Mittwoch, 17.09.2014

Borussia M’Gladbach – 1899 Hoffenheim 2:1

Im ersten Saisonspiel empfingen die Gladbacher die Babbel-Elf aus Hoffenheim. Somit trafen zwei Mannschaften, welche beide ein unterschiedliches Vertikalspiel predigen, aufeinander. Für die Gladbacher ging es nach dem unglücklichen Spiel gegen Dynamo Kyiv darum, in der Bundesliga wieder in alte Form zu kommen und sich auch ohne Marco Reus zu beweisen. Hoffenheim hingegen wollte mit einigen Neuzugängen auswärts beim letztjährigen Tabellenvierten für einen ersten Achtungserfolg sorgen und sich außerdem nach der Enttäuschung im DFB-Pokal rehabilitieren.

Wechselwirkung der jeweiligen Formationen

Beide Mannschaften stellten sich grob in einem 4-4-2-System auf. Gladbach hatte hierbei die Standardausrichtung der Vorsaison beibehalten. Vorne liefen Hanke und de Jong gemeinsam auf, womit sich Favre für ein auf dem Papier laufstarkes und spielintelligentes Duo entschied. Auf den Flügeln erhielt Ring rechts den Vorzug vor Herrmann, während links Arango in seiner Rolle als spielgestaltender Außen agierte. Dahinter spielten Stranzl und Brouwers in der Innenverteidigung, was im Verbund mit den vorsichtigen Außenverteidigern Jantschke und Daems für eine konservative Viererkette sorgte.

Grundformationen zu Spielbeginn

Bei den Gästen bildeten Compper und Delpierre die Innenverteidigung. Die Hoffenheimer Außenverteidiger, insbesondere Andreas Beck auf der rechten Seite, waren offensiver als die der Gäste und zwangen Gladbachs Offensive einige Male im Konterspiel sehr weit zurück. Beck versuchte insbesondere die Räume hinter dem nach innen rückenden Arango zu überladen und zur Grundlinie durchzustoßen. Unterstützt wurde er von Vukcevic und links hatte Johnson Firmino vor sich. Das Sturmduo wurde von Volland und Derdiyok gebildet, wobei sich Volland oftmals nach hinten fallen ließ und eine Verbindung zum Mittelfeld herstellen wollte.

Ursächlich für das träge Spiel: Hoffenheims Ausrichtung

Die Hoffenheimer pressten auf eine sehr interessante Art und Weise; nämlich kaum. Sie organisierten sich in einem kompakten und engen 4-4-2, welches im Pressing aber eher wie ein 4-2-4-0 wirkte. Das Sechseck in der Mitte hatte die wichtige Aufgabe, das gegnerische zentrale Mittelfeld zu isolieren sowie die Wege nach vorne zu versperren. Darum wurden Xhaka und Nordtveit eingekapselt und es sollten Pässe nach vorne vermieden werden. Dieser Fokus ging sogar soweit, dass die Hoffenheimer die Innenverteidiger der Gladbacher nicht einmal anliefen. Weil es keinen starken spielmachenden Innenverteidiger gab, rächte sich diese vorsichtige Spielweise nicht. Selten kamen präzise Diagonalbälle oder weite Pässe nach vorne und dadurch hatte Gladbach zwar viel Ballbesitz, aber kaum Chancen. Sie kamen selten über das zweite Spielfelddrittel hinaus und zumeist verloren sie ebendort den Ball.

Hoffenheims Pressingarbeit beschränkte sich, bis auf ein paar Ausnahmen, auf den blauen Raum, der sich aber seitlich verschieben konnte – Volland half teilweise hinten mit und hatte nach 80 Minuten über 2km mehr, als Sturmpartner Derdiyok

In weiterer Folge ließen die Gladbacher den Ball im ersten Spielfelddrittel zirkulieren und es gab kaum interessante Aktionen. Gegensätzlich hatte sich ja das Spiel gegen Kyiv dargestellt: dort waren Ballgewinne und –verluste an der Tagesordnung, ebenso wie Aktionen aus dem Mittelfeld herauskommend. Gegen Hoffenheim trauten sich die Gladbacher jedoch gar nicht in diese Zonen und somit konnte kaum Dynamik entstehen. Neben der Isolation des Zentrum konnten die Hausherren auch kaum über die Seiten kommen.

