Real Madrid – FC Barcelona 1:2

Der erste Teil des Pokal-Clasicos zwischen Real und Barca fand am Mittwoch Abend im Santiago Bernabéu statt. Der FC Barcelona hatte seine einzige Niederlage gegen Mourinhos Real im vergangenen Pokalfinale erlitten und somit hatte das Spiel auch Revanchecharakter. Prägend war wie fast immer, wenn Guardiolas Mannschaft auf dem Feld steht, die Defensivstrategie des Gegners.
Der Titelverteidiger nahm seine Rolle an und verteidigte mit viel Defensivpersonal und Aufwand. Dennoch konnte Barcelona den frühen Rückstand drehen.

Die Startformationen.

4-3-3 offensiv und defensiv

Beide Teams traten numerisch in ähnlicher Formation an und unterschieden sich dennoch fast maximal in Ansatz und Aufstellung. Während Barcelona wie üblich ohne Mittelstürmer spielte und im Mittelfeld technisch wie taktisch höchst versierte, offensiv orientierte Akteure aufbot, spielten bei Real drei sehr defensive Mittelfeldspieler hinter drei Strafraum-orientierten Spitzen. Damit war das erwartete Muster des Spiels vorgezeichnet: Barcelona ließ den Ball lange zirkulieren, während Real das Mittelfeld schnellstmöglich zu überbrücken versuchte.

Barcelonas Ausrichtung ähnelte dabei sehr stark ihrer Ausweichformation vom Wochenende gegen Real Betis. Sanchez kam von rechts und bewegte sich sehr viel in der Spitze, Messi agierte etwas hängend versetzt zu ihm aus zentralerer Position heraus. Auf links kombinierten Iniesta und Fabregas unablässig. Reals Aufteilung hatte eine gewisse Spiegelung dazu – vor Fabregas spielte mit Xabi Alonso der Passgeber der Königlichen, während die vorallem physisch starken Lassana Diarra und Pepe aus dem Bereich der schnellen Dribbler heraus agierten.

Etwas überraschend war, dass mit Hamit Altintop und Coentrao die Außenverteidigung von Real sehr offensiv besetzt war. Beide Spieler sind vorallem als angreifende Flügelspieler ausgebildet. Dass Altintop einige Male gegen Iniesta schlecht aussah und mit einer Unaufmerksamkeit den gegnerischen Siegtreffer verschuldete, lassen Zweifel an dieser Personalentscheidung von Mourinho zu. Allerdings machten beide dafür offensiv eine recht gute Figur. Eine Flanke des Gelsenkircheners hätte immerhin fast Madrids erneute Führung herbeigeführt, aber Benzema köpfte an den Pfosten. Dennoch passten die Spielertypen an dieser Stelle nicht perfekt zu Reals defensiver Herangehensweise.

Ronaldo und Coentrao gegen Alves

Das klarste taktische Element des Spiels war das Duell zwischen Ronaldo und Alves. Die typischen Vorstöße des Brasilianers konnte Ronaldo in Zusammenarbeit mit seinem Hintermann dabei gut verteidigen, Barca wurde fast nie über den rechten Flügel gefährlich. Ronaldo folgte Alves‘ Läufen allerdings nicht in klassischer Manier stets den ganzen Flügel herunter. Zum einen agierte er grundlegend recht weit innen und positionierte sich zwischen Ball und Gegenspieler, was gut klappte. Zum anderen aber ließ er Alves in tieferer Position manchmal einfach laufen.

Das passierte hauptsächlich dann, wenn Sanchez in Mittelstürmer-Position rochiert war und auch Messi sich nicht zum Flügel hin orientierte. Gerade diese Situationen bringen Barcelona üblicherweise einen großen Vorteil, wenn der Flügelspieler dann bis in die Defensivlinie nach hinten rückt. Dann bindet der eingerückte Rechtsaußen nämlich drei Abwehrspieler und sorgt damit für Überzahl im Zentrum (durch Messis Zurückfallen) und für Platz auf dem rechten Flügel, den Xavi oder Pique nutzen können. Diese Zuordnungsproblematik führte übrigens vergangene Saison zu Mourinhos erstem Classico-Gegentor beim legendären 5:0 im Camp Nou. Dadurch, dass Coentro sehr aufmerksam umschwenkte und sich an Alves orientierte, wenn Sanchez eingerückt war, konnte Real diese Waffe Barcelonas etwas entschärfen.

Umgekehrter Effekt dieses Kniffs war, dass Ronaldo im Umschaltmoment Vorteile gegenüber Alves hatte. Mit seiner überragenden Schnelligkeit visierte er den Raum an, den Alves Vorstöße hinterließen um dort den Ball zu bekommen und ungehindert auf die Abwehr zumarschieren zu können. Dieser Zug führte zu Reals Führung und war ansonsten auch Reals einzige richtige Waffe gegen Barcelonas Angriffs- und Gegenpressing. Fast alle gefährlichen Angriffssituationen der Madrilenen entstanden auf diese Weise.

Chaotisches Mittelfeldpressing

Die wichtigste Frage gegen Barcelona ist stets die nach der Defensivstrategie des Mittelfelds, mit der man dem extrem fluiden, stets raumöffnenden und überzahlgenerierenden Bewegungsspiel des katalanischen Spielzentrums begegnen will. Nachdem Mourinho bei besagtem 5:0 mit der recht starren Raumaufteilung aus Inter-Zeiten untergegangen war, zeigten sich im Wesentlichen zwei Ansätze: Entweder man presste extrem hoch mit klaren Zuordnungen und zwang Barcelona zu hohen Bällen und Zweikämpfen, oder man spielte mit einer fluiden, recht hoch stehenden Dreifachsechs ein Mittelfeldpressing, bei der meist ein Spieler attackiert und die anderen beiden absichern. Die Spielerwahl war ein Hinweis auf zweitere Variante, aber man bekam eine leicht andere, neue Variante zu sehen.

Die drei Sechser von Real positionierten sich zwar in der Grundstellung wieder meist auf einer Linie, aber etwas tiefer als früher, etwas abwartender vor der Viererkette. Wenn Barcelona dann in sehr mittiger Position den Ball hatte, warteten sie hauptsächlich ab, überließen eventuell Higuain das Attackieren des Balls. Sobald der Ball dann etwas aus der Mitte heraus in Richtung Flügel ging, verschoben sie in extremer, aggressivster Weise. Aus dieser verschobenen Position heraus bewegten sich vorallem Pepe und Lass enorm viel und enorm wild im Mittelfeld umher.

Die Ordnung, der Mourinhos Pressingzentrale dabei folgte, war dann kaum mehr zu entschlüsseln. Der Ankerpunkt, den die Madrilener Dreifachsechs in früheren Spielen in der Spielfeldmitte hatte, war nicht auszumachen. Alonso orientierte sich häufig an Fábregas, Lass schwankte zwischen Messi und Xavi, während sich Pepe manchmal Richtung Messi orientierte, meistens aber die unterschiedlichsten Löcher stopfte und Zweikämpfe suchte. Manchmal wurden Läufe in Manndecker-Manier über weite Strecken verfolgt, ein anderes Mal wurden sie völlig ignoriert und man orientierte sich nur im Raum. Manchmal ging man auch einen Lauf einige Meter mit und schnippste dann wie eine aufgezogene Feder zurück in seine Position. Es wirkte, wenn man den Trainer der Mannschaft bedenkt, verblüffend improvisiert, was Mourinhos Schützlinge im Defensivverbund praktizierten. Auffällig war dabei jedoch, dass Real die Passwege vorallem in den Sechserraum hinein stets mit höchster Konzentration zustellte – ein stets wiederkehrendes, wahnsinnig wichtiges Element gegen Barca.

Die schematische Unkonstanz wurde noch dadurch erhöht, dass die Pressinghöhe von Real schwankte. Meist standen die drei Reihen recht eng beieinander, mit den Stürmern in Nähe der Mittellinie, aber es gab immer wieder kurze Phasen, in denen man Barca sehr hoch presste, sogar bis an den Fünfmeterraum heran, oder sich etwas tiefer fallen ließ und erst in der Nähe des eigenen Abwehrdrittels konzentrierter attackierte.

Das Barca-Uhrwerk

Solch eine chaotische Ordnung muss keineswegs schlecht sein, zumal es sich hierbei natürlich zumindest zu einem bestimmten Grad um kontrolliertes Chaos handelt. Real Betis verhalf eine ebenfalls sehr wilde Ordnung am Sonntag erst zu einer sehr starken Halbzeit im Camp Nou. Das Problem für den Gegner ist, gerade wenn der wie Barca auf kontrolliertes Aufbauspiel fokussiert ist, dass es schwierig wird, einen Rythmus zu finden und erfolgreiche Spielzüge herauszuarbeiten, denn die Lücken verschieben sich andauernd und der Defensivverbund hat keine konstanten Schwachpunkte.

