Deutschland U21 – Spanien U21 0:1

In einem interessanten Spiel verlor die deutsche Nationalelf trotz einer verbesserten Aufstellung klar gegen den Rivalen aus Spanien.

Spaniens Asymmetrie und Fluidität

Dabei zeigten die Spanier eine mustergültige Vorführung von Tiqui Taca und Spielintelligenz, die das spanische Konzept seit einigen Jahren geprägt hat. Iker Muniain fand sich auf der Bank wieder, Koke rückte für ihn in die Mannschaft und komplettierte eine höchstvariable Mittelfeldbesetzung, in welcher besonders Illarramendi und Thiago Alcantara herausstachen.

Thiago agierte als der primäre Spielgestalter, Taktgeber und Nadelspieler im zweiten und letzten Spielfelddrittel. Mit seiner extrem starken Balltechnik, Spielintelligenz und hervorragenden Koordination kann er sich auch strategisch intelligent aus schwierigen Situationen lösen und das Spiel seiner Mannschaft am Leben erhalten. Eine weniger strategisch angelegte, aber beinahe ebenso wichtige Rolle hatte der nominelle Linksaußen Isco von Malaga.

Grundformationen

Grundformationen

Das Supertalent zog immer wieder in die Mitte – und kehrte oft auch gar nicht mehr auf seinen eigentlichen Flügel zurück. Er übernahm wie Thiago eine Rolle als Nadelspieler, sollte sich aber noch stärker auf den letzten Pass und das Unterstützen in engen Räumen konzentrieren. Damit wollte Spanien die zwei nominell stärksten Akteure in der Mitte platzieren und sie nutzen, um stärker in den Zwischenlinienraum zu kommen. Dies hatten die Deutschen in der Anfangsviertelstunde noch verhindert, doch mit der hohen Fluidität und einem sehenswerten Kurzpassfußball gelang es den Spaniern immer besser.

Durch eine solche Spielweise gibt es aber nicht nur Vorteile, sondern auch gewisse Mängel. Ohne einen breit agierenden Isco, wie es auf der rechten Außenbahn Christian Tello vom FC Barcelona machte, fehlt es naturgemäß an Breite im letzten Spielfelddrittel. Dies wurde durch den Linksverteidiger Alberto Moreno kompensiert, der enorm hoch spielte und die Seite befüllte. Generell ist Moreno ein sehr interessanter Spieler, der enorm modern spielen kann, in seiner Entscheidungsfindung aber teilweise überaus pragmatisch agiert. Dadurch lässt er sich kaum zu Fehlern hinreißen, sorgt für hohe Stabilität auf seiner Seite und kann dennoch Offensivgefahr entfachen oder zumindest für Raumgewinn sorgen, da er auch unter Druck passsicher und dribbelstark ist.

Nichtsdestotrotz wurde er auf links ein paar Mal von anderen Spielern unterstützt. Zuerst war es Rodrigo, der ansatzweise nach links ging und dazu gesellte sich Koke, der einige Male im linken Halbraum als Absicherung und/oder Anspielstation fungierte. Nach gut einer halben Stunde tauschte dann auch Tello die Seite und half Moreno aus, nun war es Montoya auf rechts mit Thiago und auch Isco, der sehr weit nach vorne rückte und unterstützte.

Durch die Freirolle von Isco und die fluide Bewegung in der Mitte gab es oft rautenförmige Anordnungen (mit Isco als Speerspitze und Illarramendi als alleinigem Sechser) oder 2-2-Stellungen im Mittelfeld (Illarramendi und Koke tiefer, Koke mit einzelnen Vertikalsprints). Um diese und die vielen Aufbauspieler und situativen Spielgestalter abzufedern, benötigten sie einen Spieler wie Illarramendi – und sie hatten ihn.

Balancespieler

Ein „Balancespieler“ sorgt dafür, dass einzelne zu übertrieben ausfallende, montone Synergie-Auswirkungen, zu dominante Spieler oder eine zu große Zahl an ähnlichen Spielertypen (und daraus resultierend ähnliche Bewegungsmuster oder Sackgassen im kollektiven Denken und in Mustern der Entscheidungsfindung) passend ergänzt werden. Bei Illarramendi war dies in dieser Partie nicht nur am stärksten ausgeprägt, sondern auch am besten zu sehen.

Im Aufbauspiel bot er sich für die Innenverteidiger an. Er stand zentral auf seiner Position als alleiniger Sechser,  schaffte Verbindungen zwischen den beiden Innenverteidigern und den Mittelfeldspielern. Meistens stand er zwischen Holtby und Volland, konnte von beiden aber wegen seines umsichtigen Bewegungsspiels und seines intelligenten Passspiels kaum gepresst werden. Zusätzlich harmonierte er gut mit seinen Mitspielern.

Kippte Thiago nach hinten ab, so orientierte sich Illarramendi nach vorne und zog im Idealfall auch noch Gegenspieler weg, um Räume zu schaffen. Zusätzlich suchte er sich dann schnell eine Position, aus der er angespielt werden konnte und erzeugte somit eine leicht veränderte Stellung im Mittelfeld. Desweiteren wies er seine Mitspieler auch an, was sie zu tun und zu lassen haben – in einer Situation gestikulierte er Thiago an, der dann nicht aufrückte, sondern noch kurzzeitig in seiner abgekippten Position verharrte. In einer anderen Szene kippte er weiter nach hinten als üblich und der Innenverteidiger Spaniens schob mit Ball am Fuß nach vorne.

Doch die Rolle als Balancegeber beschränkte sich nicht auf das Aufbauspiel. Hatten die Spanier dann in höheren Gefilden den Ball, so bot sich Illarramendi immer in der richtigen Position an und gab damit eine sichere Anspielstation, um das Spiel mit ein paar Kurzpässen zu verlagern oder dem gegnerischen Pressing die Dynamik zu nehmen. Einen ähnlichen Akteur, wenn auch nicht ganz so spielintelligent in seinen Bewegungen und mit einem anderen Spielercharakter, hatte die deutsche Nationalmannschaft ebenfalls in ihren Reihen.

Sein Name war Sebastian Rudy und er war mitverantwortlich dafür, dass die Deutschen im Aufbauspiel unter Druck relativ stabil standen und sich im Gegenpressing eigentlich sehr gut rückwärts befreien konnten. Auch Rudy unterstützte seine Mitspieler gut, bewegte sich ordentlich und konnte sich einige Male sehenswert aus dem gegnerischen Pressing befreien. Volland mit seinen horizontalen Bewegungen dienten ebenfalls einige Male als intelligenter Ausgleich zu den Bewegungen seiner Mitspieler und der Gegner.

Pressingähnlichkeiten und –unterschiede bei den jeweiligen Teams

Apropos Pressing: Beide Mannschaften hatten hier einige interessante Ideen. Deutschland presste im 4-4-2/4-4-1-1, wo Holtby neben Volland in die Spitze schob. Zentral rückte Rode ein paar Mal heraus und versuchte die beiden zu unterstützen, gleichzeitig orientierten sich er und auch Rudy situativ mannorientiert an den gegnerischen Sechsern. Zu Beginn, als Spanien noch mit variablen Flügelüberladungen und wenig Fluidität kam, konnten sie dadurch effektiv den Zwischenlinienraum versperren. Doch spätestens als Isco sich frei in der Mitte aufhalten konnte, waren die Spanier mit ihren lokalen Überzahlen im Stande in den Zwischenlinienraum zu kommen.

Dieses Mittel fehlte der DFB-Elf total. Zwar waren sie im ersten Spielfelddrittel in ihrem Kombinationsspiel stabil und verloren relativ wenige Bälle gegen das Mittelfeldpressing der Spanier, aber spätestens ab dem zweiten Spielfelddrittel und auch im Konterspiel wirkten sie kopflos. Zu oft konnten sie sich nach guten Befreiungen aus dem spanischen Gegenpressing nicht neu formieren, sondern versuchten es mit langen Diagonalbällen hinter den aufgerückten Moreno oder mit blinden langen Bällen und überhasteten Kontern. Anstatt Holtbys Zurückfallen und Rodes Aufrücken sowie natürlich Rudys Balancegeberrolle zu nutzen, kamen sie selten über den Pressingwall der Spanier hinaus und versuchten ihn allzu früh und mit schwachen ungestaffelten Kombinationen oder Flügelangriffen zu umspielen.

