Samstag, 29.11.2014

Niederlande – Dänemark 0:1

Das Außenseiterteam aus Dänemark besiegt den Mit-Favoriten auf den EM-Titel, Niederlande, überraschend und mit einer gehörigen Portion Glück mit 1:0. Im Vorfeld der Partie hatten nur wenige Experten den Dänen große Siegchancen eingeräumt, obwohl ihnen in einer weniger starken Gruppe durchaus das Viertelfinale zugetraut worden wäre.

Die Startaufstellungen – kaum Überraschungen in der Personalwahl

Die Grundformationen

Die Niederländer formierten sich wie vermutet in einem 4-2-3-1-System. Nach dem Ausfall Mathijsens rückte Vlaar neben Heitinga in die Innenverteidigung. Auf der linken Abwehrseite gab der gerade einmal 18-jährige Willems sein EM-Debüt, und ging damit als jüngster Europameisterschaftsspieler aller Zeiten in die Geschichte ein.

Einzige echte Überraschung bei den Niederlanden war die Aufstellung Afellays anstelle des zuvor jahrelang gesetzten Kuyt. Damit wollte van Marwijk wohl die Offensivkreativität erhöhen. Eine mögliche Aufstellung van der Vaarts im defensiven Mittelfeld, die dasselbe Ziel verfolgt hätte, verwarf der Trainer. Im Sturm durfte wie erwartet Robin van Persie beginnen, während der Bundesligatorschützenkönig Huntelaar auf der ungeliebten Auswechselbank Platz nehmen musste.

Auch Dänemark-Trainer Morten Olsen stellte seine Mannen in einem klassischen 4-2-3-1 mit eher zurückhaltenden defensiven Mittelfeldspielern auf. Die dänische Stammformation konnte sich über Jahre hinaus einspielen und die taktischen Ideen des Trainers verinnerlichen. Dadurch sind die Dänen wesentlich besser eingespielt als eine normale Nationalmannschaft und man kann auf Automatismen bauen, die in sich normalerweise ständig verändernden Nationalmannschaften nicht häufig zu sehen sind.

Neben Kapitän Agger sind der Arsenal-Stürmer Bendtner und der erst 20-jährige Spielmacher Eriksen die Fixpunkte im Team.

Stürmischer Beginn des Favoriten

Die Holländer wollten von der ersten Minute an ihrer Favoritenrolle gerecht werden und setzten die für ihren sicheren Spielaufbau bekannten Dänen früh unter Druck. Die beiden dänischen Innenverteidiger zogen sehr weit in die Breite, um Sneijder und van Persie auseinanderzuziehen, und bildeten gemeinsam mit Torhüter Andersen eine Dreierkette am eigenen Strafraum, was eine 3:2-Überzahl ergab.

Dennoch waren die Dänen am Anfang sichtbar beeindruckt vom Tempo der Niederländer, das einige gefährliche Aktionen möglich machte, sich jedoch nicht im Ergebnis widerspiegelte. Die Holländer schoben ungewohnt weit nach vorne und gingen dabei hohes Risiko. Nach etwa zehn Minuten zogen sie sich etwas zurück, behielten aber die Oberhand und waren die spielbestimmende Mannschaft. Vor allem der wieder auf seiner bevorzugten rechten Seite spielende Robben zeigte sich sehr offensivfreudig.

Dem Bayernspieler tat der anfängliche Offensivdrang von van der Weil sichtlich gut, da sich die dänische linke Seite dadurch nicht komplett auf ihn fokussieren konnte. Doch Simon Poulsen wirkte generell nicht sehr gut auf Robbens Spielweise eingestellt, da er ihm immer wieder den Weg nach innen anbot und so einige gefährliche Situationen zuließ.