Das Kreativensemble der Gäste demonstrierte aber seine Weltklasse und agierte trotzdem mit unglaublicher Sicherheit. Fast immer fanden sie die sicheren Optionen in der komplexen Ordnung des Spiels und spielten sich in einen immer besseren Rythmus, produzierten überhaupt keine leichten Ballverluste. Dabei gab es viele Situationen, in denen Real den Passempfänger sehr früh und dynamisch anlief, aber die ballsicheren Katalanen behielten die Ruhe und so die Kontrolle über das Spielgeschehen.

Ein Grund dafür war auch die etwas tiefere Grundposition von Reals Sechsern. In vielen Szenen liefen Pepe oder Diarra aus mehr als 10 Metern einen Passempfänger an, was meistens einige Meter zu viel waren und die nötigen Sekundenbruchteile für eine sichere Ballverarbeitung brachte.

Außerdem offenbarte sich trotz des teils guten Übergebens von Alves, dass es schwierig ist mit festen Flügelspielern Barcelona im Zentrum wirklich Druck zu machen. Benzema rückte oft ein, da Abidal wenig nach vorn stieß, und Ronaldo orientierte sich situativ von Alves weg Richtung Zentrum, aber beide bekamen keinen richtigen Zugriff aufs Spiel, da sie doch zu weit nach außen gezogen waren. Somit waren diese beiden etwas aus dem Defensivverbund isoliert. Also besaß Barcelona letztlich trotzdem Überzahl im Zentrum, oder, wenn Higuain weit zurückarbeitete, leichte Sicherungsoptionen in der Abwehr. Die viele Bewegung der drei Sechser konnte dies nicht ganz kompensieren.

Hervorzuheben ist auch das Positionsspiel von Iniesta, dem es aus seiner etwas tieferen Position gelang, oft anspielbar zu sein, da Altintop meist in der Viererkette die Kompaktheit hielt. In Ballnähe rochierte er gewohnt stark mit seinen Nebenleuten um bereichsweise Überzahl herzustellen und in Ballferne ließ er sich weit auf den Flügel fallen um für Spielverlagerungen frei zu werden, was unter anderem die Ecke zum Ausgleichstreffer verursachte.

Dennoch bekam Barcelona aus ihrer Spielkontrolle heraus wenig Abschlussgelegenheiten. Letztlich gelang es dem madrilener „Chaospressing“ gut, Barca vom Sechserraum abzuschneiden. Die meisten Aktionen in die Spitze hinein musste Barcelona aus dritter Reihe heraus initiieren und Reals Viererkette rückte aufmerksam zurück gegen die weiten Flugbälle. Barcelona kam nur unter Bedrängnis oder schlechten Winkeln zu Torschüssen und Messi war weitgehend aus dem Spiel genommen.

Taktische Änderungen

Guardiola reagierte in der Halbzeitpause auf die bis dato einzige Gefahr, die von Real ausging, indem er Alves zurückzog, der seine ineffektiven Vorstöße fortan stark reduzierte. Das hatte Erfolg und die Konterläufe von Ronaldo waren nicht mehr zu sehen. Kompensierend agierte nun Cesc Fábregas freier und offensiver, während Xavi und Busquets fast wie eine Doppelsechs auftraten. Auch das brachte einen positiven Effekt für Barca. Reals Sechser hatten es schwerer den Raum vor ihrer Viererkette ruhigzustellen, was gleichzeitig Busquets und Xavi mehr Zeit am Ball brachte.

Dadurch gewann Barca etwas mehr Griffigkeit in die Spitze hinein. Ob das letztlich ausschlaggebend war, ist dennoch fraglich, denn die beiden Tore fielen nach einer (seltenen) Ecke und einem Einwurf, bei dem der einwerfende Abidal schlichtweg von Altintop im Rücken vergessen würde. Jedoch wirkte das Spiel auch nicht so, als könne Real den Vorsprung halten.

Nach dem 1:1 versuchte Real wieder stärker ins Spiel zurückzukommen. Defensiv äußerte sich das vorallem in der härter werdenden Zweikampfführung. Einige Male wurde jetzt ein Foul in Kauf genommen, wenn man die besagten Sekundenbruchteile zu spät kam, anstatt bloß den Gegner zu stellen. Offensiv griffen die Madrilenen nicht ganz so hektisch zum langen Ball wie zuvor, sondern spielten etwas konstruktiver. Der vorläufige Höhepunkt ihrer Angriffsbemühungen, der besagte Pfostentreffer Benzemas, entstand bezeichnenderweise aber aus drei Flankenwechseln und einer weiteren Flanke in den Strafraum. Mit nur einem klassischen Passspieler auf dem Feld, ging den Königlichen eindeutig das kreative Potential ab um es wirklich mit Barcas weiterhin sehr hohem Pressing aufzunehmen, in dem Fábregas teilweise sogar in eine 4-1-1-4-Ordnung aufrückte um lange Bälle zu provozieren.

Somit kamen die logischen Änderungen, indem die spielstarken Özil und Callejon für Higuaín und Lass gebracht wurden und auf das übliche 4-2-3-1 umgestellt wurde. Dieses wurde dann 10 Minuten vor Schluss sogar noch durch einen weiteren Techniker ergänzt, als Pepe für Granero den Platz verließ, welcher fortan mit Xabi Alonso die Doppelsechs bildete.

Aber auch das nutzte Real nichts. Sie setzten nun auf ein Offensivpressing wie im Ligaspiel, aber betrieben dies nicht konsequent genug. Sie verteidigten zu weit von ihren Gegenspielern entfernt und Barcelona behielt eine Sicherheit im Aufbauspiel, die an Unantastbarkeit grenzte. Mit Lässigkeit fanden sie den freien Mann im Pressinggerüst. Dazu ließ Messi sich nun gut getimed fallen und nutzte die resultierenden großen Räume für seine Dribblings, was einige Fouls provozierte.

Auch offensiv kamen die Königlichen nicht mehr ins Spiel. Barcelonas Pressing trieb sie früh auf die Flügel, sie bekamen keine Kontrolle im Zentrum und griffen wiederholt zu sehr weiten Spielverlagerungen, die Barcelona gut störte, wobei sich vorallem Abidal gegen Ronaldo sehr positiv hervortat. Zudem spielte man zu ungeduldig, rückte nicht weit genug auf, wenn Barcelona mal in tieferer Stellung erwischt werden konnte. Eine ernstzunehmende Chance gab es nicht mehr für die Hausherren.

Fazit

Auch dieser Versuch von Mourinho ein taktisches Mittel gegen den Erzrivalen zu finden ist letztlich gescheitert. Er machte nach dem Spiel insbesondere die Ecke zum 1:1 dafür verantwortlich, womit er sicherlich einen Punkt hat. Barcelona hatte trotz viel Kontrolle bis zum Ausgleichstreffer keine richtigen Großchancen. Allerdings hatte die Real erst recht nicht und so muss man konstatieren, dass die Führung für Mourinhos Truppe auch alles andere als zwingend war, zumal Ronaldos Schuss definitiv haltbar gewesen wäre.

Formationstaktisch steckte nicht besonders viel in diesem Spiel, das man nicht längst kannte. Interessant war allerdings die chaotische (oder megakomplexe?) Ausrichtung von Reals Mittelfeld. Etwas ironisch ist es, dass Guardiola darauf mit einer im Grunde etwas klareren Aufteilung der Offensivbemühungen reagierte. Die offensive Fluidität erzeugt defensive Fluidität und die Reaktion darauf ist eine Rückentwicklung ersterer.

Auf eine Weise könnte dieses Spiel auch ein Fingerzeig für den Fußball der Zukunft gewesen sein. Dadurch, dass Barcelonas Spielweise zunehmend die Grenzen der Systeme aufbricht, greift der Gegner zu ebenfalls fast unsystematischen Abläufen. Das führt zu einem Spiel, indem es letztlich nicht mehr auf die groben taktischen Muster ankommt, sondern das wieder mehr auf einzelne Entscheidungen und die individuelle Klasse heruntergebrochen wird. Könnte die zunehmende Perfektion der Taktik langfristig wieder zur „Enttaktisierung“ des Spiels führen?

