine Größe auch die Gefahr durch Flanken erhöht hätte.

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C 12. Januar 2014 um 12:45

Hat ja schon mit Ibrahimovic nicht funktioniert, bei Bayern zeigt Pep ja grundsätzlich dass er nicht nur kurze Bälle haben will.

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Tank 12. Januar 2014 um 13:18

Ich stehe der „Barca braucht nen echten Mittelstürmer“-Geschichte auch eher skeptisch gegenüber. (Der Stürmer müsste schon perfekt zu Barcelona passen.) Aber Ibra ist schon nochmal ne eigene Geschichte. Ich würd sagen, dass der schon durch seine ganz besonderen Eigenheiten bei Barcelona gescheitert ist, eher nicht aufgrund des Faktes, dass er Mittelstürmer war.

Wenn der doch bloß nicht so ein großes Ego gehabt hätte… Fantasyfootballmäßig beinhaltet Barcelona 2009/10 vielleicht die spannendsten möglichen Formationen aller Barcelona-Jahre. Sowas wie ein 3-4-3 mit Valdes – Pique, Toure, Abidal – Busquets, Xavi, Iniesta, Messi – Alves, Ibrahimovic, Pedro. Dazu Henry als Joker…

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Lino 13. Januar 2014 um 10:23

+1 für die Aufstellung im 3/4/3 😉

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HerrHannibal 13. Januar 2014 um 11:37

Rein sportlich ist Ibrahimovic auch nicht gescheitert. Auf dem Feld funktionierte das sehr gut. Bis zu Ibras Verletzung war das bei Barca die stärkste Phase in der Zeit unter Guardiola. Der Ärger begann danach.

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CF 14. Januar 2014 um 14:24

Gute Kopfballspieler sind aus meiner Sicht überbewertet. Es hängt von der Staffelung im Gegenrischenstrafraum ab wie viele Tore ein Team bei Flanken schießt. Wenn man das ihm Training übt und einstudiert kann fast jeder Spieler viele Kopfballtore schießen. Siehe Barcelona unter Tata haben sie eine bessere Staffelung. Es gibt bestimmte Fähigkeiten die kann man nicht so gut trainieren das Kopfballspiel schon. Dementsprechend ist es aus meine Sicht keine besonders seltene und wichtige Eigenschaft.

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