Auch Robin van Persie rechtfertigte zu Anfang seine Aufstellung, indem er sich vor allem horizontal bewegte und somit den Außenspielern, auf denen die gesamte Kreativlast lag, eine zusätzliche Option bot. Die niederländische Überlegenheit, die sich jedoch weder in Toren noch in Torchancen niederschlug, ließ eigentlich vermuten, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis der Favorit in diesem Spiel in Führung gehen würde. Doch es kam anders…

Tor als Wendepunkt – Dänische Reboundtaktik

Zwar hatten sich die Dänen im Vorfeld des Führungstores durch Krohn-Dehli in der 24. Minuten etwas aus der holländischen Umklammerung befreien können, dennoch kam der Treffer überraschend. Gleichwohl verdienten sich die Dänen die Führung im Anschluss, indem sie aus den ersten 25 Minuten die richtigen Schlüsse zogen und ihre Offensivtaktik entsprechend anpassten.

Das frühe Zustellen der Niederländer und der hohe Druck auf den zentralen Spielern machte den flachen Spielaufbau für die Dänen sehr gefährlich. Aus diesem Grund verlagerten die Innenverteidiger die Spieleröffnung immer weiter in Richtung hoher Bälle auf die Außenbahnen. Hier waren offenbar nicht nur die defensiven Schwachstellen ausgemacht worden, die beiden holländischen Außenverteidiger waren auch weit weniger kopfballstark, sodass ein erfolgreicher Flugball wesentlich wahrscheinlich wurde.

Während Eriksen meistens das Zentrum hielt, versuchte Bendtner immer auf die richtige Seite zu laufen und den jeweiligen Flügelspieler zu unterstützen. Allerdings sah die dänische Taktik im Grunde gar keinen Gewinn des ersten Balles vor. Vielmehr rückten auch die beiden defensiven Mittelfeldspieler und der ballnahe Außenverteidiger zum Ball hin auf, in der Absicht den so genannten „zweiten Ball“ zu gewinnen.

Diese Taktik hat den Vorteil, dass man in Ballnähe eine Überzahl zur Verfügung hat und der jeweilige Gegner nicht in der Lage ist, den hohen Ball aus der Gefahrenzone herauszubefördern. Die daraus resultierende Ballgewinne in Tornähe führten zu vielen Angriffsbemühungen des Außenseiters, und insgesamt einer Veränderung des Kräftegleichgewichts: In der zweiten Hälfte des ersten Durchgangs waren die Dänen den Holländern zumindest ebenbürtig, auch wenn diese noch immer die besseren Chancen für sich verbuchen konnten.

Die zwei dänischen Pressingvarianten

In der Qualifikation hatte man im Spiel gegen den Ball vor allem auf ein eher untypisches Mittelfeldpressing aus einem 4-2-3-1 heraus gesetzt. Normalerweise schiebt der zentrale offensive Mittelfeldspieler in Pressingsituationen neben den Stürmer, um schon in vorderster Reihe ausreichend Druck gewährleisten zu können.

Der Gegner wurde bei dieser Variante ab kurz vor der Mittellinie attackiert, höchste Priorität hatte die Verhinderung von vertikalen Zuspielen ins Mittelfeld. Lange Bälle wurden von den aufmerksamen Verteidigern entschärft. Problematisch war lediglich das extreme Verschieben auf Ballseite, das zur absoluten Kompaktheit notwendig war. Wenn nämlich der Gegner schnell vom einen Flügel auf den anderen verlagerte, konnten leicht kurzzeitige Unterzahlsituationen aus dänischer Sicht entstehen.

Im dänischen 4-4-2-Pressingsystem war jedem Spieler ein direkter Gegenspieler zugeordnet

Aus diesem Grund übte Olsen in der EM-Vorbereitung eine weitere Pressingvariante ein. Bei dieser handelte es sich um ein Mittelfeld- oder Angriffspressing in einem 4-4-2 mit sehr breiten Stürmern. Diese breite Stürmerstellung hatte zur Folge, dass der Gegner automatisch zum Spiel durch die Mitte gezwungen wurde und man rund um die beiden defensiven Mittelfeldspieler den Ballgewinn forcieren konnte.

Im heutigen Spiel nun kombinierte Olsen diese beiden Varianten und ließ seine Spieler je nach Spielsituation mal im 4-2-3-1, mal im 4-4-2, mal am gegnerischen Strafraum und mal erst in der eigenen Hälfte angreifen. So konnten sich die Niederländer nicht auf eine Variante einstellen und entsprechende Gegenmaßnahmen entwickeln, sondern sie mussten sich jedes Mal wieder neu orientieren, wo auf dem Platz Freiräume zu finden waren und wo nicht.