Die Spanier zeigten aber im Pressing auch eine gute Leistung. Die 4-2-3-1-Grundordnung wurde etwas asymmetrisch, 4-1-3-2-artig interpretiert. Koke oder Thiago rückten nach vorne und unterstützten den Mittelstürmer im Pressing. Illarramendi diente dann als Raumfüller; manchmal blieb er tiefer, manchmal rückte er mit heraus und stellte kurzzeitig ein nominelles 4-4-2 her. Damit variierten die Spanier ihr Pressing und konnten die meisten Bälle im Mittelfeld erobern.

Ihre Pressingbewegungen in der gegnerischen Hälfte waren durchaus effektiv, da sie mit einem guten Einsetzen des Deckungsschattens, intelligenten leitenden Bewegungen und Erzeugen lokaler Kompaktheiten Deutschlands Angriffe zumeist im Ansatz abwürgen konnten. Bei Pässen auf die deutschen Außenverteidiger zogen sie sich sehr geschickt über dem ballnahen Halbraum zusammen und kappten somit die deutschen Verbindungen, wie es bereits den Holländern eine Halbzeit lang gelungen war.

Rainer Adrion reagierte darauf, indem er für den gelb-rot gefährdeten Rode Emre Can brachte, mit Lasogga einen neuen Mittelstürmer für Patrick Herrmann und mit Rüdiger für Rudy einen Innenverteidiger, der Ginter ins Mittelfeld schob. Wirkung: Keine. Ganz im Gegensatz zum Wechsel bei den Spaniern, die mit Alvaro Morata wie im ersten Spiel einen hochgewachsenen Mittelstürmer für Linksaußen brachten, der dann letztlich den Siegtreffer erzielte.

Fazit

Die deutsche Elf konnte trotz einiger weniger guter Ansätze nicht überzeugen und musste sich nach einem Treffer in der Schlussphase des Spiels den souverän agierenden Spaniern geschlagen geben. Zur Strafe gibt es dann auch nur wenige Worte zur deutschen Taktik. Man sah sie leider auch ziemlich selten. So darf die DFB-Elf schon vor dem letzten Gruppenspiel gegen Russland ihre Koffer packen.

Toni 17. Juni 2013 um 17:09

Also auf die fehlende im A Team spielende Nationalspieler alles zu schieben, wäre doch lächerlich.
Spanien schlug Holland mit der B Elf, egal wer dort spielt sie sind alle spielerisch perfekt. Technisches Einzeltraining heisst das Zauberwort.

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Smartwatch 11. Juni 2013 um 18:31

Trotz der Niederlage, fand ich das Spiel sehr spannend.

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Wolfgang Würz 11. Juni 2013 um 16:48

Leider kann die deutsche Mannschaft nach der schwachen Leistung gegen Spanien keine weitere Erfahrung in diesem toll besetzen Turnier mehr machen: Wie soll da das Ausbildungsziel des DFB erreicht werden? Danke für die gute Taktikkritik der spanischen Mannschaft, die schon wieder starke Kräfte auf dem Weg zur WM in Brasilien vorbereitet. Nur die Torausbeute wäre zu bemängeln, die Jungs hätten gut und gerne drei bis vier Tore verdient gehabt.

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wombat 11. Juni 2013 um 14:03

flasche 9 leer? ein gelage!

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jose felix 10. Juni 2013 um 20:11

ein Vorgeschmack auf die WM im nächsten Jahr. Hoffentlich wird Löw dann endlich „gegangen“

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km 10. Juni 2013 um 21:16

Ohne weitere Erklärungen bleibt dein Kommentar sinnlos. Welchen Zusammenhang siehst du zu der nächsten WM?
Das Löw Fehler gemacht hat ist klar. Er ist ja auch schon eine Weile am Start, über so einen großen Zeitraum macht man zwangsläufig mal was falsch. Ich denke die Nationalmannschaft war bei den letzten Turnieren gemessen an den Gegnern ziemlich erfolgreich. Oder bist du wirklich der Meinung, dass wir in irgendeinem Turnier den Sieg vor Spanien verdient hätten?
Und welchen Trainer, der aktuell frei ist, hältst du denn eigentlich für eine Alternative?

Aber eigentlich alles Offtopic hier…

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jose felix 10. Juni 2013 um 21:42

das würde ich so nicht sagen. Da der Prozess seit 2008 stetig war kann man nicht alle Turniere mit gleichem Maß messen. Die EM 2012 war rückblickend aus meiner Sicht jedoch, der letzte Beweis, dass Löw mit einem derart hochwertigen Kader, einfach nicht das mögliche erreicht (hier reiht sich auch wunderbar das historische 4:4 gegen Schweden ein).

Den Spaniern hat man das ganze Turnier vorgeworfen, ihr Tiqui Taca wäre nur noch Selbstzweck und nicht zielführend. Dennoch verstanden sie es auf den Punkt zu überzeugen, va im Finale. Defensiv stand man wie bei der WM 2010 souverän.

Bei uns jedoch feiert man ein 4:2 gegen Griechenland, wo wieder 2 völlig unnötige Gegentore fallen. Gegen Italien passierte dann das was wohl unvermeidlich war.

In letzter Zeit fällt Löw eher dadurch auf, die neudeutsch so gehypte „false nine“ einzuführen bzw. rumzuexperimentieren, anstatt an der eindeutigen Identität der Mannschaft zu arbeiten und diese auf EIN System für die WM vorzubereiten.

Zudem disqualifiziert er sich für mich dadurch, dass er einen Kiesling quasi nicht mal berücksichtigt, während er einen sehr behäbigen und antiquierten Gomez, welcher lediglich zum „Fuß hinhalten“ taugt immer noch mitschleppt und ihm möglicherweise den Vorzug vor dem besten deutschen Stürmer der letzten 30 Jahre (Klose) gibt.

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DAF 10. Juni 2013 um 22:41

Dass man die Turniere unterschiedlich messen muss seh ich genauso, da die Qualität des deutschen Kaders seit der EM 2004 mit jedem Turnier gestiegen ist (und das auf absehbare Zeit auch weiter tun wird).

Alles andere ist meiner Meinung nach mehr oder weniger falsch.

„Die EM 2012 war rückblickend aus meiner Sicht jedoch, der letzte Beweis, dass Löw mit einem derart hochwertigen Kader, einfach nicht das mögliche erreicht“

Inwiefern war sie der letzte Beweis? Bei den beiden Turnieren davor ist Deutschland gegen Spanien rausgeflogen, und das völlig zurecht weil die Qualität des deutschen Kaders unabhängig von Löw viel geringer war als die des spanischen. Das 4:4 gegen Schweden war völlig unbedeutend.

„Gegen Italien passierte dann das was wohl unvermeidlich war.“

Was war unvermeidlich? Eigentlich nur dass von Italien und Deutschland, die von der Klasse her ungefähr auf Augenhöhe waren, einer gehen musste. Das passiert bei solchen Turnieren.

Bisher hat Löw in keinem Turnier mit falscher Neun spielen lassen, also abwarten.

Inwiefern ist Gomez denn behäbig? Gomez ist einer der schnellsten Spieler der Bundesliga!

