Teamanalyse Belgien

Nach der Goldenen Generation tritt der „ewige Geheimfavorit“ Belgien mit einem neu formierten Team an. Nur wenige der großen Namen wie Kevin de Bruyne und der kurzfristig wieder nominierte Romelu Lukaku sind übrig geblieben, dafür viele interessante Spieler dazu gekommen. Auf fast allen Positionen sind die Belgier mit zwei Spielern auf meistens grundsolide internationalem Niveau besetzt.

Gruppe G: Belgien und ein Dreikampf

Als klarer Favorit gehen die personell verjüngten, aber weiter stark aufgestellten Belgier in die Gruppe G. Dieser Rolle wird das Team von Rudi Garcia mit hoher Wahrscheinlichkeit auch gerecht werden. Dahinter folgt ein ausgeglichener Kampf um Platz zwei. Neuseeland geht als das spielerisch kompletteste der drei anderen Teams in dieses Duell, Ägypten als die im tiefen Verteidigen widerstandsfähigste Mannschaft und der Iran als der inkonstante und am schwierigsten einzuschätzende Kandidat.

Gruppe E: Von Defensivspezialisten bis Flügelspiel – FN

Auf den ersten Blick wirkt die deutsche WM-Gruppe vergleichsweise angenehm. Dies liegt vor allem daran, dass keine europäische Mannschaft oder einer der üblichen Titelanwärter seinen Weg in die deutsche Gruppe fand. Außerdem haben die üblichen Todesgruppen durch die Aufstockung der WM auf 48 Teilnehmer deutlich an Seltenheit gewonnen. Mit Ecuador, der Elfenbeinküste und Curacao trifft man deshalb eher auf verhältnismäßig kleinere Fußballnationen. Schaut man jedoch genauer hin kann sich die Einschätzung einer angenehmen Gruppe schnell als zu kurz gedacht herausstellen.

Gruppe C: Warum Marokko Brasilien ärgern kann – HN

Die Gruppe C versprüht beim Klang des nominellen Gruppenkopfes Spielfreude, Leichtigkeit und Kreativität. “Joga bonito” (das schöne Spiel) wurde in Brasilien erfunden – doch das alleine macht noch keinen Rekordweltmeister. Davon ist Nationaltrainer Carlo Ancelotti überzeugt: „Ich glaube, die letzten beiden Weltmeisterschaften, die Brasilien gewonnen hat (1994 und 2002), hat es dank einer fantastischen Verbindung zwischen Talent und defensiver Stärke gewonnen.”

Gruppe D: Dark Horse Türkei und riskante USA – HN

Eine extrem offene und kaum abschätzbare Konstellationen bietet sich in Gruppe D. Gastgeber USA geht mit großen Hoffnungen ins Turnier, ebenso der ewige Geheimfavorit Türkei. Dazu kommen mit Paraguay und Australien zwei durchaus konkurrenzfähige Teams mit einer klaren defensiven Ausrichtung. Tatsächlich ist es keine Phrase, dass in dieser Gruppe in jedem Spiel alles möglich ist. Dennoch lassen sich anhand der Qualität der Kader und der taktischen Ausrichtung Rückschlüsse auf die Kräfteverhältnisse ziehen.

Gruppe B: Taktische Vielseitigkeit – AB

In Gruppe B geht weder ein Turnierfavorit, noch ein Topspieler an den Start. Trotzdem ist die Gruppe durchaus sehenswert: Zum einen ist der Gruppenausgang, im Gegensatz zu manch anderer Gruppe, keine ausgemachte Sache. Gerade der Kampf um Platz 2 verspricht Spannung. Zum anderen setzen die vier Teams auf grundverschiedene und teilweise atypische taktische Ansätze, die zu taktisch interessanten Partien führen sollten.

Gruppe A: Ein kleiner Gastgeber und drei Ebenbürtige? – SZ

Es mag nicht die auf den ersten Blick spektakulärste Gruppe dieser Weltmeisterschaft sein – der veränderte Turniermodus mit 48 Mannschaften wird ohnehin unsere Sehgewohnheiten beim Blick auf Vorrundengruppen verändern. Es ist allerdings immerhin die Gruppe des nun dreifachen WM-Ausrichters und amtierenden Gold-Cup-Siegers, der damit nun alleiniger Rekordausrichter wird (Mexiko), des Ausrichters der Weltmeisterschaft 2010 (Südafrika), des Ausrichters der Weltmeisterschaft von 2002 (Südkorea) und des Europameisters von 1976 (Tschechien, damals noch als Teil der Tschechoslowakei), was einerseits die Bedeutung dieser Mannschaften im Weltfußball unterstreicht, andererseits aber auch andeutet, dass die größten Zeiten einiger etwas weiter zurückliegen.