Beide dänische Pressingvarianten hatten jedoch ein ganz entscheidendes Detail gemeinsam: Das Mittelfeld spielte ungewöhnlich stark am Gegenspieler orientiert, man kann fast schon von einer direkten Manndeckung sprechen. Im 4-4-2 wurde die numerische Unterzahl durch das Herausrücken desjenigen Innenverteidigers kompensiert, der in dem Moment nicht mit van Persie zu kämpfen hatte. Auf diese Weise konnten Kvist und Zimling offensiver spielen und direkt auf de Jong und van Bommel pressen, während Agger oder Kjaer sich um Sneijder kümmerten.

Aufbäumen nach der Pause

Zwar ohne personellen Wechsel, dafür aber mit einer gänzlich anderen Einstellung kamen die Niederländer aus der Kabine. Wie schon zu Beginn der Partie schafften sie es die Dänen bis an den eigenen Strafraum zurückzudrängen und dort einzuschnüren. Auch kam man nun erstmals zu mehreren hochkarätigen Chancen und hätte mehrfach zum Ausgleich treffen können. Symptomatisch, dass van Persie mehrmals unglücklich vergab, während der von der Quote her noch etwas treffsichere Huntelaar auf der Bank saß.

Die Holländer zeigten sich jedoch nicht nur in Einstellung und Tempo verbessert, auch verschiedene taktische Kritikpunkte waren offenbar in der Pause angesprochen worden. So schaltete sich vor allem van Bommel mehr ins Offensivspiel ein und verließ sogar mehrmals seine angestammte Position im defensiven Mittelfeld. Außerdem spielten die beiden Flügelspieler etwas breiter, um das gesamte holländische Spiel nicht unnötig klein zu halten.

In dieser Drangphase war die Chancenqualität auf niederländischer Seite sehr hoch, beinahe jede Minute gab es eine Großchance zu verbuchen. Zu den Torschussstatistiken insgesamt und den vielen Chancen auf Seiten der Niederländer muss angemerkt werden, dass die Chancenqualität sehr gering war, da die meisten Schussversuche unter Gegnerdruck zustande kamen oder von außerhalb des Strafraums abgegeben wurden.

Nach etwa zehn Minuten ließ der holländische Angriffswirbel allerdings nach, und die Dänen, die sich zuvor mit neun Mann im und um den eigenen Strafraum herum postiert hatten, konnten sich wieder etwas befreien.

Eine Systemumstellung und ein herausragender Regisseur

In der 71. Minute erfolgte schließlich der von den Rängen umjubelte erste Wechsel der Niederländer, bei dem Klaas-Jan Huntelaar für Afellay das Feld betreten durfte. Huntelaar gesellte sich direkt zu van Persie in den Sturm, der fortan etwas hängend agierte und das durch die Verschiebung Sneijders ins linke Mittelfeld entstandene Vakuum auszufüllen versuchte.

Sneijder seinerseits interpretierte die Rolle des linken Mittelfeldspielers naturgemäß anders als ein klassischer Flügelstürmer wie Afellay. Ihn zog es immer wieder vom Flügel weg in die Zentrale, um dort die Anspiele aus der Abwehr und dem defensiven Mittelfeld entgegenzunehmen. Dabei stellt sich der Spielmacher von Inter Mailand sehr geschickt an, nahm die Anspiele schon in offener Spielstellung an und schaffte es häufig vor dem herannahenden Gegenspieler zu kreuzen und ihm so die Zweikampfoptionen zu rauben.

Sneijder war es auch, der in der Schlussphase nun endgültig alle Fäden im Offensivspiel in der Hand hielt. Herausragende diagonale Schnittstellenpässe wechselten sich mit Tempodribblings oder gezielten Seitenwechseln ab. Einzig, seine Mitspieler agierten nicht ansatzweise auf seinem Niveau. Neben van Persie vergab nun auch Huntelaar eine Riesenchance, und auch Robben auf rechts präsentierte sich nicht glücklich im Torabschluss.