Zukunftsmusik und Kaffeesatzleserei. Fürs Erste bleibt festzuhalten, dass Real beim Rückspiel im Camp Nou mindestens zwei Mal treffen muss um weiterkommen zu können. Das könnte ein interessantes Spiel ergeben, denn dadurch wird mal die offensive Herangehensweise an den FC Barcelona wichtiger als die Defensivtaktik. Der Nächste, bitte, Mr. Special One!

Juan Garcia 24. Januar 2012 um 10:28

Ihr wollt doch nicht etwa gegen Barca auf Ballbesitz spielen?
Wieso auch, Barca spielt sehr weit aufgerückt, die Abwehr steht bis zur Mittellinie, man sollte die Räume bespielen die von Barca schwach besetzt sind, also den Raum hinter der Abwehr. Barca würde ja auch nicht gegen eine hoch stehende Abwehrkette hinten den Ball laufen lassen, sondern schnell nach vorne spielen. Wenn Real Madrid wirklich mit einer hohen Abwehrlinie spielt, pressing spielt und viele offensiv spieler aufstellt, würde am Ende vielleicht ein Ballbesitzverhältniss von 50:50 rauskommen, allerdings würde das Spiel 9:3 für Barca enden.

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HW 24. Januar 2012 um 14:12

Nein, es geht nur darum, dass man zum Tore schießen den Ball braucht.
Um den Ball zu gewinnen muss man irgendwann und irgendwo Druck aufbauen. Dafür braucht man Überzahlsituationen. Jetzt ist die Frage, wie hoch darf die Abwehr stehen um nicht nur zu verteidigen und den Weg zu Barcas Tor zu lang zu machen (hängt auch vom Personal ab). Wo nehme ich Unterzahl in Kauf um z.B. im Mittelfeld Überzahl (oder gleichstand) zu erreichen.
Ich denke man verzichtet am besten auf die offensiven Flügelspielern und versucht es mit Mittelfeldpressing. Pressing hält man natürlich nicht die ganze Zeit durch, daher sollte man noch ne Option haben in der man sich vielleicht „ausruhen“ kann, den Ball zwar schlechter erobert aber Barca vom Tor weg hält. wenn man die Phasen der Balleroberung zu Kontern nutzt und dann mal wieder 5 Minuten ruhiger spielt, ohne Barca den Weg in den Strafraum zu öffnen, hat man eine Chance.

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HW 24. Januar 2012 um 14:39

Es kursiert gerade die Meldung, dass Kaka und Özil im Rückspiel spielen sollen. Möglich ist das, Real braucht ja auch ein kleines Wunder und muss mehr riskieren als üblich. Aber der alte Fuchs Mourinho kann (wenn die Meldung keine Ente ist) auch einfach seinen Spielern beweisen wollen, dass es mit geballter Offensive auch nicht geht.
Nach dem Motto: Gewinnt Real, dann hat Mourinho alles richitg gemacht, verliert Real, dann hat Mourinho nicht mehr falsch gemacht als vorher, und ein paar Mäuler gestopft.
Ist das eine Win-Win-Situation? Oder ist man mit dieser Einstellung immer ein Verlierer?
Genug spekuliert, mal sehen was Real macht. Ein neuer Ansatz wäre zumindest mal was für die Zuschauer.

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MR 24. Januar 2012 um 08:43

Zwei Sachen zu der Diskussion:

1. Barcelona presst wahnsinnig hoch und dabei sehr sehr gut. DAS ist der Grund, weshalb kaum ein Team gegen die Katalanen richtig mitspielt. Sie können es schlicht nicht. Ich habs im Artikel angesprochen, Real versuchte das ja hier zB die letzten 30 Minuten und zwar fast gänzlich ohne Gefahr.

2. Gerade das ist dann im Umkehrschluss der Faktor, weshalb man tatsächlich versuchen müsste mitzuspielen. Barcelona könnte dieses Pressing nicht 90 Minuten lang spielen, wenn der Gegner nicht nur 30% Ballbesitz hätte. Gegen 60% Ballbesitz müssten sie Alternativen suchen und dann hätte man Barca an der Angel. Denn dann könnte man selber wiederum das eigene Offensivpressing durchziehen und es nicht nur phasenweise spielen wie Real oder ManU.

Denn Barcelona selber hat mit krassem Offensivpressing auch Probleme. Das heißt allerdings dann, man müsste am Ball so gut wie Barca sein oder besser, damit man gegen Barcas Defensive ankommt. Letztenendes kommt man bei diesem Ansatz also zu dem Ergebnis: Man müsste ganz einfach besser sein als Barca selbst. Tja. Wer will?

Noch zum letzten Kommentar von Goldi: Das von dir vorgeschlagene Abwehrpressing hat Barcelona mit ziemlicher Endgültigkeit zerpflückt. Vorallem letzte Saison mussten sie wahnsinnig viel gegen diese Spielweise agieren und haben das perfektioniert. Abwehrpressing gegen Barca heißt, dass Konter fast unmöglich werden und sich Barcelona alle Zeit hat um die Vorstöße mit den Pässen zu koordinieren. Das können sie perfekt. Das ist ja gerade das Dilemma: Barca attackiert so gut, dass man nicht mehr defensiv spielen darf.

Auch die anderen Punkte, die du ansprichst, gehen am eigentlichen Problem vorbei: Standards gewinnen, Distanzschüsse abfeuern – ja, aber dafür muss ich erstmal Räume herausspielen, um Barca zu Fouls zu zwingen und gut abschließen zu können. Gerade das ist das Problem. Körperliche Zweikampfführung – ja, aber wie, wenn man nicht in die Zweikämpfe kommt? Darum geht es doch. Ich kann nicht aus 3 Metern Distanz meine Robustheit geltend machen. Naja, außer ich bin ein Bus.

Vielleicht sollten die Trainer ja mehr Busse einsetzen gegen Barca. Hab gehört, der Jochen hat grad keinen Verein. 😉

Spaß beiseite. Man sieht also an der Diskussion hier bereits, wie schwer es ist gegen Barca ein passendes Konzept zu finden.

Ein Ansatz, der merkwürdig selten verfolgt wird: Konsequente Verdichtung des Zentrums, so stark, dass man den Flügel einfach offen lässt. Zum Beispiel in einem 4-3-2-1. Den ganzen Offensivflügel auflassen, Barca dort garnicht attackieren und nur die Passwege ins Zentrum schließen. In letzter Konsequenz damit Barca zum Flanken zwingen: Das kann man gegen die Kurzen recht gut verteidigen. Und bei Ballgewinnen kann man die Räume hinter den (zwangsweise) aufgerückten AVs ausnutzen oder durch die Überzahl im Zentrum kontern, wenn man kombinationssicher genug ist.

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Goldi 24. Januar 2012 um 17:51

ja du hast schon recht, natürlich ist das blanke theorie und wird so nicht ganz funktionieren.Aber im Grunde genommen liegt da meiner Meinung nach der Schlüssel zum ganzen: Natürlich kommt man nicht überall in seine Zweikämpfe, aber man müsste gerade im Zentrum Xavis und Iniestas Passspiel unterbinden, was natürlich mit fast unmöglicher Laufarbeit verbunden ist.
Und zum Punkt Distanzschüsse: Ich finde durchaus, dass der Raum durchaus vorhanden ist, wenn man es denn mal auf 20 meter ran schafft.Man darf natürlich bei eigenem Ballgewinn nicht hektisch werden und Barcas Pressing, was nach einem Ballverlust immer unmittelbar und extrem die ersten Sekunden nach dem Ballverlust gespielt wird, mit ruhigen Bällen nach hinten entschärfen.Denn gerade im Zentrum gibt es in Barcas Hälfte, wenn man es wie gesagt bis dahin schafft, Platz.Busquets ist der einzige der dort wirkliche Zweikämpfe annimmt, Xavi und Iniesta bzw. Fabregas „begleiten“ den Ballführenden oftmals nur, und stellen die Räume zu.Wenn man da einen guten Mann hat, der ansatzlos schießen kann, wäre das eine Option.Natürlich klappt das auch nur 1,2 mal, danach kapiert jeder auf dem Platz was los ist.
Deine Idee mit den offenen außen finde ich wirklich Sinn, das Problem ist aber, dass man Barcas außen durch geschickte Raumdeckung zum Pass in die Mitte zwingt, und sie keineswegs nach innen zum Schuss oder in den 16er gelangen dürfen.