Gladbach überlädt kaum Räume

Die Flügelstürmer von Gladbach wurden eng von den Außenverteidigern übernommen und es gab eine situative Manndeckung auf den Flügeln. Da die eigenen Außenverteidiger zurückhaltend agierten, konnte diese Manndeckung nicht ausgehebelt oder der Gegner ganz weit nach hinten gedrängt werden. Die Außenspieler wurden alleine gestellt und mussten sich auf ihre Stärken beschränken: Ring reagierte mit vielen Einzelaktionen, die zu wenig führten, und Arango nutzte sein gesamtes kreatives Potenzial, um einmal mehr der beste Gladbacher auf dem Platz zu sein. Dennoch plätscherte das Spiel großteils vor sich hin. Kaum erfolgreiche Kombinationen über mehrere Stationen und wenige zu Ende gespielte Spielzüge waren nur die Syndrome einer Partie, die auf beiden Seiten im offensiven Umschaltspiel und dem Spielaufbau krankte.

Die mangelnde Raumüberbrückung bei Gladbach war ein besonders großes Problem. Die kompakte und tiefe Stellung der Hoffenheimer hätte Stranzl und Brouwers eigentlich dazu herausfordern sollen, dass sie nach vorne rückten. Alternativ hätte sich Xhaka oder gar Nordtveit nach hinten fallen lassen können und eine Dreierkette bilden können. Dies hätte den Außenverteidigern eine höhere Position ermöglicht und die gegnerische Spielidee wäre schwerer umzusetzen worden. Allerdings konzentrierte sich Gladbach weiterhin auf ihre letztjährige Spielweise: das schnelle Kombinieren in den Raum. Das große Problem war hierbei, dass schlichtweg kein Raum vorhanden war und die Bewegungen der Spieler nicht stimmten.

In der vergangenen Spielzeit waren es zumeist der offene Raum hinter der gegnerischen Kette oder eben die herausragenden Kombinationen zwischen Herrmann, Reus und Arango sowie einem weiteren Stürmer, welche solche Probleme hinsichtlich der konservativen Viererkette lösten. Ohne den spielgestaltenden Dante und den Synergie schaffenden Reus haperte es dann klar. Selbst wenn die Gladbacher ins zweite Spielfelddrittel kamen, fanden sie sehr wenige Räume vor. Hoffenheim schob nach hinten und teilweise entstand ein 4-5-1, in welchem die Gäste keine Gewissensbisse hatten, wenn sie die Viererkette breiter machten. Durch die Fünferkette in der Mitte und das Unterzahlangriffsspiel ohne offene Räume der Gladbacher waren die etwas breiteren Schnittstellen kaum anspielbar. Gladbach hätte in der Theorie somit einige Löcher vorgefunden, konnte sie aufgrund spielerischer und auch taktischer Defizite kaum bespielen. Veränderungen gab es allerdings im weiteren Spielverlauf wenige.

Favre greift nur leicht ein –in Aufstellung und Spielverlauf

In der 64. Minute brachte Favre beim Stand von 1:0 den schnellen Herrmann für Ring. Ein positionsgetreuer Wechsel, welcher Herrmanns Dynamik für Konter nutzen sollte, doch nur zwei Minuten später fiel der Ausgleichstreffer. In weiterer Folge wollten beide Trainer noch Einfluss auf das Spiel nehmen und den Sieg erzwingen. Favre konzentrierte sich hierbei auf die Beibehaltung seines Systems und seiner Spielweise. Er brachte Hrgota statt Hanke, was für etwas mehr Dynamik und stärkeren Fokus auf anspruchsvolle Kombinationen sorgen sollte. De Camargo für den glücklosen de Jong  war dann der dritte Wechsel und ein weiterer, welcher die Positionsinterpretation veränderte und nicht auf das gesamte Kollektiv eingriff.

Grundformationen zu Spielende

Ähnliches konnte übrigens auch bei Hoffenheim beobachtet werde. Die 1899er brachten Usami für Firmino, Schipplock für Derdiyok und Salihovic für Weis – der letzte Wechsel hätte nach dem 2:1 durch Arango einen letzten Schuss Effektivität, Kreativität und Gefahr durch Standards bringen sollen, doch einen nennenswerten Effekt gab es nicht.

Interessant war es, dass beide Trainer keine formativen oder grobtaktischen Nachteile erkannten. Lucien Favre blieb seinem System treu, die Außenspieler in der Defensive suchten nur situationsbedingt die Verbindung nach vorne, während die Flügelstürmer in ihrer leichten asymmetrischen Stellung verharrten. Auch die Doppelsechs beschränkte sich eher auf einen horizontalen Aktionsradius. In Anbetracht des trägen Spiels und der gegnerischen Defensive wäre eine Einwechslung Tolga Cigercis statt dem schwachen Nordtveit überlegenswert gewesen.