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km 10. Juni 2013 um 23:25

„In letzter Zeit fällt Löw eher dadurch auf, die neudeutsch so gehypte “false nine” einzuführen bzw. rumzuexperimentieren, anstatt an der eindeutigen Identität der Mannschaft zu arbeiten und diese auf EIN System für die WM vorzubereiten.“

Ich hab vor einiger Zeit ein Interview mit Dutt gelesen, dort sagte er, dass der Plan sei, bis zur WM drei verschiedene Spielsysteme perfekt zu beherrschen. Das halte ich für absolut notwendig, sich auf ein System zu „konzentrieren“ ist imho nicht mehr zeitgemäß. Und wenn man schon drei Systeme lern muss eins auf die Falsche Neun aufbauen, das gebietet doch schon der fußballerische Instinkt 😉 Oder was würdest du stattdessen gerne sehen?

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km 11. Juni 2013 um 00:07

gomez behäbig, ich packs nicht 😀 einer der besten konterstürmer überhaupt soll BEHÄBIG sein??

gönn dir mal sowas:
http://youtu.be/auxv-DoWEms

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sharpe 11. Juni 2013 um 08:55

ich will Felix eingentlich ja gar nicht unterstützen, denn vieles von ihm kommt mir zu polemisch rüber, aber ein Wort zu Gomez: natürlich ist er nicht durchgehend behäbig. Er ist ein toller Konterstürmer und richtig stark im Abschluss. Aber er hat auch Schwächen, sein Spiel hat zu wenig Dimensionen und in vielen Situationen des Spiels wirkt er durchaus behäbig, und zwar körperlich und geistig. Nicht umsonst wird auf dem Niveau, auf dem jetzt Bayern spielt, mehr verlangt und er deswegen aussortiert. Aber in der N11 gibt es auf dieser Position nicht viele Alternativen, höchstens Klose (nicht mehr lange), Kiesling (aus irgend einem Grund nicht gewollt) oder eben die falsche 9.

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Koom 11. Juni 2013 um 08:57

Seit ein paar Jahren lässt sich ein Trend feststellen, bei dem gegen bestimmte Spieler gehetzt wird ohne eine echte Leistungsgrundlage zu haben. Gerne betroffen sind davon eher die unspektakulären Ballverteiler (außer, sie haben die Medien hinter sich wie Martinez und Schweinsteiger) und natürlich wie immer die großgewachsenen, meist hübsch ondulierten Spieler, bevorzugt Stürmer.

Mal eine „Theorie“ zu Gomez vs. Kießling:
Den Artikeln hier kann man entnehmen, das Gomez kein schlechter ist. In Sachen Abschlußqualität ist das definitiv unstrittig, da spielt er auf absolutem Topniveau. In Sachen Defensive agiert sehr diszipliniert und idR sehr zentral, beackert IV und DM gut (sein Pressingverhalten hierbei wird auch hier oft gelobt).

Zu Kießling: Er knipst auch solide, aber weniger international. Man kann behaupten, das er in der Abschlussqualität gut ist, aber nicht in der selben Klasse wie Gomez spielt. Defensiv fällt er durch sehr viel Laufarbeit über den ganzen Platz auf. Als Fan wie als Reporter ist das toll, weil der Mittelstürmer im linken Mittelfeld oder eigenen Strafraum viel Einsatzwille vorlebt.
Aber es kann auch gut sein, das dieser Eifer auch falsch geleitet ist. Spieler erfüllen taktische Aufgaben, haben bestimmte Zonen zu besetzen. Pressing muss gezielt durchgeführt werden, damit es effektiv wird.

Ohne konkreten Beweis, nur als Denkbeispiel: Viele Pressing-Ideen basieren darauf, den Gegner vom Zentrum fernzuhalten und ihn auf die Flügel zu drängen. Wenn Kießling nun in seinem Eifer auch nach außen hetzt, lässt er in der Mitte eine Zone weniger gut besetzt, er macht das Zentrum angreifbarer (konkret: den spielmachenden IV oder DM). Er schwächt damit effektiv die Defensive.

Dies, gepaart mit seiner geringeren Abschlussqualität, lässt ihn für Löw vielleicht uninteressant werden. Wenn er einfach nur einen übereifrigen/undisziplinierten Dauerläufer mitnehmen will, kann er sich auch bei der Leichtathletik bedienen und findet dort Leute, die 90 Minuten in gutem Tempo laufen können und 15+ km konstant abrufen.

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blub 11. Juni 2013 um 09:42

Du hättest vielleicht mal ein Spiel von Leverkusen anschauen sollen bevor du über Kießling redest, er ist ein exzellenter Pressingspieler, seine Aufgaben im Leverkusener Spiel sind aber natürlich anders als die eines Bayernstürmers und offensichtlich verbringt er nicht so viel Zeit in Ballbesitz.
Ich kenne nur einen undisziplinierten Dauerläufer in der BL, Jermain Jones.

Und noch mal: ein Stürmer unter 1,80 ist nicht zwingend eine flasche Neun.

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sharpe 11. Juni 2013 um 10:04

flasche Neun , auch nicht schlecht 🙂

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jose felix 11. Juni 2013 um 14:08

ich kann mich noch daran erinnern, dass der werte Herr Löw vor dem HF große Töne gespuckt hat, man werde sich nicht an Italien anpassen, sondern sein eigenes Spiel durchziehen – was ist passiert – Richtig! Der Kroos sollte letztlich ROM spielen und Pirlo ausschalten. Hat auch so wunderbar geklappt.

Man kann gegen Italien ausscheiden, aber nicht so. Das war einfach eine peinliche Vorstellung.

Für mich ist das 4:4 sehr wohl von Bedeutung: Eine Nation, die für sich selbst proklamiert zu den Topfavoriten bei EM/WM zu zählen und dann noch ein 4:0 „herschenkt“ sollte einfach über die eigenen Ansprüche nachdenken, ansonsten macht man sich lächerlich. Übrigens ist das nicht das einzige Beispiel, wo man leichtfertig noch Gegentore kassiert hat oder einen ungewöhnlichen Leistungsabfall offenbarte. Da muss dann auch irgendwann der Trainer hinterfragt werden, wenn sowas häufig passiert.

Gomez:
Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt und wurde missverstanden, aber die Tatsache, dass der FC Bayern einen Mandzukic verpflichtet hat und er erfolgreich Gomez verdrängt hat untermauert einfach meine These.
Gomez mag ein guter Konterstürmer sein und was hier sonst noch aufgezählt wird, aber er fällt einfach im Vergleich mit anderen Spielern auf dieser Position von der Technik und va der Beweglichkeit/Spielintelligenz weit ab.

Wer möchte kann sich dazu auch gerne nochmal das Finale gegen Chelsea anschauen. Eine Mannschaft wie der FCB oder die N11 die für sich selbst den Anspruch haben, Ballbesitzorientiert zu spielen und somit auf defensiv eingestellte Teams treffen, benötigen Variabilität und Fluidität in der Offensive – beides ermöglicht ein Gomez imho NICHT.

Zum System:

Gerade Mannschaften wie Barca wird ja der fehlende „Plan B“ vorgeworfen. Da ist vermutlich was dran. Ich seh es aber so: Die N11 hat einfach viel weniger Zeit sich intensiv vorzubereiten und Dinge auszuprobieren. Das 3er Kette Experiment, 2012 glaub ich wars?, ging ja auch nach hinten los. Ganz ehrlich, wie will man da in den wenigen Testspielen 3 Systeme „perfekt“ einstudieren?

Die sollen sich primär auf das 4-2-3-1 festlegen und dafür sorgen, dass dieses System perfekt auch nach Rückstand funktioniert. Da müssen dann auch Personalentscheidungen geklärt werden. Ich wage einfach zu bezweifeln, dass unsere N11 jetzt auf die wenigen Monate/Spiele noch davon profitiert, wenn man versucht „false nine“ einzuführen. Die Spieler kennen das nämlich auch nicht aus dem Verein – ganz im Gegensatz zu Spanien, wo ein Großteil der Offensivleute das aus Barcelona kennt.

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km 11. Juni 2013 um 23:06

„Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt und wurde missverstanden, aber die Tatsache, dass der FC Bayern einen Mandzukic verpflichtet hat und er erfolgreich Gomez verdrängt hat untermauert einfach meine These.“

Dass Mandzukic mehr gespielt hat, untermauert höchstens die These, dass er (in diesem System) der bessere Stürmer ist. Schon mal daran gedacht, dass es vielleicht einfach keinen deutschen Stürmer der Klasse Mandzukic gibt? Und der beste mit deutschem Pass ist dann eben Gomez.