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Goldi 23. Januar 2012 um 22:41

ich gebe jetzt auch mal meinen Senf dazu ab: Ich glaube, dass es schon Mittel und Wege gibt, Barca zu besiegen, auch wenn sie eher alternativer Natur sind.
Zum einen:Standards erzwingen.Pique ist zwar groß, aber er wird meiner Meinung nach überbewertet, er hat kein überragendes Stellungsspiel wie es Hummels teilweise zeigt, und ist ebenso unbeweglich und „lahm“ im Antritt.Puyol ist Klasse, und Abidal und Busquets gewinnen zwar auch viele Kopfbälle, aber es sind einfach zu wenige kopfballstarke Spieler bei einer Ecke da, wenn Fabregas nicht mit verteidigt.Mmn muss man Ecken durch Distanzschüsse erzwingen, und Standards auf den Außen ebenso, was natürlich einfach gesagt ist als getan, da man Alves und Abidal wirklich seltenst Foul an gefährlicher Stelle spielen sieht.ABER: Valdes ist, wie ich finde, der Punkt, an dem Mann Barca am einfachsten knacken kann.Beim Abfangen von Flanken nach Eckbällen ist er lange nicht auf einem Niveau wie man es von einem Barca Keeper erwartet, und auch der Patzer in LaLiga zeigt seine manchmal vorhandene Unkonstanz.Wenn man Schussstarke spieler alá Ronaldo, Benzema ins Zentrum zieht, müsste wirklich was geht, wenn man sie anweist, aus guter Position den Schuss zu suchen.
Desweiteren komme ich nun zum defensiven Teil.
Ich finde, dass eine aufs Pressing ausgerichtete Defensivtaktik zwangsläufig an ihre Grenzen stößt.Die Ballsicherheit der Katalanen hat kaum Grenzen, und wird immer besser, mit Spielern wir Fabregas, der zudem Physisch neue maßstäbe setzt.Selbst ein Thiago Alcantara hat eine irrsinnig niedrige Fehlpassquote mit seinen 20Jahren, von ihm wird man definitiv hören, wenn Xavi aufhört.Aber zurück zum Thema:Selbst bei aggressiven Pressing gewinnen Iniesta und Fabregas durch ihre wahnsinnig schnell drehungen weiterhin Offensivzweikämpfe, Xavi spielt einfach die besten Pässe der Welt, und auch Busquets, meiner Meinung nach der unterschätzteste Spieler der Welt, und zudem einer der besten(sogar Guardiola sagt das) Defensiven Mittelfeldspieler die es gibt.Kaum ein „abräumer“ hat solche offensiven/technischen fähigkeiten im Spielaufbau.Man läuft sich wirklich zu Tode, wenn man immer drückt, und bekommt dann ab der 60.Minute die größten Probleme.
Man sollte geschickt im Raumverteidigen, dem Team eine Linie ca. 10 meter vor dem 16er geben, ab der die Mittelfeldspieler gegen Xavis Aufbauspiel Pressen.richtung mittellinie gar nichts machen, dort ist es ungefährlich.Dazu braucht man dann natürlich super aufmerksame Innenverteidiger, die die Bälle, die Xavi durchsteckt, abfangen.
Komme ich nun zu dem meiner Meinung nach wichtigsten Element, wie man Barca knacken kann: das körperbetonte spiel.
ich bin seit Jahren schon Barcelona Fan, aber sie haben nun mal körperliche Nachteile.Die werdern zwar minimiert durch Technik und Spielverständnis, jedoch kann muss man mit harten, aber FAIREM (aktionen wir ramos beim 5:0, marcelo im supercopa, oder jetzt pepe bei messi haben da nichts zu suchen), gegen Xavis,Iniesta und Messis Kreise zu Werke gehn.Gerade Messi hat mit einem „Terrier“ im Zentrum seine Probleme, wenn dieser ihm auf Schritt und Tritt folgt, und Xavi aus dem Spiel genommen wird.Das ganze stößt aber an Grenzen, da gerade in der Championsleague die Schiedsrichter nicht der „englischen Härte“ zugeneigt sind, weshalb mannschaften wir ManU und Arsenal es so schwierig dort haben.In der Offensive braucht man schnelle Leute, die eben Klassische Mittelstürmer sind.Technisch versierte Spieler, die dynamisch und körperbetont spielen haben eine chance, (vorrausgesetzt Puyol spielt nicht sein bestes Spiel, ansonsten ist der Kerl einfach der Knaller und gewinnt Sprintduelle gegen leute, die eigentlich tausendmal Schneller sind(ronaldo)), nämlich mit spielern wir Rooney,Walcott,Ibrahimovich-hat man dann noch Schusstarke Mittelfeldspieler wie einen Sneijder, oder einen Gerrard in guter Tagesform, und alle oben benannten Punkte beachtet man, Barca hat einen eher „schlechten“ tag und man selber einfach Glück, könnte was gehn.
Als allerletztes noch: die letzten 15 minuten ist meiner Meinung nach die Zeit in der mann was reißen kann, auch wenn man schlecht spiel.Zu oft kassiert Barca trotz ihrer Klasse bei einer 4:0 führung noch ein gegentor.natürlich ist das ergebniskosmetik, aber unnötig.mir fällt oft auf, dass barca bei offensichtlicher Überlegenheit die letzten 10 Minuten oft nur auf „Sparflamme“ spielt. Da kann man meiner Meinung nach auch immer noch ein Ausgleichstreffer oder gar das Tor zum 2:1 gegen barca schießen.
PS: wer fehler findet, behalten ;o) es ist schon spät und ich muss morgen arbeiten, wollte nur dies hier schnell loswerden.

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RAMY 22. Januar 2012 um 20:23

Wow, ich bin zum erstmal auf dieser Seite und hab auch gerade den ersten Artikel von euch gelesen, nämlich den hier und ich muss sagen: ich hab mich in dieser Seite verliebt! Eine sehr gute Analyse, ich glaub einer der besten die ich jemals gelesen habe. Ich werde euch weiterempfehlen.

Zum Artikel:
Tatsächlich war meine persönliche Analyse dieser hier sehr gleich. Insbesondere das Duell zwischen Ronaldo und Alves fand ich sehr spannend anzusehen. In meinen Augen war Ronaldo in der ersten Halbzeit der beste Spieler. Denn zum einem hat er defensiv Alves ausgeschaltet, und somit einer der gefährlichsten Waffen Barcelonas. Und zum anderen hat er die Löscher ausgenützt, die Alves durch seine Offensivversuche verursacht hat. Dies gelang ihm allerdings nur, indem er in dem letzten Drittel Alves an Coentrau ‚übergegeben‘ hat. Somit gelang ihm das 1:0 und war auch die einzige potenzielle Gefahr von Real. Eine sehr gelungenes taktisches Mittel von Mourinho. Allerdings reagierte Guardiola sehr gut darauf, indem er Alves in der zweiten Hälfe denfensiver positionierte.

Das chaotische Mittelfeldpressing, wie MR es sehr schön beschrieben hat, war für mich sehr unverstänlich. Ich hab einfach nicht verstanden was Mourinho’s Absicht war, weil man meiner Meinung nach mit tiefstehenden Sechsern das Tique Taqa unterstützt. Xavi und Busquets hatten zu viel Platz, sie konnten mit Leichtigkeit ihr Passspiel zelebrieren. Barca kamm immer besser ins Spiel und es war eine Frage der Zeit bis die Tore fallen würden. Im nachhinein denke ich, dass Mourinho versuchte die Außen von Barcelona zu zustellen. Wenn ich mich an das Ligaspiel im Dezember erinnere,war die einzige Gefahr Barca’s über die Außen, vorallem Iniesta und Sanchez verursachten Probleme bei Real idem sie immerwieder nach Innen zogen. Das versuchte man diesmal zu verhindern, indem man bei Ballbesitzt eines Außenspielers von Barca immer ein Sechser zu ihm hinpresste.Dieser Außenspieler spielte nun ein Rückpass Richtung Xavi/Busquets spielen oder er verdrippelte sich. Auch ein Messi wurde somit ausgeschaltet, der ja gern von rechts Außen nach Innen zieht und sich somit mehr nach hinten orientierte und mehr Zentral auftrat. Trotzdem bin ich der Meinung, dass diese zu tiefstehenden Sechser am Ende ausschlaggebend für die Niederlage von Real war. Man hätte lieber die Passwege von Xavi verhindern sollen, dass Herz von Barca, stattdessen ließ man ihm alle Freiheiten.