Womöglich hätte er die Verbindung nach vorne (und nach hinten) durch seine Pässe herstellen können, allerdings schien Favre eine defensive Stabilität, trotz der tiefen Ausrichtung des Gegners, zu bevorzugen. Dennoch muss konstatiert werden, dass Hoffenheim mit ihrem schnellem Umschaltspiel – trotz vieler Fehlpässe und schlampig zu Ende gespielten Aktionen – deutlich mehr Chancen hatte. Marc-Andre Ter Stegen musste sieben Mal eingreifen, sein Gegenüber Tim Wiese nur ein einziges Mal.

Spielentscheidender Standard (fortan auch als „Aran-Go“ bezeichnet)

Die zwei Treffer für die Gladbacher fielen nach einem ruhenden Ball beziehungsweise nach Arango. Beim ersten Tor fand seine Flanke den Kopf von Mike Hanke. Von links zog er den Ball präzise und scharf auf den ersten Pfosten, wo Mike Hanke sich gegen Beck durchsetzte.

Das zweite Tor war dann ein schöner Freistoß, den Arango direkt selbst verwandelte. Scharf geschossen, gut platziert und vor allem schwer auszurechnen waren die drei Attribute dieses Kunstschusses. Der Venezolaner postierte sich und lief auch so an, wie man es bei einem Linksfuß erwarten konnte. Sein Schuss hingegen entsprach nicht diesem Muster. Aus einer individualtaktischen Perspektive nutzte er seinen Anlauf, um mit einer unüblichen und anspruchsvollen Schusstechnik den Ball quasi zu „drücken“. Der Ball segelte dann überraschend ins Torwarteck und Wiese wurde überrascht. Ein durchaus haltbarerer Freistoß, doch keineswegs einfach, da der Schuss unerwartet und technisch hervorragend ausgeführt wurde.

Zwischenzeitlich hatte Vukcevic eine flache Flanke von der Außenlinie gebracht, welche Firmino mit etwas Glück nach einer Parade ter Stegens vor dem Tor freistehend erhielt und verwertete.

Fazit

Hoffenheim wollte Gladbach ihrer Stärke berauben und über die Außen mit Kontern nach vorne zu kommen. Sie hatten den Plan, das Spiel in die Tiefe zu verhindern, was auch gelang – Arangos goldener Fuß sorgte letztlich für null Punkte. Außerdem scheiterten die Hoffenheimer mehrmals an ter Stegen und konnten sich ebenso wenig wie die Gastgeber konstant am gegnerischen Strafraum festsetzen; viele Torschüsse kamen aus der Distanz oder ungefährlichen Situationen.

Zusammenfassung von Schlüsselaspekten

  • Bei Gladbach fehlte es an der Möglichkeit in den Raum zu kombinieren und in die Tiefe zu spielen
  • Hoffenheim presste in einem kompakten 4-2-4-0/4-4-2-0 und machte das Spiel im zweiten Drittel sehr eng
  • Ließ Gladbach den Ball nicht tief zirkulieren und setzte sich über den Pressingwall hinweg, ließ sich Volland fallen und bildete bei Hoffenheim einen fünften Mittelfeldspieler
  • Favre passte sich formativ nicht an; er blieb seiner Spielidee treu, aus einer sicheren Defensive nach vorne zu kommen und wollte mit unterschiedlichen Spielertypen zum Erfolg kommen
  • Gladbach bildete mit seinem 4-4-2 ebenfalls einen schwer überwindbaren Defensivverbund, hatte aber einige Anfälligkeiten und ließ die Konsequenz und Kompromisslosigkeit der letzten Spielzeit vermissen
  • Ein zähes Spiel, welches keinen Sieger verdient hatte und nur ansatzweise das Potenzial der beiden Mannschaften aufzeigte
  • Gelegentlich gingen die Außenverteidiger Gladbachs nach vorne, doch es mangelte an der Quantität und Qualität solcher Aktionen
  • Individualtaktische Fehler, vorrangig bei Gladbach (bspw. durch Daems gegen Derdiyok und gegen Vukcevic beim Treffer), sorgten für die wenigen Torchancen in einer schwachen Partie