„Gomez mag ein guter Konterstürmer sein und was hier sonst noch aufgezählt wird, aber er fällt einfach im Vergleich mit anderen Spielern auf dieser Position von der Technik und va der Beweglichkeit/Spielintelligenz weit ab.“

Gomez hat sich im letzten Jahr stark verbessert. Ich glaube nicht dass die genannten Kriterien contra Gomez einem versucht-objektiven Blick standhalten. Nur weil es stümperhaft „aussieht“ wie er den Ball verarbeitet, heißt es nicht dass es wirklich so ist. Dazu wären zB Statistiken interessant..wie oft verspringt Gomez der Ball im Vergleich, bei recht stabiler „Bedrängung“ und stabiler „Passqualität“. Wird vermutlich recht aufwendig sein so eine Statistik zu erstellen, aber ich glaube wir sind alle längst über den Punkt hinaus, wo man Gomez aufgrund subjektiver Einschätzungen bewerten kann. Das haut nicht mehr hin…

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jose felix 12. Juni 2013 um 12:02

ich bitte dich! Du gibst die Antwort doch selbst „in diesem System“.

Bayern und die N11 unterscheiden sich nicht so massiv, dass der Einsatz von Gomez ob dem System gerechtfertigt wäre.

Hältst du Klose wirklich für den schlechteren Stürmer als Gomez?

Wenn wir von der Statur reden, dann schau dir mal den Ibra an, der ist noch nen Kopf größer (gefühlt) bzw. breiter und spielt den Gomez am Bierdeckel aus.

Versteh mich nicht falsch. Gomez ist sicher einer der 10 besten Stürmer derzeit, aber ich sehe höhere Chancen mit Klose, weil er imho besser ins System passt und die Mitspieler viel besser einsetzen kann

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Felix 13. Juni 2013 um 23:32

Das ist wohl mit Abstand der dämlichste Kommentar, den ich je auf SV gelesen habe. Eigentlich ist die Diskussion bis zu deinem Post sehr gut und es wurden auch sehr viele richtige und gute Sachen erwähnt, die ich genauso Teile, aber du musstest da wieder den geistigen Tiefflieger raushängen lassen und so ein bescheuertes Stammtischgesülze raushauen. Entschuldigt bitte meinen Kommentar, aber da hat mich gerade ziemlich genervt.

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jose felix 14. Juni 2013 um 23:22

da outet sich wer als Fanboy. Akzeptier einfach die Realität. Ich hatte bisher mit meiner Einschätzung Recht und ich fürchte für dich, es wird auch bis zur WM so bleiben…

können uns gerne nächstes Jahr nochmal unterhalten

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DAF 10. Juni 2013 um 18:33

Mir kommt Rainer Adrion bei vielen hier zu schlecht weg.
Der Grund für den Klassenunterschied gestern zwischen Deutschland und Spanien ist struktureller Natur gewesen. Ich bin bestimmt kein Fan von Adrion und man kann die Kaderzusammenstellung und die Taktik zurecht kritisieren. Aber glaubt denn irgendjemand wirklich dass das Spiel fundamental anders gelaufen wäre wenn Leitner dabei gewesen wäre bzw die Außenverteidiger vertauscht worden wären? Ich nicht.

In meinen Augen ist vielmehr deutlich geworden, dass der spanische Fußball in seiner Gesamtheit dem deutschen Fußball doch noch um einiges voraus ist. Es ist ja nicht so, dass die Spieler des spanischen Kaders bereits deutlich mehr Erfahrung in der A-Nationalmannschaft gesammelt haben als der deutsche Kader.
In Deutschland ist die Lage nur insofern eine andere dass die Leistungsträger der aktuellen U-21-Generation- die in beiden Ländern sehr talentiert sind- wegen deutlich geringerer Konkurrenz quasi sofort in die A-Nationalmannschaft befördert wurden. Die Spanier haben in der Generation, die jetzt zwischen 25 und 35 ist – also in dem Alter das oft als „bestes Fußballeralter“ bezeichnet wird- eine Menge an Weltklassefußballern wie Xavi, Iniesta, Fabregas, Alonso usw. Deutschland hat in dieser Generation eig nur Lahm, Schweinsteiger und Klose, dann die schon deutlich jüngeren U-21-Europameister von 2009 und dann nicht mehr viel. Deshalb sind Kroos, Gündogan und Co in ihrer Nationalmannschaft viel etablierter als Thiago oder Isco in der ihren.
Beispielhafter Vergleich: Isco und Götze sind fast gleich alt, ähnliche Spielertypen und mMn auch ähnlich talentiert. Götze hat 22 Länderspiele (hätte noch mehr wenn er nicht einige Male verletzt gewesen wäre), Isco eines.
Aus diesem Grund muss Deutschland seine jungen Spieler bei dieser EM für die WM nächstes Jahr schonen, während bei Spanien wohl die wenigsten nächstes Jahr Leistungsträger der A-Mannschaft sein werden.

Vor diesem Hintergrund wird dann für mich auch die Taktik Adrions verständlicher: Er hatte in diesem Spiel einen Kader zur Verfügung, der dem spanischen in allen Belangen unterlegen war. Man muss sich nur mal überlegen: Welcher deutsche Spieler hätte auf der Gegenseite gespielt wenn er einen spanischen Pass hätte? Meiner Meinung nach keiner.
Die geplante Taktik Deutschlands hingegen war für mich durchaus erkennbar: Mit einer defensiv ausgerichteten Doppelsechs wollte er für eine starke Strafraumverteidigung sorgen, über die schnellen Offensivkräfte kontern und Spanien ansonsten den Ballbesitz überlassen. Das hat ja auch lange Zeit ganz gut funktioniert: Rudy und Rode haben beide mehrfach gefährliche Abschlüsse der Spanier unterbunden. Überhaupt hatte Spanien zwar viele Halbchancen aber nur wenige Hundertprozentige.
Adrions Taktik ist letztlich nicht aufgegangen, gesehen hat man sie aber schon. Sorry für den langen Post, ich hatte nur den Eindruck dass sich das Ganze in eine falsche Richtung bewegt.

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mananski 10. Juni 2013 um 20:23

Da sagst du was richtiges. Die Spanier produzieren ja schon lange gute Spieler aus ihren Akademien, die Deutschen erst seit Kurzem. Schweinsteiger und Podolski waren die letzten, die ohne es Akademiefußballausbildung, die nach der EM 2000 angestoßen wurde, zu (sehr) guten Fußballern geschafft haben und waren doch noch eher Zufallsprodukte. Seitdem kommen bei Deutschland wie bei Spanien viele gute Nachwuchsleute nach. Bei Deutschland fehlt der Mittelbau, sodass die guten jungen gleich ins A-Team kommen, bei Spanien können (müssen!) sie sich erst noch in der U21 beweisen, es ist viel schwieriger ins A-Team zu kommen.

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h 10. Juni 2013 um 20:29

deine Bewertung zum Unterschied zwischen Spanien und Deutschland teile ich voll und ganz. Deutschland fehlt die Generation Ü30 komplett und auch ab 26-30 fehlt noch die Breite an guten Spielern. Deswegen rücken die guten Nachwuchskräft direkt in die A-Mannschaft durch. Das wird in den nächsten Jahren abnehmen und die U21 wird davon sicherlich profitieren.
Ich hätte es auch nicht sinnvoll gefunden jetzt Spieler wie Gündogan, Draxler, Götze oder Schürrle mitzunehmen. Die sind erfahren genug und brauchen so ein Turnier nicht mehr. Da ist es sinnvoller denen mal eine Pause zu gönnen.