Interessant fand ich hingegen die Rolle von Sanchez. Ich glaub der User Josua hat es schon erwähnt, dass Sanchez relativ oft in der Sturmspitze zu sehen war. Klar ist Sanchez kein klassischer Mittelstürmer, doch er stand realativ oft zwischen Ramos und Coentrau (in der zweiten Halbzeit auch manchmal zwischen Altintop und Carvalho) und es schien immer so als würde er einen langen Ball erwarten(allerdings hat er das in der zweiten Halbzeit immer weniger gemacht), jedenfalls kamm es mir so vor, allerdings kamm dieser Pass nie.
Ich glaube Guardiola hat erwartet, dass Real so ähnlich spielt wie im Ligaspiel im Dezember. Da haben ja Xabi und Lass ein hohes Pressing gespielt, und damit die Kluft zwischen Abwehr und Mittelfeld nicht zu groß wird, musste die Abwehr immer wieder aufrücken. Deswegen könnte ich mir vorstellen, dass Guardiola versucht hat, mit Sanchez, jetzt keinen klassischen Mittelstürmer aber einer der sehr schnell ist, ihn immer wieder durch einen langen Pass zu schicken. Zudem ist mir beim letzten Clasico aufgefallen, dass wenn Messi beispielerweise, doch mal ein Ball zwischen Abwehr und Mittelfeld bekam, dass dann entweder logischerweise Ramos oder Pepe aus der Viererkette rauskamen und auch dann den Zweikampf mit Messi gewonnen haben. Dies hätte aber nicht funktioniert, wenn Sanchez zwischen ihnen wäre, denn dann hätte Messi einfach ein Pass in der Schnittstelle machen müsssen und Sanchez wäre frei vorm Tor gelaufen.
Aber solche Szenarien sind nicht passiert, da eben Mourinho mit tiefstehenden Sechsern gespielt hat. Trotzdem denke ich, dass er Ramos schön beschäftigt hat. An sich vermittelt Sanchez dem FC Barcelona eine große Dynamik.

Zusammendfassend lässt sich sagen, dass Barcelona trotz des frühen Rückstand nie groß unter Druck standen, taktisch waren sie in diesem Spiel überlegen. Barcelona hatte keinem Zeitpunkt Probleme im Spiel und sind der verdiente Sieger. Spannend wird das Rückspiel auf alle Fälle seien. Wird interessant zu sehen, wie ein Real Madrid offensiv gegen Barcelona spielt.

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sera1 22. Januar 2012 um 18:56

Ich würd vielleicht dahingehend widersprechen, dass Altintop auch in der Offensive eine sehr dürftige Leistung ablieferte. Abgesehen von seiner sehr schönen Flanke auf Benzema dribbelte er sich sehr häufig fest und verlor den Ball oder spielte ungenaue Pässe die häufig ihren Adressaten nicht erreichten. Ansonsten wie gewohnt gut.

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sera1 22. Januar 2012 um 18:57

Mit „wie gewohnt gut“ meine ich natürlich die Analyse, und nicht Altintop 😉

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Tank 22. Januar 2012 um 16:55

@HW:
Ah, nun kommen wir der Sache doch schon näher. Wir reden tatsächlich über zwei verschiedene Definitionen von „mitspielen“. Ich meine damit nicht nur, dass man gegen Barca gut mithalten kann, wie es Mourinhos Inter ja nunmal leider getan hat, sondern dass man versucht mit dem eigenen Offensivspiel das Spiel gegen Barca zu dominieren. Nicht unbedingt in dem man mehr als 50% Ballbesitz hat, aber doch zumindest soweit, dass man nicht nur über die 2-3 schnellen Konter zu Torchancen kommt. Hier komme ich mit meiner Definition von „mitspielen“ natürlich schnell in eine Reihe von Abgrenzungsproblemen, aber ich denke man kann anhand folgender Bedingungen trotzdem verstehen, was ich meine:
1. Man muss stärker darauf ausgerichtet sein ein Tor zu schießen als eins zu verhindern.
2. Die Abwehrreihe sollte dauerhaft aus nicht mehr als 6 Spielern+Torwart bestehen.
3. Man muss mehr als 30% Ballbesitz haben.

Dass in diesen Bedingungen wieder Unschärfen drin sind (besonders in der ersten), ist völlig klar. Trotzdem ergibt sich daraus hoffentlich ein Bild darüber, was ich unter „mitspielen“ verstehe. Allgemein kann man es vielleicht so fassen: Eine Mannschaft spielt gegen Barca mit, genau dann wenn sie Barcas offensive Spielweise mit einer eigenen offensiven Spielweise entgegentritt.

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HW 22. Januar 2012 um 23:58

Kann ich grundsätzlich so unterschreiben. Nur muss „man“ sich langsam deinen Punkten nähern. Wenn man ein Ergebnis braucht, dann kann man es auch anders probieren. Madrid sollte aber in der Lage sein alle deine Punkte zu erfüllen, nur haben sie noch nicht herausgefunden wie das am besten klappt.

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Tank 21. Januar 2012 um 20:16

@HW
Klar gab es solche Mannschaften, daher ja auch nur 9/10. Als Paradebeispiel wird da oft das Spiel in Bilbao genannt, aber das sehe ich aufgrund der äußeren Bedingungen, die in dem Spiel herrschten immer etwas kritisch. Auf der anderen Seite würde ich zum Beispiel Manchester United als Beispiel einer Mannschaft, die versucht hat mitzuspielen und dann Prügel kassiert hat nennen. Oder Madrid beim 5:0.
Eigentlich müsste man aber bevor man solche Fragen diskutiert erstmal klären, was hier „defensiv“ und „mitspielend“ heißt. Im Spiel gegen Barca scheinen sich diese Kategorien ja mindestens insofern zu verschieben, als dass manches was gegen andere Gegner als eine defensive Ausrichtung gesehen würde, gegen Barca im Vergleich offensiv-mitspielend wirkt, weil es halt nur 7 Abwehrspieler sind und nicht 9-10.
Was den Vorschlag für Real angeht, stimme ich zu. Vielleicht mal ein Mittelfeld aus Kaka, Alonso, Diarra und Özil. Das wäre spielerisch schonmal eine andere Hausnummer als das rein destruktive privote. Als Barca-Fan habe ich die böse Vorahnung, dass Kaka eines Tages mal in einem Clasico richtig aufdreht…

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HW 22. Januar 2012 um 10:21

Bilbao war ja nicht das einzige Team, das ein „Ergebnis“ erzielt hat in dieser Saison. Real steht ja immerhin vor Barca in der Tabelle, gegen die anderen Mannschaften hatten sie also mehr Erfolg.

Mitspielen bedeutet für mich nicht das man das Spiel bestimmen muss.

Ein Mittelfeld mit Özil und Kaka sehen ich wieder zu offensiv. Ich würde eher Coentrao und Sahin bringen und dann Kaka oder Özil hinter einer einzelnen Spitze. Özil hätte den Vorteil, dass er nach Außen driftet und damit z.B. den freien Raum hitner Alves nutzen kann. Ähnliches müsste der Mittelstürmer auch können.
Wichtig ist aber auch, dass die Stümer auch defensiv arbeiten und die Mannschaft nicht nur hinten drin steht.

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Tank 22. Januar 2012 um 13:08

Wie gesagt, man müsste eine Definition von „mitspielen“ finden, um das richtig ausdiskutieren zu können. Ob man gegen Barca ein ordentliches Ergebnis geholt hat oder nicht, ist für mich dafür gar nicht von Bedeutung. Daher ist es, aus meiner Sicht, für die Frage, ob man in 9/10 Fällen von Barca abgeschossen wird, wenn man versucht mitzuspielen, auch erstmal unerheblich wie viele Punkte Barca bisher diese Saison eingebüßt hat. So hat ja zum Beispiel Sevilla ein 0:0 geschafft und das, ich denke darauf kann man sich einigen, ohne mitzuspielen.
Ich stimme zu, dass man keine 50% Ballbesitz braucht um mitzuspielen. Andererseits scheint Ballbesitz aber auch nicht ganz egal zu sein, oder? Oder könnte man über eine Mannschaft mit 20% Ballbesitz (theoretisch denkbare Ausnahmen mal ausgeschlossen) wirklich sagen, sie hat mitgespielt?
Vielleicht kann man sich einem näheren Verständnis von „mitspielen“ über Beispiele annähern. Hat Gladbach gegen Bayern mitgespielt? Ich tendiere leicht zu ja, aber finde es zum Beispiel auch hier nicht eindeutig.
Ein klares Beispiel für gegen Barca mitspielen war für mich Arsenal vor 2 Jahren.

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HW 22. Januar 2012 um 15:13

@Tank

„Ergebnis“ ist ja immer davon abhängig ob man gewinnen muss / will oder eben ein Unentschieden reicht. Aber 9 von 10 ist unerheblich, weil man meistens nur 2-mal (evtl. 4-mal) gegeneinander spielt. Und da kommt es dann bei Ko-Spielen oft nur auf das direkte Duell an während in der Liga die Tabellenkonstellation viel wichtiger ist.