meyerhans 27. August 2012 um 13:45

Danke fuer die gelungene Analyse. Der Borussia steht eine komplizierte Saison vor – die neuen Spieler unterscheiden sich in der Interpretation ihrer Rollen enorm von Reus und Co. De Jong fehlt noch die Dynamik und die Bindung zum Spiel und aehnelt zu sehr De Camargo und Hanke. Alle drei sind eher Wandspieler als Stuermer, die Luecken aufreissen. Zu Xhaka: Wie bereits gegen Kiew arbeitet er viel aggressiver gegen den Ball als Neustaedter, jedoch agiert er dabei etwas wild und kommt wegen der fehlenden Schnelligkeit oefters mal zu spaet. Neustaedter war ein Meister im Antizipieren und intelligentem Anlaufen. Xhaka agier momentan noch zu ballorientiert und hinterlaesst in seinem Ruecken oft Loecher. Am Samstag krankte das Spiel auch an den fehlenden Verlagerungen der beiden IV. Brouwers und Stranzl spielen beide nur Sicherheistbaelle – Dominguez hat da schon mehr angedeutet. Favre wird entweder mit 0de Jong und Hrgota agieren oder im 4-2-3-1 mit Xhaka als Zehner und Cicergi als Sechs spielen lassen.

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laterookie58 26. August 2012 um 19:57

@ RM : Herzlichen Dank für Deine umfassende, auf den Punkt gebrachte Analyse!!!
Dir hat die Sommerpause nicht geschadet; Du machst auf gleichem hohen Niveau weiter wo Du aufgehört hast… Für mich die vorläufige Tabellenführung! Ich freue mich schon auf die Analyse des DO- Spiels. Danke. laterookie58

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Borussenecho 26. August 2012 um 18:28

Eine vorzügliche Analyse! Das Spiel der Borussia war einfach zu statisch. Sicherlich wäre es überlegenswert, mit Cigerci die nächsten Aufgaben anzugehen. In der Vorbereitung und im Spiel gegen Kiew hat er schon gezeigt, dass er für mehr Schwung im Mittelfeld sorgen kann und ein hervorragendes Bindeglied zur Abwehr ist. Xhaka sollte sich mehr im Angriffsspiel einschalten und die Stürmer unterstützen. Dominguez hat es im Spiel gegen Kiew ebenfalls gezeigt, dass es dem Angriffsspiel der Borussia gut tut, wenn er gelegentlich sich einmischt.
Neben dem all überragenden Arango war gestern Hrogata ein Gewinner. Er war der Unruheherd im Sturm, dem man von den anderen so schmerzlich vermisste.
Bei de Jong fehlt noch der letzte Biss und die Körpersprache, der Targetspieler zu sein, für den er vorgesehen ist.
Es fehlen die schnellen und blitzartigen Kombinationen und die Pässe in die Tiefe.

Doch all dies wird Favre erkannt haben und dementsprechend das Team umstellen.
Nur Geduld, die Variabiliät und die überraschenden Momente werden sich im Spiel der Borussia noch einstellen!

Außerdem scheint mir Mlapa noch eine wichtige Rolle im Sturm zu zu kommen, wenn er erst einmal wieder fit ist! Er reißt Räume, ist schnell und kompromisslos beim Abschluss!

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Ian 26. August 2012 um 15:44

Ganz schwaches Spiel, ohne Tempo und Durchschlagskraft.
Hoffenheim wollte nicht und Gladbach konnte nicht, so mein Eindruck.

Zu diesem Zeitpunkt sollte BMG (bzw. Favre) überlegen, die Spielweise grundlegend umzustellen – man wird sich nicht die ganze Saison auf einen ganz starken Arango verlassen können.
Das schnelle Umschalten mit vertikalem Spiel in die Spitze funktioniert überhaupt nicht mehr, da die Stürmer einfach viel zu statisch und langsam sind. De Jong zudem auch noch mit schrecklichem First Touch. Da die AV von BMG nicht wirklich offensiv sind, fehlen die Flanken/Zuspiele von Außen um De Jong einzusetzen, welcher fast zwangsläufig nicht am Spiel teilnimmt. Zusätzlich kommen noch viele Ballverluste im Spielaufbau hinzu, die den Gegner zu schnellen Gegenstößen einladen.

Viel Arbeit für Favre, der jetzt auch mal etwas ändern muss und nicht immer nur an “dem Bewährten” festhalten sollte.

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Philipp 26. August 2012 um 00:13

Hab ich auch so gesehen, fand auch Hoffenheim als Kollektiv stärker, aber Gladbach hat sich auf Grund des (der?) besseren Individualisten durchgesetzt.

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Wigger 25. August 2012 um 21:12

Bitte mal was zur Einracht. Ähnlich wie in Liga 2 scheinbar mit einem komischen 2 -5-3 . Ich wuerde es als wilde Sau bezeichnen. Mit den Technikern Schwegler, Meier, Rode, Inui werden aber einfach massig Chancen kreiert. 7-3 waere heute korrektes Ergebnis.