Adrion sehe ich allerdings etwas negativer als du. Die Mannschaft war gestern auf beiden Flügeln extrem anfällig und er hat nichts unternommen um das zu unterbinden.
Klar ist die spanische Mannschaft deutlich besser besetzt, aber das war gestern schon extrem schwach. Ich glaub in der 2.Hälfte war das Torschussverhältnis 15-0 pro Spanien und das obwohl Deutschland dringend ein Tor benötigte.

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DAF 10. Juni 2013 um 22:21

Du hast Recht dass Deutschland auf den Flügeln sehr anfällig war, was meiner Meinung nach aber deutlich mehr an der individuellen Klasse lag als an der Taktik.

Ich habe gestern kaum Szenen gesehen in denen Deutschland auf dem Flügel wirklich in Unterzahl war, meistens war mindestens Gleichzahl im Defensivspiel. Das Problem war nur dass sich Spanien auch in Gleichzahl und teilweise sogar in Unterzahl durchsetzte. Ich kann mich an kein Spiel erinnern, in dem die Außenstürmer so oft sich den Ball einfach am Verteidiger vorbeigelegt haben und diesen dann überrannt haben.
Klar kann man dann versuchen Überzahl auf dem Flügel herzustellen – aber Überzahl auf dem Flügel bedeutet nun mal Unterzahl irgendwoanders. Wenn man die Sechser instruiert hätte auf den Flügel zu gehen und die AVs zu unterstützen hätte man die Durchbrüche auf dem Flügel vermutlich deutlich reduzieren können- aber um den Preis, dass jedes doch gelungene spanische Dribbling eine Riesenchance bedeutet hätte. Ich vermute dass es dann nicht beim 0:1 geblieben wäre.
Ein Torschussverhältnis von 0-15 liest sich natürlich katastrophal, aber meiner Erinnerung nach war relativ wenig wirklich massiv gefährliches dabei, weil Deutschland im Strafraum lange Zeit ganz gut verteidigt hat. Das wäre nicht mehr in dem Maße möglich gewesen.
Eine andere Möglichkeit wäre gewesen, Holtby zugunsten eines dritten Sechsers zu opfern. Dann hätten die äußeren DMs außen die AVs unterstützen können und dennoch wäre die Mitte gesichert gewesen. Aber dass Holtby als Kapitän und bester Spieler nicht geopfert wird kann ich verstehen. Außerdem hast du ja selbst gesagt, dass Deutschland ein Tor brauchte und das wäre ohne Zehner noch schwerer geworden. Und eine Taktik, mit der auf den Flügeln dicht gemacht, der Strafraum verteidigt und zudem das Offensivpotential aufrechterhalten worden wäre fällt mir nicht ein.

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h 10. Juni 2013 um 23:49

@DAF
Natürlich lag das auch an der individuellen Überlegenheit der Spanier. Wobei ich z.B. Jantschke aus der Liga als sicheren Verteidiger kenne. Dort hat er aber ein kompaktes Team, was ihn nicht alleine lässt. Die AVs wurden unzählige Male in direkte 1vs1 Duelle verwickelt und wenn man alleine sehr viel Platz gegen einen schnellen technisch beschlagenen Spieler, wie Tello einer ist, verteidigen muss, wird es nochmal wesentlich schwieriger.
Auch wenn schon erkennbar war wie Deutschland verteidigen wollte, war es im Endeffekt viel zu unkompakt. Zu oft wurde der AV alleine gelassen. Das wurde im Laufe der Spielzeit eher schlimmer als besser. Da erwarte ich von einem vernünftigen Trainer korrigierend einzugreifen.
Das Zentrum hatte man ja einigermaßen im Griff. Es wäre mMn ganz sinnvoll gewesen dort Präsenz zu opfern um dafür auf den Außen sicherer zu stehen.

Aber die 15-0 Torschüsse verraten ja nicht nur was über die suboptimale Defensivleistung der deutschen Mannschaft sondern auch über die extreme Hilflosigkeit in der Offensive.
Ich habe keinen Plan erkennen können wie Deutschland zum Torerfolg kommen möchte…
Sicherlich waren daran auch teils katastrophale Spielerleistungen schuld, was aber auch damit zu tun hat, dass die Spieler allem Anschein nach überhaupt nicht so richtig wussten was sie machen sollen.

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Goalimpact 11. Juni 2013 um 08:05

Danke für den Kommentar. Ich wollte ähnliches schreiben. Es gibt ja nicht viele taktische Konzepte, die gegen Tiki-Taka funktionieren. Für ein Spiel wie das der Bayern fehlt der Deutschen U21 die Klasse. Also spielt sie wie seinerzeit Chelsea. Hinten dicht und auf Konter. Das fand ich war unattraktiv, hat aber recht gut geklappt. Es gab nicht viele 100%ige für die Spanier. Die Konter sind allerdings viel zu schlecht ausgespielt worden als dass ein Sieg verdient gewesen wäre.

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Ronnie 10. Juni 2013 um 18:32

„…waren die Spanier mit ihren lokalen Überzahlen im Stande in den Zwischenlinienraum zu kommen.“
Spanien ist mE va aufgrund der überragenden Einzelspieler in den für D gefährlichen ZWLRaum gekommen…vieles resultierte aus Dribblings von Isco, Thiago u co…oder seh ich das jetzt komplett quer?
Schliesse mich den meisten hier an, krasse spanische Mannschaft, da hätten auch Gündogan u Co nix bewirkt…
Danke für die knappe aber gute Analyse

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Andi 10. Juni 2013 um 17:17

Tolle Analyse!!
Ich habe zwar beide Spiele der deutschen gesehen, aber habe mir von vorne herein, bei dem Team, nicht viel erhofft – dafür sind die Niederlande und die Spanier viel „motivierter“ und mit viel mehr Qualität im Team, gestartet. Viele Namen wurden ja schon genannt, die man noch hätte mitnehmen können.
Das unser Team, in dieser Gruppe, ohne Glück nicht weiterkommt, war ja fast abzusehen.

Viel mehr hat mich gestern das Spiel der Spanier beeindruckt – mit diesem Team würden sie auch locker gegen 80% aller A-Nationalteams gut aussehen und gewinnen. Auch hat mich beeindruckt, dass das spanische Spiel so gut von ihnen gespielt wird – klasse!!

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Franz K 10. Juni 2013 um 14:57

Wirklich eine tolle Analyse!
Finde es auch gut, dass eher auf die taktischen Aspekte der spanischen Mannschaft eingegangen wird. Das Spiel der deutschen Mannschaft war echt unterirdisch.

Einen Punkt würde ich gerne noch hervorheben:
Ich fand insbesondere die Zweikampfstärke der Spanier beeindruckend. Da hatten die deutschen Spieler oft nichts entgegenzusetzen.
Betonen möchte ich den Punkt daher, weil den Spaniern oft nachgesagt wird, sie seien nur schönspielende Teams und könnten nur tiqui-taca.

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Johannes 10. Juni 2013 um 15:13

Das ist ja der Witz am Ballbesitzfussball das der Gegner eigentlich konstant mürbe gespielt wird, finde das konnte man auf dem Niveau auch noch deutlicher sehen.

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GH 10. Juni 2013 um 18:32

Naja, dass die Spanier nur schönspielende Mannschaften sind und sie können nur tici-taca, das ist höchstens aller höchstes Stammtischgeschwafel.

Der Ballbesitz, den sie haben, erarbeiten sie sich nicht nur durch das super Zusammenspiel, sondern auch durch ihr Gegenpressing.

Jeder verlorene Ball wird sogleich wiedererkämpft. Deswegen würd ich die Spanier nicht nur als solche Mannschaft bezeichnen.

Das negative, dass man ihnen anbehaften kann, dass ihnen der Zug zum Tor fehlt. Beide Spiele wurden mit 1:0 gewonnen. Selbst bei den andern WMs und EMs vor 1 bzw. 3 Jahren haben sie meistens bloß mit einem Tor Unterschied gewonnen. (Außer vielleicht gegen Italien) . Ihnen fehlt ein wirklich guter Knipser.
Bei Barcelona haben sie dafür Messi, aber Spanien ist oftmals keiner wirklich geeignet für die Position des „9er“.