Mitspielen kann auch bedeuten sehr gut Barcas Angriffsspiel kaputt zu machen und dann mit wenigen Kontern zu Torchancen zu kommen. Ähnlich wie es Inter unter Mourinho machte (gegen Barca und die Bayern). Mitspieln kann eine sehr effektive Verteidigung sein, aber eben auch gutes Pressing. Das ist dan abhängig von davon was dem Team am besten liegt.

Es ist ja das Problem von Real, dass trotz einer gestärkten Defensive Barca trotzdem Tore schießt. Da sollte Mourinho vielleicht mal nen ganz neuen Ansatz wählen und das 4-3-3 vergessen.
Oder 10 Minuten vor Schluss mal alles nach vorne werfen und versuchen mit einem 4:3 zu gewinnen (übertrieben ausgedrückt).

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Juan Garcia 21. Januar 2012 um 18:04

@maxlreiner
versteh nicht was du meinst, kannst du das mal detaillierter erklären?

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maxlrainer 21. Januar 2012 um 12:51

„Die offensive Fluidität erzeugt defensive Fluidität und die Reaktion darauf ist eine Rückentwicklung ersterer“ klingt so nach, naja, Rückentwicklung. MR hat´s ja dann aber im Lauf des Threads deutlich positiv bewertet. Fabregas fügt sich inzwischen so gut in das offensivfluide System ein, daß Guardiola die Möglichkeit hat, seine (offensive) Sechs mit Xavi und Busquets doppelt aufzustellen. Damit beginnt, wie festgestellt, der Spielaufbau hinter mehr Raum im Mittelfeld mit mehr Optionen. Xavi höher oder tiefer zu stellen sehe ich als DAS Feintuninginstrument gegen die mittlerweile eingebürgerte Massierung im Sechserraum des Gegners.
Barca hat damit eine taktische Ausrichtung auf höherer Stufenleiter hergestellt, die die offensive Fluidität erhält indem sie sie teilweise zurücknimmt. Dialektik in der Fußballtaktik!

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James 21. Januar 2012 um 11:39

Gibt es taktische Erklärungen warum Pique und Puyol die Seiten tauschten? Puyol hat Ronaldo im Ligaspiel ja zerstört und sonst spielt er eher rechts und Pique links bei einer 4er-Kette und Mitte bei einer 3er-Kette.
Gewohnt gute Analyse! Weiter so!

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Tank 20. Januar 2012 um 23:13

@MR
Mein Gott, eure Artikel sind ja schon gut, aber dass die Autoren sich auch die Zeit nehmen auf in den Kommentaren geäußerte inhaltliche Punkte einzugehen, ist ebenfalls beachtlich. Großes Lob.
Ich hätte zu den Großchancen zumindest noch Busquets Kopfball über die Latte gerechnet, da das mit hoher Wahrscheinlichkeit ein genau in dieser Form geplanter Standard war… okay, fast in dieser Form, das Tor hätte er wohl machen sollen. Insgesamt ist die von mir vorgeschlagene Zahl von 9 Großchancen für Barca aber tatsächlich zu hoch gegriffen. Das war wohl eher Wunschdenken.

Noch ein Gedanke über Real: Beim Blick auf Reals Aufstellung musste ich unweigerlich an das WM-Spiel Deutschland – Argentinien denken. Die Art und Weise wie Mourinho einen massiven defensiven Block plus Zerstörer im Mittelfeld aufstellt und davor eine Reihe von, im etwas weiteren Sinne, Stürmern platziert, erinnerte mich sehr an Maradonas Argentinien.
Nun ist es ja allgemeine Lehrmeinung, dass diese Aufstellung kaum funktionieren kann, da sie das Auseinanderbrechen der Mannschaft in zwei Teile zumindest sehr wahrscheinlich macht.
Zum Teil ist vermutlich der sehr spielintelligente Xabi Alonso dafür verantwortlich, dass das bei Real nicht in ganz so extremer Form passiert, aber Ansätze davon waren, grade im letzten Spiel, zu beobachten. Besonders wenn man schaut wie oft der Ball einfach nur weit auf Ronaldo geschlagen wurde. Im Artikel wurde das ja durchaus positiv gesehen und es war ja auch nicht uneffektiv, aber vielleicht kann man es auch im Lichte einer zweigeteilten Mannschaft lesen.
Barca auf der anderen Seite ist das genaue Gegenteil. Wo es keine Stürmer und kaum Abwehrspieler gibt, kann eine Mannschaft zumindest nicht über die Länge des Spielfeldes auseinanderbrechen. Wie man versuchen kann Barca in der Breite des Platzes in zwei Hälften zu teilen, hat Espanyol auf beeindruckende Weise gezeigt.

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Yan 20. Januar 2012 um 18:21

Wiedermal ein gelungener Artikel, ich bin so froh, dass es euch gibt. Eure Artikel bereichern immer wieder meine Tage, vor allem da ich die meisten internationalen Spiele nicht verfolgen kann.

Mich würde interessieren wie das System Barcelona gegen eine Dreierkette funktionieren würde. Neapel wäre dafür ein möglicher Gegner, wobei ich eine Mannschaft im 3-5-2 noch interessanter fände.

Ich habe auch noch eine Anregung bezüglich des Layouts. Ist es möglich die Taktiktafeln neben dem Text zu platzieren und die beschriebenen Charakteristika des Spiels dort zu veranschaulichen. Oder
ist es zu zeitaufwendig die Tafeln zu erstellen. Ich fände es so übersichtlicher und man müsste auch weniger scrollen.

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geco 20. Januar 2012 um 23:11

@ Yan: Wie kommst du darauf, dass der Erfolg gegen Barca vom System abhängig ist? Du musst „einfach“ dicht stehen (egal ob mit defensiver Fünfer-, Vierer- oder Dreierkette), Barca weit vom eigenen Tor fernhalten und das am Besten durch eigenen Ballbesitz. Ich verstehe es einfach nicht, warum so wenige Mannschaften gegen Barca mutiger auftreten und selbst die Initiative ergreifen ohne hinten aufzumachen. Nicht zuletzt braucht es noch, dass Barca nicht den besten Tag erwischt hat und eine gute Portion Glück, um sie zu bezwingen.

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Tank 21. Januar 2012 um 00:08

Weil das in 9 von 10 Fällen Selbstmord ist. Wer gegen Barca wirklich mitspielen will, sogar selbst den Ball kontrollieren will und seine Mannschaft entsprechend aufstellt, bekommt gegen Barca in Normalform mindestens 4 Gegentore und schießt keins oder maximal eins.
Um in Sachen Ballbesitz mit Barca mithalten zu können, bräuchte man einen mitspielenden Torhüter (Neuer (es sei denn der Gegner heißt Gladbach)), zwei spielmachende Innenverteidiger (Hummels, Nesta), ein zentrales Mittelfeld, dass Xavi und Co. halbwegs paroli bieten kann (X. Alonso, Pirlo, Schweinsteiger, Sneijder) und passsichere Stürmer (Klose). Vermutlich würde aber selbst eine solche Mannschaft weniger Ballbesitz haben als Barca, weil die vier passsichersten Spieler der Welt heißen nunmal: Xavi, Iniesta, Busquets, Messi. In Normalform werden die immer dafür sorgen, dass die eigene Mannschaft den Ball beherrscht.

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HW 21. Januar 2012 um 19:19

@Tank

9 von 10?

Soll ja auch Teams gegeben haben, die gegen Barca gut aussahen und zumindest nen Punkt geholt haben.

Man muss nur seine Stärken ins Spiel bringen. 50% Ballbesitz anpeilen ist nicht nötig, aber den Ball gewinnen.

Vielleicht sollte Real mal nicht ein 4-3-3 probieren, sondern ein 4-4-1-1 mit weniger Stürmern und mehr echten Mittelfeldspielern.

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Shugga 20. Januar 2012 um 14:42

Nochmals Rießen kompliment für die Artikel auf dieser Seite …. hab mich ein Loch in Bauch gefreut. Mit Abstand die Besten Artikel im Taktik Bereich die ich bisher gelesen habe. Hut ab und WEITER so, macht echt rießen Spaß diese Artikel zu verfolgen.

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MR 20. Januar 2012 um 14:05

Danke für die Kommentare.