Und so wird am Ende die bisher beeindruckendste Einzelleistung des Turniers wohl nicht angemessen gewürdigt werden, da sie, anders als z.B. Arshavins Leistung für Russland, nicht zum Sieg der eigenen Mannschaft beigetragen hat.

Von Pressing und Siegeswille

Schon nach dem Rückstand in der 24. Minute konnte man sich als neutraler Beobachter verwundert die Augen reiben ob des ungewöhnlichen Pressingverhaltens der Niederländer. Da versuchten einzelne Offensivspieler Druck auf den gegnerischen Innenverteidiger auszuüben und brachen somit aus dem Kollektiv aus, was wiederum Räume öffnete für die aufmerksamen Dänen.

Gerhard Delling sprach in der Halbzeitpause davon, dass van Bommel mehrfach seine Mitspieler zur Ordnung habe rufen und zurück ins Kollektiv beordern müssen. Solche Undiszipliniertheiten sind normalerweise selten auf europäischem Spitzenniveau und hätten wesentlich härter bestraft werden können, wenn die Dänen nicht den Fokus auf eine hohe Spieleröffnung gelegt hätten.

Offenbar rief auch van Marwijk seine Spieler in der Pause zur Ordnung, denn anschließend war wieder ein Defensivkollektiv zu sehen. Allerdings nur, bis anscheinend ersten Spielern der Geduldsfaden riss: In der Schlussphase fand die Disziplin im holländischen Team endgültig ihr Ende, als sich die beiden Stürmer gar nicht mehr und Robben nur noch hin und wieder in die Defensive einschalteten und stattdessen lieber gemeinsam im Sturmzentrum auf Bälle warteten.

Überhaupt war das Spiel merkwürdig unintensiv. Zweikampfführung, Umschaltphasen, Rückwärtsbewegung, Gegenpressing. Viele Situationen, in denen Gegenpressing nicht nur möglich, sondern sinnvoll gewesen wäre, blieben ungenutzt. Häufig wurden viel versprechende Ballgewinne nicht für einen schnellen Konter genutzt, und auch in der Zweikampfführung war eine merkwürdige Passivität zu beobachten. Vor allem die Dänen gingen einer Reihe wichtiger Zweikämpfe aus dem Weg und ließen Schüsse außerhalb des Strafraums widerstandslos zu. Sie wehrten sich jedoch mit aller Kraft gegen ein Endringen der Niederländer in den Strafraum und erinnerten damit in Sachen Zweikampfführung und Defensivverhalten vor allem in der zweiten Halbzeit stark an den Chelsea FC im Champions-League-Finale.

Die geringe Intensität und Qualität der Umschaltphasen wurde besonders in der Schlussphase deutlich, in der die Dänen häufig die Möglichkeit zum schnellen Umschalten und der damit verbundenen möglichen Entscheidung verstreichen ließen und den Ball stattdessen lieber in den eigenen Reihen zu halten versuchten, was jedoch viel zu selten gelang. Wurde dann doch einmal schnell nach vorne gespielt, dann war das Passspiel häufig zu ungenau oder die Laufwege stimmten nicht.

Fazit

Die Todesgruppe ist noch weitaus tödlicher, als von vielen angenommen. Die Dänen stehen nach dem Sieg über die Niederlande mit einem Bein im Viertelfinale, ein weiterer Sieg in den beiden verbleibenden Spielen dürfte wohl zum Weiterkommen genügen. Die Holländer dagegen stehen schon jetzt mit dem Rücken zur Wand, eine Niederlage im zweiten Spiel gegen den Erzrivalen aus Deutschland dürfte wohl das Aus bei der Europameisterschaft bedeuten.