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sharpe 10. Juni 2013 um 13:58

zunächst mal großen Respekt vor Spanien. Das war großer Sport, nicht so weit weg vom A-Team. Deutschland dagegen mit einer Auswahl, die vom Talent her weit unterlegen war und in der ich im Gegensatz zur Auswahl 2009 keinen Spieler sehe, der dem A-Team in geraumer Zeit weiterhelfen kann.
Ich persönlich finde es schade, dass das Turnier vom DFB nicht richtig ernst genommen wurde, bzw, dass nicht versucht wurde, mit dem bestmöglichen Kader anzutreten.
Es hatte den Anschein, als würde ein zusammen gewürfelter Haufen U21 Spieler gegen eine eingespielte, gut geölte Passmaschine spielen. Man kann sicher über die ein oder andere Personalie in der Aufstellung diskutieren, aber der Klassenunterschied lag sicher nicht daran, dass die AV auf falschen Positionen gespielt haben.
Die Lehre aus diesem Turnier sollte eher sein, künftig das bestmögliche Team zu einer solchen Meisterschaft zu schicken. Die Spieler kann man anschließend immer noch lang genug in Urlaub schicken.
P.S. ich fand es auch gut, dass du taktisch vorrangig auf die Spanier eingegangen bist, denn im Gegensatz zu uns gab es hier wirklich interessantes zu berichten.

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Wolfsmond 10. Juni 2013 um 14:33

Ich glaube nicht dass man von DFB Seite die U21 nicht ernst nimmt. Es war ja mehr oder weniger auch die Mannschaft die die Quali gespielt hat.
Und ehrlich gesagt halte ich auch garnichts davon einen Draxler oder Gündogan nur für einen U21 Titel zu verheizen.. die hatten letztes Jahr kaum Urlaub, waren diese Saison extrem wichtige Eckpfeiler in ihren Vereinen und werden nächstes Jahr nach Brasilien fahren, irgendwo muss mans auchmal gut sein lassen.
Bei Holland und Spanien hat man doch ganz andere Situationen als bei uns. Die Einen haben die EM ´12 völlig vergeigt und müssen jetzt ganz fix einen Generationenwechsel vollziehen, da nimmt man die Turniererfahrung natürlich mit um nächstes Jahr bestmöglich gerüstet zu sein. Und die Spanier.. die müssen sich halt immernoch hinten anstellen hinter der Generation Superlative und brauchen die U21 um sich zu präsentieren. Nichtmal Martinez nach der Bombensaison mit den Bayern kommt derzeit an Busquets/Xabi Alonso so wirklich vorbei in der A-Elf.
Allerdings ist die Art und Weise wie unsre Mannschaft gestern vorgeführt wurde echt bitter :-/ da drängt sich wirklich keiner so wirklich mehr zwingend für Brasilien auf

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AP 10. Juni 2013 um 15:09

Ginter und Volland sind wohl mit die, die als nächstes dran sind…

Aber der Rest sind trotzdem alles Bundesliga Stammspieler, zumindest die erste 11…

Bei den Spaniern spielten in der ersten 11 kaum Stammspieler aus den Vereinen, weder Thiago, noch Tello. Außer Isco vielleicht. Korrigiert mich da.

Total quer…

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Johannes 10. Juni 2013 um 15:18

Es war der beste Kader zumindest wenn man von den verletzten Jung,Trapp und Kirchoff absieht.Das man keine A-spieler Nominiert halte ich für richtig ist auch ein klares Zeichen an die Jungs, die müssen auch wissen wo sie dran sind gerade für Holtby wohl ein klares Zeichen.

Was die Spanier betrifft echt genau wie die A Mannschaft wie aus einem Guss.Schon schade zu sehen da denkt man man wäre fast auf Augenhöhe und dann kommt da so eine U21 daher das waren echt welten.

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HW 10. Juni 2013 um 12:38

Ich habe nur die erste Halbzeit gesehen. Natürlich war das nicht das Niveau, dass wir von den Bayern und vom BVB gewohnt sind. Aber es währe auch unfair das zu erwarten.

Der Terminkalender ist ungünstig, Internationale Freundschaftsspiele mit Liga oder Pokalspielen überschneiden zu lassen und die U-19 EM daran anschließen zu lassen ist aber kein rein deutsches Problem und hier nicht sehr ausschlaggebend.

Die Strategie mit der man in ein Turnier geht ist wichtiger. Götze und Kroos sind verletzt. Gündogan könnte man mitnehmen. Mit Blick auf die Strategie und den Nutzen fürs Team ist das aber nicht unbedingt sinnvoll. Hätte Gündogan alleine das deutsche Team in die KO Runde geführt?
Der DFB sucht Stürmer und Außenverteidiger. Ich kann nicht beurteilen ob die Spiele neue Erkenntnisse gebracht haben, aber Adrion ist eher dafür bekannt die Entwicklung dem Ergebnis vorzuziehen. Ob dies mit 3 Spielen nach einer langen U-19 Pause überhaupt möglich ist, sei mal dahingestellt.

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AP 10. Juni 2013 um 12:12

Wir sind die letzten Wochen mega verwöhnt worden, dass solch eine Darbietung einer deutschen U21 nicht zu erwarten war.

Keine Linie, nicht in der Kaderzusammenstellung, nicht in der Aufstellung, nicht in Spiel.

So viel Talent für nichts.

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M 10. Juni 2013 um 11:24

@HW, kollederboss usw.
Erhollung ist sicherlich ein wesentlicher Punkt. Ich denke allgemein geht es darum wie man am besten den Jugendbereich an das A-Team herran führt und was für die Spieler das beste ist.
Wie Till anmerkte scheint auch die Perspektive im U21 Bereich ein wenig zu fehlen weil das A-Team mit jungen, sehr guten Spielern besetzt ist. Das Draxler dan in die USA mitkommt aber bei der EM fehlt unterstützt von außen das Gefühl das jeder der es ins A-Team schaffen könnte nicht mit zur EM kommt. (Vielleicht an dem Punkt auch etwas zuweit gedacht)

Insbesondere auffällig ist das die Spanier in dem Bereich offenbar eine andere Einstellung haben. Bspw. Isco hat in der Sasion an 53 Spielen teilgenommen, ist für Malaga ein sehr wichtiger Spieler, war lange in der champions league dabei und dürfte auch bei der WM nächstes Jahr ein Rolle für Spanien spielen. Von den Rahmenbedinungen trifft das auch auf Draxler, Gündogan oder Götze zu. Wäre die übrigends alle dabei hätte man auch nicht so das gefühl das da nur die 2/3 Reihe steht. Was auch zur Motivation/Perspektive beiträgt.

Ich bin mir sicher das ich nicht der erste bin dem Aufgefallen ist das die 3 im U-Bereich spielberechtig sind:) Mich würde interessieren welche Philosophie im U-Bereich im vergleich Deutschland/Spanien/Niederlande eine Rolle spielt. Da scheint es ja unterschiedliche Ausslegungen zu geben oder ist die Situation in diesen Jugendbereich einfach nicht zu vergleichen?

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Koom 10. Juni 2013 um 12:05

Spanien hat sich einst (mittlerweile auch schon seit bald 2 Jahrzehnten) dazu entschlossen, ihre Jugendarbeit zu intensivieren. Das Ergebnis sieht man nun seit über 6 Jahren eindrucksvoll. Da rückt wirklich viel nach, U21 wie A spielen praktisch wie eine Kopie. Die Niederlande machen das auch schon „traditionell“ so.

In Deutschland hat man sich nach der Crash-EM 2000 für bessere Jugendarbeit entschieden. Die ersten Ausläufer davon konnte man 2006 erahnen, seit 2010 ist es aber sehr deutlich geworden. Auch wenn ich ihn nicht mag, muss man das wohl auch Sammer zurechnen, der den Leistungsgedanken auch in die U-Teams brachte. Sammer wollte auch Adrion nicht, wohl zu recht. Bei Adrion vermute ich gute Trainerarbeit im Tagesgeschäft. Als Erfolgstrainer scheint er mir nicht (mehr) zu taugen. Taktisch war das sehr schwach von der individuell nach wie nicht nicht schlechten U21.