@Evil Mad: Ja, ich geb dir bei fast allem Recht. Real sah im Ligaspiel definitiv gleichwertiger aus. Allerdings muss ich relativieren, dass ich auch Barca am Mittwoch dafür stärker gesehen hab. Gerade in den Phasen des sehr hohen Pressings und in der letzten halben Stunde mit Real in Ligaformation waren sie unglaublich sicher und ruhig. So hätten sie womöglich auch im Ligaspiel dominanter gespielt, da hat sie ein ähnliches Pressing doch öfter zu langen Bällen gezwungen.

Das 1:1 geht selbstverständlich eindeutig auf Pepe. Ich schrieb auch nicht, dass das Altintops Schuld gewesen wäre. 😉 Lediglich der taktische Ausgangspunkt war einer der recht häufigen Verlagerungen auf Iniesta. Dafür kann Altintop natürlich nichts, wenn er angewiesen ist, die Position in der Kette zu halten.

Der Abschnitt zu den Außenverteidigern war grundlegend eher ein theoretischer Gedanke, da die beiden ihre offensiven Stärken eben kaum ausspielen konnten. Und den Fehler von Altintop, immerhin spielentscheidend und eine reine Unaufmerksamkeit, find ich schon relevant. Ich glaub auch, dass Mourinho liebend gerne einen Lahm aufgestellt hätte, aber mit Lass, Ramos und Pepe waren drei defensivere Kandidaten auf anderen Positionen gebunden. Die Frage ist nur wieso nicht Marcelo oder Arbeloa (was war eigentlich mit dem? Find keine Informationen, aber saß nicht mal auf der Bank…) eingesetzt wurden. Ich würde mal vermuten, um die Brücke zu den Leistungen von Coentrao und Altintop zu schlagen, dass es damit zu tun haben könnte, dass die Außenverteidiger tatsächlich überraschend wenig Verantwortlichkeiten haben, gegen Barca. Gerade Altintop wurde wie gesagt ziemlich umspielt und auch Coentrao hatte ganz wenige relevante Situationen. Die beiden waren im wesentlichen da, weil ohne sie die langen Schnittstellenpässe zu einfach gewesen wären. Möglicherweise hatte sich Mourinho deshalb so entschieden, weil diese Aufgaben – bisschen Position halten und die Rückwärtsbewegung mitgehen – auch von offensiven Kräften gut zu erledigen sind und man Flankestärke (auch für Seitenwechsel) dazugewann.

@“Jose Mourinho“: Den Gedanken hatte ich tatsächlich auch schon als Sahins Wechsel bekannt wurde. Ich glaub Barcelona war ein Hauptfaktor dafür, ihn zu holen.

@daniel: Das war m.E. bei weitem keine richtige Großchance. In der Situation war ja wirklich nicht damit zu rechnen, dass der Ball so gefährlich wird. Das war einfach ein verrückter Stunt von Sanchez, vergleichbar mit einem guten Distanzschuss was die Gefährlichkeit der Spielsituation angeht. In Zahlen hatte Barcelona nur 9 Schüsse, das ist schon sehr wenig für diese Truppe. Im Ligaspiel warens tatsächlich genau so viele, aber selbst da waren die Gelegenheiten etwas hochwertiger, wenn ich mich recht entsinne.

@josua: Sanchez kam stets vom rechten Flügel, von daher kein klassischer Mittelstürmer in meinen Augen. Er bewegt sich von Barca nur am meisten in diese Position hinein. Und als Spielertyp ist er natürlich erst recht kein Strafraumspieler. 🙂

@Tank: Ich betrachte bei Chancen eher die Situation und nicht die letztliche Gefährlichkeit des Abschlusses. Und da gab es bei Barca, soweit ich mich erinner bloß drei große Gelegenheiten, wenn überhaupt: Das 1:2, die Gelegenheit von Iniesta, wo er den Ball nochmal mitnimmt, statt direkt abzuziehen, nach der riesigen Kombination mit Sanchez, und dann noch den Pfostentreffer von Iniesta, wo Ramos mit der Fußspitze herankommt, was aber auch keinen guten Winkel hatte. Wie gesagt, im Ligaspiel waren die Gelegenheiten in gleicher Zahl da und wie ich meine etwas hochwertiger. Ich denke meistens ist das ein 0:1-Spiel – wie gesagt war Reals Treffer nicht zwingend.

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EvilMad 20. Januar 2012 um 14:35

Hi und danke für die Antwort.
Über die Aufstellung von Jose lässt sich sowieso rätseln. Allen voran Cavalho. Jemand nach so einer langen Pause ins kalte Wasser zu werfen, auch wenn dieser Internationale Klasse hat, fand ich von Anfang an gewagt. Um dann Ramos in der IV zu lassen? Ich hätte das ja verstanden, wenn er Ramos zum RV deklariert hätte mit Pepe und Carvalho in der IV. Eventuell mit Coentrao im DM der das in der Liga gut gespielt hat…

Angesichts der Tatsache das Ramos in der IV bleibt:
Marcelo sah im Ligaspiel sehr gut gegen Barca aus (trotz er den Ball abfälscht) jedoch, sehe ich Coentrao defensiv stärker. Marcelo auf Rechts zu bringen ist ein ähnliches unterfangen wie Altintop (für beide ungewohnt), wobei Altintop im Gegensatz zu Marcelo gegen einen aufgerückten Abidal eventuell körperlich besser mithalten kann.

Mou ist wieder in seine klassische Rolle gefallen: Modernes Catenaccio… Hinten Sicher und vorne hilft uns Gott….

Zu deiner Aussage, dass Barça besser gespielt hat als in der Liga…. Ich glaub das kam nur daher, weil man sie ließ. Barca hat gegen Espanyol nur 1:1 gespielt und das sehr schwach und gegen Betis haben sie jetzt auch nicht gerade das gelbe vom Ei abgeliefert.
Ich würde behaupten, dass das „Momentum“ bei Real vorgestern lag, und man Barca durch diese Spielweise stark gemacht hat.
Barca sah im Ligaspiel nicht so gut aus, weil Real die ersten 45 Minuten die bessere Mannschaft war, bzw. bis zum Ausgleich durch Sanchez…

Aber wir können da gerne 2 Meinungen haben 😉

Dennoch bleibe ich bei meinem Lob!
Die Artikel die man hier liest, sind wahrscheinlich die Besten im deutschsprachigen Raum.

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Shugga 20. Januar 2012 um 14:37

soweit ich weiß war arbeloa gesperrt …. hatte doch gegen Malaga im rückspiel kurz vor schluss gelb/rot bekommen.

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MR 20. Januar 2012 um 15:24

Ah, daher, danke!

@EvilMad: Also ich denk, Pepe im ZM und Ramos in der IV war beides sehr erwünscht von Mourinho. Pepe weil er eben diese unglaubliche Physis bringt, die keiner nachmachen kann, und Ramos um einen schnellen Gegenpart zu Sanchez zu haben, was ich auch ein wichtiges Element fand. Ramos konnte da einige Starts von Sanchez mit seinem Antritt im Keim ersticken. Pepe ist zwar auch ’ne Rakete, aber nicht so beweglich wie Ramos und wie gesagt im ZM sehr sehr wichtig bei so einem System.

Bzgl. „weil man sie ließ“ – da sind wir wieder am Kern jeder Taktikdiskussion. 🙂 War A stark, oder B schwach?
Ich hab ja das Spiel gegen Betis auch analysiert und dort lief’s witzigerweise andersherum – da hab ich in erster Linie Betis‘ runterdrehen des Pressings für einen Wechsel der Kräfteverhältnisse herausgestellt und im Kommentar wurde Barcas Verbesserung dagegengesetzt. Ich versuch mal beide Diskussionen zu verschmelzen:

Der griffigste Faktor gegen Betis, war, dass deren Offensivpressing eindeutig eingestellt wurde. Das hab ich mir genau angesehen und Betis ist nach dem Ausgleich schlichtweg nicht mehr vorne draufgegangen. Daher hab ich das im Artikel benutzt und Barcas Aufdrehen da nur angedeutet.

Ich fand da allerdings durchaus, dass Barca auch zugelegt hatte. Das zeichnete sich meines Erachtens tatsächlich schon vor Betis‘ Ausgleich ab – die Ausweichformation war griffiger, dadurch, dass Fabregas und Iniesta flexibler agieren konnten, dass Alves eine Anspielstation hinten bot und die Abwehr sich daher beweglicher gestaltete und auch durch Messis etwas zentralere Rolle.

Diese höhere Griffigkeit konnte Barcelona dann gegen den passiveren Gegner in aller Ruhe zu Sicherheit und Zielstrebigkeit verarbeiten. Und ich glaube, auch wenn das spekulativ ist, diese Phase hat ihnen für das Spiel gegen Real geholfen. Hier sind sie ja wie erwähnt eben wieder in jener zweiten Formation angetreten und hatten sofort eine hohe Sicherheit im Spiel, gerade über den jeweils dominanten halbrechten Bereich.