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Henmus 25. August 2012 um 21:08

nicht böse gemeint aber ich frage mich, warum ein so “langweiliges” spiel analysiert wird und das eröffnungsspiel nicht… ich meine taktisch hat das spiel heute ja auch nicht viel spannendes an sich gehabt, die chancen resultierten größtenteils wie oben genannt durch “Individualtaktische Fehler”.

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RM 25. August 2012 um 21:29

a) das Eröffnungsspiel kommt noch.
b) wir wissen ja nicht, wie sich das Spiel entwickelt, bevor wir uns es ansehen.

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laterookie58 26. August 2012 um 19:49

@ Henmus + RM : wenn ich Eure taktischen Erkenntnis-/ Analyse- Fähigkeiten vorweisen könnte, hätte ich diese Spielpaarung– mit MG- Beteiligung– ebenso ausgewählt! Warum? Aufgrund der atemberaubenden Entwicklung und Spielweise von MG unter Favre in der letzten Saison. Noch viel mehr aber, weil ich hätte sehen wollen, wie man Abgänge kompensiert/ Zugänge integriert und wie Favre nach so langer Pause taktisch spielen lassen würde; wie die Mannschaft den Neubeginn umsetzen kann. laterookie58

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Schlicke 28. August 2012 um 18:57

Falls das Eröffnungsspiel tatsächlich noch kommen sollte hier zwei Fragen, die wir uns beim Schauen gestellt haben: Ich fand, dass Kuba sehr oft seine Seite verlassen hat, obwohl Ignjovski stark gelb-rot gefährdet war. Lag das an dem für ihn ungewohnten Kirch hinter ihm?
Und warum wechselt Klopp Leitner in einer Phase ein, wo man eigentlich einen erfahrenen Mann oder neue offensive Impluse gebraucht hätte? (Vier Minuten später fällt das Gegentor, das auch schon buchstäblich in der Luft lag)

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Mourinho 25. August 2012 um 20:34

Ziemlich auffällig war, dass Gladbach vor allem in Hälfte eins nahezu jeden Angriff bis zum 2. Spielfelddrittel über die Außen aufgebaut hat. Hoffenheim hat es gut verstanden die Außen, wie du beschrieben hast, zuzustellen. War man dann im 2. Spielfelddrittel angelangt, ließ sich einer Stürmer etwas fallen, um für eine Anspielstation zu sorgen. Aber im Zentrum des 2. Spielfelddrittels war der Raum dank der zwei tiefstehenden Hoffenheimer Viere bzw. Fünferkette extrem eng und somit verlor Gladbach in jener Zone oft den Ball. Dadurch, dass ein Stürmer oft zurückfiel und der zweite sehr eng gedeckt wurde (weder Hanke noch De Jong sind Stürmer, die sich mithilfe ihrer Dynamik von Verteidigern lösen), hätte ich mir gewünscht, dass Xhaka sich viel mehr vorne eingeschaltet hätte und den hinterlassenen Raum des zurückgefallenden Stürmers auszufüllen. Ein vertikaler 6er wie Luka Modric dies bei bei der EM gespielt hat, wäre ideal gewesen meiner Meinung nach. Eine weitere Variante wäre ein weiteres Aufrücken der Außenverteidiger gewesen. Dadurch hätten automatisch Arango sowie Ring höher und breiter spielen können und so wäre es zu mehr Flanken gekommen und De Jong sowie Hanke sind zwei kopfallstarke Stürmer. Als Hrogota ins Spiel kam, entstand ein komplett anderes Spiel, da er sich sehr gut bewegte und Räume für seine Mitspieler öffnete. Natürlich profitierte Gladbach am Ende davon, dass Hoffenheim etwas aufmachen musste. Favre muss sich allerdings etwas einfallen lassen, denn mit diesem Stürmerpersonal sowie dieser Spielweise fehlt jegliche Durchschlagskraft. Symptomatisch, dass beide Treffer durch Standards fielen. Meiner Meinung sollte man es entweder mit Hrgota und De Jong mal probieren oder eine andere Spielweise in der Offensive (vertikal spielender 6er Xhaka oder größere Fokussierung auf das Flankenspiel) probieren.

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laterookie58 26. August 2012 um 19:25

@ Mourinho : mir fehlt leider Deine “taktische Feinsicht- Brille” und die passenden Formulierungen– aber Du drückst aus, was auch ich bemerkt habe.
Klasse Kommentar! laterookie58

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