Freitag, 19.12.2014

Mittelfeldspieler: Moderner Sechser

Die Mittelfeldspieler gehören seit jeher in jedes Fußballsystem. Früher häufig noch „Läufer“ genannt, hat sich mittlerweile der Begriff „Mittelfeldspieler“ etabliert. In letzter Zeit haben die Anzahl der verschiedenen Systeme und die Vielfalt der individuellen Rollen zugenommen. Im Mittelfeld wird dabei unterschieden zwischen defensiven, zentralen und offensiven Mittelfeldspielern (vertikale Aufteilung) sowie linken, zentralen und rechten Mittelfeldspielern (horizontale Aufteilung).

Zentrale Mittelfeldspieler

In fast jedem modernen System spielt mindestens ein defensiver Mittelfeldspieler. Er spielt direkt vor der eigenen Abwehr, jedoch gibt es sehr unterschiedliche taktische Ausrichtungen für den defensiven Mittelfeldspieler.

 

Der moderne defensive Mittelfeldspieler ist heutzutage weit verbreitet. Hauptaufgaben sind das Ordnen der Mittelfeldspieler und Stürmer sowie die Einhaltung der passenden Abstände zwischen Abwehr, Mittelfeld und Sturm. Außerdem ist er häufig für die Kommandos zum Vorschieben und Pressen verantwortlich. In der Offensive übernimmt der Sechser eine wichtige Rolle im Spielaufbau. Er muss den Ball aus der Abwehr abholen und nach vorne spielen. Bei zwei Sechsern bleibt zumeist einer zur Absicherung während des Offensivspiels zurück, während der andere sich nach vorne einschaltet, am Angriffsspiel teilnimmt oder in die Spitze stößt.

Hier unterscheidet man bezüglich der Ausrichtung eines defensiven oder zentralen Mittelfeldspielers auch, ob er horizontal oder vertikal spielt. Der absichernde Spieler weist vor allem horizontale Laufwege vor, während der vorstoßende Akteur vertikal spielt. Beispiele für eine derartige Aufgabenverteilung sind das Mittelfeld-Duo Jarolim (horizontal) und Zé Roberto (vertikal) beim HSV oder in der Saison 2009/2010 Bastian Schweinsteiger (horizontal) und Mark van Bommel (vertikal) beim FC Bayern.

Es ist allerdings auch möglich, dass die beiden Spieler vor der Abwehr keine feste Aufgabenverteilung vorweisen, sondern situativ sich auf den Partner abstimmen und die Spieler vorwiegend auf ihrer Seite des Feldes aktiv sind. Gerade im Amateurbereich sind im defensiven Mittelfeld solche Allrounder zu finden, während im Profifußball häufig eine weitere Differenzierung in einzelne Spielertypen vorgenommen wird.