Im Ligaspiel gegen Madrid, stellten sie ja nach wenigen Minuten um und zwar in ein defensivorientiertes System, welches neu und nicht eingespielt war. Von daher war da die Sicherheit im Aufbauspiel nicht in gleicher Weise vorhanden wie gegen Real.

Und trotzdem muss man sagen, dass Barca im Ligaspiel ja nach vorne einen Tick mehr hinbekam, lediglich aus weniger dominanten Stellung heraus. Das ist aber das natürlichste aller Phänomene, dass man gegen ein höheres Pressing weniger dominant ist, aber dafür gefährlicher wenn man dann mal durchkommt.

Und daher würd ich (auch intuitiv) sagen, dass Barca im Ligaspiel etwas schwächer im Aufbau war. Sie hätten das Spiel nicht so gestalten können wie am Mittwoch, aber die Spiele wären doch etwas näher beieinander gewesen, wenn Barca gleich stark gewesen wäre.

Achja – und in dem 3-1-4-2 der Liga konnte Barcelona überhaupt nicht so intensiv pressen wie am Mittwoch, weshalb Real automatisch mehr Anteile bekommen musste. Gerade wegen des Pressings kam Real am Mittwoch ja eben auch im Ligasystem nicht mehr ins Spiel zurück.

Letztlich schätze ich Reals Ligastrategie offensiv schon gefährlicher ein, aber die Pokalstrategie war defensiv in meinen Augen ein wenig stabiler. Ich glaube, es war insgesamt ein Rückschritt, aber nur ein recht kleiner. Bei Barcelona war es ein Fortschritt. Wie immer kommt beides zusammen.

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Tank 20. Januar 2012 um 13:45

Schöne Analyse. Genau wie EvilMad sehe auch ich einen Rückschritt im Spiel von Real, verglichen mit dem Liga-Clasico. Die Idee eines fluid-chaotischen Pressings klingt ja theoretisch ganz reizvoll, aber hat das am Mittwoch meiner Ansicht nach überhaupt nicht funktioniert. Naja, ich will nicht übertreiben, eine Sache hat Real geschafft: Messi war übers ganze Spiel gesehen kein Faktor. (Wie es dazu kam, wäre nochmal eine sehr interessante Frage.)
Insgesamt sehe ich Reals Leistung noch etwas negativer, als dass aus dem Artikel summa summarum durchscheint. Und dabei lass ich nicht-taktische Dinge, wie Reals Härte mal ganz außen vor. Barcelonas Großchancen, die sie über das ganze Spiel verteilt hatten (!), hätten eigentlich zu einem um 1-2 Tore höheren Ergebnis führen müssen. Klar, ihr besprecht keine was-wäre-wenn Szenarien, aber grade beim Blick auf den allgemeinen taktischen Spielverlauf sind Großchancen in gewisser Weise der bessere Anzeiger als Tore, weil bei ihnen der Glücksfaktor eine etwas geringere Rolle spielt. Und die Statistik war 2-9 oder sowas in der Art, oder?
Eine interessante Interpretation der Frage, warum Madrid anders verteidigt hat als im Liga-Clasico, wäre auch noch, dass diese Form des Verteidigens, ohne das mit Daten belegen zu können, weniger laufintensiv ist, als dass extreme Pressing aus dem Liga-Spiel. Anders als letztens, sind Reals Spieler in den letzten 20 Minuten nicht körperlich zusammengebrochen. Nur spielerisch…und moralisch.

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josua 20. Januar 2012 um 13:22

„Während Barcelona wie üblich ohne Mittelstürmer spielte“….Ich habe Sanchez (überraschenderweise) zumeist in eben dieser Rolle gesehen, zumindest in der ersten Halbzeit

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daniel 20. Januar 2012 um 10:48

Nun, das Barca bis zum Tor keine echten Chancen hatte kann man auch anders sehen… zum Beispiel Sanchez Kopfball an die Latte.

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Jose Mourinho 20. Januar 2012 um 10:39

Da ich in letzter Zeit gefühlt 30 Clasicos gesehen habe, bin ich zum entschluss gekommen, dass man gegen Barca nicht mit Alonso spielen sollte. Ja ich weiss dass ich diese Meinung wohl alleine habe. Alonso ist defensiv eher durchschnitt, sein Aktionsradius klein, nicht dynamisch genung, seine langen diagonalpässe sind kein mittel gegen barca. Die optimale Lösung sitzt leider auf der Bank bzw. auf der Tribüne: Nuri Sahin. Sahin ist ein Spieler der sich sehr gut aus Pressingsituationen lösen kann, ist im dribbling stärker und dynamischer ausserdem kann er gut antizipieren. Folgende Aufstellung würde ich gerne sehen:
Casillas
Ramos Carvalho Pepe Marcelo
Sahin
Khedira Coentrao
Di Maria Benzema Ronaldo

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josua 20. Januar 2012 um 13:09

das stimmt, ist mir bisher gar nicht so aufgefallen, super beobachtung, dankeschön

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EvilMad 20. Januar 2012 um 09:35

Schöner Artikel den ich sehr gerne gelesen habe.

Jedoch muss ich anmerken, dass ich das „kontrollierte Chaos“ nicht ganz so positiv Werte. Das Ligaspiel vor knapp 2 Monaten war durch das „mannnahe“ Pressung deutlich ausgeglichener. Die Rückkehr zum Raumorientierten mit hier und da abweichenden Ausflügen, war aus Real-Sicht ein Rückschritt.
Man kann sich jetzt darüber auslassen, ob ein Genie, wie Guardiola es unverkennbar ist, die passende Antwort bis dato gefunden hat und deswegen Real nie mit der gleichen Taktik 2 mal auflaufen darf, dennoch sah ich vor 2 Monaten Real deutlich stärker.

Im vorgestrigen Spiel hatte Real quasi eine gute Chance und das war der Pfostentreffer. Das Tor von Ronaldo geht klar auf Pintos Kappe. Wie man Schüsse auf das kurze Eck pariert hat Casillas später erfolgreich gegen Messi und Iniesta gezeigt. Wenn Pinto den Schuss klärt, nennt man so etwas nicht mal Großchance…

Gerade die viel zitierte Fluidität, konnte von Real zu keinem Zeitpunkt beeinflusst werden. Die Passstatistik ist beängstigend und das Ballbesitzverhältnis von 70-30 war selten in einem Clasico der letzen Jahre so eindeutig…

Das lag jedoch nicht an den zu offensiven Außenverteidigern, die Ihre Arbeit meiner Meinung nach recht ordentlich gemacht haben. Auch das Abidal Altintop einmal entwischt ist, würde ich nicht als Anlass nehmen seine Aufstellung in Frage zu stellen. Altintop sah auf der Rechten Seite gegen Iniesta gar nicht schlecht aus. Ramos hatte 2-3 Patzer, die jedoch zu Pfostenschüssen führten. Ob Ramos auf der Außenbahn ein besseres Bild abgegeben hätte, wage ich zu bezweifeln. Ramos hob das Abseits gegen Sanchez auf und mit viel Glück, bekommt er noch einen Fuß in den Schuss des entlaufenen Iniestas…

Es bleibt nur zu sagen, dass die Wahrscheinlichkeit gegen Barcelona zu gewinnen, bei keiner Mannschaft der Welt über 35-40% liegt. Auf 10 Spiele, wird es keine Mannschaft auf eine positive Bilanz momentan gegen Barca schaffen, jedoch die Einzigen die den 40% nahe kamen, war das Madrid vor 2 Monaten und nicht das Madrid von gestern.

Grüße

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EvilMad 20. Januar 2012 um 09:41

PS wenn ein Außenverteidiger gegen einen Stürmer im Strafraum zu Ecke klärt, ist er meiner Meinung nach nicht Schuld daran, dass bei der Ecke die Zuordnung nicht stimmt.

Klarer Fehler von Pepe gegen Puyol.

Subjektiv betrachtet, freu ich mich natürlich riesig dass el tiburon seinen Namen alle Ehre macht.
Genau für diese Flugkopfbälle ist er ja berühmt und wir noch auf Jahre mein Lieblingsspieler bei Barca bleiben 😉

Força Carles „el tiburon“ Puyol! 😉

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Joka 20. Januar 2012 um 10:55

Puyol ist das Herz von Barcelona und einfach der authentischte Spieler bei Barca.

Er gibt einfach alles für die Mannschaft.

der richtige Kapitän für eine solche Mannschaft! 😀

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