Zusammenfassung

  • van Marwijk wollte durch die Hereinnahme Afellays mehr Kreativität ins Team bringen
  • nach anfänglicher niederländischer Druckphase sorgte das Führungstor der Dänen für den Wendepunkt der Partie
  • defensiv wechselten die Dänen zwischen verschiedenen Pressingvarianten, wodurch sie sehr schwer zu berechnen waren
  • nachdem das flache Aufbauspiel für zu gefährlich befunden wurde, wechselten die Dänen in ein wesentlich effektiveres Aufbauspiel mit langen Diagonalbällen und interessanter Reboundtaktik
  • die niederländische Druckphase nach der Pause hätte eigentlich für den Ausgleich sorgen müssen, Pech und Unvermögen auf niederländischer Seite verhinderten dies
  • neben rein taktischen Aspekten und dem nicht zu verachtenden Aspekt Zufall spielte bei der niederländischen Niederlage auch die Undiszipliniertheit einzelner Akteure im Pressingverhalten eine gewichtige Rolle

Happyman 13. Juni 2012 um 12:11

Danke, dass du/ihr im Laufe der Analyse doch noch auf die starken Phasen der Holländer eingeht und die Leistung der Dänen nicht zu hoch einschätzt. Die Holländer haben über weite Phasen ein gutes Spiel gemacht und hatten zu verkraften im ersten Spiel des Turniers nach einer knappen halben Stunde einem Rückstand hinterher laufen zu müssen. Dass auch der Vize-Weltmeister einige Zeit braucht, um den Spielrhytmus zu finden und die Feinabstimmung zu optimieren, finde ich nicht ungewöhnlich. (auf das taktische Fehlverhalten im Pressing wurde ja schon eingegangen)
Bei aller taktischer Tiefenanalyse lässt sich der Fussball eben doch manchmal vereinfachen. Wenn man alleine vor dem Tor steht und den Ball nicht trifft (van Persie), aus besster Schussposition den Pfosten trifft (Robben) oder eben mehrmals in finaler Situation die falsche Entscheidung trifft (Robben, Huntelaar, van Persie) ob du schießen oder passen sollst, dann muss man sich darauf verlassen können, dass die Defensive fehlerlos arbeitet…tat sie leider nicht!

Für mich kein überragendes Spiel der Holländer, aber ein gutes in dem man schon früh einen Rückstand aufholen musste und dies im ersten Turnierspiel zu Unsicherheit in einigen Aktionen geführt hat. Die Chance waren trotzdem zahlreich vorhanden, man hat sie nur nicht genutzt.
Die Dänen waren für mich ähnlich durchschnittlich wie erwartet. Das von den Medien im Vorfeld so gelobte “Kollektiv” finden wir heutzutage bei allen erfolgreichen Nationalmannschaften, nur dass diese zusätzlich einige überragende Individualisten vorweisen können. Das können die Dänen nicht und deshalb würde es mich wundern wenn es trotz des Auftaktsieges über die Vorrunde hinausgeht.

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Häschber 10. Juni 2012 um 13:03

Wie bei twitter angemerkt, hatte ich Dänemark im 4-1-4-1 gesehen, wenn nicht im 4-4-2 (3-1-4-2). Was auch eher im Bezug auf die 1:1 Markierung Sinn macht.

Die Spielweise Dänemarks war sowieso sehr interessant und sehenswert. Für mich kein so unverdienter Sieg. Sie haben genau das durchgebracht, was sie wollten. Glück musste wohl eingeplant werden.

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Wursti 10. Juni 2012 um 12:25

Großartige Analyse, danke dafür.
Konnte das Spiel nur nebenher sehen, aber das hier schließt die Lücken ganz wunderbar.

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HW 10. Juni 2012 um 09:45

Hab nicht alles vom Spiel gesehen, aber gerade in Halbzeit 1 sah Holland, trotz der Dominanz, fast wie ein Broken Team aus. Oft haben sich nur die vier offensiven Spieler am Angriff beteiligt. Einer hatte den Ball, drei waren davor. Für mich war das zu zurückhaltend. Phasenweise war es besser, aber Holland wollte im ersten Spiel wohl nichts riskieren und Dänemark war sich im klaren, dass Holland eh das Spiel dominieren würde.
Holland hatte zwar einige gute Szenen, aber bei der hohen Dominanz (Dänemark gab den Ball schnell wieder weg) hätte ich noch mehr Szenen im Strafraum Strafraum erwartet.

Und wie man auch beim Deutschland-Spiel sehen konnte. ein Top-Team muss auch mal einen wirklich unhaltbaren Ball aufs Tor bringen, das hat Holland nicht geschafft.