Ich denke, für die U21 kamen viele Dinge negativ zusammen:
1. Akut: Adrion hat taktisch versagt.
Hier dürfte auch die größte Schuld zu suchen sein, aber nicht die alleinige.

2. USA-Testspielreise in Verbindung mit CL-Finale.
Kein anderes Land hatte diese blöde Kombination. Mit dem CL-Finale war praktisch die komplette A-Nationalmannschaft für diese Testspielreise nicht verfügbar. Dadurch wurden Akteure eingeladen, die auch für die U21 interessant gewesen wären, dadurch aber blockiert wurden.

3. U21 genießt kein Ansehen in Deutschland
Kernproblem: Die U21 ist Anhängsel. Ergebnisse dieses Teams jucken keinen, selbst der EM-Sieg vor 4 Jahren fand kaum Beachtung, obwohl gerade aus diesem Jahrgang sich dann auch einige durchsetzten. Die U21 steht immer noch auf einer Stufe mit Frauenfußball: Langsamer, untechnischer, wirkt immer wie Freizeitfußball. Aber speziell bei der U21 ist das athletische Niveau seit einigen Jahren praktisch deckungsgleich mit der A-Mannschaft. Würde man der U21 mehr Aufmerksamkeit gönnen, wären auch Abstellungen von Draxler und Schürrle kein Problem.

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xking 10. Juni 2013 um 14:23

Italien und Spanien haben auch kaum A-Spieler dabei weil die zuuim Confed-Cup „mussten“ also sollte CL + USA-Reise eigentlich keine ausrede sein.

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ayounes 10. Juni 2013 um 09:57

Viele meckern über die falsche Nominierung, was ich zum Teil nicht verstehen kann (wie zum Beispiel Leitner). Man muss aber die Arbeit von Rainer Adrion bewerten. Dazu gehört die Einstellung und die Aufstellung der Mannschaft und das weiterentwickeln der Jugendspieler (da kann man auch nicht nur Rücksicht auf die Leistungen der Quali legen, sondern muss die besten Spieler nominieren). Warum spielt zum Beispiel Jandschke und Herrmann links und ein Sorg rechts? Im Verein spielen Sie das ganze Jahr auf der anderen Seite. Wenn man unbeding Sorg rechts haben möchte, warum nicht Kolasinac (der keine so großen Geschwindigkeitsnachteile wie Jandschke hat) links spielen? Zum Teil wurden unsere Außenverteidiger überlaufen und konnten nur hinterherhecheln.
Ich war echt enttäuscht über die Deuschte Mannschaft (wobei man auch die Leistung der Spaniern respektieren muss).
Gut für Gladbach, dann können sich Herrmann und Jandschke jetzt ausruhen und verletzten sich hoffentlich nicht mehr :-).
Wie immer sehr gute Spielanalyse.

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kollederboss 10. Juni 2013 um 09:35

Ich finds nachvollziehbar die A Spieler wegzulassen. Am ehesten hätte man Draxler noch mitnehmen können, aber bis auf ihn und Gündogan hat doch auch in der Quali keiner mitgespielt.
Gündogan, Götze, Kroos (letztere zwei eh verletzt also müßig darüber nachzudenken) sind doch alle etabliert, d.h. zwischen stammspieler und backup in der A. das war 2009 doch eine komplett andere situation. beck, khedira und marin waren damals maximal einwechselspieler bei der A und özil hat gerade erst debütiert, während castro zwar schon ein zwei länderspiele hatte aber gar nicht zum A-kader gehörte.
Nicht jeder Jahrgang kann qualitativ so gut sein wie der 2009, zudem wars dieses mal ne schwere gruppe. 2009 wars auch nicht der qualitativ bestmögliche kader (baumjohann, kroos, k.boateng, müller, badstuber). sollte man also mal relativieren.
was man kritisieren kann ist die dünne auf manchen positionen (außen, 6er). leitner, esswein fallen mir hier ein, dann muss ein mlapa auch nicht auf der falschen position spielen oder ein Can eingewechselt werden, der bei bayern kaum wertvolle spielpraxis sammeln konnte. mit mlapa, lasogga und polter (dazu mehr oder weniger volland) viel zu viele stürmer dabei.
Zudem war die abwehrbesetzung extrem seltsam mit dem LV in der IV (zumal da glaub ich sobiech stammspieler war in der Quali und thesker kein stammspieler bei hoffe ist) und dem beidseitigen Sorg auf rechts (der in der liga öfters LV war) während RV Jantschke links spielt.

Was mir zudem extrem aufgefallen ist:

– Behäbigkeit sowohl im Nachrücken bei Kontern als auch im Zurückrücken bei Ballverlust. dadurch extreme konteranfälligkeit und bei eigenen kontern extreme ungefährlichkeit.
– bei ballgewinn extreme nervosität, endete fast immer in einer schlechten entscheidung vom ballführenden spieler – ist entweder ne nervensache oder mangelndes konzept
– holtby in jedem spiel mit hacke spitze, dazu nochmal ein zwei kandidaten wie hermann … da muss man als trainer doch fast durchdrehen
– hermann musste gegen NL ein-mann-konter spielen und mit dem ball am fuß gegen mehrere gegenspieler losdribbeln weil keine unterstützung kam und lasogga vorne extrem unbeweglich ist

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mrb 10. Juni 2013 um 09:35

Gibt es einen naheliegenden Grund, weshalb wohl Rainer Adrion Jantschke und Sorg „vertauschte“ Seiten spielen ließ?

„Zur Strafe gibt es dann auch nur wenige Worte zur deutschen Taktik. Man sah sie leider auch ziemlich selten.“
Sehr geehrter RM, damit haben sie eines ihrer besten Fazits geschrieben. Ein herrliches Schmankerl. Vielen Dank dafür!

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Koom 10. Juni 2013 um 09:29

Viel habe ich nicht gesehen von den Spielen (2. HZ gegen Niederlande, was ja gemeinhin als die bessere gilt), aber ich fand es erschreckend, wie planlos, taktik- und systembefreit Deutschland agierte.

„Offensichtlich“ gab es in der Defensive keine oder nur wenige Automatismen, die entweder vermittelt oder umgesetzt wurden. Vor allem Jantschke fand ich erschreckend schlecht: Seine Pässe brachten Mitspieler konstant in Bedrängnis oder er benutzte immer den klassischen 50m-Befreiungsschlag. Dachte, das man sowas zuletzt vor 10 Jahren gesehen hat.

Da ließ sich nie ein MF mal zurückfallen, um der Viererkette beim Spielaufbau zu helfen. Und eben jene Viererkette stand da permanent statisch aufgereiht auf einer Linie, was einfach katastrophal ist. Interessanterweise sind die Akteure in dieser Viererkette anderes gewohnt: Thesker bei Gisdols Hoffenheim, Sorg und Ginter in Freiburg und Jantschke bei Gladbach agieren dort ja in eigentlich gut organisierten, modernen Defensivreihen. Beeindruckend, das man das alles so verlernen oder vergraben kann, was man schon abgerufen hat.

Persönlich halte ich nicht viel von Adrion. Sicherlich kann auch er nur mit dem arbeiten, was er bekommt, aber mit dem Kader wäre trotzdem mehr möglich gewesen. Und mit etwas mehr Rückgrat hätte er auch 2-3 A-Mannschafts-Akteure (mit Hinweis auf die schwere Vorgruppe und das viele Gegner ihrerseits auch das Best Of schicken) Löw aus dem Kreuz leiern können. Eingespieltheit kann ja kein Grund sein, wenn insgesamt 3 Akteure im Team überhaupt ihr U21-Debüt feiern.

