Dynamo Kyiv – Shakhtar Donezk 3:1

Im Supercupfinale der Ukraine traf Meister und Pokalsieger Shakhtar Donezk auf das Traditionsteam Dynamo Kyiv.

Beide Teams nahmen das Spiel ernst und es entwickelte sich ein kampfbetontes und taktisch hochwertiges Spiel, bei welchem beide Teams nicht aufsteckten und den Sieg wollten.

Letztlich konnte Dynamo Kyiv die Oberhand behalten und gewann mit 3:1.

Wechselwirkung der jeweiligen Formationen

GrundformationenDynamo agierte mit einem asymmetrischen 4-2-3-1, während Shakhtar mit einem Hybrid aus 4-2-3-1 und 4-2-1-3 spielte.

Interessant sind die leichten schematischen Unterschiede, welche sich im Spiel selbst deutlich auswirkten.

Die Rochade zwischen Yarmolenko Eremenko sorgte am meisten für Gefahr in den Abwehrreihen Shakhtars, was auch aufgrund der offensiveren Rolle Fernandinhos und der Rechtslastigkeit des Kyiv’schen Systems begründet liegt.

Yarmolenko würde versuchen Raum zu bekommen und in den Strafraum zu ziehen, um dort abzuschließen. Milevskiy vorne zeigte sich sehr agil und Eremenko zog Shevhcuk weg von Yarmolenko.

Das 1:0 fiel, als Yarmolenko mitten im Strafraum den Ball erhielt und von Rakitskiy gefoult wurde, was zum Elfmeter führte.

Weiters konnte man sehr gut erkennen, wie die jeweiligen Rollen der Außenverteidiger und der spielmachenden zentralen Mittelfeldspieler essentiell für das Angriffsspiel waren.

Das Gros der Angriffe Shakhtars kam über rechts oder über halblinks, somit immer über die jeweiligen offensiveren Spielertypen auf den beiden Positionen. Insbesondere Srna schaltete sich sehr oft und gefährlich ins Angriffsspiel ein, war der am meisten gefoulte Spieler und davon profitierte auch Douglas Costa, der dank des ständigen Hinterlaufen Srnas Platz für seine Rolle als inverser Winger hatte. Sein Pedant auf links, Willian, war im Gegenzug nahezu gänzlich abgemeldet und bekam keine Unterstützung durch den Linksverteidiger Shevchuk.

Fernandinho sorgte mit seinen Vorstößen zwar dafür, dass diese Asymmetrie die Angriffe nicht berechenbar machte, doch das Grundproblem und ein effektiveres Angriffsspiel hätte man mit einer zentraleren Rolle des Brasilianers und einem offensiveren Außenverteidiger beheben können.

Die defensive Arbeit von Yarmolenko und Eremenko sowie Harunas Dynamik und Vukojevics Rolle als klassischer Sechs deckten das Zentrum und den rechten Flügel im letzten Drittel ab und boten kaum Angriffsfläche und Schnittstellen für den ukrainischen Meister in Orange.

Bei Shakhtar gab es im Zentrum eine ähnliche Rollenverteilung, doch Hübschman musste für den offensiven Srna absichern und so bot sich für Dynamo Kyiv mehr Platz im Zentrum – Hübschman nahm jedoch zusammen mit Srna Gusev auf links total aus dem Spiel und letztlich war es wenig verwunderlich, dass sowohl der Ausgleichstreffer von Shakhtar als auch das 2:1 für Dynamo aus Standards resultierten.

Beim Treffer der Donezker half Shovkovsky mit, als Fernandinho eine Maßflanke Srnas verwandelte, beim 2:1 setzte sich Diakhaté im Lufzweikampf unwiderstehlich durch und sorgte für die Vorentscheidung.

Nach der ersten Halbzeit, insbesondere den Anfangsminuten, schien es ein Spiel von zwei gleichstarken Teams zu werden, doch in Halbzeit zwei agierte Dynamo Kyiv deutlich defensiver und Shakhtar nahm das Ruder in die Hand.

Sinnbildlich dafür war der Tausch von Gusev und Yarmolenko, was einerseits eine kompaktere Defensive und bessere Verteidigung auf den Flügel versprach, andererseits jedoch die Rochaden Yarmolenkos und Eremenkos auflöste.

Der ukrainische Rekordmeister agierte nun mit zwei Viererketten und einer sehr engen Defensivordnung, was für weniger Ballbesitz bei weniger Gefahr Shakhtars sorgte, denen die letzte Idee fehlte, um vor Shovkovskys Tor zu kommen.

Insbesondere die Rolle Vukojevics ist hier zu loben, der bereits im Mittelfeld die Angriff Shakhtars unterband und vor der Viererkette als Organisator und Wadenbeißer viel wichtige Laufarbeit verrichtete.

Nach dieser starken Phase von Donezk erzielte Dynamo Kyiv mit einem schnellen Konter das 3:1, Eremenko legte mit Kopf direkt auf Milevskiy ab und der Schachzug eines 4-4-1-1 als Konterformation sollte sich damit als goldrichtig erweisen.

Die letzten Minuten zogen sich zähl, Dynamo konnte das Ergebnis über die Zeit halten und gewann den ersten Titel dieses Jahr.

Fazit

Beide Teams agierten schematisch und mit der Rollenverteilung der Spieler relativ ähnlich, doch insbesondere die kleinen Unterschiede in der Taktik sorgten für große Unterschiede im Spielverlauf.

Srnas offensive Rolle und die offensiveren Winger sorgten für Shakhtars Überlegenheit, doch drei Standardsituationen sorgten für die Führung Dynamos, welche in der zweiten Halbzeit eine starke kollektive Leistung zeigten und letztlich mit einem Kontertor keine schöne, aber doch eine gute Partie ihrerseits krönen durften.

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