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Roberto78 10. Juni 2012 um 09:37

Nun ja; ich hatte eigentlich von den Dänen ein bisschen mehr erwartet. Was mir primär aufgefallen ist: die Dänen wirkten eben nicht, als wären sie ein eingespieltes Kollektiv. Vor allem zu Beginn des Spieles offenbarten sie eklatante Schwächen im Passspiel; die schienen oftmals die Laufwege ihrer Mitspieler einfach nicht zu kennen.

Und -was ihr ja auch schon angemerkt habt-: die gelegentliche Behäbigkeit im Aufbauspiel der Dänen und das Verschleppen beim Umschalten nach Ballgewinn hat mich auch etwas verwundert. Ob`s am schwülen Wetter lag?

Nichtsdestotrotz: Hat Spaß gemacht, dieses Spiel und es sei der Olsenbande gegönnt! Und was die Behäbigkeit in der Offensive betrifft: da gab es im weiteren Abendverlauf eine Mannschaft, die das noch besser konnte.

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Jericho 10. Juni 2012 um 09:59

Sehr gute Einwände und Fragen. Das fiel “uns” (meine Kumpels und ich) beim Schauen auch auf. Da passten Laufwege, Passgenauigkeit und so weiter oftmals gar nicht. Sehr irritierend.

Das Klima könnte eventuell einen Einfluss auf das Turnier nehmen. Das scheint ja richtig fies zu sein, auch wenn ich von den Medien nicht so viel bisher dazu gehört habe.

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Roberto78 10. Juni 2012 um 10:58

Das mit dem Wetter wurde speziell in Charkiw während der Vorberichterstattung thematisiert. Konkret wurde nachgefragt, warum die Niederländer, die ja alle Vorrundenspiele in Charkiw absolvieren, im klimatisch doch etwas anderen Polen (anscheinend wesentlich kühler und geringere Luftfeuchtigkeit) ihr Quartier bezogen haben.

Ich weiß nicht, inwieweit solche klimatischen Differenzen zwischen Training und Spiel tatsächlich Auswirkungen auf Spitzensportler haben. Ich persönlich liebe ja warmes und feuchtes Wetter beim Sport. Bin aber auch kein Spitzensportler :-)

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tactic_addicted 10. Juni 2012 um 00:55

Ich finde die Analyse gut, möchte aber anmerken, dass wie bei vielen Analysen sehr genau auf Details eingegangen wird, sie Pressingverhalten der Dänen. Die entscheidenden Spielsituation, wie z.B. der Offensivwirbel der Niederländern nach der Pause werden dann aber als gegeben dargestellt, ohne dass eine taktische Begründung dafür erfolgt.
Warum sind denn die Dänen trotz ihres guten Pressingverhaltens etc. im Endeffekt wieder nur am eigenen Strafraum gestanden. Dafür fehlen hier die Gründe.

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Cliff 10. Juni 2012 um 00:53

Aha, Dänemark hatte also Glück.
Während Chelsea gegen Barca und Bayern geschickt verteidigt hatte.
Worauf ich hinaus möchte: Warum ausgerechnet in diesem Spiel von Glück die Rede ist kann ich nicht nachvollziehen.

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Jericho 10. Juni 2012 um 09:57

Mir fiel zumindest auf, dass die dänischen Offensivbemühungen stark davon geprägt waren, dass ihnen die Bälle versprangen und plötzlich in günstige Lagen fielen. Aber gegen solche Sachen kann man schwer verteidigen. Jedoch war dann aber auch meistens weitere technische Mängel bei den Dänen ausschlaggebend dafür, dass es dann auch “nur” bei dem einen Tor blieb. Insbesondere die Entlastungsangriffe waren katastrophal.

Defensiv wirkte es auch oftmals nicht sattelfest. Bei Chelsea war da auf jeden Fall viel mehr Konzept dahinter das man auch da von Glück sprechen muss, aber es war ein einkalkuliertes Glück. Bei den Dänen wirkt es einfach dass sie es nicht besser wissen und nicht können und die Niederländer verdammt glücklos waren und ihnen auch irgendwo die Geduld abhanden gekommen war.

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