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ayounes 10. Juni 2013 um 10:11

Sehr guter Kommentar, gerade Jandschke war ein Beispiel der schlechten Einstellung/Leistung der Mannschaft. Eigentlich ist Jandschke ein Passstarker Spieler (vorallem wenn er Kombinationsstarke Mitspieler hat). Ich halte das auch für einen Fehler vom Trainer, aber von außen kann man immer leicht meckern.

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blub 10. Juni 2013 um 22:19

Zunindest dein dritter absatz ist bullshit. Rudy ist andauernd zwischen die IVs abgekippt.
Das Adrion Löw was aus den Rippen leiert glaubt ja wohl keiner, der ist ja selbst einer „seiner“ Leute.

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HW 10. Juni 2013 um 07:27

Klar könnte man Gündogan oder Draxler berufen, oder man lässt die mal Urlaub machen. Das sind ja keine Maschinen und diese EM ist nicht so wichtig für ihre Entwicklung, dass man sie vor einem WM Jahr zwei Jahre durchspielen lassen muss.

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Puyol7 10. Juni 2013 um 06:39

So eine schlechte U21 Mannschaft haben wir selten in Deutschland erlebt.
Das, was Rainer Adrion aus diesem Spielermaterial gemacht hat, ist einfach nur eine Frechheit. So viele junge, talentierte Spieler (wieso er Leitner nicht mitgenommen haben, ist mir unerklärlich, trotz persönlicher Differenzen) ohne eine erkennbareTaktik, einen erkennbaren Plan auf den Platz zu schicken gleicht eigentlich schon einer Kündigung.
Für mich war vorallem das Pressing, sei es das Gegen-, Angriffs-, oder Defensivpressing, in der zweiten Halbzeit so unkoordiniert und schlecht.
Nichtsdestotrotz wieder einmal eine perfekte
Analyse des Spiels… Hierfür ziehe ich meinen Hut. Macht gerne weiterso Jungs!
Diese Analyse zu lesen hat mehr spaß gemacht, als das Spiel zu gucken…

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Balu 10. Juni 2013 um 00:47

Mir erschließt sich die Kaderzusammenstellung auch nicht vollends. Es macht sicherlich Sinn einen Götze ins A-Team zu berufen, aber Draxler und Gündogan wären ein Muss gewesen…gerade bei der starken Gruppe. Leitner eig. auch, aber der hat sich ja mit Adrion überworfen. Holland und Spanien haben es bei der Kaderzusammenstellung vorgemacht

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GH 10. Juni 2013 um 02:29

Wobei Holland, ja fast mit der kompletten A-Nationalmannschaft spielt.

Unter Louis van Gaal sind alle Spieler schon zum Einsatz gekommen und ein Strootman ist sogar Kapitän der A-Mannschaft. Also

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Carlos 10. Juni 2013 um 20:56

Die Niederlande spielen mit vielen A-Nationalspielern, aber Stammkräfte sind die meisten dort nicht. Oder spielen bei der U21 etwa van Persie, Lens, Sneijder, Janmaat, Pieters, Vlaar oder Robben?
Adrion hätte bereits 2011 nach der verpassten letzten EM entlassen werden sollen, bei der laufenden hatte er ein eingespieltes Team, dass aber klar unter seinen Möglichkeiten geblieben ist. Aber als Löw-Spezi darf er sich solche Mißerfolge wohl erlauben.

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znerlo 9. Juni 2013 um 23:35

super artikel – spitzen analyse wie immer! danke.

frage mich ob es so klug war von dutt und co zu entscheiden gewisse zwar sich im richtigen alter befindende aber „zu gute“ spieler zu hause zu lassen…
ausbildungsziel vs titelziel. implementierung eines spiestils bei der jungen generation vs in verantwortung ziehen von sehr jungen spielern in der A mannschaft.

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M 10. Juni 2013 um 00:15

seh ich ähnlich..wobei in dem Zusammnhang mir einiges unklar ist. Bspw. die Kader zusammenstellung:

bei manchen spielern sowie Götze oder auch vor nicht langer Zeit Kroos usw. kann ich noch nachvollziehen wieso diese primär im A-Team auflaufen, obwohl der Stammplatz fehlt und insbesondere auch die Turnierpause aufgrund der Beanspruchung im Verein brauchen.

Wieso werden jedoch nicht Spiel berücksichtigt welche im A-Team keine oder nur eine sehr geringe Rolle spielen. Ich bin jetzt nicht top bei jedem Spieler auf dem laufenden aber u.a. Leitner und vorallem Draxler fallen mir da sofort ein. Vielleicht kann man auch über Gündogan oder Schürrle nachdenken.

Ich denke es ist unstrittig das solche Turniererfahrungen auch im U-Bereich für die Entwicklung der Spiel enorm wichtig sein kann. Wenn ich mir hingegen Spanien mit Thiago, Isco, Muniain oder Tello anschau vermut ich mal das hier andere Kriterien eine Rolle spielen.

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MR 10. Juni 2013 um 00:51

Leitner wurde aus Gründen von Charakter und Mentalität nicht berufen.

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C 10. Juni 2013 um 05:29

Hätte das jetzt gar nicht so drastisch formuliert, es gab da einfach Streitereien und Adrion wollte Ruhe

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Till 10. Juni 2013 um 02:42

Ich sehe auch fuer viele der Spieler in dieser U21 wenig Perspektive. Im zentralen Mittelfeld haetten Guendogan, Kroos, Goetze, Draxler alle noch zusammen mit Holtby die Spielberechtigung fuer die U21 gehabt. Und so alt sind Oezil, Khedira, Schweinsteiger, Neustaedter, Reus, Thomas Mueller, Sven Bender, Lars Bender ja auch noch nicht, die im Verein oder bei der Nationalmannschaft zentral spielen und nicht spielberechtigt fuer die U21 waren.

Wo sollen denn Rode und Rudy in der A-Elf spielen? Was ist denn bitte die Perspektive hier? Nimmt irgendwer beim DFB an, dass jemand aus diesem Team (ausser Holtby, aber selbst das scheint unwahrscheinlich bei den Namen oben) mit zur WM 2014 faehrt? Was ist denn dann die Rolle der U21? Ich verstehe es nicht.

Und warum nicht Diego Contento, immerhin mit Starterfahrung im Champions League Finale 2012, statt Jantschke?

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mrb 10. Juni 2013 um 09:37

…oder Sorg oder Kolasinac.

Ich fand die beiden Innenverteidiger noch überzeugend. Ginter ist ja auch noch sehr jung.

Würdet Ihr das Gegentor auch zu einem großen Teil auf Lenos Deckel schreiben?

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ayounes 10. Juni 2013 um 10:15

Zum Teil, weil es Torwartecke war. Aber wie kann sich Rüdiger davor so abkochen lassen? Wenn ein Spieler so in den Strafraum darf, noch 2 Anspielmöglichkeiten hat, muss man mit Gegentoren rechnen.

Allgemein fand ich Leno nicht überzeugend…

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ES 10. Juni 2013 um 18:16

Ja, 100% auf Lenos Deckel. In der Mitte waren die Anspielstationen gedeckt. Er muss also nicht darauf zocken, einen Pass abzufangen. Er hat ganz einfach die kurze Ecke zuzumachen. Aber das ist nur eine Randnotitz. die Spanier haben ohne Zweifel verdiente gewonnen und hätten schon früher ein Tor machen können/müssen

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daniel 9. Juni 2013 um 23:22

Deutschland hatte sechs (6!) Feldspieler mit unter 80% Passquote. Das allein sagt schon einiges. Wie schon gegen Niederlande vor allem die Außenverteidiger mit unterirdischen Werten (Jantschke 55%).

Ich hatte auch den Eindruck, dass sie zusätzlich zur fundamentalen taktischen und technischen Unterlegenheit den klassischen (psychologischen) Fehler im Spiel gegen den spanischen Ballbesitz gemacht haben und extrem nervös gespielt haben, wenn sie den Ball mal gewonnen hatten.

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