Mittwoch, 27.08.2014

Mittelfeldspieler: deeplying-playmaker

Im defensiven und auch im zentralen Mittelfeld hat sich mittlerweile der deeplying-playmaker (tiefstehender Spielmacher) in Europa etabliert: Noch vor weniger als zehn Jahren galt dieser Spielertyp als ausgestorben, doch inzwischen ist ein europäisches Topteam ohne tiefspielenden Spielmacher kaum noch vorstellbar. Die einfache Aufgabe dieses Spielertyps besteht darin, das Angriffsspiel der eigenen Mannschaft zu strukturieren, dabei spielt die ständige Anspielbarkeit eine entscheidende Rolle. Es gibt Systeme, in denen dieser Spieler eher als absichernder Sechser eingesetzt wird und somit direkt vor der Abwehr spielt, die Bälle von den Innenverteidigern abholt und verteilt und darüber hinaus als sichere Anspielstation hinter dem Ball fungiert – wie beispielsweise der Italiener Andrea Pirlo, Xabi Alonso bei Real Madrid und Michael Carrick von Manchester United.

In anderen Systemen ist der Spieler nicht so sehr an eine Position gebunden, sondern hat sich immer in Ballnähe anzubieten. Dies ist konditionell sehr anspruchsvoll, zudem muss der Spieler neben einer obligatorischen Passsicherheit auch über ein gutes Zweikampfverhalten mit Ball verfügen. Solche Spielertypen spielen meistens den offensiveren Part eines Mittelfeldduos vor der Abwehr und sind im Vergleich zu den Spielmachern auf der Sechs (s. oben) eher zentrale Mittelfeldspieler – auch Achter genannt. Typisches Beispiel hierfür ist Xavi vom FC Barcelona, aber auch Nuri Sahin oder – wenn er in der Nationalmannschaft aktiv ist – Rafael van der Vaart gehören dazu.

Zuletzt gibt es auch Mannschaften, die in ihrer Taktik mehrere dieser Spielertypen unterbringen und so versuchen ein dominantes, auf Kurzpassspiel ausgelegtes, Kombinationsspiel zu spielen. Bestes Beispiel dafür ist der FC Barcelona mit PassspielerBusquets, der die Bälle verteilt und eher weniger den tödlichen Pass spielt, im defensiven  sowie Xavi und Iniesta im zentralen Mittelfeld.